Heimkino
Test- und Praxistipps zum Bau von Heimkinoanlagen
15.11.2002
Autoren: Carsten
Rampacher (AREADVD) und Detlev Schnick (HIFI-REGLER)
Heimkino
- dieser Begriff hat sich zu einem wahren Modewort entwickelt. Dennoch
ist die Kenntnis, was sich nun wirklich dahinter verbirgt auch im
Fachhandel nicht sehr weitverbreitet. Wer sich eine Heimkinoanlage
anschaffen möchte, sieht sich daher keiner einfachen Aufgabe gegenüber:
Was brauche ich? Wie plane ich? Was ist wichtig? Dies sind alles Fragen,
die vor dem Kauf entschieden werden müssen. Hat man eine Vorentscheidung
getroffen, steht anschließend der Erwerb der ausgesuchten Heimkino-Hardware
an. Wie vergleiche ich? Wie und wo führe ich einen Test durch?
Welcher Händler bekommt den Zuschlag? All diese Fragen müssen beantwortet
werden. Sind die Heimkino-Komponenten dann in den eigenen vier Wänden,
kommen weitere Fragen auf: Wie baue ich alles auf? Wieso klingt mein
neues Heimkino-Equipment nicht so, wie ich es mir vorstelle? Unsere
Heimkino- Test- und Praxistipps sollen ein wenig behilflich sein bei
der Planung, Anschaffung und dem Aufbau der neuen Heimkinoanlage.
Planung
der Heimkinoanlage
Die folgenden
Fragen sollen Anhaltspunkte geben, zu den wichtigsten Punkten, die
der Planungsphase einer Heimkino-Anschaffung zu berücksichtigen
sind:
-
Soll
die Heimkinoanlage im Wohnzimmer oder in einem extra fürs Heimkino
optimierten Raum aufgestellt werden?
-
Wie
groß ist der Raum, der zu beschallen ist?
-
Mit
welchen Pegeln (Lautstärke) höre ich?
-
Was
höre ich? Überwiegend Musik? Überwiegend Heimkino? Beides zu gleichen
Teilen? Höre ich viel Musik in Stereo und lege Wert auf eine hervorragende
Stereowiedergabe, dann eins gleich vorweg: Der engagierte Stereohörer,
der nicht gleich richtig viel Geld in einen Heimkino-Verstärker
oder -Receiver investieren möchte (sehr teure Heimkino-Verstärker
oder -Receiver überzeugen häufig auch sehr anspruchsvolle Hörer
im Stereobetrieb), sollte keinesfalls leichtfertig den "alten"
Stereoverstärker oder den "alten" CD-Player weggeben.
Da modernes Heimkino-Equipment bürgerlicher Preisklassen auf Mehrkanalklang
optimiert ist, kann es u.U., je nach Ausstattung, sein, dass der
alte Stereoverstärker im Verbund mit dem alten CD-Player eine
bessere Stereoperformance bietet.
-
Wie
oft nutze ich die Heimkinoanlage? Gelegenheitshörer? Höre ich
jeden Tag? Höre ich nebenbei, d.h. während ich anderen Tätigkeiten
nachgehe, oder lege ich ganz bewusst häufig Filmabende ein, an
denen ich mich voll und ganz dem Hobby Heimkino widme?
-
Wie
stehe ich zu meiner Heimkinoanlage? Möchte ich alles einmal einpegeln
und dann nicht wieder anrühren? Oder bin ich der Tüftler, der
immer noch auf der Suche ist nach dem letzten Quäntchen Performance?
Wenn ich es nicht liebe, viel am Gerät einzustellen und zu justieren,
sollte ich nur Heimkino-Komponenten mit einfacher Bedienbarkeit
und ohne viele Features ins Auge fassen. Probiere ich hingegen
gern aus und ich bin ein Freund mitunter langwieriger, aber im
Endeffekt erfolgbringender Optimierungsprozesse, dann sollte ich
mich auch nach Heimkino-Equipment mit vielen (aber sinnvollen!)
Features umsehen.
