MP3 - Alternativen
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update: 10.12.2003; Autor: Detlev Schnick
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MP3 gilt schon fast als Inbegriff
für datenreduzierte digitale Audiodaten. Allerdings gibt es MP3
mittlerweile schon weit über 10 Jahre, und die Entwicklung ist
nicht stehengeblieben. Es gibt heute eine ganze Reihe hochentwickelter
Alternativen zu MP3, die im Hörtest fast
durchweg besser abschnitten als das "originale" MP3. Hier
einen Überblick zu verschaffen, ohne dabei technisch zu sehr
in die Tiefe zu gehen, ist das Ziel dieses Specials. Zunächst
einige grundsätzliche Informationen zur Technik digitaler Audioaufzeichnung
und zu MP3 als "Urvater" der neuen Formate ...
Grundsätzliches zum Verständnis digitaler
Audio-Dateien
Musik, wie wir sie hören oder wie sie z.B.
vom Plattenspieler oder vom Tonband kommt, ist "analog". D.h. sie
besteht aus theoretisch unendlich vielen feinen Schwingungen. Der
erste Schritt, um aus analogen Musik-Schwingungen digitale Audiodaten
zu produzieren, ist die Digitalisierung. Dazu wird die Schwingung
abgegriffen, und zu einem bestimmten Zeitpunkt wird die Amplitude
der Schwingung festgehalten, in Werte, bestehend aus Nullen und Einsen,
umgerechnet und gespeichert. Diese digitalisierte Form des Klangs
- eine diskrete Darstellung des zeitlichen Verlaufs einer Schwingung
- bildet die digitalen Audio-Dateien. Die Qualität dieser Daten
hängt im Wesentlichen von zwei Kennwerten ab:
- Die Sampling-Rate sagt aus, wie
oft der Klang abgetastet wird, gemessen in kHz. Je höher die
Samplingrate, desto besser das digitale Klangergebnis. Bei der Audio-CD
beträgt die Samplingrate 44,1 kHz, d.h. in einer Sekunde wird
das analoge Signal 44.100-mal abgegriffen.
- Die Quantisierung gibt die Anzahl
der Bits pro Sample an und bezeichnet den Wertebereich, den die
Amplitude ausmacht. Bei der Audio-CD sind die 16 Bit, d.h. es lassen
sich 65.556 unterschiedliche Zustände der Amplitude darstellen.
Bei SACD sind dies bereits 24 Bit, was dem 256-fachen entspricht.
Wie man aus diesen Grundlagen bereits unschwer
erkennen kann, handelt es sich strenggenommen bei jeder Digitalisierung
auch um eine Kompression, nämlich um eine Kompression der analogen Ursprungsdaten.
Wenn wir hier im Zusammenhang mit MP3 von Kompression sprechen, so bedeutet
dies bezogen auf die o.g. Standard-Werte der Audio-CD eine weitere Komprimierung.
Hingegen gehen Techniken wie DVD
Audio und SACD den entgegengesetzten Weg und versuchen mit höheren
Samplingraten und höherer Quantisierung eine weitaus bessere Klangqualität
zu erzeugen. Im Grunde haben wir es also mit unterschiedlichen Audiocodierungsverfahren
zu tun, die unterschiedliche Ziele verfolgen, womit wir zunächst
zur Technik von MP3 überleiten um dann näher auf die MP3- Alternativen
einzugehen ...
Was genau ist eigentlich MP3?
MP3 ist ein Audiocodierungsverfahren, das von Wissenschaftlern am
Fraunhofer Institut Erlangen
in Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen entwickelt wurde.
Mittels hochinnovativer Digitaltechnik komprimiert MP3 (Abkürzung
für MPEG Audio Layer-3) Audiodaten bis auf ein Zwölftel
ihrer Größe - und das nahezu in CD-Qualität und ohne
hörbaren Qualitätsverlust. Dabei wird je Minute nur etwa
1 MB Speicherkapazität verbraucht. Zum Vergleich: Eine WAV-Datei
benötigt bei vergleichbarer Qualität ca. 10 bis 12 MB Kapazität.
