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| Abb. 1:
Trotz des19-poligen Miniatursteckers (nur ca. 21 mm breit) überträgt
HDMI die volle Bandbreite aller heute bekannten digitalen Video-
und Audiodaten. |
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Abb. 2:
Das offizielle HDMI-Logo der HDMI
Licensing, LLC |
Anfang 2003 war die schon aus dem Computerbereich
bekannte DVI- (Digital Visual
Interface) Schnittstelle als erste digitale Schnittstelle in die Home
Entertainment Welt eingeführt worden. Es dauerte nicht lange,
und schon 2004 erschien mit HDMI ein Nachfolger am Markt, der DVI
mittlerweile fast vollständig verdrängt hat. Mit neuen HD-Formaten
(HD steht für High Density, d.h. höhere Auflösung)
wie HDTV, Blu-ray
Disc und HD DVD ist HDMI mittlerweile
schon fast zum unverzichtbaren Standard geworden. Aktuell werden gerade
die Neuerungen von HDMI 1.3, der neuesten
Version von HDMI, in der Fachwelt diskutiert. Für uns ein Grund,
uns mit HDMI (High Definition Multimedia Interface) etwas genauer
zu befassen ...
Die Vorteile von HDMI auf einen Blick
Mit HDMI wurde erstmalig eine Art "Idealkonzept"
realisiert - eines, von dem Heimkino-Enthusiasten schon lange träumen.
Sehen Sie im Folgenden, warum das so ist ...
- Breite Unterstützung von Studios
und Industrie
HDMI ist die erste volldigitale Schnittstelle, die gemeinsam von
der Filmindustrie und praktisch allen weltweit agierenden Herstellern
der Unterhaltungselektronik entwickelt wurde und von Anfang an bis
heute konsequent unterstützt wird.
- Alle Bild- und Tondaten in einem Kabel
HDMI überträgt sowohl digitale Videodaten (Bilddaten)
als auch digitale Audiodaten. Und das alles in einem integrierten
Kabel mit 19-poligem Miniatur-Stecker.
- Keine Kompression - keine Qualitätsverluste
HDMI arbeitet ohne Datenkompression und weist daher keinen systembedingten
Qualitätsverlust auf - wie dies z.B. bei FireWire
/ i.Link der Fall ist.
- Keine Analog-Digital- oder Digital-Analog-Wandlung
erforderlich
HDMI hat mit DVI gemeinsam einen Riesenvorteil gegenüber allen
analogen Verbindungen: Videoseitig gab es bis dato keine digitale
Lösung für die Datenübertragung. Aus Kopierschutzgründen mussten
die digitalen Bilddaten einer DVD vom DVD-Player vor der Ausgabe
stets mittels eines Video Digital-/Analog-Konverters in analoge
Daten umgewandelt werden. Die A/D-Wandler
wurden zwar mit der Zeit gerade in hochklassigen DVD-Spielern immer
besser, aber eine Wandlung des Signals musste immer stattfinden.
Beim Bildwiedergabegerät dann das Gleiche umgekehrt: Je nach Art
des Bildwiedergabegeräts war eine erneute Wandlung von analogen
in digitale Signale erforderlich (ein DLP-Projektor z.B. benötigt
ein digitales Signal). Solche Wandlungen sind stets verlustbehaftet!
Erstmalig per DVI bzw. HDMI gestattet die Software-Industrie eine
direkte Übertragung digitaler Signale von Komponente zu Komponente
- d.h. also, dass eine Wandlung Digital-Analog-Digital nicht mehr
erforderlich ist.
- Hohe Bandbreite
- verarbeitet alle digitalen Formate
HDMI überträgt Audiodaten bis zu Frequenzen von 192 kHz
mit Wortbreiten von bis zu 24 bit auf bis zu 8 Kanälen. Die
Bandbreite für Videodaten liegt bei bis zu 165 MHz. Damit lassen
sich alle heute in der Home-Cinema-Welt eingeführten Bild-
und Tonformate einschließlich HDTV (bis zur derzeit höchsten
Auflösung von 1080p) ohne Qualitätsverlust darstellen.
