Dali-Special

Dali-Special (Seite 1/2)

update 05.05.2015
Autoren: Carsten Rampacher und Philipp Kind

Die dänische Lautsprechermanufaktur Dali ist seit kurzer Zeit bei HIFI-REGLER im Produktprogramm. Wir möchten Ihnen in diesem Special verschiedene Dali-Produkte vorstellen. Was zeichnet Dali-Lautsprecher aus? Wie schneiden sie aus klanglicher Sicht ab? Wir gehen diesen Fragen nach.

Dali Zensor-Baureihe

Gerade für ambitionierte Aufsteiger sehr interessant ist die Dali Zensor-Serie, die beim dänischen Sound-Experten den Einstieg in die hochwertige Lautsprecherwelt bedeutet. Man kann sich für vergleichsweise wenig Geld ein hochwertiges Surround-Set ebenso zusammenstellen wie ein Stereo-Setup, für kleinere Räumlichkeiten mit Regallautsprechern und für größere Lokalitäten mit Standboxen.

Dali Zenso 7

Dali Zensor 7

Besonders im Fokus des Interesses liegt der größte Lautsprecher der Zensor-Baureihe, der Dali Zensor 7 Standlautsprecher für einen Kaufpreis von 419 EUR pro Stück. Lieferbar ist der klassisch geformte Schallwandler in Esche Schwarz, Walnuss Hell und in Weiß. Mit dem Zensor 7 kann man viele Wünsche erfüllen: Als Basis für eine ausgezeichnet klingende Surroundanlage eignet er sich ebenso gut wie für den Stereoeinsatz. Wer viel mehrkanalige Musik hört, kann sich die Zensor 7 auch für Front und Surround ins Haus holen. Optische Besonderheit der eckig-gradlinigen Box ist der attraktive Sockel unter dem Gehäuse.

Dali Zensor 7 Sockel

Sockel unter dem Gehäuse

Zensor 7 Bassreflexöffnung

Nach vorn gerichtete Bassreflexöffnung

Die Bassreflexöffnung der Zensor 7 ist nach vorn gerichtet, was auch eine wandnahe Aufstellung möglich macht. 994 mm hoch, 257 mm breit und 320 mm tief, kann man von respektablen Abmessungen sprechen. Das Gewicht liegt bei 14,9 kg pro Box. Zwei Tiefmitteltöner mit 180 mm und ein 25 mm Kalotten-Hochtöner stellen die Chassis-Bestückung dar. Auf die aufwändige Hybrid-Hochtöner-Technik, wie sie z.B. bei der Rubicon-Serie zum Einsatz kommt, verzichtet Dali bei der Einstiegsbaureihe. Man merkt auch an anderen Details, dass schon auch auf die Kosten geachtet werden musste. So sind zwar elegante silberne Aluminiumringe rund um die Chassis befestigt, aber man sieht die Schrauben, mit denen die Chassis in der Schallwand verankert sind. Auch gibt es keine magnetisch haftenden Lautsprechergitter. Klassisch mittels Haltestiften werden die Gitter in den dafür vorgesehenen Öffnungen befestigt. 90 dB Empfindlichkeit (2,83 V/1 m) ist ein guter Wert. Frequenzen zwischen 40 Hz und 26,5 kHz werden wiedergegeben, 110 dB sind das Maximum beim Schalldruck. Wie auch bei den anderen Zensor-Lautsprechern liegt die Impedanz bei 6 Ohm. Etwas gespart wurde beim Lautsprecherkabel-Anschlussterminal, das keine Bi-Wiring-Option bietet.

