DVD-Player FAQ
update: 02.07.2008
DVD und DVD-Player: Bild, Ton, Ausstattung, Anschluss
- Die Basics
DVD-Player - Buch mit sieben Siegeln?
Immer wieder tauchen im Zusammenhang mit
dem Kauf, dem Anschluss, dem Bild und dem Ton des DVD-Players verschiedene
Fragen auf, die der jeweilige Fragesteller schnell und unkompliziert
beantwortet haben möchte. Genau an diese Kunden, die meist noch wenig
oder keine Vorinformation zum Thema DVD-Player besitzen, wendet sich
dieser kleine Guide. Hier finden Sie Antworten auf oft gestellte Fragen
und kurze, möglichst präzise Antworten bereit hierzu. Selbstverständlich
können wir nicht auf Anhieb alle häufig gestellten Fragen abdecken,
daher wird dieser FAQ auch ständig erweitert und aktualisiert.
1. Allgemeines und alles rund ums Bild
Die Reihenfolge der qualitativ besten
Anschlüsse:
- 1. HDMI (Auflösung bis 1080p) - 2. YUV (Komponente) - 3. Scart RGB (Scart oder Cinch) - 4. Scart S-Video/S-Video (Y(C, Hosiden) - 5. Scart Composite/FBAS (Cinch Composite)
Anmerkung: Mehr zu Unterschiede in der Bildqualität durch die Anschlussart
und in unseren Tipps zum DVD-Player-Kauf.
Was habe ich bei den Anschlüssen zu beachten, wenn ich
den DVD-Player an meinen Fernseher anschließe?
HDMI: Überträgt Bild und Ton zum TV
YUV: Nur Übertragung von Bildsignalen
Scart: Überträgt Bild und Ton zum TV
S-Video Hosiden: Nur Übertragung von Bildsignalen
Cinch-Composite: Nur Übertragung von Bildsignalen
Beim Anschluss via YUV, Cinch Composite/S-Video
Hosiden muss zur Tonübertragung noch ein separater Anschluss vorgenommen
werden, z.B. über einen optischen oder coaxialen Anschluss.
Automatische Umschaltung auf den TV-Eingang,
an dem der DVD-Player angeschlossen ist/automatische Umschaltung bei
anamorph
codierten DVDs: Bei NTSC-DVDs nur via Anschluss an der Scart-Buchse
möglich, bei PAL-DVDs auch via S-Video Hosiden.
Was habe ich am DVD-Player einzustellen,
damit er bei der Wahl der Scart-Buchse als Bildausgabebuchse das
entsprechende Signal (RGB/S-Video/Composite) ausgibt?
Entweder gibt es im Setup im On
Screen-Menü eine
entsprechende Einstellmöglichkeit für die Bildausgabeart der
Scartbuchse, oder es gibt einen Umschalter auf der Geräterückseite.
Beim On Screen-Menü wird Composite oft einfach "Video"
genannt. Composite ist in fast allen Fällen die Werkseinstellung für
die Bildausgabe der Scart-Buchse.
Über Scart liefert
die Einstellung RGB die beste Qualität, wenn der TV über
eine RGB-fähige Scartbuchse verfügt.
Was bedeutet Progressive Scan?
Anstatt der üblichen Halbbilder (=Interlaced)
werden bei Progressive Scan Vollbilder ausgegeben. Üblicher Ausgang
für die Vollbildsignale: YUV oder HDMI. Mehr dazu im Progressive
Scan-Special. Gut erkennbar beim Anschluss an einen Videoprojektor:
Die bei der Interlaced-Signalausgabe gut sichtbaren Linien sind praktisch
kaum noch sichtbar.
Mein Bildsignal wird
progressiv ausgegeben, seitdem kommen bei mir Bild und Ton asynchron
an.
Mögliches Problem bei Progressive Scan DVD-Playern
und De-Interlacern: Durch die aufwändige Bearbeitung des Videosignals
ist das Bildsignal gegenüber dem Audiosignal verzögert, was zu einem
asynchronen Bild-/Tonverlauf führt: So passt die Bewegung der Lippen
der Protagonisten nicht mehr zum Ton. Genau diesem Problem kann mit
mit einer "Audio Delay"-Funktion des Receivers entgegen gewirkt werden,
somit wird die passende Synchronisierung erzielt.
