AV-Verstärker oder AV-Receiver-Kauftipps

Text: Carsten Rampacher, AREADVD - update: 11.11.2003

Jeder, der sich eine Heimkino-Anlage installieren oder sein bestehendes System updaten möchte, steht beim Kauf neuer Komponenten vor keiner leichten Entscheidung. Das betrifft sowohl den DVD-Player als auch den AV-Verstärker oder AV-Receiver als Zentrum der Heimkino-Anlage. Dieses Special befasst sich mit den wichtigen Merkmalen von AV-Verstärkern und -Receivern.

Dolby Digital und DTS

dolbydigital.jpgBei praktisch allen brauchbaren Heimkino-Schaltzentralen ist inzwischen ein Dolby Digital- und DTS-Decoder Standard. Nur noch wenige Auslauf- oder Sparmodelle kommen lediglich mit einem Dolby Digital-Decoder (Dolby Digital-Logo siehe oben). Beim Kauf würden wir auf jeden Fall zu einem AV-Receiver oder -Verstärker mit Dolby Digital- und DTS-Decoder raten, da das Angebot an DTS-Software inzwischen beträchtlich ist (DTS-Logo siehe unten).


dts.gifDolby Digital und DTS sind zwei miteinander konkurrierende Ton-Komprimierungsverfahren. Der ursprünglich im PCM-Format vorliegende Mehrkanal-Ton muss komprimiert werden, damit die Tonspur (in den meisten Fällen sogar mehrere Mehrkanal-Tonspuren, z.B. Deutsch und Englisch 5.1, zusätzlich vielleicht noch Französich Dolby Digital 2.0) zusätzlich zu den Bildinformationen noch auf eine DVD passt. Trotz des großen Speicherplatzes, den eine DVD-9 (DVD mit zwei Layern, die heutzutage in den meisten Fällen für einen Spielfilm verwendet wird) bereitstellt, müssen Bild und Ton komprimiert werden. Das Besondere an Dolby Digital und DTS: Im Gegensatz zum matrixbasierten Dolby Pro Logic liegen hier diskrete Kanäle vor, genauer gesagt fünf Vollfrequenzkanäle (Front links/rechts, Center, Surround links/rechts) und ein frequenzlimitierter Kanal für die tieffrequente Effektwiedergabe - daher ergibt sich die Bezeichung 5.1 für das Kanalschema. 
 

Surround-Aufpolierer

Dolby Pro Logic 2

Dolby Pro Logic 2 ist, genauso wie der Vorgänger Pro Logic, ein matrixbasiertes Decodingverfahren. Ein Hauptunterschied zwischen Pro Logic und Pro Logic 2 liegt zunächst einmal darin, dass bei Pro Logic die Bandbreite der Surroundkanäle auf 7 kHz limitiert war, PL 2 arbeitet hier ohne eine Limitierung, was eine transparentere, klarere und weniger mittenbetonte Darstellung der Surround-Klangkulisse ermöglicht. So bietet Pro Logic II einen sowohl im Bass- als auch Höhenbereich einen authentischeren Klang, Zweiter wichtiger Unterschied: Während Pro Logic bei der Wiedergabe von Musik in Surround nur äußerst unbefriedigende Resultate erzielte, da auf den Surround-Kanälen nur ein Mono-Signal wiedergegeben wurde und sich das System damit eigentlich nur der Einsatz beim Anhören von Filmmaterial empfahl, geht PL 2 einen Schritt weiter: Dolby Pro Logic II ermöglicht auch auf den Surround-Kanälen Stereo-Wiedergabe und ermöglicht damit einen Klangeindruck, der annähernd an das herankommt, was man von echtem 5.1-Ton kennt. Zudem besteht bei Pro Logic 2 die Möglichkeit zwischen zwei Betriebsarten, die gezielt für die Wiedergabe von Musik oder Film gedacht sind, daher heißen die Modi "Music" und "Movie". Bei der "Music"-Betriebsart sind zwei unterschiedliche Varianten zu unterscheiden: Die "Light"-Version bringt keinerlei Einstellmöglichkeiten im Music Mode mit, hier sind alle Werte somit unveränderliche Fixwerte. Bei der Vollversion von Dolby Pro Logic 2 Music gibt es hingegen verschiedene Einstellmöglichkeiten im Music Mode: Die Dimension Control, die die Balance zwischen Front- und Surround-Klangkulisse regelt, die Center Width Control, die die Balance zwischen dem Center und den Frontlautsprechern regelt und den "Panorama Mode", der ein weiträumigeres Klangbild erzeugen soll. Je nach Art der Software, der Raumakustik, des Lautsprecherequipments und des persönlichen Geschmacks können diese Einstellmöglichkeiten durchaus von Nutzen sein. Bereits preislich günstigere Geräte brillieren mit einer exzellenten Pro Logic 2-Integration, so z.B. der unten abgebildete Denon AVR-1804.

denonavr1804.jpg

DTS Neo:6

DTS Neo:6 ist das älteste der hier vorgestellten Systeme. Aufgabe ist auch hier, herkömmliche Zweikanal- oder Surroundsignale mittels eines speziellen Decoders, der auch bei der DTS ES 6.1 Matrix-Schaltung Verwendung findet, auf bis zu 6.1 Kanäle aufzupolieren. Eine genaue Eingangssignal-Kennung und die Matrix in Kombination erlauben für alle 6.1-Kanäle eine Reproduktion des gesamten, von 20 Hz bis über 20 kHz reichenden Frequenzspektrums. Auch soll eine sehr gute Kanaltrennung möglich sein, DTS spricht vom selben Pegel wie dem beim digitalen diskreten System. Damit Neo:6 auch optimal angewendet werden kann, gibt es  auch hier zwei Betriebsarten: Kino und Musik. im Musik-Modus werden die beiden Front links/rechts Kanäle direkt wiedergegeben und umlaufen die Decoderschaltung. Dadurch entsteht kein Qualitätsverlust beim Klang. Der vom Center- und von den Surroundkanälen ausgegebene Effekt soll dann das Klangfeld effektiv räumlich weiten. In der Praxis zeigt sich, dass man mit Neo:6 bei einigen CDs (Musik-Modus) und auch bei verschiedenen DVDs (Kino-Modus) noch ordentliche Resultate erzielen kann - besonders der Bassdruck ist, je nach Raumakustik, verwendetem AV-Receiver/-Verstärker und Software, noch immer sehr brauchbar. In Bezug auf die Natürlichkeit der räumlichen Darstellung, die Stimmwiedergabe und die Brillanz im Hochtonbereich ist Dolby PL 2 aber insgesamt das bessere, weil klarer und sauberer darstellende System.

Circle Surround 2

In verschiedenen AV-Receivern, z.B. von Marantz und Kenwood, wird der Surround-Aufpolierer Circle Surround 2 mit dem Bassverstärker TruBass eingesetzt. Ebenfalls gibt es auch bei Circle Surround 2 verschiedene Betriebsarten: Für Musik, für Filme und für eine akustische optimierte Mono-Wiedergabe. Die Intensität der TruBass-Bassverstärkung kann im Menü des jeweiligen AV-Receivers eingestellt werden. Bei vernünftiger Einstellung sind in Bezug auf die Bassperformance tatsächlich Unterschiede herauszuhören, wie sich beispielsweise im Test des Marantz SR-9300 herausstellt. je nach dem Umfang der Integration bietet CS 2 verschiedene Einstellmöglichkeiten: Bei der "Center Focus" Einstellmöglichkeit handelt es sich um die Funktion, die unter dem Namen "Center Width Control" bei Dolby PLII Music anwählbar ist. Man kann den Wirkungsbereich des Centers von "Off" (nur Signalausgabe über die Haupt-Lautsprecher) bis zu "+ 10" einstellen. Mittels "Rear Delay" kann die Delayzeit für die Surround-Lautsprecher zwischen 0 und 25 ms variiert werden. Bei CS II "Gain" kann der Eingangspegel in einem Einstellbereich zwischen 0 und 18 angehoben werden.

kenwoodkrfx9070d.jpg

Akustisch sind die Leistungen von CS 2, je nach Integration, als befriedigend bis sehr gut einzustufen. Während beim Test: Marantz SR-4300 die Ergebnisse befriedigend sind, werden z.B. beim Marantz SR-9300 und beim Kenwood KRF-X9070D (oben im Bild) sehr gute Ergebnisse erzielt. Wer einen AV-Receiver ins Auge gefasst hat, der sowohl über PL 2 als auch über CS 2 verfügt, sollte sich freuen - denn je nach Software und Hörgeschmack kann mal der eine, mal der andere Surround-Aufpolierer bessere Ergebnisse erzielen. Bei CS 2 ist es, je nach AV-Receiver, möglich, dass der eine oder die beiden Back Surround-Lautsprecher auch mit eingebunden werden. Somit wird ein weitläufigerer und dichter Surround-Klangeindruck ermöglicht.

