Test des Sub-/Sat-Systems: Mordaunt-Short Premiere 5.1
Test-Redakteur: Carsten Rampacher,
AREADVD - update: 13.06.2003
Test-Assistenz: Matthias Walther-Richters,
HIFI-REGLER
Der Test fand statt in den Hör-Studios von HIFI-REGLER
.
"Fernsehen war gestern - heute ist Premiere!" lautete
ein gern zitierter Werbspruch des Pay TV-Anbieters in Deutschland.
"Günstige schlecht klingende oder zu teure gut klingende Sub-/sat-Sets
gab es gestern - heute ist Premiere" - so hätten die Entwickler der
Lautsprecher-Schmiede Mordaunt-Short
diesen Slogan gern. Denn das Sub-/Sat-Package "Mordaunt
Short Premiere5.1", soll ein tadelloses Surround-Feeling zum fairen
Kaufpreis ermöglichen.

Dafür erhält man vier identische Satelliten für die
Front- und die Surroundbeschallung, einen etwas größeren Center und
einen aktiven Subwoofer mit eingebauter 80 Watt-Endstufe. Die Satelliten
und der Center, allesamt 4-Ohm-Lautsprecher, sind für Verstärkerleistungen
von 15 bis 80 Watt ausgelegt - normale Werte. Die 80 Watt der Endstufe
des aktiven Subwoofers sind zwar in Ordnung, reißen uns aber nicht
vom Hocker. Doch grau ist alle Theorie, unsere Praxistest-Reihen bescheinigen
dem Subwoofer Mordaunt-Short
MS308Sub eine für diese Preisklasse hervorragende Performance.
Die Verarbeitung des wahlweise in graphit, kirsche oder schwarz lieferbaren
Mordaunt
Short Premiere 5.1 (der aktive Subwoofer ist grundsätzlich nur
in graphit erhältlich) ist sehr gut, die LS-Gehäuse sind sauber gefertigt,
auch Details stimmen, wie z.B. die Verarbeitung der Kanten zeigt.
Das Anschlussfeld auf der Lautsprecherrückseite gefällt mit vergoldeten
Schraubverschlüssen.

Nicht vollends zufrieden waren wir aber mit der Güte
der Lautsprecher-Abdeckungen. Auch wenn dies "Peanuts" sind, kann
der Käufer für diesen Kaufpreis trotzdem einigermaßen ansprechend
aussehende Schutzgitter erwarten. Die Abdeckungen des Mordaunt
Short Premiere 5.1, die unserem Test-Set beilagen, waren schon
im Neuzustand leicht wellig, was nicht gerade für überragende Langzeit-
und Anfassqualitäten spricht. Der Mordaunt-Short
MS 308Sub, der nach dem Downfire-Prinzip arbeitet, ist von sehr
guter Qualität, dies gilt auch für das rückseitige Anschlussterminal.
Mitgeliefert werden hochwertige Standfüße, die vor der Inbetriebnahme
befestigt werden müssen. Für die Satelliten gibt es optional für ca. 80,00
EUR pro Paar die passenden Ständer.

Bei unseren Klangtestreihen entpuppte sich das Mordaunt
Short Premiere 5.1 als sehr angenehmer Partner für eine stimmige
Filmtonwiedergabe. Sehr gut agierte der aktive Subwoofer Mordaunt-Short
MS 308 Sub mit sehr kompakten Gehäusemaßen, er brachte bei entsprechender
Software auch Effektgewitter mit einem beachtlichen Druck zustande.
In kleineren Hörräumen sorgt diese Wiedergabecharakteristik des Mordaunt-Short
MS308Sub für einen raumfüllenden, kraftvollen Bass, und selbst
im 20 Quadratmeter-Hörraum ist das, was der Downfire-Woofer an Bassgewalt
absondert, noch problemlos ausreichend um empfindlicheren Zeitgenossen
wohldosierte Stöße in die Magengrube zu versetzen. Somit eignet sich
das Mordaunt
Short Premiere5.1 sehr gut auch für Action- und Sci-Fi-Spektakel,
da der aktive Subwoofer nicht schon bei jedem zweiten größeren Effekt
kapituliert. Doch auch die übrigen Komponenten überzeugen mit ihrer
Leistungsbereitschaft - besonders, wenn die Übernahmefrequenz des
Mordaunt-Short
MS308 Sub sich bei maximal 120 Hz einpendelt. Gerade dann erzielen
die Satelliten: Mordaunt-Short
MS302 ein akkurates Klangbild von guter Präzision, gepaart mit
einer akustisch angenehmen Auslegung. Dies führt dazu, dass ohne größere
Angriffe auf die Qualität des Hörvergnügens auch größere Lautstärken
zu realisieren sind. Dass effektreiche Filme in so hoher Güte in den
Hörraum getragen werden, liegt auch an der dynamischen Surround-Soundkulisse.
Alle Arten von Effektkombinationen werden präzise, schnell und facettenreich
durch den Hörraum gejagt, dies führt zu einer sehr lebendigen und
realitätsnahen Wiedergabe. Die Detaileinarbeitung des Mordaunt
Short Premiere 5.1 ist für ein Sub-/Sat-Set dieser Preisklasse
außerordentlich gut. Gerade auch im Hochtonbereich stellt das MordauntShort
Premiere 5.1 viele kleine Feinheiten, die gute DD- oder DTS-Tonspuren
bereithalten, in angemessener Art und Weise dar. Die Stimmwiedergabe
gefällt ebenfalls, hier ist es, den identischen Höreindruck bekamen
wir auch (siehe weiter unten) bei der Mehrkanal-Musikwiedergabe, besonders
die sehr gute Einarbeitung spezieller Charakteristika der jeweiligen
Stimme, die uns überzeugte.