In allen Testreihen erweist sich die mit den Dali-typischen Holzfasermembranen ausgestattete Zensor 7 als sehr angenehmer Partner. Verstärker mit Leistungen zwischen 40 und 150 Watt pro Kanal können angeschlossen werden. Akustisch sehr ausgewogen, kann man dem Lautsprecher sehr lange zuhören. Auch hochauflösende Audio-Dateien vom Server oder von USB-Stick im FLAC- oder DSD-Format gibt der Schallwandler ansprechend wieder. Mit kräftigem Bass, der aber nie zu viel Dominanz eingeräumt bekommt, und sauberem Aufbau tritt die Zensor 7 an. Auch bei Jazz oder Klassik macht der dänische Standlautsprecher in Relation zur Preisklasse eine hervorragende Figur. Bei Detailierung, Brillanz und Feindynamik ist natürlich noch Luft nach oben - aber für Klangliebhaber mit sehr gut gefülltem Portemonnaie bietet Dali mehr als genug Alternativen. Als klangstarke Basis für ein Surround-Setup eignet sich die Zensor 7 ebenfalls bestens. Besonders intensiv wird das Mehrkanal-vergnügen dann, wenn sich die Zensor 7 auch noch für den Surroundbereich gönnt. Aufgrund des fairen Kaufpreises durchaus ein vorstell- und realisierbares Unterfangen. Dann beeindruckt die ausgeprägte Räumlichkeit. Pegelfest ist die Zensor 7 ebenfalls. Hohe Lautstärken werden souverän wiedergegeben, auch über längere Zeit bricht die Zensor 7 nicht ein.

Dali Zensor Vocal Center

Zensor Vocal

Zensor Vocal Anschlussterminals

Lautsprecherkabel-Anschlussterminals

Zum Surround-Einsatz gehört natürlich auch ein Centerlautsprecher, dieser hört auf den Namen Dali Zensor Vocal und ist relativ kompakt. Hier würden wir uns einen zusätzlichen voluminöseren Center wünschen, der gerade dann, wenn man größere Hörräume ab ca. 25 Quadratmeter beschallen möchte, doch von Vorteil wäre. Der Center ist 161 mm hoch, 441 mm breit und 288 mm tief. 6,8 kg beträgt das Gewicht, maximal werden 109 dB Schalldruck erzielt. Frequenzen zwischen 47 Hz und 26,5 kHz gibt er wieder. Angeschlossene Verstärker sollten 30 bis 120 Watt Leistung für den Centerkanal mitbringen. Zwei Tiefmitteltöner mit Holzfasermembran und ein 25 mm Hochtöner stellen beim nach dem Bassreflex-Prinzip arbeitenden Center das Angebot an Chassis dar.

In unseren Tests schneidet auch der Center gut ab, kann bedingt durch die kompakten Abmessungen bei sehr hohen Pegeln aber nicht ganz die Souveränität der Zensor 7 bieten. Gehäusevolumen ist eben durch nichts zu ersetzen. Der Center offeriert in kleineren bis mittleren Räumen eine sehr angenehme und gelungene Stimmwiedergabe. Mit lediglich 279 EUR Stückpreis ist der Zensor Vocal wirklich jeden investierten Cent wert. Er gliedert sich gut zwischen die beiden Zensor 7 ein und erfreut durch ordentliche Räumlichkeit.

Dali Zensor 3 Regallautsprecher

Regalbox Dali Zensor 3

Wer im Surroundbereich keinen Platz für Standlautsprecher hat oder fürs kleinere Stereo-/Musikzimmer eine preisgünstige und sehr gut klingende Regalbox sucht, dem sei die Dali Zensor 3 ans Herz gelegt. Mit 199 EUR Stückpreis wird hier ein beinahe schon sensationell zu nennender Gegenwert geboten, denn die optisch konservativ auftretende Box spielt mit nachdrücklichem Bass und toller Räunlichkeit groß auf. Gerade, wenn man Stereo-Liebhaber ist und kein Geld für ein größeres Investment zur Disposition steht, liegt man bei der Zensor 3 goldrichtig.