Logic 7

Eine Entwicklung der Firma Lexicon, die zu Harman International gehört. Daher wird Logic 7 auch in den verschiedenen AV-Receivern der Harman-Kardon-Produktpalette eingesetzt. Eine besonders aufwändige Version findet sich im unten abgebildeten Harman-Kardon AVR-8500, denn hier kann die Logic 7-Decodierung auch für 5.1-Quellen verwendete werden, genau wie bei den Highend-Decodern von Lexicon. 

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In der 7.1 Konfiguration laufen alle 7 Lautsprecher und der aktive Subwoofer mit. Schade nur, dass im Musikeinsatz eine Einstellmöglichkeit für die Center/Frontlautsprecher-Balance fehlt. Im Musikbetrieb soll die Klangbühne verbreitert werden, die logic7logo.jpg Räumlichkeit steigt durch ein natürlich klingendes Surround-Klangfeld und eine präzise, druckvolle Basswiedergabe sorgt für ein entsprechendes tieffrequentes Fundament. Unsere Klangtestreihen bewiesen, dass dies nicht nur leere Worte sind - Logic 7 ist selbst bei klassischer Musik oder bei Jazzmusik ein angenehmer Partner und agiert etwas zurückhaltender als CS 2 und auch als PL 2, dafür aber detailreicher, natürlicher und präziser. Sehr wichtig: Wer Logic 7 effektiv einsetzen möchte, sollte sich einen qualitativ hochwertigen Center anschaffen. Für die Liebhaber eines besonders kräftigen Basses hält Harman den Logic 7 Enhanced Mode, primär geeignet für die Musikwiedergabe, bereit. Eine breitere und tiefere Darstellung mit Bassdruck von allen Seiten sind hier die akustisch kennzeichnenden Merkmale. Es die tiefen Frequenzen zwischen 40 und 120 Hz werden nicht nur dem Subwoofer, sondern auch den Haupt- und den Surroundlautsprechern (die dann, um einen Effekt zu erzielen, entsprechend gut für die akkurate Basswiedergabe gerüstet sein müssen) zugeführt. In unseren Testreihen erzielte Logic 7 Extended (nur in 5.1-Lautsprecherkonfiguration einzusetzen) gerade bei bass- und effektstarker Musik sehr gute Ergebnisse - Voraussetzung sind aber großvolumige, basskräftige Lautsprecher. Wie bei den Konkurrenzprodukten bietet auch Logic 7 einen Cinema-Modus. Dieser soll eine bessere Verständlichkeit des Centerkanals, eine detailreiche Surround-Klangkulisse, eine gelungene Einarbeitung des aktiven Subwoofers und eine besonders gute Ortbarkeit. Mit seiner natürlichen, breiten und angenehmen Gesamtakustik, die mit einer erstaunlichen Feinmodellierung einher geht, bewies Logic 7 Cinema in unseren Test mit vielen Harman-Modellen (z.B. Harman-Kardon AVR-3550, Harman-Kardon AVR-5550, Harman-Kardon AVR-8500) große Talente.

Mehr zu den Surround-Aufpolierern finden Sie in unserem Special.


Extended Surround

Wem es wichtig ist, einen klanglich dichten, räumlich weiten und voluminösen Surround-Bereich realisieren zu können, findet ein immer größer werdendes Angebot an AV-Receivern und AV-Verstärkern, die für die Wiedergabe der Extended Surround-Tonformate geeignet sind. Die Geräte werden preislich immer günstiger, je nachAusstattung geht es bereits in der Preiskategorie um 400,00 EUR los, für knapp über 500,00 EUR bekommt der Käufer schon exzellente Offerten wie beispielsweise den Yamaha RX-V640 (unten im Bild).

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Etabliert haben sich die folgenden Formate: Dolby Digital 5.1 EX, THX Surround EX (in 7.1.-Lautsprecherkonfiguration) und DTS ES Matrix/Discrete 6.1. Wer sich für ein älteren Verstärker- oder Receiver-Modell mit EX-Decoding interessiert, muss sich genau mit den Extended Surround-Tonformaten auseinander setzen, denn in der Extended Surround-Anfangsphase gab es ein nicht unbeträchtliches Durcheinander verschiedener Bezeichnungen - in der folgenden Übersicht haben wir alles Wissenswerte in Kurzform zusammengetragen.

Die unterschiedlichen EX- und ES-Formate

  • DTS ES Compatible 6.1: Hier kann der jeweilige Hersteller eine eigene Matrixlösung für die Wiedergabe des Back Surround Kanals bei DTS ES Software ins Gerät integrieren. Nicht die "offizielle" DTS-Matrix. Daher tragen diese Geräte auch nicht das DTS ES-Logo auf der Frontplatte, der Hersteller darf aber sagen, dass der AV-Receiver kompatibel ist zur Wiedergabe von DTS ES-Software (NUR Matrixwiedergabe!). Nur noch bei älteren Geräten zu finden.
  • dtseslogonew.jpgDTS ES Matrix 6.1.: Back Surround Kanal wird mittels einer weiter entwickelten Matrix erzeugt, so wie sie auch beim Aufpolierer Neo:6 eingesetzt wird. Nur ein Back Surround-Lautsprecher Pflicht, Back Surround Kanal kein Vollfrequenzkanal.
  • DTS ES Discrete 6.1.: Back Surround Kanal wird diskret erzeugt. Vollfrequenzkanal, Spektrum von 20 Hz bis 20 kHz. Nur ein Back Surround-Lautsprecher Pflicht. Für DTS ES Discrete/Matrix 6.1-Decoder gibt es das oben zu sehende Logo. Beide Systeme sind inzwischen nur im Verbund erhältlich, d.h. es kann sowohl DTS ES Discrete als auch DTS ES Matrix 6.1 decodiert werden.
  • dolbydigitalexlogo.jpgDolby Digital 5.1 EX. Matrixbasiertes System, Back Surround Kanal kein Vollfrequenzkanal. Seit einiger Zeit gibt es nun auch ein offizielles DD 5.1 EX-Logo, welches auf AV-Verstärkern oder AV-Receivern angebracht wird, die eine von Dolby offiziell lizenzierte Matrix mitbringen. Nur ein Back Surround-Lautsprecher Pflicht. Erkennbar im nebenstehenden Logo
  • Zur Wiedergabe von Dolby Digital EX-codiertem Material geeignet. Hersteller verwendet eigene, nicht offiziell lizenzierte Matrix zur Decodierung von DD 5.1-EX-Material. Dies wurde vor allem vor der Zeit von der offiziellen DD 5.1 EX Norm so gehandhabt. Nur ein Back Surround-Lautsprecher Pflicht. Inzwischen gibt es kaum noch AV-Verstärker/-Receiver, auf die dieses zutrifft. Nur ältere Modelle sind davon betroffen.
  • THX Surround EX. THX-Variante von Dolby Digital EX. Diese Norm mit voller THX-Nachbearbeitung gab es zunächst, da THX für Dolby den Heimkino-Consumer-Markt bediente. Funktioniert mit 2 Back Surround-Lautsprechern, die allerdings das gleiche Signal bekommen. In der ursprünglichen Form auf DD 5.1 EX-Basis: Back Surround Kanal kein Vollfrequenzkanal. Im Zuge des neuen THX Ultra II brachte THX jedoch (siehe hier im Test weiter unten) eine weitere Neuerung mit ein: Nun wird auch der diskrete zusätzliche Back Surround Kanal von DTS ES Discrete 6.1 einer Nachbearbeitung unterzogen.
  • 6.1-Phantomschaltungen, wie z.B. von Sony und von Yamaha angeboten. Hier ist nicht der Anschluss eines zusätzlichen Back Surround-Lautsprechers vorgesehen, sondern der LS wird virtuell erzeugt. Bringt in der Praxis einen kleinen Vorteil an Effektfülle und Räumlichkeit, "echte" Back Surround-Systeme klingen aber natürlich noch kompletter.

