DVD-Player - Große Test- und Kaufberatung, Teil
1
DVD-Player - Die Marktsituation
Inzwischen haben sich DVD-Player fest
auf dem Weltmarkt etabliert. Kein Gerät konnte sich zuvor in so kurzer
Zeit auf so breiter Front durchsetzen. Sie als Kunde profitieren davon
in Form von ständig sinkenden Preisen und von immer neue Ausstattungsmerkmalen.
Heute kann summa summarum jeder den DVD-Player finden, der zu seinem Anforderungsprofil
passt. So weit die Theorie. Die Praxis sieht jedoch doch etwas anders
aus, denn das DVD-Player-Angebot ist inzwischen derart unübersichtlich
geworden, dass sich nicht nur der Laie, sondern selbst der erfahrenere
Käufer keiner leichten Aufgabe gegenüber sieht, einen geeigneten DVD-Player
zu finden. Zu viele Modelle, zu viele Ausstattungsmerkmale - da fällt
es immer schwerer, genau den richtigen DVD-Player für den "Eigenbedarf"
zu selektieren. Diese Kaufberatung soll zeigen, auf welche Ausstattungs-
und Qualitätsmerkmale man beim DVD-Player-Kauf achten sollte.
Welchem Einsatzzweck soll der DVD-Player
dienen?
Zuallererst ist es einmal wichtig, wie der DVD-Player eingesetzt werden
soll. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Der DVD-Player wird, wie früher der Videorecorder, einfach als
zusätzliche Komponente unter den Fernseher gestellt. Es ist keine
weitere Surround-Anlage vorhanden.
- Es ist bereits eine Surround-Anlage vorhanden, ein AV-Verstärker
oder -Receiver sowie ein 5.1.-, 6.1.- oder 7.1-Lautsprechersystem
werden eingesetzt.
- Der Player soll neben DVD-Video-Discs auch High Quality Audio-Medien
wie DVD
Audio oder SACD
wiedergeben können.
- Mit dem "DVD-Player" sollte man auch aufnehmen können.
Im Falle von Variante 1 genügt ein DVD-Player der Einsteigerklasse. Auch
hier kann die Bildqualität inzwischen als sehr gut bezeichnet werden.
Preislich bekommt man bereits gute Offerten ab ca. EUR 120,00. Firmen
wie z.B. Pioneer, Denon,
Panasonic oder Onkyo
bieten DVD-Player an, mit denen man eigentlich nicht viel falsch machen
kann.
Im Falle von Variante 2 kann man, wenn man z.B. einen herkömmlichen
16:9-Fernseher nutzt (bis 36 Zoll Bilddiagonale) und beispielsweise
ein Subwoofer-/Satelliten-Lautsprechersystem der Mittelklasse nutzt,
ebenfalls einen DVD-Player aus der Einsteigerklasse kaufen. Bild- und
Tonqualität sind in den meisten Fällen inzwischen so gut, dass problemlos
normale Ansprüche erfüllt werden. Wer jedoch entweder
- einen DLP/LCD/CRT-Projektor (im Shop: Projektion),
- einen Plasma-Fernseher,
- oder einen hervorragenden LCD-Fernseher
als Bildwiedergabegerät verwendet, sollte sich nach einem visuell aufwändiger
konzipierten DVD-Spieler umsehen. Merkmale wie ein hochwertiger Video
D/A-Wandler, die richtigen Anschlüsse und ein hochwertiger Scaler sollten
hier dann zum Standard gehören. Mehr zu diesen Features im weiteren Verlauf
dieses Textes.
In Variante 3 ist ein DVD-Video / DVD-Audio- oder ein DVD-Video / SACD-Player
der richtige DVD-Player. Besonders empfehlenswert sind Universal-Player,
die neben DVD-Video beide miteinander konkurrierenden High-Quality-Tonformate
DVD Audio und abspielen können.
Firmen wie Onkyo, Pioneer,
Marantz oder Denon
haben eine interessante Palette an solchen "Alleskönnern" zu bieten.
Im Falle von Variante 4 ist ein DVD-Recorder
das richtige Gerät. Hier sollte sich der Anwender vor der Auswahl aber
über den für ihn geeigneten Aufnahmestandard im Klaren sein.
Marken-DVD-Spieler oder No Name-Gerät?
Die Frage, ob man sich einen Marken-DVD-Player oder einen No-Name-Player
zulegen sollte, lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Vielmehr kommt
es auf die Erwartungen und die persönlichen Prioritäten des Käufers an.
Wem eine hervorragende Bild- und Tonqualität nicht so wichtig ist, umfassende
Multimedia-Features und eine insgesamt reichhaltige Ausstattung dafür
umso mehr, kann mit einem No Name-Player durchaus glücklich werden. Ein
wirklich schlechtes Bild bekommt der Kunde auch bei No-Names nur noch
in wenigen Fällen geboten. Nur von absoluten Billigofferten für 50,00
EUR o.ä. sollte man im eigenen Interesse lieber seine Finger lassen. Solche
im wahrsten Sinne "billigen" DVD-Player haben nicht selten massive
Kompatibilitätsprobleme mit verschiedenen DVDs und zeigen insgesamt ein
sehr unstetes Abspielverhalten. Systemabstürze gehören hier leider in
nicht wenigen Fällen auch dazu. Im Vergleich zu den No-Name-Playern bieten
viele - nicht alle - Marken-DVD-Player eine höhere Betriebssicherheit
im DVD- und CD-Betrieb. Das Bild ist, selbst im Vergleich zu guten No-Names,
schärfer, klarer, detailreicher und natürlicher. Um diese Unterschiede
feststellen zu können, sollte der Käufer aber zumindest über einen Mittelklasse-Fernseher
verfügen. Die akustischen Eigenschaften sind ebenfalls besser als bei
den No-Names, die grafischen Benutzeroberflächen sehen in vielen Fällen
ansprechender aus und sind logischer aufgebaut. Die mitgelieferten Fernbedienungen
sind leider auch bei manchem Marken-DVD-Player ein eher trauriges Kapitel.
Einige Hersteller (z.B. Denon, Pioneer,
Panasonic, Onkyo)
statten ihre DVD-Player aber auch in der Einsteigerklasse mit guten Fernbedienungen
aus. Nachteil der Marken-DVD-Player sind die im Vergleich zu den No-Names
eingeschränkten Multimedia-Features. Zwar können inzwischen auch sehr
viele Markengeräte mit MP3, SVCD usw. umgehen, wer aber z.B. mal vom Standard
abweichende Erstellungsparameter bei einer SVCD anwendet, wird feststellen,
dass er diese Scheibe in so manchem Marken-DVD-Playern nicht zum laufen
bringt. Ebenso hat man bei einem No-Name-DVD-Player bessere Chancen, was
verschiedene "Exotenformate" angeht. No-Names haben in vielen Fällen auch
eine große Anzahl an MP3-Zusatzfunktionen (ID3-Tags)
mit an Bord - wobei hier viele Markenhersteller aufholen.
