AV-Receiver 2012-2013: Pioneer, Yamaha, Onkyo und Denon im Vergleich

Autor: Carsten Rampacher, AREADVD, exklusiv für HIFI-REGLER, erstellt am 17.08.2012 update 09.07.2013

Bei den AV-Receivern (AVR) der 2012er bzw. 2013er-Modellreihen der vier Marken Yamaha, Pioneer, Denon und Onkyo können wir z.T. deutlich hörbare akustische Unterschiede feststellen.

Info: Einige Receiver sind seitens des Herstellers schon durch neue Modelle ersetzt worden. Das jeweilige Nachfolgemodell finden Sie in der Klammer hinter dem Vorgängermodell.

 

Erste Eindrücke

PioneerBesonders speziell und ausgeprägt ist die Klang-Charakteristik der aktuellen Pioneer AVRs, speziell in den unteren und mittleren Preisklassen. Salopp ausgedrückt, könnte man gerade den sehr populären Pioneer VSX-922 (NEU: Pioneer VSX-923) als den „Rocker“ unter den AV-Receivern bezeichnen. Er spielt sehr direkt, fetzig und grobdynamisch überragend. Auch die kleineren Modelle von Pioneer wie z.B. der Pioneer VSX-527 (NEU: Pioneer VSX-528) sind sehr geradlinig und lebendig von ihrer klanglichen Auslegung her. Wer gern Electro- oder Rockmusik gehört – kurze, schnelle Impulse liegen dem VSX-527 sehr. Große Effektkombinationen werden mit Wucht wiedergegeben. Im Hochtonbereich sind die Pioneer AVRs etwas spitzer.
 

Yamaha

Die Yamaha AVRs 2012 sind nach wie vor relativ neutral ausgelegt – in Grundeinstellung ohne DSPs. Allerdings ist die Neutralität bei den kleineren Modellen 2012 nicht mehr so ausgeprägt wie bei den Modellen der letzten Jahrgänge. Yamaha hat sich, und das hört man, auf die Fahnen geschrieben, mehr Emotionalität zu offerieren.  Minimal warm und minimal auf Volumen ausgelegt, klingen z.B. der Yamaha RX-V473 (NEU: Yamaha RX-V475) und der RX-V673 (NEU: Yamaha RX-V675) deutlich emotionaler und gleichzeitig angenehm.

Die reichhaltig ausgestattete DSP-Sektion ist seit Generationen Kennzeichen von Yamahas AV-Receivern, da macht auch die aktuelle Generation keine Ausnahme. Yamahas DSP-Programme unterteilen sich in HiFi- und Cinema-DSPs. Sie basieren auf akustisch exakt vermessenen, real existierenden Räumen und sind daher nicht einfach „aus purer Phantasie“ am PC entworfen.  Daher greifen sie auch nicht grob verbiegend, sondern subtil und gekonnt in den Signalweg ein und bieten z.B. bei kleinen Effekten eine noch etwas bessere Tiefenwirkung und mehr räumliche Weite. Die Wirkung variiert natürlich, je nach dem welches DSP eingesetzt wird.

 

OnkyoKommen wir zu Onkyo. Das Samtig-Seidige früherer Generationen ist nicht mehr in dem Umfang vertreten, in dem wir es kannten. Die  2012er Onkyos sind transparenter, klarer, aber auch etwas spitzer im Hochtonbereich geworden, aber unangenehm wird die Auslegung auch bei deutlich gehobenem Hörpegel nicht.  Grobdynamisch sind die Onkyos besser geworden, aber auch feindynamisch kann man sehr zufrieden sein. Sie eigenen sich z.B. sehr gut für Jazzmusik und für musikalisch anspruchsvolle Film-Soundtracks.  Im Bassbereich ist der Tiefgang sehr gut, die Auslegung ist etwas schlanker als früher. 