Übrigens sollte man in diesem Zusammenhang vielleicht drei Namen
erwähnen: Dr. Karlheinz Brandenburg, Bernhard Grill und Harald
Popp wurden im Jahr 2000 für ihre herausragende Forschungsleistung
- die "Erfindung" von MP3 - für den "Deutschen
Zukunftspreis" nominiert. Heute hat MP3 zwar einige Konkurrenten
bekommen, doch ist MP3 unbestritten der Defacto-Standard im Internet,
wenn es um Musikübertragung geht. Auch im digitalen Rundfunk
wird MP3 eingesetzt, so nutzt das US-Unternehmen WorldSpace MP3, um
Afrika, Asien und Südamerika per Satellit mit digitalem Rundfunk
zu versorgen.
Wie funktioniert MP3?
MP3 macht sich ein Phänomen zunutze, das
man der Psychoakustik zuordnet: Der
Mensch hört nicht alles, was es zu hören gibt - jedenfalls
nicht bewusst. Ausgehend von den Eigenschaften des Gehörs haben die
MP3-Erfinder eine wahrnehmungsangepasste Audiocodierung entwickelt.
Dabei wird ein Teil der CD-üblichen digitalen Toninformationen schlicht
weggelassen. Dies sind Töne, die die meisten Menschen ohnehin nicht
(bewusst) wahrnehmen, und solche Anteile der Schallsignale, die für
den Klangeindruck unbedeutend sind. So gelang es, ganz erhebliche
Mengen an Digitaldaten einzusparen. Erst die Einführung dieser
Technik verhalf der Datenreduktion im Musikbereich zum Durchbruch.
Ein entscheidender Faktor für die Musik-Qualität einer MP3-Datei
ist die Datenübertragungs-Geschwindigkeit - kurz Bitrate
genannt. Die Bitrate wird bei MP3 in Kilobit pro Sekunde gemessen.
Je höher die Bitrate, desto höher die Qualität im Ergebnis.
Allerdings wird damit auch die zu speichernde Datenmenge größer.
Fast alle DVD-Player unterstützen das Feature VBR
(Variable Bitrate), mit dem die Datenrate entsprechend der
Musik eingestellt wird und so anhängig von der Qualität
Speicherplatz eingespart werden kann.
Ein weiterer Faktor ist der verwendete Codec.
Als Codec (Codec steht für "Encoder/Decoder") wird
das Verfahren bezeichnet, das mittels komplexer Algorithmen die Datenreduzierung
bewerkstelligt und bei der Wiedergabe die ursprünglichen Toninformationen
wiederherstellt. So gibt es nicht nur den Original-Codec
des Fraunhofer Instituts, sondern z.B. auch den sogenannten "Lame-Codec",
den man über dieses Link kostenlos downloaden kann. Welcher der Codecs
besser klingt, darüber streiten sich die Test-Redakteure so begeistert
wie über die Klangqualitäten von Lautsprechern. Und ebenso subjektiv
ist das Ergebnis dann auch.
Alternative Komprimierungsverfahren zu MP3
Gerade haben wir uns an MP3 gewöhnt,
da tauchen schon andere Audiocoder, d.h. andere Komprimierungsverfahren
oder Codecs auf. Die Wichtigsten wollen wir hier kurz vorstellen,
wobei wir hier bewusst nicht auf allzuviel technische Details eingehen
wollen. Wer tiefer in die Materie einsteigen will, dem seien die Links
empfohlen, die wir zu jeder Erklärung aufführen.
