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DVB-T - Einführung der DVB-T-Sendegebiete
Autoren: Karsten Serck, AREADVD,
Detlev Schnick, HIFI-REGLER
- update: 08.06.2004
Digitalfernsehen und DVB-T
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Das Kürzel DVB-T steht für Digital
Video Broadcasting - Terrestrial, wobei Terrestrial
für die Sendung und den Empfang über bodengebundene (terrestrische)
Antennenanlagen steht - im Gegensatz zu Sendung und Empfang über
Satellit und "Satellitenschüssel" (DVB-S). Die Popularität
des Begriffes DVB-T und die damit einhergehende Thematisierung des
Digitalfernsehens hat bei manchen unserer Besucher den Eindruck
entstehen lassen, mit DVB-T würde nun endlich das Digitalfernsehen
eingeführt. Dem ist jedoch nicht so. Vielmehr wird jetzt in
der terrestrischen Sendetechnik das nachgeholt, was in der Satelliten-Sendetechnik
bereits seit Mitte der 90er-Jahre eingeführt und mittlerweile
Standard ist. Mit etwas Verzögerung soll Digital TV dann auch
im Kabelnetz zur Verfügung stehen (DVB-C), und am digitalen
TV-Empfang über Handy oder Handheld (DVB-H) wird ebenfalls
bereits intensiv gearbeitet. Das Thema dieses Specials ist jedoch
zunächst DVB-T.
Nach den Plänen der Bundesregierung soll DVB-T bis spätestens
2010 in ganz Deutschland flächendeckend eingeführt sein.
Als Pilotprojekt wurde DVB-T in der Region Berlin im November 2002
eingeführt. Nun geht es zügig weiter: Am 24.05.2004 ging
DVB-T in den Regionen Köln/Bonn, Hannover/ Braunschweig
und Bremen/Unterweser auf Sendung. Durch DVB-T soll der
im Laufe der Jahre immer unbedeutender gewordene TV-Empfang über
die normale Hausantenne wieder belebt werden. Der Clou dabei: Digital
TV macht es mittels Datenkompression möglich, auf einem TV-Kanal
anstelle eines Programms bis zu vier Programme auszustrahlen. Auf
diesem Wege lassen sich über Antenne etwa 20 Programme empfangen,
je nach Anzahl der freien Frequenzen sogar mehr.
Da DVB-T im gleichen VHF- und UHF-Frequenzbereich ausgestrahlt
wird wie das bisherige analoge Fernsehen, ist ein Umstieg nur auf
dem Wege der Abschaltung bislang analog genutzter Frequenzen realisierbar. Wer
also heute noch analog über Antenne empfängt, für
den ist die Kenntnis der Einführungspläne von höchster
Bedeutung. Ziemlich genaue Informationen zu den einzelnen Umstellungen
in den Regionen sind auf der Website www.ueberallfernsehen.de
zu finden. Sehen Sie hier eine graphische Darstellung der Einführung
von DVB-T ...
Nach Köln/Bonn und den beiden anderen Startregionen in Norddeutschland
wird DVB-T ab dem 08.11.2004 in Nordrhein-Westfalen auf Düsseldorf
und das Ruhrgebiet sowie in Norddeutschland in die Regionen
Hamburg/Lübeck und Kiel sowie zumindest die Öffentlich-Rechtlichen
Programme auch auf die Ostseeküste Schleswig-Holsteins ausgeweitet.
Ab dem 04.10.2004 kommt Digital TV auch in die Regionen Wiesbaden,
Frankfurt und Mainz mit zunächst acht DVB-T-Programmen.
Ab dem 06.12.2004 soll dieses Angebot auf rund 19 Sender ausgeweitet
werden.
Weitere Projekte in anderen Bundesländern sind derzeit erst für
2005 vorgesehenen. Im Frühjahr 2005 ist der Start in den ostdeutschen
Regionen Leipzig/Halle sowie Erfurt/Weimar geplant.
Weitere Regionen wie z.B. Nürnberg, München oder Stuttgart
und Mannheim sind ebenfalls für 2005 geplant, haben aber
noch keinen konkreten Starttermin.
