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Progressive Scan - Vor- und Nachteile


update: 02.07.2008


Betrachtet man die Art und Weise, wie in den letzten Jahrzehnten Spielfilme in den eigenen vier Wänden betrachtet wurden, so ergibt sich vor allem ein Unterschied zwischen Kino- und Video-Technik. Während Kinofilme mit 24 Vollbildern pro Sekunde an der Projektionslinse des Projektors vorbeilaufen, arbeiten Röhrengeräte"Interlaced", also mit Halbbildern. Hier werden abwechselnd die geraden und die ungeraden Bildzeilen von links nach rechts durch den Elektrodenstrahl angesteuert. Jedes Einzelbild wird aus zwei Halbbildern zusammensetzt: Der TV zeigt nicht das ganze Bild auf einmal, sondern zunächst ein Halbbild mit den geraden Zeilen und anschließend ein zweites Halbbild mit den ungeraden Bildzeilen. Durch den schnellen Wechsel der Halbbilder fällt dies allerdings beim Betrachten eines TV-Bildes nicht direkt auf - fast, denn jeder, der am PC arbeitet, wird festgestellt haben, dass nicht nur die Auflösung am Monitor besser ist, sondern das TV-Bild auch im Vergleich weniger klar erscheint. Die Erklärung ist einfach: In der Computertechnik ist die Vollbildwiedergabe Standard. Unter dem Namen "Progressive Scan" hält diese Technik der Bilddarstellung auch bei der DVD Einzug. Denn auch Spielfilme sind auf den DVDs in "progressiver" Form abgespeichert. Der Schritt ist also naheliegend, diesen Vorteil auch direkt zu nutzen und das Bild in seiner Ursprungsform abzugreifen anstatt es umständlich und möglicherweise verlustbehaftet in Interlaced-Bilder mit 576 (PAL) oder 480 (NTSC) Zeilen umzuwandeln.

Die Bildqualität der DVD erklimmt mit Hilfe von DVD-Playern mit Progressive Scan-Ausgang (über den Komponenten-Ausgang des DVD-Players wird Progressive Scan ausgegeben) und dem entsprechend gerüsteten Bildausgabegerät (Projektoren, Tv´s mit YUV-oder HDMI-Eingang) neue Höhen. Die Arbeitsweise von Progressive Scan in der Videowelt: Das Bild wird anstatt in 50 Halb- in 50 Vollbildern pro Sekunde bei PAL (bzw. 60 bei NTSC) an das Bildausgabegerät weitergeleitet. Damit verläuft der Weg des Bildes bei Progressive Scan einfacher, denn der DVD-Player kann das "Interlaced" (zu Deutsch Halbbild- oder Zeilensprungverfahren) vergessen - er arbeitet direkt im Vollbild-Modus oder Progressive-Format (auch als Non-Interlaced bezeichnet) und schickt das Bild direkt in dieser Form an das Bildausgabegerät weiter. Damit bei Progressive Scan kein Flimmern auftritt, muss jedes Vollbild mindestens zweimal abgetastet werden. 

DVD-Player verwenden den YUV-Ausgang oder den HDMI Ausgang, um das Progressive-Signal aus dem Player zu führen. Immer mehr DVD-Player auch günstigerer Preisklassen sind in der Lage, NTSC-Progressive auszugeben, es ist auch in Deutschland kein Privileg der Oberklasse-DVD-Spieler mehr.

Ein Progressive-Scan lohnt sich gerade für Projektorenbesitzer, gehört doch damit auf großen Leinwänden sehr störende Zeilenflimmern der Vergangenheit an. Bezüglich der Detailtreue ist ebenfalls eine Steigerung sichtbar, die sich durch eine realistischere und genauere Darstellung auch sonst nicht genau sichtbarer Muster und Strukturen bemerkbar macht. Dies liegt ganz einfach daran, weil die Abwesenheit der sonst störenden Linien des Interlaced-Bildes einen genaueren und ungetrübteren Blick auf kleine Bilddetails ermöglicht. Die Bewegungsabläufe sind flüssiger, ob sich ein Flugzeug schnell durchs Bild bewegt, eine Person läuft oder Objekte herangezoomt werden. An den Objekten auf der Leinwand sind keine störenden Treppenmuster mehr zu beobachten, die vor allem an runden Objekten bei einer großen Projektionsdiagonale doch massiv störten. 

 

Weiterführende Links zum Thema DVD-Player:

Stand 02. Juli 2008 - Autoren: Carsten Rampacher, Detlev Schnick    

Verantwortlich für den Inhalt: Detlev Schnick, © Copyright 2007-2008 HIFI-REGLER, AREADVD
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