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Euro1080 hat sich für die HDTV-Variante 1080i 50 entschieden. Konkret: Die Anzahl der Zeilen ist 1080, die Bildwiederholrate ist 50 Hz und es wird das Zeilensprungverfahren angewendet , denn "i" steht für "interlaced". Weiter gibt Euro1080 an, dass die horizontale Auflösung 1920 Linien beträgt. Der HDTV-Sender sendet allerdings für Kinos und Privathaushalte in technisch unterschiedlichem Format: Für das Privat-TV (Main-Channel) unter dem Sendernamen HD1 wird angegeben, dass 25 Bilder je Sekunde gesendet werden, während es bei den Sendungen für Kinos (Event Channel) 24 Bilder je Sekunde sind. Dies entspricht dem Kinobildformat von 24 Bildern je Sekunde. Hier finden Sie mehr zur HDTV-Technik von Euro1080 ...
Euro 1080 hat sein Programm in zwei Channels aufgeteilt:
Als Kompressionsverfahren hat Euro1080/HD1 den MPEG-2-Standard gewählt. Dem Vernehmen nach will der Pay-TV-Sender Premiere, der ab November 2005 mit HDTV regelmäßig auf Sendung gehen will allerdings nicht auf MPEG-2 setzen. Ob Premiere auf das modernere MPEG-4 oder auf einen anderen Kompressionsstandard stetzt ist noch nicht bekannt. Wichtig könnte diese Frage für die Hersteller der HDTV-Receiver werden, denn ein universell einsetzbarer Receiver soll natürlich alle gängigen Verfahren beherrschen. Der Ton kann in beiden Channels als Dolby Digital (5.1) übertragen werden. Euro1080 hat angekündigt, mit öffentlichen Sendern, Produktionshäusern und Plattenfirmen zusammenzuarbeiten und Programme mit HDTV-Sendern in der ganzen Welt auszutauschen sowie Übertragungsrechte von namhaften Veranstaltern von Großereignissen, Fußball-Meisterschaften (EM und WM) sowie die HDTV-Rechte an den olympischen Sommer- und Winterspielen zu erwerben. Es sieht also ganz danach aus, als müsse man sich wegen zu wenig HDTV-Content erst einmal keine Sorgen machen. Allerdings wird der Schwerpunkt der HDTV-Sendungen eindeutig bei englischsprachigen Programmen liegen. Nach dem hoffnungsvoll angekündigten Start von Euro1080/HD1 ist es zwischenzeitlich wieder sehr ruhig um den belgischen HDTV-Sender geworden, so dass das oben dargestellte im Hinblick auf die von ProSieben Sat.1 und Premiere für Herbst 2005/Anfang 2006 angekündigten Aktivitäten (s.u.) möglicherweise schon bald in den Archiven der Geschichte verschwinden wird. HDTV bei Pro7 und Sat.1Wie auf der IFA 2005 in Berlin zu erfahren war, startet die ProSieben/Sat.1-Gruppe am 26. Oktober 2005 mit Ihren HDTV-Sendern Pro7 HD und Sat.1 HD, die beide "free-to-air", also kostenfrei über ASTRA zu empfangen sein werden. Kabelempfänger gehören vorest noch nicht zum Kreis der Zuschauern, die sich an HDTV erfreuen können. Gesendet wird in "simulcast", d.h., wer keinen HDTV-Receiver besitzt (und das dürfte im Herbst 2005 fast jeder sein) empfängt diese Sendungen in der PAL Standard-Auflösung (SDTV). Es wird "echtes" und "unechtes" HD-Material geben. "Echt" ist, was in HD-Qualität aufgenommen wurde, z.B. Fußball-Mitschnitte mit HD-Kameras oder HD-produzierte Spielfilme oder Serien wie z.B. "Desperate Housewives". "Unecht" ist auf HD-Qualität hochscaliertes Standard-Material, was zukünftig höchstwahrscheinlichen den Löwenanteil der kostenfreien TV-Programme ausmachen wird. Die Unterschiede in der Qualität zwischen originärem HD-Material und hochscalierten Quellen sind laut Audiovision 11/2005 "gewaltig". Pro7/Sat.1-Produktionschef Martin Emele