 

DenonNächste Kandidaten sind die 2012er Modelle von Denon, die, wie man es schon von Denon kennt, sehr harmonisch und ausbalanciert spielen. Trotz diesem hohen Maß an akustischer Gefälligkeit treten sie dynamisch an und bieten ordentlichen Nachdruck bei allen Arten von Effekten. Sie bringen etwas Wärme ins Klangbild und bieten eine tolle Tauglichkeit für lange Hörsessions. Die Denon AVRs machen es jedem recht – man kann sie kaum auf dem „falschen Fuß“ erwischen.

Klangliche Schwerpunkte der Marken

Wie verhält sich die klangliche Auslegung bezüglich aller Modelle eines Marken-Portfolios?

Bei Denon weisen die großen und die kleinen Modellen praktisch die identische Auslegung auf.

Onkyo zeigt sich ähnlich, ganz gleich, ob Onkyo TX-NR414 oder TX-NR3010 – das Lebendigere, Transparentere, etwas Schlankere setzt sich akustisch in allen Baureihen fort.

Bei Yamaha erscheinen uns die kleineren Modelle etwas mehr auf Volumen und Gefälligkeit ausgelegt, während die Aventage-Baureihe neutraler und besonders detailgetreu spielt.

Pioneer wartet mit seinen größeren Modellen ab dem Pioneer SC-2022 verbindlicher  und harmonischer auf, während die kleineren AVRs aggressiver antreten und sehr direkt vorgehen. Die größeren Modelle zeigen sehr viel Kraft – bringen diese aber sehr kultiviert in den Hörraum, Paradebeispiel ist der Pioneer Pioneer SC-LX86, der auch im feindynamischen Bereich das Beste ist, was Pioneer bislang gebaut hat.

Videosignalverarbeitung

Die Videosignalverarbeitung ist für viele Anwender ein wichtiges Kaufkriterium. Hier sollte allerdings gleich Erwähnung finden, dass die niedrigpreisigen Modelle bis ca. 450 EUR lediglich Videosignale durchschleifen können, das heißt, sie haben eine Hub-Funktion , greifen aber nicht in das Videosignal selbst ein. 1080p/24 Hz Signale von Blu-ray, auch von 3D Blu-rays, schleift jeder uns bekannte aktuelle AVR anstandslos und ohne erkennbare Qualitätsverluste durch.


Teuerere Modelle können 480i/576i-Signale auf 1080p hochkonvertieren, so dass sie auf einem angeschlossenen TV oder Beamer praktisch  ohne weitere Anpassung in voller nativer Auflösung des Bildwiedergabegerätes betrachtet werden können.  Man unterscheidet grundsätzlich zwei Varianten:

  • Upconversion von Videomaterial (z.B. Dokumentationen, die im Halbbildverfahren mit Videokameras gedreht wurden)
  • Upconversion von Filmmaterial (das Ursprungsmaterial wurde im Vollbildverfahren mit Filmkameras gedreht, dieses wurde dann für die bei der DVD-Spezifikation vorgesehene Halbbildwiedergabe umgerechnet).

Beim Hochrechnen von Filmmaterial agieren die 2012er AVRs besonders gekonnt. Hier ist ein sichtbarer Fortschritt auszumachen. Sehr schön z.B. der Pioneer VSX-922 (NEU: Pioneer VSX-923) – er arbeitet ausgezeichnet und liefert ein scharfes, stabiles Bild, das zudem mit Kino-gerechter Farbgebung überzeugt. Pioneer hat nach eigenen Angaben gerade auf diese für den Filmfan wichtigen Faktoren auch stark Wert gelegt.

Auch der Onkyo TX-NR616 (NEU: Onkyo TX-NR626) offeriert ein Bild mit natürlicher Schärfe und gutem Kontrast, das Schwarz erscheint nur nicht ganz so satt wie bei den Pioneer-Modellen, zudem ist der Bildstand nicht ganz so stabil im hochfrequenten Bildbereich. Etwas ab fallen die kleineren Yamahas, Kontrast und Stabilität sind sehr gut, aber das Bild zeigt mehr Scalingrauschen und ist nicht ganz so scharf.

Bleiben die Denon-Modelle, hier ist hervor zu heben, dass im AVR-2113 (NEU: Denon AVR-X2000) und im größeren AVR-3313 (NEU: Denon AVR-X3000) die gleiche Video-Unit arbeitet.  Stabiles Bild, natürliche Schärfe, kaum Treppenstufen – eine reife Leistung.