Daher unser Fazit: Wem eine hervorragende Bild- und Tonqualität über
alles geht und den DVD-Player auch wirklich zum Anschauen von DVDs und
zum Anhören hochwertiger CDs verwenden möchte, ist mit einem Marken-DVD-Player
nach wie vor deutlich besser bedient. Wem es hingegen in erster Linie
um Multimedia-Qualitäten und um einen möglichst geringen Kaufpreis geht,
der kann sich auch nach einem No-Name-Player umsehen.
DVD-Recorder - ja oder nein?
DVD-Recorder werden immer preisgünstiger
und damit zu einer immer verlockenderen Alternative zum DVD-Player.
Wir empfehlen beim Kauf eines DVD-Recorders zwei Lösungen:
- einen besonders günstigen DVD-Recorder eines Markenherstellers
kaufen
- wenn das Geld keine so große Rolle spielt, gleich einen DVD-Recorder
mit Festplatte erstehen.
DVD-Recorder mit Festplatte wie der unten im Bild zu sehende DVD-Recorder:
Pioneer
DVR-LX61 haben in der Praxis einen besonders hohen Gebrauchswert.
So können z.B. während der Abwesenheit des Benutzers Fernsehsendungen,
die nach einmaligem Sehen sowieso wieder gelöscht werden, komfortabel
aufgezeichnet werden. Ebenfalls ermöglicht ein solcher DVD-Recorder,
einen Spielfilm erst einmal auf Festplatte aufzunehmen, ihn dann einmal
anzusehen und dann zu entscheiden, ob man ihn überhaupt behalten und
auf eine beschreibbare DVD brennen möchte.

Was die Tonqualität angeht, so ist es bislang bei allen gängigen Medienarten
und DVD-Recorder-Typen nicht möglich, 5.1-Mehrkanalton auf eine DVD zu
brennen. Bei Dolby Digital 2.0 ist Schluss. Was die Bildqualität betrifft,
so bieten praktisch alle DVD-Recorder verschiedene Modi an - man kann
sich hier entweder für höchste Bildqualität, damit aber auch für den höchsten
Platzbedarf (da die Komprimierung geringer ausfällt) auf dem DVD-Rohling
entscheiden, für eine "gesunde Mittellösung" aus vernünftiger Raumökonomie
und vertretbarer Bildqualität und einer "Sparversion" mit bescheidener
Bildqualität, aber geringem Platzbedarf auf dem Rohling. Je nach DVD-Recorder
ist die Anzahl der Qualitätsstufen unterschiedlich. Die erreichbare Bildqualität
ist in den Betriebsarten mit der geringsten Komprimierung recht gut. Vor
dem Kauf eines Recorders sollten mit dem DVD-Player auf JEDEN FALL Probeaufnahmen
in verschiedenen Qualitätsstufen gemacht werden, um die Bildqualität zu
beurteilen.
In Bezug auf die verschiedenen Formate für wiederbeschreibbare DVDs
ist momentan nicht abzusehen, welches Format das Rennen macht, in nächster
Zeit völlig vom Markt verschwinden wird dafür auch keins der Systeme
- sofern man so etwas momentan überhaupt beurteilen kann. Als besonders
zuverlässig gelten DVD-RW-Recorder, dafür vertreten manche die Auffassung,
DVD+RW-Discs wären noch besser kompatibel zu einem gebräuchlichen DVD-Player.
Wir raten zu umfangreichen Test-Läufen, was die Kompatibilität
angeht.
Was die Qualitäten als DVD-Player - also als reines Wiedergabegerät
- angeht, sind die meisten DVD-Recorder gut, aber nicht überdurchschnittlich.
Visuell und akustisch sehr anspruchsvollen Käufern raten wir daher,
einen DVD-Recorder eher als Zweitgerät für Aufnahmezwecke zu verwenden
und sich zusätzlich einen exzellenten DVD-Player für die reine Wiedergabe
anzuschaffen. Nach diesem Exkurs wenden wir uns wieder dem "herkömmlichen"
DVD-Player zu - bei dessen Auswahl und Kauf viele verschiedene Faktoren
Beachtung verdienen.
DVD-Player - Kauf-Ckeckliste
Wichtig ist es auf jeden Fall, dass man sich für seine Kaufentscheidung
genügend Zeit nimmt. Die ins Auge gefassten DVD-Player sollten genau unter
die Lupe genommen werden - und zwar nicht nur, indem man den DVD-Player
eine halbe Stunde lang prüfend anschaut, sondern indem man ihn in Betrieb
nimmt und alle vom Hersteller und vom Verkäufer versprochenen Features,
je nach Prioritätensetzung, einem ausgiebigen Test unterzieht. Die Bild-
und Tonqualität sollte der Interessent ebenfalls genau in Augenschein
nehmen. Hilfreiche Tipps, wie Sie dies am besten tun, erhalten Sie im
weiteren Verlauf dieses Specials.
Welche Anschlüsse sollte ein DVD-Player
haben ?
Zunächst einmal ist es von elementarer Bedeutung, dass der neue DVD-Player
und das eventuell bereits vorhandene Bildwiedergabegerät überhaupt in
geeigneter Art und Weise Kontakt miteinander aufnehmen können.
Videoausgänge analog
Die Scart-Buchse

Grundsätzlich gibt es diverse Arten, auf die ein DVD-Player mit dem Fernseher
oder Projektor verbunden werden kann. Die DVD-Player auf dem deutschen
Markt verfügen praktisch alle über SCART-Buchsen. SCART
ist die Hauptanschlussart beim Fernseher,
denn bereits seit den frühen achtziger Jahren werden viele Fernseher mittels
Scart angesteuert. Daher sollte, wenn man einen herkömmlichen Röhren-Fernseher
oder Flachbildschirm als Bildwiedergabegerät verwendet, die Verbindung
über Scart in den meisten Fällen möglich sein. Scart-Stecker
sind zwar unhandlich, wenn es darum geht, quasi blind den Stecker mit
der Buchse zu verbinden. Ebenfalls sind gerade billige Stecker oftmals
schlecht verarbeitet. Dies führt dazu, dass beispielsweise Teile des empfindlichen
Stecker-Innenlebens abreißen, wenn man den Scart-Stecker in den Fernseher
bzw. DVD-Player steckt oder, noch weitaus gefährlicher, ihn herauszieht
und damit nicht mit "Samtpfötchen" vorgeht. Teure Stecker sind zwar oft
sehr gut verarbeitet, bringen aber dafür weitere Nachteile mit. Die Gehäuse,
die sich um das Innenleben hüllen, sind noch ausladender als bei günstigen
Steckern. Dies führt - gerade bei Fernsehgeräten, wo sich z.B. die drei
vorhandenen Scartbuchsen auf der Rückseite des Geräts in drangvoller Enge
aneinander quetschen (in manchen Fällen sind die Buchsen auch teilweise
übereinander befestigt) zu Problemen, im schlimmsten Fall kann der hochwertige
Stecker aufgrund des hohen Platzbedarfs dann gar nicht genutzt werden.