Dali Chassis

Exklusive Dali-Chassis mit solider Konstruktion

Als Garant für eine lebhafte, authentische Surround-Klangkulisse taugt die Zensor 3 natürlich ebenso. 351 mm hoch ist der Regal-Schallwandler 205 mm breit und 293 cm tief. 6,3 kg wiegt einer der Lautsprecher. Farblich ist sie in den drei Zensor-Kolorierungen Esche Schwarz, Weiß oder Nussbaum Hell zu haben. Dank des 180 mm Tiefmitteltöners mit Holzfasermembran ist die freigesetzte Energie im Bassbereich so überzeugend. Die zur Verfügung stehende Membranfläche ist somit größer als bei den meisten Konkurrenten in dieser Preisliga. Für die Hochtonwiedergabe zeichnet sich, wie bei den anderen Zensor-Lautsprechern, ein 25 mm Gewebe-Kalottentöner verantwortlich. Bei der Zensor 3 ist die Bassreflexöffnung hinten - daher sollte der Lautsprecher nicht direkt an der Wand stehen.

Der 2-Wege-Bassreflexlautsprecher bringt einen Übertragungsbereich von 50 Hz bis 26,5 kHz mit und erzielt maximal 108 dB Schalldruck. Bei 2,83 V/1 m liegt die Empfindlichkeit bei 88 dB. Verstärker mit Leistungen zwischen 25 und 100 Watt/Kanal können an den 6 Ohm-Lautsprecher angeschlossen werden.

Bei einem leistungsfähigen Surround-Set darf natürlich ein entsprechend nachdrücklich agierender aktiver Subwoofer nicht fehlen. Hier bietet Dali den SUB E-12F und auch den SUB E-9F an. Der Dali SUB E-12F kommt auf 629 EUR, der kleinere Dali SUB E-9F auf 499 EUR.

Dali E9F

Dali SUB E-9F

Schon der kleinere E-9F bietet ein enormes Leistungspotential in der Praxis und verbindet dies mit äußerst kompakten Abmessungen. Nur 30 cm Kantenlänge aber maximal 111 dB Schalldruck, abgegeben durch das 230 mm Chassis mit Alu-Membran - das hört sich gut an. Die eingebaute Endstufe bietet 170 Watt Dauerleistung und 220 Watt Peak-Leistung. Natürlich können Lautstärke und Übernahmefrequenz sowie Phase eingestellt werden. Er ist in Weiß, Esche Schwarz und Walnuss Hell lieferbar und überzeugt durch die hervorragende Verarbeitung.

Bedienelement des SUB E-9F

Bedienelemente und Anschlüsse

Elektronik

Elektronik, sauber dargeboten. Die digitale Class D-Endstufe arbeitet sehr effizient und produziert kaum Verlustwärme

Klanglich liegt der SUB E-9F an der Klassenspitze in der Liga bis 500 EUR Kaufpreis. Der Tiefgang ist für die kompakten Abmessungen überragend und sucht seinesgleichen. Verschieden geartete Bassanteile im Filmton- und Musikbetrieb werden sehr gut voneinander differenziert. Das Alu-Chassis ist hart aufgehängt und neigt nicht zum unschönen Nachschwingen - im Gegenteil. Die gebotene Impulstreue ist ausgezeichnet. Auch pegelfest ist der aktive Subwoofer, wenngleich man hier hinzufügen muss, dass man sich für Räume, die über 25 Quadratmeter messen, einen zweiten E-9F oder gleich einen E-12F zulegen sollte.

Dali Sub E-12F

Dali SUB E-12F

Dali E-12F Anschlussfeld

Anschlussfeld

Der größere SUB E-12 liefert 112 dB maximalen Schalldruck und 28 Hz sind die unterste darstellbare Frequenz. Auch er ist sehr gut verarbeitet und sieht zudem attraktiv aus. Er wiegt 14,7 kg und kommt mit 220 Watt Peak- und 170 Watt Dauerleistung - die Endstufe ist also identisch zum E-9F, aber die Leistung der Digitalendstufe überträgt sich im Falle des SUB E-12F auf ein 300 mm Langhub-Chassis. Und dessen Plus an Membranfläche merkt man in der Praxis: Der Tiefgang ist noch ausgeprägter, ebenso das Volumen. Der E-12F spielt ausgesprochen souverän auf, trotz der relativ großen Membranfläche ist die Impulstreue ausgezeichnet.

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