Bei den großen Modellen gerade von Onkyo muss hervorgehoben werden, dass hier bezüglich Detailtreue, Stabilität und Detailkontrast dank Dual Core Video-Engine noch mehr geboten wird. Auch die großen Pioneer Modelle wie der SC-LX86 begeistern mit noch ausgefeilterem De-Interlacing und nahezu rauschfreiem Upscaling. Das spezielle Kuro-Videpoprocessing sorgt für ein tiefschwarzes Bild mit überragender Bewegungsschärfe und tollem Detailkontrast.  Bei Videomaterial zeigen alle AVRs mehr Schwächen, besonders kleinere Nachzieher und ab und zu Doppelkonturen sowie Treppenstufen sind festzustellen. Aber auch hier zeigt die Formkurve nach oben, im Vergleich zu den 2011er AV-Receivern wird mehr Qualität geboten.  Wer sehr anspruchsvoll ist, sollte allerdings sich nicht scheuen, zu einem größeren Modell zu greifen.

Noch etwas „Zukunftsmusik“ ist 4k – sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Auflösung doppelt so viele Bildpunkte wie das aktuelle Full-HD. Das führt insgesamt zu einer viermal höheren Auflösung. Da es schon vereinzelt Bildwiedergabegeräte gibt , die in dieser hohen Auflösung darstellen, haben sich die hier genannten AVR-Hersteller entschieden, jetzt schon 4k-Fähigkeiten zu integrieren. Yamaha und Pioneer-Modelle können 4k durchschleifen, die größeren Onkyo (ab TX-NR616 NEU: Onkyo TX-NR626) und Denon (ab AVR-2113) Receiver sind sogar in der Lage, geringere Auflösungen auf 4k hochzukonvertieren.

So gehen Yamaha's AV-Receiver mit 4K-Signalen um ...

Beschriftung

4K Pass-Through für Super High Resolution Bilder der nächsten Generation

Die HDMI-Ein- und Ausgänge des Yamaha RX-A3020 (NEU: Yamaha RX-A 3030) unterstützen 4K Video Image Pass-Through. Zusätzlich ist eine 4K Hochskalierung von Bildern niedriger Auflösung möglich. Eine Kompatibilität mit den neuesten Super High Res Videoformaten ist dadurch gegeben.

Multimedia und Netzwerk

Sehr wichtig sind die Multimedia- und Netzwerkfähigkeiten.  Hier ist zunächst anzumerken, dass sich das Angebot an internetbasierten Diensten und an streamingfähigen Formaten im Gegensatz zu TVs oder Blu-ray-Playern auf den musikalischen Bereich beschränkt. Einzig Denon liefert eine Betrachtungsmöglichkeit für JPEG-Bilder. Videos können bei den hier aufgeführten vier Herstellern nicht gestreamt werden.

Besonders umfangreich fällt das Angebot an internetbasierten Diensten bei Onkyo aus: AUPEO!, vTuner (kostenlos), MP3Tunes, last.fm und das aktuell sehr im Trend liegende spotify sind hier an Bord.

Besonders großer Aufwand hinsichtlich einer großen Flexibilität bei der PC-basierten Musikwiedergabe wird bei Pioneer betrieben:  Das Spitzenmodell SC-LX 86 verfügt über einen asynchronen USB-Wandler, man kann den AVR sogar als Soundkarte  verwenden – der direkte Anschluss an den PC ist möglich. Am hinteren USB-Anschluss werden bis zu 192 kHz/32-Bit, vorn bis zu 192 kHz/24-Bit verarbeitet. Besonderheit – der Pioneer SC-LX86 kann auch mit Direct Stream Digital (DSD), dem Format der SACD, umgehen, auch dieses Format findet sich immer häufiger bei hochwertigem Musikmaterial auf dem Rechner des versierten Audio-Liebhabers. 

