Test: AV-Receiver Marantz SR-9300
Test: Carsten Rampacher, AREADVD
- update: 31.Oktober 2003
Testassistent: Matthias Walther-Richters,
HIFI-REGLER
Der Test wurde in den HIFI-REGLER®-Hörstudios
durchgeführt.

Ausstattung
Wer deutlich über 3.000,00 EUR für einen AV-Receiver ausgibt, verlangt
natürlich auch eine dementsprechende Leistung für sein Geld. Die
Ansprüche der potentiellen Käufer sind in letzter Zeit weiter gestiegen
- und das aus gutem Grund, denn bereits für 1.200,00 bis 2.000,00 EUR
gibt es jetzt Geräte, die ein ausgezeichnetes Performance-Profil mitbringen,
das auch anspruchsvollen Heimkino- und Mehrkanal-Musikliebhabern in vielen
Fällen ausreicht.
Also müssen die teuren Edel-Boliden nochmals deutlich mehr in die Waagschale
werfen, um Ihren doch immensen Kaufpreis zu rechtfertigen. Der Marantz SR-9300 kann etwaigen Vergleichen mit Gelassenheit ins
Auge sehen, denn seine Ausstattungsliste und die verwendeten Baugruppen
zeugen von außerordentlicher Güte. Der Marantz löste vor geraumer Zeit
mit noch besserer Ausstattung den Marantz SR-9200 ab, der bei uns im Hardwaretest
mit brillanten Leistungen überzeugen konnte. Während die Endstufensektion
im Vergleich zum Vorgänger laut Marantz weitestgehend unverändert blieb
- an Leistung stehen 7 x 140 Watt an 8 Ohm zur Verfügung, die hoch belastbaren
High Current-Endstufen konnten durch ihre Dynamik und Pegelfestigkeit
auch in unserem Test voll punkten - ist bezüglich der Vorverstärkersektion
und der Elektronik eine Menge geschehen. So ist der Marantz SR9300
nun THX Ultra 2-zertifiziert (mehr über THX Ultra 2 findet sich am Ende
des Tests), ferner wird auch DTS 96/24 decodiert. Neue 192 kHz/24-Bit
Crystal Audio-D/A-Wandler sollen die klanglichen Fähigkeiten gerade in
Bezug auf Brillanz und Detaileinarbeitung nochmals hörbar steigern, was
in Anbetracht der exzellenten Leistungen des Marantz SR-9200 eigentlich
kein leichtes Unterfangen werden dürfte. Ob die Mission gelungen ist,
können Sie später in der Klangwertung nachlesen.
Marantz ist besonders im Kreise audiophiler Kenner bekannt, daher liegt
dieser Kundenkreis auch den Entwicklern des Marantz SR
9300 am Herzen. Daher steht auch eine Source Direct- und Video Off-Schaltung
bereit, um für audiophile Hörer einen natürlichen und reinen Klang ohne
störende Beeinflussungen durch nicht benötigte Baugruppen sicherzustellen.
Um diesen reinen Klang ohne störende Begleitgeräusche zu ermöglichen,
wurden weitere optimierende Maßnahmen durchgeführt. Das vollverkupferte
Gehäuse sorgt zusammen mit dem groß dimensionierten Ringkerntrafo nochmals
für eine Steigerung des Leistungsvermögens. Ansonsten sorgt die "Precision
Coding Technology" für höchste Sound-Präzision, so dass wir insgesamt
schon sehr gespannt waren auf die akustischen Fähigkeiten des AV-Receivers.
Wie bereits der Vorgänger wird auch der Marantz SR-9300
mit Scartbuchsen ausgeliefert, was gerade die in Europa übliche Rolle
des AV-Receivers als Videoschaltzentrale positiv beeinflussen dürfte.
Während es als weitere Videoanschlüsse noch S-Video-Hosiden- und FBAS-Buchsen
gibt, werden wie schon beim Marantz SR-9200 keine YUV-Terminals mitgeliefert.
Dies ist bedauerlich, da diese Anschlussart auch hierzulande immer beliebter
wird. Bei allen anderen Anschlussformen gibt sich der Marantz keine Blöße.
Selbstverständlich gibt es einen 7.1-Eingang sowie einen vollen Satz an
Pre-Outs. Zudem ist der Marantz SR-9300
Multiroom-geeignet: hier kann man die eingebauten Endstufen zwischen den
Surround Back- und dem Multiroom-Einsatz umschalten. Eine RS232 Schnittstelle
für Software-Updates und Haussteuerungssysteme (Creston, AMX) steht ebenfalls
zur Verfügung. Die hervorragende Fernbedienung RC3200 wird auch dem neuen
Modell beigelegt, was in Anbetracht der Qualitäten des auch einzeln zu
erwerbenden IR-Controllers alles andere als ein Fehler ist. Wie auch der
9200er ist der Marantz SR-9300
in goldener oder schwarzer Ausführung lieferbar, seit kurzer Zeit auch
in silberner Version, die mittelfristig die goldene Variante ersetzen
wird. Laut Marantz wird die Nachfrage nach silbernen Geräten immer größer
- schließlich ist auch ein Großteil der Bildwiedergabegeräte, sei es ein
Röhrenfernseher, ein Plasmaschirm oder ein Rückenprojektions-TV - in silbern
gehalten. Der Anteil der Heimcineasten, die goldene Geräte bevorzugen,
wird im Gegenzug immer geringer.
Erfreulicherweise lässt Marantz die SR-9200-Besitzer nicht
im Stich: Mittels eines Upgrades für 300,00 EUR kann der AV-Receiver technisch
angepasst werden. Einzelheiten dazu finden sich hier.
Der Marantz SR-9300 im Detail
Verarbeitung
Hier beweist der Marantz SR-9300
seine Klasse - eine dicke, massive Aluminiumfrontplatte, die auch tatsächlich
wie edles Metall aussieht, bestimmt die hochkarätige Optik. Die sehr solide
und nobel wirkenden Bedienelemente fügen sich zusammen mit der stabilen
Klappe, hinter der sich weitere Bedienelemente verbergen, in den Gesamteindruck
ein. Die Geräterückseite präsentiert sich ebenfalls in exzellentem Finish.
