Test: AV-Verstärker Pioneer VSA-AX10i-S
Test: Carsten Rampacher, AREADVD
- update: 27. Januar 2004
Test-Assistent: Matthias Walther-Richters,
HIFI-REGLER

Overview
Der Pioneer VSA-AX10 ist ohne Zweifel ein hervorragender Siebenkanal-AV-Verstärker
der Bolidenklasse - aber die Zeit steht nicht still. Im Zeitalter der
neuen Hochgeschwindigkeitsschnittstellen für die digitale Tonübertragung
auch von SACD- und DVD Audio-Tonsignalen in der bestmöglichen Auflösung
konnten die Pioneer-Entwickler nicht tatenlos zusehen, wie der Pioneer
VSA-AX 10 ohne ein solches Interface weiter im Umlauf blieb. Also nahm
man sich das Flaggschiff vor, nannte es Pioneer
VSA-AX10i-S und verpasste ihm eine i.link-Schnittstelle in doppelter
Ausfertigung. Des Weiteren wurde das Multi-Channel Acoustic Calibration
System (MCACC) in automatischer Form, das zur korrekten Einpegelung der
Lautsprecher und zur Anpassung an die Raumakustik dient, im Detail verfeinert.
Die Lautsprecher-Kalibrierung erfolgt jetzt auf fünf Zentimeter genau,
statt wie bisher auf zehn. Außerdem speichert der Verstärker nach dem
Upgrade verschiedene persönliche Kalibrierungseinstellungen, falls beispielsweise
zwischen Filmsound und Musikwiedergabe unterschieden werden soll. Auch
die Geräterückseite unterzog Pioneer einer Überarbeitung. Hier warten
nun anstelle der Lautsprecher-Terminals aus Kunststoff solide, vergoldete
Metall-Schraubklemmen auf den Anschluss der Boxen-Kabel beziehungsweise
der Bananenstecker. Der Preis wurde auf ca. 5.000,00 EUR angehoben.
Besitzer eines Pioneer VSA-AX10 brauchen sich übrigens nicht zu grämen,
denn noch bis April 2004 bietet Pioneer für 800,00 EUR ein Upgrade an,
das genau die eben beschriebenen zusätzlichen Ausstattungsmerkmale umfasst.
Die sonstigen Daten haben sich nicht verändert: So bietet auch der Pioneer
VSA-AX10i-S eine Leistung von 7 x 170 Watt (6 Ohm, DIN 1 kHz, 1 %
Klirr) und ein THX Ultra 2-Zertifikat. Decodiert wird alles, was das Herz
des Multichannel-Fans begehrt, unter anderem THX
Surround EX, dts ES Matrix/Discrete 6.1, dts 96/24, Dolby Digital
5.1 EX und dts Neo:6. Wie schon beim VSA-AX10 haben bei der Entwicklung
des Pioneer
VSA-AX10i-S Toningenieure der Londoner AIR Studios die Produktmanager
von Pioneer
beraten. Ihr Ziel: Im Wohnzimmer wie im Tonstudio eine genau so emotionelle
und leidenschaftliche Klangwiedergabe zu erreichen, wie sie vom Künstler
beabsichtigt wurde - dieser Test wird später klären, ob diese anspruchsvolle
Intention auch deutlich wird.
Im folgenden Text möchten wir Ihnen den Pioneer
VSA-AX 10i-S in allen Einzelheiten näher bringen.
Verarbeitung
Für einen Betrag von ca. 5.000,00 EUR, für den man problemlos auch
eine komplette Küche, eine noble Couchgarnitur oder einen Gebrauchtwagen
bekommt, muss man dem Käufer eine Menge bieten - vor allem in Bezug auf
die Hochwertigkeit. Bei Pioneer
scheint man sich dieser Tatsache offensichtlich voll bewusst zu sein,
denn dieser AV-Verstärker
besticht in seiner gesamten Konstruktion durch Liebe zum Detail. So ist
die gesamte Front selbstverständlich aus hochwertigem, gebürstetem Aluminium,
der Input-Wahlschalter und der Lautstärke-Drehregler bewegen sich mit
großer Leichtigkeit und äußerst sauber. Das großflächige Gerätedisplay
des Pioneer
VSA-AX 10i-S löst selbstverständlich in DOT Matrix auf, und die Klappe
auf der Gerätefront, hinter der sich die weniger oft verwendeten Bedienelemente
befinden, ist von sehr solider Ausführung. Auf eine elektrische Betätigung
dieser Klappe, wie sie als besonderes Ausstattungsmerkmal der Onkyo TX-DS989
UPG2 bietet, verzichtete man bei Pioneer.

Auf der Geräterückseite herrscht ebenfalls der Eindruck
einer ganz ausgezeichneten Verarbeitungsqualität vor. Nicht nur, dass
die Anschlussbuchsen vergoldet sind, auch die Qualität der Geräte-Rückseite
ist überragend. Alle Anschlüsse sind zudem sehr akkurat eingepasst. Große
Aufmerksamkeit widmete man bei Pioneer -
wir haben es bereits erwähnt - den Verbindungsterminals für die Lautsprecher-Kabelanschlüsse.
So findet der stolze Besitzer des Boliden besonders aufwändige Terminals,
die zum vornehmen Charakter des Verstärkers bestens passen.

Nicht unbedingt liefern die Hersteller zu ihren Top-Modellen
auch immer eine entsprechende Fernbedienung mit, die dem Anspruch des
Hauptgeräts voll gerecht wird. Diesem "Trend" möchte man bei Pioneer nicht
folgen und stattet den Pioneer
VSA-AX 10i-S mit einer pultförmigen, sehr gut verarbeiteten Touch
Screen-Fernbedienung mit hochwertiger Materialanmutung aus. Das gute Stück
ist vorprogrammiert, lern- und makrofähig und kann problemlos einen ganzen
Gerätepark übersichtlich verwalten.

Bei einem derartig hochwertigen Gerät ist natürlich auch die komplette
Konstruktion von höchster Wichtigkeit. Daher "verabreichten" die Pioneer-Soundexperten
dem Topmodell einen äußerst aufwändigen Gesamtaufbau mit einem besonders
verwindungssteifen, vibrations- und resonanzhemmendem Chassis als solider
Basis. Die Füße unten am AV-Verstärker
sind von hoher Güte, um ebenfalls durch das Verhindern störender Vibrationen
den Klang im Detail zu optimieren.

Selbst die Seitenwände des Gehäuses kommen nicht ungeschoren
davon, sie haben eine spezielle Struktur (siehe Bild oben), die laut Pioneer
ebenfalls zur akustischen Optimierung beiträgt. Das Innenleben des Pioneer
VSA-AX10i-S ist ebenfalls von höchster Qualität, wie das nun folgende
Bild dokumentiert.

Gut zu erkennen ist kammerartige Struktur des Aufbaus. Jede
Baugruppe ist in ihrer eigenen Kammer zuhause, was dafür sorgt, das gegenseitige
Signalbeeinflussungen der unterschiedlichen Audio-, Video-, Analog-, Digital-
und Netzteilbaugruppen für eine Beeinträchtigung der akustischen Reinheit
sorgen. Alle Teile sind von höchster Güte und sorgfältig zusammengebaut.
Oben auf dem Bild zu sehen sind neben den groß dimensionierten Kühlkörpern
und den Hauptplatinen auch der Transformator, die überdimensionierten
Kondensatoren und der aufwändige Chassis- und Gehäuseaufbau. 32 Bit-DSP-Chips
garantieren eine exzellente Signalverarbeitung, für alle Kanäle gibt es
natürlich 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler.
Anschlüsse
Selbstverständlich bringt ein Mehrkanal-Verstärker dieser Preisliga eine
große Auswahl an Anschlüssen mit. Der Pioneer
VSA-AX10i-S verfügt über alles was man braucht, unter anderem
über YUV-Terminals (Drei Ausgänge, ein Eingang), einen doppelten
i.link-Anschluss, viele Digitaleingänge (drei koaxiale und fünf optische,
einschließlich dem optischen Front-Input), zwei optische Digitalausgänge,
einen 7.1-Eingang, einen 7.1.-Vorverstärkerausgang, einen Phonoeingang
für Schallplattenfreunde und sogar einen RF-Eingang, den Laserdisc-Freunde
dringend brauchen, wenn sie ihre NTS-Laserdiscs mit Dolby Digital 5.1-Ton
abspielen möchten.

