HDR10+: dynamische Metadaten sorgen Szene für Szene für eine optimale Bilddarstellung

Carsten Rampacher (HIFI-REGLER Redaktion) am 04.05.2017

Samsung und Amazon Video machen sich gemeinsam für die Verbreitung des Videostandards HDR10+ stark. HDR10+ ist ein offener Standard für hochwertige HDR-Videoinhalte, der dynamische Metadaten nutzt, um auf kompatiblen TV-Modellen sehr starke Kontraste und lebendige Farben darzustellen. Im Rahmen der Partnerschaft wird Amazon Video der erste Video-Streaming-Anbieter sein, der seine Kunden auf der ganzen Welt in den Genuss von hochqualitativen Inhalten im Format HDR10+ kommen lässt.

Filmstudios arbeiten in der Regel mit professionellen HDR-Produktionsmonitoren. Diese überflügeln die technischen Fähigkeiten der am Markt erhältlichen TVs in mancher Hinsicht, kosten aber auch ein Vielfaches. Damit die Bildqualität und der kreative Ausdruck auch zu Hause in jeder Szene dem Referenzbild nahe kommt, erweitert HDR10+ den offenen Standard HDR10 um dynamisches Tone Mapping (dynamische Helligkeits- und Kontrastanpassung). Der bisher etablierte HDR10-Standard verwendet statische Metadaten. Für zuhause können mit HDR10+ nun Helligkeits- und Kontrastanpassungen für jede Szene vorgeschrieben und mit präzisem Timing übermittelt werden. Die Produzenten von HDR-Filmen sorgen dadurch für eine optimale Bildqualität in jeder Szene. Ein Beispiel: Wenn ein Film mit einer insgesamt sehr hellen Abstimmung wenige düstere Szenen beinhaltet, erscheinen diese häufig deutlich dunkler, als der Regisseur dies ursprünglich vorgesehen hatte. Dieses Problem wird mit HDR10+ gelöst. „Dynamische Metadaten kann man sich wie einen präzise getimten Equalizer für einzelne Helligkeitsbereiche im Bild vorstellen. Helligkeit, Kontrast und Schwarzwerte werden damit szenenabhängig optimiert“, sagt Florian Friedrich, Gründer von Quality.TV und Experte für HDR. „Unter HDR10 ist dies nur einmal für den gesamten Film möglich. Da aber jeder Fernseher  ganz bestimmte Maximalwerte für Helligkeit oder Farbumfang mit sich bringt, geht somit Bildqualität verloren.“

HDR10+ setzt hingegen auf dynamische Metadaten, die es HDR-fähigen Fernsehern ermöglichen, die Helligkeit Szene für Szene oder sogar Bild für Bild anzupassen. Durch besonders starke Kontraste und damit auch eine verbesserte Farbdarstellung, produziert HDR10+ Bilder, die der Vorstellung des Regisseurs deutlich mehr entsprechen. „Dynamische Metadaten schaffen im Video-Mastering ganz neue Möglichkeiten. Statt die HDR-Einstellungen für den ganzen Film festzulegen, können je nach Szene angepasste Angaben vorgenommen werden. Das Ergebnis sind deutlich differenziertere und realistischere Bilder“, so Friedrich weiter.

Dynamische Metadaten: Besseres HDR in allen Preisklassen

Premium TVs mit HDR wie die QLED TVs von Samsung erreichen oder übertreffen bereits die im Mastering übliche Spitzenhelligkeit von 1.000 Nits und kommen daher mit statischen Metadaten gut zurecht. „Die Vorteile von dynamischen Metadaten zeigen sich hingegen besonders bei günstigeren HDR TVs  die bei halber Helligkeit oder weniger einen deutlich eingeschränkten Dynamikumfang abbilden“, sagt Friedrich. “In Konsequenz geht häufig die Differenzierung zwischen diffusem Licht und Reflektionen in HDR-Bildern verloren – ein wichtiger Faktor für die Tiefenwirkung und den realistischen Bildeindruck”, so Friedrich weiter. Dynamische Metadaten geben den Content-Produzenten die Möglichkeit selbst zu entscheiden, ob in einer Szene die Differenzierung in den hellen oder dunklen Bildbereichen priorisiert werden soll. “Das ist eine Entscheidung, die der Fernseher nicht treffen kann”, sagt Friedrich.

Alle 2017 Samsung UHD TVs werden HDR10+ unterstützen

 

Alle Samsung UHD TVs der Generation 2017 einschließlich des Premium QLED TV Lineups werden HDR10+ unterstützen. In der zweiten Jahreshälfte werden die 2016er Samsung UHD TVs via Firmware-Update die Unterstützung für HDR10+ erhalten.

„Die innovative Technologie HDR10+ bietet ein HDR-Seherlebnis mit lebendigen Kontrasten und einer präzisen Farbdarstellung“, sagt Kai Hillebrandt, Vice President Consumer Electronics Samsung Electronics. „Durch erstklassige Partner wie Amazon Video können wir für unsere Kunden noch mehr HDR-Inhalte in atemberaubender Qualität auf unsere UHD TVs bringen.“

Starke Partnerschaften zum Ausbau des Ökosystems für HDR10+

Die Einführung von Inhalten mit HDR10+ unterstreicht abermals die Vorreiterrolle von Samsung und Amazon Video im HDR-Bereich. Im Mai 2015 waren Samsung und Amazon Video die ersten Anbieter, die HDR mit dem offenen Standard HDR10 einer breiten Masse zugänglich machten. Dieser Schritt legte den Grundstein für weitere HDR-Formate. HDR10 ist heute von Hollywood-Filmstudios bis zu TV-Herstellern auf der ganzen Welt der meistgenutzte HDR-Standard. „Wir freuen uns darauf, unseren Kunden gemeinsam mit Samsung eine noch bessere Bildqualität zu ermöglichen“, sagt B.A Winston, Head of Global Video Delivery Amazon Video. „Wir bei Amazon versuchen immer wieder, unseren Kunden innovative Angebote zu machen. Als erster Streaming-Dienst werden wir HDR10+ ab Juli weltweit zur Verfügung stellen.“

Durch den Ausbau weiterer Partnerschaften und eines umfangreichen Ökosystems liefert Samsung das bestmögliche Seherlebnis für HDR10+. Samsung arbeitet bereits mit weiteren Technologiepartnern wie Colorfront zusammen, um die Postproduktionsprozesse für Inhalte im Format HDR10+ abzustimmen. Grundlage für HDR10+ ist der offene Standard SMPTE 2094-40, der von allen Interessierten ohne Lizenzkosten genutzt werden kann. Vielversprechend ist auch die Kooperation mit MulticoreWare, wodurch eine Unterstützung für HDR10+ vollständig in den freien High Efficiency Video Coding (HEVC) Encoder x265 integriert wird. Der Standard wird schon bald in vielen Bereichen der Filmindustrie und bei führenden Firmen wie Telestream, Haivision oder Rohde & Schwarz verwendet.

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