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AV-Receiver / AV-Verstärker Kaufberatung (Teil 1)
Text: Carsten Rampacher, AREADVD
- update: 06.03.2006
Jeder, der sich eine neue Heimkinoanlage
installieren oder sein bestehendes System updaten möchte, steht beim
Kauf neuer Komponenten vor keiner leichten Entscheidung. Das betrifft
sowohl den DVD-Player als auch den
AV-Verstärker
oder AV-Receiver,
die i.d.R. als Zentrum oder Schaltzentrale der Heimkino-Anlage fungieren.
Dieses Special befasst sich mit den für eine fundierte Kaufentscheidung
wichtigen Leistungs-Merkmalen von AV-Verstärkern und AV-Receivern.
Dolby Digital und DTS

Bei allen brauchbaren Heimkino-Schaltzentralen ist inzwischen ein
Dolby
Digital- und DTS-Decoder
Standard. Nur noch absolute Sparmodelle aus dem Secondhand-Handel
oder aus dem Supermarkt (meist als komplettes Heimkinopaket inklusive
Lautsprechern) kommen lediglich mit einem Dolby Digital-Decoder
(Dolby Digital-Logo siehe oben). Beim Kauf würden wir auf jeden
Fall zu einem Receiver
oder Verstärker mit Dolby
Digital- und DTS-Decoder raten, da das Angebot an DTS-Software
inzwischen beträchtlich ist (DTS-Logo siehe unten).

Dolby Digital und DTS (siehe dazu auch unser Special Dolby
Digital) sind zwei miteinander konkurrierende Ton-Komprimierungsverfahren.
Der ursprünglich im PCM-Format vorliegende Mehrkanal-Ton muss komprimiert
werden, damit die Tonspur (in den meisten Fällen sogar mehrere Mehrkanal-Tonspuren,
z.B. Deutsch und Englisch 5.1, zusätzlich vielleicht noch Französich
Dolby Digital 2.0) zusätzlich zu den Bildinformationen noch auf
eine DVD passt. Trotz des großen Speicherplatzes, den eine DVD-9
(DVD mit zwei Layern, die heutzutage in den meisten Fällen für einen
Spielfilm verwendet wird) bereitstellt, müssen Bild und Ton komprimiert
werden. Das Besondere an Dolby Digital und DTS: Im Gegensatz zum
matrixbasierten Dolby
Pro Logic liegen hier diskrete Kanäle vor, genauer gesagt fünf
Vollfrequenzkanäle (Front links/rechts, Center, Surround links/rechts)
und ein frequenzlimitierter Kanal für die tieffrequente Effektwiedergabe
- daher ergibt sich die Bezeichung 5.1 für das Kanalschema. Dass
DTS-Tonspuren den Dolby Digital-Pendants grundsätzlich aufgrund
der höheren Tondatenrate überlegen sind, ist so nicht richtig -
vielmehr gibt es je nach DVD Unterschiede.
"Surround-Aufpolierer"
Dolby ProLogic 2
Dolby
Pro Logic 2 ist, genauso wie der Vorgänger Pro Logic, ein matrixbasiertes
Decodingverfahren. Ein Hauptunterschied zwischen Pro Logic und Pro
Logic 2 liegt zunächst einmal darin, dass bei Pro Logic die Bandbreite
der Surroundkanäle auf 7 kHz limitiert war, PL 2 arbeitet hier ohne
eine Limitierung, was eine transparentere, klarere und weniger mittenbetonte
Darstellung der Surround-Klangkulisse ermöglicht. So bietet Pro
Logic II einen sowohl im Bass- als auch Höhenbereich einen authentischeren
Klang, Zweiter wichtiger Unterschied: Während Pro Logic bei
der Wiedergabe von Musik in Surround nur äußerst unbefriedigende
Resultate erzielte, da auf den Surround-Kanälen nur ein Mono-Signal
wiedergegeben wurde und sich das System damit eigentlich nur der
Einsatz beim Anhören von Filmmaterial empfahl, geht PL 2 einen Schritt
weiter: Dolby Pro Logic II ermöglicht auch auf den Surround-Kanälen
Stereo-Wiedergabe und ermöglicht damit einen Klangeindruck, der
annähernd an das herankommt, was man von echtem 5.1-Ton kennt. Zudem
besteht bei Pro Logic 2 die Möglichkeit zwischen zwei Betriebsarten,
die gezielt für die Wiedergabe von Musik oder Film gedacht sind,
daher heißen die Modi "Music" und "Movie". Bei
der "Music"-Betriebsart sind zwei unterschiedliche Varianten
zu unterscheiden: Die "Light"-Version bringt keinerlei
Einstellmöglichkeiten im Music Mode mit, hier sind alle Werte somit
unveränderliche Fixwerte. Bei der Vollversion von Dolby Pro Logic
2 Music gibt es hingegen verschiedene Einstellmöglichkeiten im Music
Mode: Die Dimension Control, die die Balance zwischen Front- und
Surround-Klangkulisse regelt, die Center Width Control, die die
Balance zwischen dem Center und den Frontlautsprechern regelt und
den "Panorama Mode", der ein weiträumigeres Klangbild
erzeugen soll. Je nach Art der Software, der Raumakustik, des Lautsprecherequipments
und des persönlichen Geschmacks können diese Einstellmöglichkeiten
durchaus von Nutzen sein. Inzwischen haben nur noch reine Dolby
Digital/DTS 5.1 AV-Receiver und ältere 6.1- oder 7.1-Modelle Dolby
Pro Logic 2 an Bord. Die aktuelle Generation verfügt über Dolby
Pro Logic 2x.
Dolby Pro Logic 2x
Mit Dolby Pro Logic 2 haben die Dolby-Entwickler vor einiger Zeit einen Surround-Aufpolierer
entwickelt, der inzwischen aus praktisch allen gängigen AV-Verstärkern,
AV-Receivern und Heimkino-Komplettlösungen nicht mehr wegzudenken
ist. Mit den zwei Programmen für die Musik-Aufbereitung und für
die Aufbereitung von Filmton-Material ist PLII sehr gut für ein
ansprechendes Surround-Erlebnis auch bei Stereo-CDs oder bei Dolby
Pro Logic-codiertem Quellmaterial geeignet. Nach dem durchschlagenen
Erfolg von Pro Logic II gibt es nun wiederum eine Weiterentwicklung,
die auf den Namen Dolby Pro Logic IIx hört. Dolby Pro Logic
IIx weitet Stereo- und 5.1-Quellmaterial auf 6.1 und 7.1 Kanäle
aus. Auf Wiedergabesystemen mit vier Surroundlautsprechern soll
PL IIx einen natürlicheren,
raumfüllenderen und dichteren Klang ermöglichen. Die Anwendungsmöglichkeiten
für Dolby PLII x sind vielfältig, jedes Quellmaterial von reinem
Stereo bis zu Dolby Digital 5.1 EX wird, so Dolby, wirkungsvoll
aufpoliert. Wie bereits bei Dolby Pro Logic II, bietet auch PL
IIx zwei Betriebsarten - den Music Mode und den Movie Mode,
je nach dem, ob Musik- oder Filmmaterial decodiert werden soll.
Dolby PL IIx ermöglicht auch die Aufpolierung von 192 kHz/24-Bit-Quellen
und von 96 kHz/24-Bit-Quellen. Damit ergeben sich erweiterte Einsatzmöglichkeiten,
denn wenn der DVD-Player mittels einer digitalen Highspeed-Verbindung
mit dem Prozessor im AV-Verstärker oder AV-Receiver verbunden ist
und der Verstärker/Receiver über ein entsprechendes DSP und ein
Bassmanagement verfügt, kann die PL IIx-Nachbearbeitung auch bei
DVD Audio- oder SACD-Quellen angewendet werden. Neu bei PL IIx ist
ein optionaler Game Mode, der die besonders einschlagenden niederfrequenten
Surroundeffekte auf den Subwoofer des Multichannel-Systems umleitet.
Im Music Mode, der laut Dolby-Informationen den Klang gleichmäßig
unter allen Surroundlautsprecher aufteilt und so besonders nützlich
bei ursprünglich in Stereo aufgenommenen Quellen ist, bleiben die
drei bereits bekannten Einstellmöglichkeiten erhalten:
- Dolby Dimension Control: Der Benutzer kann das Klangfeld in Bezug auf die
Rear-Lautsprecher und die Frontlautsprecher einstellen und die Balance
stufenlos von vorne nach hinten verschieben.
- Dolby Center Width Control: Der Modus für den Center-Lautsprecher kann zwischen
dem schon bekannten „Phantom Mode“, wo die Tonwiedergabe bei den
Frontlautsprechern nur über den rechten und linken Hauptlautsprecher
erfolgt, und einer Schaltung, bei der vorne ausschließlich der
Center läuft, stufenlos variiert werden. Auf diesem Wege lässt
sich der bei der Musikwiedergabe häufig als störend empfundene
Center-Kanal ausblenden.
- Dolby Panorama Mode: Soll bei der Wiedergabe von Musik ein weiträumiges
Klangfeld schaffen. In der Praxis zeigten sich bei vielen Musikarten nicht
allzu bahnbrechende Veränderungen. Bei sehr guten Aufnahmen konnte der
"Panorama Mode" ein luftigeres, weitläufigeres Klangbild
vermitteln, ohne die musikalische Präzision zu sehr leiden zu lassen.