Besondere Ausstattungsmerkmale
Unter dieser Rubrik möchten wir alle Ausstattungsmerkmale, die der Pioneer
VSA-AX 10 i-S dem Anwender zur Verfügung stellt, ausführlich erläutern.
i.link-Anschluss

Endlich: Mittels i.link können DVD Audio- und SACD-Daten auf digitalem
Weg aus dem DVD-Player herausgeführt werden und ihren Weg in den AV-Verstärker
finden. Im Pioneer
VSA-AX10i-S steht dann auch die gesamte DSP-Nachbearbeitung auch für
DVD Audio-Signale zur Verfügung, wenn dies vom Anwender gewünscht ist.
I.link ist eine Handelsmarke für die Norm IEEE1394 ("FireWire"), eine
Hochgeschwindigkeits-Schnittstelle für digitale Audio- und Videodaten.
PCs, digitale Camcorder und andere Arten audiovisueller Geräte sind mit
einer solchen Schnittstelle schon momentan ausgerüstet. Die Tendenz ist
steigend. Da eine i.link-Buchse gleichzeitig Daten senden und empfangen
kann, reicht ein einziges Kabel. Damit ein einwandfreier Betrieb gewährleistet
ist, sollte man folgende Punkte beachten und folgende Fakten kennen:
- Die i.link-Buchse ist bei diesem Verwendungszweck NUR für Audio- nicht
für Videosignale zuständig.
- Von der i.link-Buchse werden alle Arten von digitalen Audiosignalen
ausgegeben, mit denen der jeweilige Player kompatibel ist. So auch SACD-
und DVD Audio-Signale.
- Bei der Wiedergabe von DVD-As, SACDs und CDs via i.link wird ein jitterfreies
Digitalaudiosignal ausgegeben, sofern der angeschlossene Verstärker/Receiver
mit der PQLS-Funktion (Ratensteuerung) kompatibel ist.
- Um DVD Video-Discs, DVD-As und SACDs mittels i.link Connection abspielen
zu können, müssen die angeschlossenen Geräte mit dem DTCP-System (Digital
Transmission Content Protection) kompatibel sein. Ist ein angeschlossenes
Gerät nicht DTCP-kompatibel, wird nur der CD-Ton wiedergegeben. Diese
Maßnahmen sind aus Gründen des Kopierschutzes erforderlich.
- Beide i.link-Geräte erkennen sich normalerweise und zeigen ihren Partner
im jeweiligen Display an. Wir haben es mit einem Pioneer
DV-868AVi (Test folgt in Kürze) ausprobiert, ohne Probleme "fanden"
sich Verstärker und DVD-Player
- Die i-Link Verbindung kann einem Eingang des Pioneer
VSA-AX10i-S zugeordnet werden.
- Die Richtung des Signalflusses kann festgelegt werden, wahlweise eine
oder beide Richtungen zulässig.
- Bei der Einrichtung eines i.link-Netzwerks ist es wichtig, dass die
Komponenten eine "offene Kette" bilden oder in einer Baumstruktur angeordnet
werden. Das System funktioniert nicht, wenn die angeschlossenen Komponenten
eine Schleife bilden. Stellt der Pioneer
VSA-AX10i-S das Vorhandensein einer solchen Schleife fest, erscheint
im Gerätedisplay der Schriftzug "Loop Connect".
- Auch ist beim Anschluss von i.link-Geräten die Schnittstellengeschwindigkeit
zu beachten. Derzeit gibt es 3 Geschwindigkeiten, S100 (am langsamsten),
S200 und S400 (am schnellsten). Der Pioneer
VSA-AX10i-S verwendet den Typ S400. Es ist zwar prinzipiell möglich,
Komponenten mit verschiedenen Geschwindigkeiten zusammen zu nutzen
- zu beachten ist dann aber folgender Ratschlag: Wenn es irgend möglich
ist, sollte man die langsamen Geräte an den Endpunkten einsetzen. Dieser
Aufbau verhindert Engpässe im Netzwerk.
- Zum Anschluss ein 4-poliges, S400 i.link-Kabel verwenden. Im Netzwerk
können sechs- und vierpolige Kabel eingesetzt werden.
- Keine i.link-Komponenten trennen oder verbinden, wenn der AV-Verstärker
eingeschaltet ist. Immer das Gerät ausschalten.
- Wird der Verstärker innerhalb eines i.link-Netzwerkes verwendet, muss
der Verstärker eingeschaltet sein, um die i.link-Verbindung aufrecht
zu erhalten.
- Mit der i.link-Verbindung des Pioneer
VSA-AX 10 i-S können bis zu 17 Komponenten miteinander verknüpft
werden. Mit einem zusätzlichen i.link-Repeater ist es möglich, bis zu
63 Komponenten anzuschließen.
M.C.A.C.C.:
Voraussetzung für das richtige Heimkino-Feeling sind korrekt eingepegelte
Lautsprecher mit dem richtigen Time Alignment ? stimmen die Verzögerungszeiten
und die einzelnen Pegel der Boxen nicht, kann das Film- oder Musikvergnügen
empfindlich geschmälert werden.
Problem dabei ist nur: Gerade Heimkino-Einsteiger beziehungsweise technisch
weniger versierte Kunden tun sich oft schwer mit der richtigen Lautsprecher-Einstellung,
da man doch über ein gutes Gehör, eine Menge Erfahrung sowie Geduld und
weiteres Equipment (Einmessgerät) verfügen muss, um ein respektables Ergebnis
zu erzielen. Daher ist davon auszugehen, dass bei einem Großteil der Kunden
zuhause kein optimales Surrounderlebnis möglich ist, obwohl es vom Gerätepark
her eigentlich kein Problem wäre, noch deutlich mehr Klangqualität aus
den Komponenten zu holen. Selbst erfahrene Anwender, die mit viel Mühe
ihre Heimkino-Anlage einpegeln, wünschen sich manchmal noch mehr: Eine
noch bessere Anpassung des AV-Receivers oder AV-Verstärkers an die Hörumgebung
und an das Lautsprecher-System.
Die Pioneer-Entwickler haben sich bereits schon seit geraumer Zeit mit
dieser Thematik beschäftigt. Zur IFA 2001 war es dann so weit: Mit dem
ab 2002 lieferbaren VSA-AX10, dem neuen Flaggschiff des AV-Verstärker-/Receiver-Line-Ups,
zog auch eine neue Technik zum Einmessen der Lautsprecher ein: M.C.A.C.C.
(Multichannel Acoustic Calibration System) kümmerte sich vollautomatisch
um das optimale Justieren der angeschlossenen Lautsprecher. Diese Technik
findet sich, im Detail nochmals verfeinert, auch im Pioneer
VSA-AX10i-S. Inzwischen haben ein Teil der Konkurrenten - z.B. Yamaha
und Denon - vergleichbare automatisierte Systeme
im Angebot.
Die Arbeitsweise von M.C.A.C.C.
Heimkino-Neulinge werden M.C.A.C.C. aufgrund
der einfachen Bedienung ebenso sehr zu schätzen wissen
wie Heimkinofans, die eine wirklich erstaunlich genaue
Anpassung des AV-Receivers an das Lautsprechersystem und
an die akustischen Bedingungen im Hörraum wünschen.
Voraussetzung für die korrekte Arbeit mit M.C.A.C.C. ist, dass es möglichst
leise im Hörraum sein sollte, damit M.C.A.C.C. alle Boxen korrekt einpegeln
kann und nicht durch eine zu hohe Nebengeräuschkulisse in seiner Arbeitsweise
gestört wird. Um den Einsatz von M.C.A.C.C. vorzubereiten, verbindet man
das mitgelieferte Mikrophon (siehe Bild unten) mit der dazugehörigen Buchse
auf der Vorderseite des Pioneer
VSA-AX10 i-S. Der Anschluss für den Mikrophon-Stecker findet sich
unter der Frontklappe. Das Mikrophon selber ist an der üblichen Hörposition
aufzustellen.

