Marantz
SR-9200 - Der AV-Receiver im Test
bei unserem Community-Partner

Ausstattung
Gerade bei den
technisch mit dem Allerfeinsten versehenen Boliden gibt es immer weiteren
Zuwachs. Denon, einer der Hersteller, der schon seit geraumer Zeit
überragend ausgestattete AV-Verstärker der Luxusklasse anbot, reagierte
und versah den schon exzellenten Denon AVC-A1SE zum einen mit einem
Upgrade, ebenfalls kam der Nachfolger Denon
AVC-A 1 SR. Auch Marantz, mit SR-14 und SR-14 MkII (inklusive
Decoder für THX Surround EX und DTS ES Compatible 6.1) bei den besten
AV-Receivern überhaupt vertreten, musste nachlegen: Denn Pioneer mit
dem Pioneer
VSA-AX 10 sowie Yamaha mit dem für seinen günstigen Preis brillanten
Yamaha
DSP-AZ 1 schicken sich an, zusammen mit dem Kenwood
KRF-X 9995 D kräftig die Highend-Klasse der Consumer-Geräte aufzumischen.
Bei Marantz aber wusste man genau, was zu tun war: Menschen, die hervorragend
aussehen und auch noch jede Menge innerer Werte haben, brauchen sich
um Beliebtheit und Akzeptanz nicht zu sorgen. Überträgt man dies auf
die Welt der AV-Receiver (der Marantz hat einen hochwertigen Tuner
mit 50 Stationsspeichern und dem Marantz-typischen hochwertigen Einstellrad
an Bord), hat der Marantz
SR-9200 schon beste Aussichten zum Erfolgsmodell, denn er glänzt
mit einer hervorragenden Optik und mit jeder Menge inneren Werten.
Zugegeben, der Kaufpreis von ca. 3.500,00 EUR ist für den
THX Ultra-Receiver mit DTS ES Discrete/Matrix 6.1-Decoder kein Pappenstiel,
aber dafür ist der AV-Receiver Marantz
SR 9200 auch ein bestens verarbeitetes, edles und immer wieder
schön anzusehendes Stück Technik. Hier stimmt jedes Detail, so auch
die (zwar manuell auszuklappende) massiv gearbeitete Klappe auf der
Frontblende, hinter der sich die seltener gebrauchten Bedienelemente
verbergen (auch der Front-AV-Eingang inklusive optischem Digitaleingang).

Die Drehregler,
zwei an der Zahl (einer für die Lautstärke und ein Selector-Regler)
sind so hochwertig ausgeführt, dass es immer wieder Spaß macht, die
Lautstärke auch mal direkt am Gerät nachzuregeln. Mit einer Leistung
von 160 Watt für jeden der sieben Kanäle (an 6 Ohm) ist der Marantz
SR 9200 auch alles andere als schwachbrüstig. Ausgestattet ist
der AV-Receiver herausragend, es fehlt an nichts. Selbstverständlich
kommt der Marantz mit Dolby ProLogic II, auch die Einstellmöglichkeiten
im Music Mode sind via OSD in einem eigens dafür vorgesehenen Punkt
im Setup abrufbar. Doch wenn schon ein Surround-Aufpolierer mit dabei
ist, warum sollte man nicht noch (fast) alle anderen auf dem Markt
befindlichen Systeme auch gleich mit anbieten? Da es immer besser
ist, verschieden Varianten zur Verfügung zu haben, als nachher einen
Käufer zu enttäuschen, packt Marantz nicht nur DTS NEO:6, sondern
auch noch SRS Circle Surround 5.1 mit dazu. Freunde hochwertige HDCDs
werden sich über den eingebauten HDCD-Decoder freuen, so dass an Ausstattungsmerkmalen
eigentlich nur DTS 96/24 vermisst wird. Das Fehlen eines entsprechenden
Decoders ist angesichts des knappen Softwareangebots und der unsicheren
Zukunftschancen zwar zu verschmerzen, in Anbetracht des sehr erfreulichen
Klangs mancher DTS 96/24-DVDs wird die Abwesenheit von Seiten des
Testers aber gerade wegen der sonstigen hervorragenden Ausstattung
ein wenig bedauert.