Bevor man allerdings "blind" zu einem Extended Surround-Gerät greift, sollte man sich eine EX-Anlage auf jeden Fall in Natura anhören und sich auch mit den räumlichen Bedingungen im eigenen Hörraum auseinander setzen. Ebenfalls muss das ins Auge gefasste Gerät genau im Hinblick auf die technischen Spezifikationen untersucht werden.

 

Wichtig bei den Überlegungen im Zusammenhang mit einer Extended Surround-geeigneten Anlage:

  • Hat man Interesse, ein Heimkino mit zusätzlichen Back Surround Lautsprechern zu errichten,  ist es von großem Vorteil, sich zuerst über die Aufstellmöglichkeiten der zusätzlichen Lautsprecher zu informieren. Als Informationsquelle dienen dabei die Webseiten von Dolby und THX, wo die optimalen Bedingungen aufgeführt werden. Besonders interessant sind dabei die Möglichkeiten, die THX Ultra II bietet, da eine 7.1-Lautsprecher-Installation wirkungsvoll nicht nur für den Film- sondern auch für den Musikbetrieb genutzt werden kann.
  • Auf jeden Fall genau überprüfen, wie viele Endstufen im Verstärker/Receiver eingebaut sind. Verschiedene Modelle verfügen lediglich über fünf eingebaute Endstufen. Um Extended Surround realisieren zu können, muss also noch entweder eine Zweikanal-Endstufe oder ein Stereo-Verstärker her. Diese zusätzliche Endstufe wird über die dafür vorgesehenen Vorverstärker-Ausgänge (Pre-Outs) an der Rückseite des AV-Verstärkers/-Receivers angeschlossen. Hier sollte, wenn man bei einem günstigeren Gerät an den Aufbau eines 7.1-Systems denkt, unbedingt überprüft werden, ob ein 7.1-Decoding möglich ist und ob die für die Anschlüsse nötigen Pre-Outs auch mitgeliefert werden. "Special Feature": Denon und Pioneer bauen in ihre Geräte (z.B.Denon AVR-1804/Pioneer VSX-D912) zwar lediglich eine Endstufe für den Back Surround Betrieb ein, diese lässt sich jedoch auftrennen, so dass man 2 Back Surround Lautsprecher anschließen kann.
  • Mit einem 7.1-System erreicht man nochmals geringfügig bessere Werte in Bezug auf die räumliche Dichte und das Volumen der Darbietung, auch hat ein 7.1-System die bessere psychoakustische Effektortung als Vorteil gegenüber einem 6.1-LS-Aufbau. Beide Back Surround Lautsprecher geben das identische Signal wieder. Wer häufiger mit mehreren Gästen Filme anschaut: Auch hier sind 2 Back Surround-Boxen besser geeignet, damit die Effektwiedergabe auch für denjenigen, der ungünstig und nicht genau zentral sitzt, in den Punkten Ortbarkeit und Präzision noch gut ist.
  • Für viele Einsatzzwecke reicht ein 6.1-System hingegen aus. Daher raten wir, vor dem Kauf beide Systemarten bei einer Hörprobe genauer unter die Lupe zu nehmen, um sich dann zu entscheiden.
  • Wenn man Probe hört, sollte man sich anschließend auch über die Bestückung entweder mit Dipolen oder Direktstrahlern für den Back Surround Bereich im Klaren sein. Auf jeden Fall sollten die Lautsprecher, die für die Back Surround-Beschallung ausgewählt werden, aus der gleichen Produktfamilie wie der Rest der Boxen stammen.

Fazit: Bei einem sorgfältigen Aufbau ist eine 6.1- oder 7.1-Anlage eine echte klangliche Verbesserung. Wer hingegen nicht die richtigen räumlichen Bedingungen im heimischen Hörraum vorfindet und eine Extended Surround-Lösung nicht normgemäß installieren kann, sollte lieber von einem Einbau absehen, da eine schlecht aufgestellte 6.1- oder 7.1-Konfiguration schlechter klingt als eine ordentlich aufgestellte 5.1-Anlage. Wer noch nicht die nötigen räumlichen Voraussetzungen für den Back Surround-Einsatz hat, in absehbarer Zeit aber einen anderen Hörraum nutzen wird bzw. den bestehenden Hörraum für den akkuraten Aufbau einer EX-Lösung optimieren möchte, kann sich ruhig einen EX-AV-Receiver/-Verstärker anschaffen. Wer ein sehr hochwertiges Gerät möchte, hat auch kaum eine andere Wahl, denn diese Maschinen sind größtenteils bereits mit sieben Endstufen und allen erforderlichen Decodern ausgestattet. 

 

Die Stereotauglichkeit

Möchte man sich einen AV-Verstärker/Receiver anschaffen und soll das Gerät auch noch zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil für die Wiedergabe von Musik in Stereo verwendet werden, so ist zu beachten: Gerade die günstigeren Geräte bis etwa 1000 EUR sind stark auf Heimkinoklang hin optimiert. Nicht selten stellen enttäuschte Neubesitzer fest, dass ihr 15 Jahre alter Stereoverstärker im Stereobetrieb besser klingt als der nagelneue Heimkino-Receiver. Dies ist keine Seltenheit, denn die Prioritäten bei der Entwicklung sind anderes gesetzt. Es ist zwar der erfreuliche Trend zu beobachten, dass selbst recht günstig zu erwerbende AV-Receiver inzwischen brauchbar im Stereoeinsatz klingen (wie z.B. die Yamaha-Modelle RX-V640 und Yamaha RX-V740), doch wer gern hochklassig Musik in Stereo hören möchte, sollte besser verschiedene Alternativen ins Auge fassen:

pioneervsxax3.jpg

1. Zu einem teureren Gerät greifen. Zwischen 1.200,00 und 1.500,00 EUR (UVP) gibt es Receiver wie den Harman-Kardon AVR-5550, den Pioneer VSX-AX3 (oben im Bild) oder den Denon AVR-3803, die auch im Stereobetrieb erfreulich gut klingen. Gerade in letzter Zeit scheint man diesem Thema verstärkt Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, es gibt verschiedene AV-Verstärker und -Receiver, die im Stereobetrieb brauchbar klingen. Das Niveau sehr guter Stereoverstärker oder gar exzellenter Stereo-Vor-/Endstufenkombinationen wird aber auch hier nicht erreicht. Gerade in den Punkten räumliche Abbildung, Präzision und Detaileinarbeitung wünschen sich sehr anspruchsvolle Stereohörer unter Umständen noch mehr. Nur sehr wenige AV-Verstärker oder -Receiver, vornehmlich der Bolidenklasse, bieten eine Stereo-Klanggüte, die auch dem anspruchsvollen Hörer ausreicht.  Als Beispiele für eine überragende Stereoreproduktion wären hier z.B. der Harman-Kardon AVR-8500, der Denon AVC-A1SR und der Marantz SR-9300 (unten im Bild) zu nennen. Hier muss sich der Käufer aber zuvor die Frage stellen, ob er auch die umfangreichen Surround-Features und die üppige Endstufen-Bestückung des AV-Boliden benötigt. Nur aus Gründen der besseren Stereowiedergabe einen sehr teuren AV-Receiver oder -Verstärker zu kaufen, ist kein lohnendes Unterfangen. Für diejenigen, die bezüglich der Surroundqualitäten normale und bezüglich der Stereoqualitäten sehr hohe Anforderungen stellen, sollten sich lieber mit unserer Variante 2, die nun beschrieben wird, auseinander setzen.

marantzsr9300.jpg

2. Einen günstigeren AV-Receiver kaufen und den bisherigen Stereo-Verstärker weiter betreiben. Wichtig: Sich zu dem günstigen AV-Receiver ein komplettes (vielleicht Subwoofer-/Satellitensystem, wenn man darüber vorwiegend Filmton genießen möchte - es gibt inzwischen auch zu günstigen Kursen sehr gute Angebote) Lautsprecherset kaufen, um ein stimmiges Klangerlebnis zu realisieren. Die bislang benutzten Stereo-Lautsprecher mit einer preisgünstigen und im schlimmsten Falle klanglich gar nicht passenden Surround-Erweiterung zu versehen, bringt im Surround-Einsatz nur unbefriedigende Ergebnisse und ist daher nicht zu empfehlen, da die akustische Homogenität und die Dynamik der Surround-Klangkulisse nicht selten unterdurchschnittlich ausfällt.