Alle AVRs, die netzwerkfähig sind, haben einen kostenlosen Internet Radio Service an Bord. Man kann also ohne Anmeldung und ohne zusätzliche Kosten (außer denen, die von der eigentlichen Internetverbindung verursacht werden) auf eine Internet Radio-Plattform zugreifen. Die anderen Angebote sind meist bezahl- und anmeldepflichtig.

Zu erwähnen wäre noch im Besonderen die spotifiy-Funktion der aktuellen Onkyo Netzwerkreceiver vom TX-NR414 bis hin zum TX-NR5010. Spotify erlaubt es,  nahezu alle aktuellen Lieder und auch ältere Titel legal über den Onkyo AVR anhören zu können. Man kann auch auf eine umfangreiche Suchfunktion zurückgreifen, bereits fertige Wiedergabelisten anhören oder sich eigene zusammen stellen. Voraussetzung zur Nutzung von spotify auf den Onkyo-Geräten ist der spotify Premium-Account für 10 EUR/pro Monat, der auch die Nutzung von spotify auf Mobilgeräten beinhaltet. AUPEO!, ein noch relativer junger Musikdienstleister aus Berlin, wird ebenfalls bei Onkyo angeboten. Hier wird Internet Radio-Funktionalität mit Social Networking verbunden, laufende Lieder kann man beispielsweise gleich „liken“. MP3tunes wäre noch vorzustellen, hier kann man seine eigene Musik auf eine Cloud laden und diese überall genießen, also auch über den Onkyo AV-Receiver.

Die Qualität des Streamings zeigt sich bei allen Modellen verbessert, das Laden z.B. von Internet Radio Streams geht schneller vonstatten, und es muss kaum noch zwischen gespeichert werden, was in der Vergangenheit gern zu störenden Aussetzern geführt hat.  Zu erwähnen wäre, dass alle hier vorgestellten AV-Receiver ab Werk nur über eine kabelbasierte Netzwerkeinbindung mittels bekanntem Ethernetkabel verfügen. Bei Pioneer und Onkyo sind gegen Aufpreis WLAN-Adapter lieferbar. Bei Denon und Yamaha muss der Käufer, ist eine kabellose Einbindung gewünscht, auf spezielle Bridges von Drittanbietern zurück kommen.

Der Umfang der Netzwerk-Sektionen ist im Übrigen bereits bei den kleinen Modellen praktisch so groß wie bei den höher angesiedelten Baureihen.  Manchmal gibt es aber Unterschiede im Detail, so bei Denon – der AVR-1713 (NEU: Denon AVR-X1000) hat zwar grundsätzlich die identischen Netzwerkfunktionen, aber der AVR-3313 (NEU: Denon AVR-X4000) z.B. kann  auch 192 kHz/24-Bit FLAC und WAV-Dateien wiedergegeben werden, aufgrund der geringeren Prozessorleistung geht dies bei den kleineren Modellen nicht.

Die direkte Einbindung von iPod und iPhone ohne zusätzliches Dock, also nur mit dem normalen USB-Kabel, ist 2012 bei den großen vier Anbietern Standard. Eine Ladefunktion für das iPad gibt es nur bei Pioneer, da der USB-Anschluss auch mit größeren Spannungen, die fürs Laden des iPads nötig sind, klarkommt.

AirPlay – für Apple- und iTunes-Fans wichtiges Kaufkriterium – bieten Denon, Pioneer und Yamaha an. Hier kann Musik direkt vom iPhone, von iTunes auf dem PC oder vom iPad zum AVR gestreamt werden.

Ebenfalls bieten Denon, Yamaha, Pioneer und Onkyo allesamt Applikationen für Smartphones, die unter Google Android  (bei Denon kommt die Android-App in Kürze) oder unter Apple iOS laufen, kostenlos zum downloaden bei Google Play oder in Apples App Store an. Pioneer leistet sich hier den Luxus zweier verschiedener Apps, eine für kleinere AVRs Pioneer VSX-527 (NEU: Pioneer VSX-528) und VSX-922 (NEU: Pioneer VSX-923) und eine für die großen Modelle (z.B. SC-2022 und SC-LX86). Bis auf die kleine Pioneer-App, die etwas weniger umfangreich gehalten ist, bieten alle Apps praktisch volle Steuerungsmöglichkeit mittels Smartphone. Pioneer offeriert bei der „großen“App auch Kompatibilität zu Apples iPad. Bei Yamaha und Onkyo kann die Android-App auch Musik vom Smartphone zum AVR streamen.

