 |
Plasma-TV-Geräte - Test- und Kaufberatung für Plasma
TV (Teil 2)
Text: Detlev Schnick, HIFI-REGLER
- update: 07.02.2007
Farbverläufe und "überstrahlende"
Pixel
"Überstrahlende" Pixel machen
sich insbesonder bei Rot-Weiß-Mustern, z.B. einem rot-weiß-karierten
Hemd, oder bei Schwarz-Weiß-Kanten, z.B. weißem Hemd
im Smoking, störend bemerkbar. Bei einem rot-weiß-karierten
Hemd wirkt das Rot unnatürlich grell, und in den weißen
Karos finden sich an den Kanten zu den roten Karos Rotanteile, so
dass diese fast rosa wirken. Weiße Hemdkanten spiegeln sich
als grauer Strich im schwarzen Smoking u.s.w. Diese Überstrahleffekte
sind grundsätzlich bei LCD eher zu finden als bei Plasma. Sie
liegen darin begründet, dass die abdeckende Glasschicht bei
stark leuchtenden Farben Teile dieser Farben in die Nachbarzellen
hinüberstrahlen lässt. Einige Hersteller wie z.B. Pioneer
und Panasonic haben dieses Problem schon recht gut in den Griff
bekommen, andere haben hier noch deutlich erkennbare Probleme. Im
Zweifel empfehlen wir, vor dem Kauf eine Test-DVD abzuspielen und
sich die Farbverläufe rot-weiß und schwarz-weiß
anhand eines entsprechenden Testbildes genau anzuschauen.
Fartiefe, darstellbare Farben
(Farbraum)
Für Plasma-TV-Geräte geben durchweg
fast alle Hersteller an, dass sie 16,77 Millionen (= 8-Bit-Farbverarbeitung
je RGB-Farbkanal; 256³ = 16,77 Mio.) unterschiedliche Farben
darstellen können. Das hört sich zwar nominal nach sehr
viel an, reicht aber tatsächlich nicht immer aus, um einen der
Röhre vergleichbaren natürlichen Farbraum darzustellen.
In der Praxis wird man dies am häufigsten bei Hauttönen
feststellen. Menschliche Haut weist eine unglaubliche Vielzahl von
Farbtönen auf. Ein eingeschränkter Farbraum eines Plasma-TV
kann hier in Form einer ins rötliche tendierenden, scheckigen
Hautfarbe zum Ausdruck kommen.

Diese Abbildung, die wir der Plasma-Broschüre
von Pioneer entnommen haben, zeigt plastisch, wie feine Farbabstufungen
in der Bildqualität zum Ausdruck kommen. Pioneer erreicht als
einziger Hersteller weltweit (Stand September 2004) ein Vielfaches
der Farbabstufungen der Konkurrenz: Über 7 Milliarden Farben
(reduzierte 11-Bit-Farbverarbeitung, d.h. 1.920³ = 7,077 Mrd.)
stellen die Pioneer Plasma Displays
der 5-ten Generation mit seinen neuen Hochleistungs-Prozessoren
dar. Kein Wunder, dass Plasma-TV-Geräte von Pioneer weltweit
eine Test-Referenz nach der anderen einfahren. Doch mindestens ebenso
wichtig wie natürliche Farben sind die Graustufen.
Bei soviel Farben mag so mancher einwenden, dass von der DVD ja
ohnehin nur eine 8-Bit Farbauflösung, mithin 16,77 Millionen
Farben angeliefert werden. Wozu dann Panels mit 7 Milliarden oder
mehr Auflösungsvermögen in der Farbtiefe? Die Antwort
liegt im Dithering. Dies ist ein Raster-Verfahren, das jedes pixel-orientierte
verwendet um Mischfarben darzustellen. Aus mehreren physischen Pixeln
wird ein logisches Pixel, also ein Farbpunkt gebildet. Dithering
verbraucht also physische Pixel zur Farbdarstellung. Diese Pixel
stehen für die Wiedergabe von Bilddetails und Bewegungsabläufen
nicht mehr zur Verfügung. Je mehr Dithering zur Farbdarstellung
erforderlich ist, desto weniger Details können abgebildet werden.