Durch das höhere Gewicht ist es zudem wahrscheinlicher, dass der Scart-Stecker
- z.B. wenn man den Fernseher bei "Wohnungs-Aufräumarbeiten" einmal bewegt,
einfach aus seinem vorgesehenen Platz herausfällt. In der Praxis raten
wir zum Kauf guter Mittelklasse-Scart-Verbindungen, wie z.B. von Oehlbach
angeboten, mit Steckern aus hochwertigem Kunststoff und kompaktem Steckergehäuse.
Unter Scartkabel
finden Sie eine Seite, die Sie zu den verschiedenen Scartkabel-Typen verweist.
Der Scart-Multifunktionsstecker bietet zwei große Vorteile: Zum einen
gibt der DVD-Player an den Fernseher bereits beim Einschalten ein Signal,
das diesen automatisch auf den belegten Anschluss umschaltet, so das die
zusätzliche Umschaltung des Fernsehers über die Fernbedienung entfällt.
Außerdem liefert der DVD-Player über Scart auch direkt ein Umschaltsignal,
wenn eine "anamorphe" DVD einliegt, die die volle Auflösung von 16:9-Fernseher
ausnutzen kann. (Wenn Sie mehr zum Thema anamorphe DVDs wissen möchten,
dann lesen Sie hierzu bald unser Special zum Thema Bildformate. Diese
automatische Umschaltung funktioniert zwar bei den europäischen DVDs,
bei denen der DVD-Player ein Bild in der PAL-Fernsehnorm ausgibt, auch
ohne Scart, weil es hierfür in der Austastlücke des Bildes eine spezielle
Reservierung gibt. Doch bei US-DVDs klappt dies nicht, weil diese ein
Bild in der NTSC-Norm ausgeben und NTSC eine solche Kennung nicht unterstützt.
In diesem Fall liefert wiederum nur der Anschluss über Scart das automatische
Umschaltsignal.)
Wenn man einen hochwertigen 16:9-Fernseher
neuerer Bauart betreibt, wird man auf der Geräterückseite mindestens 2,
wenn nicht 3 oder (in selteneren Fällen) 4 Scartbuchsen finden. Wenn man
einen älteren Fernseher verwendet,
kann es sein, dass man nur einen Scartanschluss zur Verfügung hat.
Viele DVD-Player können eines von drei
wählbaren Signalen via Scart weiterleiten:
- Ein normales Videosignal (einfach "Video", "Composite" oder "FBAS"
genannt )
- Ein S-Video-Signal (Auch als "S-VHS" oder als "Y/C" bezeichnet)
- Ein RGB-Signal (RGB heißt "Rot Grün Blau")
FBAS - Composite ist die Anschlussart, die jedes Fernsehgerät verstehen
sollte. Allerdings ist, wie so oft im Leben, der einfachste Weg nicht
auch der beste. Bei der Composite Video-Verbindung (häufig auch in Form
gelber Cinch-Verbindungen möglich) schleichen sich unschöne Effekte
ein, da bei Composite die Farb- und Helligkeitsanteile des Bildes nicht
getrennt übertragen werden und sich dies in Form von "Perlenketten"
an den Rändern von Objekten unschön bemerkbar macht. Während dies bei
VHS-Recordern wegen der ohnehin dürftigen Bildqualität nicht auffällt,
sticht dieser Effekt bei den scharfen Bildern einer DVD selbst unkritischen
Betrachtern ins Auge. Besser ist der Anschluss via S-Video. Hier werden
die Helligkeits- und Farbanteile des Bildes getrennt übertragen, so
dass die bei Composite auftretenden Störungen des Bildes hier nicht
auftauchen. S-Video bietet zudem ein deutlich detailreicheres und schärferes
Bild. RGB ist in technischer Hinsicht die praktikabelste Lösung zur
Verbindung von DVD-Player und Fernseher. Denn hier gibt der DVD-Player
das Bild direkt so aus, wie es die die Bildröhre auch zusammensetzt.
Nämlich in den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Über drei Leitungen
in der Scart-Verbindungen kann das Bild somit ohne große Umwege direkt
an die Röhre des Fernsehers weitergeleitet werden.
Ob nun Composite, S-Video oder RGB verwendet werden, hängt damit zusammen,
welche Anschlüsse vom Fernsehgerät unterstützt werden. Während RGB nicht
nur von vielen preisgünstigen, sondern auch von vielen älteren TV-Geräten
unterstützt wird, ist eine mit S-Video beschaltete Scart-Buchse erst
bei Fernsehern der Mittelklasse bis oberen Mittelklasse zu finden - neueren
Datums sollte das Gerät ebenfalls sein. Bei vielen Fernsehgeräten mit
mehreren Scart-Buchsen sieht es häufig auch so aus, dass die Scartbuchsen
unterschiedlich beschaltet sind. Scartbuchse 1 verarbeitet RGB- oder FBAS-Signale
aus, Scartbuchse 2 S-Video- und FBAS-Signale und Scartbuchse 2 nur FBAS-Signale.
Die genaue Belegung des jeweiligen Fernsehers sollte der jeweiligen Bedienungsanleitung
zu entnehmen sein.
Beim Anschluss via Scart gilt: Composite ist immer nur als "letzter
Ausweg" und als Notlösung anzusehen. Bei manchen alten TV-Geräten, die
zwar RGB unterstützen, die RGB-Bilddarstellung aber mit deutlichen Bildverschiebungen
und einem großen Bildhelligkeitsverlust verbinden - was auch noch zu
einer emotionslosen Farbwiedergabe führt - kann Composite als Alternative
eine Lösung - aber nur eine Übergangslösung bis zum Kauf eines neuen
Fernsehers - sein.
Am DVD-Player geht die Wahl zwischen Composite, S-Video und RGB einfacher
vonstatten, weil in den meisten Setup-Menüs der Player hierfür ein eigener
Menüpunkt vorgesehen ist, über den man einfach das gewünschte Signal
auswählen kann. Composite wird in diesen Menüs meistens unter der Bezeichnung
"Video" geführt. Bei einem DVD-Player, der via Scart nur FBAS oder RGB
ausgeben kann, erfolgt die Umschaltung in den RGB-Betrieb automatisch.
