DVD-Recorder
Pioneer DVR-7000 im Test
Test: Karsten
Serck, AREADVD, 02.04.2002
- Wenn Sie beim Lesen dieses Test-Berichtes auf Fachbegriffe stoßen,
die Ihnen noch unbekannt sind, so nutzen Sie unser Lexikon!
Ausstattung
Nach dem Philips
DVDR 1000 und dem Panasonic DMR-E 20 (ausgelaufen) ist der Pioneer
DVR-7000 der dritte DVD-Recorder auf dem europäischen Markt. Bereits
auf der IFA 2001 konnte man ihn begutachten, doch bis die endgültige
PAL-Version für einen Test zur Verfügung stand, sollte noch ein dreiviertel
Jahr vergehen. Das späte Erscheinen hat allerdings auch seinen Vorteil:
Pioneer kann inzwischen in Japan bereits auf einige Erfahrungen im
Bau von DVD-Recordern zurückgreifen, so dass dem DVD-Recorder Pioneer
DVR-7000 kein Hauch eines Prototypen mehr anhaftet, sondern er
im Grunde genommen bereits ein Gerät der dritten Generation darstellt.
Ob das auch in der Aufnahmequalität sichtbar wird, soll dieser Test
klären.
Der DVD-Recorder
Pioneer
DVR-7000 ist ein solide verarbeitetes Gerät in erstklassigem Design,
das auch von der Optik her die ca. 2000 EURO, die für ihn auf den Tisch gelegt werden sollen, auf
den ersten Blick erahnen lässt - man sollte schließlich den repräsentativen
Faktor, den ein solches Gerät mit sich bringt, nicht verachten. Besonders
auffällig ist das große Schönschrift-Display, welches selbst aus Abstand
von mehr als zwei Metern noch sehr gut abzulesen ist. Das Display
zeigt deutlich mehr Informationen an, als man es von einem DVD-Player
gewohnt ist. Neben der Laufzeitanzeige erscheint außerdem noch in
Schönschrift der Sendername und die von Tape-Decks bekannte großzügige
Aussteuerungsanzeige für den Ton. Der Aufnahmepegel lässt sich auch
direkt am Gerät über die "Function"-Taste links neben dem Jog-Shuttle
in 1 dB-Schritten einstellen. Ein runder Kreis auf der linken Seite
soll außerdem signalisieren, wie viel Zeit von der gemachten Aufnahme
noch verbleibt.
Mit Anschlüssen
geizt der Pioneer
DVR-7000 nicht: Neben einem S-Video-Ausgang, zwei SCART-Buchsen
sowie jeweils einem optischen und koaxialen Ausgang für den Ton gibt
der Recorder auch Komponenten-Signale via
aus. Progressive Scan wird allerdings nicht unterstützt. Auf der Eingangsseite
ist der Recorder vor allem für die Camcorder-Fraktion interessant.
Denn er hat als erster DVD-Recorder einen DV-Anschluss, der als Ein-
und Ausgang ausgelegt ist, so dass sich hier in beiden Richtungen
Überspielungen vornehmen lassen. Die Fronteingänge werden durch eine
kleine Klappe abgedeckt, hinter der sich neben dem DV-Anschluss auch
noch ein S-Video, ein Composite-Eingang sowie Cinch-Eingänge für Stereo-Ton
verstecken. Auf der Rückseite ist noch ein zweites Trio S-Video/Composite/Audio-Anschlüsse
vorhanden. Sofern man den Recorder mit einem zweiten Gerät wie z.B.
einem SAT-Receiver verbindet, ist hier aber natürlich die -Verbindung
die einfachere Lösung.
für die Wiedergabe lässt sich im Setup für die SCART-Buchse Nr. 1
einstellen. Über RGB-Verbindungen aufnehmen kann der Pioneer im Gegensatz
zum Philips
DVDR 1000 allerdings nicht. Zumindest lässt sich die Scart-Buchse
Nr. 2 sowohl auf der Eingangs- als auch der Ausgangsseite jeweils
zwischen S-Video und Composite umschalten. Optional besteht auch die
Möglichkeit, die Aufnahme automatisch durch ein an der SCART-Buchse
anliegendes Bildsignal zu starten. So kann man die Aufnahme über den
Timer eines SAT-Receivers starten, ohne den DVD-Recorder noch separat
programmieren zu müssen. Leider sind SCART-Buchsen an den meisten
Fernsehern Mangelware und selbst wenn, dann findet man häufig jeweils
nur eine SCART-Buchse mit RGB oder .
Wer also den Recorder zum Durchschleifen einer zweiten Komponente
mit S-Video-Ausgang über SCART nutzen will, kann dies problemlos tun,
ohne hierbei eingeschränkt zu werden: Der Pioneer erlaubt es nämlich,
über die "Function"-Taste am Gerät einzustellen, ob man während der
Dauer einer Aufnahme das Recorder-Bild oder das durchgeschleifte Signal
sehen will, so dass der Recorder, wenn er aufnimmt, nicht die Signalverbindung
blockiert. Auch während Timer-Aufnahmen hält sich der Recorder zurück
und unterlässt den Umschaltimpuls über die Signalleitung der SCART-Buchse.
Einen HF-Generator wie der Videorecorder aus alten Zeiten hat der
Recorder nicht an Bord, das Antennensignal wird hier nur durchgeschleift.
Aufgrund der dürftigen Bildqualität im Vergleich zu S-Video/RGB ist
das prinzipiell nicht tragisch, allerdings hat der inzwischen bei
vielen Geräten eingesparte HF-Ausgang immer den Vorteil gehabt, über
eine einfache Antennen-Kabelverbindung Bild und Ton durch das Haus
verteilen zu können.
