Im Vergleich: Aktuelle Spitzenklasse-Fernseher von Samsung und Panasonic

Autor: Philipp Kind, AREADVD, exklusiv für HIFI-REGLER, 29.08.2012

Die aktuellen Flaggschiffe der beiden TV-Hersteller Samsung und Panasonic, zu denen die Modelle der Samsung ES7090- (UE55ES7090, UE46ES7090, UE40ES7090) / ES8090-Serien (UE55ES8090, UE46ES8090, UE40ES8090) und der Pansonic VT50-Reihe (TX-P65VT50 E, TX-P55VT50 E und TX-P50VT50 E) zählen, unterscheiden sich elementar. Dies beginnt bereits beim Prinzip der Hintergrundbeleuchtung.

Hintergrundbeleuchtung

SamsungBei den beiden Samsung-Modellen handelt es sich um LCD-Panels, bei denen EDGE LED-Backlight für die Durch- bzw. Beleuchtung sorgt. An den Kanten hinter den Flüssigkristallelementen sind Leuchtdioden untergebracht, die für die gewünschte Bildhelligkeit sorgen. Mit der LED-Hintergrundbeleuchtung wird ein deutlich besseres Kontrastverhältnis erreicht als mit der früher verwendeten, herkömmlichen Kaltkathodenstrahlbeleuchtung (CCFL). Außerdem benötigen die Leuchtdioden sehr wenig Strom, wovon auch die beiden Samsung Modelle profitieren. Der Samsung UE 46 ES 8090, ein Fernseher mit 46 Zoll (117 cm) Bildschirmdiagonale, braucht im Standard-Modus gerade einmal 80 Watt, was ihn als echten Stromsparer auszeichnet. Ein Nachteil der EDGE LED-Hintergrundbeleuchtung ist meist eine nicht flächendeckend homogene Helligkeitsverteilung. Besonders an den Stellen, an denen die LEDs angebracht sind, sind häufig sogenannte Hot Spots (helle Stellen im Bild) sichtbar. Bei den Samsung-Modellen ist dies nicht übermäßig ausgeprägt, aber bei genauem Hinsehen sichtbar.


PanasonicDie Fernseher der Panasonic-VT50-Serie verfügen über Plasma-Panels. Hier wird das verschieden farbige Licht mithilfe von Leuchtstoffen erzeugt, die durch das von Gasentladungen erzeugte Plasma angeregt werden. (Hintergrundinformationen finden Sie in unserem Special zur Technologie von Plasma-TV ...) Dies bedeutet, das jeder einzelne Punkt des Panels mit der Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten selbst leuchtet und kontrolliert angesteuert werden kann. Aufgrund dieser Tatsache bietet der VT50 maximale Durchzeichnung und Detailwiedergabe auch in Bildbereichen mit niedrigem IRE-Wert (sehr dunklen Bereichen). Zudem gibt es keine Überstrahlungen von hellen Objekten auf schwarzem Hintergrund, da wie eben erwähnt jeder einzelne Bildpunkt direkt angesteuert wird. Dies sorgt auch dafür, dass ein Plasma-Gerät nicht mit inhomogener Helligkeitsverteilung zu kämpfen hat und zumeist einen sehr satten Schwarzwert liefert.

Film-Modi

Trotz der unterschiedlichen Technologien der Hintergrundbeleuchtung bieten sowohl die Samsung-Modelle als auch der Panasonic VT50 ein authentisches und natürliches TV-/DVD/- und Blu-ray- Bild. Dies gelingt durch sehr gut voreingestellte Bildprofile, die in die TV-Geräte integriert wurden.
Bei Panasonic übernimmt die Voreinstellung die durch das Kino bekannte THX-Corporation. Das THX-Cinema Preset bietet eine solide Farbtemperatur, Gammawert und trifft den HD-Farbraum sehr genau. Da viele Anwender nicht nur im dunklen Heimkino TV sehen, hat man sich entschieden, auch hier zu optimieren. THX Bright Room bietet ein natürliches Bild bei hohem Umgebungslicht.