Im Mehrkanal-Musikbetrieb fallen die Leistungen gegenüber
der Filmtonwertung nicht ab. Dies sichert dem Mordaunt
Short Premiere 5.1 schon einmal eine sehr gute Bewertung, denn
gerade in Bezug auf die Musikalität wird in diesen Preisregionen häufig
eher eine bescheidene Performance geboten. Getragen wird das gefällige
Klangbild vom soliden, klaren Bass des kompakten aktiven Mordaunt-Short
MS 308 Sub, der kräftig zupackt und eine erstaunlich hohe Präzision
ermöglicht. Nur kurze, sehr trockene Bässe mag er nicht so gern,
bei höheren Pegeln gerät der Subwoofer dann schon mal an seine Belastungsgrenzen.
Mit der frischen Wiedergabecharakteristik im Hochtonbereich und der
angenehmen Tonqualität vor allem im oberen Mitteltonbereich fügen
sich die vier Satelliten Mordaunt-Short
MS 302 und der Centerlautsprecher nahtlos ein. Hierbei fällt auf,
dass selbst anspruchsvolle klassische Musik oder Jazz- bzw. Blues-Stücke
problemlos mit dem Mordaunt
Short Premiere 5.1 wiedergegeben werden können. Das oftmals gehörte
emotionslose Darstellen gerade sehr dynamischer Passagen, das dem
jeweiligen Musikstück viel von seinem Reiz nimmt, ist dem MordauntShort
Premiere 5.1 nicht eigen. Hier werden Werte erreicht, die sich
auch noch in der 1.000,00 EUR-Liga gut machen würden. Zur Pegelfestigkeit:
In der Praxis ist es kein Problem, im 20 Quadratmeter-Hörraum auch
kräftige Lautstärken zu fahren, ohne dass Verzerrungen und Dynamikeinbußen
sofort ein Ende der Fahnenstange ankündigen. Die Stimmwiedergabe durch
den im Vergleich zu den Satelliten etwas größer dimensionierten Center
ist auch sehr gelungen, das Volumen ist gut, mehr als dieses beeindruckt
jedoch die Klarheit im Hochtonbereich und die erstaunlich exakte Detaillierung
auch schwierig darzustellender Gesangsstimmen männlicher wie weiblicher
Akteure.