AAC
Der Codec AAC ("Advanced Audio
Coding") wurde bereits 1997 in den MPEG-2-Standard aufgenommen,
nachdem das von der ISO/MPEG standardisierte MPEG-2
in den Audiocoder-Standard integriert worden war. Mit der Einführung
von MPEG-4 (Video-Formate) wurde AAC dann um sogenannte "MPEG-4-Tools"
erweitert. Nicht jede Implementierung von AAC unterstützt jedoch
die MPEG-4-Erweiterungen. Deshalb wird teilweise je nach Entwicklungsstand
zwischen MPEG-2 AAC" und "MPEG-4 AAC" unterschieden.
AAC wurde vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen
(IIS) entwickelt und von Anfang an als Nachfolger von MP3 propagiert
mit dem erklärten Ziel, insbesondere iIm Internet MP3 als Standard
abzulösen. Das Hauptziel bei der Entwicklung von AAC bestand
darin, eine effiziente Komprimierungsmethode für 5.1-Kanal
Surround-Signale einzubinden. Und eben dazu bietet MPEG-2 die
ideale Grundlage, denn die dazu erforderlichen Algorithmen sind im
MPEG-2-Standard bereits eingearbeitet. Allerdings wurden sie bisher
noch von keinem Audioencoder nachhaltig zum Leben erweckt, da sich
für den DVD-Tonstandard bekannterweise die Konkurrenten AC3/Dolby
Digital und DTS durchgesetzt haben. Dies war jedoch lange nachdem
das Fraunhofer Institut MPEG-2 zur Grundlage seines damals neuen Komprimierungsverfahrens
ACC auserkoren hatte. AAC komprimiert Musikdaten laut den Spezifikationen
vom IIS um den Faktor 16 (zum Vergleich: MP3 komprimkiert im Faktor
12) und nutzt dabei erheblich verbesserte Fehlerkorrektur-Algiorithmen
bei Samplingraten von 8 bis 96 (!) kHz. Der AAC-Encoder verfügt
über eine Reihe interessanter neuer Leistungsmerkmale wie z.B.
LTP (Long Term Prediction), PNS (Perceptual
Noise Substitution) und TNS (Temporal Noise
Shaping), die alle im Wesentlichen das Ziel verfolgen, die
Bitrate in feineren Schritten abzusenken und dabei keine oder nur
unwesentliche Qualitätsverluste der Musik in Kauf nehmen zu müssen.
Mehr zur Technik erfahren Sie unter AAC
auf der Website der Fraunhofer Instituts. Übrigens berichtet
die Fraunhofer Gesellschaft, dass AAC besonders in Japan auf starkes
Interesse stößt. Nahezu alle digitalen Rundfunksender in
Japan setzen laut IIS bereits seit 2000 auschließlich AAC als
Tonformat ein.
Insbesondere wegen seines Mehrkanal-Potentials (AAC unterstützt
bis zu 48 diskrete Kanäle) in Verbindung
mit seiner MPEG-4-Video-Fähigkeit könnte AAC noch eine hochinteressante
Zukunftsperspektive haben. Dafür spricht auch, dass MPEG-4 AAC
von der ISO als Standard-Tonspur für ISO-konforme MP4-Dateien
eingesetzt werden soll ist. Der bekannteste AAC-fähige Decoder bzw.
Player dürfte z.Zt. (Nov. 2003) wohl der Apple
iPod sein.