Auch Samsung bietet mit dem „Film-Modus“ eine sehr natürliche Farbgebung, einen nahezu perfekten Gammawert und exakte RGB-Balance. Umfangreiche Nachbesserungsmöglichkeiten mit „Colour Management System“ oder einem Graustufen-Abgleich stehen dem versierten Anwender bei beiden Geräten zur Verfügung. Beim VT50 noch zu erwähnen ist, dass auch für den 3D-Betrieb ein extra THX-Bildfeld vorhanden ist, um den durch die aktiven Shutterbrillen bedingten Helligkeitsverlust auszugleichen, auch im Samsung stecken aber entsprechende Schaltungen.

Bedienung

Kommen wir zur Bedienung. Die Installation und Inbetriebnahme aktueller TV-Geräte wird durch einen Erstinstallations-Assistenten deutlich vereinfacht. Nicht anders bei den Samsung-Modellen und dem Panasonic VT50. Die grafische Benutzeroberfläche gestaltet sich bei beiden Herstellern als ansprechend und leicht durchschaubar. Panasonic setzt eher auf den klassischen Look, während Samsung ein etwas moderner wirkendes OSD bietet. Klar verständlich bleibt das Menü auch dank der Hilfetexte, die bei jedem Menüpunkt angezeigt werden.

Touch Pad Controller von Panasonic

Touch-Pad-Controller als Zweit-Fernbedienung des Panasonic-TX-P65VT50 E.

Innovation bei Steuerung und Bedienung zeigt vor allem der koreanische Hersteller. In den Samsung-Modellen ist sowohl Sprach- als auch Gestensteuerung integriert. Realisiert wird dies durch eine Kamera und zwei Mikrofone auf der Oberseite des TV-Gerätes. (Siehe auch unser Video-Tutorial zur Gestensteuerung ...) Die „Smart Interaction“ genannte Steuerung funktioniert größtenteils bereits sehr gut, bietet aber natürlich noch Verbesserungspotential. Verschiedene Sprachbefehle werden besser entgegen genommen als andere und bei schwachem Umgebungslicht erkennt der TV die Gesten natürlich nicht so einfach. Besonders bei Multimedia-Features kann dieses Feature aber bereits erfolgreich genutzt werden.

Im VT50 findet sich weder Sprach- noch Gestensteuerung, es liegt dem TV aber ebenso wie dem Samsung-Modellen eine zusätzliche Zweit-Fernbedienung bei – dem VIERA Touch Pad Controller –, die über verschiedene Steuerungs-Tasten sowie ein kreisrundes Touchpad verfügt.

Gehäuse-Design

Immer größere TV-Geräte finden Heimat in unseren Wohnzimmern. So ist für viele Anwender nicht nur wichtig, welche Features in den TV-Geräten stecken, sondern auch wie er sich optisch präsentiert.

Der Panasonic VT50 geht hier eher den klassischen Weg, wirkt in Piano-Schwarz und silbernen Leisten im Chrom-Look sehr dezent und zurückhaltend elegant. Das sogenannte One-Sheet-of-Glass Design lässt lediglich der silbernen Leiste Platz für einen Rahmen, die Glasplatte legt sich so über die ganze TV-Front. Die Bautiefe des Panasonics sowie der Samsung-Modelle ist sehr gering. Die Samsung TVs wirken eher futuristisch und modern. Durch das ONE-Design wirkt der TV beinahe völlig rahmenlos und das Bild scheint schwerelos im Raum zu schweben. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil des „rahmenlosen“ Designs ist, dass der Samsung TV deutlich kleiner wirkt, als er ist. Die Modelle der ES7090-Serie stehen auf einem viergliedrigen Standfuß, der bereits in früheren Generation Verwendung fand. Die TVs der ES8090-Serie stehen auf einem länglichen, ebenfalls sehr futuristisch wirkenden Standfuß. Dieser wirkt auch noch etwas eleganter, dafür ist der darauf befindliche TV aber nicht schwenkbar.