3. In einigen Fällen hilft auch eine zusätzliche Zweikanal-Endstufe für den Stereobetrieb. In diesem Fall wird die zusätzliche Endstufe über die Pre-Outs für die Frontkanäle angeschlossen. Die Folge: Anstatt der im Receiver/Verstärker eingebauten Endstufen für die beiden Hauptlautsprecher läuft die höherwertige, externe Endstufe. Doch Vorsicht. Die im AV-Receiver verbaute Vorstufe hat einen beträchtlichen Anteil an der Güte des Klangs. Mit anderen Worten: Ist die Vorstufe des AV-Receivers für eine hochqualitative Stereo-Wiedergabe nicht geeignet, hilft die beste externe Endstufe nichts. Daher bringt diese Erweiterung in erster Linie bei AV-Receivern/-Verstärkern der gehobenen Preisklassen eine echte Klangverbesserung. Bei der Endstufe sollte dann allerdings auch auf ein qualitativ anspruchsvolles Modell zurückgegriffen werden, die auch bezüglich der Dauerbelastung und der Gesamtleistungsdaten Garant für eine exzellente Stereo-Performance ist. Eine Alternative zu Endstufen sind hochwertige Aktivlautsprecher (Lautsprecher mit eingebauten Endstufen), die ebenfalls hohen akustischen Ansprüchen gerecht werden können . 

Unser Fazit: Wer große Ansprüche an den Stereoklang stellt und in Bezug auf die Mehrkanal-Fähigkeiten mit einem normalen Leistungsprofil legt, ist mit zwei getrennten Anlagen - einer für den Stereobetrieb und einer preisgünstigeren für den Surroundeinsatz - am besten bedient. Natürlich müssen die Räumlichkeiten für zwei Anlagen vorhanden sein. Wer Höchstleistungen im Mehrkanal-Betrieb mit sehr guten Ergebnissen im Stereoeinsatz verbinden möchte, schafft sich am besten einen AV-Verstärker oder AV-Receiver der Bolidenklasse an. Zwar gibt man dann viel Geld aus, die hohe Investition amortisiert sich aber, wenn man das edle Gerät a) für Stereo und Surround gleichermaßen nutzen kann und b) die Maschine über mehrere Jahre einsetzt und nicht dauernd upgradet. Wer externe Endstufen anschließen möchte, um den Höreindruck zu verbessern, sollte sich vor der Anschaffung teurer Endstufen oder teurer Aktivlautsprecher über die Güte der im Verstärker oder Receiver integrierten Vorstufe im Klaren sein. Unter Umständen ist dann die zusätzliche Anschaffung einer hochwertigen Vorstufe, vielleicht auch gebraucht, der bessere Weg.
 

Der AV-Receiver/-Verstärker und die passenden Lautsprecher

Elementar wichtig: Die Abstimmung Receiver/Verstärker - Boxen. Denn wer beispielsweise ausgewachsene und leistungsstarke Frontboxen wie die "klassischen" Infinity Kappas (nicht die "New Kappa" der aktuellen Baureihe) oder große Canton Ergo RC-L an seinem AV-Verstärker/Receiver ohne zusätzlichen aktiven Subwoofer betreiben möchte, braucht ein Gerät, das mit den hohen Anforderungen, die die Lautsprecher an den Verstärker oder Receiver stellen, auch zurechtkommt. Selbst teure AV-Verstärker haben beispielsweise mit extrem "leistungshungrigen" Lautsprechern, die größte Anforderungen an die Potenz des Verstärkers stellen, Probleme. Hier hilft dann nur: Mittels einer hochwertigen externen Endstufe, für die große Stromstärken und niederohmige Lautsprecher keine Schwierigkeit darstellen, für die Frontkanäle aufrüsten. Auch wichtig: Es sollte kein sehr potenter Verstärker/Receiver beispielsweise an ein billiges Sub/Sat-System angeschlossen werden. Es sind immer die Relationen zu beachten: Eine 2.000,00 EUR-Standbox an einem 350,00 EUR-AV-Receiver macht ebenso wenig Sinn wie ein 250,00 EUR Sub/Sat-System an einem 1500,00 EUR-AV-Receiver. Wer Lautsprecher und AV-Receiver als Auslaufmodell ersteht, sollte sich immer mit den ursprünglichen Preisklassen auseinander setzen, zu denen die Geräte einmal gehörten, und dann passend kombinieren. Beispiel: Der AV-Receiver, der von 600 auf 500 EUR herabgesetzt wurde, kombiniert mit sehr großen und leistungsmäßig anspruchsvollen Hauptlautsprechern, die von 1500,00 EUR / Stück auf den Schnäppchenpreis von 600,00 EUR herabgesetzt wurden, stellt kein optimales "Team" dar. Viele Käufer denken dann auch, bei entsprechend großvolumigen Lautsprechern benötige man dann keinen aktiven Subwoofer mehr, da die Boxen problemlos bis 30 oder 40 Hz heruntergehen können. Dies führt in der Praxis dann zu herben klanglichen Enttäuschungen, da der relativ kleine AV-Receiver an den überdimensionierten Boxen, zudem noch ohne die Unterstützung durch einen aktiven Basslautsprecher, keine überzeugenden Leistungen erbringen kann.

Vor dem Kauf der gewünschten Kombination sollte auf jeden Fall auch der persönliche Verwendungszweck geprüft werden: Höre ich auch viel Musik auf meiner Anlage? Ist beispielsweise dies der Fall und möchte ich zusätzlich auch noch DVD Audio oder SACD in guter Qualität genießen, so muss ich dem beim Aussuchen des richtigen Verstärkers bzw. Receivers und der Boxen Rechnung tragen. Liegt die Priorität eindeutig auf Heimkino, müssen es beispielsweise vorn keine sehr musikalischen Standlautsprecher sein, sondern hier kommt dann auch ein hochwertiges Sub/Sat-System oder eine Kombination aus belastbaren Regallautsprechern und einem qualitativ überzeugenden aktiven Subwoofer (der für den Heimkinobetrieb in den meisten Fällen sowieso Pflichtausstattung ist, nur in wenigen Ausnahmen, beispielsweise bei Kombination große Front-LS, die problemlos in tiefste Frequenzbereiche vordringen können, und sehr potenter AV-Receiver/Verstärker bzw. noch besser: Hochwertige Vor-/Endstufenkombis) in Betracht. Beim Musikbetrieb ist auch zu beachten, was für Musik ich höre. Hier sollte auch sehr genau Probe gehört werden vor dem Lautsprecher- und AV-Receiverkauf, denn gerade was den Antritt im Bassbereich oder die Natürlichkeit der Klangreproduktion angeht, gibt es große Unterschiede in der Auslegung. Kombiniert mit dem praktisch kaum zu überschauenden Lautsprecher-Angebot ergibt sich daraus das unbedingte Muss, a) vor dem Kauf Prioritäten zu setzen und b) sich ausgiebig Zeit für Hörproben zu nehmen.