Ogg Vorbis
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Xiphophorus Helleri ("Schwertträger"),
ein Aquarium-Fisch, das Logo des Ogg Vorbis Projektes |
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Nach allem, was man so hört und liest, scheint
sich Ogg Vorbis im Kreis der heute bekannten Audio-Kompressionsformate
(Codecs) als die ernstzunehmendste MP3-Alternative zu etablieren. Streng
genommen ist das "Ogg" von Ogg Vorbis ein Oberbegriff für
eine ganze Serie von freien Multimedia- Formaten, die sich bei der Xiphophorus
Foundation in der Entwicklung befinden. Das erste "serienreife"
Produkt ist "Vorbis". Der große Vorteil von Vorbis:
Es handelt sich hier um einen vollständig offenen und lizenzfreien
Encoder/Decoder, der ähnlich wie Linux als Kind der Open Source
Gemeinde geboren wurde und alle Vorteile eines Open Source Programmes
aufweist. Allein auf die übermächtige Dominanz von MP3 ist
es zurückzuführen, dass sich Ogg Vorbis nur langsam - dafür
aber stetig - durchsetzt. Nach Angaben von Christopher Montgomery, der
1998 mit der Entwicklung von Ogg Vorbis begann, entwickelt sich die
Ogg Vorbis Familie heute bereits schneller als MP3 in seiner Anfangszeit,
obgleich MP3 damals keine Konkurrenz hatte. Nach gut achtjähriger
Entwicklungsgeschichte präsentiert Xiph.Org heute die Version 1.0
ihres kostenlosen und patentfreien Audio-Codecs. Das Computermagazin
C't in der Ausgabe 23 vom 03.11.03 zu Ogg Vorbis: "[Ogg Vorbis] stellt
das betagte MP3 in puncto Kodiereffizienz locker in den Schatten ...
Kein Wunder also, dass viele Musik- und Open-Source-Fans sehnlich auf
Player für das Format warten ... jetzt scheinen sich immer mehr Hardware-Hersteller
an das Open-Source-Format heranzuwagen. ... Nahezu jeder gängige Mediaplayer
unterstützt mittlerweile Ogg Vorbis nativ oder wenigstens über ein Plug-in
- und zwar betriebssystemübergreifend." Beim großen Hörtest
der C't Nr. 19 vom 09.09.02 kam Ogg Vorbis in 64 kBit/s und 128 KBit/s
nach Wave jeweils auf Platz 2 (getestet wurden Wave, Ogg Vorbis, MP3Pro,
WMA, AAC, RealAudio und MP3). Einen recht guten Überblick bietet das
Ogg Vorbis FAQ,
das es allerdings nur in English gibt. Ebenfalls bei www.vorbis.com
zu finden: Programme zum Umwandeln von Ogg Vorbis in MP3.
RealAudio
Anders als Ogg Vorbis ist RealAudio ein sogenannter
proprietärer Codec mit dem RealNetworks und Microsoft den Markt
erobern wollen. RealAudio setzt auf HDTV-Videoqualität und Surround-Sound.
In der Praxis hat sich RealAudio als Verfahren zur Echtzeit-Übertragung
von Audiodaten über das Internet etabliert, das vorwiegend beim
Internet-Radio benutzt wird. Möglich wird die Radiofunktion von
RealAudio durch seine Streaming-Technologie. Beim Streaming wird die
Sound-Datei (Datei-Endungen: ".ram" oder ".ra")
schon beim Herunterladen abgespielt und muss nicht - wie bei anderen
Verfahren - zuerst heruntergeladen werden, um dann erst abgespielbar
zu sein ("Store-and-forward-Prinzip"). Dieses Radiohören
wird dann auch "Streamen" genannt. Von RealAudio sind zwei
Formate bekannt: "RealAudio 8" und "RealAudio Surround",
wobei letzteres eine Erweiterung des Stereo-Formates RealAudio 8 um
Surround-Fähigkeiten darstellt, was den Vorteil hat, dass RealAudio
Surround abwärtskompatibel zu RealAudio 8 ist. D.h. auch ältere RealPlayer-Versionen
spielen "RealAudio-Surround"-Dateien, indem sie sie als RealAudio-8-Dateien
identifizieren und unter Verlust der Raumklanginformationen abspielen.
Einen zusätzlichen Codec braucht man in diesem Fall nicht. RealAudio8
ist übrigens eine Variante des von der MiniDisc bekannten Komprinierungsverfahrens
ATRAC3.