Wenn nun ein Panel von Haus aus eine hohe Farbtiefe hat, z.B. 7
Milliarden Farben statt der üblichen 16,77 Millionen dann hat
dieses Panel erheblich mehr physische Pixel für Details und
Bewegungen zur Verfügung. Dies zeigt sich in deutlich mehr
Dreidimensionalität gerade in dunklen Bildbereichen, in weniger
oder keinem Ditheringrauschen und in weniger Bewegungsartefakten
oder Nachzieheffekten gerade in schnellen diagonalen Bewegungen.
Tipp: Allein die rein physische Auflösung muss immer im Zusammenhang
mit der Farbtiefe oder dem Farbraum eines Plasma-Panels beurteilt
werden. Korrekt wäre also eine Angabe wie z.B.: 1024 x 768
bei 11-Bit-Signalverarbeitung. Sehen Sie unsere Beispiel-Bilder
zum Dithering-Rauschen bei Plasma-Panels ...
Graustufen
Die spannendsten Filmszenen spielen sich oft in halbdunklen Umgebungen
ab. Hier kommt es auf die Anzahl der darstellbaren Graustufen an.
Die standardmäßig von Plasma-TV-Geräten angebotenen
256 Graustufen reichen da oft nicht aus. Die Folge: Feine Details
gehen in einem Grauschleier verloren, und das Bild verliert an perspektivischer
Tiefe. Während Pioneer-Plasma-TVs das Problem mit ihrer hohen
Anzahl darstellbarer Farben gleich mit erschlagen (1.920 Graustufen
für jede der drei RGB-Farben!), setzt Panasonic mit seinen Plasma-TVs
auf eine REAL-MATCH genannte Technologie, um den Graustufen-Kontrast
bis auf 1024 Stufen zu erhöhen. Unser Tipp: Achten Sie bei der
Auswahl Ihres neuen Pasma-TV-Gerätes auf die Anzahl darstellbarer
Graustufen. An diesem Wert erkennen Sie am ehesten, ob Sie es mit
einem für den Consumer-Bereich umgebauten Industrie-Panel zu
tun haben, oder mit einem hochwertigen, eigens für TV- und DVD-Darstellung
entwickelten Home-Entertainment-Videopanel.
Plasma-TV und Kontrast
Am Beispiel Kontrast kann man deutlich sehen, welchen Sinn und Zweck
ISO-Normen erfüllen. Anders als für fast alle anderen Leistungsangaben
gibt es nämlich für die Angabe zum Kontrast keine verbindlichen
Normen. Die Folge: Jeder Hersteller gibt das an, was ihm gut dünkt.
Beispiel: Zwischen einem Pioneer
PDP-427XD und einem Panasonic
TH-42PV60 EH liegen sicher keine Welten, was den Kontrast betrifft
- jedenfalls wird ein Betrachten auf Anhieb wahrscheinlich gar keinen
Unterschied feststellen können. Dennoch weist Panasonic für
seinen Plasma-TV einen Kontrast von 10.000:1 aus, während Pionner
3.000:1 angibt. Wenn man die Hersteller auf diese Differenz anspricht,
bekommt man zu hören, dass es eben keine Norm gibt, und der eine
den Kontrast in einem optimal abgedunkelten Raum misst, während
der andere Hersteller seinen Kontrast in einem Raum mit "normaler
Beleuchtung" ermittelt. Solche Angaben sind daher genauso gut
wie keine Angaben, wenn nicht exakt dazu angegeben ist, wie sie ermittelt
wurden.