Weitere Schritte:- Subwoofer, falls angeschlossen bzw. vorhanden, unbedingt
einschalten.
- Auf der Fernbedienung die "Verstärker"-Taste betätigen.
- M.C.A.C.C.-Setup-Taste drücken.
- Ist der Geräuschpegel im Hörraum zu hoch, blinkt der
Schriftzug "Noisy" im Display ? dann sollten alle
Nebengeräusche eliminiert werden, um eine störungsfreie
Justage zu erlauben.
Als nächstes überprüft das System das Mikrophon und die
angeschlossenen Lautsprecher. Gibt es eine "Err" (= Error)-Meldung,
arbeitet das Mikrophon nicht korrekt (z.B. der Stecker
ist nicht richtig eingerastet oder die LS-Verbindungen
stimmen nicht). In der Praxis gibt es bei akkuratem Anschluss
der Komponenten keine Probleme ? schließlich hat
Pioneer das System nach der Maxime entwickelt, dass es
zuverlässig arbeitet. Nicht auszuschließen sind jedoch
Fehler bei den Lautsprecher-Verbindungen bzw. beim Einstecken
des Mikrophons.
Es gibt folgende Error-Meldungen, je nach vorliegendem
Fehler:- "ERR Mic" - Fehler bei der Mikrophonverbindung
- "ERR Fch" - Verbindung der Front-LS fehlerhaft
- "ERR Sch" Verbindung der Surround- oder Back Surround-LS
fehlerhaft
- "ERR SW" - Subwoofer nicht eingeschaltet bzw.
Lautstärkeregler nicht aufgedreht.
Treten keine Fehlermeldungen auf, was bei korrekter Verbindung
aller Komponenten der Fall sein dürfte, beginnt M.C.A.C.C. mit der Arbeit,
und zwar in folgenden Schritten:
- Analyse der angeschlossenen Lautsprecher. Der Pioneer
VSA-AX10i-S gibt hier eine Reihe teilweise recht lauter Testimpulse
von sich, die vom Mikrophon erfasst werden. Das System bestätigt automatisch
die Verfügbarkeit der LS und nimmt so die Grundeinstellung vor.
- Analyse der Lautsprecher-Größe. Hier erkennt M.C.A.C.C. für jede Box
die optimale Wiedergabebandbreite. Auch großvolumige Standlautsprecher
mit einem Basschassis von 16 cm können als "small" erkannt werden. In
vielen Testläufen arbeitete diese Erkennung sehr stimmig und zuverlässig.
- Einstellung der Verzögerungszeit. Das Mikrophon erkennt die jeweilige
Entfernung vom Lautsprecher zur Hörposition. Die Verzögerungszeiten
werden automatisch für jeden LS in einem Raster von 5 cm eingestellt.
- Pegeleinstellung. Hier wird der Schalldruckpegel der Lautsprecher
im Verhältnis zur Hörposition analysiert und angeglichen.
- Automatische Entzerrung des LS-Systems. Hier führt M.C.A.C.C. die
automatische Berechnung der Frequenzgänge durch. LS und Raumakustik
werden hierbei miteinander abgeglichen. Der Verstärker gibt dabei eine
Reihe von Testtönen aus, die vom Mikrophon erfasst werden. Mittels eines
exakt arbeitenden Equalizers erfolgt die Kalibrierung für jeden Kanal
(siehe OSD-Bild unten)

