 |
+++ News +++ Presse-Clippings +++
Flache Fernseher - Pioneer kauft komplette Fertigung von NEC
Text: Detlev Schnick, HIFI-REGLER
- 04.02.2004; Quelle: Handelsblatt
vom 04.02.2004
 |
| Fertigung der Plasma-Panels (Quelle:
Pioneer) |
[04.02.2004] Wie das Handelsblatt am 04.02.2004
berichtete, hat Pioneer die komplette Fertigung der Plasma Display
Panels (PDP) vom Konkurrenten NEC aufgekauft. Diese auch FDP
(Flat Display Panel) genannten Bildschirmeinheiten stellen in Verbindung
mit einer hochintegrierten elektronischen Bildansteuerungselektronik
die Grundlage für flache Fernseher dar - eine Produktgruppe,
die sich einer immer stärkeren Nachfrage erfreut. Mit Einführung
von HDTV wird ein Boom für flache Fernseher erwartet.
Der Deal beinhaltet auch die Übernahme aller von NEC entwickelten,
die Plasma-Display-Technik betreffenden Patente. NEC ist in Japan
größter Computer- und Handy-Hersteller und will sich
fortan stärker auf dieses Kerngeschäft konzentrieren.
Pioneer ist nun mit 19,5 % Marktanteil nach Fujitsu-Hitachi-Plasma
auf Platz 2 der weltweiten Rangliste der Marktanteile. Auf Platz
3 liegt Matsushita (u.a. mit der Marke Panasonic) mit einem Marktanteil
von 19,2 %. Die Zahlen werden vom Marktforschungsunternehmen Display
Research ermittelt und veröffentlich. Pioneer will bis zum
Jahr 2005 seine Fertigungskapzitäten für flache Fernseher
einschließlich der Kapazitäten der NEC-Fabriken auf über
1 Million Stück steigern.
Im Bereich über 37 Zoll (93 cm) Bildschirmdiagonale
hat sich die Plasma-Technik für sogenannte "flache Fernseher"
klar durchgesetzt. Im Sektor der kleineren Flachfernseher, etwa
unter 30 Zoll (76 cm) dominiert allerdings die LCD-Technik. Daraus
abzuleiten, die eine odere andere Technik würde sich auf Dauer
durchsetzen, ist jedoch verfrüht. Sowohl LCD wie auch Plasma
haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. Im Moment scheint es, als
sei LCD eher für kleinere flache Fernseher geeignet, während
Plasma wohl mehr für größere Panels prädestiniert
ist. Allerdings haben LG und Sharp bereits LCD-Fernseher (siehe
auch in der Produktgruppe LCD Fernseher) mit 55 Zoll (134 cm) bzw.
mit 45 Zoll (114 cm) Diagonale angekündigt. Genaueres erfahren
Sie in der Kauberatung zu Plasma
TV.
Obgleich der Markt für flache Fernseher
boomt, und praktisch alle Hersteller 2003 mit ihren Fertigungskapazitäten
der Nachfrage hinterhinken, geben die Preise nach. Dies wird allerdings
die Nachfrage weiter anheizen. In den USA, wo HDTV bereits weit
verbreitet ist, wird für 2004 ein Absatz von 1,7 Mio. Stück
Flachfernseher erwartet. Das sind etwa 700.000 Stück mehr als
noch 2003. Sharp baut seine Fertigungskapazitäten erheblich
aus und will noch in 2004 auf eine monatliche Produktion von 27.000
Stück kommen. In der Industrie heißt es, dass mit jeder
neuen Generation von Plasma- oder LCD-Panels der Produktions-Stückkosten
für die flachen Fernseher um 25 bis 30% sinken. Der koreanische
Hersteller Samsung ist mit Sony
ein Joint-Venture eingegangen, das ebenfalls erheblich in neue Fabriken
investieren will. Matsushita (Panasonic) will laut Handelsblatt
im April eine neue Fabrik in Osaka in Betrieb nehmen und dort seine
Monatsproduktion auf 100.000 flache Fernseher steigern. Das Handelsblatt
zitiert Vorstandsmitglied Andrea Herrrmann bei Matsushita Europe:
"Wir setzen weiter auf Plasma ab 37 Zoll (93 cm). Vor allem
die Bildqualität spricht nach wie vor für diese Technik."
Obgleich im unteren Preissegment neuerdings
auch einige chinesische und taiwanische Hersteller nachziehen, bleibt
der PDP-Markt vorerst fest in japanischer und koreanischer Hand.
Und alle Hersteller sind in den europäischen Endverbrauchermärken
mit eigenen Marken aktiv. Damit wird es für die europäischen
Traditionshersteller wie z.B. Philips,
Loewe oder Thomson mangels eigener
Fertigungskapazitäten zunehmend schwerer, sich im Preiskampf
gegen ihre Wettbewerber zu positionieren. Dies wiegt umso schwerer,
als der Design-Vorsprung, den bisher Loewe und Bang&Oluvsen
prächtig auszuspielen verstanden, weitgehend verloren ist.
Neue Plasma-Fernseher von Panasonic
oder Pioneer lassen sich in ihrem schlichen
und puristischen Design ohnehin kaum variieren und sind von Haus
aus edle Designobjekte. Neben dem Preisproblem dürfte auf die
OEM-Bezieher (so nennt man die Marken ohne eigene Fertigung) ein
weiteres Problem verschärft zukommen: Die Wettbewerber mit
eigener Fertigung werden es tunlichst vermeiden, ihre OEM-Kunden
mit der jeweils neusten Technologie zu beliefern. Schade, dass Europa
in Sachen flache Fernseher mal wieder eine Innovation verschlafen
hat. Und das ohne Not! Laut Handelsblatt betrug der Kaufpreis für
die NEC-Fabriken umgerechnet 380 Mio. US-$. Ein Kauf der NEC-Produktion
wäre etwa für Philips oder Thomson sicher nicht die Lösung
aller Zukunftsprobleme im neuen Markt für Fernseher gewesen.
Doch strategisch hätte man mit einem solchen Deal zumindest
mal einen Fuß in der Türe gehabt.
Links zum Thema: Plasma
TV Kaufberatung +++Plasma
TV Test- und Kaufberatung (Teil2) +++ Plasmafernseher
(Produktübersicht) +++ Plasma-Fernseher
von Pioneer und Panasonic
+++ LCD Fernseher (Produktübersicht)
+++ LCD
TV von Sharp +++ HDTV -| Aktuelle
Infos zum neuen Standard HDTV
Verantwortlich für den Inhalt i.S.d.P.:
Detlev Schnick, © Copyright
2004 HIFI-REGLER
|
 |