Die
Fernbedienung ist eng mit der des Pioneer DV-737 (aktueller Nachfolger:
Pioneer
DVd 757 Ai) verwandt und wirkt trotz der für den Recorder-Betrieb
zusätzlich erforderlichen Tasten nicht überladen. Die Recorder-Funktionen
drücken allerdings die Player-Funktionen ein wenig an den Rand, so
dass oft benutzte Funktionen wie die zur Änderung des Tonkanals und
der Untertitel nur in Form sehr kleiner Tasten am unteren Rand genutzt
werden können. Auch die Pause-Taste und die gerade beim Navigieren
bzw. zum Verlassen der Geräte-Menüs häufig benötigte "Return"-Taste
liegt ein wenig abseits. Praktisch alle häufig gebrauchten Funktionen,
die der Recorder bietet, lassen sich direkt durch Druck auf eine Taste
aufrufen, so dass man sich nur selten durch On Screen-Menüs navigieren
muss. Ein nettes kleines Goodie versteckt sich hinter der "Commercial
Skip"-Taste: Hier überspringt der Recorder bei der Wiedergabe in einem
schnellen Schritt 30 Sekunden, was der typischen Länge eines TV-Werbespots
entspricht. Basis-Funktionen des Fernsehers lassen sich auch steuern,
die Codes der meisten Markengeräte werden hier akzeptiert. Wie praktisch
alle Pioneer DVD-Player erlaubt der Recorder die Anzeige der Bitrate
im Display, wenn auch nicht ganz so schön wie bei Sony DVD-Playern,
die auch noch die Audio-Bitrate getrennt anzeigen.
Die
On Screen-Menüs des DVD-Recorders
Pioneer DVR-7000 sind elegant gestaltet und intuitiv bedienbar.
Im Setup lassen sich viele kleine Details einstellen. Selbst wenn
beim Setup eine Einstellung nicht direkt auf den ersten Blick einen
Sinn zu machen scheint, hilft in diesem Fall ein kleiner Hilfetext
weiter. Ein wenig fiel auf, dass gerade Menüs mit vielen Inhalten
wie z.B. das Timer-Menü sich stellenweise etwas träge aufbauen, was
sich aber kaum störend bemerkbar macht und dafür, dass man hier ein
wenig Abwechslung von den bei vielen Geräten verwendeten 08/15-Menüs
bekommt, auch durchaus in Kauf genommen werden kann.
Zur Abfuhr der
im Gerät entstehenden Wärme kommt im Recorder ein Lüfter auf der Rückseite
zum Einsatz, der den Wiedergabebetrieb nicht weiter stört, da er so
flüsterleise ist, dass man bereits aus einem Meter Abstand vom Gerät
bereits nichts mehr hört.
Die Timerprogrammierung
via ShowView ist schnell erledigt. Nach dem Eintippen der Zahlenkombination
erscheint ein weiteres Menü, in dem man weitere Einstellungen vornehmen
kann, wobei es hier auch möglich ist, für jede Aufnahme separat die
gewünschte Qualitätsstufe einzustellen. Verschätzt man sich hier,
so greift optional eine Automatik ein, die verhindern soll, dass der
Platz auf der Disc nicht mehr ausreicht und die Bitrate entsprechend
korrigiert. Komplizierter wird es, wenn man ohne Hilfe von ShowView
programmieren muss. Dann nämlich kommt man nicht durch direkten Knopfdruck
in den Timer, sondern muss einen Umweg über das Setup gehen. Negativ
fiel auch auf, dass am Fernseher kein Videotext möglich ist, wenn
der Tuner des DVD-Recorders ausgewählt ist, was stört, wenn man die
Aufnahmezeit aus dem Videotext holen muss. Nach dem Einschalten benötigt
der Recorder immer rund 25 Sekunden, um eine eingelegte DVD-RW einzulesen.
Daher schaltet sich der Recorder für eine Timer-Aufnahme immer bereits
zwei Minuten vorher ein, um dann direkt zur programmierten Zeit mit
der Aufnahme beginnen zu können. Allerdings funktioniert dies nur,
wenn man VPS deaktiviert, was übrigens auch die Standardeinstellung
jeder Timer-Programmierung ist. Denn bei aktiviertem VPS startet der
Recorder nicht selbst, sondern wartet unabhängig von der programmierten
Zeit auf den VPS-Aufnahmebefehl. Kommt dieser beispielsweise um 20:00
Uhr für die Aufnahme der Tagesschau, so beginnt die Aufnahme erst
ca. 25 Sekunden später. Der Timer-Speicher fällt mit nur acht möglichen
Programmierungen etwas zu klein aus. Optional besteht hier zumindest
die Möglichkeit, den Timer-Speicher auf die Disc auszulegen. Der Speicher
wird dann beim Einlegen der Disc aktiviert, so dass man z.B. für das
wöchentliche Aufnehmen seiner Lieblings TV-Serie eine eigene DVD verwenden
kann. Ein wenig störend ist auch, dass der Timer sich grundsätzlich
automatisch einschaltet, sobald das Gerät in den Standby-Modus geht,
man also für den Fall, dass eine Aufnahme nicht beabsichtigt ist,
weil man gerade doch zuhause ist, erst den Beginn der Aufnahme abwarten
muss, um diese anschließen zu stoppen. Das sind ein paar Feinheiten
im Detail, die auffallen. Insgesamt ist der Pioneer
DVR-7000 im Handling jedoch weitgehend unproblematisch und weitaus
durchdachter als z.B. der Philips
DVDR 1000.
