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update: 25.06.2008
Brummen - Ursachen und Abhilfe
Ein Blick in Service-Statistiken zeigt: Brummen
ist eines der am häufigsten auftretenden Störphänomene
bei Audio-Geräten. Doch auch das sagt die Statistik: Nur in
etwa 20% der Fälle wird die Störung durch einen Fehler
in den betroffenen Komponenten selbst verursacht. Besonders ärgerlich
wird's dann, wenn Sie Ihr Gerät zum Kundendienst gegeben haben,
und es dem Vermerk "Im Dauertest geprüft - kein Fehler
feststellbar" zurückerhalten haben und das Brummen nach
wie vor da ist. Grund genug für uns, ein Paar Tipps zu geben,
wie Sie das Problem Schritt für Schritt eingrenzen und lösen
können.
1.
Schritt: Prüfen Sie die Verbindungsstellen zwischen
Stecker und Kabel an Ihren Netz-, Cinch-,
Scart-
und Lautsprecher-Verbindungen. Sogenannte "kalte Lötstellen",
das sind Lötverbindungen, bei denen die Bleiverbindung angebrochen
ist, führen zwar (noch) nicht zu einem Totalausfall der Verbindung,
können aber bereits die heimtückischen Brummgeräusche
verursachen. Wir empfehlen, nicht mit dem Lötkolben zu basteln,
sondern das Kabel von einer Fachwerkstatt reparieren zu lassen -
oder den Austausch in ein hochwertiges Kabel. Letzteres hat mitunter
schon zu überraschenden Ergebnissen hinsichtlich verbesserter
Klangqualität geführt.
2. Schritt: Auch Coax-Digitalkabel
mit unzureichender Abschirmung können Brummen
verursachen. Typischerweise eher schlecht abgeschirmt sind Beipackkabel
aus der Originalverpackung von AV-Receivern oder DVD-Playern. Zwar
wird hier ein digitaler
Datenstrom mit Fehlerkorrekturalgorithmen
übertragen, doch es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass dabei
mangels analoger
Übertragung keine Störsignale entstehen können. Allein
die elektrische Art der digitalen
Übertragung (anders als z.B. die optische Übertragung
via Lichtleiter-Verbindung)
kann zum Entstehen einer Brummschleife
führen. Ein gut geschirmtes Coax-Digitalkabel
muss nicht teuer sein. Informieren Sie sich in unserem Kabelshop
über Preise und Qualitäten.
3. Schritt: Häufig entsteht
Brummen,
wenn sich im Hausstromnetz oder bei den Stromversorgern irgendetwas
ändert. Die Gründe für dieses "irgendetwas"
können sehr diffus sein. Vereinfacht ausgedrückt stellt
sich das so dar: Durch elektromagnetische (EMI) und hochfrequente
Störungen (RFI) im Netz können optische und akustische Störungen
auf Bildschirmen und in Lautsprechern erzeugt werden. Solche Störungen
können durch fehlerhafte oder schlecht abgeschirmte Geräte entstehen,
sowie häufig durch Regelelektronik (Licht- oder Drehzahlregler).
Dies hier technisch tiefergehend zu erklären, würde hier
zu weit führen. Jedenfalls tritt als Folge bei Ihrer Anlage
die sogenannte Brummschleife
auf. Typische Fehlerbeschreibung: "Die Anlage hatte nie etwas,
aber plötzlich brummt es, wenn ich den Subwoofer einschalte".
Kaufen Sie sich im Rundfunk- und Fernsehfachhandel (oder bei HIFI-REGLER
- siehe Produktübersicht
Netzdosenleisten) eine gute Mehrfachsteckdosenleiste (mehr Infos
unter Netzleiste)
mit Netzfilter
und hängen Sie alle Geräte an diese Netzleiste, also auch
Geräte, die vom Brummen nicht betroffen sind. Meist ist in
diesen Leisten auch ein Überspannungsschutz (z.B. gegen indirekten
Blitzeinschlag) eingebaut, was ohnehin bei hochwertigen Anlagen
eine sinnvolle Sicherheitseinrichtung ist.
4. Schritt: Haben weder Schritt
1 noch Schritt 2 Abhilfe gebracht, könnte die Ursache in der
Antennenleitung liegen. Auch hier wollen wir Ihnen eine Erklärung
der tieferen technischen Ursachen ersparen. Das Phänomen tritt
immerhin so häufig auf, dass die Industrie ein Zubehörteil
namens Mantelstromfilter
erfunden hat, das im Handel - häufig in Verbindung mit einem
teuren Technikereinsatz - recht gern verkauft wird. Auch den Mantelstromfilter
erhalten Sie im Rundfunk- und Fernsehfachhandel. Es handelt sich
dabei um eine Art Adapter bzw. Aufsteckbuchse für die Antennensteckdosen,
in die die Antennenstecker Ihres Antennenkabels eingesteckt werden.
Auch dies macht im Sinne einer Vorsorge Sinn, da diese Störströme
eigenartigerweise von heute auf morgen auftreten (und auch wieder
verschwinden) können.
5.
Schritt: Eigentlich unglaublich, aber wir hatten schon
Fälle, in denen der Kunde Schritt 1 bis 3 durchgeführt
hatte, das Gerät vom Service zweifelsfrei als fehlerfrei diagnostiziert
war, und dennoch das Brummen nach wie vor auftrat - in manchen Fällen
auch intermittierend, d.h. nicht immer. Der Kunde hatte einen Freund
in einer Nachbarwohnung im gleichen Haus. Umzug der gesamten Anlage
dorthin: Brummen. Umzug der Anlage in ein anderes Haus: Plötzlich
war das Brummen verschwunden und trat auch im Dauerbetrieb nicht
mehr auf. Mikrowellen, das Gigahertz-Pulsen
drahtloser Telefonanlagen oder sonstiger Elektrosmog - was letztlich
der Auslöser solcher Störungen ist, wird sich selten zweifelsfrei
ermitteln lassen. Aber das ist ein anderes Problem ...
6.
Schritt: Man muss nicht unbedingt Schritt 4 durchführen,
um festzustellen, dass ein Gerät ein Fall für den Kundendienst
ist. Tritt z.B. nach einigen Stunden Betrieb eine ungewöhnliche
Erhitzung am Gerät (z.B. am Trafo)
auf oder geht das Brummen mit anderen akustischen Störungen
einher, liegt der Verdacht nahe, dass ein Bauteil seinen Geist aufgegeben
hat. In diesem Fall rufen Sie einfach die Kundendienst-Hotline von
HIFI-REGLER unter 0180-5216969 an oder schicken eine Email an service@hifi-regler.de.
Bitte halten Sie Ihre Kunden-Nummer bereit.
Von einem Kunden
erhielten wir kürzlich diese Mail: "Vielen Dank für Ihre schnelle
Hilfe. Ihre Analyse mit der Brummschleife war korrekt. Eine Steckdosenleiste
mit Netzfilter
war nicht nötig, da das Problem mittels einer geänderten Erdung
gelöst werden konnte." Wir empfehlen allerdings nachdrücklich,
solche Arbeiten nur von einem Elektrofachbetrieb oder einem ausgewiesenen
Fachmann durchführen zulassen.
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