Was ist ein Videoequalizer?
Ein Videoequalizer ermöglicht es dem
Benutzer, das Bild nach eigenem Geschmack zu justieren (Helligkeit,
Farben, Schärfe) sowie kleine Softwareschwächen auszubügeln.
Zusätzlich gibt es auch verschiedene DVD-Player, die vom Werk
vorprogrammierte komplette Bildfelder haben (z.B Animation/Cinema)
Wie justiere ich das Bild meines
TVs/DVD-Players richtig?
Am besten funktioniert dies mit speziell
dafür vorgesehenen Test-DVDs. Auf diesen DVDs finden sich umfangreiche
Testbilder zur Justage aller wesentlichen Bildparameter. Passende
Test DVD: Heimkino-Referenz-DVD.
Ich wollte meinen TV mit einer
Test-DVD einstellen, habe aber immer noch kein befriedigendes Bild.
Es kommt durchaus vor, dass Fernsehgeräte ab Werk
mit einer nicht komplett stimmigen Bildgeometrie ausgeliefert werden. Fernseher
vom qualifizierten Fachhändler einstellen lassen.
Wie vergleiche ich das Bild
von DVD-Playern?
Test-DVDs sind auch dann von Nutzen, wenn
die Bildqualität eines DVD-Players beurteilt werden soll, da die darauf
enthaltenen Testbild-Sequenzen meist in sehr guter Qualität vorliegen
und Schwächen gut aufdecken können. Zunächst muss eine optimale Vergleichsmöglichkeit
gegeben sein. Mit identischem Anschluss (am besten HDMI oder RGB/YUV)
am identisch eingestellten Bildausgabegerät sollte der Vergleich mit
identischem Bildmaterial (Testbilder bzw. Sequenzen oder Szenen) vorgenommen
werden. Weitergehende Tipps siehe unter Vergleichstest
DVD-Player Bildqualität.
Woran erkenne ich Unterschiede
bei der Bildqualität von DVD-Playern?
Zu achten ist auf die fehlerfreie Dekompression:
Können satte Blau-, Rot- oder Grüntöne ohne erkennbare Bildung von
Artefakten und Dekompressionsfehlern (Klötzchenbildung oder Farbrauschen)
dargestellt werden? Liefert der DVD-Player ein makelloses Schwarz
(und kein dunkles Grau) bei korrekt eingestelltem Bildausgabegerät
(Helligkeit, Kontrast nicht zu weit aufgedreht) ab? Bilden sich in
diffizil darstellbaren grau/schwarz-Übergängen (z.B. Nebel, Gewitter,
dunkle Wolken) keine Artefakte oder Rauschmuster? Sind die Objektränder
der gezeigten Gegenstände ohne sichtbare Treppenmuster dargestellt?
Bilden sich keine Doppelkonturen oder Schattenmuster?
Zu achten ist auf die Gesamtbildschärfe:
Sind die Konturen der dargestellten Objekte klar zu erkennen und
verschwimmen nicht?
Zu achten ist auf die Detailwiedergabe:
Werden auch feine Muster und kleinere Gegenstände im Bild detailliert
und scharf wiedergegeben?
Zu achten ist auf die Farbwiedergabe: Sehen
die Farben natürlich und plastisch aus? Ist die Farbbalance korrekt?
Zu achten ist auf den Kontrastumfang: Wie
kommt der DVD-Player mit harten Kontrasten oder auch feinen Hell/Dunkel-Abstufungen
zurecht? Stimmt die Bildharmonie?
WICHTIG: Schon in der Werkseinstellung, ohne
die Verwendung eines eventuell vorhandenen Video-Equalizers muss das
Bild eines wirklich guten DVD-Players überzeugen. Am besten vor dem
Kauf eines Geräts mehrere anschauen. Mehr darüber im Vergleichstest
DVD-Player Bildqualität.
Wirkt sich die Anschlussart
auf die Bildqualität aus?