Bewertung
     
Aufnahmeformate
Da es bislang
noch keinen von allen Herstellern unterstützten Standard für wiederbeschreibbare
DVDs gibt, legt man sich beim Recorder-Kauf auf ein System fest. Der
Pioneer-Recorder verwendet zur Aufnahme die einmal beschreibbare DVD-R,
die eine Kompatibilität zu den meisten DVD-Playern gewährleisten soll
und die wiederbeschreibbare DVD-RW. Aufnahmemedien gibt es derzeit
mit 4.7 GB Aufnahmekapazität für rund 10 EURO (DVD-R) und 13 EURO
für die DVD-RW. Eine DVD-RW soll sich bis zu 1000 mal wiederbeschreiben
lassen. Beide Aufnahmedien nutzen eine Single-Layer Disc. Aufnahmemedien
mit größeren Kapazitäten als Dual Layer-Disc analog zur DVD-9 mit
rund 8.5 GB, die bei den meisten Spielfilmen auf DVD verwendet wird,
sind in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.
Zunächst ein wenig
verwirrend ist Anzahl der verschiedenen Begriffe, mit denen der frischgebackene
Pioneer DVD-Recorder-Besitzer konfrontiert wird. Nicht nur, dass man
zwischen einmal beschreibbarer DVD-R und mehrfach beschreibbarer DVD-RW
unterscheiden muss. Gleichzeitig muss man sich vor der ersten Aufnahme
für das "Video-Format" im "Video Mode" oder dem "Video-Recording-Format"
im "VR Mode" entscheiden. Hat man es aber erst einmal begriffen, so
erklärt es sich ganz einfach:
Mit "Video-Format"
und "Video Mode" soll die Kompatibilität zur ursprünglichen DVD zum
Ausdruck gebracht werden, der "DVD Video". Wählt man diesen Aufnahmemodus
für die Aufnahme auf einer DVD-R oder DVD-RW, so beschreibt der Recorder
das Aufnahmemedium so, dass es von der Datenstruktur einer vorbespielten
DVD mit den IFO, VOB und BUP-Dateien im "video_ts"-Ordner gleicht
und damit auch auf einem normalen DVD-Player abgespielt werden kann.
Direkt nach der Aufnahme lässt sich die Aufnahme zwar im Recorder
abspielen, um die Kompatibilität zu erreichen, muss diese allerdings
erst finalisiert werden. Bei diesem Vorgang werden neben der korrekten
Datenstruktur auch einfache Menüs erzeugt, durch die man dann navigieren
kann, um die auf der DVD aufgenommen Programme auszuwählen. Ob eine
so aufgenommene DVD auch wirklich in einem normalen DVD-Player abgespielt
werden kann, hängt aber auch davon ab, ob der Laser des DVD-Players
in der Lage ist, die Datenspuren einer DVD-R oder DVD-RW auslesen
zu können, was ebenso wie bei CD-R und CD-RW nicht immer gewährleistet
ist. Die Chancen, dass eine DVD-R erkannt wird, liegen zumindest recht
hoch. Die Kompatibilität hat allerdings auch ihren Preis: Aufnahmen
im "Video Mode" erlauben nur eingeschränkte Editierfunktionen und
lediglich zwei verschiedene Qualitätsstufen, in denen der Recorder
aufnimmt. Zudem nimmt der Recorder im "Video Mode" immer in Blöcken
von 30 Sekunden auf. Startet man also eine Aufnahme und stoppt diese
sofort wieder, so nimmt der Recorder trotzdem noch auf, bis insgesamt
30 Sekunden vorbei sind. Und auch die Finalisierung kann schon mal
20 Minuten dauern. Die tatsächliche Dauer hängt indes auch von der
Anzahl der aufgenommen Programme ab und kann im günstigen Fall auch
schon nach zwei Minuten vorbei sein.
Weitaus effektiver
nutzt der Recorder allerdings den verfügbaren Speicherplatz, wenn
er im Aufnahmemodus "VR Mode" das "Video Recording Format" verwendet,
welches bislang als einziger offizieller Standard für die Video-Aufzeichnung
auf DVD vom DVD-Forum festgelegt wurde. Dieser Aufnahmemodus ist nur
mit einer DVD-RW wählbar. Eine Besonderheit des DVD-RW-Aufnahmeformats
sind die "Playlisten", die sich im Video Recording Mode anlegen lassen:
Diese erlauben es, nach eigenem Belieben Sequenzen der Aufnahmen zu
einem neuen Schnitt zu editieren. Dabei bleibt die eigentliche Aufnahme
unberührt, es werden lediglich Schnittmarkierungen gesetzt, die beim
Abspielen angesteuert werden. Das ist gerade für Hobbyfilmer sinnvoll,
die ihr aufgenommenes Bild-Material schneiden wollen, aber gleichzeitig
die ursprüngliche Aufnahme erhalten möchten. Interessant ist weiterhin,
dass sich auch nachträglich durch einfachen Knopfdruck Kapitel anlegen
lassen. Im "Video Mode" kann man lediglich auswählen, dass in bestimmten
zeitlichen Abständen diese Kapitel erzeugt werden.
Der größte Vorteil
liegt allerdings darin, dass im "VR Mode" auch Aufnahmen mit variabler
Bitrate möglich sind und man einen größeren Einfluss auf die Bildqualität
erhält: Während im "DVD Video"-Modus nämlich gerade zwei Qualitätsstufen
mit 5.20 bzw. 10.08 Mbps zur Auswahl stehen, lässt sich im "VR-Mode"
die Datenrate sehr präzise in 32 Stufen von 1,73 Mbps bis 10.08 Mbps
einstellen. Diese Freiheit bietet bislang nur der Pioneer-Recorder,
während man bei den Geräten von Panasonic und Philips nur in sehr
groben Schritten Einfluss auf die Videobitrate hat.
Abspielbar sind
im "Video Recording Format" aufgenommene DVD-RWs aber nur auf DVD-Playern
von Herstellern, die DVD-RW auch wirklich unterstützen. Pioneer z.B.
will seine neueren DVD-Player entsprechend mit einem DVD-RW-Logo kennzeichnen.