Zur Wiedergabe von RealAudio benötigt man die Software RealPlayer
G2 oder den RealOne-Player, die für alle Betriebssystem-Plattformen
erhältlich sind. Darüber hinaus braucht man natürlich
eine Soundkarte und daran angeschlossen Lautsprecher oder einen Kopfhörer.
Download-Möglichkeiten für die Player-Software gibt's auf
der deutschen Website von RealNetworks: www.de.real.com.
RealAudio ist z.Zt. (Stand Dezember 2003) eine reine Software-Lösung
für den heimischen PC, d.h. es gibt keine Player mit integriertem
RealAudio-Decoder. RealNetworks (www.real.com)
bietet darüber hinaus den RealProducer und die RealJukebox an.
Der RealProducer arbeitet als Encoder zur Erstellung von RealAudio-
und RealVideo-Dateien. Mit der RealJukebox erhält man zusätzlich
die Funktionalität Soundfile-Verwaltungsprogramms, das schlicht
und einfach den Umgang mit RealAudio-Dateien am PC vereinfacht.
WMA
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| Das Logo von Windows Media Audio |
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"Windows Media Audio", kurz WMA,
ist das Standard-Streaming-Media-Format von Mircosoft für Audiodateien
unter Windows wird vom Windows MediaPlayer erzeugt, erkennbar an der
Dateiendung ".wma". Microsoft propagiert das WMA Format
mit dem Hinweis auf die Integration eines Kopierschutzes, der die
Urheberrechte von Studios und Interpreten schützen soll. Kern
dieses Systems ist das sogenannte Digital-Rights-Management-System
(DRM). Wie RealAudio ist auch WMA ein Standard für Echtzeit-Übertragung
von Audio und Video im Internet. Viele MP3-Player und übrigens
auch die RealPlayer von RealNetworks können WMA-Dateien abspielen.
"Windows Media Audio" (WMA) unterstützt neuerdings
auch eine variable Bitrate (VBR), die Variante "WMA Professional"
steigert sich in wahre High-End-Regionen und lässt das Kodieren
von Quellmaterial mit 24 Bit/96 kHz und digitalen Surround-Sound zu.
Dabei schafft es WMA Professional sogar, 5.1 diskrete Kanäle
auf 7.1 aufzubohren. Microsoft verwendet allerdings ein proprietäres
Format für den so entstandenen Digital-Surround-Sound, was zur
Folge hat, dass er nur mit dem Windows Media Player 9 und über
eine Mehrkanal-Soundkarte abspielbar ist. Wenn also DVD-Player
wie z.B. einige der neueren Pioneer
DVD-Player laut Spezifikationen WMA-kompatibel sind, so sollt
man sich bezüglich Mehrkanal-Sound keine allzugroßen Hoffnungen
machen.
Geradezu audiophile Qualitäten fährt Microsoft mit
"WMA Lossless" auf. Diese Variante von WMA
bietet einen verlustfreien Codec, d.h. die komprimierten Dateien werden
bitgenau rekonstruiert. Der Platzbedarf der Musik wird mit WMA Lossless
allerdings lediglich um 50 Prozent reduziert.
Beim o.g. Hörtest der C't kam WMA bei beiden Bitraten ins vordere
Mittelfeld, d.h. WMA lag deutlich besser als MP3. Microsoft verteilt
zwar alle WMA-Komponenten kostenlos, doch handelt es sich dabei nicht
um klassischen Open Source. Dagegen spricht schon das integrierte
Digital Rights Management (DRM).
MP3Pro
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| Das Logo von MP3Pro |
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Das von Coding Technologies (www.codingtechnoligies.de)
entwickelte und von Thomson Multimedia (www.thomson.de) 2001 auf den
Markt gebrachte MP3Pro stellt eine Weiterentwicklung des MP3-Codecs
dar. Thomson hält einen wesentlichen Teil der MP3 betreffenden
Patente, und Coding Technolgies ist eine schwedische Softwareschmiede,
die sich unter Mitarbeit einiger Mitarbeiter des Fraunhofer Instituts
auf Audiokompressionsverfahren spezialisiert hat. Im Kern soll MP3Pro
nicht nur die Tonqualität erhöhen, sondern auch mit verbessserten
Komprimierungsraten und mit niedrigeren Bitraten um die 64 kBit/s arbeiten.