Sauber sind alle Buchsen eingepasst, inklusive der Scartbuchsen. Hier
könnte mancher Fernseherhersteller einmal bei Marantz in die Lehre gehen,
um zu studieren, wie ein ausgezeichnet gemachtes Anschlussfeld in bezug
auf die Materialqualität und die Anschlussstabilität aussehen kann. Die
Fernbedienungseinheit, die sich im Karton findet, vervollständigt
eindrucksvoll das Gesamtresultat: elegant, hochwertig und von ausgezeichneter,
langlebiger Verarbeitung.
Anschlüsse

Die Nachteile sind schnell aufgezählt: Es gibt keine Hochgeschwindigkeitsschnittstelle
wie i.link o.ä. und keine YUV-Terminals. Ansonsten ist alles vorhanden,
um einen großen Gerätepark anzuschließen. Neun Analogeingänge, vier Analogausgänge
4, insgesamt 10 Digitaleingänge (vier optische Eingänge, fünf koaxiale
Eingänge, 9 davon frei zuweisbar) und zwei Digitalausgänge (1 x optisch,
1 x koaxial) stehen zur Verfügung. Wer trotz der sehr leistungsfähigen
internen Einheiten externe Endstufen anschließen möchte, kann dies für
ein komplettes 7.1-System tun: Alle nötigen Vorverstärkerausgänge sind
vorhanden. Ein 7.1-Kanal-Eingang ist ebenfalls vorhanden. Multi-Room-fähig
ist der Marantz SR-9300
auch, die entsprechenden Anschlüsse finden sich auf der Geräterückseite.
Auf der Gerätefrontseite gibt es noch einen komplett (inklusive S-Video/optischem
Digitaleingang) bestückten AV-Eingang.
Features und Baugruppen
192 kHz/24-Bit-Crystal-DSPs für alle Kanäle sorgen für einen hochauflösenden,
klaren und detailreichen Klang. Durch die ADDC-Technik (Advanced Double
Differential Converter, fortschrittlicher doppelter Differential-Wandler)
wird laut Marantz die Stereowiedergabe optimiert. Die "Precision Coding
Technology" (PCT) steigert laut Marantz effektiv die Decodierungsqualität.
PCT verarbeitet die digitalen Signale von Dolby Digital und DTS mit einer
höheren Rechenbreite von 32 Bit, was zu einem feiner aufgelösten Audiosignal
führt. Gleichzeitig wird das Signal-Rausch-Verhältnis im Mittel-/Hochton-Bereich
deutlich verbessert. Mit seinem sehr differenzierten, dynamischen und
klaren Klang kann der Marantz SR-9300
in den Klangwertungen auch seinen Vorgänger SR-9200 distanzieren. Des
Weiteren bringt der Marantz SR-9300
drei DSP-Programme mit - Hall, Matrix und Movie - die aber bei der natürlichen,
insgesamt extrem gelungenen Auslegung (siehe Tonwertung) eigentlich nicht
gebraucht werden.
Insgesamt bietet der Marantz SR-9300
eine erstklassige Verarbeitung und eine praxisgerechte, sinnvolle Ausstattung.
Was wir vermissen? Eine Hochgeschwindigkeitsschnittstelle und YUV-Anschlüsse.
Bewertung      
Bedienung

Das Bedienkonzept des Marantz SR-9300
gefiel uns außerordentlich gut. Maßgeblichen Anteil daran hat die
ausgezeichnete Touch Screen-Fernbedienung namens Marantz
RC-3200A, die auch einzeln zu haben ist und dem Marantz SR9300
beiliegt. Die Benutzeroberfläche ist klar aufgebaut, die Mischung aus
den wenigen Funktionselementen im unteren Teil und auf der linken Seite
der Fernbedienung sowie den Touch Screen-Elementen erscheint bereits nach
kurzer Eingewöhnungsphase als sehr gut gelungen. Das Enter-Kreuz ist leicht
zu bedienen und besitzt eine angenehme Größe. Klare, leicht verständliche
und im wesentlichen ausreichend groß dimensionierte Touch-Screen-Buttons,
wie im Bild oben zu erkennen, ermöglichen eine komfortable Bedienung.
In der Dunkelheit ist die komplette Fernbedienung grünlich beleuchtet,
so ist eine Bedienung des Marantz SR-9300
auch im abgedunkelten Heimkinoraum problemlos möglich. Durch die Vorprogrammierung
sowie die Lern- und Macrofähigkeit eignet sich die RC-3200A
hervorragend als Infrarot-Schaltzentrale, deren Reichweite überzeugen
konnte, für ein komplettes Heimkino. Auch große Geräteansammlungen managt
diese Kontrolleinheit ohne Schwierigkeiten.

Das On Screen Display des Marantz SR
9300 ist, trotz der Funktionsvielfalt, klar aufgebaut. Alle Einstellungen
lassen sich einfach und zügig treffen, wie so oft sollte aber der
Anwender zumindest in bezug auf gängige heimcineastische Termini mit der
englischen Sprache vertraut sein. Rasch sind die Grundeinstellungen für
die Lautsprecher getroffen - besonders penible Zeitgenossen würden sich
vielleicht noch eine exaktere Einstellungsmöglichkeit für die Distanz
des einzelnen Lautsprechers zum Hörplatz wünschen. Denon bietet hier übrigens
0,1 m-Schritte, als ernsthaften Mangel des Marantz SR-9300
würden wir dies aber nicht werten. In der Praxis, so wagen wir
zu behaupten, würde kaum ein Hörer großartige Unterschiede bemerken, wenn
man den Abstand nochmals genauer eingeben könnte.

Viel wichtiger erscheint uns die Tatsache, dass der eingebaute Test-Tongenerator
zum akkuraten Einpegeln sehr gut taugt. Weder Marantz noch Denon bringen
in ihren Top-Geräten momentan eine Einpegelungsautomatik oder eine mikrophonbasierte
Hilfestellung mit, wie dies z.B. Pioneer mit M.C.A.C.C. (mehr dazu z.B.
im Test des Pioneer VSX-AX3)
oder Harman-Kardon mit EzSet (mehr dazu z.B. hier)
machen. Auch Yamaha hat nun ein solches System entwickelt und nennt es
YPAO
(Yamaha Parametric Room Acoustic Optimizer). So hilfreich diese Zusatzfeatures
in der Praxis sein mögen - mit etwas Geduld und Liebe zum Detail
schafft man auch mit sehr guten Test-Tongeneratoren und/oder einem Schalldruckmessgerät
höchst respektable Ergebnisse.