Weiterhin wird DVD-RW u.a. teils von Sony unterstützt, so dass man
zumindest bei neueren Sony DVD-Playern Glück haben kann. Der Sony
DVP-NS 900 (aktueller Nachfolger: Sony
DVP-NS 905) z.B. trägt zwar nicht das DVD-RW-Logo, spielt mit
dem Pioneer-Recorder aufgenommene DVD-RWs aber ohne Klagen ab und
zeigt auch "DVD-RW" als Datenträgertyp an. Eine offizielle Liste von
DVD-Playern, die DVD-RW unterstützen, findet man unter www.rwppi.com.
Hierbei handelt es sich allerdings zum Großteil noch um japanische
Geräte. Weitaus umfangreicher ist da die Übersicht bei www.vcdhelp.com,
die praktisch alle verfügbaren DVD-Player mit den unterstützten Disc-Formaten
auflistet. Ebenso wie bei Aufnahmen im "Video Mode" ist für Aufnahmen
im "VR Mode" auch eine Finalisierung vorgesehen. Unterstützt ein DVD-Player
DVD-RW, so muss man aber nicht zwangsläufig jede Aufnahme finalisieren.
Der Sony DVP-NS 900 z.B. spielte DVD-RWs auch ohne vorherige Finalisierung
ab.
Beiden Aufnahme-Formaten
gemeinsam ist, dass jede Disc auf den jeweiligen Modus initialisiert
werden muss, was rund eine Minute dauert. Das Vermischen von verschiedenen
Aufnahmeformaten auf einer Disc ist nicht möglich.
Sicherlich fragt
man sich, wieso die Industrie nicht aus dem VHS/Beta/Video 2000-Systemstreit
gelernt hat, doch leider werden die Probleme, die sich aus der derzeit
noch unklaren Situation, welches System sich jetzt nun als Standard
durchsetzen wird, auch häufig ein wenig übertrieben, denn für vorbespielte
DVDs gibt es die DVD Video als einheitlichen Standard, so dass sich
nur die Frage stellt, welche Geräte die Eigenaufnahmen abspielen oder
nicht. Wer ohnehin nur für sich selbst Aufnahmen macht, dem kann dies
vollkommen egal sein, da der Recorder selbst die Scheiben ja auf jeden
Fall abspielt. Und der "Video Mode" sorgt zumindest für Kompatibilität
mit einer ganzen Reihe von DVD-Playern. Langfristig könnte eine Lösung
des Systemstreits vielleicht darin liegen, dass sich die Hersteller,
wenn sie sich schon nicht auf einen Aufnahmestandard einigen können,
zumindest ermöglichen, dass die in dem anderen Format aufgenommenen
Discs wenigstens abgespielt werden können.
Für alle Freunde
der Exoten-Formate VCD und SVCD noch eine kleine Ergänzung: SVCD wird
vom Pioneer weder bei der Aufnahme noch Wiedergabe unterstützt, VCDs
kann der Recorder aber zumindest abspielen. MP3 hingegen mag der Recorder
wiederum auch nicht.
Aufnahmen
und Bildqualität
Um falsche Erwartungen
von vornherein auf ein realistisches Maß zu reduzieren, gilt hier
das Gleiche, was bereits beim Test des Philips gesagt wurde: Wer sich
einen DVD-Recorder als Standalone-Gerät kauft, ersetzt mit diesem
quasi den eigenen Videorecorder - nicht mehr und nicht weniger. 1:1-Datenüberspielungen
von DVDs sind nicht möglich - unabhängig davon, ob man diese jetzt
als private Kopie oder als von der Filmindustrie gefürchtete "Raubkopie"
betrachtet (wer letzteren Begriff nicht kennt: In der Computerpresse
wird häufiger der Name "Sicherheitskopie" verwendet). Damit fallen
Features wie 5.1-Ton in Dolby Digital oder DTS schon einmal unter
den Tisch, ebenso wie verschiedene Sprachen und Untertitel oder aufwendig
gestaltete DVD-Menüs. Möglich sind lediglich Video-Aufnahmen über
den eingebauten Analog TV-Tuner oder die Video-Eingänge mit Stereo-Ton,
der mit dem eingebauten Dolby-Encoder in Dolby Digital 2.0 aufgenommen
wird. Doch selbst wer sich damit begnügt, wird kaum eine DVD aus der
Videothek mal eben kurz kopieren können. Dafür sorgt alleine bereits
der bekannte Macrovision-Kopierschutz und selbst wenn dieser im DVD-Player
zum Schweigen gebracht wurde, wird ein "Copy-Bit" in der Austastlücke
dem Recorder signalisieren, dass eine Kopie nicht angefertigt werden
soll und den Aufnahmevorgang unterbinden. Wer jetzt meint, ganz clever
zu sein, dies zu umgehen, indem er zunächst die Aufnahme auf dem Recorder
startet und erst danach mit dem Abspielvorgang auf dem zuspielenden
DVD-Player beginnt, bekommt gleich noch einen Streich gespielt: Dann
nämlich wird bei entsprechend kopiergeschütztem Material die Aufnahme
nicht nur abgebrochen, sonder es erscheint zudem noch ein Warnhinweis,
der erst wieder verschwindet, nachdem die DVD-RW neu eingelegt wurde.
Für den Fall, dass eines Tages auch Aufnahmen aus dem TV nur noch
eingeschränkt möglich sein sollten, ist der Pioneer-Recorder bereits
jetzt gerüstet: Er unterstützt für DVD-RW den Kopierschutz "CPRM",
der die Aufnahme eines "Einmalkopie"-Programms erlaubt, durch ein
digitales Verwürfeln eine wiederholte Überspielung einer solchen Aufnahme
aber verhindern soll.