- Extrem hohe Datenübertragungsraten -
keine Artefakte
HDMI ist sehr schnell: Die Daten werden mit einer Bandbreite von
insgesamt bis zu 5 GB / Sekunde übertragen. Daher sind übertragungsbedingte
Artefakte auch bei komplexen Bildinhalten und extrem schellen Bewegungsabläufen
nicht zu befürchten.
- Kompatibel zu DVI
HDMI basiert auf DVI und ist zu 100% abwärtkompatibel zu DVI.
Das bedeutet, dass sich DVI-Signale (via DVI-HDMI-Adapter) über
die HDMI-Schnittstelle übertragen lassen. In der anderen Richtung
wird allerdings nur eine Untermenge der HDMI-Signale an die DVI-Schnittstelle
übertragen. Möglich ist dies auch deshalb, weil HDMI das
gleiche Kopierschutzverfahren wie DVI nutzt: HDCP
(High Bandwidth Digital Content Protection).
- HDMI unterstützt integrierte Fernbedienungen
HDMI unterstützt die Protokolle CEC (Consumer Electronics Control)
und AV.link, beides Protokolle, die sich für universelle Fernbedienungen
durchgesetzt haben, wobei AV.link der in Europa vorherrschende Standard
ist. Damit ist es möglich, mehrere über HDMI verbundene
Komponenten über eine Fernbedienung und eine Infrarot-Strecke
zu steuern.
- Geeignet auch für lange Strecken
HDMI Kabel können problemlos auch über längere Strecken
gefahren werden. Längen über 20 Meter sind bereits getestet
und für absolut störungsfrei befunden worden. Das den
HDMI-Spezifikationen zugrundeliegende TDMS-Protokoll von Silikon
Image ist auch für den Glasfaser-Transfer ausgelegt und erlaubt
so den Transport über noch weitaus längere Strecken. Damit
ist es technisch durchaus möglich, HDMI-Daten auch über
dass aus der Digital-Tonübertragung am DVD-Player
bekannte optische Digitalkabel (TosLink-Kabel)
zu übertragen.
- Flexible Steuerungsmöglichkeiten durch
bi-direktionale Datenübertragung
HDMI lässt auch bi-direktionalen Datentransfer zu. Für
den Anwenderer ergeben sich daraus mannigfaltige Vorteile. Nur ein
Beispiel: Ein digitaler Fernseher oder AV-Receiver
kann einem digitalen Sat-Receiver
übermitteln, welches seine gerade eingestellten Bild- und Tonformate
(z.B. 16:9 oder 4:3/Letterbox oder 5.1 oder 2-Kanal-Stereo) sind.
Dieser übermittelt dann seine digitalen Informationen automatisch
in der entsprechend passenden Einstellung.
- Reserven für erweiterte digitale Formate
- zukunftssicher
HDMI ist zukunftssicher. In den Spezifikationen von HDMI sind Reserven
eingearbeitet, die bereits höhere Übertragungsraten zukünftiger
Bild- und Tonformate berücksichtigen. So nutzt HDMI selbst
für die derzeit am höchsten auflösende HDTV-Variante
nur etwa die Hälfte seiner potentiellen Bandbreite von 5 GB/sec.
Lohnt sich der Umstieg auf eine HDMI-fähige
Komponente?
Betrachten wir zunächst die prognostizierte
Marktentwicklung. Liest man Berichte über HDMI in international
tonangebenden Magazinen - siehe z.B. in Home
Theater Magazine oder Widescreen
Review - so
kann absolut kein Zweifel bestehen: HDMI hat sich als Verbindungsstandard
durchgesetzt - und zwar im gesamten
Home Entertainment Sektor. Wer wirklich Freude an hochwertigem Home
Cinema hat und plant, sich eine hochwertige Komponente zuzulegen,
dem können wir nur raten, sich am Thema HDMI zu orientieren.
Besonders im Hinblick auf die Vernetzung einer Vielzahl digitaler
Home-Entertainment- Komponenten untereinander dürfte HDMI erheblich
an Bedeutung gewinnen. Nebenstehende Grafik zeigt eine industrie-interne
Prognose der erwarteten Absatzmengen HDMI-fähiger Komponenten.
Die Dynamik in den nächsten Jahren ist deutlich zu erkennen.