Eines der Highlights
des Marantz
SR 9200 ist sicherlich die formschöne, hochwertige LCD-Touchscreen-Fernbedienung,
im wesentlichen baugleich mit der Philips Pronto Neo, nur noch attraktiver
gestaltet. Mit dieser Kommandozentrale, die auch einzeln erhältlich ist, steuert man problemlos
eine ganze Heimkinoanlage: Selbstverständlich ist die Fernbedienung
macro- und lernfähig. Eine elegante blau-grüne Beleuchtung des Touch
Screens macht die Bedienung im abgedunkelten Heimkino einfach. Bei
der reichhaltigen Anschlussbestückung geht Marantz
SR 9200 eigene Wege: Die in dieser Klasse ansonsten üblichen Komponentenanschlüsse
(YUV) finden sich auf der überragend verarbeiteten und extrem hochwertig
wirkenden Geräterückseite überhaupt nicht, aber dafür kontert der
Marantz
SR-9200 mit zwei Scartbuchsen (einmal DVD-In, einmal Monitor-Out),
die RGB-fähig sind und somit eine tadellose Bildwiedergabe ermöglichen.
Da nicht wenige Heimkinofans auch hochwertige 16:9-Fernseher verwenden,
ist dieses Angebot durchaus praxisgerecht und realitätsnah.

Ansonsten bietet
das Anschlussterminal einfach alles, um auch eine Anlage mit einem
überdurchschnittlichen Gerätevolumen anschlusstechnisch zu verwalten:
Fünf optische (davon ein Fronteingang) und fünf koaxiale Digitaleingänge
sowie ein optischer und ein koaxialer Ausgang dürften auch gehobenen
Ansprüchen genügen. Etwas ratlos dürften lediglich Laserdisc-Liebhaber
sein, die gern an ihrer Bildplattensammlung und dem dazugehörigen
Player festhalten wollen: Einen zum Anschluss des LD-Players notwendigen
RF-Eingang (mittels Dolby Digital-RF wurde der DD 5.1 Ton verschiedener
NTSC-LDs übertragen) findet man am Marantz
SR-9200 nicht. Gas gibt der Marantz mit seinen sieben S-Video-
und FBAS-beschalteten Videoeingängen, auf der Ausgangsseite finden
sich fünf FBAS- und vier S-Video-beschaltete Buchsen. 10 analoge Audio-Ausgänge
und 4 analoge Audio-Eingänge vervollständigen das reichhaltige Angebot.
Bedienung
Hier
beweist Marantz, dass auch ein mit vielen Funktionen ausgestatteter
AV-Receiver nicht unbedingt nur vom Fachmann und langjährigen Heimkino-Freak
problemlos bedient werden kann. Dies ist der Verdienst mehrerer sehr
gut abgestimmter Einzelfaktoren, zu denen man die stellenweise etwas
zu knappe Bedienungsanleitung nicht unbedingt zählen kann. Dafür umso
mehr die glänzend gelungene Fernbedienung. Nach kurzer Eingewöhnungszeit
navigiert man den Marantz
SR 9200 fast wie von selbst durch die tadellos animierten Menüs
des hochwertigen IR-Controllers. Sehr gut unterstützt wird der ganze
Bedienprozess von den klar aufgebauten On Screen Menüs, mit dessen
Hilfe auch das Setup trotz eines durchaus größeren Umfangs rasch vonstatten
geht. Der eingebaute Testtongenerator gefällt, Maranz-typisch, mit
einer sehr guten Präzision, selbstverständlich lassen sich die Abstände
der einzelnen Lautsprecher in Metern eingeben. Tadellos lassen sich
auch große Kabelquerschnitte oder Bananenstecker wie die zum Test
verwendeten Monster-Quick-Lock-Bananas
in die großzügig dimensionierten Lautsprecher-Schraubverschlüsse des
Marantz
SR 9200 einführen. So gibt es viele Gründe, dass dem Marantz SR-9200
in dieser Disziplin sechs Sterne zustehen: Ein weiterer ist das schön
anzusehende, sehr informative und übersichtliche, große DOT-Matrix-Display,
auch punkten kann der AV-Receiver mit seinen massiven, hochpräzisen
Bedienelementen auf der Gerätefront. Keine Frage, Marantz zeigt mit
dem Marantz
SR-9200, dass man auch AV-Komponenten mit großem Funktionsumfang
einfach bedienbar machen kann.