Der DVD-Recorder
Pioneer
DVR-7000 erlaubt Video-Aufnahmen in PAL und SECAM. NTSC-Aufnahmen
sind leider nicht möglich - das bleibt bislang die Domäne des Philips
DVDR-1000. Auf den ersten Blick fällt beim Pioneer
DVR-7000 positiv auf, dass der Recorder dem Benutzer selbst sehr
präzise Eingriffsmöglichkeiten bei der Aufnahme erlaubt. Hier sollte
aufgrund der größeren Flexibilität bei Aufnahmen auf DVD-RW der "VR
Mode" ausgewählt werden. Im "Video Mode" würde man sich nämlich je
nach ausgewählter Qualitätsstufe auf eine Aufnahmedauer von einer
Stunde bei einer Bitrate von 10.08 Mbps bzw. zwei Stunden bei 5.2
Mbps beschränken. Zwei Stunden werden aber ganz schön eng, wenn der
Spielfilm länger aus 120 Minuten ist oder unzählige Werbepausen die
Aufnahme verlängern. Erst mit den 32 sehr fein abgestuften Qualitätsschritten,
die sich im "VR Mode" realisieren lassen, wird der DVD-Recorder zum
Video-Recorder-Ersatz, da man hier bis zu sechs Stunden auf eine DVD-RW
mit 4.7 GB aufnehmen kann. Allerdings geht das natürlich nur mit Kompromissen,
wobei klar sein muss, dass eine längere Laufzeit auch eine schlechtere
Qualität bedeutet. Aber zumindest für den Notfall hat man eben diesen
Freiraum. Da der Recorder im "VR Mode" mit variabler Bitrate arbeitet,
hängt die maximale Aufnahmedauer auch vom aufgenommen Bildmaterial
ab. Findet nur wenig Veränderung im Bild statt, so kann diese durchaus
länger sein. Die im Recorder-Display angezeigte mögliche Aufnahmedauer
sollte daher auch nur als grober Richtwert betrachtet werden. So nebenbei
kann man sich dies sogar zu Nutze machen, wenn man den Recorder als
Audio-Maschine nutzen will. Der eingebaute Dolby Digital-Encoder arbeitet
mit einer Bitrate von bei 256 kbps, was für Stereo-Aufnahmen mehr
als ausreicht. So kann man z.B. in Abwesenheit eine längere Live-Übertragung
aus dem Radio aufnehmen. Da bei einer reinen Tonaufnahme keine umfangreiche
Komprimierung des Bildes erforderlich ist, sind im Extremfall bei
der Wahl der niedrigsten Bitrate von 1.73 Mbps sogar Aufnahmen von
mehr als sechs Stunden möglich: Im Test ließen sich auf diesem Wege
rund 8 1/2 Stunden Audio auf einer 4.7 GB DVD-RW unterbringen.
Die wahrscheinlich
am häufigsten genutzte Funktion dieses Recorders wird mit Sicherheit
die Anpassung der Videobitrate sein, und so ist es auch konsequent,
dass man direkt durch Druck auf eine Taste der Fernbedienung direkt
an die Einstellungen kommt. In dem Menü bekommt man direkt per Knopfdruck
eine Vorschau auf die gewählte Qualitätsstufe, so dass man auf diesem
Wege sehr einfach feststellen kann, mit welcher Bitrate man arbeiten
sollte. Verstellt man am Bildschirm die Bitrate, so wird direkt angezeigt,
welche Aufnahmedauer in diesem Modus maximal möglich ist, was sich
sehr sinnvoll nutzen lässt, um präzise die bei der Aufnahme gewünschte
Laufzeit in der bestmöglichen Qualität realisieren zu können. Neben
der Bitrate lässt sich auch über den von den Pioneer DVD-Playern bereits
bekannten Video-Equalizer das Bild in Nuancen optimieren. Hier stehen
umfangreiche Einstellmöglichkeiten wie Schärfe, Weiß-Pegel, Schwarzwert,
Farbton und Farbsättigung sowie eine getrennt für Helligkeits- und
Farbwerte regelbare Rauschunterdrückung zur Auswahl. Das Besondere
hierbei ist, dass nicht erst bei der Wiedergabe die Optimierung stattfindet,
sondern mit den eingestellten Werten sich bereits das aufzunehmende
Bild anpassen lässt. Nutzt man dies für Überspielungen von der Video-Kamera,
so lässt sich deren Bild damit ein wenig geradebiegen, wenn der Kontrast
zu grell ist oder die Farben zu schwach ausfallen.
Kommen wir zum wichtigsten Punkt: Der Bildqualität. In Kurzform gesagt,
übertrifft der Pioneer deutlich die Erwartungen, die man nach dem
Test des Philips-Recorders an einen DVD-Recorder haben konnte. Der
Philips
DVDR 1000 produzierte zwar ein gutes, aber eben nur ein gutes
Bild, dessen Manko darin lag, dass der Encoder selbst im besten Qualitätsmodus
noch stellenweise Blockrauschen produzierte. Nicht jedoch der Pioneer,
der bereits im Standard-Modus bei einer Bitrate von 5.2 Mbps eine
Qualität bietet, bei der man schon genau hingucken muss, um noch Unterschiede
zum Original erkennen zu können. Der MPEG2-Encoder ist das Herzstück
eines DVD-Recorders, und wer schon einmal am PC damit beschäftigt
war, Videomaterial in MPEG2 umzuwandeln, der ahnt, wie viel Rechenpower
dahinter stecken muss. Der im Pioneer
DVR-7000 eingebaute Encoder arbeitet effizient und produziert
sehr saubere Bilder, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass
kaum Artefakte oder Blockrauschen auffällig werden.