relativiert dies, wenn er im Audiovision-Interview sagt: "Ich glaube, dass die optische Verbesserung [von upskaliertem Standard-Material zu PAL] in jedem Fall gewaltig sein wird; der Qualitätsunterschied zwischen dem klassischen und dem upkonvertierten SD-Signal ist dabei vielleicht noch größer als der Sprung von hochskaliertem PAL zu echtem HDTV." Laut Pressemitteilung von ProSiebenSat.1 liegt das upkonvertierte Material auf dem Qualitätsniveau des DVD-Standards. HDTV bei PremiereWie aus der Presseabteilung von Premiere zu erfahren war, soll bei diesem Pay-TV-Anbieter das HDTV-Programm am 03.12.2005 starten (siehe Pressemitteilung von Premiere). Zum Start gibt es dann gleich eine Live-Übertragung: Ab 15:30 Uhr wird das Bundesliga-Spiel VfB Stuttgart gegen FC Bayern München gesendet. Premiere bietet HDTV in drei Sparten-Kanälen, die jeweils an dem Zusatz "HD" zu erkennen sind: Spielfilme und Serien laufen auf PREMIERE HD FILM (die meisten neben der deutschen Sprachfassung wahlweise auch in O-Ton und in Dolby Digital), nationaler und internationaler Spitzensport über PREMIERE HD SPORT und die Dokumentationen von Discovery findet man in HDTV auf PREMIERE HD THEMA. Die HD-Abos von Premiere sind als Zusatzabonnements in Verbindung mit dem jeweiligen Premiere Standardabonnement erhältlich. Es ist also (stand Oktober 2005) nicht möglich, HDTV isoliert zu abonnieren. Kombiniert mit PREMIERE KOMPLETT gibt es alle drei Abos bereits ab 12 Euro pro Monat. Premiere weist darauf hin, dass zum Empfang der HDTV-Kanäle Sat-Receiver mit dem Kompressionsstandard MPEG-4/H.264AVC (s.o.) und dem Dekodierstandard DVB-S2 erforderlich sind. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass ein Display (Plasma-TV oder LCD-TV) mit "HD ready" Logo für den HDTV-Empfang erforderlich ist. Premiere strahlt in 1080i aus. Interessant auch die Aussage in der Pressemitteilung von Premiere zur HDTV-Einführung: "Die Darstellung von 1080i-HD-Programmen auf Geräten mit mindestens 720 Zeilen ist problemlos möglich. Es besteht kein nennenswerter, wahrnehmbarer Qualitätsverlust." Entwicklung von HDTV weltweit und in Europa
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| Absatzzahlen in Millionen Einheiten für HDTV-Endgeräte in den USA; Quelle Sony |
Auch der offensichtliche Technologie-Rückstand im Bereich internationaler Sportübertragungen konnte die ansonsten sportbegeisterten Europäer bisher noch nicht für HDTV begeistern. Doch jetzt wird es allmählich ernst. Der Spiegel berichtete in seiner Ausgabe 52/2003, (TV-Technik: Verliert Deutschland den anschluss an die Zukunft des Fernsehens?) dass der große Schub für HDTV nach Expertenmeinung voraussichtlich 2006 einsetzen wird. In dem Jahr findet in Deutschland die Fußballweltmeisterschaft statt, und schon allein wegen der internationalen Nachfrage werden die Spiele wohl in HDTV-Qualität aufgezeichnet werden müssen - weil sie sich nämlich sonst international nicht mehr vermarkten lassen. Es wäre der größte Hohn, wenn dann gerade die Deutschen nicht in der Lage wären, HDTV zu empfangen.
Nach einer vom Umfrageinstitut Datamonitor im August 2004 vorgestellten
HDTV-Studie
sollen jedenfalls im Jahr 2008 in Europa schon mehr als 4,6 Millionen
Haushalte HDTV nutzen, nach nur 50.000 im Jahr 2003. Dabei prognostizieren
die Marktforscher, dass neben Großbritannien und Frankreich
auch Deutschland eine dominierende Rolle bei der Verbreitung von
HDTV spielen wird.