Unterschiede können sich durch die Anschlussart
ergeben. So ist das Bild über RGB meist besonders neutral und mit
natürlicher Farbwiedergabe ausgestattet. Über S-Video oder Composite
kann das Bild heller und die Farben satter wirken. In Einzelfällen
kann das Bild eines DVD-Players über YUV besser aussehen als über
HDMI (HDMI liefert nicht zwingend die beste Qualität. Mit einem
guten Plasma oder LCD wird aber meist über HDMI das beste Ergebnis
erziehlt). Hier hilft nur der direkte Vergleich. Der Anschluss via
Composite (Perlenketten, miese Bildschärfe, unnatürliche Farbwiedergabe)
ist weder für den persönlichen Betrieb zuhause noch für den Vergleich
verschiedener DVD-Player untereinander zu empfehlen, da die Unterschiede
der Geräte untereinander bezüglich der Bildqualität geringer sind
als die massiven Bildverschlechterungen, die der Anschluss via Composite
mit sich bringt.
Mein Bild ist unbefriedigend,
obwohl ich einen guten DVD-Player und einen guten Fernseher besitze
und beides über RGB oder S-Video angeschlossen habe.
Der Grund für ein Bild mit Doppelkonturen und
unsauberer Farbdarstellung liegt in vielen Fällen an einem billigst gefertigten
oder defekten Kabel. Daher beim Kabelkauf auf gute Verarbeitung zum fairen Preis
achten. Wichtig: Weder ein Billigkabel vom Wühltisch noch das überteuerte
"Highend-Kabel" sind im Endeffekt das Geld wert, das berappt wurde.
Ich habe meinen DVD-Player über
Scart S-Video an meinen TV angeschlossen und erhalte nur ein Schwarz/Weiß-Bild.
Nicht alle Fernseher können S-Video-Signale
auf der Scartbuchse entgegen nehmen. Wenn es der DVD-Player kann,
am besten mit einer RGB-Verbindung versuchen, was ein Großteil der
Fernseher versteht.
Auf was habe ich zu achten, wenn
ich eine Code 2-NTSC-DVD (japanische DVD) abspielen möchte?
Ist der Fernseher ein Multinorm-Fernseher
(d.h. er beherrscht PAL/NTSC/SECAM), dann kann ich problemlos
NTSC-DVDs abspielen.
Ist mein Fernseher nicht multinormfähig,
aber in der Lage, 60 Hz ausgeben zu können, dann haben fast alle
DVD-Player die Möglichkeit, über eine Umschaltmöglichkeit im
Setup-Menü zwischen der Ausgabe von "reinem" NTSC und dem
als "Pseudo-PAL" bekannten PAL 60 (PAL-Farbsignal kombiniert
mit NTSC-Bildwechselfrequenz) auszuwählen.
Ist mein Fernseher weder multinormfähig
noch in der Lage, 60 Hz ausgeben zu können, dann muss ich nach einem
DVD-Player Ausschau halten, der komplett wandelt (NTSC in PAL 50 Hz).
Hierbei ist allerdings zu beachten, dass das Bild der NTSC-DVD durch
die anfallenden Berechnungen zur Interpolation durch den DVD-Player
verschlechtert wird.
Mehr zu diesem Thema in unseren Tipps
zum DVD-Player-Kauf.
Auf was habe ich zusätzlich zu
achten, wenn ich eine Code 1-NTSC-DVD (US- DVD) abspielen möchte?
Möchte ich eine Code 1-NTSC-DVD abspielen,
so muss ich sicherstellen, dass mein DVD-Player auch codefree ist,
d.h. dass er nicht nur den europäischen/japanischen Regionscode 2,
sondern auch den amerikanischen Regionalcode 1 abspielt.
Mehr zu diesem Thema in unseren Tipps
zum DVD-Player-Kauf.
Die NTSC-DVD läuft etwas länger
als die PAL-DVD des gleichen Films. Ist die PAL-Version deshalb geschnitten?
Die Laufzeit der PAL-DVD ist grundsätzlich
kürzer als die einer NTSC-DVD und zwar genau um 4 %. Stammt das
Bildmaterial auf der DVD aus einer Filmabtastung, wird für die
Encodierung der Vollbildmodus, d.h. Progressive Modus, des
MPEG-Encoders verwendet. Hierbei wird das Filmmaterial im
YUV-Vollbild-Format auf der DVD abgelegt - und zwar mit 24 Frames per
Second (= fps), dem Original-Kinoformat. Jedes Bild des Kinofilms wird
somit als Ganzes codiert. Bei NTSC kann man via 3/2-Pulldown nahezu exakt die
Bildwechselfrequenz des NTSC-Bildes, also 60 Hz, erreichen. Beim
Auseinandernehmen des Vollbildes in Halbbilder wird das erste Halbbild
dreimal, das zweite hingegen nur zweimal (daher 3/2) wiedergegeben.