Aufgrund der umfangreichen
Kopierschutzmechanismen ist es gar nicht so einfach, überhaupt Material
zu finden, mit dem man die Bildqualität testen kann. Neben "Wag The
Dog" von Concorde fand sich schließlich auch noch "Chocolat" von Eurovideo
als geeignetes Bildmaterial zum Aufnahme-Check. Und der Zufall wollte
es, dass "Pro 7" versehentlich "Der Prinz von Ägypten" in erstaunlich
guter Qualität mit anamorphem 16:9-Bild in PAL ausstrahlte, womit
man neben unzähligem 4:3-Material auch noch "echtes" 16:9-Material
aus dem TV aufnehmen konnte.
Der Pioneer nutzt
die ihm jeweils zur Verfügung stehende Datenrate sehr geschickt aus,
indem man die Reduzierung der Bitrate vornehmlich als dezent zunehmenden
Schärfeverlust wahrnimmt, das Bild ansonsten bis zu einer Bitrate
von minimal 4.16 Mbps im Modus "MN18" trotz vereinzelt auftauchender
Artefakte immer noch über S-VHS-Niveau bleibt. Ab einer Bitrate von
ungefähr 5.2 Mbps im Standard-Modus "MN20" erreicht die Qualität ein
Niveau, welches auf einem 16:9-TV mit 82 cm Bilddiagonale kaum noch
vom Original zu unterscheiden ist. Lediglich bei ganz schnellen Bewegungen
auf gleichmäßigen Flächen taucht vereinzelt noch eine Unregelmäßigkeit
auf, diese verschwindet aber spätestens, dann wenn man zwei bis drei
Qualitätsstufen höher geht. Und dreht man die Datenrate auf die maximal
möglichen 10.08 Mbps hoch, so lässt sich das Bild wirklich durch nichts
mehr aus dem Tritt bringen. Mit dieser hohen Datenrate braucht man
praktisch nur dann arbeiten, wenn man Aufnahmen herstellen will, die
als Master für weitere Überspielungen dienen sollen. Das größere Problem
wird aber wahrscheinlich darin liegen, überhaupt erst einmal Bildmaterial
in solch reiner Qualität zu bekommen.
Nutzt man den
Recorder vornehmlich für viele TV-Aufnahmen mit dem eingebauten Timer,
so ist natürlich ebenso interessant, wie gut der Recorder auch bei
niedrigeren Bitraten arbeitet, wenn es vor allem darum geht, möglichst
lange aufnehmen zu können. Das Minimum für annähernde DVD-Qualität
liegt bei einer Bitrate von rund 4,16 Mbps im Modus "MN18", womit
rund 150 Minuten Aufnahmedauer zur Verfügung stehen. Immerhin noch
S-VHS-Qualität erreicht man bis hinab zum Modus "MN12" mit einer Bitrate
von 2.97 Mbps, der immerhin schon 3 1/2 Stunden Aufnahmen erlaubt.
Gibt man sich mit VHS-Qualität zufrieden, sollte man nicht unter eine
Bitrate von 2,19 Mbps gehen, die im Modus MN6 erreicht wird und dann
285 Minuten Video ermöglich. Dann ist allerdings wirklich die Schmerzgrenze
erreicht. Unter 1.98 Mbps (MN4) sollte man auf keinen Fall gehen,
denn dann ist das Bild auf schlechtem VCD-Niveau und zittert auch
leicht bei gleichmäßigen Bewegungen. Die genannten Werte sollte man
allerdings nicht auf die Goldwaage legen, denn es hängt immer vom
Bildmaterial und auch von der Größe des eigenen Bildschirms ab, wie
stark sich Störungen im Bild wirklich bemerkbar machen. Außerdem sind
die Störungen digitaler Kompression anderer Art als die bei VHS oder
S-VHS, so dass der Vergleich nicht ganz passt, weil das Recorder-Bild
immer noch ein wenig schärfer als der Vergleichsmaßstab ist und auch
die Farb- und Kontrastwerte nahezu unverfälscht wiedergibt. Wer nur
einmal in der Woche "Das Wort zum Sonntag" aufnimmt, wird sicherlich
auch noch bei niedrigen Bitraten ein passables Bild realisieren können,
während hier Action-Filme mit viel Bewegung schon eher Schwierigkeiten
bereiten. Bei Aufnahmen vor hellem Hintergrund werden Artefakte außerdem
deutlicher auffallen, als wenn sich diese vor einem dunklen Hintergrund
bewegen, der die Störung kaschiert. Erstaunlich unproblematisch zeigen
sich hier z.B. Fußball-Übertragungen, obwohl die schnellen Kameraschwenks
für viel Veränderung im Bild sorgen und damit enorme Anforderungen
an die Kompression stellen. Diese meistert der Pioneer allerdings
perfekt. Während sich der Philips-Recorder durch die Schwenks schnell
aus dem Tritt bringen lässt und das Bild sich dann in hässliche Klötzchen
auflöst, bleibt der Pioneer selbst bei niedrigen Bitraten enorm ruhig.
Der Rasen verliert zwar zunehmend an Detail, das Blockrauschen hebt
sich aber nur geringfügig vom Hintergrund ab. Artefakte tauchen selbst
bei Bitraten, die gerade noch über 2 Mbps liegen, vornehmlich bei
den Spielern auf. Wenn man weitgehend ungestört Fußball aufnehmen
will, sollte man lieber ein wenig Reserven einplanen, doch selbst
Bitraten um die 3 Mbps sorgen hier noch mit ein wenig Gnade für ein
akzeptables Bild, und so hat man direkt rund 3 1/2 Stunden für gleich
zwei Fußball-Länderspiele zur Verfügung.