Scart ist nicht die einzige Möglichkeit, DVD-Player und TV zu verbinden.
Während RGB wegen der drei benötigten Leitungen nur über Scart realisiert
wird, verfügen die meisten DVD-Player noch über spezielle Ausgänge für
Composite und S-Video.
Soll zum neuen DVD-Player auch ein neues Scartkabel
angeschafft werden, sollte man erst einmal auf Nummer sicher gehen und
nur ein Scartkabel in Betracht ziehen, das voll beschaltet ist und so
prinzipiell sowohl für die RGB- als auch für die S-Video- und FBAS-Signalverarbeitung
gerüstet ist. Was die Güte des Scartkabels betrifft, so ist es vernünftig,
sich betreffend des Preis-/Leistungsverhältnisses für die "goldene Mitte"
zu entscheiden: Billig-Scartkabel vom Wühltisch taugen trotz Vollbeschaltung
meist wenig, die Abschirmung gegen Störeinflüsse von Außen ist ebenso
miserabel wie die Verarbeitung. Meist sind diese Kabel schon dann defekt,
wenn man sie ein paarmal an verschiedenen Geräten angeschlossen hat. Auf
der anderen Seite ist es genauso wenig sinnvoll, sich ein Scartkabel,
wo der Meter gleich 200,00 EUR kostet, zuzulegen - denn die Steigerung
der Bildqualität, die dieses dann meist als das "Non-Plus-Ultra" angepriesene
Kabel - wenn überhaupt - noch ermöglicht, steht in keiner Relation zum
immensen finanziellen Mehraufwand. Ein gutes Scartkabel ist in einer Länge
von 1 Meter bereits für rund 50,00 EUR zu haben.
Composite-Video
Der
Anschluss über den normalen Video-Cinch-Out (erkennbar an der gelben Farbe,
siehe Bild), den jeder DVD-Player in einfacher oder doppelter Ausfertigung
mitbringt, sollte nur im äußersten Notfall geschehen. Denn auch hier wird
lediglich ein normales Videosignal übertragen, dass nur eine deutlich
schlechtere Bildqualität ermöglicht. Nützlich sein kann eine Composite-Signalübertragung
nur bei langen Übertragungslängen -weil das gesamte Videosignal in einem
und nicht auf getrennten Bahnen übertragen wird, kann es nicht zu Laufzeitunterschieden
zwischen den verschiedenen Signalanteilen kommen. Wenn man auf die Composite-Verbindung
zurückgreift, sollte man auf jeden Fall ein ordentliches Kabel verwenden,
gerade bei großen Längen. Wichtig: Diese Buchse überträgt NUR Bild- und
keine Tonsignale. Für eine zusätzliche Tonübertragung muss eine separate
Audioleitung gelegt werden. Hier finden Sie im Shop FBAS-
/ Composite-Kabel.
S-Video-Hosidenbuchse
Genau wie S-Video über Scart überträgt auch die S-Video-Hosidenbuchse
das S-Videosignal. Hierfür verfügen die DVD-Player über einen kleinen
runden Anschluss mit mehreren winzigen Pins, der ein wenig an einen DIN-Stecker
im Miniformat erinnert, über den viele ältere Geräte aus den siebziger
Jahren verbunden wurden. Über diese Hosidenleitung wird allerdings ebenso
wie bei Composite nur das Bild übertragen, so dass der Ton noch separat
über Cinch-Buchsen an den Fernseher weitergeleitet werden muss. Während
bei Videoprojektoren die Hosiden-Buchse zum Standard gehört, verfügen
viele Fernseher entweder über gar keinen solchen Anschluss oder nur in
Form einer Buchse an der Front des Fernsehers, so dass Scart in vielen
Fällen die bessere Lösung ist. Wer sich ein S-Video-Hosidenkabel zulegt,
sollte aber auch auf die Qualität achten - vor allem sollte das gute Stück
solide verarbeitet und gut abgeschirmt sein. Hier finden Sie im Shop S-Videokabel.
Komponentenausgang (YUV) - Interlaced
und Progressive-tauglich
Das
Komponentensignal, auch als YUV bekannt, stellt eine qualitativ sehr überzeugende
analoge Videoverbindung dar. In diesem Format liegt auch das Bild auf
der DVD vor. Der Einfachheit halber verzichten wir hier darauf, die komplizierte
Zusammensetzung dieses Signals aus Farbdifferenzsignalen genau zu erklären.
Soviel sei nur gesagt: YUV ist quasi das Urformat auf der DVD, aus dem
der Player erst ein Composite- oder S-Video-Bild in der PAL oder NTSC-Norm
oder ein RGB-Signal erzeugt. Da bei diesem Signal weniger Umwandlungen
(die die Bildqualität beeinträchtigen) innerhalb des DVD-Players erforderlich
sind, ist der Signalweg auch am kürzesten und der Bildeindruck prinzipiell
am besten. Immer mehr DVD-Spieler auf dem deutschen Markt sind mit YUV-Ausgängen
ausgestattet, neben Projektoren tauchen auch verstärkt Fernsehgeräte auf,
die über YUV-Eingänge verfügen. Zusätzlich bietet sich über den Komponentenausgang
auch die Möglichkeit, Vollbilder anstatt der sonst üblichen Halbbilder
auszugeben. Man spricht dann von "Progressive Scan": Während Kinofilme
mit 24 Vollbildern pro Sekunde an der Projektionslinse des Projektors
vorbeilaufen, arbeiten Röhren-Fernseher "Interlaced", also mit Halbbildern.
Hier wird nicht das ganze Bild auf einmal angezeigt, sondern zunächst
ein Halbbild mit den geraden Zeilen und anschließend ein zweites Halbbild
mit den ungeraden Bildzeilen. Durch den schnellen Wechsel der Halbbilder
fällt dies allerdings beim Betrachten eines TV-Bildes nicht direkt auf
- fast, denn jeder, der am PC arbeitet, wird festgestellt haben, dass
nicht nur die Auflösung am Monitor besser ist, sondern das TV-Bild auch
im Vergleich weniger klar erscheint. Die Erklärung ist einfach: In der
Computertechnik ist die Vollbildwiedergabe Standard. Unter dem Namen "Progressive
Scan" kommt diese Technik der Bilddarstellung seit einiger Zeit auch im
Bereich der DVD-Player zum Einsatz. Denn auch Spielfilme sind auf den
DVDs in "progressiver" Form abgespeichert. Der Schritt ist also naheliegend,
diesen Vorteil auch direkt zu nutzen und das Bild in seiner Ursprungsform
abzugreifen, anstatt es umständlich und möglicherweise verlustbehaftet
in Interlaced-Bilder mit 576 (PAL) oder 480 (NTSC) Zeilen umzuwandeln.