Es wird allgemein erwartet, dass HDTV
("High Definitition TV", d.h. hochauflösendes Fernsehen,
das die heutigen Begrenzungen von PAL
und NTSC überschreitet) und HDMI
sich gegenseitig in der Marktdurchdringung fördern, da beide
erst im Verbund mit der jeweils anderen Komponente ihre vollen Stärken
ausspielen können. Wer also heute auf HDMI setzt, öffnet
seine Home-Cinema-Anlage gleichzeitig bereits für den nun wohl
auch in Europa endlich kommenden HDTV-Standard. Umfassende Informationen
zu HDTV finden Sie in unseren Specials HDTV
und HDTV Technik.
Lassen sich über HDMI digitale Kopien
erstellen?
Nein. Genau dies soll bei HDMI der Kopierschutz HDCP
(High-bandwidth Digital Content Protection) verhindern. HDCP wird
erst in der empfangenden, i.d.R. der bildwiedergebenden Komponente
entschlüsselt. Aufnahmegeräte wie z.B. Festplattenrecorder
werden nicht mit einem HDCP-Entschlüsselungsalgorithmus ausgestattet
sein. Das Modifizieren von Geräten oder der Handel mit solchen
Geräten ist nach dem seit 01.10.2003 geltenden neuen Urheberrechtsgesetz
unter Strafe gestellt. Das Erstellen digitaler Kopien soll somit aus
Sicht der HDMI-Erfinder nicht möglich oder zumindest wirksam
verhindert sein. Dies war von Anfang an die Voraussetzung dafür,
dass HDMI von den "Majors" der Hollywood Studios wie z.B.
Fox und Universal unterstützt wurde. Erst die Unterstützung
der Filmindustrie hat letztlich HDMI maßgeblich zum Durchbruch
verholfen. Das HDMI-Konsortium (http://www.hdmi.org)
selbst hat verkündet, dass es durch HDMI voraussichtlich zu einer
Flut von Freigaben bisher im Home-Entertainment-Sektor nicht erhältlicher
Filme kommen wird.
Was kann HDMI am DVD-Recorder?
Wie funktionieren DVD-Recorder,
die mit einer HDMI-Schnittstelle ausgerüstet sind? In diesen
Fall dient HDMI ausschließlich dazu, Videosignale (und Ton)
vom DVD-Recorder zum Wiedergabegerät zu transportieren. Eine
Aufnahme über HDMI ist nicht möglich. Allerdings kann man
analog (über SCART/RGB
oder YUV) aufgenommenes Material
über HDMI zum Wiedergabegerät leiten. Dann allerdings trotz
HDMI nur in der Qualität, die die analoge Aufnahme gestattet.
Noch nicht sicher ist, ob HDMI in der Lage ist, auch die Analogen
Ausgänge zu sperren und so jegliche Aufnahme einer TV-Sendung
(oder Blu-ray Disc bzw. HD
DVD) zu verhindern.
Neuerungen mit HDMI 1.3
Im Frühjahr 2007 kamen die ersten Geräte mit der neuen
HDMI-1.3-Schnittstelle auf den Markt. Welche Neuerungen bringt HDMI
1.3 gegenüber der Vorgänger-Version 1.2a?
- HDMI 1.3 verdoppelt die Bandbreite
der Datenrate von bisher 4,95 Gb/s (165 Mhz) auf 10,2 Gb/s (340
Mhz). Vorteile:
- Damit wird ein deutlich größer Farbraum möglich,
was z.B. Hautfarben und dunkle Szenen natürlicher erscheinen
lässt.
- Die Möglichkeiten der Auflösung werden um mehr als
400%.gegenüber 720p HDTV gesteigert. Ergebnis: Mehr Detailreichtum
in komplexen Szenen.
- Höhere Bildwiederholraten
(Frame Rates) werden möglich: bis zu 120 Hz. Dadurch werden
Bewegungen noch besser abgebildet und Bewegungs-Artefakte vermindert.