Bei 64 kBit/s erreicht die Klangqualität von MP3Pro etwa das Niveau,
das MP3 bei 128 kBit/s auffährt. Bei den höheren Bitraten
weist MP3 bekanntermaßen erhebliche Schwächen auf. Daher
empfiehlt sich die Anwendung von MP3Pro insbesondere für Streaming
und mobile Nutzung auf tragbaren MP3-Playern mit begrenzter Speicherkapazität.
MP3Pro bedient sich zur Klangverbesserung der so genannten SBR-Technik
(Spectral Band Replication). Dabei werden ausgefeilte Algorithmen eingesetzt,
so versucht SBR u.a., die bei niedrigen Datenraten verstärkt auftretenden
Qualitätsverluste im Hochtonbereich zu kompensieren, indem es Daten
"hinzurechnet". Diese Technik wird auch schlicht "Frequenzbanderweiterung"
genannt. Dazu werden bereits beim Kodieren die für die spätere
Hochrechnung benötigten Parameter im MP3-Bitstrom notiert. Die
eigentliche Arbeit des Hochrechnens oder der Rekonstruktion der Höhendaten
übernimmt dann die Decoder-Player-Software. Dabei verarbeitet der
konventionelle MP3-Dekoder bei 64 kBit/s nach wie vor die für die
geringe Bandbreite kodierte Musik (bei 14,5 kHz ist nach oben hin Schluss).
Erkennt der MP3Pro-fähige Player hingegen im Bitstrom die Meta-Informationen
des MP3Pro-Encoders, so führt er ein Postprozessing durch und rekonstruiert
die hochfrequenten Musikdaten-Anteile bis zu 22,05 kHz. Dies funktioniert
jedoch nur bis etwa 96 kBit/s einigermaßen vernünftig. Darüber
klingen die nachträglich hinzugefügten Frequenzanteile unnatürlich
und schrill - so berichtet zumindest die C't in Heft 19 vom 09.09.2002.
Das Fazit der C't: "Wer wenig Platz auf der Festplatte hat oder
einen MP3Pro-Player hat oder kaufen will, ist mit MP3Pro gut bedient.
Zur Archvierung taugt das Format indes nicht, weil es bei keiner Bitrate
tatsächliche Transparenz erzeugt."
MP3Pro-Dateien sind trotz SBR abwärtskompatibel zu MP3-Inhalten
und MP3-kompatiblen Playern. D.h. alle bestehenden MP3-Dateien können
von jedem MP3Pro-fähigen Player dekodiert werden. Auch umgekehrt
sind Inhalte im MP3Pro-Format ebenfalls auf jedem traditionellen MP3-Player
lauffähig. Um die Qualitäts-Verbesserungen des MP3Pro-Formates
zu nutzen, sind allerdings MP3Pro-kompatible Player erforderlich.
Infos im Internet zu MP3Pro:
Wave
Wave-Dateien - erkennbar an der Datei-Endung ".wav" - gehören
strenggenommen nicht in die Reihe der MP3-Konkurrenten. Denn anders
als MP3 und die anderen o.g. Codecs verwendet Wave von Haus aus keine
Datenkompression. D.h. im Wave-Format werden die Audiodaten als Rohdaten
gespeichert und meist nicht komprimiert. Es gibt allerdings auch die
Möglichkeit, komprimierte Daten im Wave-Format zu speichern.
Wave nutzt meist die von der Audio-CD bekannte Pulse Code Modulation.