Bei PAL verfährt man anders: Man lässt den Film um 4 Prozent
schneller laufen, anstatt mit 24 fps wird er mit 25 fps abgetastet.
Auch hier entspricht jedes Vollbild wieder genau einem Bild des
Ausgangs-Filmmaterials. Nun ist der Rest der Rechnung sehr einfach,
denn man fertigt aus den 25 Vollbildern genau 50 Halbbilder - und
damit ist man bei 50 Hz, der PAL-Bildwechselfrequenz.
Was ist der Layerwechsel?
Eine DVD-9 (die meist gebräuchliche DVD für
die Speicherung von Spielfilmen momentan) ist eine DVD, bei der sich
zwei Schichten (=Layer) auf einer einzigen DVD-Seite befinden. Nachdem
der Laser des DVD-Players den ersten Layer komplett ausgelesen hat,
muss sich der Laser umfokussieren, um am Beginn des zweiten Layers
wieder einsetzen zu können. Dieser Layerwechsel macht sich bei vielen
DVD-Playern durch ein Stehen bleiben des Bildes und einen hörbaren
Tonaussetzer bemerkbar, besonders dann, wenn der Layerwechsel auf
der DVD ungünstig (z.B. mitten in einer Szene) platziert ist. Je nach
DVD-Player-Modell kann das stehenbleiben des Bildes und der Tonaussetzer
unterschiedlich lang ausfallen oder gar nicht auftreten.
Kann man den Layerwechsel unmerklich
verlaufen lassen?
Funktioniert bei DVD-Playern mit ausreichend dimensionierten
Pufferspeicher (zum Daten speichern während der Umfokussierung) und einem Laufwerk mit
hoher Auslesegeschwindigkeit.
Mein DVD-Player hat
einen schlechten Layerwechsel. Kann ich per Upgrade etwas dagegen
tun?
Nein, das geht nicht, da ein solcher Umbau
zu sehr ans "Eingemachte" ginge. Daher muss man entweder mit diesem
Problem leben, oder aber einen anderen DVD-Player kaufen. Da der Layerwechsel
aber nur einmal im Verlauf eines Films vorkommt, sollte sehr sorgfältig
abgewogen werden.
Was ist ein Twin Laser Pickup?
Hier kümmern sich zwei getrennte Laser um
das Abspielen von DVDs und CDs. DVD-Player mit Twin Laser Pickup können
problemlos CD-Rs und CD-RWs lesen.
Wo erfahre ich Einzelheiten
zum Thema SVCD?
Auf der Website www.vcdhelp.com.
Dort ist auch ein komplettes Muster zum Download, wie eine SVCD aussehen soll.
Mein DVD-Player spielt keine
SVCDs ab. Kann ich eine SVCD-Abspielmöglichkeit nachrüsten?
Nein, das funktioniert leider nicht. Beim
nächsten DVD-Player-Kauf eine korrekt erstellte SVCD mitnehmen und
vor Ort überprüfen, ob sie auf dem Wunsch-DVD-Player läuft.
Welchem Standard entspricht
eine korrekt gebrannte SVCD, die auf vielen DVD-Playern läuft?
Dem "Standard der
Unterhaltungselektronikindustrie der Volksrepublik China".
Gibt es noch andere SVCD-Standards?
Ja, es gab noch einen anderen Standard von Philips,
der aber in der Praxis keine Bedeutung mehr hat.
2. Alles rund um den Ton
Wie kann ich einen DVD-Player ohne Decoder
an meinen Receiver/Verstärker anschließen?
Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Hat der Receiver/Verstärker einen integrierten
Decoder für Dolby Digital und DTS, verbinde ich den DVD-Player digital.
Ich nehme hierzu den optischen oder den koaxialen Digitalausgang des
DVD-Players und führe das Digitalkabel zum entsprechenden Eingang
am Verstärker/Receiver. Nach Durchführung dieses Anschlusses kann
ich nun (hat der Verstärker/Receiver einen Dolby Digital-Decoder)
Dolby Digital-Klang und DTS-Klang (hat der Verstärker/Receiver zusätzlich
einen DTS-Decoder) genießen.