Bewertung
Klang Film      
Ton
Testequipment:
-
Vergleichsgerät
AV-Verstärker Denon
AVC-A1SE mit Upgrade
-
Frontlautsprecher
Mirage FRX-9/Boston Acoustics VR-35
-
Centerlautsprecher
Mirage MC-2/Boston Acoustics VR-14
-
Surroundlautsprecher
Mirage FRX-Rear/Boston Acoustics VRS Pro
-
Back Surround-Lautsprecher
Mirage FRX-Rear/Boston Acoustics VRS Pro
-
Aktiver Subwoofer
Magnat
Omega 380
-
TV Grundig
Lenaro 92 MFW 92-6110/9 DVD
-
Test-DVD-Player
Harman/Kardon
DVD-25
Der Marantz
SR-9200 begeisterte im Testbetrieb mit seinen antrittsstarken
Endstufen ebenso wie mit seiner herausragenden Detailwiedergabe. Der
AV-Receiver ist ein Meister darin, auch kleine Feinheiten exakt herauszuarbeiten,
gleichzeitig kann er aber auch kraftvoll zupacken, wenn er gefordert
wird. Die Leistungsreserven sind immens, ebenso die maximal möglichen
Pegel. Aufgrund seiner ausgezeichneten Performance ist der Marantz
SR-9200 nicht unbedingt auf die Hilfe eines aktiven Subwoofers
angewiesen. Wer also (gerade diejenigen, die den Marantz eher als
"Music Machine" und weniger als Heimkino-Receiver nutzen) mit großvolumigen
Standlautsprecher arbeitet (die man zwar nach THX Ultra-Norm natürlich
nicht die den Vorgaben entsprechende Bestückung sind, aber die Einsatzzwecke
sind ja in der Praxis unterschiedlich), wird rasch feststellen, dass
die hochwertigen Endstufen auch mit größeren Lautsprecher-Kalibern
keinerlei Probleme haben.
Film
Bei "Gladiator"
(Code 2, Tonspur DTS 5.1) riss der Marantz
SR-9200 sofort die Zuhörer von ihren Plätzen im Testraum: Denn
bei der schon fast legendären Angriffsszene inklusive Brandkugeln
und brennenden Pfeilen beweist der edle Receiver, dass er nicht nur
auf dem Papier über großartige Leistungsreserven verfügt: So zuckt
man in Anbetracht der Vehemenz auch als erfahrener Heimcineast zusammen,
wenn die Brandkugel im Baum einschlägt, das Schlachtgeschrei ertönt
so realistisch, dass man sich mitten auf dem Kampfplatz wähnt. Klar
und prägnant ist die Stimmwiedergabe, sauber und deutlich hallen einzelne
Rufe durch den Wald. Akkurat und differenziert abgestuft zeigt sich
der Hochtonbereich in Top-Form. Der Marantz
SR-9200 zeigt, was er kann - und wie er im Vergleich mit der Konkurrenz
einzuschätzen ist. Mit seinem Einstandspreis von ca. 3.500 EUR fällt es
schwer, ihn einer Klasse zuzuordnen. Während Pioneer
VSA-AX 10 und Denon
AVC-A 1 SR mit über 4.500 EUR deutlich teurer sind, rücken auf
der anderen Seite mit den unter 3.000 EUR kostenden Yamaha
DSP-AZ 1, Kenwood
KRF-X 9995 D und Denon
AVC-A 11 SR vielversprechende "Nachwuchstalente" nach. Alle drei
günstigeren AV-Receiver sind bereits so gut, dass es für den überwiegenden
Teil der Heimkino-Fans schwer fallen wird, nochmals teureren Geräten
einen auch in der Praxis nutzbaren Vorteil abzugewinnen. Natürlich,
die Leistungsreserven sind nochmals deutlich größer (wobei der Kenwood
mit Kenwood
KMF-X 9000-Zusatzendstufe für den Back Surround-Bereich, was die
maximal möglichen Leistungsreserven angeht, schon fast mit den teuersten
Geräten mithalten kann), gerade in Hörräumen > 40 Quadratmeter.