Für diejenigen Käufer, die selbst "Hand anlegen" wollen: Alternativ
kann bei allen Modellen mit M.C.A.C.C. natürlich auch manuell konfiguriert
werden, mit Justagemöglichkeiten für die Entfernung der Lautsprecher vom
Hörplatz für die manuelle Einstellung der Verzögerungszeit. Ebenso kann,
wie gewohnt, die LS-Größe eingegeben werden, wobei Pioneer
zur Vereinfachung bei vielen Modellen immer Lautsprecher-Gruppen vorgibt
(z.B. FS - CS - SS, Front small, Center small, Surround small).
Der Pioneer
VSA-AX10i-S, M.C.A.C.C. und die Lautsprecherauswahl
M.C.A.C.C. erleichtert nicht nur eine korrekte Einpegelung
und Laufzeiteinstellung ? das System kann noch mehr: Durch die exakte
Erfassung der Spezifikationen des jeweiligen Lautsprechers ist auch eine
optimale Anpassung des AV-Verstärkers/-Receivers an das Boxensystem möglich,
und zwar viel genauer, als dies normalerweise manuell möglich ist. Somit
ist M.C.A.C.C. das richtige Werkzeug, sowohl für den Neueinsteiger als
auch für den erfahrenen Anwender, um den Heimkino- und Mehrkanal-Musik-Hörspass
weiter zu perfektionieren. Für den Besitzer des Pioneer
VSA-AX10i-S hat dies noch weitere angenehme Folgen: Nämlich eine große
Freiheit in Bezug auf die Wahl des Lautsprecher-Systems.
Normalerweise ist es gang und gäbe, entweder ein sehr edles THX-Lautsprechersystem
oder eine edle Stand-/Regallautsprecherkombination mit großem Center an
AV-Verstärker-Boliden der Luxusklasse zu betreiben. Durch M.C.A.C.C. aber
ist der Besitzer des Pioneer
VSA-AX10i-S viel flexibler. Hier kann man auch ein qualitativ überzeugendes,
sehr kompakt bauendes Lautsprecherensemble aufspielen lassen - ohne zu
große akustische Einbußen. M.C.A.C.C. holt aus jedem Lautsprecher ein
Optimum, daher haben wir ganz verschiedene Vorschläge, welche Boxen man
zum Pioneer
VSA-AX10i-S kombinieren kann. Vom Anwender, dem eine kompakte Bauweise
und optische Finesse über alles gehen, über den gnadenlosen Pegelfanatiker,
der trotzdem auch Musikalität schätzt, bis zum Highend-Liebhaber, dem
eine detaillierte Musikwiedergabe sehr wichtig ist. Voraussetzung sollte
nur sein, dass die Boxen auf jeden Fall DVD Audio- und SACD-geeignet sind
und somit einen tadellosen Hochtonbereicht mitbringen.
- Kaum zu glauben, aber wahr: Wer nur wenig Platz für seine Lautsprecher
zur Verfügung stellen möchte und außerdem Wert auf eine edle Optik legt,
kann mit dem Jamo D4 System wirklich glücklich werden. Natürlich, etwas
überdimensioniert ist der Pioneer
VSA-AX10i-S schon, aber es ist faszinierend, was der Bolide aus
den kompakten Schallwandlern alles herausholt. Zusammen mit dem sehr
gelungenen Jamo D4SUB ergibt sich so der Eindruck echten Heimkino-Feelings,
und selbst im Musikbetrieb sind die Leistungen gut.
- Power to the Maximum: Mit dem Teufel Theater 8 THX Ultra
2 in EX-Konfiguration holt sich der Pioneer
VSA-AX10i-S-Eigner ein höllisch gehendes Mehrkanal-Schallwandlerset
ins Haus. Der M11000 genannte, mitgelieferte Subwoofer verwöhnt mit
einer 1.000 Watt (!) Endstufe und lässt im Betrieb keinerlei Zweifel
in Bezug auf den Wahrheitsgehalt der Leistungsangabe. Auch der Rest
der Komponenten überzeugt, das Volumen und die akustische Dichte sind
spitzenmäßig. Für einen vertretbaren Preis ist das Theater 8 ein brillantes
Beschallungssystem für hohe Ansprüche.
- The Music goes on: Mit dem Infinity
Kappa 7.1-System werden auch sehr anspruchsvolle Musikliebhaber
glücklich. Der Subwoofer dazu bietet auch ein Einmeßsystem für die akustische
Optimierung - fraglich ist, ob der eher musikalisch orientierte Anwender
diesen überhaupt benötigt, denn die Infinity
Kappa 600 bieten einen straffen, präzisen und druckvollen Bass.
- Sehr gut zum Pioneer passt das Jamo
D 7 THX Ultra 2-System. Zum heftigen Preis bietet das Set auch galaktische
Leistungen in Bezug auf die Performance, besonders dann, wenn man es
in größeren Hörräumen gleich mit zwei der 400 Watt-Subwoofer betreibt.
Dann zittern die Nachbarn noch einige Häuser weiter, wenn Actionfilme
mit vielen großen Effekten im Heimkino laufen. Doch das D7 kann auch
anders: Die Musikqualitäten sind von hoher Güte.
- Für diejenigen finanzstarken Highender, die sich den Konzertsaal nach
Hause holen möchten, raten wir zum KEF Reference-Set. Hier bleibt praktisch
kein Wunsch mehr offen, gerade klassische Musik auf DVD Audio-Discs,
sehr hochwertigen DVD-Video-Medien oder auf Top-CDs wird in überragender,
unnachahmlicher Manier zum Ausdruck gebracht.
THX Ultra 2
Der Pioneer
VSA-AX10i-S bringt, ebenso wie z.B. der
Marantz SR-9300, der Denon AVC-A1SR (der mit Dolby
Pro Logic IIx- und HDCD-Upgrade nun Denon
AVC-A1SRA heißt) und der Onkyo TX-DS989 Upgrade 2 ein THX Ultra 2-Zertifikat
mit. Damit Sie dieses Ausstattungsmerkmal richtig nutzen können, ist es
zunächst wichtig, einen Überblick über die Features zu bekommen. Daher
haben wir für Sie die wichtigsten Punkte zusammengetragen.
- THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante, die vollständig für digitale
Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Auch die Extended Surround-Tonnormen
von Dolby und von DTS wurden bei der Entwicklung berücksichtigt. So
bietet THX
Ultra II auch ein weiter gehendes Post Processing, DTS ES Discrete
6.1 ist ebenfalls voll integriert: Der zusätzliche diskrete Kanal auch
als ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing versehen.
- Neu bei Ultra 2: Die Aufteilung in Cinema- und Music Mode. Der Cinema
Mode ist optimiert für Wiedergabe von 5.1-Material über ein 7.1-Lautsprechersystem
und soll die Vorteile von Extended Surround auch bei eigentlich in 5.1
vorliegendem Material akustisch optimal ausnutzen. Alle 8 an einem EX-System
beteiligten Lautsprecher werden optimal aufeinander abgestimmt. Um dies
für den Back Surround-Bereich zu ermöglichen, stellt der Heimcineast
die Entfernung zwischen den beiden Back Surround Lautsprecher ein. Diese
Einstellung benötigt THX Ultra 2, damit ASA (Advanced Speaker Array)
richtig arbeiten kann und die Surround- und Back Surround-Klangkulisse
als homogenes Ganzes erscheint. Wer Material hat, welches in Dolby
Digital 5.1 EX vorliegt, verwendet nach wie vor THX Surround EX
und nicht THX
Ultra II Cinema.
- Erstmalig bei THX gibt es auch einen Music Mode, der besonders für
DTS 96/24 und Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert ist. Der
Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems mit
zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden
jedoch anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton:
So wird die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet,
die rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box. Sinn dieses
Unterfangens ist es, räumlich gesehen zwischen dem jeweiligen Surround-
und Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen,
deren Klangeindruck aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens
dem Klangbild eines normalen Direktstrahlers (also der Lautsprecherart,
die für die akkurate Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich
sein soll. THX will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe
Lautsprechersystem sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe
qualitativ überzeugend vonstatten gehen soll. In der Praxis entpuppt
sich THX
Ultra II Music nicht als "fauler Kompromiss", sondern als brauchbares
Feature: So wird eine raumfüllende, aber trotzdem präzise Musikwiedergabe
von guter Dynamik erreicht. Auch wenn nicht das Niveau physisch vorhandener
Direktstrahler erreicht wird: Im Rahmen der Möglichkeiten einer virtuellen
Erzeugung ist das Ergebnis beachtlich gut.
- Neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für die Verwendung
des Verstärkers mit einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer bestimmt
und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen des Hörraums
(Struktur der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes
und des Subwoofers sorgen in verschiedenen Fällen für eine störende
Überbetonung der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer
als zu dominant erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension
ein und gleicht übermäßig starke Basstöne, die auf einem Grenzverstärkungseffekt
beruhen, aus.
- Um alle THX Ultra 2 Features nutzen zu können, ist ein komplettes
7.1 Lautsprechersystem erforderlich.
Im On Screen Menü des VSA-AX10i-S
kann im THX Audio-Untermenü noch individuell eingestellt
werden:
- Wenn man einen THX
Ultra II zertifizierten Subwoofer einsetzt,kann die Boundary Gain
Compension eingeschaltet werden.
- Man kann einstellen, wie weit die beiden Back Surround Lautsprecher
voneinander entfernt sind. Diese Einstellung benötigt THX Ultra 2, damit
ASA (oben erklärt) richtig arbeiten kann. Zur Wahl stehen: "TOGETHER"
für Abstände von unter 1,2 Metern, oder "APART" für Abstände zwischen
beiden Surround Back Lautsprechern, die größer als 1,2 Meter sind.
Die integrierten DSP-Programme
Eines vorausgeschickt: Die DSP-Programme im Pioneer
VSA-AX10i-S sind alles andere als schlecht. Je nach dem Geschmack
des Anwenders, der verwendeten Software, dem Lautsprechersystem und der
Raumakustik kann eine im Detail verbesserte Wiedergabe erzielt werden.
Mit den DSPs zu optimieren sind (natürlich ist es je nach DSP der Effekt
der einzelnen genannten Klangfeldparameter unterschiedlich, der Effektlevel
kann zudem eingestellt werden):
- Nachhall
- Räumliche Dichte9
- Gefühl der Intensität der Reflexionen
- Breiten- und Tiefenwirkung des Sounds
- Ausgleich softwarebedingter Schwächen
Es stehen folgende DSPs zur Verfügung:
- Advanced Cinema-Modi: Action (Für Filme
mit besonders vielen kräftigen Effekten), Sci-Fi (soll
breiten Klangraum erzeugen und trennt Dialoge von
Soundeffekten, um die Gesamtwirkung des Soundtracks
zu steigern), Drama (für dialogreiche Filme vorgesehen),
Musical (Für DVDs mit hohem Musikanteil, soll die
Raumwirkung optimieren), Monofilm (für Mono-Material),
5/7-D-Theater (für mehr Dynamik und einen breiteren
Klangraum bei Stereo-Musikquellen)
- Advanced Concert-Modi: Classical (Simulation
der akustischen Effekte eines große Konzertsaals,
soll sich besonders für klassische Musik eignen, je
nach Software ein ordentliches DSP), Chamber (Simulation
der Akustik eines äußerst resonanzreichen Konzertsaals
mit reichem Nachhall und vollem Klang, in der Praxis
für manche Musikaufnahmen durchaus zu gebrauchen),
Jazz (Simulation der Akustik eines Jazzclubs, Verstärkung
des Live-Effekts - nicht optimal gelungen in unseren
Augen, lieber Jazz in Stereo oder in Pro Logic 2 Music
anhören), Rock (Live-Band-Effekt mit dem Schwerpunkt
auf der Trennung der Instrumente und verstärktem Bass,
in der Praxis bei manchen DVDs gar nicht schlecht),
Dance (Akustik-Simulation des Tanzclubs mit stärker
betontem Bassbereich, kräftiges Hallverhalten im Test,
aber tatsächlich kräftiger, voluminöser Bass. Hochtondarstellung
nicht allzu differenziert. Gut für effektstarke Techno-
und Trance-Musik), 5/7-Channel Stereo (Simulation
der akustischen Umgebung einer herkömmlichen Stereoanlage
bei Verwendung aller Lautsprecher des Systems, der
"Party-Modus")
Hi-Bit/Hi-Sampling
Dieser Modus ist für einen größeren Dynamikumfang
und somit eine für eine gesteigerte Wiedergabequalität
von CDs und DVDs zuständig. Si HiBit-Schaltung nimmt eine
Dynamikerweiterung bei herkömmlichen CDs/DVDs von 16/20
Bit auf 24 Bit vor. Damit dieser Filter besonders gut
arbeiten kann, sollten als Basis auch hochwertige Aufnahmen
verwendet werden. Hi-Sampling sorgt für eine Vergrößerung
der Frequenzbandbreite. In der Test-Hörpraxis machte sich
dieser Filter positiv bemerkbar, nimmt die HiBit-Schaltung
doch der CD den teilweise trägen und zu wenig transparenten
Hochtonbereich - dieser präsentiert sich nach dem Aufpolieren
als dynamischer, klarer und feiner abgestuft, was gerade
bei Klassik oder Jazz auffallen dürfte.
Ebenfalls vorhanden ist im On Screen Menü ein sogenannter "Expert Modus",
in dem man folgendes einstellen kann:
- Veränderung der OSD-Position auf dem Bildschirm des Bildausgabegeräts
- Bass Peak Level: Einstellmöglichkeit für den Bassspitzenpegel
- Dynamic Range Control MID/MAX oder OFF anwählbar (für Dolby Digital)
- Multi-Channel In Select: Interessante Funktion des Expert-Setups.
Hier kann zunächst eingegeben werden, welche Eingänge des 7.1-Eingangs
belegt sind: Hängt ein Gerät mit einem 5.1-Ausgang daran, so stellt
man den Wahlschalter auf 5 CH. Alternativ sind bei externen 6.1- oder
7.1-Geräten auch die Positionen 6 CH oder 7 CH anwählbar (Subwooferkanal
wird nicht mitgezählt). Nun kann man auswählen, wie der Pioneer
VSA-AX 10 i-S das Signal wiedergeben soll: In der Position "Through"
gibt der Verstärker alles so wieder, wie es hineinkommt - ein 5.1-Soundtrack
wird auch in 5.1 ausgegeben, ein 192 kHz/24-Bit Stereo-Soundtrack von
einer DVD Audio wird auch in Stereo wiedergegeben. Wählt man die Einstellung
"S -> SB" dann laufen - nicht wie man zunächst denken könnte - grundsätzlich
IMMER die normalen Surroundlautsprecher, nicht aber die Surround Back
Lautsprecher mit. Bei S -> S & SB laufen Surround- und Surround
Back-Lautsprecher grundsätzlich mit.
- Input Rename: Hier kann der Benutzer jedem Eingang einen individuellen
Namen geben.
Der Videonormwandler
Wer seinen DVD-Player durch den VSA-AX10
durchschleifen möchte, interessiert sich für den hochwertigen
Video-Konverter, der die unterschiedlichen Signalquellen
- wie S-Video vom S-VHS Recorder - auf Komponenten-Video
(YUV) wandeln kann. In der Praxis bietet dieser Wandler
eine beachtlich gute Signalwandlungsqualität und hat damit
durchaus seine Berechtigung.
Insgesamt begeistert der Pioneer
VSA-AX 10 i-S mit einer tollen, durchdachten Ausstattung, einer brillanten
Verarbeitung und einem sorgfältigen Aufbau - ohne Zweifel bekommt der
Edel-Verstärker die volle Punktzahl.
Bewertung      
Bedienung