Klingt ausgezeichnet im Pro Logic 2x-Movie-Modus:
Der Denon AVR-4306
Eine volle DD 7.1 EX-Funktionalität bringt Dolby
Pro Logic IIx im Movie Mode mit. Wird dieser für die 6.1 Wiedergabe
verwendet, erzeugt das System, wie üblich beim Dolby Dolby Digital
5.1 EX Decoding, bei der Reproduktion des Back Surround-Lautsprecherkanals
auf Dolby Digital 5.1 EX-Tonspuren als ein einzelnes Monosignal.
Um alle Vorteile von Dolby Pro Logic IIx auszukosten, empfiehlt
Dolby jedoch ein 7.1 System, das ein weiteres, umfassenderes Raumgefühl
bereit stellt und das Problem der "Hot Spots", die direkt
hinter dem Hörer auftreten, aufgrund der Beschallung mit zwei Lautsprechern
nicht mitbringt. Im Gegensatz zu DD 5.1 EX oder den DTS ES Varianten
ist Dolby Pro Logic IIx ein richtiges 7.1 System und nicht nur ein
6.1 System, welches nur dadurch auf 7.1 "aufgebohrt" wird, dass
beide Back Surround-LS das identische Signal angeliefert bekommen.
Insgesamt bietet Dolby
Pro Logic 2x mit seiner aufwändigen Arbeitsweise ein beachtliches
Niveau - ganz gleich, ob Film- oder Musikmaterial aufbereitet werden
soll, das Ergebnis mit straffer, kräftiger Basswiedergabe, einem
wohl strukturierten Präsenztonbereich und einem erstaunlich klaren
Klang im oberen Teil des Frequenzspektrums sorgen für viel Hörspass.
Im Vergleich zum Vorgänger PL2 ist die Tiefenstaffelung auch der
Front-Klangkulisse deutlich besser geworden, das Surround-Soundfeld
bietet mehr Dichte und mehr Authentizität. Insgesamt ein wertvolles
Feature, nur bei manchen Jazz- und Klassikstücken wirkt DTS Neo:6
noch luftiger - aber Vorsicht: Während Neo:6 in akustisch sehr lebendigen
Räumen zu viel Hall produziert, ist PL2x
ein echtes Allroundtalent und praktisch in jedem Hörraum nutzbar. Wer
sich einen AV-Receiver zulegt, sollte aber stets beide konkurrierenden
Surround-Aufpolierer gegeneinander hören, um das optimale Ergebnis
für Quellmaterial, restliches Equipment, Hörraum und eigenen Geschmack
zu erzielen.
DTS Neo:6
DTS Neo:6 ist das älteste der hier vorgestellten Systeme. Aufgabe
ist auch hier, herkömmliche Zweikanal- oder Surroundsignale mittels
eines speziellen Decoders, der auch bei der DTS ES 6.1 Matrix-Schaltung
Verwendung findet, auf bis zu 6.1 Kanäle aufzupolieren. Eine genaue
Eingangssignal-Kennung und die Matrix in Kombination erlauben für
alle 6.1-Kanäle eine Reproduktion des gesamten, von 20 Hz bis über
20 kHz reichenden Frequenzspektrums. Auch soll eine sehr gute Kanaltrennung
möglich sein, DTS spricht vom selben Pegel wie dem beim digitalen
diskreten System. Damit Neo:6 auch optimal angewendet werden kann,
gibt es auch hier zwei Betriebsarten: Kino und Musik. im Musik-Modus
werden die beiden Front links/rechts Kanäle direkt wiedergegeben
und umlaufen die Decoderschaltung. Dadurch entsteht kein Qualitätsverlust
beim Klang. Der vom Center- und von den Surroundkanälen ausgegebene
Effekt soll dann das Klangfeld effektiv räumlich weiten. In der
Praxis zeigt sich, dass man mit Neo:6 bei einigen CDs (Musik-Modus)
und auch bei verschiedenen DVDs (Kino-Modus) noch ordentliche Resultate
erzielen kann - besonders der Bassdruck ist, je nach Raumakustik,
verwendetem AV-Receiver
/ -Verstärker und Software, noch immer sehr brauchbar, und,
je nach Quellmaterial, der Hochtonbereich wirkt luftig und gut gestuft.
Besonders Neo:6 Music ist voll auf der Höhe der Zeit, während Neo:6
Cinema meist den kürzeren im Vergleich mit Dolby PLII Movie zieht. .
Circle Surround 2
In verschiedenen AV-Receivern, z.B. von Marantz
und Kenwood,
wird der Surround-Aufpolierer Circle Surround 2 mit dem Bassverstärker
TruBass eingesetzt. Ebenfalls gibt es auch bei Circle Surround 2
verschiedene Betriebsarten: Für Musik, für Filme und für eine akustische
optimierte Mono-Wiedergabe. Die Intensität der TruBass-Bassverstärkung
kann im Menü des jeweiligen AV-Receivers eingestellt werden. Bei
vernünftiger Einstellung sind in Bezug auf die Bassperformance tatsächlich
Unterschiede herauszuhören, wie sich beispielsweise im Test des
Marantz SR-9600 herausstellt.
je nach dem Umfang der Integration bietet CS 2 verschiedene Einstellmöglichkeiten:
Bei der "Center Focus" Einstellmöglichkeit handelt es sich um die
Funktion, die unter dem Namen "Center Width Control" bei Dolby PLII
Music anwählbar ist. Man kann den Wirkungsbereich des Centers von
"Off" (nur Signalausgabe über die Haupt-Lautsprecher) bis zu "+
10" einstellen. Mittels "Rear Delay" kann die Delayzeit für die
Surround-Lautsprecher zwischen 0 und 25 ms variiert werden. Bei
CS II "Gain" kann der Eingangspegel in einem Einstellbereich zwischen
0 und 18 angehoben werden.