Wann DVB-T endgültig flächendeckend empfangbar sein wird,
ist bislang noch offen. Die bisherigen Pläne berücksichtigen in
erster Linie die Ballungsräume. Die privaten TV-Sender, die bereits
in den letzten Jahren analoge Frequenzen aufgegeben haben, sind
praktisch nur an Regionen interessiert, in denen auch viele Zuschauer
erreicht werden können. Die Startinseln in Deutschland wurden daher
vor allem unter betriebswirtschaftlichen Aspekten ausgewählt. Eine
flächendeckende DVB-T-Versorgung auch in weniger dicht besiedelten
Gebieten würde die Kosten, die entstehen, um einen Zuschauer zu
erreichen, in die Höhe schrauben und im Vergleich zur relativ preiswerten
Satelliten-Verbreitung teurer machen. Nicht zu letzt auf Grund der
Kosten haben sich die Privatsender in den letzten Jahren auch aus
der terrestrischen Verbreitung zurückgezogen und viele Frequenzen
aufgegeben. Eine flächendeckende Versorgung entspricht zwar
der Planung der Bundesregierung. Angesichts bisheriger Projekte
unserer Regierung wie Dosenpfand und Maut sind allerdings leise
Zweifel erlaubt, ob DVB-T wirklich zum "Überall-Fernsehen"
wird, wie es in Werbeslogans gerne gesagt wird.
Bislang ist DVB-T in Deutschland vornehmlich
ein "Free-TV"-Angebot, man muss also für den DVB-T-Empfang keine
monatlichen Abo-Gebühren zahlen. Das sieht in Ländern wie den Niederlanden
anders aus, wo das "Digitenne" DVB-T-Programm nur gegen Bezahlung
zu empfangen ist. Seit Ende April 2004 ist aber auch in Berlin erstmals
ein Bezahlsender im DVB-T-Betrieb: Dort wird auf Kanal 59 im Testbetrieb
der Universal-Spielfilmkanal "13th Street" in Cryptoworks verschlüsselt
ausgestrahlt. Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte sich
einen DVB-T-Receiver
mit CI-Slot kaufen. Gegen eine große Verbreitung von Pay-TV-Programmen
via DVB-T spricht allerdings die geringe Anzahl von verfügbaren
Frequenzen, welche nur wenig Freiraum für Pay-TV lässt. Anders würde
die Situation aussehen, wenn sich z.B. die Öffentlich-Rechtlichen
TV-Sender dazu entschlossen hätten, ihr Programm zu verschlüsseln,
um Nicht-Gebührenzahler auszuschließen. Doch das hätte eventuell
auch bislang zahlende Zuschauer dazu veranlasst, ihre TV-Geräte
abzumelden. Denn wenn ein Fernseher technisch nicht mehr in der
Lage ist, ARD und ZDF über den analogen Tuner zu empfangen und auch
keine Kabel- oder Satellitenempfangsanlage vorhanden ist, entfällt
die Grundlage für die GEZ-Gebührenpflicht.
Sehen Sie hier am Beispiel der Region Köln/Bonn, welche Programme
Sie auf welchen Sendern mit DVB-T erwarten können:
Wie oben schon erwähnt steht DVB für "Digital Video Broadcasting"
und das T für "terrestrial", also die Ausstrahlung über erdgebundene
Sendestationen. Die DVB-Technik ist nicht ganz neu, denn sie ist
bereits der Standard für Digital-TV über Satellit (DVB-S) und ist
unter dem Kürzel DVB-C auch Kern aller Überlegungen für
die Weiterentwicklung des Kabelnetzes. Bei DVB-T werden - wie auch
im sonstigen Digital TV - die Video- und Audio-Signale nach dem
auch bei der DVD eingesetzten MPEG2-Standard komprimiert. Dadurch
reduziert sich die erforderliche Datenmenge und es lassen sich anstelle
nur eines analogen TV-Programms auf einem Kanal mehrere digitale
Programme ausstrahlen. Hierbei wird auch nicht mehr jedes Programm
auf einer eigenen Frequenz ausgestrahlt, sondern mehrere Programme
digital komprimiert und über ein "Playout-Center" in einem
Multiplex-Bitstream ausgestrahlt. Die nutzbare Datenrate pro TV-Kanal
liegt hier abzüglich mitgesendeter Fehlerkorrekturdaten meist zwischen
13 und 15 Mbps. Der DVB-Empfänger empfängt das Multiplex-Signal,
zieht aus diesem die Informationen über die im Multiplex enthaltenen
Programme und sucht sich das gewünschte wieder heraus, um dieses
zu decodieren. Die Programmidentifizierung erfolgt hierbei über
sogenannte "PIDs", die es sowohl für Video- als auch Audiosignale
gibt. In der bisherigen DVB-T-Übertragungspraxis stellt sich dies
so dar, dass pro Kanal meist vier Programme übertragen werden. Es
können aber theoretisch nicht nur Videodaten, sondern auch reine
Audiosignale und Datendienste übertragen werden. In Deutschland
ist bei DVB-T bislang keine Übertragung von Radioprogrammen vorgesehen.