Wer glaubt, einen 5.000,00 EUR teuren AV-Boliden
könnte nur ein Fachmann richtig justieren, sieht sich auf das Angenehmeste
enttäuscht. In erster Linie verantwortlich für die einfache Bedienung
ist M.C.A.C.C. (siehe ausführliches Special weiter oben). Doch
auch sonst überzeugt das Bedienkonzept des Pioneer
VSA-AX 10 i-S: Die Menüs auf der vorprogrammierten sowie frei programmierbaren
Fernbedienung mit LC-Display und Touchscreen sind übersichtlich, auf überflüssige
grafische Spielereien, die außer einem netten Aussehen nur Verwirrung
stiften, verzichtete Pioneer
löblicherweise (siehe Bild oben). So kann die pultartige Fernbedienung
jeder innerhalb kurzer Zeit bedienen, die effektiv arbeitende Hintergrundbeleuchtung
und der gute Kontrast machen auch die Bedienung in der Dunkelheit einfach.
Die On Screen Menüs des Pioneer
VSA-AX10 i-S sind leicht zu durchschauen, da sie eine klare, logische
Struktur aufweisen.

Nicht zu verbessern ist das großflächige DOT-Matrix-Display direkt am
Pioneer
VSA-AX 10 i-S, das alle relevanten Informationen anzeigt und sehr
gut abzulesen ist. Die Bedienelemente am Gerät selber erfreuen mit einer
einwandfreien Haptik, besonderes Vergnügen bereitet es, den höchst präzise
ausgeführten Lautstärke-Drehregler sowie den Eingangswahl-Drehregler zu
bedienen.
Bewertung      
Ton
Lautsprechersysteme:
DVD-Player:
Wired by Oehlbach
Software:
- THX Ultimate Demo DVD
- James Bond, Stirb an einem anderen Tag
- James Bond, Die Welt ist nicht genug
- Die Mumie
- Die Mumie kehrt zurück
- Star Wars Episode 1, The Phantom Menace
- Star wars Episode 2, Der Angriff der Klonkrieger
- Ein Chef zum Verlieben
- Schiffsmeldungen
- dts Demo DVD Nr. 7
- dts DVD Audio Music Sampler
- dts 96/24-DVD/DVD Audio "Brasilian Bossa"
- Ludwig van Beethoven: 3. Symphonie (DVD Audio 96 kHz
24-Bit Multichannel)
- Brian Ferry, "Frantic" (SACD-Multichannel)
- Sony, SACD Ultimate Collection, Volume 1
- Luciano Pavarotti, Ti Adoro (Audio-CD)
- Eros Ramazzotti, Musica E (Audio CD)
- Trance - The Vocal Session Volume 4 (Audio-CD)
- DJ Networx, Volume 17 (Audio-CD)
Tipps:
Um die Qualitäten des Pioneer
VSA-AX10 i-S auch akustisch ausnutzen zu können, sollte man einen
entsprechend hochwertigen DVD-Player verwenden
und diesen auch geeignet anschließen. Am komfortabelsten ist der Anschluss
mittels i.link - unten sehen Sie, wie ein solches, sehr kompakt bauendes
Kabel aussieht.

Die Voraussetzung ist allerdings verständlicherweise, dass auch der DVD-Player
einen i.link-Ausgang mitbringen muss. Dieses Highspeed-Interface haben
leider momentan noch nicht allzu viele Player. Z.B. der Pioneer
DV-868AVi, der Pioneer DV-757Ai
oder der Denon DVD-A11. Es ist
aber davon auszugehen, dass in der Ober- und Luxusklasse, aber auch in
der oberen Mittelklasse mehr DVD-Spieler mit i.link auf den Markt kommen.
Wer auf eine herkömmliche optische oder koaxiale
Digitalverbindung setzt, dem raten wir zu einem hochwertigen koaxialen
Digitalkabel, beispielsweise aus der Oehlbach
XXL-Serie (siehe Bild unten). Die koaxialen Kabel bieten den Vorteil einer
noch besseren Griffigkeit, zudem ist es aufgrund des Konstruktionsprinzips
möglich, eine höhere Material- und Verarbeitungsgüte zu realisieren. Das
Problem von Streulichtverlust findet bei einem koaxialen Kabel ebenfalls
nicht statt. Bei einem koaxialen Kabel ist auf eine gute Steckerqualität
(die sich nach häufigerem Hinein- und Herausziehen des Steckers herausstellt,
hier darf es zu keinen funktionalen Beeinträchtigungen kommen), auf ein
hochwertiges, flexibles und belastbares Kabelmaterial, auf eine gute Zugentlastung
und auf eine hervorragende Schirmung zu achten.

Mit einem herkömmlichen koaxialen oder optischen
Digitalkabel können aber keine SACD- oder DVD Audio-Signale in vollem
Umfang übertragen werden. Steht kein von den SACD- beziehungsweise DVD
Audio-Initiatoren "abgesegnete" und mit einem akkuraten Kopierschutz gegen
digitale Kopien versehener Hochgeschwindigkeits-Digitalanschluss zur Verfügung,
muss man für eine DVD Audio-/SACD-Signalübertragung ein analoges
5.1 Kabel verwenden. Im DVD-Player findet die digital-/analoge Datenwandlung
statt, und die analogen Daten werden dann mittels eines 5.1 Kabels zum
Multichannel Input des AV-Verstärkers geschickt. Bei der Wahl eines entsprechenden
5.1 Kabels ist Hochwertigkeit besonders wichtig, da der Qualitätsverlust
bei der analogen Übertragung deutlich spürbar ist, wenn man ein unzureichendes
Kabel einsetzt. Auch raten wir, die Kabellänge auf maximal einen Meter
zu beschränken, da auch eine große Kabellänge die Qualität negativ beeinflusst.
Bei hervorragenden Kabeln ist dieser Effekt jedoch beschränkt. Unten im
Bild ist ein geeignetes 5.1 Kabel, wie sie z.B. von Oehlbach
oder Monster angeboten werden, zu sehen.