-
Wie
lange nutze ich die Heimkinoanlage? Bin ich ein häufiger "Upgrader"
oder eher derjenige, dem eine langlebige Produktqualität wichtiger
ist als das neueste Feature an Bord? Oder möchte ich alles, Features
und bestmögliche Qualität? Dann sollte ich dem Thema "Zukunftssicherheit"
sehr große Bedeutung widmen. Nur: Leider sind bislang nur wenige
Heimkino-Komponenten upgradefähig.
-
Aus
den verschiedenen eben genannten Parametern kann ich schon ableiten,
wie Verstärker bzw. Receiver und Lautsprecher dimensioniert sein
sollten. Großer Raum und hohe Pegel heißt auch: Leistungsstarkes
Equipment. Kleiner Raum und niedrige Pegel heißt auch: Ich kann
auch mit einer leistungsmäßig weniger anspruchsvollen Dimensionierung
der Heimkino-Komponenten Vorlieb nehmen. Natürlich sollte ich
bei der Wahl der Ausstattung auch den Stellenwert berücksichtigen,
den eine Heimkinoanlage für mich hat (Gelegenheits- oder Vielhörer).
Wer auf hohem Level im großen Hörraum Mehrkanal-Musik- und Filmton
genießen möchte, sollte sich mit dem Gedanken anfreunden, sein
Heimkino mit einem groß dimensionierten Lautsprechersystem auszustatten.
Wichtig: Den Center nicht zu klein dimensionieren. Denn der vordere
mittlere Lautsprecher überträgt einen gewichtigen Teil der Effekt-
und Stimmwiedergabe. Auch wichtig: Den Subwoofer nicht unterdimensionieren.
Nur dann ist ein souveränes Klangbild auch bei basstarken Effektgewittern
gewährleistet. Vor allem wird dem Subwoofer auf dem LFE- (Low
Frequenzy Effect) -Kanal das für gute Spielfilme so typische
ultrasonore Tiefbassbrummeln zugespielt, mit dem spannungsgeladene
Szenen unterlegt sind.
-
Wer
keinen aktiven Subwoofer, sondern nur sehr voluminöse Standlautsprecher
für die Frontbeschallung einsetzen möchte, sollte sich mit dem
Gedanken anfreunden, einen sehr leistungsfähigen Heimkino-Verstärker/-Receiver
zu erstehen. Denn nur diese, mit großen Trafos und leistungsfähigen
Kondensatoren bestückten Geräte können im leistungsintensiven
Bassbetrieb auch im Dauereinsatz die Performance liefern, die
die großen Frontlautsprecher für eine angemessene Wiedergabe brauchen.
Zur Frage, ob es ratsam ist, auf einen Subwoofer verzichten: Siehe
unser Heimkino-FAQ
...
-
Wichtig:
Unbedingt darauf achten, dass zumindest mittelfristig alle Lautsprecher
im Heimkino von der gleichen Marke, und möglichst aus einer
Produktfamilie stammen. Nur so ist eine optimale klangliche Harmonie
gewährleistet. Der aktive Subwoofer kann allerdings ruhig von
einer anderen Marke stammen. Nicht immer wird es möglich
sein, vor dem Kauf alle Heimkino-Komponenten probezuhören.
Zumal Lautsprecher in jedem Raum eine andere Klang-Charakteristik
aufweisen. Wenn Sie Ihre Heimkino-Lautsprecher im Internet bestellen,
haben Sie bei HIFI-REGLER die MMöglichkeit, bei bestimmten
Lautsprecher-Zusammenstellungen eine 30-tägige Testphase
mit Geld-zurück-Garantie zu vereinbaren. Das minimiert das
Risiko eines Fehlkaufs erheblich.
-
Wie
sind die räumlichen Bedingungen im Heimkino vor Ort? Kann ich
alle Lautsprecher sinnvoll unterbringen? Habe ich Platz für ein
ausgewachsenes Lautsprechersystem? Oder nur für ein Subwoofer-Satellitensystem?