Parallel zu den
Aufnahmen des Pioneer
DVR-7000 wurden Aufnahmen herangezogen, die wir mit dem D-VHS-Recorder
JVC HM-DR 10000 angefertigt hatten. Von der maximal möglichen Bildqualität
liegen beide Geräte auf einer Ebene. Im besten Qualitätsmodus liefern
sie Aufnahmen in sehr guter Qualität ohne Kompromisse. Allerdings:
Während der Pioneer in diesem Modus ein bis zwei Stunden aufnehmen
kann, erlaubt D-VHS Aufnahmen in sehr guter Qualität von bis zu sechs
Stunden auf wesentlich preiswerteren Medien, wenn man S-VHS-Bänder
einsetzt - vom D-VHS-Longplay-Mode mit etwas schlechterer Qualität,
aber immerhin 21 Stunden Aufnahmekapazität ganz zu schweigen.
Bevor
dieser Test geschrieben wurde, lief der Pioneer Pioneer
DVR-7000 bereits rund einen Monat lang bei uns im Probebetrieb
und die Vorteile, die sich gegenüber bandbasierten Systemen wie VHS
ergeben, liegen nicht nur in der besseren Bildqualität, sondern vor
allem in einer komfortableren Bedienung: Eine Funktion wie den schnellen
Vorlauf wird man bei einem Spielfilm aus dem Kaufhaus oder der Videothek
kaum nutzen, ganz anders stellt sich das allerdings dar, wenn die
üblichen TV-Werbeblöcke laufend eingeblendet werden. Der bereits vom
Pioneer DV-737 (aktueller Nachfolger: Pioneer
DVd 757 Ai) bewährte Jog-Shuttle auf der Fernbedienung mit vierstufigem
Suchlauf leistet hier wertvolle Dienste: Mit einer kleinen Daumenbewegung
zappt man einfach vor und selbst wenn man dabei ein wenig über das
Ziel hinaus schießt, ist aufgrund der weitaus schnelleren Zugriffszeiten
im Vergleich zu VHS-Recordern schnell mit einer weiteren kurzen Daumenbewegung
wieder die Stelle erreicht, die man eigentlich haben wollte. Auf diese
Art und Weise lässt sich viel gezielter fernsehen, da man nicht nur
Werbeblöcke sondern auch z.B. einem TV-Magazin Beiträge, die nicht
von Interesse sind, einfach überspringen kann. Gerade für Sportfans
sind die Zeitlupen und Zeitraffer-Funktionen natürlich unschlagbar,
da mit kaum einer Verzögerung die Fernbedienung sofort auf Befehle
reagiert und das Standbild auch zitterfrei ist. Ein weiterer Vorteil
der nicht unterschätzt werden sollte, ist, dass man beim Aufnehmen,
Löschen und Editieren ähnliche Freiheiten hat, wie sie ansonsten bei
Consumer-Geräten nur von der MiniDisc gewohnt waren. So ist man nicht
länger gezwungen, in der Reihenfolge, in der etwas aufgenommen wurde,
die Aufnahmen auch wieder abzuspielen, sondern kann dies beliebig
tun und auch Aufnahmen, die in der Mitte oder am Ende der DVD-RW sind,
zuerst löschen. Das Löschen von Elementen wie z.B. Werbung aus einer
Aufnahme geht sehr schnell: Man drückt während der Wiedergabe auf
die "Edit"-Taste. Im daraufhin erscheinenden Split-Screen Menü markiert
man den Anfang und das Ende des Bereiches, der gelöscht werden soll.
Dieser kann mit der Zeitlupenfunktion sehr exakt bestimmt werden.
Nach Bestätigung wird der Bereich aus dem Track herausgeschnitten
und an der Schnittstelle ein neues Kapitel eingefügt. Ist man mit
dem Ergebnis nicht ganz zufrieden, kann man die Löschung auch wieder
rückgängig machen. Ergänzt wird das Ganze durch sehr umfangreiche
Editiermöglichkeiten in Form der Playlists, die es erlauben, auch
nach der Aufnahme die Abspieldauer und Reihenfolge einzelner Tracks
zur verändern, in dem man quasi virtuelle Tracks anlegt. Man kann
mit den Playlists auf Basis der Aufnahmen quasi eine komplett neue
DVD erstellen, ohne hierbei die Aufnahmen an sich zu verändern und
hat dabei Zugriff auf alle Editierfunktionen. Spielt man die DVD im
"Playlist-Modus" ab, so merkt man dies gar nicht direkt, da der Player
auch nur das abspielt, was vorher ausgewählt wurde. Durch die variabel
bei jeder Aufnahme einstellbare Bitrate ist man sehr flexibel in der
Verwaltung der 4.7 GB, die für Aufnahmen zur Verfügung stehen. Mit
in der Praxis vier Stunden in zufriedenstellender, drei Stunden in
guter und zwei Stunden in sehr guter Aufnahmequalität besitzt man
eine ausreichende Flexibilität, um mit dem Kauf dieses Recorders den
VHS-Recorder dorthin zu verweisen, wo er hingehört: Ins Museum der
Technikgeschichte.
Bewertung
     
Test-Gesamtbewertung:
    
Fazit: Mit dem
DVD-Recorder Pioneer
DVR-7000 präsentiert Pioneer einen DVD-Recorder, dessen Aufnahmequalität
praktisch keine Wünsche mehr übrig lässt und endlich auch im Heimbereich
eine Aufnahmequalität ermöglicht, die lange Zeit nur im Profi-Bereich
möglich war. Preislich ist der DVD-Recorder Pioneer
DVR-7000 mit rund 2000 EURO zwar noch in einer Region angesiedelt,
in der der Kauf nicht nur eine Frage des Wollens, sondern auch des
Könnens ist, doch in technischer Hinsicht ist bereits der Pioneer-Erstling
auf dem europäischen Markt ein hervorragendes Gerät. Vor allem die
vielfältigen Einstellmöglichkeiten sind ein großes Plus dieses Recorders.