Hat der Verstärker keinen integrierten Decoder
und mein DVD-Player auch nicht, so kann ich ihn wie jeden herkömmlichen
CD-Player über den Zweikanal-Ausgang an den Receiver/Verstärker anschließen.
ABER: So ist KEIN Dolby Digital-Klang möglich. Vielmehr wird der Dolby
Digital 5.1-Ton playerintern "downgemixed", d.h., ein Tonformat erstellt,
welches analog zum Verstärker/Receiver weitergeleitet werden kann.
Ein DTS-Downmix gibt es nicht - DTS 5.1-DVDs kann ich über den Analogausgang
des DVD-Players nicht anhören.
Digitalausgang/-kabel: Optisch
oder koaxial?
Prinzipiell gleichgültig - die Qualität
ist praktisch identisch. Unterschiede liegen im minimalen Bereich,
Optokabel ist anfälliger gegen Jitter (Laufzeitfehler im Bitstream,
Teile des Signals kommen zu früh/zu spät am D/A-Wandler im Verstärker/Receiver
an, besonders bei längeren digitalen Verbindungen ein Problem), Koaxkabel kann u.U. bei schlechter Abschirmung Störgeräusche,
verursacht durch andere Elektrogeräte, hörbar machen. Ein gutes
optisches oder koaxiales Kabel dürfte in jedem Fall für immer fast
identische Resultate sorgen.
Wie schließe ich einen DVD-Player
mit Decoder an meinen Receiver/Verstärker an?
Hinten am DVD-Player mit Decoder befindet
sich der sogenannte 5.1-Ausgang, erkennbar an sechs einzelnen
Cinchbuchsen, die folgendermaßen beschriftet sind: Front links, Front
rechts, Subwoofer, Center, Surround links, Surround rechts. Mit sechs einzelnen
Cinch-Kabeln diese Anschlüsse am dafür vorgesehenen 5.1-Eingang des
Receivers/Verstärkers verbinden.
Kann ich meine Lautsprecher direkt
an den DVD-Player mit internem Decoder anschließen?
Nein, in DVD-Playern mit internem Decoder
sind keine (außer bei Komplettlösungen) Endstufen enthalten. Darum
befinden sich hinten am DVD-Player auch keine direkten
Anschlussterminals für passive Lautsprecher. Somit benötige ich entweder
passende Endstufen oder einen Receiver/Verstärker mit 5.1-Eingang, um
5.1-Klang realisieren zu können.
Kann ich den internen Decoder
sofort nach dem Einschalten meines DVD-Players verwenden?
Vor dem Hören der ersten DVD muss der
interne Decoder korrekt eingestellt werden. Dazu gibt es einen eigenen
Menüpunkt im On Screen-Menü des DVD-Players. Dort kann man in vielen
Fällen die Größe der Lautsprecher, das Vorhandensein eines aktiven
Subwoofers oder die Delay-Zeit einstellen (damit der Ton an jedem
Lautsprecher, auch bei unterschiedlich weiter Entfernung vpm
Hörplatz, zur gleichen Zeit ankommt).
Ist ein DVD-Player mit integriertem
Decoder eine Lösung auf Dauer?
In fast allen Fällen sollte die Verwendung
eines im DVD-Player integrierten Decoders nur als Notlösung dienen
und lediglich dann verwendet werden, wenn der Receiver oder Verstärker
über keinen eigenen Decoder verfügt, sondern lediglich über einen
5.1-Eingang für externe Decoder. Die in DVD-Playern integrierten
Decoder haben nur wenige Einstellmöglichkeiten und eine beschränkte
Klangqualität. Ausnahme: Die in den DVD Audio-Playern zusätzlich zu
findenden Dolby Digital/DTS-Decoder klingen wegen den aufwendigeren
Bauteilen oft deutlich besser.
Was sind klangliche Defizite
interner Decoder?