Habe ich die Möglichkeit, die Surroundlautsprecher in angemessener
Position unterzubringen? Wichtig: Je nach dem, ob Dipole oder
Direktstrahler angeschafft werden sollen, müssen unterschiedliche
räumliche Voraussetzungen vorhanden sein, Bei Dipolen müssen die
Wände im Heimkino links und rechts im Idealfall identisch beschaffen
sein. Bei Direktstrahlern sollte sich genug Raum hinter dem Hörplatz
befinden, um diese akkurat aufstellen zu können
-
Wie
sieht es mit der Akustik aus? Ist der Raum eher akustisch lebendig
oder akustisch eher tot? Ein wichtiger Faktor ist die sogenannte
Nachhallzeit. Man kann sie aufwändig messen (dealerweise
beträgt sie für ein Heimkino etwa 1,2 Sekunden). Oder
man klatscht einmal kräftig in die Hände. Diese einfache
Methode ziehen selbst erfahrene Akustik-Ingenieure der Meßmethode
vor, wenn sie die Akustik eines Raumes beurteilen sollen. Unser
Tipp: Gehen Sie ein paar mal in ein THX-zertifiziertes kommerziellen
Kino und klatschen Sie dort in die Hände (nach dem Film,
wenn die meisten Zuschauer schon draußen sind). Vergleichen
Sie die so ermittelte Nachhallzeit mit der Ihres Heimkino-Raums.
Unterhalb der o.g. 1,2 Sekunden Nachhallzeit ist der Raum zu trocken
und sollte mit reflektierenden Elementen angereichert werden.
Oberhalb der 1,2 Sekunden ist der Raum zu hallig. Dann sollte
der Raum mit Textilien angereichert werden. Vorsicht bei Schaumstoff!
Dieses Material hat ungünstige Schallreflexionseigenschaften,
da es nur einen Teil der Frequenzen schluckt und so ein künstliches
- Styropor ähnliches - Akustiklima im Heimkino-Raum erzeugt.
- Wichtig für
die Frage der Subwoofer-Auswahl: Es gibt zwei Konstruktionsprinzipien
für Heimkino-Subwoofer: Bodenstrahler und Direktstrahler (Downfire
und Frontfire). In einer Altbau-Bausubstanz mit Holzzwischendecken
ist von einem Bodenstrahler abzuraten, da dessen Konstruktion die
Schallenergie primär an die Bausubstanz übertragen soll.
Altbaudecken schlucken die Schallenergie jedoch und geben sie bestenfalls
hervorragend an Ihre Nachbarn weiter. In Altbauwohnungen kommt also
für Heimkinoanlagen nur ein Direktstrahler in Frage. Beispiel
für einen typischen Direktstrahler-Subwoofer: Acoustic
Research Status Sub 30A. Beispiel für einen typischen Bodenstrahler-Subwoofer:
Magnat
Omega 380. Beachten Sie, dass beide Subwoofer bei richtiger
Einstellung etwa die gleiche Bassleistung bringen können. Vergleichen
Sie aber die Leistungsdaten, werden Sie feststellen, dass der Magnat
Omega 380 erhebliche höhere Leistungswerte aufweist. Bodenstrahler
erfordern konstruktions- und wirkungsbedingt mehr Leistung. Wichtig:
Beachten Sie rechtzeitig das Thema Bassfalle
(siehe Heimkino FAQ) und deren Vermeidung in Heimkinoanlagen.
Daraus können sich wichtige Hinweise zur späteren Positionierung
des Subwoofers ergeben.