Mit Circle Surround 2: Marantz
SR-9600
Akustisch sind die Leistungen von CS 2, je nach Integration, als
befriedigend bis sehr gut einzustufen. Während beim Test:
Marantz SR-4300 die Ergebnisse befriedigend sind, werden z.B.
beim Marantz SR-9600 (oben
im Bild) sehr gute Ergebnisse erzielt. Wer einen Receiver
ins Auge gefasst hat, der sowohl über PL 2 als auch über CS 2 verfügt,
sollte sich freuen - denn je nach Software und Hörgeschmack kann
mal der eine, mal der andere Surround-Aufpolierer bessere Ergebnisse
erzielen. Bei CS 2 ist es, je nach AV-Receiver,
möglich, dass der eine oder die beiden Back Surround-Lautsprecher
auch mit eingebunden werden. Somit wird ein weitläufigerer und dichter
Surround-Klangeindruck ermöglicht.
Logic 7
Eine Entwicklung der Firma Lexicon, die zu Harman International
gehört. Daher wird Logic 7 auch in den verschiedenen Receiver-Modellen
der Harman-Kardon-Produktpalette eingesetzt. Eine besonders aufwändige
Version findet sich im unten abgebildeten Harman-Kardon
AVR-745.

In der 7.1 Konfiguration laufen alle 7 Lautsprecher und der aktive
Subwoofer mit. Schade nur, dass im
Musikeinsatz eine Einstellmöglichkeit für die Center/Frontlautsprecher-Balance
fehlt. Im Musikbetrieb soll die Klangbühne verbreitert werden, die
Räumlichkeit steigt durch ein natürlich klingendes Surround-Klangfeld
und eine präzise, druckvolle Basswiedergabe sorgt für ein entsprechendes
tieffrequentes Fundament. Unsere Klangtestreihen bewiesen, dass
dies nicht nur leere Worte sind - Logic 7 ist selbst bei klassischer
Musik oder bei Jazzmusik ein angenehmer Partner und agiert etwas
zurückhaltender als CS 2 und auch als PL 2, dafür aber detailreicher,
natürlicher und präziser. Sehr wichtig: Wer Logic 7 effektiv einsetzen
möchte, sollte sich einen qualitativ hochwertigen Center anschaffen.
Für die Liebhaber eines besonders kräftigen Basses hält Harman-Kardon
den Logic 7 Enhanced Mode, primär geeignet für die Musikwiedergabe,
bereit. Eine breitere und tiefere Darstellung mit Bassdruck von
allen Seiten sind hier die akustisch kennzeichnenden Merkmale. Es
die tiefen Frequenzen zwischen 40 und 120 Hz werden nicht nur dem
Subwoofer, sondern auch den Haupt-
und den Surroundlautsprechern (die dann, um einen Effekt zu erzielen,
entsprechend gut für die akkurate Basswiedergabe gerüstet sein müssen)
zugeführt. In unseren Test-Reihen erzielte Logic 7 Extended (nur
in 5.1-Lautsprecherkonfiguration einzusetzen) gerade bei bass- und
effektstarker Musik sehr gute Ergebnisse - Voraussetzung sind aber
großvolumige, basskräftige Lautsprecher. Wie bei den Konkurrenzprodukten
bietet auch Logic 7 einen Cinema-Modus. Dieser soll eine bessere
Verständlichkeit des Centerkanals, eine detailreiche Surround-Klangkulisse,
eine gelungene Einarbeitung der aktiven Subwoofer
und eine besonders gute Ortbarkeit. Mit seiner natürlichen, breiten
und angenehmen Gesamtakustik, die mit einer erstaunlichen Feinmodellierung
einher geht, bewies Logic 7 Cinema in unseren Test mit vielen Harman-Modellen
große Talente.
Harman Kardon Logic 7-Testübersicht (Auswahl):
Mehr zu den Surround-Aufpolierern finden Sie in unserem Special
Dolby
Surround, Dolby Pro Logic II, DTS Neo:6 ...
Extended Surround
Wem es wichtig ist, einen klanglich dichten, räumlich weiten und
voluminösen Surround-Bereich realisieren zu können, kann sich freuen
- denn ein Großteil der AV-Receiver
und AV-Verstärker auf dem Markt
bringt inzwischen 6 oder oft sogar 7 Endstufen mit. Kenwood hat
mit dem Kenwood KRF-V7090
einen AV-Receiver mit vollen sieben Endstufen neu im Programm. Sehr
klangstark präsentiert sich auch der Onkyo
TX-SR504E. Bis auf die vielen Endstufen muss gerade der anspruchsvollere
Anwender jedoch auf einige Ausstattungsdetails verzichten. Wer noch
weniger ausgeben, aber auf 7.1 nicht verzichten möchte, hat auch
noch eine Option: Einfach den alten Stereoverstärker für die Back
Surround-Beschallung einsetzen oder sich für wenige Euros einen
Stereoverstärker auf ebay ersteigern - dann braucht man nur noch
den Kenwood KRF-V5100D für
ca. 250,00€ der bereits PLIIx sowie DTS ES und Dolby Digital
5.1 EX mitbringt. Der zusätzliche Verstärker wird einfach über die
Vorverstärkerausgänge des Kenwood
KRF-V5100D angesteuert.

