Fernseher - Kaufkriterien, Kaufcheckliste

  update: 18.10.2004

Sie wollen sich einen neuen Fernseher kaufen und brauchen Informationen? Vom Dschungel unterschiedlichster Werbeaussagen verwirrt suchen Sie einen "roten Faden", um ohne allzuviel technische Detailarbeit die richtige Kaufentscheidung zu treffen? Gut, dann sind Sie hier richtig.

Wirklich günstige Fernseher gibt es nicht für wenig Geld: Je nach Modell geht es bei einem hochwertigen Breitbild-Fernseher schnell um Kaufpreise von 1.000 bis 2.000 Euro oder gar mehr. Und statistisch gesehen kommt es in Sachen Fernseher im deutschen Durchschnittshaushalt nur etwa alle 10,3 Jahre zu einer neuen Kaufentscheidung. So will gut überlegt sein, was man kauft. Wir wollen Ihnen hier ein paar Tipps geben - ohne dabei zu tief in die Technik zu gehen.

Nach unserer Erfahrung geht es bei einer Kaufentscheidung meist um eines oder mehrere der folgenden 7 Kriterien - ohne Sortierung nach Wichtigkeit:

  • Design: Wie sieht der Fernseher aus? Harmoniert das TV-Gerät mit der Wohnzimmereinrichtung?
  • Wie sind die Gehäuse-Abmessungen? Paßt der Fernseher in die Schrankwand?
  • Wie groß soll das Bild sein - bei gegebenem Betrachtungsabstand?
  • Welche über das reine Empfangen von Fernsehsendungen hinausgehenden Leistungsmerkmale sollen genutzt werden - z.B. VGA-Anschluss und Verwendung als Computer-Monitor?
  • Bietet der Fernseher eine optimale Bildqualität nach neuester technischer Entwicklung
  • Gibt es zu dem Fernseher Test-Berichte von Fachzeitschriften?
  • Wie teuer darf der Fernseher sein?

Wenn Sie Sie sich zu den o.g. Punkten eine Checkliste zusammenstellen und alle Punkte möglichst objektiv bewerten, können Sie recht sicher sein, sich zumindest nicht total zu verkaufen, d.h. auf gutem Fundament eine Kaufentscheidung für Ihren neuen Fernseher zu fällen.

Fernseher im Test

Test-Berichte - sonst bei Produkten der Unterhaltungselektronik eine verlässliche und üppig verfügbare Informationsquelle - sind zum Thema Fernseher eher dünn gesäht. Leider gibt es nur wenige Fachredakteure, die sich mit Liebe zum Produkt in den Markt der Fernseher eingearbeitet haben. Und selbst diesen fehlt dann oft das tiefere technische Verständnis oder die notwendige Erfahrung für einen objektiven Test. Ein gesundes Maß an Skepsis ist zum Beispiel angebracht, wenn Sie bei einem Test-Bericht in dem drei Fernseher miteinander verglichen werden, Bewertungen lesen wie "... zeichnet die schärfsten Bilder aller Zeiten ..." (VIDEO 09/2002 zum 36-Zoll-Fernseher Philips 36 PW 9767). Nachdenklich muss auch stimmen, wenn ein Testmagazin in einem 36-Zoll-Fernseher-Test ein Modell zum Test-Sieger kürt, bei dem Geometriefehler festgestellt wurden und gleichzeitig einen anderen, im Testfeld ansonsten vergleichbar bewerteten Fernseher mit Punktabzügen herabstuft weil der Ton nur als "befriedigend" befunden wurde. (Vergleiche VIDEO 08/2003 beim Test des Philips 32 PW 9767 (Auslaufmodell) versus Panasonic TX-36PD30D). Bei einem 36-Zoll-Fernseher wird sogut wie immer eine AV-Anlage mit Lautsprechersystem inklusive Subwoofer angeschlossen. Da sollte die Bewertung des Tons eine absolut untergeordnete Rolle spielen, wenn man es auf der anderen Seite mit Geometriefehlern (!) zu tun hat. Zumal Fernseher bauartbedingt ohnehin keinen wirklich guten Sound von sich geben können (siehe unten Fernseher und Ton). Es empfiehlt sich also grundsätzlich, einen Test genau zu lesen und sich nicht von einem Testsieger-Prädikat in die Irre leiten zu lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass die seltenen Test-Berichte wahrscheinlich gerade dann nicht verfügbar sind, wenn Sie vielleicht dringend einen neuen Fernseher brauchen. Oft sind auch für die neuesten Fernseher-Modelle mit tendenziell bestem Preis-/Leistungsverhältnis noch gar keine Test-Berichte veröffentlicht. Wenn Sie nicht das Glück haben, im Einzelhandel auf einen qualifizierten Fachverkäufer zu stoßen, müssen Sie sich also selbst helfen. Diese Seite soll Sie dabei unterstützen ...