Die Bildqualität der DVD erreicht mit Hilfe von DVD-Playern mit Progressive
Scan-Ausgang und dem entsprechend gerüsteten Bildausgabegerät einen höheren
Standard als bei Interlaced-Verbindungen: Die horizontalen Linien, die
durch das Interlaced-Verfahren gerade bei großen Bilddiagonalen störend
ins Auge fallen, sind nun nicht mehr vorhanden. Die Arbeitsweise von Progressive
Scan in der Videowelt: Das Bild wird anstatt in 50 Halb- in 50 Vollbildern
pro Sekunde bei PAL (bzw. 60 bei NTSC) an das Bildausgabegerät weitergeleitet.
Damit bei Progressive Scan kein Flimmern auftritt, muss jedes Vollbild
mindestens zweimal abgetastet werden. Schon länger ist Progressive Scan
offizieller Standard im NTSC-System, PAL-Progressive gibt es als offiziellen
Standard erst seit kurzem. PAL Progressive beherrschen inzwischen schon
eine ständig größer werdende Auswahl an DVD-Playern, an Bildausgabegeräten
gibt es ein relativ großes Sortiment an Projektoren, die dieses Signal
akzeptieren. Auch immer mehr TV-Geräte nehmen PAL- und NTSC-Progressive-Bildsignale
entgegen. Hier finden Sie im Shop YUV-Kabel.
Videoausgänge digital
DVI (Digital Visual Interface)

Bislang erfolgte die Übertragung der Videodaten in praktisch allen Fällen
noch auf analogem Wege, das heißt, die digitalen Daten von der DVD mussten
im DVD-Player mittels eines Digital-/Analog-Konverters in analoge Bilddaten
umgewandelt werden. Obwohl die D/A-Konverter immer besser wurden, entstand
bei dieser Wandlung - wie üblich bei solchen Verfahren - ein Verlust an
Bildqualität, der bei sehr edlen DVD-Player mit besonders hochklassigen
Videodaten-Konvertern gerade bei Highend-Playern sehr gering ausfällt.
Beim Durchschnitts-DVD-Player aber war, trotz der fortschreitenden Wandlertechnik,
noch immer ein Bildqualitätsverlust feststellbar. Je nach der Art des
Bildwiedergabegeräts standen auch am anderen Ende des Bildsignalwegs noch
weitere Transferaktionen an. So benötigt z.B. ein DLP-Projektor zur Ansteuerung
seiner Spiegel-Panels im Inneren ein digitales Signal. Also muss im DLP-Beamer
nochmals ein Analog-/Digital-Konverter eingesetzt werden, der die ankommenden
analogen Bilddaten wieder auf die digitale Ebene transformiert. Ein Plasmaschirm
oder ein LCD-Projektor benötigt zwar zur Ansteuerung der einzelnen Pixel
ein analoges Signal - doch bevor die Pixels angesteuert werden, muss das
ankommende Signal erst auf die native Auflösung des jeweiligen Displays
skaliert werden. Dieses "Scaling" findet auf digitaler Ebene statt. Also
wird auch hier das eingehende Signal zwecks Skalierung zunächst von der
analogen in die digitale Ebene gewandelt und anschließend, nach der Skalierung,
wieder zurück. Um diesen bislang umständlichen Video-Signalweg entschieden
zu vereinfachen, wurde die Schnittstelle DVI (Digital Visual Interface)
entwickelt. Auf digitalem Wege werden hier Bilddaten vom DVD-Player mit
DVI-Ausgang zum Bildwiedergabegerät mit DVI-Eingang geschickt.

- Es gibt ein DVI-D ("D" steht für "Digital")-Interface, das nur digitale
Daten ausgeben kann - und einen DVI-I ("I" steht für "integriert")-Interface,
das zusätzlich noch analoge Daten bereit stellt. Oben im Bild ein
DVI-D-Ausgang.
- Unbedingt müssen Quell- und Zielgerät den HDCP
(High Bandwidth Digital Content Protection)-Kopierschutz unterstützen,
damit eine problemlose Wiedergabe möglich ist.
-
Darauf achten, dass die DVI-Schnittstelle freigeschaltet ist.
Klicken Sie auf DVI, oder DVI
Belegung um zu den gleichnamigen HIFI-REGLER-Specials zu kommen.
Unter DVI-Kabel finden Sie hochwertige
Kabel für Ihren DVI-Anschluss.
HDMI

Noch einen Schritt weiter als DVI geht HDMI. Hier werden auf digitaler
Ebene nicht nur Bild- oder Tondaten, sondern Bild- und Tondaten in höchster
Qualität transportiert. HDMI überträgt sowohl digitale Videodaten (Bilddaten),
als auch digitale Audiodaten. Und das alles in einem integrierten Kabel
mit 19-poligem Miniatur-Stecker (siehe Bild oben). Da keine Kompression
vorgenommen wird, entstehen keine Qualitätsverluste. Durch die hohe
Bandbreite verarbeitet HDMI alle digitalen Formate. Audiodaten bis zu
Frequenzen von 192 kHz mit Wortbreiten von bis zu 24 bit auf bis zu
8 Kanälen können übertragen werden. Die Bandbreite für Videodaten liegt
bei bis zu 165 MHz. Damit lassen sich alle heute in der Home-Cinema-Welt
eingeführten Bild- und Tonformate einschließlich HDTV (bis zur derzeit
höchsten Auflösung von 1080p) ohne Qualitätsverlust darstellen. Dies
garantiert flexible Einsatzmöglichkeiten und Zukunftssicherheit, denn
in den Spezifikationen von HDMI sind Reserven eingearbeitet, die bereits
höhere Übertragungsraten zukünftiger Bild- und Tonformate berücksichtigen.
So nutzt HDMI selbst für die derzeit am höchsten auflösende HDTV-Variante
nur etwa die Hälfte seiner potentiellen Bandbreite von 5 GB/sec. Wer
nun z.B. einen DLP-Videoprojekor mit DVI-Interface sein eigen nennt,
der ins Auge gefasste Zuspieler aber bringt einen HDMI-Ausgang mit,
muss sich nicht grämen: HDMI und DVI sind zueinander kompatibel, denn
HDMI basiert auf DVI und ist zu 100% abwärtkompatibel zu DVI. Das bedeutet,
dass sich DVI-Signale (via DVI-HDMI-Adapter-Kabel) über die HDMI-Schnittstelle
übertragen lassen. In der anderen Richtung wird allerdings nur eine
Untermenge der HDMI-Signale an die DVI-Schnittstelle übertragen (aufgrund
der erweiterten Übertragungsmöglichkeiten von HDMI, die DVI nicht mitbringt).