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| Typische Studiotechnik; © Euro1080 |
Will man
HDTV tatsächlich in der Qualität nutzen, wie sie z.B. HD1,
Premiere oder ProSieben
und Sat.1 anbieten, so sind nicht
unerhebliche Investionen in Hardware-Equipment notwendig - und zwar
sowohl auf Zuschauerseite wie auch auf Seiten der Programmanbieter.
Letztere müssen in HDTV-Kameras und digitale Tonaufnahme-Geräte
investieren sowie in neue Technik im Schneideraum und in der Sendeüberwachung.
Da HDTV riesige Datenmengen erzeugt, werden sich auch Investitionen
in die Übertragungstechnik nicht vermeiden lassen. Zumindest
müssen neue Komprimierungstechniken und höhere Datenraten
eingesetzt werden, um die stets knappen Transponder-Kapazitäten
der Satelliten nicht zu stark zu belasten. Immerhin ist der Platz
auf den Satelliten-Transpondern noch immer recht begrenzt. (Erst
wenn in in einigen Jahren Schritt für Schritt die analogen
Sender abgeschaltet werden, werden wieder riesige Transponder-Kapazitäten
frei. Diese sollen, geht es nach dem Willen von ASTRA,
dann auch vorwiegend für HDTV genutzt werden.) Ein Kanal mit
HDTV-Sendungen belegt das 4- bis 5-fache der Übertragungskapazität
eines normalen Senders und arbeitet mit einer Datenrate von 25 MBit/s
(zum Vergleich: PAL kommt mit 4 oder 6 MBit/s aus). Dies erklärt
auch die bisherige Zurückhaltung der etablierten öffentlich-rechtlichen
und privaten Sender in Sachen HDTV. Man verspricht z.Zt.
sich von HDTV weder mehr Zuschauer noch mehr Werbeplätze.
Trotz des Vorstoßes bei Premiere
ist die Hoffnung noch immer niocht sehr groß,
dass HDTV über bezahltes Fernsehen zu einem profitablen
Geschäft werden könnte - vor allem nach den bisherigen
wenig ermutigenden Pay-TV-Erfahrungen der letzten Jahre. Leider
haben wir hier ein gutes Bespiel, wie mangelnde Konkurrenz und zu
starke Kommerzialisierung zu Lasten der Qualität gehen kann.
Doch für Sie dürfte wesentlich
interessanter sein, was auf Seiten des Zuschauers, also im Empfangsbereich
zu tun ist, damit HDTV empfangen werden kann. Grundsätzlich
kann HDTV sowohl terrestrisch als auch über Satellit
empfangen werden. Ob und inwieweit es in Zukunft flächendeckend
und in größerem Umfang einen terrestrischen Empfang für
HDTV (Kabel, DVB-T) geben wird, ist fraglich, denn die Bandbreite
im Kabelnetz ist sehr begrenzt. In näherer Zukunft dürfte
HDTV daher eher ein Privileg der Sat-Anlagen-Besitzer sein.