Die Bedienelemente am Gerät hat Marantz selber ausgeführt und arrangiert.
Allen voran überzeugt der Marantz-typische "Gyro Tuning"-Regler,
zentral angeordnet und mit ausgezeichnetem Bediengefühl. Auch der solide
gelagerte Lautstärkeregler passt vortrefflich zum praktisch perfekten
Gesamteindruck. Unter einer massiv ausgeführten Klappe finden sich jede
Menge weitere nützliche Features. Durch den unter anderem mit einer S-Video-Buchse
und einem optischen Digitaleingang bestückten Front-AV-Eingang können
rasch verschiedene Arten von Peripheriegeräten mit dem Marantz SR-9300
Kontakt aufnehmen. Das große Display gefällt mit hoher Auflösung und exzellenten
Kontrastwerten. Marantz verzichtet löblicherweise auf zu viele bunt flimmernde
Lämpchen im Display selbst oder in der Nähe des Displays, und gewährt
damit Übersichtlichkeit in vollem Umfang. Bedienungs-Fazit: Auch
beim Thema Bedienkomfort ist der Marantz SR-9300
ganz vorne zu finden. Mehr noch, die Bedienung macht sogar richtig Spaß.
Bewertung      
Ton
Testequipment
- DVD-Player Harman-Kardon DVD-30,
Denon DVD-A1
- Lautsprechersysteme: Infinity Kappa 7.1 Set (Kappa
600 Front, Kappa Center,
Kappa Dipole Surround, Kappa 200
Back Surround, Kappa Sub), Jamo
D 7 THX Ultra 2 7.1-System
- Wired by Oehlbach
Pegelfestigkeit
In dieser Wertung gelang es dem Marantz SR-9300,
die Meßlatte, die in den Preisregionen zwischen 3.000,00 und 4.000,00
EUR sehr hoch liegt, weiter nach oben zu verschieben. Besonders beachtlich
erscheint dies vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Endstufeneinheit
laut Marantz-Angaben im Vergleich zum SR-9200 nicht wesentlich verändert
wurde. Trotzdem konnten gestiegene Performance-Werte von unserer Seite
notiert werden, die dafür sorgen, dass sich der Marantz SR
9300 selbst hinter den nochmals deutlich teureren und auf dem Papier
deutlich leistungsstärkeren Konkurrenten in Form des Denon
AVC-A1SR und des Pioneer VSA-AX10
keinesfalls verstecken muss. Genauso wenig hinter dem sehr pegelfesten
Harman-Kardon AVR-8500, der bei
uns im Test Maßstäbe setzen konnte mit seinen bärenstarken, extrem hoch
belastbaren Endstufen (der Harman-Kardon ist aber mit fünf, nicht mit
sieben Endstufen ausgestattet wie die anderen hier genannten Geräte).
Bei allen unseren Dauerläufen (3 Stunden Infinity Kappa-System ohne aktiven
Subwoofer, Pegel 70 bis 90 Prozent der möglichen Maximallautstärke, 2
Stunden Infinity Kappa-System mit aktivem Subwoofer, Pegel 70 bis 90 Prozent
der möglichen Maximallautstärke, 3 Stunden Jamo D 7, alle Lautsprechersysteme
in kompletter EX-Konfiguration. Betriebsarten (wechselnd): THX Ultra 2,
THX Surround EX, DTS 96/24, externe Quelle: DVD Audio (5.1), All-Channel-Stereo,
Circle Surround/auch im Circle Surround 2 Betrieb arbeiteten alle Lautsprecher)
leistete sich der Marantz SR-9300
nicht die geringste Schwäche. Mit unnachgiebiger Wucht agierte der Marantz SR-9300
beim "Chronos"-Trailer auf der 7. DTS Demo-DVD (DTS 96/24). Dieser Trailer
verlangt dem Equipment nahezu alles ab, seine ungeheure Bassgewalt und
die prägnante, bei hohen Lautstärken schon fast schneidende Hochtondarstellung
trennt rasch die "Spreu vom Weizen". Der Marantz jedoch brachte selbst
ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer ein kraftvolles Klangbild zustande,
das auch bei 90 % des Maximalpegels nicht einbrach. Selbst einmal der
komplette Trailer in möglicher Maximallautstärke bewegte den AV-Receiver
nicht dazu, sich auszuschalten - man merkte nur am leicht flackernden
Display, dass sich der Marantz SR-9300
bei dieser Übung - Chronos-Trailer in Maximallautstärke und ohne aktiven
Subwoofer - doch mehr als üblich anstrengen musste. Die Wiedergabe erfolgte
hier in 5.1 - doch bei der Pod Pace-Sequenz von der THX Ultimate Demo
DVD wollten wir es wissen und ließen den Marantz während dem gesamten
Ausschnitt praktisch auf Maximalpegel laufen - auch hier diente das Inifinity
Kappa Set als Wiedergabesystem, und wieder blieb der Subwoofer dem Pre-Out
des Marantz fern. Wir hätten erwartet, dass diese Übung - nach den Dauerläufen
und nach dem "Chronos"-Experiment - den Marantz nun endgültig an seine
Grenzen bringen würde. Die Abschaltautomatik, so mutmaßten wir vor dem
Versuch, würde sich bei dieser erneuten massiven Attacke der Tester auf
das bereits hoch belastete Gerät gewiss aktiveren. Doch - nichts dergleichen
geschah. Ein leichtes Displayflackern war alles, was unser "Held der Pegelfestigkeit"
sich entlocken ließ, ansonsten blieb er "cool". Nun, "kalt" ließen den
AV-Receiver diese Belastungstests nur im übertragenen, aber nicht im eigentlichen
Wortsinn, will heißen: Eine deutliche Erwärmung des AV-Receivers war schon
spürbar. Aber: Dass sich die Thermik unter solchen Belastungen ändert,
ist völlig normal, extrem heiß wollte der Marantz SR-9300
aber nie werden, was sehr deutlich macht, dass hier ein höchst effektives
Temperaturmanagement im Inneren des Marantz SR-9300
arbeitet.