Hier zu Lande setzt man für das Digitalradio
derzeit noch auf DAB (Digital Audio Broadcasting), welches
im Gegensatz zu DVB-T in der Öffentlichkeit immer noch weitgehend
unbekannt ist. In England gibt es zwar auch DAB (mit wesentlich
mehr Akzeptanz als hier zu Lande), aber zusätzlich auch mehr
als 20 Radioprogramme im "Freeview" DVB-T-Paket. Mit dem
"Goodmans GDB5" gibt es in England sogar für rund 100
Pfund einen Kombi-Empfänger, der sowohl DVB-T als auch DAB empfangen
kann. Wer mehr zu DAB erfahren möchte, dem empfehlen wir die
Website www.digitalradio.de.
DVB-T wurde gegenüber DVB-S (Satellit) und DVB-C (Kabel) noch weiter
auf die Bedingungen der recht störbehafteten terrestrischen Übertragung
optimiert. Während beim Empfang über Kabel und Satellit meist ein
recht sauberes Signal am Receiver anliegt, wird das terrestrische
Signal auf seinem Verbreitungsweg vielfach durch Interferenzen oder
Reflexionen gestört, die sich dann im Fernseher als"Geisterbilder"
bemerkbar machen. Um dieser Probleme Herr zu werden, wird bei DVB-T
das optimierte Übertragungsverfahren COFDM (Coded Orthogonal Frequency
Division Multiplex) eingesetzt. Dieses verteilt die Dateninformationen
auf viele dicht nebeneinander liegende Trägerfrequenzen, so dass
bei Störungen auf einer Frequenz der Großteil der Informationen
erhalten bleibt. Außerdem sorgt bei allen DVB-Übertraungen eine
mitgesendete Fehlerkorrektur dafür, dass Signalstörungen bis zu
einem gewissen Maße ausgeglichen werden können. Während beim herkömmlichen
analogen Fernsehen sich auf der gleichen Frequenz ausgestrahlte
Kanäle störten, selbst wenn auf diesen das gleiche Programm
ausgesendet wird, so wird bei DVB-T dieser Mehrweg-Empfang sogar
zur Signalverbesserung genutzt. Denn DVB-T ist für den Gleichwellenbetrieb
ausgelegt. Befindet man sich in einer Region, in der mehrere Sender
des gleichen Netzes zu empfangen sind, so kann der Empfänger beide
Signale auswerten. Erhält der Empfänger von einem Sender ein fehlerhaftes
Datenpaket, so kann er dies durch ein korrektes Signal aus einer
anderen Empfangsrichtung ausgleichen. Diese besonderen Anpassungen
für DVB-T gegenüber DVB-S und DVB-C sind auch der Grund dafür, dass
Receiver für DVB-C bzw. DVB-S nicht für den Empfang von DVB-T geeignet
sind (und umgekehrt).
Die Optimierungen für DVB-T sorgen zum einen dafür, dass DVB-T
im Idealfall selbst mit einer ganz normalen Zimmer-Stabantenne zu
empfangen ist, ohne dass die Qualität darunter leidet, was bei terrestrischem
Analog-Empfang nur unter extrem günstigen Empfangsbedingungen möglich
war. Darüber hinaus, quasi als Nebeneffekt, ergibt sich daraus
auch die Möglichkeit, DVB-T selbst mobil und bei hohen Geschwindigkeiten
bis ca. 200 km/h auf der Autobahn empfangen zu können. Bei DVB-T
kann auch die Sendeleistung im Vergleich zum Analog-TV deutlich
reduziert werden. Das bedeutet allerdings auch, dass im Zweifelsfall
der Empfang über Ländergrenzen hinweg nicht mehr in dem Umfang möglich
sein wird, wie dies heute zu Tage noch machbar ist.
