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Nachdem Premiere seit November 2005 drei Sparten-Programme
- Spielfilme, Dokumentationen und Sport - über ASTRA im hochauflösenden
Fernsehformat HDTV sendet, wird es allmählich ernst mit HDTV
in Deutschland. Für den Benutzer ist HDTV (High Definitition
TV) weit mehr, als ein Schlagwort: Es bedeutet tatsächlich
ein sichtbares Mehr an Schärfe, Detailreichtum und Plastizität,
als beim heutigen Standard-PAL-Format. Gleichzeitig sorgt die größere
Anzahl von Bildpunkten für eine feiner auflösende Farbdarstellung
und zeigt sich damit in einem tieferen Farbraum und insgesamt natürlicheren
Farben. Im Detail beschreiben wir HDTV und seine Vorteile in unserem
Special zu HDTV. Doch um in den Genuss
dieser neuen Fernsehnorm zu kommen muss man einen Fernseher sein
Eigen nennen, der ganz bestimmte technische Spezifikationen erfüllt.
Viele auch heute noch im Handel befindliche Plasma- und LCD-Fernseher
erfüllen diese Spezifikationen nicht oder nur unvollständig.
Das hindert die Hersteller jedoch nicht daran, auch für solche
Fernseher mit Eigenschaften, wie z.B. "HD kompatibel",
"HDTV ready" oder "HD fähig" - um nur einige
diese Wortschöpfungen zu nennen - zu werben. Das kann zum Rohrkrepierer
werden, denn nicht wenige Fachleute prognostizieren, dass es bei
vielen stolzen Flach-TV-Besitzern ein böses Erwachen geben
könnte, wenn HDTV demnächst flächendeckend zur Programm-Realität
in deutschen Wohnzimmern wird. Dann wird so manches vermeintliche
Plasma- oder LCD-Schnäppchen im wahrsten Sinne des Wortes "alt
aussehen". Doch glücklicherweise kommt allmählich
Licht in diesen Dschungel der Bezeichnungen ...
Das "HD ready"-Siegel
der EICTA
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Das
"offizielle" HD ready-Logo, das laut
EICTA ausdrücklich
nur für das Bildwiedergabegerät (z.B. LCD- oder
Plasma-Display und Projektoren) vorgesehen ist. |
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Die Industrie hat das Informations-Chaos selbst als Mißstand
erkannt und mit ihrem Verband EICTA
(European Information & Communications
Technology Industry Association) eine Mindestnorm
festgelegt. Dazu wurde auch gleich ein Güte-Siegel mit Namen
"HD ready" entwickelt. Dies gibt dem Verbraucher Sicherheit
nach dem Motto: "Nur wo "HD ready" draufsteht ist
auch HDTV drin". Wir empfehlen dringend, nur solche Plasma-
und LCD-Fernseher zu kaufen, die dieses Siegel tragen oder dem Käufer
den dahinter steckenden technischen Sachverhalt ausdrücklich
bestätigen. Doch was sind diese HD-ready-Spezifikationen. Im
Januar 2005 hat die in Brüssel ansässige EICTA,
ein Zusammenschluss von Herstellern der Unterhaltungsindustrie,
die Spezifikationen für das HDTV-Gütesiegel veröffentlicht.
Das Siegel trägt die Bezeichnung "HD ready" und ist
mit den in der rechten Abbildung dargestellten graphischen Symbolen
unterlegt. Die technischen Spezifikationen hinter dem "HD ready"
Siegel finden sich im Einzelnen im "EICTA
Press Release". Mit dieser Festlegung durch die Industrie
selbst ist nun ganz "offiziell" und verbindlich bekannt,
welche Mindestanforderungen ein TV-Gerät oder Display (andere
HDTV-Geräte werden von der "HD ready" Kennzeichnung
nicht erfasst) erfüllen muss, um HDTV darstellen zu können.
Ein "bißchen HDTV" im Sinne von "ein bißchen
schwanger" wird es also zukünftig nicht mehr geben. Wie
man in der o.g. Presse-Mitteilung der EICTA nachlessen kann, sind
die technischen Anforderungen absolut präzise definiert:
- Das Display (z.B. LCD oder Plasma) oder der Projektor muss
mindestens eine native Auflösung von 720 Pixel in der Vertikalen
bei einem 16:9-Format
aufweisen. Es müssen also physisch 720 Pixel vertikal vorhanden
sein.