 Neue
verlustfreie Audio-Formate: HDMI 1.3 unterstützt die neuen
verlustfrei komprimierten digitalen Audioformate Dolby®
TrueHD (Infos
zu Dolby TrueHD auf der Dolby-Website ...) und DTS-HD
Master Audio™. (Download
Broschüre über DTS-HD ... , englisch, 2,88 MB)
- HDMI 1.3 enthält ein Feature, das LipSynch
auf Protokollebene ermöglicht. Damit können sendendes
und empfangendes Gerät Ton und Bild besser miteinander synchronisieren.
Laufzeit-Differenzen werden vermieden und bei Dialogen entsprechen
die Lippenbewegungen exakt dem gesprochenen Wort.
- Neuer Mini-Stecker: Mit HDMI 1.3 wird ein kleinere Stecker
eingeführt, der optional zum heutigen Stecker verwendet
werden kann.
- HDMI 1.3 unterstützt eine höhere Farbtiefe.
Von bisher 24-bit wird die übertragbare Farbtiefe auf 30-bit,
36-bit oder sogar 48-bit gesteigert, jeweils für RGB oder YUV
(Componente). Verbesserte Farbtiefe hat folgende Vorteile:
- Die Fähigkeit von HD-Displays, Milliarden von Farben
darzustellen wird nun auch durch das Übertragungsprotokoll
von HDMI unterstützt.
- Sorgt für sanfte Farbübergänge und feine Farbabstufungen
und hilft, störende Farbsäume (Doppelkonturen an Flächenrändern
und Säume in Farbverläufen, siehe Abbildung links)
zu vermeiden.
- Erheblich größere Kontrast-Spannen werden möglich.
- Die Anzahl der Graustufen (Farbabstufungen zwischen schwarz
und weiß) wird vervielfacht. Schon bei einer 30-bit-Farbtiefe
können mindestens 4-mal mehr Graustufen dargestellt werden
und die typische Verbesserung wird voraussichtlich bei der 8-fachen
Graustufendarstellung liegen - verglichen mit 24-bit-Farbtiefe
beim bisherigen HDMI 1.2.
-
Vergrößerter Farbraum:
HDMI 1.3 beseitigt im Prinzip alle bisherigen Begrenzungen in der
Farbdarstellung. Das menschliche Auge ist in der Lage, ein wesentlich
größeres Farbspektrum zu sehen, als dies bisher in Videobildern
darstellbar war. So kann konventionelles RGB
nur einen Ausschnitt des tatsächlich sichtbaren Spektrums wiedergeben.
HDMI 1.3 unterstützt das Nachfolgeformat xvYCC
(Extended YCC Colorimetry for Video
Applications), das tatsächlich die gesamte Skala der vom menschlichen
Auge sichtbaren Farben abbilden kann.Vorteile:
- Der xvYCC-Farbraum vergrößert die von HD-Signalen
darstellbaren Farben um das 1,8-fache.
- Farbübergänge und Farbverläufe werden exakter
wiedergegeben.
- Die Farben selbst werden natürlicher und lebendiger dargestellt.
Man sieht allein schon an dieser Aufzählung, dass HDMI weit
mehr ist, als eine schlichte Signalübertragung, wie wir sie bisher
von den analogen Signalen RGB, YUV
etc. kennen. HDMI greift mittlerweile tief in die Signalverarbeitung
der Geräteebene ein und stellt somit den Flaschenhals für
jegliche zukünftige Weiterentwicklungen dar.
HDMI 1.3 ist übrigens voll abwärtskompatibel zu den
bisherigen HDMI-Versionen ebenso, wie zu DVI. HDMI 1.3 wird sich
von vorneherein als der Standard für Blu-ray
Player und HD DVD Player etablieren
und sich in den Bereichen Plasma-TV
und AV-Receiver durchsetzen.
Download
HDMI 1.3 Broschüre (PDF, englisch, 68 KB)
Neue Änderungen mit der Version
HDMI 1.3a
Kaum war HDMI 1.3 angekündigt, wurde im November 2006 schon
die Nachfolge-Version vorgestellt: HDMI 1.3a. Diese ist abwärtskompatibel
zur Vorversion, d.h. Geräte mit HDMI 1.3 kommunizieren problemlos
mit Geräten, in denen HDMI 1.3a implementiert ist. Allerdings können
Geräte mit der "a"-Version von 1.3 nur dann alle Features problemlos
nutzen, wenn das Gegengerät ebenfalls über 1.3a verfügt. Ansonsten
fällt die Kommunikation auf den Leistungsumfang von HDMI 1.3 zurück.
