LCD- oder OLED-TV? Vor- und Nachteile in der Übersicht

Carsten Rampacher (HIFI-REGLER Redaktion) am 15.09.2016

Viele Interessenten, die sich einen neuen Flat- oder Curved-Fernseher kaufen möchten, stehen vor der Frage: Soll ich mir einen LCD-TV, am besten mit hoch entwickeltem Quantum DOT-Display, oder einen als besonders fortschrittlich eingestuften OLED-Fernseher kaufen? So merkwürdig es klingen mag, aber keine Display-Technologie kann man als das "Nonplusultra" in allen relevanten Belangen einstufen. Daher ist es vom individuellen "Use Case" abhängig, ob ein OLED-TV oder ein LCD-basierter Fernseher die richtige Wahl ist.

Generell wichtig ist, dass der ins Auge gefasste TV auf jeden Fall die Wiedergabe von High Dynamic Range-Inhalten (HDR) unterstützt. Hier muss man allerdings noch ein bisschen mehr wissen, denn es gibt zwei Möglichkeiten, eine komplette HDR-Wiedergabe sicherzustellen - diese beiden Möglichkeiten sind übrigens im Ultra HD Premium-Standard festgelegt:

 

In der Ultra HD Premium-Spezifikation ist auch festgelegt, wie ein TV-Gerät HDR darzustellen hat

 

 

a) ein extrem tiefer Schwarzwert von weniger als 0,0005 Nit und eine Maximalhelligkeit von 540 Nit maximale Helligkeit

b) Weniger als 0,05 Nit Schwarzwert und mindestens 1.000 Nit Maximalhelligkeit. 

 

Übrigens: Immer mehr Hersteller springen auf den OLED-Zug auf. Nun gibt es neben dem OLED-Vorreiter LG auch Philips, Loewe, Metz und Grundig, die auf die organischen Displays setzen. Wenden wir uns nun die beiden Technologien zu.

Für einen LCD-TV mit Quantum DOT-Display spricht:

 

Moderne LCD-TVs mit Quantum DOT-Display sind sehr leistungsfähig geworden

 

 

  • Deutlich größere maximale Helligkeit. Derzeit sind rund 700 bis über 1.000 Nits Standard bei HDR-fähigen LCD-TVs. Wer absolut sicher gehen möchte, dass die komplette HDR-Range dargestellt wird, der nimmt einen Quantum DOT-LCD mit 1.000 Nit-Display. Dadurch kommen die Vorteile von HDR-Material, aber auch von normalem Content auch bei deutlichem externem Lichteinfall besser heraus. Das steigert die Praxistauglichkeit.
  • Immer besseres Backlight. Prinzipbedingt benötigt ein LCD-TV eine Hintergrundbeleuchtung, da LCD-Kristalle nicht selber leucten. Durch immer aufwändigere und intelligentere Hintergrundbeleuchtung bei den Direct-LED-basierten LCD-TVs (hier sitzen die LEDs direkt hinter dem Panel) wird der Detailkontrast immer besser - und zwar in einem so überzeugenden Maße, dass der OLED seine noch feinere Kontrastdynamik hauptsächlich im fast völlig dunkeln Raum ausspielen kann. 
  • Ein deutlich günstigerer Kaufpreis. Ein 65 Zoll-OLED der gehobenen Klasse kostet gut und gern noch 6.500 bis 7.000 EUR, während hochklassige LCD-TVs im 65 Zoll-Format mit Quantum DOT-Panel ab knapp 4.000 EUR zu haben sind. Wem ein LCD-TV der oberen Mittelklasse reicht, der kann schon für rund 2.800 bis 3.000 EUR zuschlagen, während selbst ein Einstiegs-OLED in 65 Zoll kaum unter 5.000 EUR zu bekommen ist. 

Für einen OLED-TV spricht:

 

OLED-TVs beeindrucken mit tiefstem Schwarz

 

 

  • Tieferer Schwarzwert. Gerade im komplett abgedunkelten Heimkinoraum bringt der OLED das noch authentischere Bild zustande.
  • Nochmals feinere Kontrastdynamik im Detail im abgedunkelten Raum, da beim OLED jeder Bildpunkt leuchtet - also im Falle eines Ultra HD-OLED-TVs die 3.840 x 2.160 Bildpunkte. 
  • Ein besonders augenfreundliches, angenehmes Bild - wie früher vom Plasma bekannt. Sehr gut für den abendlichen entspannten Filmgenuss. 

Noch keine Kommentare vorhanden

* Pflichtangaben

Schreiben Sie den ersten Kommentar

Bitte beachten Sie dabei unsere Richtlinien für Blog-Kommentare.



CAPTCHA Image
Kategorien
Reportagen (4)
Testberichte (12)
News (36)
Insight (5)
Komponenten (6)
Rumors (2)
Music (3)
Techtalk (4)
Blu-ray (6)
Marken (43)
Sonderaktion (14)
Know-How (6)
Updates (13)
Archiv