Möglich ist die Kompatibilität auch deshalb, weil HDMI das gleiche Kopierschutzverfahren
wie DVI nutzt: HDCP (High Bandwidth Digital Content Protection). Als
weiteres Feature unterstützt HDMI integrierte Fernbedienungen. HDMI
unterstützt die Protokolle CEC (Consumer Electronics Control) und AV.link,
beides Protokolle die sich für universelle Fernbedienungen durchgesetzt
haben, wobei AV.link der in Europa vorherrschend Standard ist. Damit
ist es möglich, mehrere über HDMI verbundene Komponenten über eine Fernbedienung
und eine Infrarot-Strecke zu steuern. Durch die bi-direktionale Datenübertragung
ergeben sich weitere flexible Steuerungsmöglichkeiten. Für den Anwender
ergeben sich dadurch viele Vorzüge. Nur ein Beispiel: Ein digitaler
Fernseher oder AV-Receiver kann einem digitalen Sat-Receiver übermitteln,
welches seine gerade eingestellten Bild- und Tonformate (z.B. 16:9 oder
4:3/Letterbox oder 5.1 oder 2-Kanal-Stereo) sind. Dieser übermittelt
dann seine digitalen Informationen automatisch in der entsprechend passenden
Einstellung.
Klicken Sie auf HDMI, um zum gleichnamigen
HIFI-REGLER-Special zu kommen. Wir auf der einen Seite einen DVI-Anschluss
und auf der anderen Seite einen HDMI-Anschluss hat, dem ist mit dem
HDMI-DVI-Adapterkabel
geholfen.
Zusammenfassung - Video-Anschlüsse
Wer auf die volldigitale Datenübertragung setzt, sollte beim Kauf seiner
Komponenten auf DVI- beziehungsweise HDMI-Interfaces setzen. Durch die
Abwärtskompatibilität von HDMI kann man auch Geräte miteinander kombinieren,
verliert dabei allerdings die Möglichkeit, auch Audiodaten zu transformieren. Eine
Hilfe zur richtigen Auswahl der Videosignale finden Sie in unserem Special
Videosignale.
Was den Preis betrifft, so sind HDMI-Bildwiedergabegeräte in den
letzten Jahren deutlich im Preis gesunken. Gute DVD-Player mit HDMI-Ausgang
sind bereits ab ca. 150 € erhältlich.

Doch die analoge Videoverbindung wird nicht sofort völlig vom Markt verschwunden
sein. Gerade in der nächsten Zeit spiele die analogen Verbindungen immer
noch eine große Rolle.
Für die Verbindung eines herkömmlichen Fernsehgerätes normaler Güte
und einem DVD-Player raten wir zu einer Scart-RGB-Verbindung. Zu achten
ist hierbei auf den Kauf eines qualitativ überzeugenden Scartkabels.
S-Video ist eine weitere Anschlussform, die aber eigentlich nur in Spezialfällen
zum Einsatz kommen sollte. Auf die FBAS-Datenübertragung sollte nur
im absoluten Notfall zurückgegriffen werden.
Die PAL- / NTSC-Problematik
Wer auch NTSC-DVDs abspiele möchte, sollte sich mit der PAL-/NTSC-Problematik
auseinander setzen. Während das europäische PAL-Fernsehsystem mit 625
Bildzeilen (brutto) bzw. 526 Zeilen netto und 50 Halbbildern in der Sekunde
arbeitet, nutzt das in den USA verwendete NTSC-System nur 525 Bildzeilen
(netto 480), dafür aber eine schnellere Bildwechselfrequenz von 60 Hz.
Die 60 Hz sind heutzutage nur noch für wenige Fernseher ein Problem und
stellen die Synchronisation automatisch um. Wenn das Bild hingegen stark
flackert oder durchläuft, ist dies ein Indiz dafür, das der Fernseher
nicht in der Lage ist, NTSC-Bildsignale wiederzugeben. Dann bleibt nur
die Anschaffung eines neuen DVD-Players übrig, wenn auch NTSC-Scheiben
das heimische Filmprogramm bereichern sollen. Eine andere Möglichkeit
bieten auch DVD-Player, die eine echte Konvertierung von NTSC auf PAL
machen. Da bei diesem Verfahren zusätzliche Zeilen von der Player-Elektronik
erzeugt und Halbbilder entfernt werden müssen und eine saubere Konvertierung
nur mit teurer Spezialelektronik gut funktioniert, muss man hierbei allerdings
in Kauf nehmen, dass die Bildstruktur leicht pixelig wirkt und das Bild
bei Schwenks sichtbar ruckelt. Wirklich überzeugende Konvertierungen sind
in der Praxis eher selten und wenn, dann nur bei teureren DVD-Player-Modellen
zu finden.
Die zweite Hürde ist nicht ganz so problematisch: Häufig sind nur Fernseher
neueren Datums (die dann auch mindestens der Mitteklasse entstammen)
in der in der Lage, NTSC auch in Farbe wiederzugeben. Weil bei NTSC
ein anderer Farbträger als bei PAL verwendet wird, können viele Fernseher
diesen nicht erkennen und daher NTSC nur in Schwarz-Weiß darstellen.
Nur Multinormgeräte können sowohl echtes NTSC als auch PAL wiedergeben.
Daher gibt es viele DVD-Player, die bei US-DVDs eine Mischung aus PAL
und NTSC ausgeben, das sogenannte "Pseudo-PAL" oder "PAL 60", welches
mit den 525 Zeilen von NTSC und der Wechselfrequenz von 60 Hz arbeitet,
aber den PAL-Farbträger nutzt, und somit auch auf TVs ohne Multinorm-Unterstützung
ein einwandfreies Bild liefert. Für Fernseher ist die PAL 60 - Option
ideal, während viele ältere Videoprojektoren dieses Signal nicht verdauen,
da sie bei der Wechselfrequenz von 60 Hz auch den NTSC-Farbträger erwarten.
Daher sollte beim Kauf darauf geachtet werden, ob der DVD-Player PAL
60 oder echtes NTSC ausgibt. Am besten ist die Wahlmöglichkeit, wie
sie verschiedene DVD-Spieler im On Screen Menü bieten. Wer nun das Pech
hat, einen solchen Player gekauft zu haben, der kein PAL 60 unterstützt
und zudem noch einen Fernseher ohne Multinorm-Empfang verwendet, der
muss dennoch nicht gleich einen neuen TV kaufen: Vorausgesetzt, der
Player unterstützt RGB, so ist auch auf diesem Wege eine Wiedergabe
in Farbe möglich, da RGB direkt die Bildröhre ansteuert und es somit
ziemlich egal ist, welche Norm der TV unterstützt. In diesem Zusammenhang
sei am Rande erwähnt, dass auch DVDs aus den SECAM-Ländern Frankreich
und Belgien auf einem PAL Code 2 - Player ohne weiteres laufen: Der
Player gibt dann kein SECAM-Bild aus, sondern ein echtes PAL-Bild (oder
eben RGB).