Schwarzwert des Plasma-TV
Fast jedem Umsteiger vom konventionellen
Röhren-TV-Gerät auf Plasmafernseher
fällt auf, dass die Schwarzwerte im Bild des Plasma-TVs nicht
so tief schwarz sind, wie man es vom Röhren-Fernseher gewohnt
ist. Am besten sieht man dies, wenn kein Bild angezeigt wird, oder
ein völlig schwarzes Testbild z.B. von einer Test-DVD eingespielt
wird und der Raum völlig abgedunkelt ist. In diesem Fall ist
der gute alte Röhrenfernseher tatsächlich so schwarz,
dass man die Hand kaum vor Augen sieht. Ein Plasma-TV-Gerät
hat eine Eigenleuchtkraft, die die Fläche grau erscheinen lässt
und den Raum regelrecht beleuchtet. Dieses Problem ist aus der Projektion
bekannt und lässt Freunde des "echten" Kinobildes
allen Nachteilen zum trotz immer wieder zu einem Röhrenprojektor
greifen. Die mangelnde Schwarzwert-Darstellung ist technisch bedingt
und betrifft im Grunde die gesamte Panel-Technik, soweit sie mit
Pixeln arbeitet, die eine eigene Leuchtkraft haben. Hier gibt es
einfach kein "100% Schwarz". Um es kurz zu machen: Die
Industrie arbeitet intensiv an einer Lösung des "Schwarzwertproblems",
doch es gibt bis heute keine wirkliche Lösung. Stellverstretend
für andere wollen hier nur zwei Techniken von Panasonic zeigen:
 |
| Links die herkömmliche Technik, rechts
der REAL-MATCH-Filter von Panasonic: Das schwarzgefärbte
Frontglas vermindert den Lichtdurchlässigkeitsgrad und
minimiert dadurch störende Lichtrefflektionen. |
 |
 |
| Links mit herkömmlichem Bild-Prozessor,
rechts mit Panasionics neuem "Real Black Drive Systems
Prozessor". So wird zwar ein herausragender Kontrastwert
erzeugt, und gerade bei dunklen Szenen entsteht ein tieferes,
intensiveres Schwarz. Allerdings kann dies zu Lasten der Bildinhalte
gehen, wie dies beim Bildvergleich in der linken oberen Ecke
(Konstruktion unter der Brücke) deutlich erkennbar wird. |
Dies sind wie gesagt ausgewählte Beispiele
für vielversprechende Lösungsansätze der Industrie.
Eine wirkliche Lösung ist allerdings noch nicht gefunden. Der
Plasma-TV-Freund kann sich jedoch damit trösten, dass das Problem
umsoweniger störend empfunden wird, je heller das Umgebungslicht
des Raumes ist. Auch ist bei der Plasma-Technik der Schwarzwert
im Allgemeinen noch deutlich besser als bei LCD. Was letztendlich
zählt ist der Gesamt-Bildeindruck. Und der wiederum gleicht
beim Plasma-TV - durch das vollständige Fehlen von Flimmern
und der typischen "100-Hz-Artefakte" (auch die sogenannte
100-Hz-Technik hat die Industrie bis heute nicht wirklich in den
Griff bekommen!) - den unbefriedigenden Schwarzwert locker wieder
aus.
"Tote Pixel" im Plasma-Panel
Die Herstellung eines Plasma-Panels ist nach wie vor sehr aufwändig.
Man berichtet in der Industrie von einem mehrstufigen Produktionsprozess,
der sich je Panel auf über 7 Tage erstreckt. Die Ausschussraten
sind bereits während des Produktionsprozesses relativ hoch.
Ist ein Panel dann fertig "gebacken", wird es in der Qualitätskontrolle
einem intensiven Stresstest unterzogen. Wenn dabei einzelne Pixel
ausfallen, so können diese nicht mehr instand gesetzt werden,
sie bleiben tot. Setzt man 100% fehlerfreie Pixel als Qualitätsmaßstab
an, so entstehen für jedes fehlerfreie Plasma-Panel eine große
Menge Plasma-Panels, die buchstablich Schrott sind, und deren Kostenumlage
die Industrieabgabepreise enorm erhöhen. Deshalb war es lange
Zeit üblich, dass der Kunde 3 bis 4 "tote Pixel"
akzeptieren musste, bevor er einen Garantiefall einklagen konnte.