Mit den in unseren Testreihen gezeigten Werten markiert der Marantz SR-9300
zweifelsohne die Spitze - seine 140 Watt pro Kanal, die im Datenblatt
angegeben sind, wirken auf den ersten Blick nicht weltbewegend viel -
aber die Praxis ist, wie so oft im Leben, gegenüber der "grauen Theorie"
der bessere Lehrmeister. Problemlos kann der AV-Bolide daher auch in sehr
großen Hörräumen eingesetzt werden, ein 50- bis 60-Quadratmeter-Raum stellt
für den Marantz SR-9300
keine Schwierigkeit dar. In Anbetracht dieser Tatsachen erscheint der
Kaufpreis des Marantz SR-9300
in einem besonders guten Licht - hier wird eine extrem gute Qualität für
einen fairen Preis geboten.
Filmton-Wiedergabe
Auch weit überdurchschnittlich anspruchsvolle Heimkino-Liebhaber werden
ihre große Freude am Marantz SR-9300
haben. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, was man lieber möchte:
Ein Gerät, das ein exzellentes Volumen und eine großartige Durchsetzungskraft
bei allen Arten von Effekten bieten kann oder einen "Detail-Virtuosen",
der auch noch die letzte kleine Einzelheit mit Sorgfalt herausarbeitet.
Mit dem Marantz SR-9300
erwirbt man einen AV-Receiver, der beides absolut gekonnt beherrscht.
Bei der Sequenz aus "Behind Enemy Lines" (DTS Demo DVD Nr.7) brachte der
souveräne Marantz die teils krassen Dynamiksprünge auf Referenzlevel zur
Geltung. Gerade eben noch bedrohliche Stille - dann brechen, wie aus dem
Nichts, gewaltige Explosionen herein. Der Marantz SR-9300
lässt dem Hörer diese unnachgiebige Wucht, diese unbändige Kraft
bis in die Magengrube spüren. Selbst dem unempfindlichsten Zeitgenossen
wird es Angst und Bange, wenn die Jagdszene der schwarzen Mitsubishi Lancer
Evolution auf den Truck in "The Fast And The Furious" in voller Lautstärke
durch den Hörraum donnert. Die hochdrehenden Motoren, die Schüsse aus
der Schrotflinte des Truckfahrers und das Geschrei der Akteure werden
vom Marantz SR
9300 in höchster Präzision in den Hörraum getragen. Dabei schafft
es der AV-Receiver, die gesamte Geräuschkulisse auch bei höchsten Lautstärken
sauber durchzustrukturieren. Auch die Konkurrenten von Denon und Pioneer
schaffen, obwohl sie teurer sind, keine besseren Werte; und was die schiere
Wucht der Effektdarstellung anbetrifft, kann der Marantz diesen beiden
Highend-Geräten sogar leicht enteilen. Bildlich gesprochen, trifft der
Marantz SR-9300
jeden Zuhörer noch mit voller Kraft, selbst wenn er versucht, sich in
einer Ecke des Hörraums zu "verdrücken".
Schon der Auftakt von "Die Mumie kehrt zurück" ist mit Effektgewittern
gespickt. Der Marsch des Skorpionkönigs und seiner Armee wird vom Marantz SR-9300
sehr eindrucksvoll wiedergegeben, die Schlachten wirken so real, als ob
man selber gerade im alten Ägypten mit einem scharfen Schwert bewaffnet
um sein Leben kämpfen müsste. Auch der Einmarsch des nun mit der Gottheit
Anubis verbündeten Skorpionkönigs in die altägyptische Stadt geschieht
mit großem Nachdruck. Immer schafft es der Marantz SR
9300, ein erstklassiges Gefühl der räumlichen Weite zu erzeugen. Dieser
Faktor führt maßgeblich zur dreidimensional-plastischen Vorstellung. Mit
ausgezeichneter räumlicher Darstellung bringt der Marantz auch den klassischen
THX Broadway-Trailer zur Geltung. Die Pod Race-Sequenz aus "Star Wars,
Episode 1 - The Phantom Menace", abgelegt auf der THX Ultimate Demo DVD,
bringt die Qualitäten des Marantz SR-9300
bestens zur Geltung: Der Zuhörer hat den Eindruck, selbst am "Pod Race"
teilzunehmen. Der Rausch der Geschwindigkeit wird ungefiltert übertragen
und somit hervorragend zur Geltung gebracht. Auch kleine "Nebeneffekte"
wie z.B. die Einstellarbeiten, die Anakin Skywalker während seines vorübergehenden
Triebwerks-Energieausfalls im Cockpit durchführt, kommen glasklar und
passend akzentuiert zur Geltung. Der zwar die Zusammenstellung betreffend
interessante, von der Audioqualität her aber (was am Alter der teilweise
ausgewählten Filmausschnitte liegt) nicht überdurchschnittliche Filmausschnitts-Mix
(unter anderem Star Wars und Indiana Jones) wird vom Marantz SR-9300
trotz der klanglichen Defizite der Vorlage in sehr guter Qualität dargebracht.
Mancher Mittelklasse-AV-Receiver schafft - um hier einmal klare Worte
zu sprechen, die die überragende Güte des Marantz SR-9300
zutreffend charakterisieren - bei exzellenter Software nicht die akustischen
Ergebnisse, die der Marantz SR-9300
bei nur durchschnittlichen Tonspuren bereit stellt.