Zudem ist das Volumen ebenso wie die maximalen Pegel größer, die Verarbeitung
nochmals hochwertiger, genauso wie die verwendeten Baugruppen - aber
für viele wird das reichen, was die 3.000 EUR-Klasse bietet. Wer aber
eine extrem feine, exakte und plastische Detaileinarbeitung, beispielsweise
bei der Wiedergabe des Music Score, bei kleinen Umgebungsgeräuschen
oder bei der akkuraten Übertragung menschlicher Stimmen, über alles
schätzt, wird mit dem Marantz sehr glücklich werden. Hier hört man
bei "Gladiator" Feinheiten, die einem andere, hochwertige Geräte zwar
keinesfalls verschweigen, aber so plastisch und feinnervig gibt sie
sonst kaum ein Gerät wieder. Selbst die teureren Pioneer
VSA-AX 10 und Denon
AVC-A 1 SR können sich in dieser Disziplin praktisch kaum noch
vom günstigeren Marantz absetzen. Was Pioneer
VSA-AX 10 und Denon
AVC-A 1 SR noch besser können: Eine derart unerbittliche Basswiedergabe,
mit überwältigender Präzision, daran kommt auch der gewiss nicht bassschwache
Marantz
SR-9200 nicht ganz heran, wobei er mit hervorragendem Volumen
und einem sauber abgestuften Bassbereich die von unten nachstürmenden
Yamaha
DSP-AZ 1 und Denon
AVC-A 11 SR ebenso in Schach halten und, wie oben beschrieben,
für ein beeindruckendes Heimkino-Effekterlebnis sorgen kann. Für seinen
Preis, das wird schon bei "Gladiator" klar, bietet der Marantz
SR-9200 einen extrem guten Gegenwert. Schließlich muss man das
- zugegebenermaßen nur in Extremsituationen bei heftigsten Pegeln
- spürbare Plus an Basskraft und Basspräzision im Falle Pioneer
VSA-AX 10 und Denon
AVC-A 1 SR mit einen nicht gerade kleinen Aufpreis bezahlen. Der
Denon
AVC-A 11 SR bietet noch etwas mehr Schwung, der Marantz agiert
etwas ruhiger, aber dafür rangiert er, wie schon beschrieben, eben
bei der Feinarbeit, sprich der Detailtreue, auf allerhöchstem Niveau.
Mit seiner weitläufigen, fein gestuften Wiedergabe des Music Score
beweist der Marantz
SR-9200 beim "Planeten der Affen", dass er ein eindrucksvolles
akustisches Erlebnis vermitteln kann (DVD Code 2, Tonspur Dolby Digital).
Wer über eine komplette 7.1 Konfiguration verfügt, kann den THX Surround
EX Modus auch für 5.1-DVDs bemühen. Das Ergebnis ist, gerade bei effektgeladenen
Filmen, tadellos. Dass der Marantz noch kein THX Ultra II-Zertifikat,
sondern "nur" ein THX Ultra-Zertifikat hat (etwas irreführend ist
der Button "THX Ultra 2" im Menü auf der Fernbedienung, auf den Druck
des betreffenden Buttons reagiert der AV-Receiver aber nicht), macht
sich nicht allzu deutlich bemerkbar. THX Ultra II hat den Vorteil,
dass im "Cinema"-Mode DD- oder DTS-5.1-Material optimal auf eine 7.1-Anlage
angepasst wird. Für explizit in DD EX aufgenommener Software steht
aber auch bei THX Ultra II-Geräten THX Surround EX als Modus zur Verfügung,
für die Weiterverarbeitung von reiner 5.1-Software soll aufgrund der
noch besser angepassten Nachbearbeitung der THX Ultra II Cinema Mode
aber besser geeignet sein. In der Praxis können die THX Ultra II-Boliden
Denon
AVC-A 1 SR und Pioneer
VSA-AX 10 mit einer noch homogeneren, runderen Surroundklangkulisse
aufwarten, was man aber in erster Linie im direkten Vergleich merkt.
Wer also einen der beiden Luxus-Amps nicht direkt in langen Hörsessions
gegen hört, wird nichts vermissen, was aber auch daran liegt, dass
der Marantz
SR-9200 im THX Surround EX Modus so brillant klingt: Differenziert
und doch nie aggressiv im Hochtonbereich, klar und räumlich über das
gesamte Frequenzspektrum, und wiederum mit einer sehr guten Detaileinarbeitung.