Hier die Änderungen von HDMI 1.3a im Einzelnen:
- Modifikationen am Kabel und am Stecker des HDMI-Kabels. Diese
betreffen primär den neuen C-Typ-Stecker (kleine Variante des bekannten
HDMI-Steckers). Die Änderung haben auch eine Auswirkung auf die
Spezifikationen der Impedanzeigenschaften der empfangenden Geräte.
- Es wurde eine Empfehlung hinsichtlich der Terminierung (Ein- und
Ausgänge) an den Endgeräten hinzugefügt.
- Änderung am Messwert-Diagramm beim HDMI-Test für Quellgeräte (sogenannte
Anstiegs- und Abfallzeit des Signals).
- Änderung am Messwert-Diagramm beim HDMI-Test für Endgeräte (Anstieg
und Abfall des Signals)
- Technische Änderung an den Richtlinien für HDMI-Kabel
- Änderung des C.E.C.-Kapazitätslimits [100 pF à
150 pF (Quelle, Repeater) bzw. 200 pF (C.E.C. Root, Endgerät)]
- Hinzufügen einer gültigen Bandbreite für die RGB
Video-Quantisierung
- Ergänzung bei den Ausnahmen für mögliche Audio
Samplingraten
- Hinzufügen einer Control-Funktion für die Audio Rate,
d.h. das Endgerät kann den Taktgeber der Quelle steuern.
Die Änderungen, die mit HDMI 1.3a eingeführt wurden, sind
überwiegend technischer Natur und führen keine neuen Features
ein. Sie dürften in der Praxis vom Benutzer nur dadurch bemerkt
werden, dass nun bisher, bei den ersten 1.3-Versionen festzustellende
Fehler nicht mehr auftreten.
DVD-Audio und SACD über HDMI
Mit der ersten Version HDMI 1.1 konnte nur das digitale Tonformat
DVD-Audio ausgegeben werden. Erst
mit der Version 1.2 konnte HDMI dann auch die Signale vom Konkurrenzformat
SACD übertragen. HDMI 1.2 ist
zwar abwärtskompatibel zu 1.1, bestehende Schnittstellen der
Version 1.1 lassen sich jedoch nicht für SACD freischalten.
Kompatibilität von HDMI und DVI
Wie oben bereits erwähnt ist HDMI abwärtskompatibel zu
DVI. Allerdings wird man für gemischte Verbindungen ein HDMI-DVI-
Adapterkabel benötigen. Laut Mitteilungen der HDMI
Licensing, LLC sollen digitale TV-Geräte mit HDMI-Eingang
(meist wird es sich dabei um Plasma-Fernseher
oder LCD-Fernseher handeln) die
Signale verarbeiten können, die Komponenten mit DVI-Ausgang (z.B.:
DVD-Player) ausgeben. Umgekehrt sollen
Bildwiedergabe-Komponenten (Fernseher)
mit DVI-Eingang die Signale verarbeiten können, die von einer
HDMI-Komponente ausgegeben werden. Wobei es sich dabei nur um eine
Untermenge der ausgegebenen HDMI-Signale handeln kann. Grundsätzlich
sollen heute verfügbare Komponenten mit DVI-Schnittstelle (sofern
sie HDCP-kompatibel sind) zu zukünftigen Komponenten mit HDMI-Schnittstelle
kompatibel sein. Zu den Vorteilen digitaler Schnittstellen finden
Sie auch Infos in unseren Specials Plasma
TV (Teil 1) und Plasma TV
Test (Teil 2)
HDMI vereinfacht bisher komplexe Kabelverbindungen
Mit HDMI werden volldigitale Multimedia-Verbindungen
zukünftig auch ohne komplizierten und aufwändigen "Kabelsalat"
möglich sein. Die Kabelhersteller dieser Welt werden nicht begeistert
sein. Sehen Sie hier ein Beispiel:
Das Besondere an diesem HDMI-Anwendungsbeispiel
ist, dass die Fernbedienung (hier eine Tastatur mit Maus, es könnte
natürlich auch eine LCD- oder Touch-Panel-Fernbedienung sein)
in der Lage ist, alle über HDMI verbundenen Komponenten zu steuern.