Das WAV-Format definiert sich über das von Microsoft für
das Betriebssystem Windows standardisierte "Resource Interchange
Format" (RIFF), weshalb man mitunter auch auf die Bezeichnung
"RIFF WAVE" stößt. WAV-Dateien können von
dem im Windows integrierten Windows-Media-Player abgespielt werden.
Meist genügt dazu ein Doppelklick auf den Dateinamen im Windows-Explorer.
Wer's direkt mal ausprobieren möchte, findet unter www.musichit.de/Wav.htm
jede Menge WAV-Files. Wer tiefer in das hochinteressante Thema Wave
einsteigen will, dem sei die u.E. beste Seite zu Wave empfohlen: www.lightlink.com/tjweber/StripWav/WAVE.html
(leider wieder nur in Englisch). Hier finden Sie auch den Einstieg
zur Datenkompression
unter Wave. Ein gutes Toll ist u.E. auch der Wave-Editor
von Peter Weigel.
Beim großen Hörtest der C't kam Wave übrigens durchweg
auf den ersten Platz, was beweist, dass Datenkompression doch nicht
ohne hörbare Spuren abläuft.
Hörtest der C't in Heft 19 vom 09.09.2002
Die C't führte im Herbst der Bundestagswahl 2002 einen großen
Hörtetst im Internet durch. 3.500 User nahmen Teil und bewerteten
das Klangerlebnis von Testdateien der o.g. Audiocodierungs-Formate.
Das Ergebnis war eine relativ komplexe Bewertungstabelle, die wir
hier in der folgenden Tabelle stark vereinfacht zitieren:
| Bitrate |
Platz 1 |
Platz 2 |
Platz 3 |
Platz 4 |
Platz 5 |
Platz 6 |
Platz 7 |
| 64 kBit/s |
Wave |
Ogg Vorbis |
MP3Pro |
WMA |
AAC |
RealAudio |
MP3 |
| 128 kBit/s |
Wave |
Ogg Vorbis |
WMA |
RealAudio |
MP3Pro |
MP3 |
AAC |
| 160 kBit/s |
Wave |
Ogg Vorbis |
AAC |
WMA |
RealAudio |
MP3 |
MP3Pro |
Die Test-Kandidaten hatten die Testdateien in eine Reihenfolge je
nach empfundener Klangqualität zu stellen, ohne jedoch zu wissen,
mit welchen Codecs die Dateien komprimiert worden waren. Dabei war
von vorneherein klar, dass das unkomprimierte Wave-Format auf Platz
eins landen würde - und so war es dann auch. Die o.g. Tabelle
stellt eine Zusammenfassung der durchschnittlichen Ergebnisse dar.
MP3-Player online bestellen ...
Klicken Sie auf MP3-Player,
wenn Sie sich über Player der wichtigsten Marken (Apple,
Archos, Creative,
Frontierlabs, MPIO,
Philips, Thomson)
informieren wollen oder gleich online bestellen möchten. Sie finden
in unserem Shop auch jede Menge Zubehör zum Thema MP3-Hören,
z.B. leistungsstarke Kopfhörer
oder im Kabelshop auch strapazierfähige
und klangverbessernde Kabel (Optische
Digitalkabel, USB-Kabel etc.).
Text: Detlev Schnick; letztes Update: 10. Dezember 2003
Tipps zu weiteren HIFI-REGLER Specials:
Noch ausführlicher auf MP3 geht das Special MP3
ein. Eine Kaufberatung mit Kaufcheckliste zum Thema Fernseher.
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und DVI und aus den Dolby Labs gibt's wieder
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Wichtig zur Vermeidung von Brummen
und zum Blitzschutz / Überspannungsschutz:
Setzen Sie an Ihrer Heimkinoanlage
eine gute Netzleiste mit Netzfilter
ein und verwenden Sie Antennenkabel
und Audiokabel möglichst mit
integriertem Mantelstromfilter.
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2004 HIFI-REGLER
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