-
Zu
den visuellen Aspekten des Heimkinos: Das Standardformat des herkömmlichen
Fernsehers ist 4:3. Dieses Format ist für ein ambitioniertes
Heimkino schlicht ungeeignet. Da im Heimkino Breitbildfilme betrachtet
werden ist die Letterbox-Auflösung eines 4:3-Fernsehers einfach
zu niedrig. Siehe dazu das Stichwort Bildformat
im HIFI-REGLER Special Fernseher Kaufcheckliste. Ein 4:3-Fernseher
kann daher für Heimkinoanlagen der gehobenen Art nur eine
Übergangslösung sein. Die pragmatischte Lösung
wird ein 16:9-Fernseher in der herkömmlichen Röhrenbauweise
sein. Bis 92 cm Bilddiagonale bieten diese Fernseher noch immer
das beste Bild - allerdings ist eben bei 92 mm² definitiv
Schluss. Der Renner ist z.Zt. (Stand November 2003) der Panasonic
TX-32 PH 40 D-S, der als erster Fernseher in Europa PAL-Progressive
beherrscht und über einen YUV-Eingang verfügt. Wollen
Sie Ihre Heimkinoanlage mit einem Rückenprojektions-Fernseher
(Vorteil: Großes Bild zum verhältnismäßig kleinen Preis. Bauartbedingt
sind jedoch Kontrast, Natürlichkeit der Farben und Bildschärfe
nur durchschnittlich.) ausstatten? Oder einen Plasmaschirm (Nachteile:
Extrem hoher Preis, nicht immer hervorragendes Bild. Vorteile:
Einzelne Plasmas sind visuell inzwischen auf hohem Niveau, geringer
Platzbedarf)? Wer sich für einen Projektor entschieden hat, muss
eine Spezies auswählen: Röhrenprojektor (Sehr guter Schwarzwert
und dadurch natürliches Bild, gebraucht günstig zu erwerben, lange
Lebensdauer der Bildröhren, aber: Aufbau nicht immer einfach,
teilweise langwierige Konvergenzeinstellung, Geräte haben oft
ausladende Gehäuse, Bildgröße nur über Abstand Projektor-Leinwand
regelbar, kein Zoom) oder LCD- bzw. DLP-Projektor (Vorteile LCD/DLP:
Inzwischen auch bei Neugeräten günstige Preise, kompakte Abmessungen,
selbst günstigere Projektoren sind oft in der Lage, auch hohe
Auflösungsstandards darzustellen (z.B. XGA) einfacherer Aufbau,
Zoom, bei vielen Modellen inzwischen sehr gute Gesamtbildschärfe.
Nachteile: Selten perfekter Schwarzwert, darunter leidet die Plastizität
des Bildes, bei DLP-Projektoren Lichtblitze, bei günstigen LCD-Projektoren
vor allem keine reinen Grundfarben, nicht perfekte Farbverläufe)
-
Möchte
ich einen Projektor aufstellen, sollte ich mir genau anschauen,
wie dies technisch in meinem Heimkino-Raum möglich ist. Wo soll
der Projektor hin? Wo die Leinwand? Bitte vor dem Kauf eines Projektors
genau informieren, welche Entfernung das ins Auge gefasste Gerät
für die Erzeugung welcher Bilddiagonalen braucht. Damit nachher
das Bild auch in der gewünschten Größe realisiert werden kann.
-
Auch
wichtig beim Heimkino-Projektor: Kann der Raum vollständig abgedunkelt
werden? Diese Frage ist auch dann wichtig, wenn ein Rückenprojektions-Fernseher
oder ein Plasma-Display eingesetzt werden soll. Zwar gibt es große
Verbesserungen (und sogar vereinzelt Geräte, die man fast wie
einen normalen Fernseher auch bei nicht idealen Lichtverhältnissen
betreiben kann), gerade ein Spielfilm kommt aber erst dann voll
heraus, wenn es im Heimkino-Raum dunkel ist.
-
Zukünftige
Besitzer eines Projektors sollten sich auch noch unbedingt über
die verschiedenen Leinwandarten informieren. Passt die Leinwand
nicht zum Projektor, kann das visuelle Gesamterlebnis deutlich
leiden. Mehr dazu in Kürze in einem HIFI-REGLER Leinwand-Special
...
-
Wichtig
u.U. für den Betrieb mit einem Projektor: Verfügt der Projektor
über einen YUV-Eingang? Bringt der ins Auge gefasste DVD-Player
ebenfalls einen YUV-Ausgang mit?