Die derzeitigen Planungen in Deutschland
sehen gemäß der 1997 von Bund und Landesregierungen gestarteten
"Initiative Digitaler Rundfunk" so aus, dass spätestens
bis zum Jahre 2010 die digitale TV-Ausstrahlung komplett das analoge
Fernsehen ablösen soll. Auch wenn in Werbebroschüren gerne von "digitaler
Qualität" fabuliert wird, so bedeutet DVB zunächst nicht unbedingt
eine bessere Qualität gegenüber dem Analog-Fernsehen. Denn im Gegensatz
zu den USA, wo aufgrund politischer Vorgaben der Umstieg vom analogen
NTSC auf das digitale ATSC gleichzeitig auch die Möglichkeiten von
HDTV,
also höheren Auflösungen als die herkömmlichen 480 Zeilen bei NTSC,
vorsieht und neben z.B. 720 oder 1080 Zeilen sogar progressive Darstellung
(720p) möglich ist, hat es die Politik in Deutschland versäumt,
solche Vorgaben zu machen.
Die Entscheidung für DVB als Übertragungsstandard bedeutet jedoch
keineswegs automatisch ein Aus für HDTV: Denn mit DVB legt man sich
nicht automatisch auf die 576 Zeilen des PAL-Systems fest. In Australien,
auch eines der analogen PAL-Länder, hat man sich ebenfalls für DVB
entschieden, aber gleichzeitig auch HDTV auf dieser Basis mit Auflösungen
von 576p, 720p und 1080i realisiert. Im Gegensatz zur 60 Hz-Bildwiederholrate
der alten NTSC-Länder arbeitet das australische HDTV aber weiterhin
mit 50 Hz. In Deutschland hat man sich hingegen zunächst einmal
für eine große Auswahl an Programmen anstelle von technischer Qualität
entschieden.
DVB-T in Europa bedeutet zunächst einmal Fernsehen in herkömmlicher
PAL-Auflösung mit 576 Zeilen, wobei hier zumindest die Option auf
Digital-Ton im Dolby Digital 5.1-Format gegeben ist. So wird man
neben ausgewählten Spielfilmen auf Pro 7 auch z.B. "Wetten,
dass..?" im ZDF in Dolby Digital 5.1 erleben können, was bislang
nur über Satellit möglich war.
Hinsichtlich der Bildqualität
hat man mit Digitalfernsehen den Vorteil, dass im Gegensatz zum
Analog-Empfang Rauschen und Interferenzen im Bild nicht zu bemerken
sind. Es gibt aber auch Nachteile: So ist die Qualität des Bildes
abhängig von der Kompressionsrate und der Qualität des auf der Senderseite
verwendeten Encoders. Die Bitraten bei DVB-T liegen gerade einmal
bei knapp 3 Mbps, was im Ergebnis häufig ein unscharfes und von
Kompressions-Artefakten gekennzeichnetes Bild zur Folge hat, welches
in der Qualität deutlich unter dem Niveau des herkömmlichen Analog-TV
(unter guten Empfangsbedingungen) liegt. Für eine geringfügige Qualitätsverbesserung
von DVB-T sorgt das "statistische Multiplexing": Hierbei
wird die maximale Bandbreite innerhalb eines DVB-T-Multiplexes nicht
einfach statisch aufgeteilt, sondern die Videobitrate variabel gestaltet,
so dass z.B. ein Programm mit viel bewegtem Inhalt kurzfristig automatisch
eine höhere Videobitrate nutzen kann, sofern auf anderen Kanälen
zum gleichen Zeitpunkt weniger Bitrate erforderlich ist. Die Bitrate
wird hier innerhalb des Multiplex zwischen den einzelnen Programmen
variabel verteilt. Ein weiterer bei der DVB-Übertragung häufig verwendeter
Trick ist die Reduzierung der Auflösung: Anstelle mit voller PAL-Auflösung
zu senden, wird diese auf 480 x 576 Pixel reduziert, wodurch zwar
Artefakte nicht ganz so stark auftreten, das Bild aber gerade einmal
das Schärfe-Niveau einer SVCD bietet.