In Bezug auf die Stereoqualitäten ist das Resultat des
Mordaunt
Short Premiere5.1 erstaunlich gut. So funktioniert die Zusammenarbeit
zwischen den beiden kompakten Frontsatelliten Mordaunt-Short
MS302 und dem aktiven Subwoofer Mordaunt-Short
MS 308Sub ist ausgezeichnet, was sich in einem homogenen, harmonischen
Klangbild zeigt. Nie stören unschöne Klanglöcher das Hörvergnügen,
für ein Subwoofer-/Satelliten-Set dieser Preisklasse zeigt das Mordaunt-Short
MS 308 Sub hier eine sehr gute Leistung. Doch auch sonst weiß
das Mordaunt
Short Premiere 5.1 zu überzeugen. So beispielsweise mit einer
klaren und lebendigen Spielweise. Nie wirkt die Wiedergabe lustlos,
sondern immer spritzig und mit dem nötigen Esprit versehen. Nicht,
dass Missverständnisse aufkommen: Gute Mittelklasse-Standboxen, mit
Sorgfalt ausgesucht, liefern nochmals bessere Ergebnisse. Diese Lautsprecher
jedoch kommen meist auch teurer und sind zudem gerade in kleineren
Hörräumen schwieriger unterzubringen. Was die Detaileinarbeitung angeht,
können wir dem Mordaunt
Short Premiere 5.1 ebenfalls gute Zensuren ausstellen. Das Mordaunt
Short Premiere 5.1 geht nicht achtlos über kleine musikalische
Feinheiten hinweg, sondern schafft es, sie mit voll befriedigender
Detailtreue und einer ordentlichen Akzentuierung zu integrieren. Prima
gefallen hat uns auch die ausgewogene Instrumental- und Stimmdarstellung,
nie tönt das MordauntShort
Premiere5.1 zu aggressiv oder in anderer Form unangemessen. Für
denjenigen Hörer, der ab und zu Musik in Stereo hören möchte, ist
das Mordaunt
Short Premiere 5.1 daher eine gute Wahl - andere Offerten dieser
Preisklassen bieten nicht selten einen weitaus weniger mitreißenden
Klang.

Im
Vergleich zur Konkurrenz muss man festhalten, dass unter gewissen
Prämissen das Mordaunt
Short Premiere 5.1 eine besondere Empfehlung Wert ist. Die hohe
Ausgewogenheit ist der große Pluspunkt des Mordaunt
Short Premiere 5.1. Gerade, wer nicht allzu große Hörräume akustisch
klar und angenehm beschallen möchte und sich als Spielpartner einen
passenden AV-Receiver wie den Marantz
SR-4400 oder den Denon AVR-1804 besorgt, wird von der hohen Klanggüte
sehr angetan sein. Gerade auch die Homogenität der gesamten Vorstellung
überzeugt, der kompakte Downfire-Sub macht trotz seines Arbeitsprinzips
kaum Schwierigkeiten bei der Aufstellung. Nur in eine Raumecke quetschen
sollte man den Basslautsprecher nicht. Zur Konkurrenz: Das Infinity
Alpha 5 HCS MKII bringt zwar den nochmals voluminöseren aktiven
Subwoofer mit, durch die etwas belegt und nicht allzu lebendige Hochtondarstellung
jedoch sind die Qualitäten gerade im Mehrkanal-Musikbetrieb nicht
so gut wie die des MordauntShort
Premiere 5.1. Und auch im Heimkinoeinsatz kann das Mordaunt
Short Premiere5.1 mindestens gleich ziehen, denn das etwas geringere
Volumen des Subwoofers machen die bessere Detailarbeit und die frischere
Gesamtwiedergabe wett. Wer auch größere Hörräume effektiv beschallen,
dabei aber nicht auf große Boxen zurückgreifen möchte, kann sich ein
besonders leistungsstarkes Sub-/Sat-Set zulegen - die höheren Kosten
dürfen aber dann nicht gescheut werden. Unser besonderer Tipp: Das
Infinity Oreus begeistert mit überragenden Qualitäten, kostet
aber auch ca. 1.200,00 EUR. Auch sehr empfehlenswert und etwas günstiger
ist das
Quadral Surround 2100 aktiv für ca. 1.000,00 EUR, das nochmals
etwas präziser klingt. Bei hohen Pegeln im Hochtonbereich könnte
das Quadral
Surround 2100aktiv manchem aber etwas zu dominant sein. Wer extrem
futuristisches Design und viel Sub-Power schätzt, sollte sich auf
jeden Fall das sehr günstige Mission m7s-AV anhören.
Die "spacige" Optik ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, die
gelungene Akustik dürfte aber dafür viele Freunde finden.
Fazit
Für die 800,00 EUR-Preisklasse sind die Leistungen des Mordaunt
Short Premiere5.1 schlichtweg überragend. Der aktive Subwoofer
Mordaunt-Short
MS 308 Sub begeistert durch Dynamik und Durchsetzungskraft, in
Hörräumen bis knapp 20 Quadratmeter liefert er auch bei höheren Pegeln
eine sehr gute Performance ab. Der Tiefgang des kompakten Bauteils
überzeugte im Test ebenso wie das erstaunlich solide Volumen. Doch
dies ist noch nicht alles, selbst im Musikbetrieb "brabbelt" der Mordaunt-Short
MS 308Sub nicht nur unpräzise vor sich hin, sondern offeriert
ein beachtliches Maß an exakter Darstellung. Die vier identischen
Satelliten Mordaunt-Short
MS 302 und der größer dimensionierte Center wollen bei solchen
Leistungen, die ihr "tieffrequenter Partner" vollbringt, natürlich
keinesfalls zurückstehen und vervollständigen den hervorragenden Gesamteindruck
durch ihre hohe klangliche Homogenität. Störende Klanglöcher, wie
man sie bei nicht allzu teuren Subwoofer-/Satelliten-Kombinationen
häufiger heraushört, sind dem Mordaunt
Short Premiere 5.1 fremd, es wird ein so kompletter Klangeindruck
geboten, als täten größervolumige Regallautsprecher ihren Dienst und
nicht die doch recht kompakten Mordaunt-Short-Satelliten Mordaunt-Short
MS302. Erfreulich auch die Darbietung des Mordaunt
Short Premiere5.1 im Hochtonbereich, hier spielen die Komponenten
frei auf und ohne das vielen günstigeren Systemen eigene leicht belegte
Klangbild. Selbst bei hohen Pegeln ist der Klang des Mordaunt
Short Premiere 5.1, vorausgesetzt der Hörraum ist nicht zu groß,
noch klar und sauber. Bliebe zu ergänzen, dass auch die Verarbeitung
des Mordaunt
Short Premiere5.1 unsere Zustimmung findet - mit einer kleinen
Ausnahme: Die Lautsprecher-Bespannungen wirken weder besonders hochwertig
noch besonders haltbar, schon im Neuzustand werfen sie leichte Wellen.
Doch dieses kleine Manko ändert nichts daran, dass es Mordaunt-Short
geschafft hat, zum vergleichsweise sehr bescheidenen Preis ein vollwertiges
Sub-/Sat-System auf die Beine zu stellen, das nicht nur im Heimkino-
sondern auch im Mehrkanalmusik-Betrieb sehr brauchbar klingt. Nicht
zu vergessen: Selbst im Stereoeinsatz sind die Leistungen des Mordaunt
Short Premiere 5.1 gut - die Homogenität stimmt auch hier, der
Sub überzeugt durch passenden Einsatz.
Hervorragende Homogenität und flexible
Einsatzmöglichkeiten zum kleinen Preis