Der Kenwood KRF-V5100D
mit EX/ES-Decoding

Klangstark und chic: der Siebenkanal-AV-Receiver
Onkyo TX-SR504E
Wer hervorragende EX-Receiver sucht, die auch in größeren Hörräumen
eine gute Figur abgeben, muss auch nicht mehr sündhaft viel investieren.
So ist der Denon AVR-2307
eine ausgezeichnete Offerte mit sauberem, kraftvollem Sound und
tadelloser Ausstattung. Auch die hervorragende Verarbeitungsqualität
spricht für den Denon AVR
2307. Sein nachdrücklicher Antritt und seine hohen Heimkinoqualitäten
sprechen für den THX Select II lizensierten
Kenwood KRF-X9090D, der zudem mit seiner edlen Optik zu gefallen
weiß. Für ungefähr 1.000,00€ ist der mitreißend und klar
klingende, zeitlos-elegant gestaltete Onkyo
TX-SR804E eine besonders gute Wahl. Berücksichtigt man das Preis-/Leistungsverhältnis,
ist der Yamaha RX-V2700 für
etwa 1.550,00€ einer der besten AV-Receiver
überhaupt. Er ist voll ausgestattet und bietet neben einer erstklassigen
DSP-Sektion auch eine herausragende Video-Abteilung mit Scaler und
De-Interlacer.

Top in allen Disziplinen: Der
Denon AVR-2307

Schicke Optik, kraftvoller Sound, THX Select II
Lizenz: Der Kenwood KRF-X9090D

Klingt schön, ist schön und bleibt finanzierbar:
Der Onkyo TX-SR804E

Verweist die Konkurrenz auf die Plätze: Viel Ausstattung
und Qualität beim Yamaha RX-V2700
Etabliert haben sich die folgenden Formate: Dolby Digital 5.1 EX,
THX
Surround EX (in 7.1.-Lautsprecherkonfiguration) und DTS ES Matrix/Discrete
6.1. Wer sich für ein älteren Verstärker- oder Receiver-Modell
mit EX-Decoding interessiert, muss sich genau mit den Extended Surround-Tonformaten
auseinander setzen, denn in der Extended Surround-Anfangsphase gab
es ein nicht unbeträchtliches Durcheinander verschiedener Bezeichnungen
- in der folgenden Übersicht haben wir alles Wissenswerte in Kurzform
zusammengetragen.
Die unterschiedlichen
EX- und ES-Formate
- DTS ES Compatible 6.1: Hier
kann der jeweilige Hersteller eine eigene Matrixlösung für die
Wiedergabe des Back Surround Kanals bei DTS ES Software ins Gerät
integrieren. Nicht die "offizielle" DTS-Matrix. Daher tragen diese
Geräte auch nicht das DTS ES-Logo auf der Frontplatte, der Hersteller
darf aber sagen, dass der Receiver
kompatibel ist zur Wiedergabe von DTS ES-Software (NUR Matrixwiedergabe!).
Nur noch bei älteren Geräten zu finden, daher nur noch für Second
Hand-Käufer von Belang.

- DTS ES Matrix 6.1: Back Surround
Kanal wird mittels einer weiter entwickelten Matrix erzeugt, so
wie sie auch beim Aufpolierer Neo:6 eingesetzt wird. Nur ein Back
Surround-Lautsprecher Pflicht, Back Surround Kanal kein Vollfrequenzkanal.
- DTS ES Discrete 6.1: Back
Surround Kanal wird diskret erzeugt. Vollfrequenzkanal, Spektrum
von 20 Hz bis 20 kHz. Nur ein Back Surround-Lautsprecher Pflicht.
Für DTS ES Discrete/Matrix 6.1-Decoder gibt es das oben zu sehende
Logo. Beide Systeme sind inzwischen nur im Verbund erhältlich,
d.h. es kann sowohl DTS ES Discrete als auch DTS ES Matrix 6.1
decodiert werden.