Durch die präzise einstellbare Videobitrate lässt sich die Aufnahmedauer
und Qualität genauer optimieren als bei jedem anderen bislang in Europa
erhältlichen DVD-Recorder. Da der Pioneer
DVR-7000 auch bei niedrigeren Bitraten noch eine für TV-Aufnahmen
brauchbare Bildqualität liefert, bietet sich auch auf den nur 4.7
GB großen Aufnahmemedien Platz für Aufnahmen von mehr als zwei Stunden.

Pro:
-
Sehr
guter MPEG2-Encoder mit überzeugender Bildqualität
-
Präzise
einstellbare Aufnahme-Bitrate in 32 Stufen
-
Umfangreicher
Bild-Equalizer für Aufnahme und Wiedergabe
Contra:
-
Hoher
Preis des Geräts und der Aufnahmemedien
-
Aufnahmemedien
nur mit 4.7 GB
Verantwortlich für
den Test: Karsten Serck
Ausstattung
und technische Daten
Konstruktionsmerkmale:
- DVD-Recorder
für DVD-RW und DVD-R
- Kompatibel
mit DVD-Video, CD, CD-R, CD-RW
- PAL
& NTSC Wiedergabe / PAL Aufnahme
- DVD
Regionalcode 2
- Twin-Wave-Laser
Pick-up
- Aluminium
Frontpanel
Ausstattungsmerkmale:
- PAL
/ SECAM TV-Tuner (terrestrisch)
- 54
MHz / 10-Bit Video D/A-Wandler
- 96
kHz / 24-Bit Audio D/A-Wandler
- Quantum
Noise Reduction (Digitale Video-Rauschunterdrückung)
- Component
Frame DNR Pro
- Trick
Play Prozessor (TPP)
- Condition
Memory & Last Memory (15 DVD / 5 DVD)
- Bitraten-Anzeige
(via OSD)
- variable
Dynamikkompression
Bedienungsmerkmale:
- Grafische
Benutzerführung mit Setup-Navigator
(Graphic User Interface / GUI) mit Hilfe-Funktion
- Mehrsprachiges
On-Screen-Display (D, GB, F, I, E)
- Screen
Saver (Bildschirmschoner)
- DOT-Matrix-Display
(abschaltbar, Dimmer)
- 16:9
Bildformat-Umschaltung
- Zugriff
auf Camcorder-Laufwerksfunktionen via i.LINK
- DVD
Kindersicherung
Wiedergabefunktionen:
- Manuelle
Suche / Titelsuche / Direkte Titelauswahl
- 3
Wiederholfunktionen
- Zufallswiedergabe
(Random Play)
- Abspielen
mit Überspringen von Titeln (Skip)
- Programmierte
Wiedergabe (24 Titel/Kapitel)
Aufnahmefunktionen:
- Aufnahme
auf DVD-RW im VR-Modus und Video-Modus
- Aufnahme
auf DVD-R im Video-Modus
- Integrierter
Encoder für Dolby Digital 2.0
- Integrierter
MPEG Video Encoder mit 1-Pass VBR (variable Bitrate) und Multi-Resolution
(D1 / ½ D1 / 2/3 D1 / ¾ D1)
-
VR Modus: 2 Stunden Standard-Play (SP)
- VR-Modus: 1 bis 6 Stunden Manual (MN) in 32 Qualitätsstufen
- Video Modus: 1 Stunde (V1) oder 2 Stunden (V2)
- Disc
Program Rec. / One Touch Rec. / Auto Start Recording
- Best
Rate Recording (beste Qualität bei kompletter Ausnutzung)
- TBC
(Time Base Correction) für jitterfreie Aufzeichnung
- Picture
Quality Adjustment (Helligkeit & Farbe)
- Disc
NAVI (Navigator) (VR-Modus)
- CPRM
/ CGMS-A / Macrovision-Kopierschutz
Editierfunktionen:
- Disc
Name Input / Title Name Input
- Disc
Protect / Title Protect / Title & Chapter Erase
- Automatische
Aufnahme von Titel/Kapitel-Nummern:
- Optional (VR-Modus)
- Keine / 3 / 5 / 10 Minuten (Video-Modus)
- Playlist
(VR Modus)
Programmierfunktionen:
- 8
Events / 1 Monat
- ShowView
DeLuxe / NextView Link / PDC / VPS-Unterstützung
Anschlussmöglichkeiten:
- Front-AV-Eingang
inkl. S-Video und i.LINK
- DV-Eingang
/ -Ausgang (i.LINK)
- S-Video-Eingang
(Hoside) (2-fach)
- Composite-Video-Eingang
(koaxial) (2-fach)
- YUV-Komponenten-Ausgang
(Y, Pb, Pr, koaxial)
- S-Video-Ausgang
(Hosiden)
- Composite-Video-Ausgang
(koaxial)
- Dolby
Digital / DTS / PCM-Ausgang (koaxial & optisch)
- Analog
Audio-Ausgang
- Scart-Anschluss
für RGB, S-Video, Composite (2-fach)
- Anschluss
für Systemfernbedienung (SR)
Sonstige
Merkmale:
- Jog
& Shuttle-Fernbedienung
- Abmessungen
(BxHxT): 420 x 107 x 374 mm
- Gewicht:
7,0 kg
Test:
Karsten Serck, 02.04.2002
Weitere Infos
zum Pioneer DVR 7000 finden Sie auch auf der Website von Pioneer.
Infos zu "Surround-Aufpolierern" finden Sie im Special Dolby
Surround, Dolby Pro Logic II, Logic 7, Circle Surround II, DTS Neo:6
...
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