Seit Anfang 2003 gilt für Computer-LCD-Monitore die neue ISO-Norm
ISO
13406-2. Hersteller, die nach der ISO-Norm (freiwillig) produzieren,
müssen für ihre LCD-Panels die Freiheit von Pixel-Totalausfällen
garantieren. Da die Computer-Monitor-Hersteller meist in den gleichen
Fabriken produzieren, in denen auch Plasma-TV-Geräte gefertigt
werden, hat sich mittlerweile auch in diesem Sektor die Fehlertoleranz-Politik
der Hersteller gewandelt. Der Kunde kann heute davon ausgehen, dass
"tote Pixel" kein Thema mehr sind. Sofern nicht gleich
nach dem Kauf ein Pixelfehler auftritt, ist es äußerst
unwahrscheinlich, dass beim späteren Betrieb Pixel ausfallen.
Bei HIFI-REGLER konnte bisher bei über 500 verkauften Plasma-TV-Geräten
nicht eine Reklamation verzeichnet werden, die auf einen Pixelfehler
zurückzuführen gewesen wäre.
Leuchtstärke des Plasma-TV-Gerätes
Ein sehr wesentliches Leistungsmerkmal eines
Plasma-TVs ist die Leuchtstärke. Sie wird in Candela je Quadratmeter,
kurz cd/m² gemessen. Üblich sind für Plasma-TV-Geräte
Werte zwischen 900 (Fujitsu
P50XTA51ES) und 1.100 cd/m² (Pioneer
PDP-507XD) oder in der 42-Zoll-Klasse zwischen 1.100 (Pioneer
PDP-427XD) und 1.400 cd/m² (Philips 42PF5331/10). Was auf den ersten Blick nach einem harmlosen Unterschied
aussieht, ist doch immerhin ein Mehr von 25%, das der Pioneer-Plasma
bei gleicher Panelgröße zu bieten hat. Zum einen dürfte
der leuchtstärkere Plasma damit eine deutlich längere
Lebensdauer haben, zum anderen lässt der Wert auch einen Rückschluss
auf den tatsächlichen Kontrast zu (zum Problem des Kontrastes
in Leistungsangaben der Hersteller s.o.). Bei vergleichbarem Schwarzwert
dürfte der leuchtstärkere Plasma-TV auch einen deutlich
besseren Kontrastwert aufweisen. Die Folge: bessere Differenzierung
von Bilddetails in dunklen Szenen.
Eine hohe Leuchtkraft hat noch einen weiteren Vorteil: Das Verhältnis
heller Bildanteile zu den dunklen wird besser. Die Folge ist, dass
die schwarzen Bildanteile subjektiv als schwärzer empfunden
werden - selbst bei absolut gleichgebliebenem Schwarzwert. Eine
clevere Beschichtung mit eine High-Tech-Filterschicht wie beim neuen
Pioneer
PDP-427XD tut ein weiteres, um den relativen Schwarzwert,
d.h. das tatsächlich gesehene. Schwarz zu verbessern.
Klangleistung von Plasma-TV-Geräten
Man kann es kurz machen: Die Klangleistung der als Zubehör
zu Plasma-TV-Geräten gelieferten Lautsprecher ist durchweg
miserabel. Das hat zunächst einmal rein subjektive Gründe.
Man sieht ein großes, beeindruckendes Bild und erwartet einfach
eine entsprechende Klangkulisse. Dies können
die relativ kleinen und flachen Standard-Lautsprecher einfach nicht
bieten. Rechnet man dann, wieviel Geld man für den neuerworbenen
Plasma-TV ausgegeben hat, dann erwartet man zumindest, dass der
Klang besser ist, als der des guten alten Fernsehers. Umso erstaunter
ist man dann allerdings, wenn es scheint, als klängen die Lautsprecher
des Plasmas buchstäblich flacher und ausdrucksloser als der
Fernseher. Doch das täuscht nicht. Beim Fernseher verwenden
die Hersteller geschickt einen Teil des Gehäuses als Resonanzkörper
und integrieren ausgeklügelte Bassreflexkanäle im Gehäuse.