Röhre - Rückprojektion - Plasma

Wenn wir in diesem HIFI-REGLER-Special den Begriff Fernseher verwenden, meinen wir den "klassischen" Röhren-Fernsehrer (Röhre deshalb, weil das Bild durch das Leuchten der Plasmazellen in einer Kathodenstrahlröhre erzeugt wird). Das ist die bewährte und allgemein bekannte Fernseher-Technik. Das Hauptmerkmal dieser Fernseher-Generation ist die Gehäusetiefe von ca. 60 cm bei einem 36"-Fernseher. Alternativ dazu gibt es die Technik der Rückprojektion mit der sich ein größeres Bild darstellen läßt, bei im Verhältnis zur Bildgröße schon etwas geringerer Gehäusetiefe (im Durchschnitt 40 bis 50 cm). Relativ neu sind die LCD- und die Plasma-Technik. Bei einem Plasma-Fernseher oder LCD-Fernseher ist die gesamte Bautiefe erheblich flacher (ca. 8 bis 9 cm). Sie lassen sich so z.B. wie ein Bild an die Wand hängen. Das nach unserer subjektiven Einschätzung beste Bild liefert nach wie vor ein guter Breitbild-Röhren-Fernseher. Die drei Alternativ-Techniken Rückprojektions-Fernseher und Plasma-TV bzw. LCD-Fernseher wollen wir an dieser Stelle nicht weiter bewerten, sondern auf eigene HIFI-REGLER-Specials zum diesen Themen hinweisen: Kaufkriterien Plasma-TV und Kaufkriterien Rückprojektions-Fernseher. (letzteres derzeit noch in Arbeit)

Design und Technik

Wenn Design für Sie das ausschlaggebende Kaufargument ist, dann wird Ihre Entscheidung einfach. Loewe oder B&O bieten z.B. sehr schöne Modelle an. Sie sollten allerdings von einem design-orientierten Fernseher nicht auch die beste Technik (Bildröhre und Bildprozessor) erwarten. Europäische Hersteller und auch kleinere asiatische Hersteller beziehen in hohem Maße Komponenten und vormontierte Baugruppen (sogenannte OEM-Teile) von den großen fernöstlichen Herstellern. Diese treten allerdings auch mit ihren eigenen Marken in den gleichen europäischen Märkten auf. Da liegt es auf der Hand, dass die Großen, Sony, Panasonic (JVC) und Philips ihre neueste, mit viel Forschungsaufwand entwickelte Technologie (Bildröhre und Bildverbesserungselektronik) erst einmal für die Fernseher der eigenen Marken zurückhalten. Mitunter erst mit 1-2 Jahren Verspätung erhalten dann die sog. OEM-Kunden diese Technik. Hinzu kommt, dass design-orientierte Marken häufig nicht das beste Preis-Leistungsverhältnis bieten. Design spricht Emotion an - und ist die einmal geweckt, ist der Verbraucher bereit, mehr Geld auszugeben, als er dies nach rein sachlichen Erwägungen tun würde. Das wissen natürlich die Hersteller und versehen besonders schöne (oder vermeintlich schöne) Fernseher mit einem gehörigen Preisaufschlag. Unser Tipp: Wer Design kaufen will, sollte dies tun und konsequent nach dem Auge entscheiden. Wer jedoch High-Tech in Sachen Fernseher (Bildröhre, Bildprozessoren) erwerben will und besonders auf ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis Wert legt, der sollte die Fernseher der Welt-Technologie-Führer Sony, Panasonic und Philips in die engere Auswahl ziehen. Übrigens: Auch von diesen Marken gibt es mittlerweile sehr schöne Design-Fernseher. Umgekehrt mag es auch einmal einen Fernseher einer "Design-Marke" geben, der eine ganz passable Bildröhre hat.