So wird auch der "Planet der Affen" zum Erlebnis, besonders die etwas
raue Landung auf dem Planeten, die wiederum sehr gut zeigt, zu welchen
Kraftausbrüchen der sonst so kultivierte Marantz auch fähig ist. Kein
Zweifel, der Marantz
SR-9200 benimmt sich wie ein hochwertiger 12-Zylinder-Motor in
einem Luxusautomobil: Die Leistung ist im Überfluss da, verlangt aber
nicht permanent danach, gefordert zu werden - aber wenn man die Power
braucht, schiebt der Motor das Auto gnadenlos nach vorn. Genauso ist
es beim Marantz
SR-9200: Schon bei Zimmerlautstärke, also gemütlichem Cruisen,
ist das Volumen und die Basskraft beachtlich, aber - wehe, wenn er
losgelassen: Dann tobt sich der Marantz aus, dass das Verhältnis zu
vielen Nachbarn nach einer längeren Session massiv gestört sein dürfte.
Auf jeden Fall treten nach dem Anhören von "Pearl Harbour" (Code 2,
DD 5.1) derartige Probleme auf. Denn bei den verschiedenen Schlachten
zieht der Marantz
SR-9200 mit seiner facettenreichen Effektwiedergabe wieder alle
Register seines Könnens. Was uns aber fast noch mehr überraschte:
Wie klar, nuanciert und voluminös der AV-Receiver auch schon bei geringeren
Lautstärken agierte. Wiederum auffällig: Die hervorragend abgestufte
Stimmwiedergabe, die die Charakteristik der wiederzugebenden Stimme
bei fast jedem Pegel ohne unangenehme Begleiterscheinungen beibehält.
Musik
Bei Johann Sebastian
Bachs Violinenkonzerten (Naxos 5.1-DD/DTS-DVD, gewählte Tonspur DTS
5.1) brilliert der Marantz
SR-9200 vor allem mit seiner weit überdurchschnittlich exakten
Wiedergabe. Gerade die diffizil darstellbaren Violinensoli bringt
der Receiver in begeisternder Form zum Zuhörer. Nie wird der Marantz
SR-9200 im Hochtonbereich aggressiv, sondern der Marantz agiert
mit der vornehmen und gerade bei schnell unangenehm überspitzt wirkenden
Streichern angebrachten Zurückhaltung eines Gentleman: Genau so und
nicht anders müssen wohl abgestimmte und akkurat gespielte Streichinstrumente
in DTS 5.1 klingen. Die kostengünstigen, aber nichtsdestotrotz tadellos
aufgenommenen Naxos-DVDs sind auch gut dazu geeignet, die Fähigkeiten
eines AV-Receivers auf musikalischem Gebiet auszuloten. Dass dem Marantz
auch kräftige Orchestereinsätze liegen, untermalt er mit einem tadellosen
Antritt, zugleich wird jedes Instrument innerhalb des Orchesters mit
viel Feingefühl interpretiert, ohne dass einzelne Instrumente über-
oder unterbetont werden. Die gebotene Harmonie ist hoch, genauso wie
bei Wolfgang Amadeus Mozarts Symphonie Nummer 40, in der selben Reihe
(Naxos Musical Journey) erschienen wie die eben erwähnte Beethoven-DVD.
Immer versteht es der große Marantz exzellent, jedem Instrument die
ihm auch in natura eigene Aura zuzuweisen. Gerade für die Freunde
eines natürlichen, unverfälschten Klangbilds bietet der gerade im
Hochtonbereich überragend präzise Marantz Hörgenuss vom Feinsten.
Hier erreicht der Marantz
SR-9200 ein Top-Niveau, selbst die Luxusboliden Denon
AVC-A1SR und Pioneer
VSA-AX10 können sich höchstens noch durch ihr noch lockereres
Management der Dynamiksprünge besser in Szene setzen. Was die Feinarbeit
und die Natürlichkeit angeht, macht dem Marantz kaum einer etwas vor.
Die mit dem entsprechenden finanziellen Rahmens ausgestatteten Liebhaber
eines besonders voluminösen, räumlichen Klangbilds sollten sich aber
auf jeden Fall die genannten Modelle von Denon und Pioneer anhören,
denn diese AV-Verstärker verfügen, dank THX Ultra II, über einen im
Surroundbereich sehr räumlichen, kraftvollen Klangeindruck. Letztendlich
hängt es aber vor allem auch vom geplanten Investitionsvolumen und
im besonderen vom individuellen Geschmack des Käufers ab. Daher: Umfangreiches
Probe hören ist durch nichts zu ersetzen.