Audioausgänge
Optische und koaxiale Digitalausgänge

Die meisten DVD-Player verfügen, um die Tondaten von DVD Video-Discs
und CDs auszugeben, über digitale Ausgänge, die maximal Signale mit
einer Auflösung/Bandbreite von bis zu 96 kHz/24-Bit (Zweikanal) aus
dem DVD-Player herausleiten können. Für die Datenmenge, die auf DVD-Video-Discs
und Audio-CDs enthalten ist, reichen diese entweder in optischer Form
(auch TOS-Link genannt) oder in koaxialer Form (auch elektrisch genannt)
vorliegenden Ausgänge aus - nur nicht für die hochkapazitiven Daten
von SACDs und DVD Audio-Software.
Da es sich sowohl bei optischen als auch bei der koaxialen Variante
um eine digitale Datenübertragung handelt, ist das Resultat im Prinzip
identisch. Optische Digitalkabel
- auch Lichtleiterkabel
genannt - haben den kleinen Vorteil, dass DVD-Player und Verstärker
galvanisch voneinander getrennt sind, dafür den kleinen Nachteil, dass
ein elektrisches Signal erst in ein optisches gewandelt wird, und im
AV-Receiver wieder in ein elektrisches. Ebenfalls können bei optischen
Kabeln Streulichtverluste durch einen nicht perfekten Schliff an den
Kabelenden entstehen. Koaxiale Kabel, auch elektrische Kabel genannt,
leiten das Signal hingegen ohne Wandlung weiter. Beim Koaxialkabel
muss man sich besonders um eine wirkungsvolle Abschirmung Gedanken machen,
denn bei schlecht isolierten Koax-Verbindungen kann es schon einmal
vorkommen, dass der Digitalstrom gestört wird, wenn die Spannungsversorgung
in der Wohnung über einen Anschluss läuft.
Daher: Hochwertige Kabel bringen noch eine weitere Steigerung der klanglichen
Präzision mit sich, weil der digitale Datenstrom besonders gut abgeschirmt
seinem Ziel zustreben kann oder der Lichtleiter das Licht weitgehend
ungedämpft zum Verstärker transportiert. Aber auch hier gilt: Ein gutes
Kabel (ab, bezogen auf 1 m Länge, zwischen 30,00 und 40,00 EUR bekommt
man brauchbare Kabel) sollte es schon sein, Kabelpreise von 150,00 EUR
und mehr pro Meter aber sind nicht gerechtfertigt, der Mehrpreis steht
in keinem Verhältnis zum klanglichen Zugewinn, gerade wenn man nicht
über eine 20.000 EUR-Anlage verfügt.
i.link (FireWire, IEEE1394)

Mittels i.link können DVD Audio- und SACD-Daten auf
digitalem Weg aus dem DVD-Player herausgeführt werden. I.link ist eine
Handelsmarke für die Norm IEEE1394 ("FireWire"), eine Hochgeschwindigkeits-Schnittstelle
für digitale Audio- und Videodaten. PCs, digitale Camcorder und andere
Arten audiovisueller Geräte sind mit einer solchen Schnittstelle schon
momentan ausgerüstet, Die Tendenz ist steigend. Da eine i.link-Buchse
gleichzeitig Daten senden und empfangen kann, reicht ein einziges Kabel
als Verbindung. Einige edle DVD-Player (z.B. von Pioneer) und einige
Highend-Verstärker z.B. von Pioneer, Yamaha und Sony bieten i.link-Buchsen.
Unter Firewire-Kabel / IEEE
1394 Kabel finden Sie im Shop jede Menge geeignete i.Link-Kabel.
Damit ein einwandfreier Betrieb gewährleistet ist, sollte man folgende
Punkte beachten:
- Von der i.link-Buchse werden alle Arten von digitalen Audiosignalen
ausgegeben, mit denen der jeweilige Player kompatibel ist. So auch
SACD- und DVD Audio-Signale.
- Bei der Wiedergabe von DVD-As, SACDs und CDs via i.link wird ein
jitterfreies Digitalaudiosignal ausgegeben, sofern der angeschlossene
Verstärker/Receiver mit der PQLS-Funktion (Ratensteuerung) kompatibel
ist.
- Um DVD Video-Discs, DVD-As und SACDs mittels i.link Connection abspielen
zu können, müssen die angeschlossenen Komponenten mit dem DTCP-System
(Digital Transmission Content Protection) kompatibel sein. Ist eine
angeschlossene Komponente nicht DTCP-kompatibel, wird nur der CD-Ton
wiedergegeben. Diese Maßnahmen sind aus Gründen des Kopierschutzes
erforderlich.
DenonLink / DenonLink S.E. / DenonLink
3rd

DENONLink ist eine digitale Verbindung für Gerätevernetzung untereinander
via RJ-45-Stecker. Die Datenübertragung erfolgt 3 x so schnell wie bei
IEEE1394 FireWire. Die maximale Datentransferrate beträgt 1,2 Gbps dank
LVDS (Low Voltage Differential-Übertragung), damit ist das neue System
geeignet für die digitale Übertragung von 192 kHz/24-Bit-2-Kanal sowie
für 96 kHz/24-Bit-6-Kanal - also eine volle Kompatibilität zu DVD Audio.
Mittels DENON Link hat man die Möglichkeit, ein volldigitales Bassmanagement
und eine Laufzeitanpassung auch beim Abspielen von DVD Audio- oder SACD-Discs
zugänglich zu machen. Die Datenübertragung erfolgt über abgeschirmte "Twisted
Pair"-Kabel (STP). Auf DenonLink folgte Denon Link S.E. (Second Edition).
Die 2. Auflage hat gegenüber der ersten den Vorteil, dass nun zusätzlich
die Daten von DVD Audio-Discs mit Kopierschutz ohne Qualitätsverlust im
Originalformat (z.B. 96 kHz/24-Bit-6-Kanal oder 192 kHz/24-Bit 2-Kanal)
mittels des Denon Link-Kabels übertragen werden können. Bislang war eine
derartige Übertragung nur bei nicht kopiergeschützten DVD Audio Discs
möglich. Das DVD-Konsortium hat der uneingeschränkten Übertragung von
digitalen Signalen durch Denon Link zugestimmt, da Denon Link nun dem
"4C"-Standard aus der PC-Branche entspricht. Durch eine ausgeklügelte
digitale Kopierschutz-Kennung werden digitale Kopien effektiv verhindert.