- Dolby Digital 5.1 EX. Matrixbasiertes
System, Back Surround Kanal kein Vollfrequenzkanal. Seit einiger
Zeit gibt es nun auch ein offizielles DD 5.1 EX-Logo, welches
auf dem AV-Verstärker
oder AV-Receiver
angebracht wird, die eine von Dolby offiziell lizenzierte Matrix
mitbringen. Nur ein Back Surround-Lautsprecher Pflicht. Erkennbar
im nebenstehenden Logo . Zur Wiedergabe von Dolby Digital EX-codiertem
Material geeignet. Hersteller verwendet eigene, nicht offiziell
lizenzierte Matrix zur Decodierung von DD 5.1-EX-Material. Dies
wurde vor allem vor der Zeit von der offiziellen DD 5.1 EX Norm
so gehandhabt. Nur ein Back Surround-Lautsprecher Pflicht. Inzwischen
gibt es schon seit geraumer Zeit keine aktuellen AV-Verstärker/-Receiver
mehr, auf die dieses zutrifft. Nur ältere Modelle, die man eher
Second Hand als neu erwerben kann, sind davon betroffen.
- THX Surround EX. THX-Variante
von Dolby Digital EX. Diese Norm mit voller THX-Nachbearbeitung
gab es zunächst, da THX für Dolby den Heimkino-Consumer-Markt
bediente. Funktioniert mit 2 Back Surround-Lautsprechern, die
allerdings das gleiche Signal bekommen. In der ursprünglichen
Form auf DD 5.1 EX-Basis: Back Surround Kanal kein Vollfrequenzkanal.
Im Zuge des neuen THX Ultra II brachte THX jedoch (siehe hier
im Test weiter unten) eine weitere Neuerung mit ein: Nun wird
auch der diskrete zusätzliche Back Surround Kanal von DTS ES Discrete
6.1 einer Nachbearbeitung unterzogen.
Bevor man sich jedoch "blind" dafür entscheidet, gleich ein 6.1-
oder ein 71-System aufzubauen, sollte man sich eine EX-Anlage auf
jeden Fall in Natura anhören und sich auch mit den räumlichen Bedingungen
im eigenen Hörraum auseinander setzen. Ebenfalls muss der ins Auge
gefasste Receiver
genau im Hinblick auf die technischen Spezifikationen untersucht
werden.
Wichtig bei den Überlegungen im Zusammenhang mit einer Extended
Surround-geeigneten Anlage:
- Hat man Interesse, ein Heimkino mit zusätzlichen Back Surround
Lautsprechern zu errichten, ist es von großem Vorteil, sich zuerst
über die Aufstellmöglichkeiten der zusätzlichen Lautsprecher zu
informieren. Als Informationsquelle dienen dabei die Webseiten
von Dolby
und THX, wo
die optimalen Bedingungen aufgeführt werden. Besonders interessant
sind dabei die Möglichkeiten, die THX Ultra II bietet, da eine
7.1-Lautsprecher-Installation wirkungsvoll nicht nur für den Film-
sondern auch für den Musikbetrieb genutzt werden kann.
- Auf jeden Fall genau überprüfen, wie viele Endstufen im Verstärker
oder Receiver
eingebaut sind. Verschiedene Modelle (vor allem ältere oder sehr
preisgünstige) verfügen lediglich über fünf eingebaute Endstufen.
Um Extended Surround realisieren zu können, muss also noch entweder
eine Zweikanal-Endstufe oder ein Stereo-Verstärker her. Diese
zusätzliche Endstufe wird über die dafür vorgesehenen Vorverstärker-Ausgänge
(Pre-Outs) an der Rückseite der AV-Verstärker
/ -Receiver
angeschlossen. Hier sollte, wenn man bei einem günstigeren Gerät
an den Aufbau eines 7.1-Systems denkt, unbedingt überprüft werden,
ob ein 7.1-Decoding möglich ist und ob die für die Anschlüsse
nötigen Pre-Outs auch mitgeliefert werden.
- Wir raten, wenn es Extended Surround sein soll, zu einem kompletten
7.1-System. Mit einem 7.1-System erreicht man im Vergleich zu
einem 6.1-System hörbar bessere Werte in Bezug auf die räumliche
Dichte und das Volumen der Darbietung, auch hat ein 7.1-System
die bessere psychoakustische Effektortung als Vorteil gegenüber
einem 6.1-LS-Aufbau. Beide Back Surround Lautsprecher geben das
identische Signal (außer bei PLIIx als "richtiges" 7.1 System)
wieder. Wer häufiger mit mehreren Gästen Filme anschaut: Auch
hier sind 2 Back Surround-Boxen besser geeignet, damit die Effektwiedergabe
auch für denjenigen, der ungünstig und nicht genau zentral sitzt,
in den Punkten Ortbarkeit und Präzision noch gut ist. Wichtig:
verschiedene AV-Receiver und -Verstärker verfügen über die Möglichkeit,
PLIIx im Back Surround-Bereich auch auf das DTS-Decoding anzuwenden.
Vorteil: Auch bei DTS-codierten Tonspuren ist echtes 7.1 möglich
- Für schlichtere Einsatzzwecke in kleineren Hörräumen kann ein
6.1-System ausreichen. Daher raten wir, vor dem Kauf beide Systemarten
bei einer Hörprobe genauer unter die Lupe zu nehmen, um sich dann
zu entscheiden.
- Wenn man Probe hört, sollte man sich anschließend auch über
die Bestückung entweder mit Dipolen oder Direktstrahlern für den
Back Surround Bereich im Klaren sein. Gerade bei räumlich kritischen
Bedingungen sollte man sich genau die Aufstellung der einzelnen
Lautsprecher überlegen.
- Auf jeden Fall sollten die Lautsprecher, die für die Back Surround-Beschallung
ausgewählt werden, aus der gleichen Produktfamilie wie der Rest
der Boxen stammen.
- Wichtig ist, die Back Surround-Lautsprecher in exakt der identischen
Höhe wie die Surround-Lautsprecher zu positionieren. Ansonsten
ist ein nahtloses, in sich schlüssiges Klangbild nicht möglich
- Mindestens 1,5 Meter Abstand sollten zwischen Hörer und Back
Surround-Lautsprechern eingehalten werden. Ist dies nicht möglich
und können die Back Surround-LS nur in unmittelbarer Nähe vom
Ohr des Hörers aufgestellt werden, raten wir von einer 7.1-Installation
ab.
Fazit: Bei einem sorgfältigen Aufbau
ist eine 7.1-Anlage eine echte klangliche Verbesserung. Wer hingegen
nicht die richtigen räumlichen Bedingungen im heimischen Hörraum
vorfindet und eine Extended Surround-Lösung nicht normgemäß installieren
kann, sollte lieber von einem Einbau absehen, da eine schlecht aufgestellte
7.1-Konfiguration schlechter klingt als eine ordentlich aufgestellte
5.1-Anlage. Wer noch nicht die nötigen räumlichen Voraussetzungen
für den Back Surround-Einsatz hat, in absehbarer Zeit aber einen
anderen Hörraum nutzen wird bzw. den bestehenden Hörraum für den
akkuraten Aufbau einer EX-Lösung optimieren möchte, kann sich ruhig
einen EX-AV-Receiver/-Verstärker anschaffen - das Angebot ist sowieso
erdrückend, und wer kein absolutes Einsteigermodell oder eine ältere
Komponente wählt, wird ohnehin nicht an einem Extended Surround-Gerät
vorbeikommen. Gerade teurere Modelle bieten jedoch einen Vorteil,
wenn man lediglich eine 5.1 Lösung nutzen möchte: Anstatt arbeitslos
im Gehäuse "herumzulümmeln", kann man die beiden Back Surround Endstufen
für die Beschallung einer 2. Hörzone oder für Front Bi-Amping nutzen.
Bei letzterer Alternative werden Hoch-/Mitteltöner und Tieftöner
der Frontlautsprecher jeweils von einer eigenen Endstufe angesteuert.
Wichtig: Bei den LS die Verbindungsklemmen hinten am Bi-Amping-geeigneten
Anschlussterminal unbedingt entfernen.
AV-Receiver und ihre Stereo-Tauglichkeit
Möchte man sich einen AV-Verstärker
/ -Receiver
anschaffen und soll das Gerät auch noch zu einem nicht unbeträchtlichen
Anteil für die Wiedergabe von Musik in Stereo verwendet werden,
so ist zu beachten: Gerade die günstigeren Geräte bis etwa 1.000,00
EUR sind stark auf Heimkinoklang hin optimiert. Nicht selten stellen
enttäuschte Neubesitzer fest, dass ihr 15 Jahre alter Stereoverstärker
im Stereobetrieb besser klingt als der nagelneue Heimkino-Receiver.
Dies ist keine Seltenheit, denn die Prioritäten bei der Entwicklung
sind anderes gesetzt. Es ist zwar der erfreuliche Trend zu beobachten,
dass selbst recht günstig zu erwerbende AV-Receiver
inzwischen brauchbar im Stereoeinsatz klingen, doch wer gern hochklassig
Musik in Stereo hören möchte, sollte besser verschiedene Alternativen
ins Auge fassen:
- Zu einem teureren Gerät greifen. Ab ca. 1.000,00€ gibt
es Receiver, die auch im Stereobetrieb erfreulich gut klingen.
Gerade in letzter Zeit scheint man diesem Thema verstärkt Aufmerksamkeit
zukommen zu lassen, es gibt verschiedene AV-Verstärker und -Receiver,
die im Stereobetrieb mit guten Leistungen punkten können. Das
Niveau sehr guter Stereoverstärker oder gar exzellenter Stereo-Vor-/Endstufenkombinationen
wird aber auch hier nicht erreicht. Gerade in den Punkten räumliche
Abbildung, Präzision und Detaileinarbeitung wünschen sich sehr
anspruchsvolle Stereohörer unter Umständen noch mehr. Nur sehr
wenige AV-Verstärker
oder -Receiver, vornehmlich der
Bolidenklasse, bieten eine Stereo-Klanggüte, die auch dem anspruchsvollen
Hörer ausreicht. Als Beispiele für eine überragende Stereoreproduktion
wären hier z.B. der Harman-Kardon AVR-7300, der Yamaha DSP-Z9,
der Marantz SR-12S1 (unten im Bild), sowie der erstklassig aufspielende
Onkyo TX-NR5000E zu nennen.
Hier muss sich der Käufer aber zuvor die Frage stellen, ob er
auch die umfangreichen Surround-Features und die üppige Endstufen-Bestückung
des AV-Boliden benötigt. Nur aus Gründen der besseren Stereowiedergabe
einen sehr teuren AV-Receiver oder -Verstärker zu kaufen, ist
kein lohnendes Unterfangen. Für diejenigen, die bezüglich der
Surroundqualitäten normale und bezüglich der Stereoqualitäten
sehr hohe Anforderungen stellen, sollten sich lieber mit unserer
Variante 2, die nun beschrieben wird, auseinander setzen.
Klingt warm, präzise und detailliert im Stereobetrieb:
Der Marantz SR-12S1

