TEST: Multiroom-System Pulse Flex von Bluesound

Thomas Schmittlein (HIFI-REGLER) am 21.04.2016

„Convenience over Quality“ – mit diesen Worten kann man viele der immer zahlreicher werdenden Wireless-Multiroom-Systeme treffend beschreiben. Denn häufig wird eine Vielzahl an Streaming-Diensten, Internetradios, etc. geboten, auch die Einrichtung und Installation geht mittlerweile bei den meisten Mitstreitern am Markt recht problemlos – doch an der Klangqualität und oft auch beim Material wird dann der Rotstift angesetzt. Audiophile Hörer können nur die Nase rümpfen.

Komponenten, die gehobenen Ansprüchen sowohl an die akustische Performance, als auch bzgl. der multimedialen Flexibilität gerecht werden, sind rar. Mit Bluesound haben wir einen Partner gefunden, der sich diese Maxime zum Ziel gesetzt hat. Die Wurzeln im HiFi-Bereich lassen sich schon an der Herkunft der Entwickler und Ingenieure, die großteils vom britischen HiFi-Spezialisten NAD stammen, ablesen.

Die große Herausforderung im Bereich der Wireless-Multiroom-Komponenten ist nicht nur die drahtlose Audiosignal-Übertragung, sondern auch die kompakte Gehäusegröße der Komponenten – trotzdem soll der Klang auch erfahrene Ohren überzeugen. Wir sehen uns daher direkt als ersten Kandidaten den Bluesound Pulse Flex an, der sich als Einstieg in die Bluesound-Welt präsentiert.

Schicke Optik, sehr solide Verarbeitungsqualität

Bereits beim Auspacken mutet der Bluesound Pulse Flex in schicker und durchdachter Verpackung hochwertig an. Der 125mm x 183mm x 100mm große Lautsprecher weist rundum eine hohe Verarbeitungsqualität auf und ist in Weiß oder Schwarz erhältlich. Die matte Oberfläche besteht aus einem Kunststoff, der durch eine ausgezeichnete Haptik positiv auffällt  und keinen Deut billig wirkt. Das frontale Lautsprechergitter ist exzellent ins Gehäuse integriert, nirgends gibt es ungleichmäßige Spalte oder Übergänge. Exzellent eingebunden  sind auch die Bedienelemente an der Oberseite, die mit gutem Druckpunkt überzeugen. Die Optik ist schlicht und dadurch sehr elegant, bei der Integration ins moderne Wohnambiente steht  sich der Pulse Flex nicht selbst im Weg.

Wie aus einem Guss wirkt der Pulse Flex, das Gehäuse verjüngt sich ein wenig an der Rückseite, die eine Auswahl an Verbindungsmöglichkeiten offeriert. WLAN gehört natürlich zum Ausstattungsumfang, ein Ethernet-Slot ist aber ebenfalls vorhanden. Außerdem ein Anschluss für einen Kopfhörer, Micro-USB und USB sowie ein analoger Klinkeneingang, der mittels beiliegendem Adapter auch digital genutzt werden kann.

 

Einfache und schnelle Installation

Für eine problemlose Inbetriebnahme liegt eine Schnellstartanleitung in deutscher Sprache bei. Nach der Verbindung des Pulse Flex mit dem Stromnetz baut die Wireless-Multiroom-Komponente automatisch ein eigenes WLAN-Netzwerk auf, mit dem man sich mit dem eigenen Smartphone oder Tablet verbinden kann. Die Einrichtung erfolgt dann mit dem Web-Browser auf dem mobilen Endgerät. Die Installation ist Schritt für Schritt beschrieben und auch wenn die Konfiguration im Web-Browser nur in englischer Sprache verfügbar ist, sollte die Installation keine Probleme bereiten. Sobald das Gerät ins heimische Netzwerk eingebunden ist, bietet sich der Download des „BluOs Controllers“ aus dem App Store an, der eine komfortable Steuerung mit dem Smartphone und Tablet ermöglicht.

 

Problemlose Handhabung

Das Handling ist dank der übersichtlichen Smartphone/Tablet-App auch für Laien sehr einfach und komfortabel. Im „BluOs Controller“ können vorhandene Bluesound-Komponenten zur Wiedergabe ausgewählt, oder falls mehrere vorhanden sind, gruppiert werden. Im Navigationsbereich kann man auf sämtliche Musikquellen zugreifen. Dazu gehören NAS-Server, direkt am Pulse Flex angeschlossene Quellen sowie Streaming-Dienste wie TuneIn, Radio Paradise und TIDAL. Der Pulse Flex ist, wie alle Bluesound-Geräte, mit Bluetooth ausgestattet und unterstützt zudem den Übertragungs-Standard aptX, der eine hochqualitative Signal-Übertragung garantiert. Selbstverständlich können aus dem vorhandenen Material auch Playlisten erstellt und gespeichert werden.