So wird selbst in billigsten Fernsehern ein Klang erzielt, der in
keinem Verhältnis zu den relativ kleinen Lautsprecherchassis
und der minimalen Schallabstrahlfläche des Fernsehers steht.
Zubehör-Lautsprecher von Plasma-TV-Geräten
können schon allein auf Grund ihrer physikalischen Einchränkungen
- flach, schmal, kein Resonanzkörper, kein Bassreflexkanal
u.s.w. - nicht die erwartete Klangkulisse bieten. Unser Tipp: Vergessen
Sie diese Lautsprecher konsequent und entscheiden Sie sich lieber
für ein ausgewachsenes Lautsprechersystem wie z.B. das Canton
Movie CD 201 oder das Canton
Movie CD 205. Diese Lautsprecher wurden extra für Plasma-TV-Umgebungen
produziert und bringen nicht nur klanglich eine phantastische Leistung,
sondern fügen sich auch prima in das minimalistische Design
moderner Wohnumgebungen ein. Lautsprecher-Sets, auf die dies auch
zutrifft und die ebenfalls sehr gut mit anspruchsvollen Plasma-TV-Geräten
harmonieren, sind die Heimkino-Sets der KHT-Serie des britischen
Lautsprecher-Spezialisten KEF. Hier erfreuen sich besonders das
KEF KHT 3005 oder das KEF
KHT 5005.2 großer Beliebtheit.
Stromverbrauch von Plasma-TV-Geräten
Während Röhren-Fernseher und LCD-TV-
Geräte im Stromverbrauch relativ sparsam auftreten - im Schnitt
weisen sie bei vergleichbarer Größe von ca. 36 Zoll eine
Leistungsaufnahme (physikalisch nicht ganz richtig "Verbrauch"
genannt) von etwa 110 bis 140 Watt auf - kommt ein Plasma-TV-Gerät
da locker auf 100 bis 200 Watt mehr. Und je farbenfreudiger das
Bildmaterial, desto höher der Stromverbrauch! Bei angenommenden
5 Stunden Betrieb am Tag und mittelfristig kalkulierten 20 Cent
Strompreis je Kilowatt-Stunde macht das Mehraufwendungen für
Strom i.H.v. 3,00 Euro pro Monat aus. Interessant ist übrigens,
dass einige Hersteller die Werte für die Leistungsaufnahme
ihrer Plasma-TV-Geräte in den Angaben zu den technischen Daten
verschweigen. Warum wohl?
Anschlüsse und Digitaltechnik
Plasma-Fernseher
können im Unterschied zum LCD-TV
vom Prinzip her voll digital arbeiten. Die Bildquellen sind jedoch
vielfach noch analog (z.B. Fernsehprogramm). Hinzu kommt, dass bis
vor kurzem wegen der Kopierschutzproblematik auch digitale Bildquellen,
z.B. von der DVD, lediglich über analoge Schnittstellen ausgegeben
werden durften. Ja, "durften", denn die Software-Industrie
hat im DVD-Konsortium ein hohes Gewicht. Solche analogen Schnittstellen
sind FBAS-/Composite-Video,
S-Video, RGB
und YUV. Erst Ende 2003 gab es
die ersten Freigaben für die kopiergeschützten [HDCP
(High Bandwidth Digital Content Protection)] Schnittstellen DVI
und HDMI. Verfügt Ihr DVD-Player
noch nicht über DVI oder HDMI, so werden Sie sich für
einen der o.g. analogen Anschlüsse entscheiden müssen.