Bei Pioneer und Onkyo gibt es auch optional Bluetooth-Adapter für das Streamen von Musik z.B. von Tablets oder Smartphones.

Besonderheiten der jeweiligen AVRs

Schauen wir uns einem genauer an, welche besonderen Kaufargumente die Receiver der vier im Vergleich stehenden Marken aufweisen ...

Pioneer

Pioneer bietet mit dem AV-Navigator eine leicht durchschaubare und gut aufgebaute interaktive Bedienungsanleitung für den PC und für das iPad an. Dadurch kann jeder Anwender problemlos den AV-Receiver korrekt anschließen und konfigurieren.  Mit „Air Jam“ bietet Pioneer zudem eine weitere Apple iOS App an (Nicht für Android). Der AVR muss ins Netzwerk für die Nutzung eingebunden sein. Jeder, der ein Apple Device mit Musikinhalten hat, kann diese Musik dem AVR zukommen lassen. Es gibt einen sogenannten „Host“ der die „Befehlsgewalt“ über die Playlistverwaltung hat. Auf die Playlist kann jeder zugreifen und kann auch die Musik vom eigenen Device hinzufügen.

Besonderheit beim SC-LX86 sind auch die insgesamt drei HDMI-Ausgänge, hier ist auch einer für HD-Signale in einer 2. Hörzone zu verwenden.  Verwendet man den SC-LX86 als Soundkarte, kann bei Mac-Anwendern der „integere Modus“ aktiviert werden, man hat eine reine Audiodatenübertragung ohne System-Sounds, es wird nur der digitale Audiostream wiedergegeben. Die großen Pioneer AVRs verfügen überdies über ein THX-Zertifikat.

Denon

Auch Denon hat sich bezüglich der Bedienung etwas einfallen lassen – per On Screen Display gibt es eine sehr gute Setup-Hilfe, die bebildert und mit guten Texten ausgestattet ist. So ist es auch kaum versierten Anwendern möglich, Schritt für Schritt den AV-Receiver betriebsfertig zu machen. Augenmerk hat Denon ferner auf ein besonders übersichtliches Anschlussfeld gelegt.  Kennzeichen des AVR-3313 (NEU: Denon AVR-X4000) ist der dritte HDMI-Ausgang, bei einem Gerät für knapp 1300 EUR enorm. Der dritte HDMI-Out kann für Zone 2 verwendet werden.

Onkyo

Die größte Anzahl an internetbasierten Musikdiensten ist Besonderheit bei Onkyo, die größten Modelle Onkyo TX-NR3010 und TX-NR5010 können zudem direkt digitale Hochleistungslautsprecher ansteuern. Zudem bieten viele Onkyo AVRs ein THX Select 2 oder THX Ultra 2 Zertifikat.

Yamaha

Die bereits erwähnte umfangreiche DSP-Sektion ist hier Besonderheit. Man sollte aber immer darauf achten, dass das gewählte DSP auch zum Inhalt der Quelle passt.

Einmesssysteme

Bei den größeren AV-Receiver-Modellen der hier genannten Hersteller ist es möglich, die Einstellung der Lautsprecher-Basisparameter automatisiert durchführen zu lassen. Darüber hinaus bieten die Hersteller mittels „Room EQ“ die Möglichkeit, eine den Klang verbessernde akustische Anpassung des Lautsprechersystems an die Bedingungen des Hörraums vorzunehmen.

Besonders umfangreich ausgestattet ist Pioneers MCACC.  Hier erhält der versierte User noch eine Vielzahl an manuellen Parametern für das akustische Feintuning. Bei Pioneer gibt es bei den größeren Modellen auch die Möglichkeit, die Daten über einen PC auszulesen, man kann sie dann an einen Raumakustiker senden, der sich gleich ein Bild machen kann, wie der Raum akustisch zu optimieren ist. Pioneer bietet zudem satte 6 Speicherplätze, so dass man sich z.B. für Musik, Film und Sportprogramme eigene Settings anlegen kann. Mehrpositionen-Einmessungen sind möglich.