Die bereits angesprochenen Streaming-Dienste können in der App direkt angewählt werden, lediglich vorhandene Netzwerkfreigaben auf PCs, Macs oder DLNA-Servern müssen in den Einstellungen unter „Musiksammlung“ noch separat hinzugefügt werden.

 

Bedienkomfort und hohe Flexibilität

Sehr gut gefallen uns die Möglichkeiten der Kategorisierung und Visualisierung, die die Smartphone-Applikation von Bluesound bereithält. So können die Musikinhalte gezielt z.B. nach Genre angeordnet und durchsucht werden. Ebenso begeistert das sogenannte „Widget“. Dabei werden wichtige Informationen und Steuerungsmöglichkeiten auch im Lockscreen des Smartphones oder Tablets angezeigt. Der Anwender hat damit direkten Zugriff auf Wiedergabe-Tasten, Lautstärke-Einstellung und Direktwahltasten, auch ohne die Applikation permanent geöffnet haben zu müssen. Die Applikation ist für iOS- und Android-Geräte erhältlich.

Den auf der Oberseite integrierten Tasten 1-5 können in der App direkt Quellen zugewiesen werden. Das ist besonders komfortabel, da man einfach nur auf eine der Tasten drückt und schon wird z.B. ein Internetradio direkt wiedergegeben.

Der Pulse Flex bietet unter den Bluesound-Komponenten eine Besonderheit. Er kann als einziger mit einem optional erhältlichen Akku-Pack ausgestattet werden und wird damit zum transportablen Lautsprecher, der auch auf der Terrasse oder dem Balkon eine exzellente Figur macht. Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass man die Bluesound-Komponenten nicht nur einzeln verwenden, sondern auch zu einem Stereo-Paar kombinieren kann. Die Komponenten lassen sich flink koppeln oder auch wieder entkoppeln, wenn man den Pulse Flex zwischendurch mitnehmen möchte.

 

Hohe Audio-Performance trotz kompakter Form

Selbstverständlich kann man bei solch gering dimensionierten Gehäusen keine audiophilen Meisterleistungen erwarten, dennoch gibt Bluesound den Komponenten die essentiellen Grundvoraussetzungen mit, um eine optimale Leistung mit dem vorhandenen Material zu ermöglichen. Herzstück ist ganz klar ein 32-bit/192 kHz Digital-/Analog-Wandler. Die Bluesound-Devices unterstützen diese Bittiefe und Bitrate nativ, darunter folgende Formate: MP3, WMA, AAC, OGG, WMA-L, FLAC, ALAC, WAV, AIFF und HRA. Unter den unterstützten Streaming-Diensten befinden sich mit WiMP, Qobuz und TIDAL auch Services, die Musiktitel in entsprechend hoher Auflösung bieten können. Die notwendige Rechenpower liefert ein ARM Cortex-9 Multi-core Prozesor mit 1.9 GHz.

Ein ausgewachsener, audiophiler HiFi-Lautsprecher wird aus dem kompakten Pulse Flex natürlich trotzdem nicht. Allerdings bleibt die Bluesound-Komponente weitgehend natürlich und setzt nicht, wie viele Mitstreiter, auf viel Spektakel ohne Substanz. Hier wirken auch die Mitten recht solide ausgeprägt, ein ausgewogenes Gesamtresultat ist die Folge. Die Spielfreude leidet nicht und eine lebendige Bühne wird geschaffen. Auch bei etwas höherem Pegel bleibt der Pulse Flex absolut souverän und wird nie anstrengend. Auch anspruchsvolle Genres gelingen dank der balancierten Auslegung, die authentische Stimmwiedergabe begeistert. Bass-Fanatiker sind hier falsch. Der Pulse Flex spielt untenrum kräftig auch, versucht aber nicht die tiefsten Frequenzen zu suggerieren, die aufgrund der Größe ohnehin nicht erreicht werden können. Hier wurde auf eine natürliche und ausgewogene tonale Auslegung hin optimiert, und das ist exzellent gelungen.

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