- Handelt es
sich bei dem ins Auge gefassten Projektor um einen Panel-Projektor
(also nicht um einen Röhren-Projektor) so ist wichtigtste Frage,
ob es sich bei dem Panel um ein 4:3-Panel oder um ein 16:9-Panel
handelt. Dies ist zum einen wichtig für die optimale Auflösung
(Bei einem 4:3-Panel können die 576 PAL-Zeilen beim Breitbildformat
nur dann verlustfrei wiedergegeben werden, wenn die Auflösung
des Panels eine Auflösung von mindestens XGA, also 1.024 x
768 Pixel zulässt. Aber selbst wenn diese Auflösung gegeben
ist, hat das 4:3 Panel einen anderen Nachteil: Das 16:9-Bild wird
im 4:3-Bildrahmen dargestellt. Dies hat zur Folge, dass man bei
einer gewünschten optimalen Bildgröße des Breitbildes
mit dem Projektor einen so großen Abstand zur Projektionsfläche
einhalten
müsste, dass dies der Heimkino-Raum nicht hergibt. Schaut man
sich dann doch einmal einen 4:3-Film an (oder z.B. ein Fußball-spiel),
dann wird das 4:3-Bild bei gegebenem Projektionsabstand zu hoch,
das heißt es reicht bestenfalls von der Oberkante Fußbodenleiste
bis zur Decke - mit entsprechend schlechter Auflösung. Bei
einem Heimkino-Projektor mit 16:9-Panel hingegen wird das 4:3-Bild
im 16:9-Rahmen dargestellt, was optimal ist. Daher unser Tipp: Wählen
Sie für Ihre Heimkinoanlage einen Projektor mit 16:9-Panel,
z.B.: den Panasonic
PT-AE 100.
-
Wichtig
für die gesamte Heimkinoanlage: Vor dem Kauf schon einmal die
Verkabelung und die Anschlussmöglichkeiten durchgehen: Wie viele
Geräte sind am Heimkino-Netzwerk beteiligt? Wie sollen sie angeschlossen
werden? Am besten Plan erstellen, damit die später gekauften Geräte
auch alle nötigen Anschlüsse mitbringen und nicht nachher ein
Zuspieler keinen Anschluss findet. Eine gute Planungs-Hilfe für
die Heimkino-Verkabelung ist der HIFI-REGLER
Kabelshop ...
-
Eines
der wichtigsten Elemente in Heimkinoanlagen ist der DVD-Player.
Wichtig vor dem DVD-Player-Kauf: Welche Medien soll der Player
abspielen? DVD Video? DVD Audio? SACD? MP3-CDs? SVCDs? DVD-Rs?
DVD-RWs? DVD+RWs? CDs mit jpeg-Fotos? Hier sollte man Prioritäten
setzen. Kaum ein DVD-Player spielt alles ab.
Vor
dem Kauf der Heimkino-Komponenten
-
Ganz
wichtig: Sich Zeit nehmen. In einer halben Stunde kann man keine
Heimkinoanlage kaufen. Manchmal ist es besser, alles auf mehrere
Tage zu verteilen.
-
Vergleichen.
Besser, man hat sich mit einer Komponente zu viel befasst, als
mit einer zu wenig.
-
Richtig
vergleichen. Am besten ist es, Sie nehmen sich Software (CDs,
DVDs, SVCDs, MP3-CDs), die Sie kennen, mit und testen die Ergebnisse
in Verbindung mit den Wunschgeräten. Achten Sie darauf, dass vor
Ort alles akkurat verkabelt ist. Gerade in großen Elektroniksupermärkten
(leider auch imm häufiger im kleineren Fachhandel) sind die
Komponenten der Heimkinoanlage oft nicht komplett oder nicht richtig
miteinander verbunden.
-
Einstellungen
überprüfen: Sind DVD-Player / Heimkino-Receiver / Fernseher in
der Test-Umgebung richtig einstellt, um einen guten Qualitäts-Test
zu ermöglichen? (Beispiele: Ist der Video-EQ des Fernsehers
neutral eingestellt? Sind - was sehr wichtig für Test und Beurteilung
der DVD-Tauglichkeit des Fernsehers ist - alle Bildverbesserer
ausgeschaltet? Steht im Menü des DVD-Players die Bildsignalausgabeart
der Scart-Buchse auf RGB oder zumindest S-Video? Läuft der Heimkino-Receiver
auch tatsächlich im Dolby Digital-Modus? Kommt Sound aus allen
Lautsprechern?)
-
Ein
Fachhändler vor Ort wird mitunter bereit sein, Ihnen einzelne
Komponenten zum Test zu Hause zu überlassen. An dieser Stelle
sei ein Hinweis erlaubt: Seien Sie fair und ehrlich. Bemühen
Sie einen Händler nur, wenn Sie tatsächlich zumindest
eine Investitionsentscheidung getroffen haben. Hatten Sie dann
einen guten Service bei Ihrem Händler vor Ort, dann sollten
Sie letztlich auch bei ihm kaufen. Und das auch wenn er vielleicht
etwas teurer ist als ein Elektromarkt oder ein Discountanbieter
im Internet. Service ist nicht umsonst zu haben und Sie fühlen
sich einfach wohler, wenn sie ihn zumindest mit Ihrem Kauf honorieren.