Auch sollte der Neukäufer im Idealfall vor dem Kauf sich seine gewünschte komplette Verstärker- bzw. Receiver-Boxen-Kombination anhören. Denn noch lange nicht alles, was in der Theorie zusammenpassen könnte, hört sich der Praxis auch vernünftig an. Wer einen Händler seines Vertrauens hat oder einen seriösen Internet-Anbieter weiß, der die Komponenten zum 14-tägigen Probe hören mit Rückgaberecht bei Nichtgefallen auf den Weg bringen, sollte sich am besten mal die Komponenten zum Abstimm-Test in die eigenen vier Wänden holen. Denn nur dort herrschen exakt die akustischen Bedingungen, unter denen sich die Heimkino-Anlage später in der Praxis bewähren muss. Wichtig: Preisgünstigere Boxen müssen nicht zwangsläufig schlecht sein. Bevor also beim Lautsprecherkauf zu viel Geld über die Ladentheke wandert, sollte sich der Interessent auch durchaus günstigere Lautsprecherangebote anhören - aber: Nur günstig allein reicht bei weitem nicht aus. Die Lautsprecher sind der Part der AV-Anlage, die zusammen mit der Raumakustik den Klang maßgeblich beeinflussen. Wer hier am falschen Ende spart, wird sich mit Sicherheit später ärgern, denn mit schlechten Lautsprechern kann auch der beste AV-Receiver seine Talente nicht entfalten. Mehr über Lautsprecher, wichtige Grundbegriffe und die Arbeitsweise findet sich in unserem Lautsprecher-Special. Kauftipps für besonders gelungene Lautsprecher finden Sie in unserer Lautsprecher-Kaufberatung

Unser Fazit: Nur wer eine akustisch stimmige Kombination aus AV-Verstärker/-Receiver und Lautsprechern betreibt, kann die Vorteile beider Komponenten voll nutzen. Um eine optimale Kombination zu ermitteln, sind umfangreiche eigene Tests unbedingt von Nöten. Daher: Es ist besser, sich Zeit zu nehmen und ausführlich zu testen, als vorschnell ein Team aus Lautsprechern und Verstärker/Receiver einzukaufen, das vielleicht nach Meinung des Verkäufers oder auf dem Papier gut zusammen passt, sich in Ihrem Hörraum aber bestenfalls durchschnittlich anhört. Ein wichtiger Tipp zum Schluss: Man darf NIE den Einfluss der Lautsprecher und den Einfluss der akustischen Eigenschaften des Hörraums in Bezug auf das Gesamt-Klangerlebnis unterschätzen! Diese beiden Faktoren prägen das Klangbild, das man als Resultat erhält, im großem Maße.

Wichtige Merkmale des AV-Receivers/-Verstärkers in der Übersicht

Die folgende Übersicht soll aufzählen, was man vor und beim Kauf wissen und beachten sollte.