Benötigt wird als erstes einmal ein DVB-S2-Receiver,
der HDTV-fähig ist. Solche HDTV-Receiver
finden Sie in unserem Shop. Derzeit sind drei MPEG-4-fähige
HDTV-Receiver mit Premiere-Zertifizierung angekündigt: Philips
DSR 9005, Humax PR-HD1000
und Pace DS 810 KP. Voraussichtliche
Erstauslieferungen: Januar 2006. Der Grund für die späte
Lieferung: Erst im November 2005 soll der MPEG-4-Chip in Stückzahlen
verfügbar sein. Die
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HDTV-Receiver lassen sich an die vorhandene Satelliten-Schüssel anschließen, wobei hier wie bei allen DVB-Receivern ein digitales LNB (Universal-LNB) montiert sein muss. An die Sat-Empfangsanlage stellt HDTV also - abgesehen vom Receiver - keine besonderen Anforderungen. In der Presse wird übrigens oft von einer Set-Top-Box (STB) gesprochen, die man für HDTV benötigt. Lassen Sie sich nicht verwirren, das ist im Grund eine andere Bezeichnung für einen Sat-Receiver. Von Set-Top-Box ("Draufstellkästchen" weil sie oft auf dem Fernseher steht) spricht man meist dann, wenn der Sender den Receiver zur Verfügung stellt, wie das z.B. beim Pay-TV-Sender Premiere anfangs der Fall war. Die bisher vorgestellten HDTV-Receiver kann man übrigens neben Pay-TV auch für alle Free-to-Air, also für Nicht-Bezahl-Programme einsetzen und zwar sowohl für HDTV, wie auch für Programme in Standardauflösung (SDTV). Über eine CI-Schnittstelle (CI = Common Interface) können SmartCards aufgenommen werden, die z.B. mit dem Irdeto-Verschlüsselungssystem arbeiten. Über den CI-Slot besteht die Möglichkeit ein CA-Modul aufzunehmen und so auch Sendungen mit anderen Verschlüsselungssystemen zu empfangen. Sieht man von der nicht vorhandenen Festplatte (ist auch vorerst nicht geplant) ab, so sind die angekündigten HDTV-Receiver sehr vielseitig einsetzbar.
Hat man nun einen HDTV-tauglichen DVB-S-Receiver, dann braucht man für die Bildwiedergabe ein HDTV-taugliches Display. In Frage kommen theoretisch konventionelle 16:9-Fernseher und Rückprojektions-Fernseher - tatsächlich praxisgerecht dürften aber nur Plasma-Fernseher, LCD-Fernseher oder ein Projektor sein. Kaum ein Begriff wird von der Industrie so gern und so häufig in Werbeaussagen strapaziert wie die angebliche HDTV-Fähigkeit. In vielen Fällen wird hier kräftig mit Halbwahrheiten gearbeitet, wenn nicht gar mit bewusster Irreführung. Erste Voraussetzung für HDTV-Tauglichkeit ist, dass die geräteinterne Ansteuerungselektronik (das sogenannte Chassis) mit den HDTV-Signalen zurechtkommt und sie überhaupt zur Darstellung an das Bildpanel bzw. die Röhre weiterleiten kann. Zweite Voraussetzung ist, dass die Auflösung des Bildpanels genügend Bildpunkte aufweist, um HDTV darzustellen. Und daran scheitert es meist. Strenggenommen sollte ein Display 1920 x 1080 Pixel darstellen können - und zwar native, nicht interpoliert ("gerechnet") -, um sich HDTV-fähig nennen zu dürfen. Und davon gibt es Stand Oktober 2005 in Deutschland noch immer nur einige wenige High-End-Geräte. Setzt man seine Ansprüche für die native Darstellung auf 720p herunter, dann wird man z.B. bei Pioneer fündig. Sowohl der Pioneer PDP-506XDE, wie auch der kleinere Pioneer PDP-436XDE beherrschen 768 Pixel in der vertikalen auflösung und liegen damit deutlich über der von 720p geforderten Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten. Native schaffen allerdings auch die Pioneer-Plasmas das 1080i-Format mit seiner Auflösung von 1080 x 1920 nicht. Übrigens muss auch bei einer 768er Vertikal-Auflösung interpoliert werden, denn die 720p-Auflösung soll ja formatfüllend dargestellt werden. Dieser vergleichsweise geringfügige Rechenvorgang beeinflusst die Bildqualität jedoch nicht. Auch lässt sich 1080i hervorragend auf 768 interpolieren. Nach Meinung mancher Experten hat die Interpolation sogar Vorteile, da sie dazu beiträgt, Nachzieheffekte bei schnellen (diagonalen) Bewegungen zu nivellieren.