Die Einführung von DVB-T erfolgt in Deutschland zu einem Zeitpunkt,
wo die seit Jahren bereits für DVB-S und DVB-C sowie auch bei der
DVD eingesetzte MPEG2-Kompression eigentlich schon wieder vom Stand
der Technik überholt ist. Inzwischen gibt es bereits verbesserte
Kompressionsmechanismen wie z.B. H.264 oder Windows Media 9, die
kurz vor ihrer Markteinführung in der Unterhaltungselektronik stehen
und voraussichtlich bei der "HD-DVD" Verwendung finden
werden. Solche Kompressionscodecs würden die verfügbare Bandbreite
wesentlich effektiver ausnutzen als MPEG2. Neben einer Verbesserung
der Übertragungsqualität wäre trotz der geringen Bandbreite selbst
eine terrestrische HDTV-Übertragung vorstellbar. Das ist
allerdings zum jetzigen Zeitpunkt vollkommene Illusion, denn schließlich
wären dafür noch einmal neue Set-Top-Boxen erforderlich, zu denen
die heutigen DVB-T-Receiver nicht kompatibel sind. Solche Investitionen
werden die TV-Sender ihren neuen DVB-T-Zuschauern kaum zumuten wollen.
DVB-T-Hardware (DVB-T-Receiver
und -Empfangsantennen)
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Zum Empfang von DVB-T ist ein digitaler Empfänger
erforderlich. Bislang werden diese Empfangsgeräte meist nur
als externe "Set Top-Boxen" verkauft. Während zum
DVB-T-Start in Berlin diese Boxen noch relativ rar waren, hat sich
hier inzwischen bereits ein recht großer Markt entwickelt.
DVB-T-Empfänger kosten inzwischen fast genau so wenig wie Digital-Empfänger
für Satelliten- oder Kabel-TV und sind im Handel erhältlich.
Kombigeräte zum parallelen Empfang von DVB-T in Kombination
mit DVB-C oder DVB-S sind noch selten. Recht weit verbreitet sind
dafür inzwischen DVB-T-Boxen mit integrierter Festplatte. Diese
ermöglichen eine direkte Aufzeichnung des digitalen Signals
ohne erneute Kompression. Kombi-Geräte mit DVD-Recorder sind
noch nicht erhältlich.
DVB-T-Receiver:
Fernseher mit eingebautem DVB-T-Tuner gibt es bislang kaum. Panasonic
ist hier mal wieder Vorreiter: IDTV, Integrated Digital
Television nennt sich das Feature, mit dem der Röhren-TV
Panasonic TX-32DTX30C ausgestattet
ist. Mit IDTV verfügt der Panasonic Fernseher neben dem herkömmlichen
analogen Tuner eben auch über einen Digitaltuner für DVB-T.
Sony hat seinen Sony
KD-32NS200 allerdings lediglich mit einem Digital-Receiver für
den Satelliten-Empfang ausgestattet. Sharp
hat angekündigt, in einigen seiner LCD-TVs
einen DVB-T-Tuner zu integrieren. Um DVB-T auch auf jedem einzelnen
Fernseher im Haus empfangen zu können, ist für jedes einzelne
Gerät ein eigener Empfänger erforderlich. Gegenüber
dem Satellitenempfang hat man hier den Vorteil, dass nicht extra
für jeden Receiver auch ein eigenes Antennenkabel verlegt werden
muss. Allerdings benötigt man nicht nur einen Receiver, wenn
man ein Programm ansehen möchte, sondern auch dann, wenn man
es aufzeichnen will. Videorecorder
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Der Test-Sieger DVB-T-Receiver
Kathrein UFD-570/S |
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und DVD-Recorder mit DVB-T-Empfangsteil gibt es bislang nicht auf
dem Markt. Daher sollte man bei der Auswahl des DVB-T-Receivers
darauf achten, dass dieser eine Timer-Funktion besitzt. Einige Videorecorder
und DVD-Recorder bieten die Möglichkeit, die Aufnahme automatisch
starten zu lassen, sobald ein Bildsignal anliegt. Bei solchen Geräten
muss man dann nur den DVB-T-Receiver
für die Aufnahme programmieren, ansonsten ist eine parallele
Programmierung des Recorders erforderlich. TechniSat
hat sich dieser Probleme geradezu vorbildlich angenommen:
Der TechniSat DigiPal 2 verfügt
extra über ein Feature für den Twin-Betrieb. Wenn man
zwei DigiPal2-Receiver parallel betreibt, kann man auf dem einen
eine Sendung anschauen, während man über den anderen DigiPal2
parallel dazu eine Sendung aufnimmt. Allerdings sollte man sich
überlegen, ob nicht ohnehin der Kauf eines Festplattenrecorders
wesentlich sinnvoller ist, gerade wenn man weniger TV-Aufnahmen
archiviert, sondern diese in erster Linie aufzeichnet, um sie zeitversetzt
anzusehen. Test-Sieger in der Video 06/2004: Der Kathrein
UFD-570/S, der auch über ein so nützliches Feature
wie einen externen kabelgebundenen IR-Empfänger verfügt.