  • Gleiche Kraft für alle Kanäle: Da die diskreten Mehrkanal-Tonnormen DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1 mit fünf Vollfrequenz-Kanälen arbeiten (Die linke und rechte Frontbox, der Center-Lautsprecher und die beiden Surroundboxen), die ein Tonspektrum von 20 Hz bis 20 kHz übertragen können, sollte darauf geachtet werden, dass auch für jeden der Kanäle die gleiche Leistung zur Verfügung gestellt wird (Equal Power-Prinzip). Mittlerweile haben aber eigentlich alle auf dem Markt befindlichen Geräte 5 identisch starke Endstufen. Wichtig: Wie groß soll der zu beschallende Raum sein? Sollen Filme in richtiger Kinolautstärke genossen werden? Handelt es sich bei dem Raum um ein Zimmer, das größer als 25 Quadratmeter ist und wird Wert gelegt auf ein kräftiges Klangbild, so sollte ein Verstärker oder Receiver mit mindestens 100 Watt pro Kanal Verwendung finden. Wichtig: Da fast jeder Hersteller anders misst, sollte man den Werks-Leistungsangaben zwar schon Bedeutung schenken, bevor ich mich aber für ein Gerät entscheide, sollte ich auf jeden Fall einen Belastungs-Test durchführen, ob der AV-Verstärker oder -Receiver meinen Anforderungen gewachsen ist. Wer die Möglichkeit hat: Ab in den Hörraum beim Händler und das ins Auge gefasste Gerät einmal richtig fordern. 80 % Maximalpegel sollten es schon sein, und dann am besten mehrere krachende Actionsequenzen aus Blockbustern mit guter Abmischung in Folge. Noch besser ist  - wenn möglich - ein Test-Lauf bei Ihnen zu Hause. Kleine Tipps für die richtige Szene: Angriff auf Pearl Harbor auf der gleichnamigen DVD, Anfangsszene "ID4" (Alien-Raumschiff fliegt am Mond vorbei),  Kampfszenen aus "Operation Broken Arrow", Kampfszenen zu Beginn von "Gladiator", Wirbelstürme gegen Ende bei "Mission To Mars", Brennende Mühle in "Sleepy Hollow", Meterhohe Wellen und Orkane in "Der Sturm", Dino-Auftritte (T-Rex) in den Jurassic Park-Teilen I, II und III, Kampfsequenzen in "Star Wars Episode 2" sowie in den Teilen 1 und 2 von der "Mumie". Wer im Besitz einer DTS- oder THX Demo-DVD ist, kann sich folgende Sequenzen anhören: THX Ultimate Demo DVD/THX Surround EX Demo DVD: "Jingle Sounds" (reiner Audiotrack mit akustischer Top-Performance), THX Ultimate Demo DVD: Pod Race-Sequenz aus "Star Wars Episode 1", DTS Demo DVD Nr. 5, Sequenzen aus "Titan A.E.", "U-571", "Gladiator", DTS Demo DVD Nr. 7, Sequenzen aus "The Fast and the Furious"  und aus "Behind Enemy Lines" sowie der "Chronos"-Trailer. Wichtig auch: Nur mal 30 Sekunden hohe Pegel anzuhören, sagt wenig über die Belastbarkeit des AV-Receivers/-Verstärkers aus. Hier sollte man schon über einen längeren Zeitraum leistungsintensive Action-Filmsequenzen mit hohen Lautstärken hören. Erst dann z.B. kann ich heraushören, ob die AV-Komponente leistungsmäßig nicht einbricht und der Dynamikumfang der Darbietung im vollen Umfang erhalten bleibt. Um eine effektive Messung der Leistungsfähigkeit gerade bei teureren AV-Receivern/-Verstärkern zu erhalten, sollte man das Gerät an entsprechend dimensionierten Standlautsprechern ohne aktiven Subwoofer anhören. Achten Sie bei den Testreihen auch auf die Erhitzung des Geräts und auf die unter Umständen störenden Geräusche, die durch eine aktive Kühlung (Ventilatoren!) entstehen! Dazu eine leise Film- oder Musiksequenz anhören und sich in die Nähe des AV-Receivers-/Verstärkers stellen.
  • Extrem leistungsfähige Geräte sind z.B. der Marantz SR-9300, der Harman-Kardon AVR-8500. Auch über viel Kraft verfügen der Yamaha DSP-AZ1, der Denon AVC-A1SR und der Pioneer VSA-AX10 (inzwischen Pioneer VSA-AX10i-S mit i.link). Sehr leistungsstark und trotzdem finanzierbar sind z.B. der Harman-Kardon AVR-5550 und der Pioneer VSX-AX3.  
  • Gerade die meisten günstigeren AV-Verstärker und -Receiver bis 1.000,00 EUR (UVP) sind auf den Betrieb mit einem aktiven Subwoofer hin optimiert. Auch wenn sich die Leistungsangaben so lesen, dass es auch problemlos möglich ist, mit voluminösen Standlautsprechern (was für eine Übergangszeit auch ohne größere Schwierigkeiten möglich ist) zu operieren: In der Praxis empfiehlt es sich, gerade bei größeren Pegeln oder längerer Einsatzdauer einen entsprechend potenten aktiven Subwoofer über den dafür vorgesehenen Pre-Out anzuschließen. Der Bassbereich braucht am meisten Leistung und stellt daher die höchsten Anforderungen an die Endstufen. Ein aktiver Subwoofer mit hochwertiger eingebauter Endstufe nimmt dem AV-Verstärker oder -Receiver somit Arbeit im leistungsintensiven Tiefbassbereich ab.  Übrigens: Bei gleichzeitiger voller Aussteuerung aller Kanäle wird kaum ein Gerät die volle Leistung auf jedem Kanal erbringen. Beispiel: Ist ein Receiver mit 5 x 100 W angegeben, so erreicht jeder Kanal für sich natürlich die 100 W, alle Kanäle voll ausgesteuert gleichzeitig jedoch nicht. Für die Praxis jedoch nicht von allzu großem Belang: Praktisch nie werden alle Kanäle gleichzeitig voll ausgesteuert (außer vielleicht im Mehrkanal-Stereobetrieb).
  • Wer zunächst nicht oder überhaupt nicht plant, einen aktiven Subwoofer zu verwenden, sollte auf jeden Fall die Qualität des geräteinternen Bassmanagements überprüfen: Will heißen: Funktioniert die Bassumleitung auf die Frontlautsprecher (die dann im internen Setup auf "large" stehen) tadellos? Kommen genug Bassinformationen an, so dass die großvolumigen Frontboxen ihre Qualitäten voll entfalten können?
  • Für eine optimale Anpassung des aktiven Subwoofers ist eine im Setup des AV-Receivers einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenz von Vorteil. Der eingestellte Wert (z.B. 80 Hz) gibt dann an, ab welcher Frequenz der aktive Subwoofer die Tieftonwiedergabe übernimmt. Wer hochwertige Lautsprecher mit guter Basswiedergabe in Verbindung mit einem aktiven Subwoofer einsetzt, sollte beim Kauf des AV-Receivers/-Verstärkers darauf achten, dass die justierbaren Übernahmefrequenzen richtig gestaffelt sind (z.B. 40/60/80 Hz-Einstellmöglichkeit vorhanden). Nur grobe Justageschritte (z.B. 100/150/200 Hz) sind für hochwertige Standlautsprecher in Verbindung mit einem aktiven Subwoofer nicht perfekt. Selbst bei vielen hochwertigen Subwoofer-/Satellitensystemen ist übrigens 100 Hz eine gute Trennfrequenz. Nur, wer weniger hochwertige Satelliten einsetzt, kann z.B. 150 Hz eingeben, muss sich dann aber mit der klaren Ortbarkeit des aktiven Subwoofers abfinden.
  • Wer einen AV-Verstärker oder -Receiver erstehen möchte, der sowohl im Musikbetrieb als auch im Filmeinsatz in allen Disziplinen überzeugt (sehr kraftvoller Antritt, sehr homogene, stimmige Gesamtwiedergabe, höchste Pegelfestigkeit, brillanter, klarer Hochtonbereich, runder, solider, aber nie überbetonter Bassbereich und eine exzellente Detaileinarbeitung), sollte sich mit dem Gedanken anfreunden, eine höhere Investition tätigen zu müssen. Ab knapp über 1.000,00 EUR (UVP) kann man Geräte erwerben, die all dies schon sehr gut können. 
  • Wer Heimkino- und Mehrkanal-Musikspass gerade im großen Hörraum auf höchstem Niveau erleben möchte, sollte mindestens 2.000,00 bis 2.500,00 EUR (UVP) für sein neues Gerät einkalkulieren. Nicht, dass insgesamt auch schon Geräte der 450,00  bis 500,00 EUR-Klasse ein sehr ansprechendes Leistungsprofil bieten, aber Ausgewogenheit auf sehr hohem Level kostet noch immer verständlicherweise Geld, weil diese AV-Komponenten auch mit sehr viel Liebe zum Detail und mit überdurchschnittlicher Sorgfalt vom Hersteller abgestimmt werden. Auch die zum Einsatz kommenden Baugruppen sind bei diesen teuren AV-Receivern und -Verstärkern von besonders guter Qualität. Dies prädestiniert solche AV-Boliden auch für die DVD Audio- und SACD-Wiedergabe.
  • Ein DTS 96/24-Decoder, bei Geräten der oberen Mittelklasse immer häufiger zu finden, decodiert DTS 96/24-Software - das Software-Angebot wächst, ist aber noch nicht allzu groß. Ein günstiger AV-Receiver mit DTS 96/24-Decoding ist z.B. der Denon AVR-2803.
  • Ein HDCD (High Definition CD)-Decoder ist für die Wiedergabe besonders hochwertig aufgenommener HDCD-Software gedacht.
  • Genügend Ein- und Ausgänge sollten vorhanden sein. Wichtig: Vorab prüfen, welche Geräte sich in der Kollektion befinden und angeschlossen werden müssen, analog wie auch digital. Bei digitalen Zuspielern Anschlussart (koaxial oder analog) mit bedenken. Nicht selten gibt es ein Ungleichverhältnis an Anschlüssen, gern z.B. mehr optische als koaxiale Digitaleingänge an AV-Receivern. Daher vor dem Kauf genau festlegen, was an die Schaltzentrale angeschlossen werden muss. Dabei sollte man aber immer an die Zukunft denken: Wer weiß schon, was man sich im nächsten Jahr dazu kauft? Daher immer lieber ein Gerät mit mehr Anschlüssen (vor allem digitalen Anschlüssen) kaufen als momentan nötig. Für diejenigen, die den AV-Verstärker auch als Video-Schaltzentrale nutzen möchten, sollte das Gerät mindestens S-Video-beschaltet sein. Noch besser natürlich sind YUV-Anschlüsse. Einige AV-Verstärker sind zudem mit internen Videowandlern ausgestattet, die z.B. FBAS-Signale auf S-Video oder YUV wandeln. Wichtig: Vor dem Kauf prüfen, ob die Video-Anschlusseinheit gut abgeschirmt ist gegen Audio-Einflüsse und umgekehrt. Ebenfalls sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein Durchschleifen analoger Bildsignale selbst durch einen sehr hochwertigen AV-Verstärker immer mit einer, wenn auch in einigen Fällen tolerabler, Bildverschlechterung einher geht. Ebenfalls interessant für diejenigen Käufer, die den AV-Receiver-/Verstärker auch als Video-Schaltzentrale nutzen möchten. Verschiedene AV-Receiver sind inzwischen auch mit Video-Normwandlern ausgestattet, je nach der Preisklasse des Geräts fallen diese Konverter unterschiedlich aufwändig aus und wandeln entweder S-Video- und FBAS-Signale oder sogar FBAS-, S-Video- und YUV-Signale. Einen solchen Wandler, besonders hochwertig ausgeführt und sogar inklusive Scaler für die Videoformat-Anpassung, bietet z.B. der neue Highend-Verstärker Yamaha DSP-Z9.
  • Weitere Anschluss-Features, die für viele Anwender wichtig sind: Ein Sechs- oder Achtkanaleingang. Im Zeitalter von SACD-Multichannel macht ein solcher Eingang noch viel mehr Sinn als zu früheren Zeiten: Denn da via "normalem" Digitalausgang/Digitaleingang (optisch/koaxial) kann man nur maximal Tonformate bis 24-Bit/96 kHz-2-Kanal transportieren. Wer also über seinem AV-Receiver/-Verstärker auch DVD Audio- und SACD-Software anhören möchte, sollte auf einen 100 kHz-tauglichen 6- oder 8-Kanal-Eingang schauen. Zu 100 kHz-Tauglichkeit: DVD-Audio-Aufnahmen sind im Optimalfall mit einer Abtastfrequenz von 192 kHz und einer Wortlänge von 24-Bit versehen. Wie sind die 100 kHz-Tauglichkeit und die 192 kHz Abtastfrequenz in Einklang zu bringen? Des Rätsels Lösung liegt im Zusammenhang zwischen Abtast- und Nutzsignal: Nach dem Abtasttheorem des Mathematikers Shannon kann man mit einer bestimmten Abtastfrequenz höchstens ein Nutzsignal codieren, das keine höheren Anteile als die Hälfte der Abtastfrequenz in sich trägt - sonst treten schwerwiegende Fehler auf: Im Falle einer 192kHz-Aufzeichnung heißt das, dass fehlerlos Tonfrequenzen mit maximal 192:2, also mit 96 kHz, wiedergegeben werden können, die dann via Cinch in den Analogeingang des Receivers hineinströmen. Somit ist ein 100 kHz-tauglicher Eingang auch problemlos für 192 kHz/24-Bit-Aufnahmen geeignet.
  • Wer ganz "State Of The Art" sein möchte, kann sich einen AV-Verstärker oder -Receiver anschaffen, der mittels (entsprechend kopierschutzgerechter) digitaler Hochgeschwindigkeitsschnittstelle auch SACD- und DVD Audio-Signale in allen Formaten entgegen nehmen kann. Gebräuchliche Schnittstellen sind i.link (für DVD Audio und SACD freigegeben, wird z.B. in Pioneer-Receivern/Verstärkern, Sony- sowie Yamaha-Verstärkern eingesetzt) und DenonLink (momentan für DVD Audio-Signale freigegeben, SACD-Freigabe in Vorbereitung. Kommt in verschiedenen Denon-Geräten zum Einsatz). Zukünftig wird auch die HDMI-Schnittstelle immer interessanter, die Audio- und Videodaten in größtmöglicher Qualität mit nur einem Kabel transportiert. Wer einen AV-Verstärker oder -Receiver mit digitalem Highspeed-Interface erwirbt, sollte darauf achten, einen passenden und 100 % kompatiblen Zuspieler plus die richtige Verkabelung einzusetzen - damit alles in der Praxis perfekt funktioniert. Mehr darüber finden Sie in unserer großen DVD-Player-Kaufberatung
  • Wer den Verstärker oder Receiver in absehbarer Zeit nur noch als Decoder und Vorverstärker nutzen und für die kraftvolle Beschallung auf Endstufen zurückgreifen möchte, sollte darauf achten, dass der Verstärker oder Receiver einen Sechs- oder Achtkanal-Pre-Out hat, um entsprechend leistungsstarke externe Endstufen anschließen zu können. Wer ein solches Projekt plant, sollte sich aber vergewissern, ob auch die Vorverstärkereinheit des ins Auge gefassten Modells gehobenen Ansprüchen genügt. Gerade bei preislich günstigeren Modellen wird dies nicht unbedingt der Fall sein.
  • Wer noch NTSC-Laserdiscs besitzt, die Dolby Digital 5.1-Ton haben, sollte unbedingt auf einen analogen Dolby Digital-RF-Eingang achten: Denn aus dem optischen Digitalausgang des Laser Disc-Spielers kommt nur PCM-Stereo, also ist 5.1-Ton nur via RF möglich. Hat das Wunschgerät keinen RF-Eingang, so sollte man trotzdem die Hoffnung nicht aufgeben und sich auf die Suche nach einem passenden Adapter machen, der von Kenwood vor einiger Zeit einmal angeboten wurde.
  • Plattenfreunde sollten auf das Vorhandensein eines Phono-Eingangs achten. Ansonsten muss zusätzlich ein Phono-Vorverstärker angeschafft werden.
  • Wer Boxenkabel mit großem Querschnitt verwendet, sollte beim Verstärker- oder Receiverkauf darauf achten, dass für alle Lautsprecher am Anschlussterminal solide Schraubverschlüsse angebracht sind. Die windigen Klemmverschlüsse eigenen sich nur zur Aufnahme geringer und damit klanglich weniger guter Kabelquerschnitte. Am besten vor Ort mit einem Kabel entsprechenden Querschnitts testen, denn auch bei den Schraubverschlüssen gibt es Unterschiede im Handling und in der Qualität der Ausführung. 
  • Ein stimmiges Bedienkonzept ist sehr wichtig. Liegt die Fernbedienung gut in der Hand? Sind die Tasten für die einzelnen Funktionsgruppen gut voneinander abgegrenzt? Haben die Tasten einen klar definierten Druckpunkt? Eine beleuchtete Fernbedienung ist für den Einsatz im abgedunkelten Raum von Vorteil. Teurere Geräte sollten eine programmierbare Fernbedienung mitbringen - so kann mit einer einzigen Fernbedienung die ganze Heimkino-Anlage verwaltet werden. Sehr praktisch sind sogenannte "bidirektionale" Fernbedienungen: So kann der Benutzer richtig mit seinem Verstärker/Receiver "kommunizieren".
  • Zeigt das Display des Geräts alle wesentlichen Informationen zum gerade aktivierten Betriebszustand an? Ist es groß genug?
    Ist der Lautstärkeregler präzise zu justieren und gut geführt? Bei vielen teureren Geräten üblich: Das Set-Up wird nicht via Display des Verstärkers oder Receivers vorgenommen, sondern via On Screen Display. Dazu wird das Gerät über den Monitor-Out via S-Video oder FBAS mit dem Bildausgabegerät verbunden, auf dem Bildausgabegerät finden sich in einem Menü dann die einzustellenden Parameter (wie zum Beispiel die Lautsprecher-Konfiguration, das Bass- und Höhenmanagement). Gerade bei Geräten mit hohem Funktionsumfang stellt ein On Screen-Menü ein hilfreiches Werkzeug dar. Kleiner Tipp: Wer seinen DVD-Player im Zusammenspiel mit einem Projektor betreibt, kann die OSD-Statuseinblendungen oder -Einstellungen des AV-Verstärkers oder -Receivers auf einem separaten kleinen "Kontrollmonitor" in Form eines kleinen TVs abrufen. 
  • Besonders wichtig bei verschiedenen Abständen der einzelnen Lautsprecher zum Hörplatz: Sind die Abstände zu den Boxen einzeln und bequem in Metern einstellbar? Gerade bei günstigen, teilweise sogar bei teureren AV-Receivern ist dies oft nicht der Fall, d.h., die Lautsprecher lassen sich nur als Lautsprechergruppen komplett einstellen: Front L/R nur zusammen, Surround L/R nur zusammen. Nachteil: Ist z.B. der linke Frontlautsprecher deutlich näher an Ihrem Hörplatz als der rechte, dann kommt das Tonsignal für Ihr Gehör nicht auf beiden Frontboxen gleichzeitig an. Daher das Setup des für Sie interessanten Geräts genau untersuchen. Selbstverständlich ist alles auch eine Frage der Prioritätensetzung, der Gelegenheits-Filmschauer wird hier weniger hohe Ansprüche stellen als der erfahrene Heimkino-Profi.
  • Nicht generell kaufentscheidend sollte sein, ob das Gerät über viele DSP-Programme verfügt, wenngleich es Ausnahmen von dieser Regel gibt wie beispielsweise die AV-Verstärker und -Receiver von Yamaha - deren aufwändig programmierte DSP-Programme wirken sich, gerade wenn es sich um verschiedene Cinema DSP-Programme handelt, positiv auf Homogenität, Dichte und Effektwiedergabe aus. Zusätzlich bieten die teureren Yamaha-Modelle auch noch vielerlei Anpassungsmöglichkeiten für die DSP-Modi. Bei vielen AV-Receivern gilt aber: Gerade bei günstigeren Geräten bewirken die Programme, die auf so schöne Namen wie "Movie Theater", "Hall", "Jazzclub" oder "Church" hören, keinesfalls einen realistischeren Klang. Vielmehr zeichnen sich die DSP-Programme meist durch ein dumpfes, mittenbetontes Klangbild mit zu viel Hall aus. Gleichzeitig sind die Geräte nicht mehr in der Lage, einen satten Bass zu erzeugen. 


