DVD-Recorder - Einführung und Kauf-Beratung (Teil 2)
Der Signalweg im Inneren des DVD-Recorders

Damit die Aufnahme in Bezug auf die Qualität auch passt, werden gerade
in hochwertigen DVD-Recordern vielfältige Maßnahmen unternommen. Anhand
der Prozesse, die im Inneren des DVD-Recorders ablaufen, werden wir nun
beschreiben, wie für eine stimmige Bildqualität bereits vor der eigentlichen
Aufzeichnung gesorgt wird. Als Datenkompressionsverfahren wird MPEG 2-Video
eingesetzt. Bei MPEG 2-Video kann mit konstanter Bitrate, aber auch mit
variabler Bitrate aufgenommen werden. Mehr dazu im weiteren Verlauf des
Textes. Im unteren Schema ist der Signalweg vom eingehenden Signal bis
zur Aufnahme und Wiedergabe zu sehen.
 Mit freundlicher Genehmigung von Sony
Die meisten namhaften Hertseller haben besonders darauf geachtet, eine
optimierte Aufnahmequalität abhängig vom Quellmaterial zu ermöglichen.
Problemfall ist z.B. bei der Aufnahme eines VHS-Videobandes auf eine DVD,
dass beim Encoding-Prozess auch die auf dem Videoband enthaltenen Bildstörungen
wie z.B. das hinlänglich bekannte, gut sichtbare und störende Bildrauschen
mit encodiert wird. Durch diesen Prozess verringert sich die Datenmenge,
die für das eigentliche Videosignal zur Verfügung steht - die "Fehlinformationen"
in Form von Bildrauschen nehmen einiges an Platz weg. Um dies zu vermeiden,
bereinigen die meisten DVD-Recorder vor der weiteren Verarbeitung zunächst
das eingehende Signal, damit die verfügbare Datenmenge auch für das tatsächliche
Videosignal voll genutzt werden kann. Dies erfolgt durch mehrere Aktivitäten.
Zunächst greift ein wirksamer digitaler Rauschfilter ein, der das Bildrauschen
zu einem Großteil eliminiert. Der Time Base Corrector (TBC) stabilisiert
das Videosignal. Analoge Signale von herkömmlichen Videorecordern weisen
in der Regel Zeitachsenschwankungen auf, die man als "Jitter" bezeichnet.
Dieser "Jitter" kann sich in Form von Flimmern und dem "Ausreißen" einzelner
Zeilen auf dem Bildschirm bemerkbar machen. Genauso wie beim Bildrauschen,
das die für das reine Videosignal reservierte Datenmenge einschränkt,
sorgt auch der Jitter, der beim Encoding als Bewegung aufgezeichnet wird,
für eine Reduzierung der Datenmenge, die für das Videosignal an sich aufgewendet
werden kann. Bereits vor der Aufnahme können verschiedene Bildeinstellparameter
(Farbe, Kontrast, Bildhelligkeit) über einen integrierten Video EQ angepasst
werden. Der Time Base Corrector gleicht diese Zeitachsenschwankungen aus
und reduziert so deutlich den Jitter - und somit auch mögliche Bildverschlechterungen.
Gleichzeitig wächst die Datenmenge, die für das reine Videosignal zur
Disposition steht.
Das von allen Störungen entlastete Videosignal wird anschließend mit
einer variablen Datenrate encodiert - den Vorteil der variablen Datenrate
ist allerdings ein Vorzug des DVD-Recordings, der von vielen Herstellern
(nicht von allen) genutzt wird. Wie man es auch von den "fertigen" DVD
Video Discs her kennt, haben nicht alle Szenen eine konstante Datenrate
- denn so verschenkt man Platz. Bei der Encodierung wird folgendermaßen
vorgegangen: Das besondere an MPEG 2-Video ist die Nutzung redundanter
Bildinformationen, das heißt: Statische Bildinformationen werden nur einmal
gespeichert und dann so lange wiedergegeben, bis sich die Bildinformationen
ändern. Vorteil: Die Dateninformationen können in diesen Sequenzen gering
gehalten werden, das erhöht die Restkapazität der DVD, auf die aufgezeichnet
wird. Im SP-Mode werden die Daten so auf rund 1/40 der Originaldaten reduziert.