DVB-T-PCI-Karten:
Auch für den PC gibt es bereits DVB-T-Empfänger-Karten.
Je nach Software-Ausstattung eignen sich auch solche Karten dazu,
Programme aufzuzeichnen, die dann auf der PC-Festplatte abgespeichert
werden. Recht gute Test-Beurteilungen von der C't erhielt die TechniSat
AirStar 2. Angesichts der heutzutage für die meisten Ansprüche
absolut überdimensionierten PC-Hardware sollte man sich aber
klar darüber sein, dass ein normaler PC heutzutage oft eine
Leistungsaufnahme von mehr als 100 Watt erreicht und aufgrund des
damit verbundenen Energieverbrauchs nicht unbedingt dauerhaft als
Fernseher betrieben werden sollte.
DVB-T-USB-Box:
Sehr interessant dürften auch DVB-T-Empfänger für
Notebooks werden, mit denen man dann auch unterwegs und ohne riesigen
Aufwand fernsehen kann. Von manchen Firmen gibt es bereits externe
DVB-T-Empfänger mit USB-Anschluss, die meistens aber noch eine
separate Stromversorgung erfordern. Auch hier können wir wieder
mit gutem Gewissen auf die USB-Boxen TechniSat
AirStar USB oder auch die Hauppauge
DEC2000-t verweisen. Mehrere Firmen wie z.B. SCM Microsystems
haben aber auch bereits PCMCIA-Karten mit DVB-T-Tuner angekündigt.
Antennentechnik:
Um DVB-T empfangen zu können, reicht im Idealfall selbst ein
kurzer Draht an der Antennenbuchse des DVB-T-Receivers, sofern man
sich recht nah in Reichweite eines Senders befindet. Bei größeren
Distanzen ist möglicherweise schon mehr Aufwand erforderlich.
Sofern selbst
über die alte UHF-Hausantenne kein Empfang
möglich ist, kann man noch versuchen, die häufig horizontal
angebrachte Antenne vertikal auf den Sender auszurichten, da z.B.
in NRW DVB-T vertikal ausgestrahlt wird, um den Empfang mit kleinen
Stabantennen zu verbessern. Im Handel werden inzwischen auch zum Teil
spezielle DVB-T-Zimmer-Antennen
angeboten. Bei schwachen Sendesignalen kann man von Zimmer-Antennen
aber auch keine Wunder erwarten. Bereits in der Analog-Welt haben
gerade
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Die designstarke DVB-T-Zimmerantenne
Kathrein BZD 30 ist
gar nicht als Antenne erkennbar. |
Antennen mit eingebautem Verstärker
sich nicht als sehr effektiv erwiesen, da eine Verstärkung nichts
bringt, wenn das Eingangssignal bereits
zu schwach ist. Sinnvoll ist die Verwendung von Verstärkern höchstens
dann, wenn lange Signalwege ausgeglichen werden sollen. So lässt
sich z.B. durch Einbau eines Verstärkers direkt an der Hausantenne
die Kabeldämpfung etwas ausgleichen. Die oben bereits beschriebenen
Fehlerkorrektur-Mechanismen von DVB-T lassen allerdings erwarten -
und fast alle Test-Ergebnisse bestätigen dies -, dass DVB-T erheblich
besser für den Empfang per Zimmerantenne geeignet ist als bisheriges
analoges Fernsehen. Der große Unterschied zum analogen Empfang:
Wenn der Empfang funktioniert - die Betonung liegt auf "wenn"
-, dann ist eine Zimmerantenne genauso gut wie eine riesige Dachantennenanlage.