Onkyo und Denon setzen auf Audyssey-Einmessysteme, je nach Modell fällt das System etwas einfacher oder umfangreicher aus.  Die verschiedenen Varianten unterscheiden sich in Präzision und in der Anzahl der einzumessenden Hörpositonen, bis zu 8 sind bei den großen Systemen möglich. Es gibt bei Audyssey verschiedene Kurven, je nach Quellmaterial kann dann z.B. die Kurve für Musik oder Filmton verwendet werden.  Die Kurven werden allesamt während des Haupt-Einmessvorgangs erstellt. Es gibt bei Audyssey nicht die Möglichkeit, dass der User manuell mittels parametrischem EQ  bereits automatisch erstellte Kurven manuell optimiert, es findet sich hier lediglich bei verschiedenen AVR-Modellen z.B. von Onkyo die Möglichkeit, manuelle EQ-Einstellungen mittels grafischem Equalizer zu kreieren. Dann aber ist Audyssey deaktiviert.

Wichtig ist bei Pioneer und Onkyo: Wird eine THX-Kette verwendet, sollte manuell eingepegelt werden, als Übernahmefrequenz für alle passiven Lautsprecher gelten 80 Hz.

Yamahas YPAO ist ähnlich wie Pioneers MCACC sehr umfangreich ausgestattet. Auch bei Yamaha sind genau wie bei den anderen Mehrpunkteinmessungen möglich. YPAO bietet auch eine Einmessung für den Lautsprecherwinkel, an, es findet sich z.B. bei den großen Aventage-Modellen auch ein spezielles Tool im Lieferumfang, welches zusätzlich zum Mikrophon enthalten ist und die Winkelmessung ermöglicht.

 


YPAO im RX-A 3020

Klangoptimierung mit YPAO Mehrpunkteinmessung ...

Yamaha stellt mit seiner YPAO-Technologie ein sehr effizientes System zur Raumeinmessung zur Verfügung. Mittels eines speziellen Mikrofons in Verbindung mit einem internen parametrischen Equalizer justiert YPAO automatisch den bestmöglichen Klang für jeden Raum. Dazu analysiert YPAO die akustischen Gegebenheiten des Raumes und stimmt diverse Audioparameter für den optimalen Klang ab. Das Ergebnis ist dem eines professionellen Installateurs gleich! Mehr dazu ...

 


YPAO Einmessung
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... und Raumhallmessung

Die YPAO-Klangoptimierung analysiert die Raumakustik und passt verschiedene Audioparameter automatisch an, damit der Ton von Ihrer Hörposition aus optimal ist. Der RX-A3020 verbessert dies zusätzlich mit Reflected Sound Control (R.S.C.), die unerwünschte Töne, die von Wänden, Böden und sogar großen Möbelstücken reflektiert werden, unterdrückt und kompensiert, sodass Sie beeindruckenden Klang in Studioqualität erhalten. Mehr dazu ...

 

Yamaha's YPAO ist außerordentlich leistungsfähig, es gibt sogar für den versierten Anwender einen parametrischen EQ fürs individuelle Feintuning.

Fazit

Egal für welche der hier betrachteten Marken man sich letztlich entscheidet, einen groben Fehlkauf wird man kaum zustande bringen. Dazu stehen Pioneer, Yamaha, Onkyo und Denon viel zu sehr im Wettbewerb und keiner kann es sich leisten, sein Renomée beim Fachpublikum aufs Spiel zu setzen. Sieht man einmal von typischen Montags-Geräten oder -Serien ab (was generell ausgesprochen selten vorkommt), ist bei den genannten Herstellern auch die Verarbeitungsqualität tadellos. Die Unterschiede dürften daher eher in einzelnen Details der Ausstattungsmerkmale, in der Bedienerführung und am Schluss eben doch in der klanglichen Charkteristik zu suchen sein.