Zu den Auswahlkriterien, die Sie zum besten Videosignal in Ihrer
Konfiguration führen, empfehlen wir das Studium unseres Specials
Videosignale. Zu den
neuen digitalen Anschlüssen gibt's die HIFI-REGLER-Specials
zu HDMI (mit aktuellem Update zu HDMI 1.3) und DVI.
Die Krönung - technisch und hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit
- ist natürlich HDMI. Nicht zu unterschätzen ist bei HDMI
der in das HDMI-Protokoll integrierte Bus für Fernbedienungs-Informationen.
Mit den genormten Remote-Befehlssätzen von HDMI wird in Zukunft
die Bedienbarkeit der immer komplexer werdenden Technik-Landschaft
mit nur einer Fernbedienung wesentlich vereinfacht. Auf die Hersteller
der vielen Multibrand- und All-in-One-Fernbedienungen kommen schwierige
Zeiten zu.
Systembedingt wandeln LCD-Fernseher
das Bildsignal intern auf Pixelebene wieder in ein analoges Signal
um - auch wenn ihnen das Videosignal über DVI oder HDMI digital
zugespielt wird. Die Folge ist bei digitalen Quellen, dass zwangsläufig
die Konturen der Pixelstrukturen etwas zerfransen, da sie ja vom
digitalen Original abweichen. Der Plasma-TV umgeht dieses Handicap
indem er jedes Pixel auf Ebene des RGB-Kanals digital anspricht,
das digitale Datenmuster des Originals also 1:1 wiedergeben kann.
Pioneer hat als erster Hersteller den digitalen Signaltransfer bis
zum Pixel herunter perfektioniert. Dies mag neben der enormen Farbtiefe
ein wesentlicher Grund für die unglaubliche Detailschärfe
der neuen Pioneer-Plasma-Modelle sein.
 |
| Am
Beispiel der "PURE-Drive"-Technik von Pioneer zeigt
sich, wie viele bildstörende Analog-Digital und Digital-Analog-Wandlungen
durch eine clevere Prozessor-Architektur vermieden werden können. |
Die uns von Pioneer Deutschland zur Verfügung
gestellte Abbildung zeigt ganz besonders den bestechenden Vorteil
der HDMI-Schnittstelle. Erst mit HDMI ist keinerlei A/D- oder D/A-Wandlung
mehr erforderlich. Bei solchen Wandlungen von analogen Signalen
in digitale und umgekehrt entstehen trotz modernster Prozessorarchitektur
immer wieder Qualitätseinbußen im Ausgangs-Bildmaterial.
Dies äußert sich dann insbesondere im so genannten Rauschen
(Bildrauschen), d.h. einheitliche Farbflächen werden körnig.
Pioneer war Anfang 2004 einer ersten Hersteller, die mit einem DVD-Player
mit HDMI-Schnittstelle (Pioneer
DV-696AV-S) und Plasma-TV-Geräten mit HDMI-Schnittstelle
aufwartete (Pioneer
PDP-427XD und Pioneer
PDP-507XD).
Das Thema Anschlüsse und Verkabelung wird
leider viel zu wenig beachtet. Dabei zeigt sich immer wieder, dass
die in Laborumgebung definierte Bildqualität in der Praxis
beim Endverbraucher nur selten erreicht wird. Der Grund sind diverse
Störeinstrahlungen elektromagnetischer und hochfrequenter Natur,
die aus dem Antennen- und Stromnetz oder aus der direkten Wohnumgebung
auf das Plasma-TV-Gerät einströmen. Dem kann man nur durch
Verwendung hochwertiger Kabel und ebenso
hochwertiger Netzanschluss-Technik
(Stichworte: Mantelstromfilter
und Netzfilter) entgegenwirken.
Ganz allgemein kann man feststellen, dass in weit über der
Hälfte aller vermeintlichen Garantiereklamation an TV-Geräten
die Ursache letztendlich in solchen externen Einflüssen gefunden
wird.