Bildgröße

Die Bildgröße wird bei einem Fernseher traditionell in der Länge der Bild-Diagonale, gemessen in Zoll angeben. Ein Zoll hat 2,54 cm. Für 16:9-Breitbild-Fernseher (zum Format siehe nächstes Kapitel) gibt nur zwei sinnvolle Bildgrößen: 32 Zoll (gerundet 82 cm) oder 36 Zoll (gerundet 92 cm). Wenn von der "sichtbaren" Bildgröße gesprochen wird, so ist damit der Teil der Bildröhre gemeint, in dem sich beleuchtete Bildpunkte befinden, d.h. der unbeleuchtete Rand ist bereits abgezogen. Die o.g. Maße sind Bruttomaße. Die größten derzeit (Stand Oktober 2004) gebauten Bildröhren messen 36 Zoll. Größere Röhren wären zwar technisch möglich, doch würde ein solcher Fernseher zu schwer und zu tief. Bildröhren mit 28 Zoll Diagonale sind nach unserer Erfahrung für einen 16:9-Fernseher zu klein. Betrachtungsabstände, die so kurz sind, dass sie diese Bildgröße rechtfertigen würden, kommen in normalen Wohnräumen nur sehr selten vor. Bedenken Sie nämlich, dass in einem 16:9-Fernseher ein 4:3-Bild im 16:9-Rahmen dargestellt wird, mit schwarzen Masken rechts und links. Es wird dann unverhältnismäßig klein, selbst wenn ein Breitbild noch eine passable Größe hat. Deshalb haben schon viele Kunden mit 28 Zoll Fernsehern ihre Entscheidung für diese Bildgröße später bereut. Das u.E. ideale Preis-/Leistungsverhältnis weisen 36 Zoll Fernseher auf. Doch "je größer desto besser" gilt nicht immer. Bedenken Sie, dass sich jedes gesendete oder von der DVD kommende Bild aus Bildpunkten zusammensetzt die beim TV-Bild aus Linien und Zeilen gebildet werden. Die Anzahl der Bildpunkte bleibt beim TV-Standard immer gleich, egal wie groß das Bild ist. Bei gleichem Abstand wirkt somit ein größeres Bild gröber gerastert und weniger scharf, als ein kleineres. Bei geringem Betrachtungsabstand kann es also durchaus sinnvoll sein, nicht das größte Bild zu wählen, sondern sich z.B. auf 32 Zoll zu beschränken. Die Amerikaner sind uns Europäern in diesem Punkt übrigens weit voraus. Dort hat sich nämlich schon längst der HDTV-Standard (HDTV = High Definition TV) mit erheblich höherer Auflösung etabliert, womit genau dieses Problem perfekt gelöst ist. Lesen Sie mehr zum Thema HDTV-Fernseher in unserem großen HDTV Special.

Welches Format? - "4:3" oder "16:9"?

Unser Thema sind hier hochwertige, für Heimkino-Anwendungen geeignete Fernseher. Das kommende Standard-Format ist "16:9", auch Breitbild-Format genannt. Spätestestens wenn auch Fußball in diesem Format ausgestrahlt wird - was mit jeder neuen Meisterschaft konkreter im Gespräch ist - spätestens dann wird sich "16:9" in Europa endgültig als Standard etabliert haben. Für den europäischen HDTV-Standard ist 16:9 bereits Pflicht und ausschließlich zulässiges Format. Bei der DVD ist das Breitbildformat (z.B.: 16:9, 1,85:1 oder 2,35:1) von Anfang an Standard gewesen. Also lautet unsere eindeutige Empfehlung: Entscheiden Sie sich für einen Fernseher im "16:9"-Format. Damit haben Sie auf jeden Fall die größere Zukunftssicherheit. Wenn Sie Probleme mit Ihrer Wohnzimmer-Schrankwand haben, weil vielleicht ein 16:9-Fernseher nicht hineinpaßt, empfehlen wir eher, den Schreiner mit einem Umbau zu beauftragen, als sich nur deshalb für einen 4:3-Fernseher zu entscheiden.

Neben vielen anderen, gibt es ein "hartes" technisches Argument für das "16:9"-Format. Schauen Sie sich dazu zunächst einmal folgendes Bild an:

Fernseher Bildformate im Vergleich

Ein TV-Bild hat nach PAL-Standard stets 576 Zeilen (d.h. Punkte in der Vertikalen). Sie sehen an der o.g. Abbildung, dass Ihnen für einen Breitbildfilm auf dem Fernseher mit "16:9"-Format die volle PAL-Zeilen-Auflösung von netto 576 Zeilen zur Verfügung steht, während bei "4:3" nur 576 Zeilen minus oberer und unterer schwarzer Rand zur Verfügung stehen. Selbst, wenn theoretisch die Größe des Breitbildfilmes im 4:3-Rahmen die gleiche wäre, wie die im 16:9-Rahmen, so gilt doch immer: Die Auflösung eines Breitbildfilmes auf einem "4:3"-Fernseher muss schlechter sein - im oben abgebildeten Beispiel 432 Zeilen. Hinzu kommt: Bei vergleichbaren Fernseher-Größen ist das Breitbild im 16:9-Fernseher absolut größer. Beim Abspielen einer DVD treffen diese Aussagen uneingeschränkt zu. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass die Auflösung eines über das Fernsehen gesendeten Breitbildfilmes auf einem "16:9"-Fernseher besser ist. Warum das so ist, erfahren Sie im folgenden Kapitel.