Pegefestigkeit
In Bezug auf die Pegelfestigkeit enttäuschte uns der Pioneer
VSA-AX 10 i-S nicht. Ohne Probleme können mit den leistungsfähigen
Endstufen auch große Hörräume um die 50 bis 60 Quadratmeter ansprechend
beschallt werden. Bei allen unseren Test-Läufen, auch bei Versuchsreihen
mit dem oben aufgeführten Infinity-Lautsprecher-Set
ohne die zusätzliche Verstärkung eines aktiven Subwoofers, kam nie der
Eindruck einer nachlassenden Souveränität auf. Hier liegt der Pioneer
klar an der Klassenspitze. Im Vergleich zum wesentlich früher getesteten
VSA-AX10 fiel eine verbesserte Pegelfestigkeit bei extremen Lautstärken
auf - obwohl auf dem Papier die Endstufeneinheiten identisch sind. Ein
kurz zum Vergleich angeschlossener Pioneer VSA-AX10 bestätigte den Eindruck
bei den Test-Reihen erneut und klang nicht ganz so voll, klar und schüttelte
die Leistung nicht so "lässig aus dem Ärmel". Mit diesen Leistungen agiert
der Pioneer
VSA-AX 10i-S auf einem Niveau mit dem Denon AVC-A1SR, der Onkyo
TX-DS989 Upgrade 2 muss sich knapp geschlagen geben. Überragend schlägt
sich im direkten Vergleich der Marantz
SR-9300, mit ca. 3.500,00 EUR weitaus preisgünstiger. Seine extrem
belastbaren Endstufen überraschen uns immer wieder aufs Neue. Zurück zum
Pioneer
VSA-AX10i-S. Dessen Erwärmung hielt sich im Test-Betrieb, selbst bei
starker Belastung, stets im vertretbaren Rahmen, was für ein gutes Temperaturmanagement
und eine effektive Kühlung spricht. Auch nach mehrstündigen Test-Läufen
im hochpegeligen Bereich konnten wir keinerlei Dynamikeinbrüche oder Verluste
in der Tiefbassperformance feststellen. Satt und kraftvoll ertönte der
Bass auch noch am Testende, der Hochtonbereich präsentierte sich immer
noch klar und sauber.
Mehrkanal-Filmtonwiedergabe
Wenn James Bond Interesse daran hat, seine haarsträubenden Abenteuer
der jüngsten Mission "Stirb an einem anderen Tag" auf DVD nachzuvollziehen,
empfehlen wir ihm einen Pioneer
VSA-AX10 i als AV-Maschine. Der Pioneer schafft es exzellent, einen
dreidimensionalen, greifbar-plastischen Aufbau des gesamten Bond-Movies
auf akustischer Basis zu schaffen. Wer mit geschlossenen Augen der Vorstellung
lauscht, wird Details hören, die einem in vielen Fällen verborgen bleiben.
Auf Tuchfühlung zum Pioneer ist allerdings der gerade in Anbetracht seines
Kaufpreises beinahe sensationell gute Marantz
SR-9300, der es seinen extrem kraftvollen Endstufen
und seiner hingebungsvollen Detaileinarbeitung verdankt, dass er mit dem
1.500,00 EUR teureren Pioneer
VSA-AX 10i-S fast auf einem Niveau steht. Wenn es um das Volumen
bei vertretbaren - also nicht wesentlich über dem Durchschnitt liegenden
- Lautstärken geht, dann ist der Pioneer
VSA-AX10i allerdings der gesamten günstigeren und teureren Konkurrenz
überlegen. Hier bietet der Yamaha
DSP-AZ1, beinahe nur halb so teuer, ebenfalls eine für diese Preisregionen
außerordentlich gelungene Vorstellung. Das identische Raumgefühl mit feiner
Struktur wie beim Pioneer
VSA-AX 10 i-S kann aber verständlicherweise nicht in diesem Umfang
erwartet werden. Zurück zu "007": Der Bassbereich beeindruckt durch den
immensen Tiefgang, bereits in der Eröffnungssequenz liefert der Pioneer
einen Bassdruck, dass es einem den Atem verschlägt. Sollte man über keinen
aktiven Subwoofer verfügen, kein Problem: Im Zusammenspiel mit unseren
bassstarken Infinity
Kappa 600 muss kein aktiver Sub her, um es richtig krachen zu lassen.
Die Endstufen des Pioneer
VSA-AX10i-S liefern genug Druck, auch in hohen Pegelbereichen. Liebhaber
eines extrem umfassenden Tiefbasses aber sei geraten, einen bärenstarken
Sub wie beispielsweise den Tiefbassexperten des Jamo
D 7 THX Ultra 2-Systems, den Preview: Teufel M11000 THX Ultra 2 oder
den Monitor Audio Fast Bass 212 einzusetzen. Nur eines sollte man nicht
tun: Einen Subwoofer, der nicht zur Topliga gehört, anschließen. Denn
dann ist die Harmonie des gesamten Systems empfindlich gestört. Dass "Topliga"
nicht auch automatisch "extrem teurer Kaufpreis" heißt, bewies unser Jamo
D4SUB eindrucksvoll, der am dritten Test-Lautsprecher-System arbeitete:
Ohne Probleme kann man diesen preislich attraktiven Bassisten an den teuren
Pioneer anschließen, das Tiefbassfundament des Jamo und die Kräfte der
bärenstarken 400 Watt-Endstufe sind für die Preisliga, in der sich der
Subwoofer befindet, beispielhaft.
Die aufregenden Jagdszenen in Nordkorea, als James Bond versucht, mit
einem Armee-Hoverkraft das Weite zu suchen, wird mit dem Pioneer
VSA-AX10i-S zu einem echten "Event für sehr anspruchsvolle Multichannel
Liebhaber", denn den großen Effekten verleiht der Pioneer
VSA-AX10i-S auf erstklassige Art und Weise Ausdruckskraft, während
er alle kleineren und kleinen Effekte mit großer Sorgfalt und stimmiger
Betonung einarbeitet. Die Surround-Klangkulisse ist selbst im 5.1 Betrieb
füllig und ist so für ein intensives Klangerlebnis zuständig. Noch dichter,
voluminöser und räumlich greifbarer wird die Akustik im 7.1 Betrieb. Wir
raten anstatt zu einem 6.1-Lautsprecherset gleich zu einem 7.1 System,
das ein weiteres, umfassenderes Raumgefühl bereit stellt und das Problem
der "Hot Spots", die direkt hinter dem Hörer auftreten, aufgrund der Beschallung
mit zwei Lautsprechern nicht mitbringt. Die psychoakustische Lokalisierung
der Effekte als aus der Mitte hinter dem Zuhörer kommend ist bei einem
System mit zwei Back Surround Lautsprechern besser gegeben als bei einem
System mit nur einem Back Surround-Lautsprecher. Außerdem kann man nur
mit einem kompletten 7.1 System die Vorzüge von THX Ultra 2 Music voll
ausnutzen.
Auch bei "Star Wars Episode 1, The Phantom Menace" setzt der Pioneer
VSA-AX10i-S Akzente. Er liefert eine räumlich extrem dichte, feinfühlig
strukturierte Vorstellung ab, was zur Folge hat, dass man nicht nur die
großen, bombastischen Effekte, sondern auch unauffälligere, kleinere Effektkombinationen
sehr gut mitverfolgen kann. So entsteht der Eindruck einer kompletten,
sehr tiefgehenden und allumfassenden Akustik. Dieser Eindruck, mit dem
Pioneer tief ins akustische Innere vordringen zu können, zeigt sich auch
bei beiden Teilen der Mumie. Die Filme üben, in dieser Güte vorgetragen,
plötzlich ein ganz anderes Maß an Faszination aus, denn man fühlt sich
nicht als Außenstehender, sondern als Akteur, der alle Ereignisse am eigenen
Leibe miterlebt, die Höhen, die Tiefen, die großen und die kleinen Effekte.
Gas gibt der Pioneer
VSA-AX10i-S auch bei der siebten dts Demo-DVD, die Wiedergabe der
erbitterten Verfolgungsjagd beim Ausschnitt aus "The Fast and the Furious"
gelingt dem Pioneer
VSA-AX 10 i-S vortrefflich. Die quietschenden Reifen, die quer durch
den Hörraum schallenden Schüsse aus der Schrotflinte des erbosten Truckfahrers
- all dies sorgt für viel authentisches Flair. Auch bei "Behind Enemy
Lines" beweist der Pioneer seine brillante Form, hier meistert er ohne
die geringsten Schwierigkeiten die extremen Dynamiksprünge und bringt
die markerschütternden Explosionen mit einem solchen Nachdruck zum Publikum,
dass es empfindlicheren Zeitgenossen ganz flau in der Magengrube wird.
Doch der Pioneer
VSA-AX10i-S kann es nicht nur "krachen" lassen, auch eher dialogbetonte
Filme wie "Ein Chef zum Verlieben" oder "Schiffsmeldungen" gibt er mit
viel Ausdruckskraft wieder. Die Natürlichkeit und das Charisma, die er
bei der Stimmwiedergabe erreicht, sorgt dafür, dass man die von den Akteuren
gezeigten Gefühle besonders gut versteht und somit auch viel dichter am
Geschehen ist. Der Pioneer
VSA-AX10i-S hält den Zuhörer nicht auf Distanz, sondern integriert
ihn.
Mehrkanal-Musik
I.Link ermöglicht auch hier neue Möglichkeiten, so ist es kein Problem,
z.B. beim Anhören von DVD Audio-Software auf die interne DSP-Sektion
zurückzugreifen- nicht nur der THX Ultra 2 Music Mode steht dann zur Verfügung,
sondern auch die von Pioneer
selbst erstellten DSP-Programme - die uns eine Überraschung bescherten,
denn sie sind keinesfalls nur nette "Gimmicks", sondern bieten je nach
Software, Raumakustik und dem Geschmack des Anwenders hörbare Vorteile.
So z.B. überzeugte uns das "Classical"-DSP bei unserer DVD Audio mit Ludwig
van Beethovens dritter Symphonie (96 kHz/24-Bit 6-Kanal) mit einem sehr
guten Volumen, einer untadligen Präzision und einer dichten, reichen Surround-Klangkulisse.
Der Bassbereich beeinflusste das angenehme Klangbild durch die Schaffung
eines kräftigen, aber nie überbetonten Fundaments maßgeblich. Die Liebhaber
von klassischer Musik, die es absolut natürlich schätzen, sollten trotzdem
lieber die Standardwiedergabe wählen, denn hier klingt der Pioneer noch
reiner, feinfühliger und luftiger - hervorragend. Mit einer solchen Leistung
etabliert sich der Bolide souverän an der Klassenspitze - in beiden Disziplinen,
in der DSP-nachbearbeiteten Wiedergabe und in der reinen, "naturbelassenen"
Darstellung. Früher hielten wir eher wenig von den Pioneer DSPs - nun
aber gefällt der Pioneer
VSA-AX 10 i-S auch hier und schließt zu den Besten auf.
Zusätzlich imponiert der sehr leichte, dabei nie unpräzise und stets
höchst souveräne Klang im Standard-Modus ohne DSP. Erstklassig schlägt
sich der Pioneer
VSA-AX 10 i-S auch beim aktuellen DVD Audio Music-Sampler von dts.
Mit einem satten, klaren und extrem sauber strukturierten Bass trägt er
das Stück "Ain`t No Bidness" von Insane Clown Posse vor. Den Track "Brasilian
Romance" meistert der Pioneer
VSA-AX10i-S mit viel Feingefühl und einer facettenreich aufgebauten
Gesamt-Klangkulisse, die mit einer herausragenden Dreidimensionalität
Maßstäbe setzt. In Bezug auf die räumliche Darstellung muss der Pioneer
kaum Konkurrenz fürchten - er kann hier selbst den überragenden
Marantz SR-9300 distanzieren und auch den Denon AVC-A1SR sowie den
inzwischen schon recht Onkyo TX-DS989 Upgrade 2 in die Schranken weisen.