Sie werden dann sicher auch mehr Freude mit Ihrer Heimkinoanlage
haben.
-
Viele
Angebote einholen, auf Service und Beratung achten. Nicht beim
erstbesten Händler kaufen, sondern beim besten. Wer im Internet
bestellt: Auch hier gibt es, wie bei "normalen" Händlern, solche
und solche. Manche Händler bieten im Internet eine sehr gute Beratung
und sehr guten Service und sind somit sehr empfehlenswert. Wichtig
beim Kauf im Internet: Achten Sie darauf, dass zumindest beim
Fernseher während der gesamten 24-monatigen Gewährleistungsperiode
vom Internethändler ein Vor-Ort-Kundendienst angeboten wird
und dass Ihnen nicht etwa die Fahrkosten berechnet werden. Dies
ist z.B. häufig der Fall, wenn Sie im Garantiefall vom Internetversender
einfach an den Kundendienst des Herstellers verwiesen werden.
-
Bei
der Verkabelung auf Qualität zum fairen Preis achten. Das 2-EUR-Scartkabel
vom Wühltisch erbringt nur unzureichende Leistungen, das 500 EUR-Scartkabel
hingegen liefert im Alltagsbetrieb kein nennenswert besseres Bild
als das qualitativ völlig ausreichende Teil für 40,00 oder 50,00
EUR. Einen Überblick über Kabelpreise finden Sie im
HIFI-REGLER
Kabelshop oder auf der Oehlbach
Special-Seite.
-
Genügt
es, sich theoretisch mit den Heimkino-Komponenten zu befassen,
oder sollte man sich Heimkinoanlagen vor einer Bestellung in Natura
anschauen oder anhören? Letzteres wäre natürlich
ideal. Allerdings gibt es immer weniger Möglichkeiten zu
Vorführungen, da der Handel diesbezüglich aus Kostengründen
zunehmend zurückhaltender wird. Wir meinen: Hat man den Anspruch
das Beste am Markt zum besten Preis-/Leistungsverhältnis
kauf zu wollen, so ist es allemal besser, intensiv Test-Berichte
von Fachredakteuren eine Heimkino-Zeitschrift (z.B.: Audiovision)
zu studieren und Test-Vergleiche verwandten Fachmagazinen (Video,
Audio, Stereoplay) zu wälzen, oder sich online, z.B. bei
AREADVD zu informieren, als sich auf eine mittelgute Vorführung
im Einzelhandel, oder gar nur auf die optische Erscheinung eines
Gerätes zu verlassen. Zu groß ist die Gefahr, dass
man dann zwar eine Heimkinoanlage kauft, die gerade zufällig
in einer Vorführung gefallen hat. Das kann zufällig
auch die beste Heimkinoanlage oder -komponente mit dem besten
Preis-/Leistungsverhältnis sein. Aber eben nur zufällig.
Die Wahrscheinlichkeit jedoch, dass sie es nicht ist, ist sehr
groß. Signifikante Unterschiede im Klangverhalten und dessen
individueller Wahrnehmung sind allerdings bei Lautsprechern festzustellen.
Zwar können Test-Bericht auch bei Lautsprechchern eine gute
Richtlinie sein, doch kommt es hier weniger auf die Leistungsdaten
an, als auf das persönliche Hörerlebnis. Und das kann
bei einem Test-Redakteur eben doch anders sein, als bei Ihnen.
Hier könnte es z.B. lohnend sein, sich auf Modelle zu konzentrieren,
für die Sie ein 30-tägiges Rückgaberecht mit dem
Händler aushandeln können.
Nach
dem Kauf der Heimkino-Komponenten
Die
Praxis: Nicht selten sind manche stolze Neubesitzer von Heimkinoanlagen
enttäuscht, wenn das neue Equipment den Anforderungen nicht entspricht.