Interpolation - Bildprozessor

Ein Breitbildfilm wird vom Sender so ausgestrahlt, dass er sowohl auf einem "4:3-Fernseher" als auch auf einem "16:9-Fernseher" empfangen werden kann. D.h., das Sendeformat muss sich an der niedrigeren Zeilenzahl orientieren. Damit würde für alle "16:9-Fernseher" der Vorteil der höheren Auflösung verloren gehen. Um dieses Manko auszugleichen hatten die Sendeanstalten die PALplus-Sendenorm entwickelt. Ein Breitbildfilm, der in PAL-plus gesendet wurde, konnte auf einem PAL-plus-kompatiblen 16:9-Fernseher in der vollen PAL-Auflösung (theoretisch mit 576 Zeilen) empfangen werden und war gleichzeitig kompatibel empfangbar von einem "4:3-Fernseher" - dann allerdings mit der niedrigeren Auflösung. Die Ausstrahlung in zwei Formaten stellte für die Fernsehsender einen nicht unerheblichen technischen Aufwand dar. Deshalb schaffte PAL-plus letztlich den großen Durchbruch nicht, gilt heute als überholt und dürfte wohl bald als eine Norm der Vergangenheit in die Geschichte eingehen. Technisch ist PAL-plus mittlerweile ohnehin nicht mehr erforderlich.

Alle großen Fernseher-Hersteller haben nämlich Bildprozessoren entwickelt, die beim Empfang sofort erkennen, ob es sich um einen Breitbildfilm handelt. Wenn ja, startet der Bildprozessor in Echtzeit eine Hochrechnung der Zeilenauflösung auf die volle PAL-Auflösung von 576 Zeilen. Zugegeben: Das Ergebnis ist nicht so gut, wie es bei einer guten PALplus-Encodierung ist. Es kann auch nicht so gut sein, denn der Bildprozessor rechnet "künstlich" Bildinhalte hinein die nicht gesendet werden, die also tatsächlich nicht Bestandteil des originären Bildes sind. Dieser Rechenvorgang geschieht in Echtzeit! Das klingt wie Woodoo. Und doch wird damit eine unglaubliche Verbesserung der Bildschärfe und Bildauflösung errreicht. Bildprozessoren, in der Video-Projektionstechnik kennen wir das Prinzip von den Quadruplern, enthalten hochkomplexe Algorithmen, streng gehütete Geheimnisse der Hersteller. Weltmarktführer für Bildprozessoren ist die in Kalifornien ansässige Firma Faroudja, die nur von der Entwicklung dieser Technik lebt.

Eine weitere Aufgabe des Bildprozessors ist es, dem Betrachter Automatikeinstellungen oder manuelle Optionen anzubieten, die es ermöglichen, die unterschiedlichen Breitbildformate (z.B.: 16:9, 1,85:1 oder 2,35:1) so in den 16:9-Rahmens des Fernsehers einzupassen, dass dabei die optimale Bildqualität und Bildgeometrie entsteht. Auch dies sind hochkomplexe Rechenvorgänge.

Unser Tipp: Das neben der Bildröhre entsscheidende technische Merkmal an einem Fernseher ist der Bildprozessor. Diesen sollten Sie ebenso wie die Bildröhre vor Ihrer Kaufentscheidung sorgfältig prüfen und mit dem anderer in Frage kommender Fernseher vergleichen.

Den nach unserer Einschätzung am weitesten entwickelten Bildprozessor hat derzeit Panasonic mit "Wide Digital Plus". Aber auch die entsprechenden Prozessoren von "Digital Reality Creation Multi Funktion (DRC MF)" Sony und "WideScreen Plus" von Philips werden ständig weiterentwickelt und bringen beachtliche Leistung.

Eine besondere Variante der Bildverbesserung hat als erster Philips mit Pixel Plus entwickelt. Das TV-Bild (PAL-Standard), das aus max. 720 x 576 sichtbaren Bildpunkten besteht wird mit "Pixel Plus" bis auf 2048 x 768 Punkte hochgerechnet. Relativ schnell zog Panasonic nach schuf mit Acuity ein System, dass sogar noch mit besseren Daten aufwartet: Panasonic's Acuity rechnet dem Fernseher das Bild auf 2376 mal 833 Bildpunkte hoch. Diese Linienauflösung schaffen allerdings nur die neuesten Panasonic-Röhren. Unser Test-Team hatte auf der IFA 2003 die Gelegenheit Pixel Plus und Acuity in einem geheimen A-B Fernseher-Vergleich zu sehen. Das Ergebnis war frappierend, nicht zuletzt deshalb, weil unsere Test-Redakteure genau wußten, worauf sie achten mussten. In Matrix Reloaded machte Acuity in Sachen Bildqualität und Detailschärfe auf Anhieb einen deutlich besseren Eindruck. Besonders fiel im Vergleich auf, dass Philips' Pixel Plus deutliche Schwächen (Artefakte) bei schnellen diagonalen Bewegungen zeigte. Leider tun sich so manche Marketing-Abteilungen noch immer schwer, gegen das Zauberwort Pixel Plus anzukämpfen und deutlich zu machen, dass z.B. Panasonic Fernseher mit Acuity eine bessere oder Sony Fernseher mit PicturePower eine mindestens vergleichbare Bildqualität liefern.

