Was ist wichtig beim Kauf von Soundbar oder aktivem TV-Lautsprecher?

Carsten Rampacher (HIFI-REGLER Redaktion) am 27.09.2016

Soundbars und aktive TV-Lautsprecher sind ein Trend, der schon einige Jahre anhält. Die Gründe dafür sind meist relativ einfach nachzuvollziehen. Das im Flachbildschirm oder im Curved-TV eingebaute Lautsprechersystem ist in vielen Fällen nur als unzureichend zu bezeichnen. Kaum Bass, kaum Höhen, wenig Pegelfestigkeit - der geringe Platz, der zum Einbau zur Verfügung steht, fordert ebenso seinen Tribut wie die oft wenig hochwertigen Lautsprecher-Chassis und Endstufen. 

 

Yamahas Soundprojektoren, hier der YSP-1600, strahlen richtige Schallwellen an die Wände des Hörraums ab

 

 

Daher greifen viele Käufer, die nicht die Möglichkeit und nicht den Willen mitbringen, ein komplettes Mehrkanal-Setup mit AV-Receiver und passendem Lautsprechersystem aufzustellen, zu einer Soundbar, die man unter den TV ins Sideboard stellen oder unter dem TV an der Wand befestigen kann, oder zu einem aktiven TV-Lautsprecher oder Sounddeck. Auf den aktiven TV-Lautsprecher oder auf das Sounddeck stellt man dann das Fernsehgerät mit Standfuß. 

Natürlich gibt es enorm viele Alternativen auf dem Markt - was ist zu bedenken?

 

Großes, leistungsstarkes TV-Lautsprechersystem mit HDMI-Beschaltung: Canton DM 90.3

 

 

  1. Gerade, wenn man einen großen TV ab 55 Zoll verwendet, sollte man aufpassen, dass Soundbar oder Sounddeck von den Abmessungen her auch passen. Beim Kauf eines Sounddecks sollte man sich über die Tragfähigkeit informieren, damit der große TV auch bedenkenlos darauf gestellt werden kann.
  2. Wenn man viel Wert, z.B. bei der Wiedergabe von Actionfilmen, auf einen nachdrücklichen Bass legt, sollte man auf jeden Fall eine Soundbar kaufen, bei der im Paket gleich ein Wireless-Subwoofer enthalten ist. Alternative ist, einen kabelgebundenen Subwoofer anzuschließen, dafür ist ein Subwoofer-Vorverstärkerausgang nötig. Diesen bringen einige Soundbars mit. Bei aktiven TV-Lautsprechern/Sounddecks ist es wichtig, ein Gerät mit entsprechendem Gehäusevolumen für nachdrücklichen Bass zu erwerben. Auch hier gibt es Devices, die zusätzlich noch einen Pre-Out zum kabelgebundenen Anschluss eines aktiven Subwoofers aufweisen. 
  3. Um den TV mit dem Sounddeck oder der Soundbar zu verbinden, eignet sich ein HDMI-Ausgang an Soundbar oder Sounddeck am besten. Praktisch ist der Audio Return Channel (ARC), mit dem viele HDMI-Ports ausgestattet sind. Unterstützen Soundbar und TV ARC, läuft immer die Soundbar/das Sounddeck als Lautsprecher automatisch mit. Alternative: Verbindung mittels eines optischen Digitalkabels. Sehr viele Soundbars und Sounddecks bringen optische Digitalanschlüsse mit, ebenso viele TVs. Die analoge Verbindung sollte nur als letzte Alternative angesehen werden. 
  4. Weist die Soundbar oder das Sounddeck mehrere HDMI-Eingänge auf, an die dann Zuspieler wie z.B. ein Ultra HD Blu-ray-Player angeschlossen werden, muss man sich vor dem Kauf vergewissern, dass Soundbar oder Sounddeck auch HDMI 2.0 inklusive HDCP 2.2 unterstützen. Sonst können die kopiergeschützten Signale einer Ultra HD-Blu-ray nicht durchgeleitet werden. 
  5. Nützlich für das Streaming von Smartphone oder Tablet ist eine Bluetooth-Funktion bei Soundbar oder Sounddeck. Diese ist mittlerweile beinahe immer an Bord, unabhängig von der Preisklasse.
  6. Wer auch einmal Musik mit Soundbar oder Sounddeck hören möchte, sollte am besten ein Device mit hochwertigen Mehrweg-Lautsprechersystemen, also mit dedizierten Hochtönern, Mittel-/Tieftönern und einem oder mehreren Basstreibern wählen. Modelle mit Breitbandchassis für Hochton- und Mitteltonbereich klingen nicht so differenziert. 
  7. Wichtig ist ein guter virtueller Surround-Algorithmus für ein authentisches Gefühl von Räumlichkeit - besonders merkt man dies, wenn man Filmtonspuren anhört. Sonderfall Yamaha: Bei den Soundprojektoren der Japaner werden mittels sogenannter spezieller "Beam-Lautsprecher" werden echte Schallstrahlen an die Wände des Hörraums geschickt. Daher sind die Yamaha Soundbeamer, wenn man es so will, richtige Mehrkanal-Systeme und keine Devices, die mit psychoakustischen Effekten arbeiten. 
  8. Sehr wichtig - das Vorhandensein eines Decoders zumindest für Dolby Digital. Besser ist es, wenn auch noch ein DTS-Decoder an Bord ist. Besitzt die Soundbar oder das Sounddeck keine eingebauten Decoder, muss die Tonsignalausgabe von TV/Blu-ray-Player auf PCM gestellt werden, sonst hört man nichts!! 
  9. Manche Soundbars und Sounddecks bringen recht gute DSP-Programme mit, z.B. "Movie" (für eine solide Präsentation von Filmtonspuren), "Music" (für eine ansprechende Wiedergabe von Musik) oder "News" (mit besonders guter Verständlichkeit von Stimmen). Wer darauf Wert legt, sollte sich vergewissern, dass das ins Auge gefasste Device über diese Möglichkeiten verfügt. 
  10. Soundbars z.B. von Heos by Denon oder Samsung eignen sich auch optimal für die Einbindung in ein Wireless Multiroom Audio-System - oder man kann mit der Soundbar ein solches System beginnen und sich anschließend weitere Lautsprecher für andere Räume hinzukaufen. Wer dies beabsichtigt, sollte beim Kauf der Soundbar/des Sounddecks auf das Vorhandensein entsprechender Möglichkeiten achten. 

Mit komplettem Heos-Modul an Bord: Soundbar Heos by Denon HomeCinema

 

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