Die "Control"-Kanäle von HDMI unterstützen die
bei Fernbedienungen gebräuchlichen Protokolle CEC (Consumer Electronics
Control) und AV.link und stellen eine der bislang weniger beachteten
Innovationen von HDMI - insbesondere gegenüber DVI - dar.
HDMI immer besser als analog?
Kaum war HDMI auf dem Markt, kamen schon die ersten Pauschalaussagen
auf, die HDMI überschwenglich als die "in jedem Fall bessere
Verbindungsvariante" bezeichneten, frei nach dem Motto "Mit
HDMI wird alles besser." Insbesondere im Vergleich zu konventionellen
analogen Verbindungen wie RGB, YUV (Componente) oder sogar S-Video
kann dem nicht uneingeschränkt zugestimmt werden. Aus der Praxis
kennt der Autor viele Fälle, in denen z.B. eine YUV-Verbindung
eine eindeutig bessere Bildqualität lieferte, als dies bei der
HDMI-Verbindung der gleichen Geräte der Fall war. Auch in einigen
Test-Berichten von AREADVD kommt
diese Erkenntnis zum Ausdruck. Ein Hauptgrund ist die alte Regel,
dass sich Quellmaterial (DVD, HDTV) von mittlerer bis schlechter Qualität
allein durch eine Signalverbindung nicht verbessern lässt. Das
trifft natürlich auch auf HDMI zu. Ein weiterer Grund ist, dass
die analoge Signalverarbeitung in den Geräteschnittstellen mittlerweile
einen sehr hohen Reifegrad erreicht hat, während HDMI häufig
noch Basisprobleme wie Kompatibilitätsfehler, Laufzeit- oder
Protokolldifferenzen aufweist. Erst im nächsten Stadium der HDMI-Implementierung
wird man seitens der Hersteller das Feintuning in Sachen Bildqualität
einsetzen und zu einem Qualitätsniveau kommen, das für uns
heute bei YUV und RGB
selbstverständlich ist. Somit muss man feststellen, dass eine
sehr gut implementierte YUV-Schnittstelle, wie z.B. an einem DVD-Player
der Marke Denon (Denon DVD-3930
oder Denon DVD-2930) allemal
besser ist, als eine schlampig implementierte HDMI-Schnittstelle,
wie sie leider schon an so manchem HDTV-Receiver
zu finden war. Doch mit zunehmender Verbreitung von HDMI wird dieses
Problem in immer geringerem Maße auftreten.
Worauf achten bei HDMI?
Wer sich eine hochwertige Komponente für sein Heimkino anschaffen
möchte, der sollte sich vor dem Kauf auf jeden Fall mit HDMI
befassen. Dabei ist nicht HDMI als solches die Frage - dies ist ja
mittlerweile schon fast Standard -, sondern, welche Version von HDMI
in dem ins Auge gefassten Gerät implementiert ist. Wie man an
der Darstellung der Innovationen von HDMI 1.3 sieht, sind viele technische
Innovationen auf Geräteebene (xvYCC, Dolby TrueHD, DTS-HD) überhaupt
erst mit HDMI 1.3 möglich, bzw. können nur mit HDMI 1.3
in Bild oder Ton umgesetzt werden. Achten Sie also zukünftig
auf die Versionsangabe zu HDMI. Und noch ein Tipp: In vielen Fällen
wird es sich anbieten, ob aus o.g. Qualitätsgründen, oder
um Kopierschutz-Restriktionen zu vermeiden, nach wie vor mit den guten
alten analogen Schnittstellen zu arbeiten, allen voran YUV
(Component) oder auch SCART (RGB).
Daher sollten Sie darauf achten, dass Ihr Wunschgerät auch bei
diesen Schnittstellen ein hohes Qualitätsnivieau aufweist.