Bildröhre

Gerade bei der Bildröhre trifft das im Kapitel Design und Technik gesagte besonders zu: Die besten Bildröhren haben i.d.R. Fernseher der Marken, die über eine eigene Entwicklung oder Produktion verfügen (Sony, Panasonic/JVC, Philips, Toshiba). Die Unterschiede sind jedoch bei weitem nicht groß, wie dies oft von Verkäufern oder der Fachpresse behauptet wird. Oft kommen Techniken zum Einsatz, deren Vorteile sich nur bei bestimmten Bildsequenzen zeigen, z.B. bei bewegten schrägen Kanten oder bei bestimmten Zebramustern, die Moiré-Effekte erzeugen können. Dies können Sie als Laie nur sehr schwer in einer Reihe von im Handel ausgestellten und laufenden Fernseher-Modellen ausmachen. Hier empfehlen wir, sich zunächst mit den technischen Leistungsdaten der Fernseher zu befassen, und diese dann Schritt für Schritt mit Prüf-Bildern einer Test-DVD (z.B.: Heimkino Referenz Test-DVD oder der Peter-Finzel Test-Disc S.E.) zu verifizieren.

Auf ein verbreitetes Vorurteil (und beliebten Verkaufstrick) wollen wir in diesem Zusammnenhang hinweisen: Wenn mehrere Fernseher nebeneinanderstehen, dann ist mitunter die Farbdarstellung unterschiedlich. Dies ist fast immer eine Sache der Einstellung der sogenannten Farbtemperatur (mehr rötlich d.h. "wärmer" oder mehr bläulich, "kälter") und kann bei einem guten Fernseher vom Benutzer vorgenommen werden, in jedem Fall aber vom Service-Techniker exakt Ihren Wünschen entsprechend angepaßt werden. Die Farbtemperatur mit ihren feinen Nuancen ist eine Frage der individuellen, persönlichen Vorliebe des Betrachters und des jeweiligen Umgebungslichtes (z.B. Tageslicht, Reflexion von Wandfarben, "kalte" oder "warme" Leuchtstoffröhren oder normale Glühbirnen). D.h. eine allgemeingültige "100% optimale" Farbtemperatur für Fernseher gibt es nicht. Daher ist eine Aussage in der Richtung, dass diese oder jene Bildröhre sich farblich von einer anderen unterscheidet absoluter Unsinn. Es soll im Handel schon vorgekommen sein, dass in der Vorführung einer Reihe von Fernseher-Modellen bei allen Geräten, außer bei dem einen, das raus musste, die Farbtemperatur irgendwie verstellt war.

100-Hz-Technik

Bei einem hochwertigen Fernseher ist mittlerweile die sogenannte 100-Hz-Technik Standard. Leider ist dieses augenfreundliche Leistungsmerkmal auch bis heute (Stand Oktober 2004) noch bei keinem Hersteller vollständig entwickelt. Unsere Service-Techniker berichten uns jedenfalls ständig dass dies bei teuren und hochwertigen Fernsehern nach wie vor der Knackpunkt schlechthin ist. Hier tiefer in diese Technik und ihre Probleme einzusteigen würde den Rahmen sprengen, zumal das Thema mit Plasma und LCD ohnehin "Schnee von gestern" sein wird.. Nur soviel: Es kann durch die 100-Hz-Technik minimale Bildstörungen geben, die einem normalen Betrachter nicht auffallen. Wer jedoch 2.000 oder gar 2.500 Euro für einen Fernseher ausgegeben hat erwartet - mit Recht - absolute Perfektion. Dies ist jedoch nicht immer möglich. Wichtig ist es, zu wissen: In der einen oder anderen Form kann es bei jedem Hersteller kleinere (minimale) Bildprobleme geben, die mittelbar oder unmittelbar von der 100-Hz-Technik verursacht sind. Dies kann z.B. auftreten wenn über den VGA-Anschluss der Fernseher als Computer-Monitor verwendet werden soll.Oder bei vorwiegend digital gemasterten DVDs, wie z.B. Matrix oder Matrix reloaded. Bei den Top-Modellen von Panasonic kann man in solchen Fällen übrigens 100 Hz optional abschalten. Tatsächlich arbeiten neueste Fernseher nicht mehr mit 100 Hz, sondern nur noch mit 75 Hz, was der Flimmerfreiheit absolut keinen Abbruch tut, jedoch ungemein hilft, die sonst durch Bildverbesserer wie Pixel Plus oder Acuity entsehenden Artefacte zu verringern.
Unser Tipp: Akzeptieren Sie diese kleinen Schwächen bei einem ansonsten high-endigen Fernseher. Sie haben in einem solchen Fall keinen defekten oder mangelhaft entwickelten Fernseher, sondern es handelt sich um ein unvermeidliches Technikproblem, das in der einen oder anderen Form jeder Hersteller hat.