Beispielsweise ein wenig voluminöser Bass,
der selten bis nie richtig tiefe Frequenzen aufsucht. Besonders im
Frequenzbereich zwischen 20 und 120 Hz haben viele Decoder eine äußerst
dürftige Wiedergabe. Gleiches gilt für den Hochtonbereich, wo das
Klangbild oftmals leicht belegt und somit nicht transparent genug
ist. Der gesamte Klang ist in vielen Fällen zu mittenbetont. Die Effektortung
kann leicht unpräzise sein.
Wie schließe ich einen DVD Audio-Player
an?
192 kHz/24 Bit-Aufnahmen oder Musikstücke,
die in 96 kHz/24 Bit-Fünfkanaltechnik aufgenommen werden, können beim
Anschluss des DVD-Players via optischem oder koaxialem Digitalkabel
nicht entsprechend wiedergegeben werden, denn: Das Maximale, was über
ein optisches oder koaxiales Digitalkabel übertragen werden kann (mehr
ist erst via IEEE1394 drin), ist 96 kHz/24 Bit-Zweikanal. Und auch
das setzt voraus, dass der Verstärker oder Receiver dann echte 96
kHz/24 Bit-Digital/Analogwandler besitzt. Wer also höchste Klangqualität
bei DVD Audio genießen möchte, schließt seinen DVD Audio-Player mit
denen schon vom Anschluss eines DVD-Player-internen Decoders her bekannten
sechs einzelnen Cinch-Kabeln an einen Verstärker/Receiver mit 5.1-Eingang
an. Und dieser Eingang am Verstärker/Receiver sollte 100 kHz-tauglich
sein, um auf die 192 kHz Abtastfrequenz bei DVD Audio-Aufnahmen vorbereitet
zu sein.
Wie sind die 100 kHz-Tauglichkeit und die
192 kHz Abtastfrequenz in Einklang zu bringen? Des Rätsels Lösung
liegt im Zusammenhang zwischen Abtast- und Nutzsignal: Nach dem
Abtasttheorem des Mathematikers Shannon kann man mit einer bestimmten
Abtastfrequenz höchstens ein Nutzsignal codieren, das keine höheren
Anteile als die Hälfte der Abtastfrequenz in sich trägt - sonst
treten schwerwiegende Fehler auf: Im Falle einer 192kHz-Aufzeichnung
heißt das, dass fehlerlos Tonfrequenzen mit maximal 192 : 2, also mit
96 kHz, wiedergegeben werden können, die dann via Cinch in den
Analogeingang des Receivers hineinströmen. Somit sind Verstärker/Receiver
mit 100 kHz-tauglichen Eingang für alle DVD Audio-Formate geeignet.
DTS: Woran erkenne ich, ob der
DVD-Player DTS-Signale ausgeben oder decodieren kann?
Ab der 2. DVD-Player-Generation gehört DTS
bei fast allen in Deutschland erhältlichen DVD-Playern als zusätzliche
Bitstream-Ausgabemöglichkeit über den optischen/koaxialen Digitalausgang
mit dazu. Erkennbar ist ein DVD-Player, der DTS ausgeben kann via
Digitalausgang am Logo auf der Gerätefrontplatte: DTS Digital Out.
Hat der DVD-Player
einen DTS-Decoder, unterscheidet sich das Logo leicht vom eben genannten,
zu lesen ist dann: DTS Digital Surround.
DTS: Mein DVD-Player
kann DTS-Signale ausgeben und mein Receiver hat einen DTS-Decoder,
trotzdem höre ich bei DTS-DVDs keinen Ton.
Im Setup des DVD-Players (On Screen-Menü)
gibt es die Wahlmöglichkeit DTS on/off. Werkseinstellung ist meist
"off". Daher ist die DTS-Ausgabe vor dem Anhören der ersten
DTS-DVD auf "on" zu stellen.
DTS: Über den Zweikanal-Ausgang
kann ich eine Dolby Digital-DVD in analoger, nicht diskreter Tonqualität
hören. Bei einer DTS 5.1-DVD höre ich aber nichts.
Während es für Dolby Digital-Tonspuren
eine Downmix-Möglichkeit auf ein Zweikanal-Analog-Signal gibt, ist
dieses Downmix bei DTS-DVDs momentan nicht möglich.
Extended Surround-Tonnormen:
Kann jeder DTS-taugliche DVD-Player DTS ES Discrete und DTS ES Matrix
6.1 ausgeben? Kann jeder DVD-Player Dolby Digital 5.1 EX ausgeben?