Mit einem sehr
guten Raumeindruck setzt sich der Marantz
SR-9200 im Dolby PL II Music-Mode bestens in Szene. Bei Felix
Mendelssohn-Bartholdys 1. Symphonie, Opus 11, beeindruckt vor allem,
dass es Marantz offensichtlich mit großem Erfolg geschafft hat, bislang
bei Stereo-To-Surround-Aufpolierern auftretende Präzisionsverluste,
ähnlich wie auch die Entwickler bei Denon und Yamaha, fast gänzlich
zu entfernen. So werden auch bislang eingefleischte Stereohörer zumindest
mal die Probe aufs Exempel machen und den PLII Music Mode, hier beim
Marantz
SR-9200 selbstverständlich mit allen Einstellmöglichkeiten, zu
testen. Der gesamte Klang ist sehr rund, so dass man auch bei erhöhten
Pegeln ein Hörvergnügen von beachtlicher Güte realisieren kann. Selbst
der auch bei Dolby Pro Logic II Music nicht wegzudiskutierende Verlust
an Klangqualität im Hochtonbereich fällt minimal aus, wie sich auch
bei allen Tracks der Toni Braxton-CD "Secrets" herausstellt: Die
Stimmwiedergabe ist über den gesamten Frequenzbereich tadellos, nie
verschwommen oder verwaschen, und im Hochtonbereich klar. Damit keine
Missverständnisse aufkommen: Gerade bezüglich der exzellenten Detailübertragung
werden HiFi-Freaks nach wie vor den Stereomodus vorziehen. Doch das
herausragende Raumgefühl und die hohe klangliche Dichte machen zumindest
in den Augen (oder besser Ohren) des Testers PLII zu einer verlockenden
Alternative, gerade wenn das System so gut integriert ist wie beim
Marantz
SR-9200. Stereofans können sich auch freuen: Denn im Stereobetrieb
klingt der SR-9200 Marantz-typisch hervorragend. Zwar spielt er nicht
so leicht und locker auf wie derDenon
AVC-A 1 SR, sondern etwas ruhiger, dafür aber ist, wie schon im
Mehrkanalbetrieb beobachtet, die überdurchschnittliche Detaileinarbeitung
besonders zu loben. Insgesamt beweist der Marantz
SR-9200 auch mit seiner plastischen, im höchsten Maße angenehmen
Klang, wie gut ein AV-Receiver für 3.500 EUR auch im Stereobetrieb
klingen kann. Gerade bei klassischen CDs, wo es auf die akkurate Feinarbeit
ankommt, und bei hochwertigen Jazz-Discs kann der Marantz seine Talente
unter Beweis stellen.
Bewertung
Klang Film       Bewertung
Klang Mehrkanal-Musik       Bewertung
Klang Dolby PLII
      Bewertung
Klang Stereo      
Fazit
Mission gelungen,
kann das verkürzte Fazit zum Test des Marantz
SR-9200 lauten. Denn auch wenn der Marantz momentan fast eine
eigene Klasse definiert (die Konkurrenz ist entweder teurer oder günstiger),
macht er seine Sache nicht nur gut, sondern exzellent. Dies liegt
in erster Linie daran, dass das Multitalent einfach alles kann: Sei
es ein Effektgewitter der Extraklasse oder die passende Einarbeitung
jedes auch noch so kleinen Details. Sicherlich, genau diesen Spagat
beherrschen auch Denon
AVC-A 1 SR und Pioneer
VSA-AX 10, sogar noch einen Tick besser. Aber: Beide Geräte sind
auch noch ein gutes Stück teurer. Wer diesen Mehrbetrag nicht bereit
ist, auszugeben, kann mit bestem Gewissen zum Marantz greifen, der
für seinen Preis, so merkwürdig das in Anbetracht der ca. 3.500 EUR auch
klingen mag, fast als Schnäppchen gelten kann. Diese Feststellung
fußt auf vielen Einzelfaktoren: Der Marantz ist ungemein musikalisch,
gleichzeitig aber mutiert er bei Bedarf zum Heimkino-Kraftpaket. Die