PAL Progressive Scan

Das Zauberwort der letzten Jahre. Bei Progressive Scan schreibt der Elektronenstrahl das Bild nicht interlaced, also im Halbbildverfahren, sondern sequentiell Zeile für Zeile "progressiv" auf die Röhre. Ist die Funktion "Progressive Scan" eingeschaltet soll die vertikale Auflösung erhöht werden, das Bild brillianter und das Zeilenflimmern reduziert werden. Bei fast allen Geräten funktioniert Progressive Scan allerdings nur für NTSC-Quellen. Neuerdings bei vielen jedoch verstärkt auch bei PAL. So beherrschen die Top-Fernseher-Modelle von Panasonic mittlerweile auch "PAL Progressive" (Panasonic TX-36PD50D, Panasonic TX-32PD50D und Panasonic TX-32PX30D). Diese zuschaltbare Funktion bringt allerdings nur bei der Zuspielung von DVD-Quellen die ihr zugeschriebene Wirkung, denn auf der DVD ist der Film digital im originären Progressive-Format abgespeichert und wird intern als YUV- bzw. Componenten-Signal ausgegeben. Zur Wiedergabe auf einem "normalem" Fernseher muss der Datenstrom ins analoge "Interlaced-Format" gewandelt werden um per RGB-, S-VHS- oder Composite-Video-Signal ausgegeben zu werden (mehr zu den unterschiedlichen Videosignalen in unserem Special Videosignale ...). Bei diesem Vorgang ist ein Qualitätsverlust unvermeidlich. Umso besser sollte das Bildsignal sein, wenn es über YUV und als Progressive Scan ausgegeben und dargestellt wird. Einer der ersten Marken-DVD-Player, der in Deutschland "offiziell" (d.h. ohne ominöse Freischaltprozedur) mit dem Feature PAL Progressive auftrat war der Samsung DVD-HD935. Heute ist PAL-Progressive bei einem hochwertigen DVD-Player schon fast Standard. Es fängt bereits bei den Einsteiger- Mid-range-Modellen Denon DVD-1710 und Denon DVD-1910 an und geht selbstverständlich bis zu den Top-Playern Denon DVD-2910 und Denon DVD-3910. Wer übrigens mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem sei das HIFI-REGLER-Special Progressive Scan empfohlen.

Ton-Wiedergabe

Beim Ton haben selbst beste Breitbildfernseher ihre Schwierigkeiten. Das liegt schlicht und einfach daran, dass das Fernseher-Gehäuse eine Vernünftige (Luft-) Schallabstrahlung nicht zulässt, da für die Lautsprecher nur sehr sehr wenig Platz zur Verfügung steht. Nur mit vielen Tricks und "von hinten durch die Brust" kommt überhaupt ein einigermaßen vernünftiger Ton aus einem Fernsehgehäuse. Wenn dann der Hersteller auch noch versucht, in irgendeiner Form einen Surround-Sound aus dem Fernseher zu quälen, dann kann man eigentlich nur Hilfe schreien. Unser Tipp: Bei einem hochwertigen Fernseher lohnt es sich allemal, sich eine Dolby Digital Anlage (AV-Receiver mit entsprechenden Lautsprechern und Subwoofer) hinzuzukaufen. Damit können Sie dann das Thema Ton am Fernseher abhaken. Das soll nicht heißen, dass die Ton-Wiedergabe keine Bedeutung hat. Sie sollte jedoch keinesfalls ein ausschlaggebendes Kaufkriterium sein.

Übrigens zum Thema Ton-Störungen lohnt es sich, die HIFI-REGLER Specials Brummen, Netzfilter, Mantelstromfilter und Netzleiste zu lesen. Insbesondere wenn Sie aktive Subwoofer in einem Stromkreis mit Ihrem Fernseher einsetzen sind Tonstörungen gar nicht selten. Sie lassen sich jedoch meist durch Einsatz einer guten Netzleiste (mit Netzfilter) und mit einem hochwertigen Subwooferkabel ausräumen. FAQ und mehr auch unter Subwoofer ...

Welche Rolle spielt der Preis?