Nicht immer aber sind es die Heimkino-Komponenten, die nicht die erwarteten
Eigenschaften aufweisen oder die gar defekt sind und sich als Fehlkauf
erweisen. Oftmals sind es ganz einfach nur Kleinigkeiten, die den
akustischen und visuellen Spaß deutlich schmälern können.
-
Sind
die Lautsprecher richtig aufgestellt? Ist der Abstand zwischen
den vorderen Lautsprechern nicht zu klein oder zu groß? Sind die
Surroundlautsprecher nicht zu nah am Ohr des Hörers?
-
Wichtig:
Wenn z.B. Dipole an akustisch unterschiedlichen Seitenwänden des
Hörraums untergebracht sind (Beispiel: An der einen Wand sind
noch Fenster untergebracht, an der anderen Wand ist kein Fenster,
oder: Die eine Wand geht ganz durch, während die andere Wand aufhört
und dann z.B. durch einen Durchgang (offen oder mit Tür) in einen
Nebenraum unterbrochen wird). Hier ist, um einen disharmonischen
Sound zu vermeiden, unbedingt auf eine besonders akkurate Einpegelung
zu achten.
Der Heimkino-Neuling wird gerade im Surround-Bereich intensiv
hinhören und dann etwas verwirrt sein, wenn er mitunter im
Film auf langen Strecken keinen Sound aus den Surroundkanälen
wahrnimmt. Das ist aber richtig so. Die Tonmeister mischen den
Filmen nur im Ausnahmefall Surround-Sound bei, etwa bei Straßen-
oder Kampfszenen, oder wenn es z.B. regnet. Der Grund: Der Zuschauer
soll nur selten vom Geschehen auf der Leinwand abgelenkt werden.
Wie störend zu massive Surround-Sound-Beimischungen sein
können, kann man sich in den beiden letzten James Bond Filmen
gut anhören.
-
Dröhnt
der Subwoofer oder liefert er zu wenig Bassdruck, ist in den meisten
Fällen eine falsche Aufstellung der Grund. Hier hilft nur, mit
Geduld zu experimentieren. Downfire-Subwoofer (Subwoofer, die
nach unten abstrahlen) sollte man z.B. nicht genau an die Wand
und/oder genau in eine Raumecke stellen. Auch ist es bei einem
Downfire-Subwoofer praktisch unmöglich, einen sauberen Sound zu
erzeugen, wenn der Woofer direkt auf Marmor- oder Parkettboden
steht. Prinzipiell sollte man jeden Subwoofer akustisch vom Boden
entkoppeln, um unangenehmen Disharmonien vorzubeugen. Dies gilt
auch für die Standlautsprecher als Frontboxen. Hier sollte man
Spikes unter die Lautsprecher stellen, es müssen aber keine sündhaft
teuren Teile sein - günstige Angebote erfüllen genauso ihren Zweck.
Zum Thema Subwoofer auch interessant: Das Problem der Bassfalle
(siehe Heimkino FAQ).
-
Sind
die Stimmen aus dem Center nicht prägnant genug, und ein weiteres
Aufdrehen des Center-Pegels bringt nur zusätzlich Disharmonie
ins Sound-Klangbild: Einfach den Center-Lautsprecher etwas nach
oben in Richtung des Hörplatzes angewinkelt aufstellen (z.B. vorne
unter den Center links und rechts einen Holzkeil schieben). So
klingen die Stimmen gleich viel natürlicher und klarer, die Effekte,
die aus dem Center kommen, besitzen mehr Durchschlagskraft.
-
Wer
einen vom Gehäusevolumen her großen Center-Lautsprecher angeschafft
hat und im Setup des Heimkino-Receivers die Option "Center" nun
auf "Large" stellt, wundert sich, dass der Sound danach nicht
homogen und natürlich ist. Daher: Selbst bei großen Center-Lautsprecher
ist meist "Small" die richtige Einstellung, "Large" ist meist
nur dann empfehlenswert, wenn ich vorne 3 x die identische Standbox
verwende. Noch etwas: Die Bezeichnungen "Large" und "Small" richten
sich nicht nach der absoluten Größe der Box, sondern nach deren
akustischen Eigenschaften.