Mittelklasse
Test 28.05.2003
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
-
3Für Filmton- und Mehrkanalmusikwiedergabe gleichermaßen
gut geeignet
-
In Räumen bis knapp 20 Quadratmeter hohe Pegelfestigkeit
-
3Klare, präzise Hochtonwiedergabe
-
3Sehr gute Gehäuseverarbeitung
-
Aktiver Subwofer ermöglicht sauberen und druckvollen Bass
-
Exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
Technische Daten
Komponenten des Mordaunt
Short Premiere 5.1:
Satelliten:
Mordaunt-Short
MS 302 Satelliten Front/Surround:
2-Wege Lautsprecher
Frequenz: 100-20000 Hz
Wirkungsgrad: 86 dB
Impendanz: 4 Ohm
Membran: 90mm Mittel/Tieftöner, 25mm Hochtöner, Aluminium
Für Verstärkerleistungen von 15 bis 80 Watt
Magnetische Abschirmung
Abmessungen: 180x112x130mm
Gewicht: 2Kg
Center:
Technische Daten des Mordaunt-Short Center 304:
Center-Lautsprecher
Übergangsfrequenz: 100-20000 Hz
Wirkungsgrad: 87 dB
Impendanz: 4 Ohm
Membran: 90mm Mittel/Tieftöner, 25mm Hochtöner, Aluminium
Für Verstärkerleistung von 15 bis 80 Watt
Magnetische Abschirmung
Abmessungen: 180x278x130mm
Gewicht: 6,6 Kg
Subwoofer: Mordaunt-Short
MS308 Sub:
Frequenzbereich: 30-150 000 Hz
Membran: 90mm Mittel/Tieftöner, 25mm Hochtöner, Aluminium
Nenn/Musikbelastbarkeit: 80 Watt, Aktiv
Magnetische Abschirmung
Abmessungen: 305x305x305mm
Gewicht: 9,4Kg
Farben: Graphit
Optional lieferbar: Lautsprecherständer Mordaunt
Short MS-302P
DasMordaunt
Short Premiere 5.1 in Kombination
mit dem Marantz
SR-4300 und dem Marantz
DV-4300 finden Sie bei HIFI-REGLER
für nur 999,00 EUR.
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2003 HIFI-REGLER
Mehr zum Thema "Mordaunt-Short Premiere 5.1" finden Sie
auch in Google,
der weltweit besten Suchmaschine
|