HDMI-Kabel
Wie bei allen Digitalverbindungen gilt auch bei HDMI: Die Bedeutung
eines hochwertigen Kabels ist in seiner Wirkung auf eine artefakt-freie
Bild- und Ton-Wiedergabe nicht zu unterschätzen. Lassen Sie sich
nicht verwirren, wenn jemand behauptet, der digitale Datenstrom betehe
ja nur aus Nullen und Einsen und da gäbe es keine Qualitätsabstufungen,
wie bei analogen Verbindungen. Mit anderen Worten: Geht oder geht
nicht. Dies ist nicht richtig!
Nach dem HDMI-Standard werden mit HDMI nicht nur die reinen Videosignale
übertragen, sondern darüber hinaus auch zahlreiche Control-Codes
sowie die Audiokanäle. Im Gegensatz zu den TMDS-kodierten Videosignalen
werden für diese Codes (z.B. Bildformat, Farbformat, etc.) und
die Audiosignale Fehlerschutzmechanismen verwendet, um diese Information
in jedem Fall sicher zu übertragen. Einzelne Bitfehler können
somit vollständig korrigiert werden, sofern der Empfänger-Chip
dies unterstützt.
Für den bidirektionalen Austausch der Schlüsselauswahl innerhalb
der HDCP-Verschlüsselung,
die bildweise ausgehandelt wird, werden zwei zusätzliche, niederfrequente
Signalleitungen in HDMI-Kabel (I2C-Standard) verwendet, womit eine
hohe Robustheit erreicht werden kann. Die Videosignale haben extrem
hochfrequente Signalkomponenten und die einzelnen Bits sind bei höheren
Bildauflösungen teilweise kürzer als eine Nanosekunde. Die
hohe Taktung führt dazu, dass die übertragenen Signale hardware-
und auch softwareseitig Timingprobleme verursachen können. Technisch
gesehen führt dies zu Fehlinterpretationen und Lesefehlern im
HDMI-Empfänger, was wiederum im sichtbaren Resultat zu den typischen
digitalen Bildartefakten unterschiedlichster Art (farbiges "Aufblitzen"
einzelner Pixel oder ganzer Pixelreihen etc.) bis hin zum Abbruch
der Bildübertragung führen kann. HDMI ist High-Tech vom
Feinsten und reizt die Technik bis an die Grenzen des machbaren aus.
Hochwertige Kabelverbindungen tragen erheblich dazu bei, die Videoinformationen
fehlerfrei zu übertragen.
Ein weiteres Argument, das gerade bei HDMI unbedingt für hochwertige
Kabel spricht: Die Toleranzgrenze für die Betriebsspannung von
HDMI ist extrem eng gesetzt: Bei nur 3,3 Volt werden maximal 5% Abweichung
toleriert - das sind 0,165 Volt maximal zulässiger Verlust. Viele
Geräte reizen diesen Spielraum schon aus. Wenn nun aber beim
Kabel, z.B. am kritischen Stecker-/Buchse-Kontakt durch Korrosion
oder Abrieb weitere Verluste entstehen, so können sich diese
zu den nicht genau eingehaltenen Ausgangspegeln der Geräte addieren
und zu massiven Problemen führen. Dies ist auch der Grund, warum
HDMI-Kabel mit Längen über 5 Meter als kritisch gelten.
Mit zunehmender Kabellänge addieren sich die Abweichungen und
Verluste der Betriebsspannung. Mit einem gut konzipierten und sorgfältig
gefertigtem Kabel sind Sie jedoch von vorneherein auf der sicheren
Seite - unabhängig von der Länge des Kabels.
Neue Kabel für HDMI 1.3?
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Links der normale HDMI-Stecker
rechts der neue, mit HDMI 1.3 eingeführte HDMI-Mini-Connector |
Mit HDMI 1.3 müssen die Kabel Datentransferraten von bis zu 340
MHz bewältigen können. Laut www.hdmi.org
werden nur HDMI-Kabel, die bisher als geeignet für 1080p (entspricht
150 MHz) ausgewiesen sind, in der Lage sein, auch HDMI-1.3-Datenströme
bis zu 340 MHz fehlerfrei zu transportieren. Dies wird möglich
durch eine neue Equalizer-Technologie, die mit HDMI 1.3 eingeführt
wird. Dadurch soll die Materialbeschaffenheit und Konstruktion dieser
Kabel für zu 340 Mhz ausreichen. Dies trifft jedoch laut www.hdmi.org
ausdrücklich nicht für die überwiegende Mehrheit der
im Feld befindlichen HDMI-Kabel zu, da diese nur bis 75 MHz bzw.