- Es müssen folgende Video-Eingänge vorhanden sein:
- HD-Videoeingänge (HD= High Definition)
- Analog: YUV (YPbPr),
auch Componenten-Video genannt
- Digital: DVI oder
HDMI (mit Kopierschutz HDCP)
- Die HD-Videoeingänge müssen diese Formate verarbeiten können:
- 1280x720 bei 50Hz und 60Hz progressive
("720p")
- 1920x1080 bei 50Hz und 60Hz
interlaced ("1080i")
- Die digitalen Eingänge DVI und HDMI müssen den Kopierschutz
HDCP unterstützen.
Das "HD ready 1080p"-Siegel
der EICTA
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Das
"offizielle" HD ready 1080p-Logo, das
EICTA nur für
Gerät mit der Auflösung 1920 x 1080 vergibt. |
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Neben dem oben genannten HD ready Siegel hat die EICTA
ein Logo erstellt, das Plasma- und LCD-TVs mit einer Panel-Auflösung
von 1920 x 1080 Bildpunkten kennzeichnet. Das neue Logo hat die
Bezeichnung "HD ready 1080p". Die technischen Anforderungen
an das Wiedergabegerät sind folgende:
- Das Display (Plasma
oder LCD)
muss die Anforderungen des HD ready Labels erfüllen (siehe
oben) und muss über eine kopiergeschützte Schnittstelle
(HDMI) 1080p-Signale entgegennehmen können.
- Es muss eine native Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten
vorhanden sein.
- Das Panel muss über die digitalen Eingänge (
HDMI)
Vollbilder in einer Auflösung 1920 x 1080 (1080p) mit 50,
60 und 24 Hertz verarbeiten können und es muss über
die digitalen Eingänge einen Modus anbieten, der 1080p-Zuspielungen
Pixel für Pixel exakt darstellt (ohne Overscan)
1080i auf 720 Zeilen - Wie geht das?
Nun wird mach einer fragen, ob 720 Pixel native Auflösung in der
Vertikalen überhaupt ausreichen, bei einem Sendeformat von z.B.
1080i, zumal sich Premiere primär für 1080i entschieden hat. Die Antwort
lautet: Ja. Das "i" bei 1080i bedeutet, dass das Bild
interlaced dargestellt wird. In diesem Modus - auch Zeilensprungverfahren
genannt - wird das Bild zeilenweise inneinander versetzt dargestellt,
d.h. zu einem Zeitpunkt werden immer nur die geraden oder die ungeraden
Zeilen gerschrieben und im nächsten Zeitpunkt erfolgt das ganze
umgegekehrt. Dabei wird die Trägheit des Auges genutzt, wodurch
der Betrachter das Bild trotz der versetzten Darstellung als eine
Einheit empfindet. Interessanter Weise bedeutet es für
moderne Bildprozessoren keine Einschränkung, wenn sie für
dieses Verfahren statt 1080 Zeilen deren nur 720 zur Verfügung
haben. Auch auf 720 Zeilen werden alle Details der 1080 Zeilen dargestellt,
aber eben zeitversetzt, was das Auge jedoch nicht merkt. Es ist
sogar so, dass die Interpolation
(so wir die Berechnung der Umsetzung der 1080 Zeilen auf 720 Zeilen
auch genannt) bei 720 Zeilen nativer Auflösung weniger Pixel
bewegen muss, wenn im Filmverlauf schnelle Bewegungen dargestellt
werden müssen. Deshalb wird vereinzelt von technischer Seite
sogar die Meinung vertreten, 1080i auf 720-Displays würden
ein insgesamt besseres Bild zeigen (unter Einbeziehung von Bewegungsartefakten)
als das progressive Verfahren 1080p auf 1080-Zeilen Displays.
Welche Plasma-TVs und LCD-TV sind "HD ready"?