Verarbeitung ist brillant, das Gerät wirkt derart hochwertig, dass
man spontan einen noch höheren Einstandspreis vermuten würde. Doch
nicht nur außen überzeugt der Marantz
SR-9200: Im Innenleben kommen beste Baugruppen zum Einsatz. Sehr
gut gelungen, und zwar wirklich praktisch ohne Einschränkungen, ist
das Bedienkonzept. Marantz zeigt, wie es geht: Top-Fernbedienung ohne
Kompromisse, klare On Screen-Menüs und ein vorbildliches Display bilden
zusammen mit den praktisch optimal ausgeführten, absolut hochwertigen
Bedienelementen am Gerät selber eine fast unschlagbare Einheit. Die
Ausstattung des Marantz
SR-9200 ist fast lückenlos, nur sollte, trotz des nicht gerade
üppigen Softwareangebots, die DTS 96/24-Option nicht fehlen. Dass
anstatt YUV-Anschlüssen Scart-Anschlüsse angeboten werden, wird die
Besitzer hochwertiger 16:9-TVs freuen, bei der Projektoren-Fraktion
dürfte dieses Angebot aber nicht unbedingt auf uneingeschränkte Zustimmung
stoßen. Lösung wäre vielleicht, beim Nachfolger des Marantz
SR-9200 einige S-Video-/FBAS-Buchsen einzusparen und dafür zusätzlich
noch YUV-Anschlüsse zu offerieren. Mit YUV- und Scart-Buchsen ausgestattet,
wäre der Marantz
SR-9200 ein momentan konkurrenzloses Angebot. Ansonsten gibt es
schon jetzt alles, was das Herz begehrt, darunter auch vielfältige
digitale Anschlussmöglichkeiten. So fällt es uns im Endeffekt leicht,
den Marantz
SR 9200 auch in unsere Liste der allerbesten AV-Boliden überhaupt
aufzunehmen: Denn in Anbetracht des fairen Einstandspreises verdient
der erstklassige Marantz SR 9200 eine besondere Empfehlung.
Der
Marantz
SR-9200 kann alles und ist fair kalkuliert - ein Top-Angebot
 Highend-Klasse
Pro:
-
Facettenreicher,
hervorragender Heimkinoklang
-
Hochklassige
Mehrkanal-Musikwiedergabe
-
Beachtliche
Stereoqualitäten
-
Erstklassige
Verarbeitung
-
Reichhaltige
Ausstattung inklusive Scartbuchsen
-
Praktisch
perfektes Bedienkonzept
-
Überragende
Fernbedienung
Contra:
-
DTS
96/24-Decoding fehlt
-
Keine
YUV-Anschlüsse
Technische
Daten
-
AV-Receiver
mit THX Ultra-Zertifikat
-
THX Surround
EX
-
DTS ES Discrete/Matrix
6.1
-
Leistung:
7 x 160 W (6 Ohm)
-
Dolby ProLogic
II/DTS NEO:6/Smart Circle Surround 5.1
-
HDCD-Decoder
-
Multi Room-fähig
-
10 Analog-Eingänge,
4 Analog REC-Ausgänge
-
8-Kanal Analog
Extern-Eingänge, konfigurierbar, 1 8-Kanal Pre-Out
-
5 optische
Digitaleingänge, 5 koaxiale Digitaleingänge, 1 optischer, 1 koaxialer
Digitalausgang
-
1 Scart DVD-I
(RGB-tauglich), 1 Scart Monitor Out
-
je 7 Composite-
und S-Video-Eingänge, 5 Composite- und 4 S-Video-Ausgänge
-
Tuner (UKW
mit RDS/MW/LW) mit 50 Speicherplätzen
-
Lernfähige,
vorprogrammierte Fernbedienung mit LC-Touchscreen
-
RS232C-Port
-
Abmessungen
(B x H x T in mm): 441 x 182 x 460
-
Gewicht: 19,8
kg
-
Farben: Schwarz
und Gold
Test: Carsten
Rampacher, 19.06.2002
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von Marantz zu kommen. Eine Erklärung der wichtigsten in den
Marantz-Prospekten verwendeten Fachbegriffe: Marantz
Glossar. Download des Marantz-Range-Prospektes: Marantz
Range Teil 1 (1.613 KB), Marantz
Range Teil 2 (955 KB). Und hier finden sie Infos zu den Vorteilen
eines Kaufes beim autorisierten
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