720p/1080i ausgelegt sind. Laut www.hdmi.org
werden diese "Standard-HDMI-Kabel" nun als Kabel "Category
1" eingestuft. Neue HDMI-1.3-fähige Kabel sollen dann hingegen
mit einer neuen Kategorie-Bezeichnung spezifiziert werden. Wer also
mit dem Gedanken spielt, sich in Zukunft einen Blu-ray
Player oder HD DVD Player zuzulegen,
der sollte beim Kauf eines HDMI-Kabels
schon heute auf das Prädikat "geeignet für 1080p"
bzw. der Zusatz 1.3-tauglich achten. Beispiel: Nordost
Wyrewizard WDM1 (1080p bis 10,0 m).
Welche HDMI-Kabel?
Nicht selten endet eine aufwändige und nervtötende Fehlersuche
damit, dass das Kabel als Verursacher identifiziert wird. Manchmal
ist auch ein hochwertiges Kabel schlicht und einfach beschädigt.
Viel öfter jedoch liegt die Schuld bei schlechter Verarbeitungsqualität
oder billiger Kontruktion des Kabels. In der Warengruppe HDMI-Kabel
finden Sie bei HIFI-REGLER eine große Auswahl hervorragender
HDMI-Kabel. Hervorzuheben ist der Hersteller Nordost,
der mit seiner High-Tech-Expertise aus Luft- und Raumfahrt einen hervorragenden
Stand hat und mit dem Nordost
Wyrewizard WDM1 eines der weltweit besten HDMI-Kabel auf den Markt
gebracht hat. Und das zu einem erfreulich guten Preis-/Leistungsverhältnis.
Ebenfalls eine gute Wahl ist das Oehlbach
XXL Made in Blue oder Wireworld
mit seinen Wireworld Chroma HDMI
oder Wireworld Starlight HDMI.
Wer sich für den HDMI-Verwandten DVI
interessiert, dem seien unsere Specials DVI
und DVI-Belegung empfohlen. Eine
Hilfe bei der Auswahl der passender Kabel finden Sie unter HDMI
Kabel und DVI Kabel oder auf der
DVI-Seite in unserem Kabelshop. Klicken Sie hier einfach auf DVI
im Kabelshop. Unter Videosignal
finden Sie Entscheidungshilfen, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob
Sie HDMI, DVI oder eine der analogen Alternativen (S-Video, RGB, YUV)
für Ihre Videoverbindung einsetzen sollen.
Sehr gute Infos zu HDMI sind auf www.hdmi.org
und bei Wikipedia
zu finden.
Text: Detlev Schnick - letztes Update: 30. Juli 2008
Tipps zu weiteren HIFI-REGLER Specials:
Eine Kaufberatung mit Kaufcheckliste zum Thema Fernseher.
Unter THX finden Sie Hintergrundinfos zu
(fast) allem rund um THX und wenn Sie auf Lautsprecher
klicken erfahren Sie auch dazu viel wissenswertes ... Ähnlich
wie für HDMI haben wir auch eine Menge Infos zur SCART-Schnittstelle
und zum Thema Scartkabel zusammengetragen.
Wichtig zur Vermeidung von Brummen
und zum Blitzschutz / Überspannungsschutz:
Setzen Sie an Ihrer Heimkinoanlage
eine gute Netzleiste mit Netzfilter
ein und verwenden Sie Antennenkabel
und Audiokabel möglichst mit
integriertem Mantelstromfilter.
Übrigens: unter DVI-Kabel finden
Sie in unserem Shop eine gute Auswahl der besten DVI-Kabel - auch
für die kritischen langen Strecken.
"High-Definition Multimedia Interface"
und "HDMI" sind eingetragene Warenzeichen der HDMI
Licensing, LLC. Das Bildmaterial entstand auf der Grundlage von
Veröffentlichungen von Molex
und www.hdmi.org.
Verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Presserechts: Detlev
Schnick, © Copyright 2008 HIFI-REGLER
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