Nun gibt es, wie bereits erwähnt, zwei Möglichkeiten bei der MPEG
2-Encodierung: Die Encodierung mit konstanter Bitrate (CBR, constant
bit rate), und die Encodierung mit variabler Bitrate (VBR, variable bit
rate). CBR erweist sich dabei - nomen est omen - als nicht besonders flexibel
und setzt, unabhängig vom Bildinhalt, eine feste Datenrate ein (siehe
Bild unten). Dies hat zur Folge, dass bei Bildinhalten, in denen nicht
viel Bewegung ist, Platz verschenkt wird. Bei Bildinhalten, in denen viele
bewegte Details gezeigt werden, reicht dafür die fest zur Verfügung stehende
Datenmenge nicht aus. Die VBR hingegen arbeitet flexibel und sorgt dafür,
dass z.B. in ruhigen Szenen, in denen wenig Details gezeigt werden, das
Material mit einer geringen Datenrate verarbeitet werden kann, ist es
möglich, bei bewegten Szenen mit vielen Details auf eine hohe Datenrate
zurückzugreifen, um auch alle Details sauber darstellen zu können. So
wird Platz sparend und Bildqualität optimierend zugleich gearbeitet.
 Mit freundlicher Genehmigung von Sony
Die unten dargestellte Grafik aus dem Jahr 2004 zeigt wie bei Sony
die Bildoptimierung abläuft. Je nach der Komplexität oder der Bewegung
des Bildsignals stimmt die VBR-Kompression die Datenrate entsprechend
ab, um im vorgegebenen Aufnahmemodus (mehr zu den Aufnahmemodi findet
sich weiter oben im Text) eine optimierte Bildqualität und Aufnahmedauer
zu ermöglichen. Vorteil ist laut Sony eine gleichbleibend hohe Bildgüte
während der gesamten Aufzeichnung. Unten im Bild ist nochmals der komplette
Signalweg vom Videoeingang bis zur Aufnahme dargestellt.
 Mit freundlicher Genehmigung von Sony
Die aktuellen Pioneer oder Pansonic
DVD-Recorder verfügen ebenfalls über verschiedene Errungenschaften, die
die Bildgüte bei allen Aufnahmen optimieren soll. Es gibt, je nach Hersteller,
Justagemöglichkeiten für die Bildhelligkeit und die Stärke der Reduzierung
des Farbrauschens.
Das können DVD-Recorder NICHT
DVD-Recorder können vieles - aber nicht
alles. Obwohl sie dem herkömmlichen Videorecorder haushoch
überlegen sind, kann man mit DVD-Recordern nicht einfach
alles Quellmaterial nach Herzenslust 1:1 kopieren. Wir
haben hier verschiedene Punkte aufgezählt, die aufzeigen,
was die momentan erhältlichen DVD-Recorder nicht können.
- Falsch ist die Annahme, dass man mit einem DVD-Recorder eine
DVD komplett kopieren kann - ein DVD-Recorder
ist als Ergänzung für die Surroundanlage vorgesehen und erfüllt nicht
die Aufgabe eines DVD-Brenners im Home PC. Nur mittels eines PCs und dem
entsprechenden Brenner kann eine DVD komplett ausgelesen werden. Mit einem
Standalone DVD-Recorder wird es wegen dem Kopierschutz aller Wahrscheinlichkeit
nach auch zukünftig nicht möglich sein, DVDs 1:1 zu kopieren, allerhöchstens
DVDs, die über keinen Kopierschutz verfügen, was in der Praxis aber kaum
noch vorkommt. Es ist momentan beim DVD Video-Recording ebenfalls nicht
möglich, die Bild- oder/und Tondaten auf digitalem Wege zu übertragen.