Ein kleines Manko hat das "HD ready" bzw. "HD ready
1080p" Logo: Es wird den Fernsehern, die sich damit auszeichnen
nicht von unabhängiger dritter Seite verliehen, sondern vom
Hersteller selbst. Außer der Selbstkontrolle über die
EICTA ist eine externe Kontrollinstanz nicht vorgesehen. Deshalb
sollte man als Käufer immer im Hinterkopf behalten: "HD
ready" und "HD ready 1080p" garantiert, dass die
vorgeschriebenen Spezifikationen vom Hersteller eingehalten werden.
Nur Geräte, die die o.g. technischen Voraussetzungen erfüllen, dürfen
nach den EICTA-Vorgaben mit dem "HD ready" bzw. "HD ready 1080p"
Logo ausgezeichnet werden.
Fazit und Tipps
Nach den ersten 2 Monaten Erfahrung können
wir nur sagen: Gut, dass es "HD ready" und "HD ready
1080p" gibt. Die extrem hohe Akzeptanz auf Verbraucherseite kam
für viele Hersteller überraschend. Deren z.T. hektischen
Reaktionen zeigen, dass die Einführung des Gütesiegels längst
überfällig war. Viele Verbraucher wissen plötzlich,
worauf es bei HDTV ankommt und hinterfragen die herstellereigenen
"HD"-Bezeichnungen der Industrie mit großer Skepsis.
Unsere Tipps:
- Lassen Sie sich nicht erzählen, auf HDTV käme es doch gar nicht
an. Spätestens seit der Fußball WM 2006 ist HDTV in aller Munde.
Und vor allem: Es wird tägliche Realität im deutschen TV-Sendebetrieb
sein. Wir wissen dies zuverlässig aus den Planungen des Satelliten-Betreibers
ASTRA.
- Lassen Sie nicht zu, dass einzelne sekundäre "HD-ready"-Anforderungen
wegdiskutiert werden. Klar kann HDTV auch ohne Digitaleingang
und nur mit YUV funktionieren. Doch steht zu befürchten, dass
Premiere und andere Sender von den Studios und Rechteinhabern
gezwungen werden mit einem Kopierschutz zu senden. Und dieser
setzt fast immer die digitale Übertragung voraus (siehe HDCP).
Mit nur analogen Eingängen haben Sie dann u.U. die Looser-Karte
gezogen. Jedenfalls gilt bisher als sicher: Hollywood erlaubt
keine analoge HD-Ausgabe.
Zusammenfassend unsere eindeutige
Empfehlung:
Achten Sie beim Kauf
eines Plasma- oder
LCD-Fernsehers immer darauf,
dass dieser das "HD ready"-Logo bzw. "HD ready 1080p"
trägt .
Weitere Links und andere interessante
Specials
Lesen Sie auch unsere Specials zu HDTV,
HDTV Technical Background
und HDTV Technik und Praxis
sowie Plasma TV, um
mehr zu HDTV zu erfahren ...
Leider sind fast alle interessanten HDTV-Websites in englischer
Sprache. Doch wer diese einigermaßen beherrscht und etwas
tiefer ins Thema HDTV einsteigen möchte, dem seien z.B.
das HDTV-FAQ
und das HDTV-Forum
im Forum von AVS-Sience empfohlen. Ein sehr gutes Forum ist auch
das vom HDTV-Magazine.
Zum europäischen Stand der Technik empfehlen wir die beiden
auf der Website der EBU (European Broadcasting Union) veröffentlichten
Ausarbeitungen von
David Wood (EBU): High
Definition for europe - a progressive approach und von
John Ive (Sony Europe): Image
Formats for HDTV
sowie die Website HDTV-Total,
auf der Sie alle aktuellen HDTV-Senderfrequenzen nachlesen können.
Und nicht zu vergessen, die u.E. wichtigste HDTV-Site der kommenden
Jahre: European HDTV Forum
- Wer vom Angebot der DVD-Player erschlagen wir, dem hilft
die DVD-Player Kaufberatung
...
- ... und hier die Kaufberatung zum Thema AV-Receiver
- Hintergrundwissen zu und Tipps zu Lautsprecher
Technik
- Test-Checklisten und Tipps für Ihr neues Heimkino
- Hintergrundwissen zu THX
- 6.1- und 7.1-Formate von Dolby
Digital
- Alle wichtigen Infos zu den Dolby
Surround "Aufpolierern"
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