Jeder DVD-Player ist in der Lage, den
Bitstream aller Extended Surround-Tonnormen über den optischen und
den koaxialen Digitalausgang auszugeben. Ausschlaggebend ist dann, was
der Verstärker oder Receiver decodieren kann.
Brauche ich den D/A-Wandler
im DVD-Player?
Habe ich den DVD-Player digital an meinen Receiver oder
Verstärker angeschlossen, so erfolgt auch die Wiedergabe einer normalen
PCM Stereo-Audio-CD über den im Verstärker/Receiver integrierten D/A-Wandler.
In diesem Fall benötige ich den im DVD-Player integrierten Wandler
nicht. Dieser wird nur im Falle eines analogen Anschlusses aktiv.
Viele DVD Audio-Player verfügen aber über sehr gute Wandler, die machen
Konvertern in Verstärkern/Receivern überlegen sind, so dass hier
u.U. ein analoger Anschluss und den Nutzen der D/A-Wandler im DVD-Player
auch für die Wiedergabe von 16-Bit-Audio-CDs eine Klangverbesserung
mit sich bringen kann. Einfach Probe hören.
DTS 96/24 - Was ist das?
Hier handelt es sich um DVDs mit einer
DTS-Tonspur, die im 96 kHz/24-Bit-Qualität erstellt wurde. Diese DVDs stellen
5.1-Kanäle bereit und sind besonders für eine qualitativ anspruchsvolle
Musikwiedergabe gedacht. jeder DVD-Player kann die Signale aus dem optischen
oder koaxialen Digitalausgang ausgeben. Zu beachten ist aber, dass der
angeschlossene Verstärker oder Receiver DTS 96/24 decodieren können muss.
Ist DTS 96/24 mit DVD Audio
vergleichbar?
Eine DTS 96/24-DVD bietet eine bessere Detaildarstellung
als eine herkömmliche DTS 5.1 DVD in 48 kHz, aber es bleibt eine verlustbehaftete
Komprimierung. Eine DVD Audio-Disc ist mit MLP (Meridian Lossless
Packing) encodiert, einem, wie der Name schon sagt, verlustfreien
Datenkompressionverfahren. Aber: Während auf einer DVD-Audio lediglich
Standbilder oder Texttafeln zusätzlich zur enthaltenen Musik laufen
können, ist es bei einer DTS 96/24 DVD ohne weiteres möglich, auch
noch z.B. den zum Song passenden Videoclip abzuspeichern.
Was habe ich beim Erstellen
und beim Abspielen von MP3-CDs zu beachten?
Die CD muss, damit sie komplett vom DVD-Player
eingelesen werden kann, in einer Session gebrannt werden. Von im Multisession-Verfahren
gebrannten MP3-CDs lesen fast alle DVD-Player nur die erste Session
ein. Die meisten DVD-Player spielen Tracks mit Datenraten von 96 kbps
bis 320 kbps problemlos ab. Wir empfehlen jedoch, nicht unter 128
kbps zu gehen, um eine ordentliche Qualität zu erzielen. Die meisten
DVD-Player können keine ID3-Tags darstellen, es gibt meist Beschränkungen
bezüglich der Dateinamen sowie der Ordnerstrukturen und Unterverzeichnisse.
Genaueres steht in der Anleitung des DVD-Players.
Weiterführende Links zum Thema DVD-Player:
- Mehr zur Bildqualität bei DVD-Spielern finden Sie im HIFI-REGLER
Special DVD-Player
Vergleichstest
- Hintergrundwissen zu DVD
Audio und Progressive
Scan ...
- Fehlt noch der passende AV-Receiver? Hier geht es zu unsere Tipps
zum Kauf von AV-Verstärker
oder AV-Receiver
- Steht der Lautsprecher-Kauf noch aus? In unserem Special zum
Thema
Lautsprecher finden Sie technische Tipps und Kaufanregungen
- Eine gute Hilfe zur Kaufentscheidung bieten unser DVD-Player-Kaufcheck
und unsere Tipps
zum DVD-Player-Kauf.
Stand 02. Juni 2008 - Autor: Carsten
Rampacher
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2007-2008 HIFI-REGLER, AREADVD
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