Hier gleichen sich der herkömmliche Videorecorder und der neue DVD-Recorder:
Beide können nur ein analoges Signal aufnehmen. Damit sollte es auch klar
sein, dass es nicht funktioniert, beispielsweise alle Sprachen der Original-DVD
auf die zu bespielende DVD zu kopieren. Es ist nur möglich, eine Sprachfassung
zu kopieren.
- Doch gerade das Kopieren von DVDs ist auch auf analogem Wege selten
möglich. Es ist in der Praxis keinesfalls problemlos möglich, jede DVD
analog zu überspielen, denn der Macrovision-Kopierschutz, den sehr viele
DVDs mitbringen, ist auch bei analoger Signalübertragung aktiv und wird
noch durch einen zusätzlichen Kopierschutz ergänzt, der dem Recorder
in der Austastlücke des Videosignals signalisiert, dass eine Aufnahme
nicht möglich sein soll. Dies hat zur Folge, dass sich DVD-Recorder
hauptsächlich zur Aufnahme von Sendungen aus dem Fernsehen eignen und
aufgrund der kopierschutztechnischen Voraussetzungen weniger zum Überspielen
von DVD Video-Filmen.
- Was die Klangqualität betrifft, sind Grenzen gesetzt: Technisch
aufwändige Dolby Digital 5.1- oder DTS 5.1-Encoder
sind bei DVD-Video-Recordern nicht mit an Bord, was neben dem hohen Integrationsaufwand
natürlich auch mit den Wünschen der Softwareindustrie zusammenhängt. Also
kann man den diskreten Mehrkanalton von DVD Video-Discs - selbst wenn
man auf analogem Wege eine Aufnahme anfertigen kann - nicht aufnehmen.
Tonaufnahmen sind lediglich in Dolby Digital 2.0 möglich, im Inneren der
DVD-Recorder
sitzt ein Digital 2.0.-Encoder. Verschiedene
Modelle bieten aber zumindest die Möglichkeit, mit unkomprimiertem PCM-Ton
aufzuzeichnen.
Gut geeignet für Hobby-Filmer

Auch, wenn sich DVD-Recorder - wie eben erläutert - nicht perfekt für
DVD- auf DVD-Kopierer eignen, so sind gerade die hochwertigeren Geräte
für Hobbyfilmer sehr interessant, besonders dann, wenn man eine DV- oder
MiniDV-Kamera besitzt. Wer also bequem und in guter Qualität Filme aufnehmen
und archivieren möchte, kann seinen Camcorder mittels DV-/i.link-Verbindung
an den DVD-Recorder anschließen. Vielfältige Möglichkeiten bieten zahlreiche
DVD-Recorder z.B. von Sony
(Grafik siehe unten), Pioneer,
Philips
und Panasonic.
 Mit freundlicher Genehmigung von Sony
So ist es z.B. bei Pioneer
und Panasonic
möglich, komplette DV-Bänder mittels eines simplen Knopfdrucks zu überspielen.
Der DVD-Recorder übernimmt die komplette Steuerung des Prozesses. Auch
Pioneer
sorgt mit einer funktionalen Fernbedienung und einem übersichtlichen Graphical
User Interface für ein einfaches Überspielen. Je nach Format, Betriebsmodus
und Gerät gibt es auch umfangreiche Editierfunktionen bei den DVD-Recordern.
Multimedia-Kompatibilität
Die ersten DVD-Recorder waren nicht unbedingt vollkommene Multimedia-Talente.