Neben der Auflösung ist die Bildwiederholfrequenz von Bedeutung. Die meisten in Deutschland angebotenen LCD- und Plasma-Fernseher wurden primär für den viel größeren asiatischen und nordamerikanischen Markt produziert. Dort dominiert NTSC mit 480 Zeilen und 60 Hz Bildwiederholfrequenz. Wie oben bereits erläutert, sind 480 Zeilen für HDTV auch bei bester Interploation zu wenig, um ein hochauflösendes Bild zu erreichen. Doch selbst wenn dies möglich wäre, so müssten die HDTV-Signale in der in Deutschland gesendeten PAL-Bildfrequenz von 50 Hz verarbeitet werden können. Und spätestens an diesem Punkt steigen die meisten Panels aus. Bei Einspeisung von HDTV kommt dann schlicht ein schwarzer Bildschirm. Lassen Sie sich also beim Kauf im Hinblick auf HDTV auf jeden Fall bestätigen, dass das ins Auge gefasste LCD- oder Plasma-Panel HDTV in der Qualität "1080i/720p, 50/60 Hz" verarbeitet. Damit sind Sie nach heutigem Stand der Technik auf der sicheren Seite.
Wie sieht es im Bereich der Projektion aus? Gibt es den HDTV-Projektor? Der 2005 meistverkaufte Projektor Panasonic PT-AE 700 E (aktueller Nachfolger: Panasonic PT-AE 900 E) in der Unter-2000-Euro-Preisklasse weist eine Auflösung von 1280 x 720 auf und liegt damit immerhin exakt beim 720p-Format. 1080i native ist allerdings auch hier nicht zu machen. Ein hochleistungsfähiger Bildprozessor sorgt jedoch auch hier dafür, dass der Panasonic PT-AE 900 E mittels Interpolation ein sehr gutes 1080i-Bild darstellt. Vergleichbare Projektor-Modelle dieser Klasse, wie der Hitachi Illumina PJ-TX 100 und der Sanyo PLV-Z3 haben mit HDTV - egal ob mit 1080i oder 720p - ebenfalls keine Probleme.Und wie sieht es in den höheren Preisklassen aus, z.B. ab 6.000 Euro? Mit einem Kaufpreis von um die 6.000 Euro am unteren Ende dieser Preisklasse rangiert der "DreamWeaver Two" des französischen Projektions-Spezialisten DreamVision. Dieser DLP-Projektor hat ein 1024x576-Panel - ideal zur PAL-Darstellung- und ist mit seiner Farudja-Engine für alle HDTV-Formate, sogar für 1080p geeignet. Doch auch ein Bolide der "Über 30.000-Euro-Klasse", wie der der Marantz VP10S1, ein 3-Chip-DMD-Projektor mit einem sagenhaftem Kontrast von 3000:1, bietet "nur" eine Auflösung von 1280 x 720 - den Rest erledigt auch bei diesem Projektor ein Farouja-Scaler. Alle hier genannten Projektoren haben dank ihrer aufwändigen Bildprozessoren mit keinem HDTV-Format ein Problem.
Was geschieht konkret, wenn die native Auflösung unter der gesendeten Auflösung liegt? Ein Bildprozessor muss die Bildinhalte so berechnen, dass die Schwäche nicht auffällt. Bei typischen Testbild-Sequenzen klappt das hervorragend. Bei normalem Sendematerial funktioniert der Rechner auch noch ganz leidlich. Doch bei schwierigen Bildinhalten, z.B. schnellen diagonalen Bewegungen oder bewegten Moiré-Mustern (rennendes Zebra oder Fischgrad-Sacko) versagt der Bildprozessor leider nicht selten. Wir kennen das von bekannten Rechenkünstlern wir PixelPlus (Philips) oder auch Acuity (Panasonic). Je größer die Differenz zwischen nativer und gerechneter Bildauflösung, desto weniger kommt von der HDTV-Qualität herüber. Fazit: Heute im Markt befindliche HD-Displays bringen mit HDTV zweifellos eine erstaunliche Bildverbesserung - bei "normalem" Bildfmaterial. Der anspruchsvolle Cineast wird sich jedoch erst dann zufrieden geben, wenn HDTV wirklich Punkt für Punkt native umgesetzt wird. Und davon sind wir - zumindest bei 1080i - noch meilenweit entfernt.