Gerade bei einem hochwertigen Fernseher sollte das Preis-/Leistungsverhältnis im Vordergrund stehen. Der absolute Kaufpreis spielt eine untergeordnete Rolle - legt man die statistische Durchschnittsnutzungszeit von über 10 Jahren zugrunde. Natürlich sollte man sich nicht ohne Not für einen krass überteuerten Fernseher entscheiden. Vorsicht ist zum Beispiel immer dann geboten, wenn ein Fernseher nur im Facheinzelhandel erhältlich ist und sonst nirgendwo im Internet angeboten wird. Oder Sie finden den Fernseher zwar im Internet, jedoch zu etwa gleichen Preisen wie stationären Einzelhandel oder mit dem Vermerk "Kein Versand". Einen solchen Fernseher sollten Sie vorsichtshalber hinsichtlich des Preis-/Leistungsverhältnisses einer genauen Prüfung unterziehen. Warum? Es gibt Fernseher-Hersteller, die ihr Vertriebskonzept einseitig darauf aufbauen, dass mittelständische Fachhändler Ihre Kunden - i.d.R. solche ohne besondere technische Vorbildung - auf ihre und vom Händler bevorzugte Fernseher-Marke hin "beraten". Dem Händler wird dafür Preisstabilität und eine hohe Marge zugesichert, er hat also selbst größtes Interesse, diesen Fernseher und keinen anderen zu verkaufen. Wie sich gezeigt hat sind oft aber gerade solche Fernseher nicht die mit der besten Technik, dem besten Preis-Leistungsverhältnis und den geringsten Ausfallraten. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten findet man als Endverbraucher eine wirklich objektive Beratung leider immer seltener.

Unser Tipp: Rechnen Sie sich aus, wieviele Stunden Sie in den nächsten 7 bis 10 Jahren vor dem Fernseher verbringen. Und dann überlegen Sie, ob z.B. 400,00 Euro mehr oder weniger - auf 7 bis 10 Jahre verteilt - wirklich eine Rolle spielen. Wir meinen, der Preis sollte kein ausschlaggebendes Kaufargument sein, wenn die Bildqualität und auch sonst alles stimmt.

Beispiele für Fernseher, die wir in unseren Studios einem Test unterzogen haben:

  • Panasonic TX-36PD50D: - Ein Fernseher, der nahtlos an die Erfolgsstory des Vorgängers Panasonic TX-36PD30D anschließt, der in der VIDEO 08/2003 das Test-Prädikat "KAUFTIPP" erhalten hat. Aus dem Test-Fazit der Video: "... Der Gesamteindruck im Praxistest fiel dramatisch besser aus: Der Panasonic verzerrt Bilder so wenig wie kein Röhren-Fernseher zuvor. Dabei markierte dieser Superlativ nur den Beginn des Bildtests. auch beim einstellen der Idealwerte zeigte die "Quintrix SR"-Röhre ihr enormes Potential. Schwarz-Weiß-Testbilder belegten einen riesigen Kontrast-Umfang: Weiße Flächen leuchteten intensiv, helle Schrift stand wie herausgemeißelt vor dunklem Hintergrund und bestach mit feingezogenen Kanten. In weiteren testbildern arbeitete der Panasonic das Gefieder von Papageien, feine Strukturen oder Poren in Gesichetern akribisch hervor, ohne dabei zu übertreiben. Ebenfalls einmalig: Sie hohe Schärfe blieb auch an den Rändern nahezu erhalten ... Das Resultat: Panasonic kann schärfer als der Philips. Auch bei der Bwegungsdarstellung wird's eng für die Niederländer: DerJapan-Fernseher servierte selbst sehr schnelle, waagechte Bewegungen ruckelfrei und scharf - Sportsendungen hatte er damit bestens im Griff ..." Im Vergleich in diesem Test der VIDEO stand der Philips 36PW9767.
    Beim Nachfolger Panasonic TX-36PD50D kommt eine neue Bildröhre mit Namen Qintrix SR2 zum Einsatz. So brilliert dieser Fernseher mit noch größerem Kontrast und verbesserter Tiefenschärfe. Eine neue Kathodenstrahltechnik sorgt für bis zu 20% weniger Energieverbrauch. Insgesamt ist der Panasonic TX-36 PD 50 D ein durch und durch gelungener Fernseher - unserer Meinung nach der derzeit beste 36-Zoll-Fernseher am deutschen Markt.
  • Sony KV-36HQ100: - Die VIDEO in ihrer Ausgabe 03/2004 zu diesem Sony-Fernseher: "Im Praxistest zeigte der Sony weit geringere Bildverzerrungen als seine Konkurrenten ... Darüber hinaus bot der Sony eine in dieser Klasse einmalige Schärfe, feine Details servierte er klarer und mit schärferen Konturen als die Konkurrenz ... Seine enorme Bildtiefe erkaufte er sich allerdings mit überzeichnet dargestellten weißen Bildanteilen und gelegentlichem Kontrastpumpen." Als besondere Pluspunkte hob die VIDEO hervor: "schärfstes Bild in seiner Klasse" und "brillant und kontraststark", bemängelte jedoch gleichzeitig "leichtes Bildruckeln" und "Überzeichnung weißer Bildanteile". Die Letztgenannten Nachteile konnten wir im Testbetrieb allerdings mit unserem zugespielten Bildmaterial nicht feststellen. Was uns bei diesem Fernseher neben dem brillianten Bild besonders gefällt, ist, dass der Sony KV-36HQ100 im Design etwas avantgardistische Design, das dennoch zeitlos bleibt und sich in nahezu jede Wohnumgebung gut einfügt.