So konnten verschiedene Modelle keine MP3-CDs abspielen und auch keine
CDs mit jpeg-Bilddateien. Verschiedene neuere Modelle jedoch sind multimedial
sehr talentiert. Eine Vorreiterrolle nimmt hier z.B. Panasonic
ein, denn hier wird Multimedia keinesfalls auf das beschränkt, was das
DVD/CD-Laufwerk schluckt. MP3-CDs werden ebenso abgespielt wie das DivX-Format.
 Mit freundlicher Genehmigung von Panasonic
Verschiedene hochwertige Recordermodelle von Panasonic
bieten Einschübe für SD-Cards und für USB-Anschlüsse. Damit
ist es möglich, z.B. Bilder (Formate jpeg/Tiff) von der Digitalkamera
oder MPEG 2- und MPEG 4-Videomaterial von entsprechenden Quellgeräten
direkt anzuschauen oder zu archivieren - oben im Schema sehen Sie einen
Ausschnitt der die verschiedenen Möglichkeiten bildlich verdeutlicht.
Auch können z.B. Standbilder vom DVD-Recorder auf eine entsprechende Speicherkarte
überspielt werden. Auch Videosequenzen können im MPEG 4-Verfahren auf
geeignete Speicherkarten übertragen werden. Ferner ist eine MPEG 2- in
MPEG4-Videodatenwandlung möglich sowie eine simultane Aufnahme in MPEG
2 und in MPEG 4.

Philips
bietet ebenfalls umfassende Multimedia-Möglichkeiten. Der DVD-R
3595H bietet über den USB-Eingang die Möglichkeit JPEG-Bilder,
MP3, WMA oder DivX-Daten wiederzugeben. Desweiterern ist ein kopieren
von USB auf die Festplatte oder von der Festplatte auf USB möglich.
Einfache Bedienung
In Anbetracht des Funktionsumfangs sind DVD-Recorder insgesamt einfach
zu bedienen. Wenn man sich kurz mittels der Bedienungsanleitung über wichtige
Grundfunktionen informiert hat, stellt eine einfache Aufnahme auf eine
beschreibbare DVD selbst unerfahrene Anwender kaum vor große Probleme.
Mittels einer grafischen Benutzeroberfläche (Graphical User Interface,
kurz "GUI" genannt", die den Menüs eines DVD-Players
stark ähneln (der erweiterte Umfang durch die zahlreichen Aufnahmefunktionen
kommt neu hinzu), kann man sich durch alle erforderlichen Menüs navigieren.
Verschiedene Komfortfunktionen sind genau das Richtige für ein einfaches
Handling in allen Situationen: Man hat zum Beispiel mittels des GUI die
Möglichkeit, sich den noch verbleibenden Platz auf der zu beschreibenden
DVD anzeigen zu lassen.Viele DVD-Recorder
haben ein weiteres interessantes Ausstattungsmerkmal: Der noch auf der
zu bespielenden DVD vorhandene Platz wird im Hinblick auf die Bildqualität
optimal auf die Laufzeit des aufzunehmenden Films oder Fußballspiels angepasst.
Nach der Aufnahme gibt es verschiedene Möglichkeiten (je nach Gerät und
Format), das Material zu editieren. Ein richtiges Menü mit "Thumbnails"
(kleine Vorschaubilder für die jeweilige Szene) kann man sich beim Format
DVD-RW erstellen und anzeigen lassen. Wem es wichtig ist, auch in NTSC
aufnehmen zu können: Verschiedene DVD-Recorder, z.B. Panasonic,
bieten auch die Aufnahmemöglichkeit in NTSC, allerdings nicht PAL und
NTSC kombiniert auf einer Disc, da dies gemäß DVD-Standard nicht erlaubt
ist.
 Mit freundlicher Genehmigung von von Sony
So ist es einfacher - und nicht, wie manche vielleicht erwarteten, schwerer
- mit einem DVD-Recorder zu arbeiten als mit einem Videorecorder. Durch
die vielfältigen GUI-Möglichkeiten ist es auch im Abspielbetrieb viel
leichter, sich zurechtzufinden: Mittels dafür vorgesehener Menüs (im Bild
oben die Benutzeroberfläche des Sony
RDR-GX7) kann man sich den Inhalt der DVD bequem auf dem Bildschirm
anzeigen lassen. Zusätzlich sorgen schon vom Videorecorder her bekannte
Features wie z.B. ?Show View? für Bedienkomfort.