Keine Frage, HDTV zielt auf den kommenden Boom der Plasma-Fernseher und LCD-Fernseher. Doch für die allermeisten Haushalte wird in den nächsten Jahren noch immer der gute alte "Röhren-Fernseher" die Realität darstellen - bei Neugeräten schon allein aus Kostengründen. Einige Bildröhren, z.B. die von JVC und Panasonic, sind potentiell HDTV-fähig. Fernseher mit diesen Röhren werden z.B. auch in Australien eingesetzt, wo ebenfalls der PAL-Standard gilt und wo HDTV schon lange flächendeckend eingeführt ist. Allerdings liegt hier die Betonung auf "Röhre". Die Ansteuerungselektronik im Fernseher ist nämlich nicht auf HDTV ausgelegt und müsste etwas modifiziert werden. Diesen Aufwand scheut die Industrie, denn schließlich werden weltweit Fabriken für Röhren-Fernseher geschlossen, und man erwartet (oder hofft), dass in wenigen Jahren nur noch Plasma-Fernseher oder LCD-Fernseher verkauft werden. Das Ansteuerungs-Manko macht sich in den Konturen bemerkbar, es gibt dann eben doch die ungeliebten "Treppenstufen" und so manche schnelle Bewegung zeigt Artefakte.
Bei HDTV-Sendungen strahlt der Fernsehsender mit dem Film ein Steuersignal
aus, das die analogen Ausgänge am HDTV-Receiver freigibt oder
sperrt. Im Falle einer Sperrung - wovon man bei den meisten Spielfilmen
ausgehen kann - kann HDTV ausschließlich über die HDCP-geschützten
digitalen Ausgänge HDMI oder DVI
ausgegeben werden. DVD-Recorder
oder Festplatten-Recorder mit
HDMI- oder DVI-Eingang wird es jedoch bis auf weiteres nicht geben.
Auch HDTV-Receiver mit Festplatte
sind derzeit nicht in Sicht -, es sei denn, die Festplatte ließe
sich nur für SDTV-Sendungen, oder bei HD-Sendungen mit Freigabesignal
für die analogen Ausgänge, nutzen. Ein Aufnehmen von HDTV-Sendungen
wie wir dies bisher bei SDTV kennen, wird es also nicht mehr möglich
sein.
Allerdings haben Hollywood-Bosse und Industrie das Thema Aufnahme
nicht ganz und für alle Zukunft verbannt. Bei HDTV-Sendungen
soll das bisher schon bekannte DRM
(Digital Rights Management) verstärkt
zum Einsatz kommen. Mittels der im Rahmen von DRM möglichen
Steuersignale legt der Rechteinhaber fest, ob Aufnahmen, und wenn
ja in welcher Anzahl oder ob etwa nur einmaliges Archivieren möglich
sind. Weiter kann über DRM festgelegt werden, in welchem Zeitraum
(etwa innerhalb einer Woche nach Aufnahme) oder wie oft die aufgenommene
Sendung abgespielt werden kann. Möglich wäre auch, dass
ein Programm unbegrenzte Zeit auf einer DVD oder Festplatte schlummert
und dann erst zum Anschauen mittels eines vom Kunden zu erwerbenden
Codes freigeschaltet wird. So wird nach den Plänen der Software-Industrie
die digitale Zukunft von HDTV aussehen. Es formiert sich allerdings
bereits Widerstand gegen dieses Maß an Bevormundung: Gemäß
einer vom Fachmagazin SAT+KABEL durchgeführten nicht-repräsentativen
Leserumfrage lehnt eine Mehrheit der Befragten HDTV in der jetzigen,
an HDCP gebundenen Form ab.
Ideal wäre es, wenn es Geräte gäbe, die auf der einen
Seite ein HDMI-/DVI-Signal entgegennehmen, wobei sie sich dem Zuspieler
gegenüber als HDCP-Gerät identifizieren, und auf der anderen
Seite ein analoges Signal (YUV oder RGB) ausgeben, natürlich
ohne HDCP, das es ja für analoge Signale gar nicht gibt. Die
analog ausgebenen HD-Signale könnte man dann problemlos aufnehmen.