Media-Receiver / Tuner-Box /
Videokarte
Bei allen Plasma-TVs, auch bei den neuesten Pioneer-Plasmas, sind mittlerweile
der TV-Tuner, die gesamten Anschluss-Panels und die Bildprozessoren
mit ihrer Ansteuerungselektronik im Panel selbst untergebracht. Früher gab es bei Pioneer noch die separate Mediabox im 43cm-Format, was durchaus seine Vorteile hatte, denn der ganze Anschluss-"Kabelsalat" befand sich hinter dem Media-Receiver und es musste nur ein Kabel vom Media-Receiver zum Plasma-Panel geführt werden, was gerade bei Wandmontage sehr praktisch war.
Die Bedeutung dieser Media-Boxen - seien sie
nun integriert oder in einem separaten Gerät - kann nicht genug
betont werden. Es schwirren jede Menge supergünstiger Plasma-Panels
auf dem Markt herum, die aus Produktionsserien sogenannter "Industrie-Panels"
stammen. Diese Panels sind für die professionelle Präsentationstechnik
bestimmt. Fluggesellschaften und Mietwagenfirmen statten z.B. ihre
Counter mit solchen Panels aus. Erst durch eine ausgefeilte Ansteuerungstechnik
und Formatsteuerungselektronik könnten solche Panels zu echten
Plasma-TV-Geräten für den Heimgebrauch umfunktioniert
werden. Da jedoch die Elektronik eng mit der Panel-Technik verbunden
und auf diese abgestimmt ist, kommen durch solche Aufrüstungen
in fast allen Fällen ungeeignete Lösungen zustande. Es
genügt keinesfalls, ein Industrie-Panel mit einem Videoboard
und einer TV-Tuner-Karte auszustatten. Vor solchen "Lösungen"
müssen wir eindringlich warnen - und zwar egal, wie billig
das Plasma-TV sein mag. Die Fallstricke solcher dubiosen Angebote
zeigen sich in vielen Details der Bildqualität - und das sogar
bei Standard-TV-Sendungen. Es würde jedoch den Rahmen sprengen,
hier näher darauf einzugehen. Leider kann der Endverbraucher
solche Billiglösungen nur selten als solche erkennen, denn
alle namhaften Hersteller für Unterhaltungselektronik haben
auch eine Industriesparte mit Plasma-Displays für Präsentationstechnik.
Hier bleibt nur der Rat, den Händler Ihres Vertrauens eindringlich
zu befragen und sich im Zweifel ausdrücklich versichern zu
lassen, dass der angebotene Plasma-TV mit dieser Modellbezeichnung
nicht in der sogenannten Profi-Schiene des betreffenden Herstellers
angeboten wird.
Gerade im Hinblick auf die o.g. Problematik
kann auch eine weiterere Besonderheit zu Verunsicherung führen.
Bei Plasma-TV-Geräten liegen die Videoboards mitunter separat
in der Originalverpackung bei und werden erst im Zuge der Installation
beim Endverbraucher in den dafür vorgesehenen Slot eingesteckt.
Ohne Installation des Videoboards kann das Plasma-Display lediglich
Grafikdaten darstellen, es könnte also nur z.B. als PC-Monitor
Anwendung finden. Die separate Beipackung des Videoboards ist ausnahmsweise
kein zwingender Hinweis darauf, dass es sich bei dem betreffenden
Plasma-TV um ein umfunktioniertes Industrie-Panel handelt (s.o.).
Dies hat vielmehr zolltechnische Gründe. Ohne Videoboard gilt
das Plasma-Panel als Computer-Zubehör und wird als solches
deutlich niedriger mit Einfuhrzoll belastet, als wenn es als TV-Gerät
deklariert werden müsste. Nur deshalb werden Panels und Videoboards
separat geliefert.