-
Kommt
der Ton nicht an allen Lautsprechern synchron an, liegt meist
ebenfalls kein Defekt vor. Vielmehr hat dieses weit verbreitete
Übel seine Ursache meist in einer falsch oder gar nicht vorgenommenen
Einstellung der Verzögerungszeit (Delay-Time). Sind nicht alle
Lautsprecher im identischen Abstand vom Hörplatz aufgebaut, ist
eine Einstellung der Delay-Zeit unbedingt erforderlich.
-
Bleiben
im Dolby Digital-Modus großartige Effektgewitter aus, sollte im
Setup überprüft werden, ob nicht versehentlich der "Midnight Mode"
(hebt die Lautstärke der Stimmen an und senkt den Pegel der übrigen
akustischen Elemente, damit Nachts die Stimmen gehört werden können,
ohne dass die kräftigen Effektsalven die Nachbarn aus den Betten
reißen) aktiviert ist.
-
Überträgt
der DVD-Player keinen DTS-Ton, sollte überprüft werden, ob der
DTS-Ausgang im Setup auch auf "on" steht (ab Werk steht er oft
auf "off").
-
Erbringt
der Fernseher oder Projektor kein befriedigendes Bild, hilft manchmal
eine ausführliche Einstellung mittels einer Testbild-DVD (z.B.:
Referenz
DVD von Burosch). Viele, auch teurere Fernseher sind zudem
bezüglich der Bildgeometrie oft ab Werk wenig überzeugend eingestellt.
Abhilfe schafft hier der Code zum Service-Menü (Vorsicht: Nur,
wer Erfahrung mit dem Einstellen von Fernsehgeräten hat, sollte
hier aktiv werden!), in dem in vielen Fällen die Bildgeometrie
zu justieren ist.
-
Manchmal
wundern sich Heimkino-Neueinsteiger, dass, wenn sie in verschiedenen
Surroundmodi ihr Ohr nah an die hinteren Lautsprecher halten,
nur undeutliche Hallgeräusche zu vernehmen sind, obwohl Dolby
Digital & co doch, so wird dann argumentiert, richtigen Klang
von allen Seiten garantieren sollen. Diese Wiedergabe ist aber
vollkommen korrekt, keinesfalls sind Heimkino-Receiver und/oder
Lautsprecher defekt. Denn auch bei PLII ist es so, dass hauptsächlich
Raum- und Effektinformationen aus den hinteren Lautsprechern kommen.
Man sollte daher auch nicht zu nah an den hinteren Lautsprechern
sitzen, damit PLII oder auch DTS und Dolby Digital klanglich richtig
zur Geltung kommen. Nur im 5-Kanal-Stereo-Modus liegt ein "vollwertiges"
Signal an allen Lautsprechern an.
-
Die
Wiedergabelautstärken von CDs und DVDs unterscheiden sich deutlich,
was mit dem anderen Aufnahmepegel einer CD und dem größeren Dynamikumfang
einer DVD zu tun hat. Das Laut/Leise-Tongefälle bei einer DVD
kann daher weit größere Ausmaße annehmen.
Nun
wünschen wir viel Freude und Erfolg bei der Planung, dem Kauf und
der Aufstellung der neuen Heimkino-Anlage!
Autoren:
Carsten Rampacher, Detlev
Schnick - letztes Update: 25.11.2002
Infos zu "Surround-Aufpolierern"
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Surround, Dolby Pro Logic II, Logic 7, Circle Surround II, DTS Neo:6
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Lesen Sie auch das HIFI-REGLER Heimkino-FAQ!
Alles Wissenswerte zu 6-Kanal-Formaten erfahren Sie im Special Dolby
Digital EX / DTS ES 6.1 und Mehrkanal-Musikfreunde sollten einen
Blick ins HIFI-REGLER Special DVD-Audio
werfen.
Zum Thema Heimkino-Receiver und -Fernseher empfehlen wir das Special
Receiver
oder Fernseher
und wer in die Tiefen der Lautsprechertechnik einsteigen möchte,
dem sei das Special zum Thema Lautsprecher
empfohlen. Wer DVD-Player einem Vergleichstest unterziehen will, dem
hilft das Special Vergleichstest
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