Hinweise auf das Vorhandensein solcher Geräte oder gar auf
Bezugsquellen sind jedoch nach dem neuen Urheberrechtsgesetz unter
Strafe gestellt. Daher wollen wir hier nicht näher auf dieses
Thema eingehen. Ohnehin könnte es mit solchen Geräten
recht bald systembedingte Probleme geben: Jeder HDCP-Chip hat nämlich
einen spezifischen Code. Wenn der Code eines sich nicht den Spezifikationen
gemäß korrekt verhaltenden Gerätes bekannt ist,
dann wird dieser Code mit dem Sendesignal übertragen und bewirkt,
dass das betreffende Gerät für die Kommunikation mit anderen
HDCP-Geräten gesperrt wird. Man scheint also diesmal wirklich
an alles gedacht zu haben.
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Im Januar 2005 hat die in Brüssel ansässige EICTA (European Information & Communications Technology Industry Association), ein Zusammenschluss von Herstellern der Unterhaltungsindustrie, die Spezifikationen für ein HDTV-Gütesiegel veröffentlicht. Das Siegel trägt die Bezeichnung "HD ready" und ist mit den in der rechten Abbildung dargestellten graphischen Symbolen unterlegt. Die technischen Spezifikationen hinter dem "HD ready" Siegel finden sich im Einzelnen im "EICTA Press Release" - allerdings leider nur in englischer Sprache. Mit dieser Festlegung durch die Industrie selbst ist nun ganz "offiziell" und verbindlich bekannt, welche Mindestanforderungen ein TV-Gerät oder Display (andere HDTV-Geräte werden von der "HD ready" Kennzeichnung nicht erfasst) erfüllen muss, um HDTV darstellen zu können. Ein "bischen HDTV" im Sinne von "ein bischen schwanger" wird es also zukünftig nicht mehr geben. Wie man in der o.g. Presse-Mitteilung der EICTA nachlessen kann, sind die technischen Anforderungen absolut präzise definiert:
Nur Geräte, die die o.g. technischen Voraussetzungen erfüllen, dürfen nach den EICTA-Vorgaben mit dem "HD ready" Logo ausgezeichnet werden. Als einer der ersten Hersteller gab Pioneer bekannt, dass sowohl die aktuelle Plasma-Serie Pioneer PDP-435FDE / Pioneer PDP-436XDE und Pioneer PDP-506FDE / Pioneer PDP-506XDE wie auch für die Vorgänger-Serie PDP-434/504 das "HD ready" Logo führen darf. Auch der erst im Januar 2005 auf den Markt gekommene LCD-Projekor Sony VPL-HS50 schmückt sich bereits mit dem "HD ready" Logo.
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Lesen Sie auch unsere Specials HDTV Technical Background und HDTV Technik und Praxis sowie Plasma TV, um mehr zu HDTV zu erfahren ...
Hier finden Sie noch mehr Infos speziell zu HD ready und eine Liste mit einer Auswahl der z.Zt. HD-ready-fähigen Fernseher.
Leider sind fast alle interessanten HDTV-Websites in englischer Sprache. Doch wer diese einigermaßen beherrscht und etwas tiefer ins Thema HDTV einsteigen möchte, dem seien z.B. das HDTV-FAQ und das HDTV-Forum im Forum von AVS-Sience empfohlen. Ein sehr gutes Forum ist auch das vom HDTV-Magazine. Kaum Fragen offen lässt die HDTV-Ausarbeitung von Professor Kelin J. Kuhn von der Washington University of Electrical Engeneering.
Zum europäischen Stand der Technik empfehlen wir die beiden
auf der Website der EBU (European Broadcasting Union) veröffentlichten
Ausarbeitungen von
Download: EBU
discussion document on requirements for HDTV receivers (PDF,
126KB) gefunden auf der Website der Union
Eupéenne de Radio-Télévision European Broadcasting
Union (EBU)
EBU,
"High
Definition for europe - a progressive approach", PDF, 208
KB; David Wood)
John Ive (Sony Europe): Image
Formats for HDTV
sowie die Website HDTV-Total,
auf der Sie alle aktuellen HDTV-Senderfrequenzen nachlesen können.
Und nicht zu vergessen, die u.E. wichtigste HDTV-Site der kommenden
Jahre: European HDTV Forum
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