Stereo-Genie: Der Onkyo
TX-NR5000E
- Einen günstigeren Receiver
kaufen und den bisherigen Stereo-Verstärker weiter betreiben.
Wichtig: Sich zu dem günstigen AV-Receiver ein komplettes (vielleicht
Subwoofer-/Satellitensystem,
wenn man darüber vorwiegend Filmton genießen möchte - es gibt
inzwischen auch zu günstigen Kursen sehr gute Angebote) Lautsprecherset
kaufen, um ein stimmiges Klangerlebnis zu realisieren. Die bislang
benutzten Stereo-Lautsprecher mit einer preisgünstigen und im
schlimmsten Falle klanglich gar nicht passenden Surround-Erweiterung
zu versehen, bringt im Surround-Einsatz nur unbefriedigende Ergebnisse
und ist daher nicht zu empfehlen, da die akustische Homogenität
und die Dynamik der Surround-Klangkulisse nicht selten unterdurchschnittlich
ausfällt.
- In einigen Fällen hilft auch eine zusätzliche Zweikanal-Endstufe
für den Stereobetrieb. In diesem Fall wird die zusätzliche Endstufe
über die Pre-Outs für die Frontkanäle angeschlossen. Die Folge:
Anstatt der im Receiver / Verstärker
eingebauten Endstufen für die beiden Hauptlautsprecher läuft die
höherwertige, externe Endstufe. Doch Vorsicht. Die im AV-Receiver
verbaute Vorstufe hat einen beträchtlichen Anteil an der Güte
des Klangs. Mit anderen Worten: Ist die Vorstufe des AV-Receivers
für eine hochqualitative Stereo-Wiedergabe nicht geeignet, hilft
die beste externe Endstufe nichts. Daher bringt diese Erweiterung
in erster Linie bei AV-Receivern/-Verstärkern der gehobenen Preisklassen
eine echte Klangverbesserung. Bei der Endstufe sollte dann allerdings
auch auf ein qualitativ anspruchsvolles Modell zurückgegriffen
werden, die auch bezüglich der Dauerbelastung und der Gesamtleistungsdaten
Garant für eine exzellente Stereo-Performance ist. Eine Alternative
zu Endstufen sind hochwertige Aktivlautsprecher (Lautsprecher
mit eingebauten Endstufen), die ebenfalls hohen akustischen Ansprüchen
gerecht werden können .
Unser Fazit: Wer große Ansprüche
an den Stereoklang stellt und in Bezug auf die Mehrkanal-Fähigkeiten
mit einem normalen Leistungsprofil legt, ist mit zwei getrennten
Anlagen - einer für den Stereobetrieb und einer preisgünstigeren
für den Surroundeinsatz - am besten bedient. Natürlich müssen die
Räumlichkeiten für zwei Anlagen vorhanden sein. Wer Höchstleistungen
im Mehrkanal-Betrieb mit sehr guten Ergebnissen im Stereoeinsatz
verbinden möchte, schafft sich am besten einen AV-Verstärker
oder AV-Receiver der Bolidenklasse
an. Zwar gibt man dann viel Geld aus, die hohe Investition amortisiert
sich aber, wenn man das edle Gerät a) für Stereo und Surround gleichermaßen
nutzen kann und b) die Maschine über mehrere Jahre einsetzt und
nicht dauernd upgradet. Wer externe Endstufen anschließen möchte,
um den Höreindruck zu verbessern, sollte sich vor der Anschaffung
teurer Endstufen oder teurer Aktivlautsprecher über die Güte der
im Verstärker oder Receiver integrierten Vorstufe
im Klaren sein. Unter Umständen ist dann die zusätzliche Anschaffung
einer hochwertigen Vorstufe, vielleicht auch gebraucht, der bessere
Weg.
AV-Receiver / -Verstärker
und die passenden Lautsprecher
Elementar wichtig: Die Abstimmung der am Receiver bzw. Verstärker
angeschlossenen Lautsprecher.
Denn wer beispielsweise ausgewachsene und leistungsstarke Frontboxen
wie die "klassischen" Infinity Kappas (nicht die "New Kappa" der
aktuellen Baureihe) oder große Canton Ergo RC-L an seinem AV-Verstärker
/ -Receiver ohne zusätzlichen aktiven
Subwoofer betreiben möchte, braucht
ein Gerät, das mit den hohen Anforderungen, die die Lautsprecher
an den Verstärker oder Receiver stellen, auch zurechtkommt. Selbst
teure AV-Verstärker
haben beispielsweise mit extrem "leistungshungrigen" Lautsprechern,
die größte Anforderungen an die Potenz des Verstärkers stellen,
Probleme. Hier hilft dann nur: Mittels einer hochwertigen externen
Endstufe, für die große Stromstärken und niederohmige Lautsprecher
keine Schwierigkeit darstellen, für die Frontkanäle aufrüsten. Auch
wichtig: Es sollte kein sehr potenter Verstärker / Receiver beispielsweise
an ein billiges Sub/Sat-System angeschlossen werden. Es sind immer
die Relationen zu beachten: Eine 2.000,00 EUR-Standbox an einem
350,00 EUR-AV-Receiver macht ebenso wenig Sinn wie ein 250,00 EUR
Sub/Sat-System an einem 1500,00 EUR-AV-Receiver. Wer Lautsprecher
und AV-Receiver als Auslaufmodell ersteht, sollte sich immer mit
den ursprünglichen Preisklassen auseinander setzen, zu denen die
Geräte einmal gehörten, und dann passend kombinieren. Beispiel:
Der AV-Receiver, der von 600,00
auf 500,00 EUR herabgesetzt wurde, kombiniert mit sehr großen und
leistungsmäßig anspruchsvollen Hauptlautsprechern, die von 1500,00
EUR / Stück auf den Schnäppchenpreis von 600,00 EUR herabgesetzt
wurden, stellt kein optimales "Team" dar. Viele Käufer denken dann
auch, bei entsprechend großvolumigen Lautsprechern benötige man
dann keinen aktiven Subwoofer mehr,
da die Boxen problemlos bis 30 oder 40 Hz heruntergehen können.
Dies führt in der Praxis dann zu herben klanglichen Enttäuschungen,
da der relativ kleine AV-Receiver an den überdimensionierten Boxen,
zudem noch ohne die Unterstützung durch einen aktiven Basslautsprecher,
keine überzeugenden Leistungen erbringen kann: Gerade der Bassbereich
benötigt am meisten Leistung, die diese günstigen Receivermodelle
dann nicht liefern können.
Vor dem Kauf der gewünschten Kombination sollte auf jeden Fall
auch der persönliche Verwendungszweck geprüft werden: Höre ich auch
viel Musik auf meiner Anlage? Ist beispielsweise dies der Fall und
möchte ich zusätzlich auch noch DVD Audio oder SACD
in guter Qualität (siehe auch SACD-Player)
genießen, so muss ich dem beim Aussuchen des richtigen Verstärkers
bzw. Receivers und der Boxen Rechnung tragen. Liegt die Priorität
eindeutig auf Heimkino, müssen es beispielsweise vorn keine sehr
musikalischen Standlautsprecher sein, sondern hier kommt dann auch
ein hochwertiges Sub/Sat-System oder eine Kombination aus belastbaren
Regallautsprechern und einem qualitativ überzeugenden aktiven Subwoofer
(der für den Heimkinobetrieb in den meisten Fällen sowieso Pflichtausstattung
ist, nur in wenigen Ausnahmen, beispielsweise bei Kombination große
Front-LS, die problemlos in tiefste Frequenzbereiche vordringen
können, und sehr potenter AV-Receiver/Verstärker bzw. noch besser:
Hochwertige Vor-/Endstufenkombis) in Betracht. Beim Musikbetrieb
ist auch zu beachten, was für Musik ich höre. Hier sollte auch sehr
genau Probe gehört werden vor dem Lautsprecher- und AV-Receiverkauf,
denn gerade was den Antritt im Bassbereich oder die Natürlichkeit
der Klangreproduktion angeht, gibt es große Unterschiede in der
Auslegung. Kombiniert mit dem praktisch kaum zu überschauenden Lautsprecher-Angebot