Die Fernbedienungen der meisten Geräte sind recht übersichtlich geraten
(im Bild links die IR-Kontrolleinheit des JVC DR-M1), wenngleich sie noch
nicht perfekt sind. Wir würden uns wünschen, dass für die elementaren
Funktionen eine Beleuchtungsmöglichkeit gegeben wäre, damit die Bedienung
auch im abgedunkelten bzw. schlecht beleuchteten Raum problemlos möglich
ist.
Guter DVD-Player-Ersatz?
Eine Frage, die nicht wenige Anwender beschäftigen dürfte, ist die nach
den DVD-Player-Qualitäten von DVD-Recordern. Schließlich sollen nicht
nur DVD-Medien aufgenommen, sondern auch die in vielen Fällen bereits
vorhandene DVD- und CD-Sammlung visuell und akustisch ansprechend wiedergegeben
werden. Wenn man selber normale bis leicht gehobene Ansprüche an die Bild-
und Tonqualität stellt, wird man von einem ordentlichen DVD-Recorder der
Preisklasse ab rund 500,00 EUR (UVP) nicht enttäuscht sein. Verschiedene
besonders hochwertige DVD-Recorder
können auch anspruchsvollere Bild- und Tonliebhaber zufrieden stellen.
Schon günstigere Modelle weisen ein natürliches, scharfes, kontrastreiches
und klares Bild auf. Hervorragende Werte, wie man sie von DVD-Playern
der oberen Mittelklasse (ca. 600,00 bis 900,00 EUR) gewohnt ist, werden
jedoch nicht erreicht. Dies ist auch kein großes Wunder, schließlich bietet
ein DVD-Recorder
zusätzlich die Aufnahmefunktion. In den Recordern arbeiten, was die Audio-
und Video D/A-Wandler angeht, meist vielfach eingesetzte Massenware: 108
MHz/12-Bit Video-DACs finden sich noch lange nicht in jedem Gerät, eher
wenige DVD-Recorder verfügen über einen so hochwertigen Konverter (z.B.
der Sony RDR-GX
7). 54 MHz/10-Bit Video-D/A-Wandler werden häufig verbaut.
Unsere Bilanz; DVD-Recorder
sind aufgrund ihrer technischen Basis und ihrer Gesamt-Ausrichtung mehr
für die ?Aufnahme-Fraktion?, die sich gern in ordentlicher
Bild- und guter Tonqualität Dokumentationen, Live-Sport-Events, Filme
und andere Sendungen aus dem Fernsehen aufnehmen und archivieren möchten
als an die "echten" Home Theatre-Fans, die beispielsweise einen Videoprojektor,
einen hochklassigen AV-Verstärker/-Receiver und ein wohlklingendes Multichannel-Lautsprechersystem
nutzen. Für diese klassische Home Theatre-Freaks sind die DVD-Recorder
zwar interessante Zweitgeräte, für die akustisch und visuell optimale
Wiedergabe der Filmesammlung aber eignet sich ein hochwertiger DVD-Player
besser.
Was ist vor und nach dem Kauf zu beachten?