Was ist wirklich wichtig?

Genug Anschlüsse sollten vorhanden sein, und im Verhältnis zu Ihren Ansprüchen und der Hörraumgröße ist es sehr wichtig, dass der AV-Verstärker oder -Receiver über entsprechend leistungsstarke Endstufen verfügt - lieber an der Ausstattung mit elektronischen Zusatzfeatures sparen (die zwar sicherlich nette Spielereien darstellen, oft aber kaum echten Nutzwert bieten) und ein Gerät mit solider technischer Basis kaufen. Selbst in der Preisklasse zwischen 500,00 und 800,00 EUR (UVP) haben sich viele Hersteller dazu entschlossen, elementar wichtigen Bauteilen (z.B. Kondensatoren, Trafos, Endstufen) und einem sorgfältigen Platinenlayout viel Aufmerksamkeit zu widmen. Denn auch 500,00 oder 750,00 EUR sind viel Geld, für das der Kunde auch in den Grunddisziplinen ein ansprechendes Leistungsprofil erwarten kann - und inzwischen, z.B. von Firmen wie DenonOnkyo, Marantz, Pioneer oder Yamaha auch geliefert bekommt. Wer übrigens - was mehr potentielle Käufer tun, als man denkt - nur auf das Design achtet und auf die optische Stimmigkeit der gesamten Anlage (z.B. der DVD-Player ist von der Marke XY, also MUSS auch der AV-Receiver von der Marke XY sein), darf sich später nicht beklagen, wenn das akustische Resultat nicht so gut ist, wie es sein könnte.