Und der Pioneer gibt weiter Gas - mit "It`s all over now, baby blue" von
Brian Ferry (SACD-Multichannel-Album "Frantic"). Die Stimmeinarbeitung
erfolgt mit viel Charisma, das Besondere am Pioneer
VSA-AX10i-S ist seine Mischung: Er arbeitet mit großartiger Dynamik,
gleichzeitig bietet er viel akustische Gesamtharmonie, eine hohe Klarheit
und ein exzellentes Volumen. Endgültig zum "Superstar" macht ihn sein
außerordentlich gelungener Hochtonbereich. Während andere, selbst sehr
teure Geräte im SACD-Betrieb im Hochtonbereich gerade in höheren Pegelregionen
an akustischer Finesse und Sauberkeit einbüßen, legt der Pioneer bei höheren
Lautstärken erst richtig los und präsentiert so im heimischen Heimkinoraum
eine ausgezeichnete Studio-Atmosphäre, wie auch Ferrys zweites Stück auf
der "Frantic"-SACD zeigt: "Goin' Down" nimmt der Pioneer
VSA-AX 10i-S nicht wörtlich, sein Motto ist: "The only way is up"
- denn er prescht mit seiner unnachahmlichen Lebendigkeit an praktisch
allen Konkurrenten vorbei, so dass wir schon fast den Eindruck haben,
ein besonders gut gehendes Testsample hier zu haben - o.k., wir haben
das edle Gerät auch sorgfältig eingespielt, aber trotzdem - die Leistungen
sind rekordverdächtig gut.
Bei der DVD Audio/dts 96/24-Disc "Brasilian Bossa" bestätigt sich dies,
hier agiert der Verstärker wiederum sehr vorteilhaft und bringt die Instrumentaldarstellung
mit viel Esprit in den Hörraum, so dass sich selbst schon bei zivilen
und somit nachbarnkompatiblen Lautstärken ein großer Hörspaß einstellt
- diese Eigenschaft zeichnet den VSX-AX10i-S im Besonderen aus. Er benötigt
keine extremen Lautstärken, um zu demonstrieren, wieviel Freude ihm die
akkurate Aufbereitung von Mehrkanal-Musik macht. Gerade bei kleinen Einzelheiten
- dem Abklingen eines Instruments, dem Instrument, das im Hintergrund
zum Gesamtklangbild beiträgt - beweist der Pioneer Klasse. Im Vergleich
zur Konkurrenz ist festzustellen, dass der Denon AVC-A1SR vielleicht nochmals
mehr Details herausarbeitet, er präsentiert alle Vorstellungen aber nicht
mit dem Schwung und der Dynamik, die dem Pioneer
VSA-AX 10i-S zu Eigen ist. Mit einer sehr sauberen Stimmwiedergabe,
einer brillanten Darstellung der Back Vocals sorgt der Pioneer
VSA-AX 10 i-S dafür, dass James Taylors "Line 'em up" vom Sony SACD
Ultimate Collection Sampler, Volume 1, zu einem unvergesslichen Hörerlebnis
wird. Auch Celine Dions "That's the way it is" bringt der Pioneer sehr
emotional zum Auditorium, so dass selbst weniger feinfühlig veranlagte,
eigentlich eher analytisch-nüchterne Menschen begeistert sein werden -
das ist das große Können des Pioneer
VSA-AX10i-S: Zu begeistern. Er musiziert selber, agiert, reagiert
nicht nur - auch wenn manche Hörer einer speziellen Highender-"Färbung"
den AV-Verstärker gerade in hochwertiger Ausführung als strenges, neutrales
Reproduktionsgerät sehen, das in keiner Weise "gesounded" sein darf, vertreten
wir hier eine andere Auffassung - vor allem dann, wenn der Pioneer
VSA-AX 10i-S so viel Schwung, Frische und Klarheit in seinen gesamten
Vortrag einfließen lässt.
Dolby Pro Logic 2
Im PLII Music Modus lieferte der Pioneer
VSA-AX10i-S seine - wenn man dieses Wort überhaupt verwenden darf
- schlechteste Vorstellung ab. So extrem aufwändig alle anderen Modi des
noblen Geräts optimiert wurden, mit viel Liebe und Sorgfalt, so scheint
es im direkten Vergleich, dass die PL2 Integration etwas vernachlässigt
wurde. Dass wir uns hier eine noch tiefgründigere, emotionalere Vorstellung
wünschen, liegt an mehreren einflussnehmenden Faktoren. Zum einen brilliert
der VSA-AX10i-S in allen anderen Disziplinen derart, dass eine Vorstellung,
die eigentlich nach normalen Maßstäben immer noch sehr gut ist, schon
als "akustisch weniger stark" notiert wird. Dies ist eben das Los eines
Superverstärkers: Wenn man in allen Wertungen sehr weit überdurchschnittliche
Resultate erzielen kann, fällt man sofort auf, wenn man "nur" normale
Stärke demonstriert.
Problem ist hier auch, dass Pioneer
VSA-AX10 i-S unverständlicherweise auf eine Integration der Einstellmöglichkeiten
im PL2 Music Mode verzichtete. Zum anderen sind wir durch die Fähigkeiten
von Dolby
Pro Logic IIx und auch von Logic 7 extrem verwöhnt, was aufwändige
Surround-Aufpolierer betrifft - da kann das "normale" PL2 Music keine
Bäume mehr ausreißen, zumindest, was die räumliche Feinauflösung und die
Tiefenstruktur des Klangbilds angeht. Was aber anzumerken ist: An Power
fehlt es dem Pioneer in diesem Modus nicht. Gerade für effektstarke Techno-
und Trance-Tracks ist der Pioneer
VSA-AX10i-S geeignet und präsentiert sich hier in neuer Funktion:
Nicht mehr als emotionsgeladener, feinfühlig agierender Symphoniker, sondern
als "Happy Hardcore" für die Techno-Fraktion. Der Pioneer
VSA-AX10 i-S geht derart ab, dass man nur staunen kann, und genau
diesen unverhofft an den Tag tretenden Disco-Qualitäten verdankt der bislang
in der PL2-Wertung unglücklich "gescholtene" Bolide, dass er auch in dieser
Wertung die Höchstpunktzahl abstaubt. Er lässt es richtig krachen, mit
dickem und doch klarem Bass und einem fetzigen Effektfeld. Mit etwas zu
viel Hall und einer dadurch nicht perfekten Hochtonbearbeitung, aber einem
sehr voluminösen Bassbereich ist Pioneers "Dance"-DSP für alle diejenigen,
die typischen Discosound genießen wollen, vielleicht gar keine so schlechte
Alternative. Im PLII Movie-Betrieb konnte der Pioneer
VSA-AX 10i-S überzeugen, denn er gestaltete eine reichhaltige, nicht
zu dünne Surround-Klangkulisse. Im direkten Vergleich klingt Dolby Pro
Logic IIx noch etwas fülliger und umfangreicher, wenn man ein 6.1 oder
ein 7.1 Lautsprechersystem betreibt. Sehr gut gelingt dem Pioneer
VSA-AX10i-S die Stimmwiedergabe.
Stereowiedergabe
Was die Stereowiedergabe betrifft, so muss sich der noble Pioneer
VSA-AX 10 i-S ebenfalls hinter keinem Konkurrenten verstecken, im
Gegenteil: Hier war es Luciano Pavarottis aktuelle CD "Ti adoro", die
uns in Erstaunen versetzte. Beim ersten Stück "Il canto" wurde der Pioneer
VSA-AX10i-S zu einem verlässlichen Partner Pavarottis, denn er trug
seine einzigartig melodiöse Stimme mit begeisternder Sorgfalt in den Hörraum.
So ertönt Pavarotti mit einer unglaublichen Hingabe und Inbrunst, dies
bestätigt auch das zweite Stück auf der CD: "Neapolis" bringt so viel
Flair mit, dass einem unvermittelt eine Gänsehaut über den Rücken läuft,
und zwar nicht, wie in vielen Fällen, weil Anspruch und Wirklichkeit einer
tatsächlich mitreissenden Vorstellung weit auseinander liegen, sondern
weil der Pioneer
VSA-AX 10 i-S die große Emotionalität des Stücks meisterhaft zum Publikum
transportiert.
Wir wollen mit anderen CDs weitertesten - doch wir konnten nicht, denn
der Pioneer
VSA-AX 10i-S harmonierte im Stereoeinsatz einfach zu gut mit der Pavarotti-CD,
so dass wir auf die beiden wunderschönen Stücke noch den "Titelsong" der
CD, "Ti adoro" folgen lassen mussten. Das Abklingen des Pianos, der plötzliche
Schwung - alles keine Hindernisse für den Pioneer, der es problemlos schafft,
eine stimmige virtuelle Bühne zu erzeugen. Hier ist der Zuhörer nicht
ausschließlich Zuhörer, sondern fester, integrativer Bestandteil des gesamten
Geschehens. Wir bleiben in Italien - für die italienischen Momente im
Leben ist der Pioneer
VSA-AX10i-S ein optimaler Partner. Bei Eros Ramazzottis "Musica e"
brennt der Pioneer
VSA-AX10i-S ein derart gefühlsreiches Feuerwerk ab, dass Sie problemlos
mit solchen Klängen in einer derartig authentischen Qualität ihre zuvor
noch eher an Ihnen uninteressierte Traumfrau zu einem romantischen italienischen
Abend mit Pizza, Pasta & Kerzenschein überreden können.
Bewertung Pegelfestigkeit      
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Dolby PLII      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Es gibt Menschen, die wollen alles - sei es im Beruf oder im Privatleben,
sei es beim Automobil oder sei es bei der Auswahl des Home Theatre-Equipments.
Für solche Menschen, die bereit sind, viel Geld zu investieren, dafür
aber auch Qualität ohne Kompromisse erwarten, ist der Pioneer
VSA-AX10i-S der richtige Partner. Zugegeben, sein Preis ist auch in
der Bolidenklasse extrem hoch, dafür aber liefert Pioneer
auch eine grandiose Vollausstattung und eine Verarbeitung, die höchsten
Ansprüchen entspricht. Zusammen mit einem geeigneten DVD-Player
kann man eine klangstarke i.link-Kombination erstellen, die für die Mehrkanal-Musikwiedergabe,
für den Stereogenuss und für die Filmtonreproduktion bestens geeignet
ist: Mitreißend, dynamisch, temperamentvoll, klar und facettenreich ist
die Vorstellung des Pioneer
VSA-AX10 i-S, nie stellt er Musik oder Filmton flach und unemotional
dar. Sicherlich, auch andere Geräte dieser Preisklasse bieten ein hohes
Maß an akustischer Perfektion, ohne Frage. Aber der Pioneer
VSA-AX 10i-S geht noch einen Schritt weiter, denn er präsentiert sich
nicht als synthetische Wiedergabemaschine, die alles einfach akkurat und
präzise "herunterspult", sondern als Enthusiast, als Feingeist, als wohlklingender
Interpret. Er verleiht dem Klang Aura, Tiefe und Flair, so dass selbst
Zeitgenossen, die eigentlich eher als nüchtern und sachlich bekannt sind,
sich mitziehen lassen und in die musikalischen und heimcineastischen
Klangwelten eintauchen, und zwar so tief, dass sie alles um sich herum
vergessen. Der Pioneer
VSA-AX 10i-S schafft eine fast perfekte akustische Illusion, der Hörer
ist nicht nur Zuhörer und ansonsten passiv, sondern hat Teil an der Handlung,
an der Musik. So ist der Pioneer
VSA-AX 10 i-S ungeachtet der Tatsache, dass er schon eine geraume
Zeit auf dem Markt ist, noch immer eine ganz besondere Empfehlung Wert.
Der Pioneer
VSA-AX10i-S ist eine ultimative, zukunftsorientierte und extrem mitreißend
klingende AV-Maschine