Wir empfehlen gerade bei einem hochwertigen Fernseher das Thema Blitzschutz zu bzw. Überspannungsschutz zu beachten. Dazu können Sie im gleichnamigen HIFI-REGLER-Special einige Informationen abrufen. Diese Funktionen werden i.d.R. mit einer guten Steckdosenleiste realisiert. Gerade in Verbindung mit einem Fernseher bietet die 8-fach-Netzleiste Monster HTS-1000 überragende Vorteile.

Eine Übersicht zu den aktuellen Fernseher-Modellen von Panasonic finden Sie unter Panasonic Fernseher, zu Philips unter Philips Fernseher. und zu Sony auf der Seite Sony Fernseher. Auf diesen Seiten finden Sie auch viele Test-Referenzen. Hier finden Sie Infos zur aktuellen Entwicklung von DVB-T und HDTV ... Und wir Musik aus dem Webradio aufnehmen möchte, den dürften sicherlich die Specials Internetradio und MP3 interessieren.

Weitere Interessante Seiten zum Thema Heimkino und Fernseher:

Lesen Sie auch das HIFI-REGLER Heimkino-FAQ und das Special Heimkino (Test- und Praxistipps). Alles Wissenswerte zu DVD-Audio erfahren Sie im Special DVD-Audio und Tipps und Infos zu 6-Kanal-Formaten erfahren Sie im Special Dolby Digital EX / DTS ES 6.1 ...

Wer in die Tiefen der Lautsprechertechnik einsteigen möchte, dem sei das Special zum Thema Lautsprecher empfohlen.
Anschlußpläne und Empfehlungen zur Verkabelung (z.B.: Audiokabel, Scartkabel oder Videokabel) im Heimkino finden Sie in unserem Kabelshop ...

... und hier geht's zu interessanten Receicer- und DVD-Player-Produkten Denon, Marantz von Kenwood oder Onkyo. Für Heimkino-Lautsprecher empfehlen wir den Besuch unserer Seiten für Canton oder KEF...

... und noch ein paar Worte zum Thema Kundendienst

Wir werden immer dazu befragt, wie es denn um den Kundendienst steht, wenn man einen Fernseher im Internet kauft. E-Commerce wird in den Medien mitunter recht euphorisch behandelt, der heikle Punkt Kundendienst wird dabei aber gern verschwiegen. Doch gerade Test-Berichtes sollten diesen Bereich nicht aussparen, ist er doch ein Faktor, den Sie beim Fernseher Preisvergleich unbedingt berücksichtigen sollten. Wenn Sie im Internet Fernseher kaufen, sollten Sie zunächst darauf achten, dass der Händler von der jeweiligen Marke zum Fernseher-Kundendienst autorisiert ist.

Lassen Sie sich bestätigen, dass der Kundendienst deutschlandweit im Einsatz ist, und Ihr Fernseher im Garantie-Fall bei Ihnen vor Ort - d.h. bei Ihnen zuhause - bearbeitet bzw. im Falle eines erforderlichen Werkstatteinsatzes abgeholt und zurückgeliefert wird. Und das während der Garantiezeit ohne Kosten für Sie! Weiterhin sind schnelle Reaktionszeiten für Sie wichtig. Wenn Sie etwa von einem Fernseher-Billig-Anbieter ohne eigenen Kundendienst unter Hinweis auf die Herstellergarantie ersatzweise an den Hersteller-Kundendienst verwiesen werden, kann das im Garantie-Fall für Sie bedeuten, dass letztlich kein Vor-Ort-Service angeboten wird, oder dass Ihnen An- und Abfahrt berechnet werden. Im übrigen könnten Sie im 2-ten Jahr der zweijährigen Gewährleistungsperiode Probleme bekommen, denn die Herstellergartantie für Fernseher beträgt i.d.R. nur 12 Monate. Nur mit einem guten Kundendienst werden Sie letztlich Ihren Fernseher günstig kaufen. Wenn Sie sich mit dem Thema "Fernseher Versand" befassen, sollte Ihnen mit diesem Wissen ein objektiver Fernseher Preisvergleich im Internet möglich sein.

Zurück zum Beginn der Seite: Fernseher - Zurück zur Startseite von HIFI-REGLER ...

Verantwortlich für den Inhalt: Detlev Schnick, © Copyright 2002 - 2016 HIFI-REGLER