Exkurs: THX

Für viele Filmfans, die gerne auch eine größere Summe in einen Heimkinoverstärker oder -Receiver investieren wollen, stellt sich die Frage: Soll ich mir ein THX-Gerät zulegen oder nicht? Bevor man sich einen THX-zertifizierten Verstärker oder Receiver kauft, muss man sich über einiges im klaren sein: Um ein THX-Zertifikat zu erlangen, muss das Gerät verschiedene Anforderungen in punkto Leistung und Präzision erfüllen. Im Gerät findet eine umfangreiche THX-Nachbearbeitung statt, die eine optimale Anpassung des Tons an den ursprünglichen Kinoton sicherstellen soll. Daher ist es  - laut THX - mit der Anschaffung nur eines THX-Verstärkers oder Receivers nicht getan: Eine optimale tonale Performance soll nur im Zusammenspiel mit THX-zertifizierten Lautsprechern erreicht werden, die zum Bespiel bezüglich ihres Abstrahlverhaltens speziellen Anforderungen genügen müssen. Aus diesem Grunde sind THX-Lautsprecher auch deutlich teurer als nicht zertifizierte Boxen (wobei man natürlich nicht außer Acht lassen darf, dass sich auch die Entrichtung der entsprechende Lizenzgebühren auf den Lautsprecherpreis auswirkt - bei manchen Firmen allerdings ist zu beobachten, dass ausgezeichnete THX-Lautsprecher inzwischen zu sehr humanen Preisen offeriert werden). Des weiteren: THX-Ultra-Lautsprecher sind zwar für die exakte Reproduktion von Kinoklang bestens geeignet, den Anforderungen highfideler Musikliebhaber aber werden sie aufgrund ihres technischen Aufbaus  und den Ansprüchen der THX-Norm nicht unbedingt gerecht. Die THX-Lautsprechersysteme, die aber bereits die neue THX Ultra-Norm erfüllen (wie z.B. das Teufel Theater 8 oder das Jamo D 7) sind, aufgrund der anderen Auslegung der THX Ultra 2-Norm, deutlich "musikalischer". Natürlich gibt es auch nicht THX-zertifizierte Lautsprechersets, die sehr gut zusammen mit THX-lizensierten Geräten klingen - doch dass THX-Lautsprecher soviel teurer sind als entsprechend hochwertige, nicht-THX-zertifizierte Lautsprecher, kann man inzwischen nicht mehr sagen. Daher sollte die Wahl des geeigneten Lautsprechersystems ganz besonders vom eigenen Geschmack und den räumlichen Bedingungen im heimischen Hörraum abhängen.

Es gibt verschiedene Home THX-Normen: Preisgünstigere Geräte tragen das THX Select-Zertifikat, die THX-Spitzenmodelle sind THX Ultra-zertifiziert. Extended Surround-Variante aus dem Hause THX: THX Surround EX mit zwei Lautsprechern für den Back Surround-Kanal. Neu ist THX Ultra II, die Eigenschaften werden unter b) erklärt.

a) Unterschiede THX Select/THX Ultra

THX Select
Dipole für Surroundbetrieb empfohlen
Frontlautsprecher mit großzügigerem Abstrahl- und Frequenzverhalten
Flexiblerer und einfacherer Aufbau für gutes Klangbild
Leistung des Verstärkers oder Receivers reicht für kleine bis mittelgroße Hörräume

THX Ultra
Dipole für Surroundbetrieb Pflicht
Frontlautsprecher mit streng limitiertem Abstrahlwinkel und Frequenzgang
Schwierigerer, penibler Aufbau für perfektes Klangbild
Leistung des Verstärkers oder Receivers genügt den Anforderungen eines großen Hörraums

 

b) über THX Ultra 2

  • thxulta2logo.jpgTHX Ultra 2 (Logo siehe links) ist die erste THX-Variante, die vollständig für digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Auch die Extended Surround-Tonnormen von Dolby und von DTS wurden bei der Entwicklung berücksichtigt. So bietet THX Ultra II auch ein weiter gehendes Post Processing, DTS ES Discrete 6.1 ist ebenfalls voll integriert: Der zusätzliche diskrete Kanal auch als ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing versehen.
  • Neu bei Ultra 2: Die Aufteilung in Cinema- und Music Mode. Der Cinema Mode ist optimiert für Wiedergabe von 5.1-Material über ein 7.1-Lautsprechersystem und soll die Vorteile von Extended Surround auch bei eigentlich in 5.1 vorliegendem Material akustisch optimal ausnutzen. Alle 8 an einem EX-System beteiligten Lautsprecher werden optimal aufeinander abgestimmt. Um dies für den Back Surround-Bereich zu ermöglichen, stellt der Heimcineast die Entfernung zwischen den beiden Back Surround Lautsprecher ein. Diese Einstellung benötigt THX Ultra 2, damit ASA (Advanced Speaker Array) richtig arbeiten kann und die Surround- und Back Surround-Klangkulisse als homogenes Ganzes erscheint. Wer Material hat, welches in Dolby Digital 5.1 EX vorliegt, verwendet nach wie vor THX Surround EX und nicht THX Ultra 2 Cinema. 

  • Erstmalig bei THX gibt es auch einen Music Mode, der besonders für DTS 96/24 und  Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert ist. Der Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems mit zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden jedoch anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So wird die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet, die rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box. Sinn dieses Unterfangens ist es, räumlich gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen, deren Klangeindruck aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens dem Klangbild eines normalen Direktstrahlers (also der Lautsprecherart, die für die akkurate Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll. THX will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe Lautsprechersystem sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend vonstatten gehen soll. In der Praxis entpuppt sich THX Ultra II Music nicht als "fauler Kompromiss", sondern als brauchbares Feature: So wird eine raumfüllende, aber trotzdem präzise Musikwiedergabe von guter Dynamik erreicht. Auch wenn nicht das Niveau physisch vorhandener Direktstrahler erreicht wird: Im Rahmen der Möglichkeiten einer virtuellen Erzeugung ist das Ergebnis beachtlich gut. 

  • Neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für die Verwendung des Verstärkers mit einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer bestimmt und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen des Hörraums (Struktur der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes und des Subwoofers sorgen in verschiedenen Fällen für eine störende Überbetonung der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer als zu dominant erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension ein und gleicht übermäßig starke Basstöne, die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.

  • Um alle THX Ultra 2 Features nutzen zu können, ist ein komplettes 7.1 Lautsprechersystem erforderlich.

  • Ein hochwertiger THX Ultra 2-AV-Receiver ist beispielsweise der Onkyo TX-DS989 Upgrade 2, unten im Bild zu sehen.

onkyotxds989upg2fron.jpg

c) THX-Nachbearbeitung

Im AV-Verstärker oder -Receiver findet eine umfangreiche Nachbearbeitung - zusätzlich zur normalen Decodierung des Dolby Digital- bzw. DTS-Signals - die für eine klangliche Optimierung sorgt. Für die THX-Nachbearbeitung, das "Post Processing", besitzen die AV-Verstärker/-Receiver noch einen zweiten DSP-Chip, der sich ausschließlich um die THX-Parameter kümmert. 

  • Re-Equalization: Wird ein Filmsoundtrack auf der Heimkinoanlage wiedergegeben, kann der Gesamteindruck von einem zu grellen, unnatürlichen Klangbild negativ beeinflusst werden, da die Soundtracks für die Wiedergabe in großen Kinosälen mit ganz anderen Klangvoraussetzungen konzipiert sind. Das THX Re-Equalizing soll von daher die Adaption vom großen Kinosaal ins kleinere Heimkino vornehmen, damit der Klang auch dort mit einer natürlichen Kulisse aufwarten kann.

  • Timbre Matching: Je nachdem, aus welcher Richtung das menschliche Ohr Klänge wahrnimmt, ändert es seine Klangwahrnehmung. Im Kino sind von daher viele Lautsprecher um die Zuschauer herum montiert, um ein möglichst reales Klangbild ohne Klanglöcher zu realisieren. Im Heimkino finden nur zwei Surroundlautsprecher bei herkömmlichen DD- oder DTS-5.1 beziehungsweise 4 Surroundlautsprecher bei THX EX Verwendung. Timbr