Samsung Smart TV

Mit Smart TV können Besitzer eines Samsung Galaxy Handys ihr mobiles Gerät als Fernbedienung einsetzen und je nach Modell sogar das TV-Bild auf dem Handy-Disply darstellen.

Multimedia und Netzwerk

Multimedial bieten beide TV-Geräte ein sehr umfangreiches Angebot an Internet-Inhalten, einen integrierten Web-Browser, Wiedergabe von USB- und DLNA-Streaming sowie PVR.

Sowohl die Samsung-Modelle als auch Panasonic lassen sich ohne Probleme drahtlos ins vorhandene WLAN-Netz einbinden. Es ist auch bei Samsung und bei Panasonic möglich, die TVs mittels kostenlos erhältlicher App für iOS- oder Android-Devices zu steuern. Samsung bietet zudem das nützliche Feature, das aktuelle TV-Bild auf dem Smartphone „mitzunehmen“. Wer also vom TV kurz weg muss, verpasst nichts.

Die Applikationsangebote von Panasonic's VIERA Connect und dem Samsung Smart Hub stimmen größtenteils überein, außerdem bieten beide Hersteller durch Samsung Apps und dem VIERA Market die Möglichkeit, weitere Inhalte herunterzuladen und auf dem Fernseher zu installieren. Samsung legt viel Wert auf Quantität, während Panasonic eher qualitätsbezogen scheint.

Skype-Videotelefonie ist ebenfalls mit beiden Geräten möglich, allerdings muss bei Panasonic eine optionale Kamera+Mikrofon-Kombi zugekauft werden, während bei Samsung durch die integrierte Kamera und das Stereo-Mikrofon dies ohne optionales Zubehör möglich ist.

Fazit

Egal für welche der hier betrachteten Marken man sich letztlich entscheidet, einen groben Fehlkauf wird man kaum zustande bringen. Die Bildqualität ist geprägt davon, dass Samsung den Schwerpunkt seiner Entwicklung auf die immer weitere Verbesserung der LCD-Technik legt, während bei Panasonic der Schwerpunkt der Forschung im Bereich Plasma angesiedelt ist. Beide Panel-Techniken haben ihre Vor- und Nachteile.

Ausschlaggebend für die Kaufentscheidung sind nach unserer Erfahrung oft scheinbar nebensächliche Details. Überraschend ist z.B., wieviele Kunden instinktiv eine fest installierte Kamera im Fernseher ablehnen. Vielleicht weil sie sich in Anlehnung an die Televisoren aus George Orwells Roman 1884 (mit dem der Begriff "Big Brother" populär wurde) beobachtet und ausspioniert fühlen. Dass diese Bedenken offensichtlich nicht ganz aus der Luft gegriffen sind, zeigt der Artikel Wenn der Fernseher plötzlich Augen und Ohren bekommt in Welt-Online vom 28.08.2012.

Ein anderer Unterschied, der vielleicht nicht auf Anhieb auffällt, ist z.B. die Methode, wie Samsung und Pansonic das Problem der Buchstaben-Tastatureingaben gelöst haben. Samsung beispielsweise bietet als Zubehör eine eigene Bluetooth-Tastatur mit Mauspad an. Panasonic ermöglicht den Anschluss einer handelsüblichen USB-Tastatur - allerdings ohne Mausunterstützung. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

All dies sind aber eher Nebensächlichkeiten, wenn man bedenkt wofür TV-Geräte primär dienen: Nämlich einen guten Film zu schauen - und sich dabei von der Bildqualität begeistern zu lassen. Und was Filmqualität betrifft, hat die Plasma-Technologie nach wie vor die Nase vorn.


Verantwortlich für den Inhalt: Detlev Schnick, © Copyright 2012-2013 HIFI-REGLER