Auch in Preisregionen zwischen 1.000,00 und 1.500,00 EUR finden sich
inzwischen ausgezeichnete AV-Receiver - so z.B. der kürzlich getestete,
klangstarke Pioneer VSX-AX3 oder der mit einem überragenden Bassmanagement ausstaffierte
Harman-Kardon AVR-5550. Eine exzellente Alternative
ist auch immer noch der reichhaltig ausgestattete Denon
AVR-3803. Bereits diese Boliden bieten mehr,
als viele Hörer jemals ausnutzen können. Und diejenigen anspruchsvollen
Anwender, die von allem noch mehr wünschen, können sich in der Klasse
um 2.500,00 EUR bedienen - Super-AV-Boliden wie der extrem flexible DSP-Alleskönner
Yamaha DSP-AZ1, der Denon AVC-A11SR
mit absoluter Vollausstattung oder der mit Spitzenklasse-Endstufen ausgestattete
Harman-Kardon AVR-8500 sind in diesen Preisregionen zu Hause. Was
Klanggüte, Verarbeitung und die Features angeht, bekommt der Kunde hier
bereits unglaublich viel geboten. Daher: Wer benötigt noch mehr, oder,
anders ausgedrückt: Was für Ansprüche muss man stellen, damit man noch
mehr Geld in eine AV-Kommandozentrale investiert? Unsere Antwort: Allerhöchste
Souveränität in großen Hörräumen über 50 Quadratmeter, sieben High-End-Endstufen
mit extrem schnellem Ansprechverhalten und höchster Feinfühligkeit, eine
Effektwiedergabe, die über ein 7.1 Lautsprechersystem echtes Kino-Feeling
für alle beteiligten Zuhörer bereit stellt. Eine Kombination aus unbändiger
Kraft und erstklassigem Feingefühl, die praktisch keine Kompromisse mehr
vom Anwender erfordert. All dies zusammen bietet in der Preisklasse bis
1.500,00 EUR kein Gerät - eine solche Performance kann der Käufer für
dieses Geld nicht erwarten. In den Preisregionen zwischen 2.500,00 und
2.800,00 EUR wird zwar bereits ein hoher Perfektionsgrad geboten, man
wird aber in dieser Preisklasse - eine unter dem hier getesteten Marantz
- kein Gerät finden, das in der Summe seiner Eigenschaften dem nahezu
perfekten Marantz SR-9300
absolut ebenbürtig ist. Natürlich kann es sein, dass einer dieser AV-Receiver
dem Marantz in einer Wertung oder auch in zwei Disziplinen das Wasser
reichen kann - aber diese Vollendung bei allen relevanten Eigenschaften
findet sich bei keinem preisgünstigeren Konkurrenten, der uns bekannt
ist. Daher ist der Marantz SR-9300
das ideale Gerät für all diejenigen Anwender, die ein sehr hoch belastbares
Lautsprechersystem einsetzen, das außerordentlich pegelfest ist und in
einem großen Hörraum steht. Ideal geeignet für den Marantz SR-9300
sind unsere beiden Test-Sets: Unsere momentane Gesamt-Referenz, das Jamo
D 7 THX Ultra 2-System, passt erstklassig für alle Anwendungen, wer
es besonders musikalisch im Stereo-Betrieb mag und insgesamt sehr viel
Musik, darunter auch zu größeren Anteilen DVD-A und/oder SACD in 5.1 hört,
fährt mit unseren Infinity Kappa-Lautsprechern (Test folgt in Kürze) ebenfalls
hervorragend. Natürlich, diese Sets sind alles andere als preisgünstig
- aber nur mit den entsprechenden Lautsprechern lassen sich die überragenden
Qualitäten des Marantz SR
9300 voll auskosten.
Mehrkanal-Musikwiedergabe
In Bezug auf die Mehrkanal-Musikwiedergabe liefert der Marantz ebenfalls
First-Class-Resultate ab. Ob Konzertsaal oder Disco - der Marantz SR-9300
spielt alle Rollen, vom ambitionierten Konzertmeister bis zur druckvollen
Beschallungsmaschine für die private House-Party im großzügigen Partykeller.
Durch diese sehr flexible Auslegung macht es der Marantz SR-9300
praktisch jedem Recht - bei klassischer Musik begeistert seine sprühende
Spielfreude, jedes Instrument und jede Stimme betont der AV-Receiver höchst
wirkungsvoll. Mit großer Klasse managt er Dynamiksprünge jeder Art, jeder
Orchestereinsatz wird zu einem Erlebnis, weil man sich unmittelbar in
einem großen Konzertsaal mit ausgezeichneter Akustik wähnt - so nah scheinen
dem Auditorium die Musiker zu sein. Auch feine Details - Zwischentöne
in einem Violinensoli, das Abklingen eines Pianos - bringt der Marantz SR-9300
in begeisternder natürlicher Klarheit zur Geltung. Mit seiner charismatischen
Stimmwiedergabe erobert der Marantz SR-9300
ebenfalls die Herzen äußerst anspruchsvoller Mehrkanal-Musikfreunde. Um
die ausgezeichneten Eigenschaften bei der Stimmwiedergabe eindrucksvoll
erleben zu können, empfehlen wir, eine musikalische anspruchsvolle Oper
abzuspielen (z.B. Figaros Hochzeit, die Zauberflöte) und besonders auf
die Stimmen zu achten. Mit einem unglaublichen Fundament werden der Bariton
und der Bass wiedergegeben, mit extremer Reinheit stellt der Marantz SR-9300
den Sopran dar. Glockenhell, differenziert und frisch trägt der AV-Bolide
die hohe Frauenstimme in den Hörraum. Bei hochwertigen Mehrkanal-DVDs
ist es, wenn man Liebhaber einer voluminösen, reichhaltigen Surround-Klangkulisse
ist - den THX Music Mode, Bestandteil der Ultra 2 Package, aktivieren.
Bei einer beachtlich hohen Präzision wird viel atmosphärische Dichte geboten.
Bei bass- und effektstarker Technomusik begeistert der Marantz durch
seine kraftvolle Effektwiedergabe und seinen extrem druckvollen Bass.
Selbst Kickbässe - die manchem AV-Receiver große Wiedergabeprobleme bereiten
- schmettert der Marantz SR-9300
mit unglaublicher Vehemenz durch den Hörraum. So schafft der Marantz SR-9300
echte Disco-Atmosphäre, die souverän erreichbaren Pegel liegen extrem
hoch.