Vor dem Kauf gilt vor allem: Viele, umfassende Informationen sind durch
nichts zu ersetzen. Lesen Sie nicht nur ein Special und einen DVD-Recorder-Test
durch, sondern nutzen Sie die Möglichkeit, sich auf "breiter Front" kundig
zu machen. Besonders im Vorteil sind Sie, wenn Sie beispielsweise DVD-Recorder-Besitzer
in Ihrem Bekannten- oder Freundeskreis haben. Schauen Sie sich die Geräte,
wenn Sie die Möglichkeit haben, genau an. Wichtig ist es auch, sich bereits
vor dem Kauf über die Ausstattungsmerkmale klar zu werden, die Ihr Wunschgerät
unbedingt mitbringen sollte. Wichtig ist auch, keinesfalls nur nach dem
Preis zu gehen. Ein günstiges "Schnäppchen" kann sich später leicht als
Reinfall herausstellen. Hier sollte man den Faktor Qualität stark bewerten,
denn schließlich soll der DVD-Recorder
auch über einen längeren Zeitraum Freude bereiten.
Wenn Sie beim Kauf die Bildqualität des
ins Auge gefassten DVD-Recorders bei Aufnahme und Wiedergabe
überprüfen möchten, ist ein geeigneter Bild-Check Voraussetzung
für eine erfolgreiche Bewertung der visuellen Güte.
Ein effektiver Bild-Check:
- Ein geeignetes Bildausgabegerät sollte zur Verfügung stehen. Entweder
ein herkömmlicher TV (am besten hochwertiges 16:9-TV, Bildschirmdiagonale
ab 82 cm, "Bildverbesserer" abgeschaltet, damit keine aktivierte Rauschreduktion
oder andere digitale Filter das Bild der DVD verfälschen). Ein sehr
empfehlenswertes Test-Tool ist ein Studiomonitor, Plasma, LCD oder Projektor,
der mit seiner hervorragenden Auflösung wertvolle Rückschlüsse auf die
Qualität des DVD-Recorders, sowohl in Bezug auf die Aufnahme als auch
auf die Wiedergabe, gibt. Bitte unbedingt im Menü des jeweiligen Bildwiedergabegeräts
die Deaktivierung aller Zusatzfilter und Digitalfunktionen sowie (sehr
wichtig!) die neutrale Farb-, Bildschärfe-, Kontrast- und Helligkeitseinstellung
am Bildausgabegerät im entsprechenden OSD
überprüfen!
- Geeignete Kabel - auch Antennenkabel - verwenden. Den DVD-Recordern
beigepackte "Billigstrippen" sowie Scart-, und S-Videokabel aus dem
Sonderangebot taugen nicht zur Bildqualitätsprüfung des DVD-Recorders.
Die Bildunterschiede zwischen den Geräten sind teilweise so gering,
dass schon die Verwendung falscher Kabel zu einem verfälschten Eindruck
führen kann. Es muss kein Highend-Scartkabel für 200,00 EUR sein, aber
etwas Ordentliches (ab 30,00 bis 40,00 EUR) muss schon verwendet werden.
Hat man kein eigenes, dann sollte der Händler ein Exemplar aus seinen
Beständen rekrutieren.
- Die richtige Software verwenden. Auf jeden Fall entsprechende DVD-Medien
zu Aufnahmezwecken mitbringen. Für die Überprüfung der Wiedergabequalitäten
ist es ratsam, Test- und Film-DVDs mit besonders gutem Bild mitzunehmen.
WICHTIG: Sie sollten die DVDs zuvor schon kennen und nicht erst beim
Händler das erste Mal sehen - denn eine qualitativ brillante DVD sieht
auf keinem DVD-Recorder schlecht aus. Am besten bei Freunden/Bekannten
mit entsprechend gutem Equipment zuvor Probe sehen und sich einen ausführlichen
Eindruck verschaffen.
- Es ist ratsam, auf jeden Fall DVD-Recorder, die mit unterschiedlichen
Formaten arbeiten, ebenso gegeneinander antreten zu lassen wie DVD-Recorder,
die auf das gleiche Format aufnehmen. Dies ist unerlässlich, um den
persönlichen Favoriten zu küren. Bei DVD-Recordern, die mehrere Formate
(z.B. DVD-RW und +RW oder DVD-RW und DVD-RAM) aufzeichnen können, sollte
man in jedem Format Testsequenzen aufzeichnen.