Bislang war DenonLink nur für die digitale Übertragung von DVD Audio-Signalen
ausgelegt. Inzwischen jedoch führt Denon DVD-Player im Programm die auch
SACDs wiedergeben. Neben DVD Audio-Signalen können dann auch SACD-Signale
mittels DenonLink übertragen werden. Zur Zeit ist die aktuelle Denon Link-Version
die 3rd-Version.
6-Kanalanschluss (5.1.-Anschluss)

DVD-Player mit integriertem Decoder haben grundsätzlich einen Sechskanalausgang
via Cinch, um den DVD-Player mit den dafür vorgesehenen 5.1-Eingang am
Verstärker/Receiver (sofern vorhanden) zu verbinden. Besondere Wichtigkeit
hat der Sechskanalanschluss bei DVD Audio- und SACD-Playern. Es gibt zwar
inzwischen kopiergeschützte Highspeed-Schnittstellen für große Datenmengen,
diese jedoch sind nicht immer vorhanden. Dies wird sich zwar sicherlich
in der Zukunft ändern, momentan aber wird das DVD Audio- und das SACD-Signal
in den meisten Fällen noch über den analogen Sechskanalausgang ausgegeben
(oben im Bild, für die Frontkanäle gibt es bei diesem DVD-Player die Anschlüsse
FR1/FL1 und FR2/FL2wahlweise).
Sehr wichtig ist dabei, dass man nicht die auch vielen DVD-Playern beiliegenden
Billig-Cinch-Modelle mit "Lakritzkabel" verwendet, sondern auf jeden Fall
hochwertige Cinchkabel benutzt: Nur so wird das Potential der DVD Audio
auch zu Gehör gebracht. Gute DVD-Audio-Kabel finden Sie unter 5.1-Kabel
im Shop. Ebenso wichtig: Der Sechskanal- Eingang am Verstärker/Receiver
sollte 100 kHz-tauglich sein, um auf die 192 kHz Abtastfrequenz bei DVD
Audio-Aufnahmen vorbereitet zu sein (dies ist aber inzwischen bei fast
allen, auch günstigeren AV-Receivern, der Fall). Wie sind die 100 kHz-Tauglichkeit
und die 192 kHz Abtastfrequenz in Einklang zu bringen? Des Rätsels Lösung
liegt im Zusammenhang zwischen Abtast- und Nutzsignal: Nach dem Abtasttheorem
des Mathematikers Shannon kann man mit einer bestimmten Abtastfrequenz
höchstens ein Nutzsignal codieren, das keine höheren Anteile als die Hälfte
der Abtastfrequenz in sich trägt - sonst treten schwerwiegende Fehler
auf: Im Falle einer 192kHz-Aufzeichnung heißt das, dass fehlerlos Tonfrequenzen
mit maximal 192 : 2, also mit 96 kHz, wiedergegeben werden können, die
dann via Cinch in den Analogeingang des Receivers hineinströmen. Somit
sind Verstärker/Receiver mit 100 kHz-tauglichen Eingang für alle DVD Audio-Formate
geeignet.
HDMI (High Definition Multimedia Interface)
Der HDMI-Anschluss bietet in der Regel die beste Bildqualität. Über
den HDMI-Ausgang können Auflösungen, je nach Gerät, bis
zu 1080p (Full-HD) übertragen werden. Zusätzlich wird das Tonsignal
der DVD mit übertragen. Eine zusätzliche Tonverbindung des DVD-Players
mit dem AV-Receiver (muss über HDMI-Anschlüsse verfügen,
die das Audiosignal verarbeiten können) über optisch- oder koax-Digital
gehört der Vergangenheit an. Weitere Infos zu HDMI finden Sie in
unserem HDMI-Special .
2-Kanalanschluss
Wer den DVD-Player analog an seine Anlage anschließen will, um ihn
beispielsweise als herkömmlichen CD-Player zu benutzen, benötigt dafür
die hinlänglich von anderen Hifi-Komponenten bekannten 2-Kanal-Cinch-Ausgänge,
die jeder DVD-Player einfach oder doppelt mitbringt. Jeder DVD-Player
besitzt eine Downmix-Funktion, die den Dolby Digital - Mehrkanalton
auf zwei Stereo-Kanäle verteilt, die auch an der Scart-Buchse anliegen,
so dass die DVD-Wiedergabe ohne weiteres, wenn auch nicht mit dem Super-Ton,
auf einem simplen Fernseher möglich ist, der nicht einmal unbedingt
Stereo-tauglich sein muss. DTS-abgemischte 5.1-Tracks ermöglichen keinen
Downmix. Da die meisten DTS-DVDs aber zumindest über eine Dolby Digital
- Spur mit mindestens zwei Kanälen verfügen, kann man auf diese im Notfall
zurückgreifen.
Fazit zum Audio-Anschluss
Für Highend-Anwender, die State Of The Art-Technologie bei ihrem Equipment
bevorzugen, kann eine Kette bestehend aus i.link- bzw. DenonLink-Komponenten
und HDMI Schnittstellen von Vorteil sein. Dann ist es kein Problem, auch
DVD Audio- und SACD-Signale digital aus dem DVD-Player herauszuleiten.
Nachteil: Noch sind DVD-Player mit den betreffenden Anschlüssen teuer
und in nicht allzu großer Anzahl auf dem Markt vorhanden.
Wer nicht so viel Geld investieren möchte, aber trotzdem DVD Audio-
und SACD-Discs in sehr guter Tonqualität abspielen will, sollte sich
einen DVD-Player der guten Mittelklasse kaufen und diesen mittels eines
qualitativ hochwertigen Kabels an seinen AV-Receiver anschließen. Für
den Anschluss eines DVD-Player-internen Dolby Digital/DTS-Decoders ist
diese Verbindungsmöglichkeit auch zu nutzen.
Für die Wiedergabe des Tons von DVD Video-Discs und von CDs inklusive
aller Derivate nimmt man die koaxiale oder optische Digitalverbindung.
Auch hier sollte man, um den "guten Ton" zu bewahren, auf ein qualitativ
gutes Kabel zurückgreifen.
Wer noch keine Surround-Anlage hat oder die D/A-Wandler im DVD Video-Player
nutzen möchte (z.B. weil sie hochwertiger sind als die im AV-Receiver),
schließt den DVD-Player über 2-Kanal-Stereo-Cinch an den Verstärker
oder Receiver an.
Lesen Sie unbedingt auch noch Teil
2 der großen Beratung rund ums Thema DVD-Player: hier finden
Sie weitere nützliche Tipps was Sie bei der Auswahl eines neuen
DVD-Players beachten sollten. Zudem finden Sie dort jede Menge Links
zu weiteren Themen rund um das Thema Heimkino, und zu wichtigen DVD-Player-Herstellern.
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