Anspruchsvolle Hörer wissen die Qualitäten eines edlen AV-Receivers auch
im DVD Audio- und SACD-Betrieb zu schätzen. Denn die in solchen AV-Boliden
verbauten Endstufeneinheiten weisen alle Leistungsmerkmale auf, die für
den effektiven Betrieb in Verbindung mit High-Quality-Audio-Medien dringend
von Nöten sind. Und der Marantz SR-9300
enttäuscht auch hier nicht. Seine sehr schnell und mit großer Dynamik
antretenden Endstufen sind jeglicher Art von DVD-A und SACD-Medien gewachsen.
Der klare, unverfälschte Hochtonbereich begeistert ebenso wie das präzise
Bassfundament.
Dolby Pro Logic 2/Circle Surround 2
Beide Surround-Aufpolierer - PL2 und CS2 - hat man bei Marantz mit großer
Sorgfalt integriert. Besonders gut gelungen ist die Circle Surround 2
Musik-Wiedergabe. Mit einem satten Bass und einer brillanten Raumwirkung
erzielt der Marantz SR-9300
ein dichtes, komplettes Klangerlebnis. Mit Hilfe der TruBass-Einstellung
kann die Basswiedergabe wirkungsvoll optimiert werden. Hier sollte man
aber aufpassen, es nicht zu übertreiben - dann gewinnen die Bassanteile
rasch die Oberhand, was zu einem unausgewogenen Klangbild führt. Die richtige
Einstellung vorausgesetzt, sind die Leistungen aber exzellent, auch dann,
wenn man keinen aktiven Subwoofer verwendet. Als ebenfalls gelungen, sowohl
im Circle Surround 2 Musik- als auch im Circle Surround 2 Kino-Modus,
erweist sich die Stimmwiedergabe. Mit tadelloser Klarheit und einer auch
bei hohen Pegeln stets gegebenen Verständlichkeit sichert sich der Marantz SR-9300
viele Bonuspunkte. Die Surround-Klangkulisse im Filmbetrieb gefällt durch
ihre hervorragende Breitenwirkung, die der Gesamtdarstellung erstaunlich
viel Plastizität gibt. Überdurchschnittlich gut ist es selbst um die Detaileinarbeitung
bestellt. In Bezug auf die Detailtreue muss sich der Marantz SR-9300
insgesamt nur dem nochmals exakteren Logic 7 von Harman Kardon, so wie
im AVR-8500 verbaut, beugen. Dafür
stellt Circle Surround in der Güte wie beim Marantz SR-9300
gehört, den Maßstab in den Punkten Bassdruck und Volumen dar. Im Pro Logic
2 Modus sind die Leistungen ebenfalls auf einem hohen Level - hier ist
anzuraten, dass man je nach eigenen Präferenzen und der verwendeten Software
sich beide Surround-Aufpolierer im Direktvergleich anhört. Bei mancher
Software hinterlässt PL2 den noch etwas präziseren Eindruck, dafür ist
ab und zu das Klangbild insgesamt schmaler und weniger eindrucksvoll als
bei Circle Surround 2. Selbstverständlich stellt der Marantz SR-9300
im Music Mode alle Einstellmöglichkeiten zur Verfügung, so dass der Anwender,
je nach eigenem Geschmack und der Signalquelle, die Center-/Frontlautsprecher-Gewichtung
und die Balance von Front- und Surround-Kulisse einstellen kann. Insgesamt
sorgen die beiden Surround-Aufpolierer dafür, dass der Marantz SR
9300 auch in dieser Disziplin seine Extraklasse beweisen kann. Der
Denon AVC-A1SR
und auch der Yamaha DSP-AZ1 bieten zwar eine Dolby Pro Logic 2 Integration, die sich
in Bezug auf die Basswiedergabe druckvoller in Szene setzen kann als die
PL 2-Schaltung im Marantz, aber beide Geräte verfügen lediglich über das
veraltete DTS NEO:6 als weiteren Surround-Aufpolierer. Nicht aber über
Circle Surround 2, das in Bezug auf die Basskraft sogar der PL 2-Integration
des Yamaha und des Denon überlegen ist. Der Harman
Kardon AVR-8500 verfügt zwar über das brillante Logic 7, die PL 2-Version
des AVR-8500 tritt jedoch ohne die Einstellmöglichkeiten im Musik-Modus
an. Daher stellt der Marantz SR-9300
das insgesamt am besten und am sinnvollsten ausgestattete Angebot dar,
das auch klanglich absolut überzeugen kann.
Stereobetrieb
Auch im Stereobetrieb bot der Marantz SR-9300
eindrucksvolle Leistungen. Ein hervorragendes Bassfundament, das großartige
Kraft mit einer außerordentlich hohen Präzision verbinden konnte, trägt
die gesamte Wiedergabe. Hier macht sich der hohe Aufwand bei der Konstruktion
- für den Stereobetrieb steht die A.D.D.C. (Advacend Double Differenzial
Converter) - Technik zur Verfügung.
Bei allen CD-Beispielen konnte der Marantz SR-9300
zudem mit seiner exzellenten Dynamik brillieren, so dass z.B. klassische
Konzerte mit großen Orchestern zu einem besonderen Erlebnis wurden. Mit
viel Schwung und einem ungeheuren Detailreichtum trug der Marantz derartige
Musikstücke in unseren Hörraum. Ganz ausgezeichnet funktionierte die Zusammenarbeit
mit unseren Infinity Kappa 600,
die mit ihrem standhaften Bassbereich und der sehr klaren, aber nie unangenehm-überdominanten
Hochtondarstellung die Qualitäten des Marantz SR-9300
wirkungsvoll unterstützten. Sehr feinfühlig ließ der AV-Receiver das Piano
abklingen, mit viel Gefühl managte er hochklassige Violinen-Soli. Genau
wie in den anderen Disziplinen war auch der Stereoklang von der unerschütterlichen,
beruhigenden Souveränität des Marantz geprägt. Jede Aufgabe schien er
spielerisch zu bewältigen, nie schien auch nur ein Ansatz von Anstrengung
durch. Selbst bei weniger gut aufgenommenen CDs lieferte der Marantz SR-9300
noch eine tadellose akustische Gesamtleistung. Beachtlich war vor allem,
wie rund und harmonisch sich das Ergebnis noch anhörte.