High-End-Klasse
Test 27.01.2004
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
- Weit überdurchschnittliche Dynamik
- Sehr emotionale, mitreißende Musik-Wiedergabe
- Kraftvolle, sehr plastische Filmtondarstellung
- Sehr guter Stereoklang mit gelungenem Bühnenaufbau
- Extrem reichhaltige Ausstattung
- Überragendes Anschluss-Angebot
- Dank M.C.A.C.C. einfache und effektive Lautsprecherkalibrierung
- Mit sehr vielen Lautsprechersystemen kombinierbar
- Exzellente Fernbedienung
- Erstklassige, langlebige Verarbeitung
Contra:
- Klang im Dolby Pro Logic 2 Music-Modus
könnte noch differenzierter sein
Die technischen Daten und Features im Einzelnen:
- THX Ultra 2-Verstärker mit 7 x 170 W (6 Ohm, DIN
1 kHz, 1 % Klirr)
- Decoder für: dts ES Matrix/Discrete dts 96/24, THX
Surround EX, Dolby Digital 5.1, dts 5.1, Dolby Digital
5.1
- Decoder für Dolby ProLogic I2 und dts NEO:6
- M.C.A.C.C. (Multichannel Acoustic Calibration System)
- Besonders hochwertige 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler
- 96 kHz/24-Bit A/D-Wandler
- Eingebauter hochwertiger Video-Konverte
- Multichannel DNR (Rauschunterdrückung)
- doppeltes i.link-Interface
- 7.1 Kanal-Eingang für DVD Audio und SACD
- 7.1 Vorverstärker-Ausgänge
- 7 Audio/Video-Eingänge, 5 Audio-Eingänge
- Audio/Video-Ausgänge: 3 AV, 2 A, 2 V
- 3 HDTV-fähige YUV-Komponenten-Eingänge, 1 HDTV-fähiger
Komponentenausgang
- Alle Video-Ein- und Ausgänge in FBAS- und S-Video-Ausführung
(7 Eingänge und 4 Ausgänge)
- RF-Eingang für LaserDisc
- Front-AV-Eingang komplett mit optischem Digitaleingang
und S-Video-Beschaltung
- 8 Digitaleingänge (5 x optisch, 3 x koaxial), 2 optische
Digitalausgänge
- RS232 Schnittstelle für zukünftige Updates
- Advanced Cinema-Betriebsarten: Action, Drama, Sci-Fi,
Musical, Monofilm, X-D-Theater (Surroundoptimierung
für Stereoquellen, Einsatz in Verbindung mit Dolby
ProLogic)
- Advanced Concert-Modi: Classical, Chamber, Jazz,
Rock, Dance, X-Channel Stereo
- Vorprogrammierte LCD-Fernbedienung, lernfähig, mit Touchscreen, Macro-Programmierung
und Hintergrundbeleuchtung
- 650 VA Transformator
- Bi-Amping im 5.1 Modus möglich
- Zweilagig verkupfertes Chassis
- Akustisch optimierte Aluminium-Seitenpaneele
- Massive Aluminiumfrontplatte
- besonders hochwertige Lautsprecher-Anschlussterminals
- Gewicht 29,8 kg
- Maße (B x H x T): 440 x 203 x 476 mm
- Farbe: Titansilber
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