ergibt sich daraus das unbedingte Muss, a) vor dem Kauf Prioritäten
zu setzen und b) sich ausgiebig Zeit für Hörproben zu nehmen.
Auch sollte der Neukäufer im Idealfall vor dem Kauf sich seine
gewünschte komplette Verstärker- bzw. Receiver-Boxen-Kombination
anhören. Denn noch lange nicht alles, was in der Theorie zusammenpassen
könnte, hört sich der Praxis auch vernünftig an. Wer einen Händler
seines Vertrauens hat oder einen seriösen Internet-Anbieter weiß,
der die Komponenten zum 14-tägigen Probe hören mit Rückgaberecht
bei Nichtgefallen auf den Weg bringen, sollte sich am besten mal
die Komponenten zum Abstimm-Test in die eigenen vier Wänden holen.
Denn nur dort herrschen exakt die akustischen Bedingungen, unter
denen sich die Heimkino-Anlage später in der Praxis bewähren muss. Wichtig:
Preisgünstigere Boxen müssen nicht zwangsläufig schlecht sein. Bevor
also beim Lautsprecherkauf zu viel Geld über die Ladentheke wandert,
sollte sich der Interessent auch durchaus günstigere Lautsprecherangebote
anhören - aber: Nur günstig allein reicht bei weitem nicht aus.
Die Lautsprecher sind der Part
der AV-Anlage, die zusammen mit der Raumakustik den Klang maßgeblich
beeinflussen. Wer hier am falschen Ende spart, wird sich mit Sicherheit
später ärgern, denn mit schlechten Lautsprechern kann auch der beste
AV-Receiver seine Talente nicht entfalten. Mehr über Lautsprecher,
wichtige Grundbegriffe und die Arbeitsweise findet sich in unserem
Lautsprecher-Special.
Unser Fazit: Nur wer eine akustisch
stimmige Kombination aus AV-Verstärker
/ -Receiver und Lautsprecher
betreibt, kann die Vorteile beider Komponenten voll nutzen. Um eine
optimale Kombination zu ermitteln, sind umfangreiche eigene Tests
unbedingt von Nöten. Daher: Es ist besser, sich Zeit zu nehmen und
ausführlich zu testen, als vorschnell ein Team aus Lautsprechern
und Verstärker/Receiver einzukaufen, das vielleicht nach Meinung
des Verkäufers oder auf dem Papier gut zusammen passt, sich in Ihrem
Hörraum aber bestenfalls durchschnittlich anhört. Ein wichtiger
Tipp zum Schluss: Man darf NIE den Einfluss der Lautsprecher und
den Einfluss der akustischen Eigenschaften des Hörraums in Bezug
auf das Gesamt-Klangerlebnis unterschätzen! Diese beiden Faktoren
prägen das Klangbild, das man als Resultat erhält, im großem Maße.
Lautsprecher-Einmesssysteme
Immer mehr an Bedeutung gewinnen momentan automatisch arbeitende
Lautsprecher-Einmesssysteme, die dem Anwender, gerade dem Novizen, viel Arbeit
abnehmen sollen, denn bevor der Mehrkanal-Hörspaß richtig losgeht, sind erst
einmal verschiedene Einstellarbeiten zu tätigen:
- Die Lautsprechergröße muss bestimmt werden. Die "Größe" (small
oder large) richtet sich dabei nicht nach der optischen Größe, sondern
nach dem Vermögen des Schallwandlers, auch tiefe Frequenzen ordentlich
abzubilden. Natürlich gibt es schon einen Zusammenhang - eine extrem
voluminöse, mit einem dicken Tieftöner bestückte, hochwertige Frontbox
wird in der Regel auch tiefe Frequenzen gut wiedergeben können (Einstellung
dann "large"), aber noch lange nicht jede größere Standbox hat
einen ansprechenden Bassbereich (Einstellung dann "small").
- Der Pegel muss (am besten für jeden Lautsprecher einzeln und nicht nur in
LS-Gruppen) eingestellt werden, denn schließlich soll jede Box am Hörplatz
in identischer Lautstärke ertönen. Selbst bei absolut gleicher Entfernung
jeder Box vom Hörplatz (was in der Praxis eher selten vorkommen dürfte)
muss noch eingepegelt werden, denn die unterschiedlichen Lautsprechertypen
(wer z.B. für die Surroundwiedergabe Dipole einsetzt, muss diese durch ihr
Arbeitsprinzip im Vergleich zu den Frontlautsprechern höher einpegeln) und
die unterschiedlichen raumakustischen Bedingungen, die bei jeder einzelnen
Box individuell sind (z.B. eine Box hängt an einer tragenden Wand des
Hauses, die andere nur an einer normalen, Raum teilenden Wand), fordern
ihren Tribut.
- Stehen Ihre Lautsprecher in unterschiedlicher Distanz zum Hörplatz, soll
der Schall trotzdem zeitgleich an jedem Lautsprecher ankommen, um Ihnen ein
sauberes Klangerlebnis zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, muss beim
"Time Alignment" der Abstand jeder Box (oder, bei günstigen
Modellen, der Abstand der einzelnen Boxengruppen) vom Hörplatz eingegeben
werden.
Bislang musste diese Einstellungen immer der Anwender selber treffen. Nun
aber gibt es verschiedene automatische Lautsprecher-Einmesssysteme, die diese
Arbeit übernehmen:
- Von Pioneer gibt es MCACC
- Von Yamaha gibt es YPAO
- Besonders exklusive Technologie setzt Denon ein - das System
Audyssey MultEQ XT. Mittlerweile gibt es das ausgeklügelte System
sogar schon im 1.099 ?-Modell Denon
AVR-2807. Besonderheit der Technologie ist, dass hier bis
zu 8 Hörpositionen (Denon AVC-A1XV und Denon
AVC-A11XVA 8 Positionen, die günstigeren
Denon AVR-2807, Denon AVR-3806
und Denon AVR-4306
kommen mit maximal 6 Einmesspunkten)
- Auch Onkyo bietet nun solche Systeme an
- Bei Harman Kardon heißt das System EZSet +.
- Sonderfall: Nur die Einpegelung übernimmt bei Harman Kardon
ein "EZSet" genanntes System, das mittels eines in die
Fernbedienung integrierten Messmikrophons den Pegel der Boxen
abgleicht.
Im einzelnen muss man zwei Einpegel-Systeme voneinander unterscheiden:
- Die einfachere Version (z.B. verbaut im Denon AVR-2105 oder
auch im Harman-kardon AVR335) übernimmt nur die Justage der oben
beschriebenen elementaren Parameter: LS-Größe, LS-Pegel und LS-Distanz.
- Die komplexeren Versionen stellen zusätzlich zu diesen elementaren
Einstellmöglichkeiten noch mehr oder minder aufwändige, grafische
oder parametrische Equalizer bereit, die sich um die Einmessung
der einzelnen Lautsprecher kümmern.
- Mittels des automatischen Einmessvorgangs werden dann entweder
eine, zwei oder sogar drei Kurven mit unterschiedlichen Schwerpunkten
eingemessen. Der Anwender kann sich dann die für seine Prioritäten
am besten geeignete Kurve nach beendetem Einmessvorgang aussuchen.
Bei den Systemen, die gleichzeitig auch noch das Equalizing erledigen,
gibt es auch wiederum Unterschiede: Bei Denon und Pioneer z.B.
kann der Anwender eine der ermittelten EQ-Kurven in den manuellen
EQ kopieren und "von Hand" nachoptimieren - sehr praktisch, wenn
man z.B. im Bassbereich der eher verhaltenen Einmessung entgegen
wirken möchte. Anders sieht es z.B. bei Onkyo
aus, wo man entweder die komplette automatische Einstellung
beibehalten oder aber rein manuell justieren muss. Sehr praktisch:
Denon und Pioneer
sowie Yamaha stellen verschiedene
Speicherplätze für EQ-Kurven zur Verfügung. Der Anwender kann
sich dann z.B. eine eigene Kurve für Filmton und für Musik programmieren
und auf Wunsch abrufen.