Bewertung Pegelfestigkeit      
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Dolby PLII/Circle Surround 2      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Die Zeit ist reif für einen neuen Champion: Der Marantz SR-9300
erreicht die besten Ergebnisse in unserem Praxis-Test, die je ein AV-Receiver
oder -Verstärker erzielen konnte. Möglich machen das Referenzleistungen
vor allem in der elementar wichtigen Klangwertung. Hier enteilt der Marantz SR-9300
der Konkurrenz mit seiner mitreißenden Gesamtdarstellung, die mit unglaublicher
Wucht alle Arten von Effekten quer durch den Hörraum donnern lässt, gleichzeitig
aber mit beispielhafter Klarheit und praktisch optimaler Feinauflösung
ans Werk geht. Diese Kombination aus Feingefühl und unbändiger Kraft fanden
wir bereits bei anderen getesteten hochwertigen Geräten, in dieser Perfektion
aber bietet sie momentan nur der Marantz SR-9300.
Seine herausragende, weit überdurchschnittliche Musikalität ist eine weitere
Komponente, die für dieses erstklassige Test-Ergebnis sorgt.
Ganz gleich, um welche Musikart es geht, ganz gleich, um welches Medium
es sich handelt und welche Art der Aufbereitung gewählt wird: Der Marantz SR-9300
setzt überall Glanzpunkte. Ob Hardtrance oder Beethoven, dem Marantz ist
es gleich: Während er bei der Techno-Musik seine brillante Pegelfestigkeit
und seine Fähigkeiten zu einer extrem harten Kickbasswiedergabe unter
Beweis stellt, erbringt er bei klassischer Musik mit seiner liebevollen,
detaillierten Gesamtakustik, die Harmonie, Esprit und ein passendes Fundament
exzellent miteinander verknüpft, ebenso Ergebnisse, die auch sehr anspruchsvolle
und hörerfahrene Musik-Genießer glücklich machen wird. Der Marantz SR-9300,
und das gefällt uns so gut, präsentiert sich als echtes "Universalgenie",
er kann einfach alles. Die Circle Surround 2-Integration mit dem kraftvollen
TruBass ist ebenso überragend wie die sehr präzise agierende Dolby PL2
- Darbietung. Im THX Ultra 2-Modus sind die Leistungen des Marantz ebenfalls
von erlesener Güte, mit seiner umfassenden Effektdarstellung, die jede
Einzelheit zu einem imposanten, dichten Klangteppich verknüpft, verweist
der AV-Receiver die sehr starke Konkurrenz auf die Plätze. Die THX Music-Wiedergabe
zeigt sich mit einer voluminösen, aber dennoch klaren und sauber strukturierten
Surround-Klangkulisse ebenfalls in Höchstform.
Auch der "konservativeren" Fraktion bietet der Marantz SR-9300
viele Kaufanreize, denn der Stereoklang ist absolut brillant. Mit viel
Sorgfalt bei der Einarbeitung von Details, einem exakten Bühnenaufbau
und einer erfrischend natürlichen Wiedergabecharakteristik ist er in Bezug
auf die Stereo-Klanggüte ebenfalls dort zu finden, wo er in den anderen
Disziplinen zu Hause ist: An der absoluten Spitze. Doch nicht nur in Bezug
auf den Sound, auch was die anderen Eigenschaften angeht, weiß der SR-9300
zu glänzen: Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben, mit seiner
hochwertigen, massiven Aluminiumfrontplatte, dem aufwändigen inneren Aufbau
und der qualitativ exzellenten Fernbedienung braucht das Gerät auch hier
keinen Vergleich zu scheuen. Die Bedienung ist in Anbetracht der Funktionsvielfalt
einfach, das OSD verfügt über sehr ausführliche Einstellmöglichkeiten
und ist übersichtlich aufgebaut. Somit wird momentan die Luft etwas dünn
selbst für etablierte Gegner, denn auch wenn dem Marantz die YUV-Ausgänge
fehlen, die die Konkurrenz mitbringen, besteht für uns kein Zweifel daran,
dass der Marantz SR-9300
akustisch jedem Gegner - zumindest im Moment - überlegen ist. Und mit
ca. 3.500,00 EUR ist er für dieses Leistungsprofil noch nicht einmal
überdurchschnittlich teuer. Marantz wird dies sicherlich gern hören -
aber ein kleiner Beigeschmack bleibt, denn wenn bereits der preislich
sehr faire Marantz SR-9300
solche Leistungen ermöglicht, da bleibt kaum noch Spielraum für das absolute
Topmodell, den Marantz SR-12S1, der allerdings
noch unter anderem einen DVI-D-Ausgang
mitbringt.
Der Marantz SR-9300 erklimmt dem Olymp: Zwar nicht der
teuerste, aber der beste AV-Receiver, den wir jemals getestet haben

High-End-Klasse
Test 30.10.2003
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
- Beste klangliche Gesamtperformance aller bislang getesteten
AV-Receiver
- Nahezu optimale, präzise, druckvolle und voluminöse
Basswiedergabe auch ohne aktiven Subwoofer
- Extrem leistungsfähige Endstufen ermöglichen Einsatz
auch in sehr großen Hörräumen
- Exzellente, weit überdurchschnittlich souveräne Hochtondarstellung
auch bei höchsten Pegeln
- Erstklassige Stereoperformance
- Überragende CS 2-Wiedergabe
- Sehr gelungene Dolby PL 2-Integration
- Erlesene Baugruppen
- Bestmögliche Verarbeitung
- Ausgezeichnete, sehr hochwertige Fernbedienung
Contra:
Über THX Ultra 2:
- THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante,
die vollständig für digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt
wurde. Auch die Extended Surround-Tonnormen von Dolby
und von DTS wurden bei der Entwicklung berücksichtigt.
So bietet THX Ultra II auch ein weiter gehendes Post
Processing, DTS ES Discrete 6.1 ist ebenfalls voll
integriert: Der zusätzliche diskrete Kanal auch als
ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing
versehen.