- Für die Überprüfung der Aufnahmequalität sollte man verschiedene Aufnahmesequenzen
über den eingebauten TV-Tuner aufzeichnen - bei allen zu vergleichenden
DVD-Recordern sollte man zunächst die bestmögliche Qualitätsstufe anwählen,
um herauszufinden, wie gut das Bild unter optimalen Bedingungen ist.
Als nächstes ist es ratsam, bei allen Probanden eine mittlere Qualitätsstufe,
die einen vernünftigen Kompromiss aus Raumökonomie in Bezug auf das
Medium und aus Bildgüte darstellt, auszuprobieren. Denn für die Aufzeichnung
"normaler" Sendungen aus dem Fernsehen genügt eine mittlere Qualitätsstufe
in vielen Fällen. Um zu schauen, ob die Bildqualität noch erträglich
ist, kann man zum Schluss noch die unterste Qualitätsstufe ausprobieren.
Um dem TV-Tuner "auf den Zahn zu fühlen", sich einfach das TV-Bild verschiedener
Sender über den TV-Tuner im DVD-Recorder
ausführlich anschauen.
- Sehr wichtig ist der A/B-Vergleich zur Überprüfung der Wiedergabe:
Zwei unterschiedliche DVD-Recorder am EXAKT GLEICHEN Bildwiedergabegerät,
mit der EXAKT GLEICHEN ANSCHLUSSART (BEIDE Player über YUV oder BEIDE
über RGB anschließen - also nicht einmal YUV und einmal RGB, das verfälscht
den Bildeindruck). FBAS aus Gründen der deutlich schlechteren Qualität
NICHT verwenden) und dem EXAKT GLEICHEN KABEL sowie der EXAKT GLEICHEN
DVD-SEQUENZ vergleichen.
- Nicht zu unterschätzen: Der Zeitfaktor. Innerhalb von 10 Minuten können
Sie nie Bildunterschiede zwischen DVD-Recordern richtig erfassen - schon
allein deshalb, weil sie sich mit den Aufnahme- und Wiedergabequalitäten
umfangreich beschäftigen sollten. Am besten, Sie gehen zum Händler Ihres
Vertrauens und legen dort eine ausführliche Test-Session ein - oder
sie bestellen bei einem seriösen Internet-Händler, der Ihnen ein volles
Rückgaberecht bei Nichtgefallen vor dem Kauf zusichern.
- Die Bildqualität bei der Aufnahme mit dem DVD-Recorder
sollte in der höchsten Qualitätsstufe ein scharfes, klares Bild mit
guter Detaillierung zeigen. Störfaktoren wie deutlich sichtbares Farb-
oder Flächenrauschen, ausgefranste Objektränder, starkes Zeilenflimmern,
Zittern kleiner Objekte, unsauberer Bewegungsdarstellung (Ruckeln, Nachzieheffekte)
sollten kaum sichtbar sein. In Stufen, in denen stärker komprimiert
wird, sollte das Bild immer noch passabel sein. Klar ist, dass die Detaillierung,
die Gesamtbildschärfe und die gesamte Bild-Sauberkeit abnimmt im Vergleich
zur höchsten Qualitätsstufe.
- Bei der Wiedergabe der mitgebrachten DVDs auf eine tadellose Bildschärfe,
eine rauscharme Gesamtwiedergabe, eine satte, klare Farbwiedergabe,
einen stimmigen Kontrast, auf stimmige Bildhelligkeitswerte und auf
eine feine Detaillierung achten.
- Steht ein Video EQ zur Optimierung vor der Aufnahme zur Verfügung,
so sollte man dessen Nutzen auf jeden Fall überprüfen. Das Gleiche gilt
für einen integrierten Video EQ für die Wiedergabe. Auch hier sollte
man die Wirkung der Parameter sich ausführlich ansehen.
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