Auch sehr edel: das von Harman-Kardon
verwendete Einmessmikrophon
In der Praxis ist der Komfortgewinn solcher Systeme gerade für
ein Neueinsteiger schon beträchtlich. Die meisten Auto Room-Setups
erfreuen zudem mit ihrer hohen Betriebssicherheit, so dass der Novize
bei korrektem Anschluss aller Lautsprecher auch nicht durch merkwürdige
Fehlermeldungen irritiert wird. Das Denon-System und Yamahas neueste
YPAO-Version glänzen zusätzlich mit einer extrem hohen Arbeitsgeschwindigkeit,
selbst dann, wenn die aufwändige Variante inklusive komplettem Equalizing
durchgeführt wird, vergehen nur rund 3,5 Minuten, bis das Set-Up
komplett ist. Sehr aufwändige Systeme wie z.B. Mult EQ XT benötigen
für den extrem präzisen Einmessvorgang und die komplexen Berechnungen
deutlich mehr Zeit.

Der Boss: Denons AVC-A1XV verfügt über das momentan
weltbeste automatische Einmessystem für die Lautsprecher. Anstatt
einer Hörposition können bis zu 8 unterschiedliche Positionen eingemessen
werden
Für Mehrkanal-Freude mit Hör- und Einpegelungserfahrung ist ein
automatisches Lautsprechersetup daher eher eine Hilfestellung, die
genutzt werden kann, aber nicht genutzt werden muss. Selbst für
Highender geeignet ist das geniale System im
Denon AVC-A1XV. Für Einsteiger jedoch ist es ein echter Komfortgewinn,
und für solche automatisch arbeitenden Systeme erkennen die mit
komplettem Equalizing arbeitenden Offerten die Eigenschaften der
jeweiligen angeschlossenen Lautsprecher erstaunlich gut. Wichtig
ist es natürlich, dass das Mikrophon hochwertig ausgeführt ist -
hier glänzen insbesondere die Denon-Modelle mit Auto Room-Setup,
denn deren Mikrophon von Audiotechnica mit massivem Metallsockel
wirkt hochsolide und misst sehr präzise.
Wenn Sie auf der Suche nach einem passenden Verstärker
oder Receiver für Ihr Heimkino sind, sollten Sie unbedingt
auch Teil 2
der Kaufberatung zum Thema AV-Receiver und -Verstärker
lesen. Dort finden Sie die wichtigsten Merkmale auf die Sie beim
AV-Verstärker
/ -Receiver-Kauf achten sollten.
Zudem gibt es dort zahllose Links zu AV-Receiver-Herstellern und
zu weiteren HIFI-REGLER®-Specials
rund um das Thema Heimkino.
Alle wichtigen Heimkino-Komponenten finden Sie im Shop in der Produktgruppe
Home Cinema.
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
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