- Neu bei Ultra 2: Die Aufteilung in Cinema-
und Music Mode. Der Cinema Mode ist optimiert für
Wiedergabe von 5.1-Material über ein 7.1-Lautsprechersystem
und soll die Vorteile von Extended Surround auch bei
eigentlich in 5.1 vorliegendem Material akustisch
optimal ausnutzen. Alle 8 an einem EX-System beteiligten
Lautsprecher werden optimal aufeinander abgestimmt.
Um dies für den Back Surround-Bereich zu ermöglichen,
stellt der Heimcineast die Entfernung zwischen den
beiden Back Surround Lautsprecher ein. Diese Einstellung
benötigt THX Ultra 2, damit ASA (Advanced Speaker
Array) richtig arbeiten kann und die Surround- und
Back Surround-Klangkulisse als homogenes Ganzes erscheint.
Wer Material hat, welches in Dolby Digital 5.1 EX
vorliegt, verwendet nach wie vor THX Surround EX und
nicht THX Ultra 2 Cinema.
- Erstmalig bei THX gibt es auch einen
Music Mode, der besonders für DTS 96/24 und Musik-DVDs
in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert ist. Der Music
Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX
EX-Systems mit zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern,
die Boxen werden jedoch anders konfiguriert als für
die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So wird die linke
Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet,
die rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box.
Sinn dieses Unterfangens ist es, räumlich gesehen
zwischen dem jeweiligen Surround- und Back-Surround-Lautsprechers
eine Phantomschallquelle zu erzeugen, deren Klangeindruck
aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens dem
Klangbild eines normalen Direktstrahlers (also der
Lautsprecherart, die für die akkurate Musikwiedergabe
am besten geeignet ist) ähnlich sein soll. THX will
somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe Lautsprechersystem
sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe qualitativ
überzeugend vonstatten gehen soll. In der Praxis entpuppt
sich THX Ultra II Music nicht als "fauler Kompromiss",
sondern als brauchbares Feature: So wird eine raumfüllende,
aber trotzdem präzise Musikwiedergabe von guter Dynamik
erreicht. Auch wenn nicht das Niveau physisch vorhandener
Direktstrahler erreicht wird: Im Rahmen der Möglichkeiten
einer virtuellen Erzeugung ist das Ergebnis beachtlich
gut.
- Neu: Die Boundary Gain Compension. Die
Funktion ist für die Verwendung des Verstärkers mit
einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer bestimmt
und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen
des Hörraums (Struktur der Wände, Aufbau des Raums)
sowie die Position des Hörplatzes und des Subwoofers
sorgen in verschiedenen Fällen für eine störende Überbetonung
der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem
Hörer als zu dominant erscheint. Hier greift die Boundary
Gain Compension ein und gleicht übermäßig starke Basstöne,
die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.
- Um alle THX Ultra 2 Features nutzen
zu können, ist ein komplettes 7.1 Lautsprechersystem
erforderlich.
Technische Daten
- THX-UltraII-zertifizierter AV-Receiver
- Ausgangsleistung 7 x 140 Watt (8 Ohm, Klirr kleiner
als 0,05 %, 20 Hz bis 20 kHz)
- Precision Coding Technology
- Decodiert Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 5.1 EX,
Dolby Pro Logic 2, THX Surround EX, DTS 5.1, DTS ES
Matrix/Discrete 6.1, DTS 96/24, DTS NEO:6, Circle Surround
2
- Diskrete, stromgegengekoppelte Endstufen für hohe
Bandbreite
- Scart-Anschluss mit RGB-Video-Schaltung
- Multi-Room-System
- RS-232C-Schnittstelle für künftige Upgrades der Decodersoftware
- Ein- / Ausgänge Video:
Composite-Eingänge 7, Composite-Ausgänge
2 + 2 (monitor), S-Video In 7, S-Video Out 2 + 2 (monitor),
Scart In 4, Scart Out 1 (monitor)
- Ein- / Ausgänge Audio:
Analogeingänge 9, Analogausgänge
4, Digital in 10 (9 frei zuweisbar), optische Eingänge
4, optische Ausgänge 1, koaxiale Eingänge 5, koaxiale
Ausgänge 1
- Weitere Anschlüsse:
7.1-Kanal-Vorverstärkerausgang,
Main Amplifier In 7 Channels, Multi- Channel In 7.1-Kanal,
Multi- Room Audio Out 1 (RCA), Multi- Room Video Out
1 (Composite), RS232C 1, DC Triggers 2 (zuweisbar),
Lautsprecher-Anschlüsse für 7 Kanäle,
Multi-Room Speaker Terminal für 2 Kanäle, D-Bus RMC
Out 1 (I/O), Multi Room RMC 1 (I/O), External IR 1 (I/O)
AC-Netzbuchsen1/1 (geschaltet/nicht geschaltet), Fronteingänge
4, Kopfhörerausgang 1
- Frequenzgang 8Hz ? 80kHz (+/- 3 dB) (Analogeingang,
Source Direct), Frequezgang 8Hz ? 45kHz (+/- 3
dB), (Digitaleingang, 96kHz PCM)
- Eingangsempfindlichkeit 350 mV/ 47 K
- Tuner mit 50 Festspeichern
- Tuner-Eigenschaften FM: Frequency Range 87.5 ?
108.0, S/N Ratio Mono/ Stereo 76/ 72 dB, Distortion
Mono/ Stereo 0.2/ 0.3%,
Channel Selectivity +/- 300kHz 60 dB, Usable Sensitivity
16.4 dBf, Channel Separation 1 kHz, 45 dB (Stereo)
- Tuner-Eigenschaften AM: Frequency Range MHz 520 ?
1710kHz, S/N Ratio Mono/ Stereo 50 dB, Distortion Mono/
Stereo 1kHz, 30%, Mod. 0.5%, Channel Selectivity +/-
300kHz 60 dB +/- 20kHz 70 dB
- Allgemeines:
Lieferbar in Schwarz, Silbern oder Gold.
Remote Control RC3200, RS232C Kabel inklusive, Power Requirement 220V,
50 Hz, 530 W, Abmessungen (B x H x T in mm) 440 x 184 x 480, Gewicht
19.5 Kg.
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