Beispiele für DVB-T-Zimmer-Antennen:
Die TechniSat DigiFlex TT2
ohne eigene Stromversorgung oder die TechniSat
DigiFlex TT2 mit Netzteil. Wer etwas fürs Wohnzimmer möchte,
das nicht auf Anhieb als Antenne zu erkennen ist, dem sei die Kathrein
BZD 30 empfohlen.
Der Fernsehzuschauer wird von DVB-T profitieren, indem er
eine größere TV-Auswahl über Antenne erhält, die im Endausbau bei
20 oder mehr Programmen liegen dürfte. Je nach Frequenzsituation
ist es auch durchaus vorstellbar, dass via DVB-T sogar 30 oder mehr
Programme realisiert werden. Dadurch könnte der durch Kabel und
Satellit in ein Nischendasein gedrängte terrestrische TV-Empfang
eine Neukonjuktur erleben, vor allem in Haushalten, die bislang
nur über einen Kabelanschluss verfügen, der meist auch nur etwas
mehr als 30 TV-Programme bietet. Das digitale Satellitenfernsehen
wird allerdings in Sachen Programmvielfalt auch weiterhin die vielseitigste
TV-Empfangsart bleiben.
DVB-T ist kein Qualitätsfernsehen und erst recht kein HDTV:
Die Bildqualität von DVB-T wird sich nicht unbedingt gegenüber Analog-TV
verbessern, höchstens in Regionen, in denen bislang kein Analog-Empfang
in guter Qualität möglich war. Einen Vorteil bietet DVB-T aber selbst
für Skeptiker: Das System ermöglicht es, auch unterwegs im Auto
oder beim Camping eine relativ große Programmauswahl ohne sonderlich
großen Aufwand empfangen zu können. Auf den Mobil-Empfang scheinen
die Entwickler in den nächsten Jahren auch einen Schwerpunkt zu
legen, denn in Planung ist bereits "DVB-H" für Handhelds
und sonstige kompakte Empfangsgeräte, für die Programminhalte mit
einer reduzierten Auflösung und sogar eventuell noch etwas verbesserten
Kompressions- und Übertragungsmechanismen bereitgestellt werden
sollen.
Weiterführende Links zum
Thema DVB-T
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www.digitalfernsehen.de
Die sehr informative Website des Printmagazins "Digitalfernsehen".
Top-Infos zu DVB-T! |
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www.digitalradio.de
Eine Seite, die speziell die Information zu DAB zum Ziel hat.
Gute Info-Animation zu DAB! |
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www.ueberall-tv.de
Die offizielle Info-Seite zur Einführung von DVB-T |
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Digitalfernsehen
Produkte zu terrestrischem Digital TV: DVB-T
Receiver und DVB-T
Zimmerantennen bei HIFI-REGLER |
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www.ueberallfernsehen.de
... gibt sehr gute Infos zu den DVB-T-Projekten in Norddeutschland |
 |
www.infosat.info
Die Webseite des auf Sat-Empfang spezialisierten Print-Magazins
"INFO SAT" |
 |
www.dvb.org
Die offizielle Website des DVB-Projektes gibt am besten Aufschluss
darüber, was sich aktuell hinter DVB-T, DVB-C, DVB-S hinter
DVB-H verbirgt |
 |
www.dvb-t-portal.de
Auf dem von TechniSat betriebenen
DVB-T-Portal finden Sie die aktuellsten News zu den DVB-T-Projekten. |
 |
www.kabeldeutschland.de
Hier finden Sie konkrete Infos zur Einführung von DVB-C, d.h.
Digital TV im Kabelnetz ... |
 |
www.mhp-forum.de
Die deutsche "TV-Plattform" befasst sich mit MHP,
der Multimedia Home Platform als einem der Anwendungs-Standards
für Digital TV. |
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