Bedienungskomfort
 |
 |
| |
Am
Beispiel der GUI im OSD-Menu des Pioneer
PDP-427XD kann man gut sehen, dass es eben auch
Spaß machen kann, sich durch die vielfältigen Benutzereinstellungen
zu zappen. |
| |
 |
Schon bei modernen Röhren-Fernsehern hat
man den Komfort guter OSD- (On Screen Displays) Menus zu schätzen
gelernt. Beim Plasma-TV wurde diese Technik noch weiter ausgebaut.
Intuitiv zu erfassende graphische Benutzeroberflächen (GUI,
Graphical User Interface), wie wir sie aus der Computerwelt kennen,
haben mit Plasma-TV-Geräten nun endgültig auch in der
Unterhaltungselektronik Einzug gehalten. Wer ein wenig Erfahrung
aus der Computerwelt mitbringt, kann sich mit den Cursor-Tasten
seiner Fernbedienung schnell und spielerisch durch die Drop-Down-Menus
der Bildeinstellungs-Optionen "zappen". Da macht das Kennenlernen
des neuen Plasma-TV-Gerätes richtig Spaß und wird nicht
durch das Lesenmüssen einer trockenen Bedienungsanleitung getrübt.
Die Einstelloptionen für das Bild sind enorm vielfältig,
und es kann durchaus lohnend sein, sich mit der Bildoptimierung
intensiv zu befassen. Denn letztlich ist das persönliche Empfinden
von Bildqualität sehr subjektiv und wird nur selten durch die
von der Fabrik voreingestellten Benutzereinstellungen (Default-Werte)
zu treffen sein. Beim Einstellen des Bildes leisten übrigens
Test-DVDs, wie z.B. die HEIMKINO
Referenz Test-DVD gute Dienste.
Fazit und Kaufempfehlung
Ein nicht wegzudiskutierendes Manko aller Plasma-TV
ist der ungenügende Schwarzwert - im Vergleich zum Röhrenfernseher.
Bei den neueren Plasma-TV-Modellen (s.u.) haben sich zwar beeindruckende
Verbesserungen eingestellt, dennoch ist das gewohnte Niveau der
guten alten Röhre noch nicht erreicht. Wer allerdings meint,
auf den "optimalen" Schwarzwert (nach dem Maßstab
der Röhre) warten zu müssen, wird wohl in vielen Jahren
noch keine Freude am Erwerb eines Plasma-TV haben. Anders sieht
es aus, wenn der Preis und nicht der Schwarzwert ausschlaggebend
ist, man also argumentiert, dass ein Plasma-TV bei dem Schwarzwert
einfach noch zu teuer ist, bei etwa dem halben Preis dieses Manko
aber hinnehmbar wäre. In diesem Fall wird sich das Warten sicher
lohnen. Wenn die Gehäusetiefe und die Bildgröße
keine Rolle spielen, d.h. 36 Zoll Bildgröße (=92 cm Bilddiagonale
oder ca. 80 cm Bildbreite) ausreichen, dann hat man mit einem Röhren-Fernseher
je nach Gewichtung von Schwarzwert und Flimmern u.U. sogar ein besseres
Bild - und das dann auch zu einem deutlich niedrigeren Preis. Allerdings
werden Röhrenfernseher kein HDTV darstellen können. Für
LCD sprechen derzeit nach unseren Erkenntnissen keine Argumente.
Die Bildgröße geht zwar bisher bis zu 52 Zoll hoch (Sharp LC-52 XD1E) und
die Bildqualität wird immer besser, doch sind die Preise in
der Klasse über 40-Zoll-Klasse nach wie vor indiskutabel. LCD
kommt eigentlich nur dann in Frage, wenn es ein Flach-TV sein muss,
ein 37-Zoll-Plasma-TV zu groß ist, und man bereit
ist, bei der Bildqualität gewisse Abstriche zu machen.
Als Händler erlauben wir uns, an dieser
Stelle eine Produktempfehlung auszusprechen: Wer nicht nur auf beste
Farbdarstellung im Bild (7 Milliarde Farben, 1.920 Grauwerte für
jede RGB-Farbe) Wert legt, sondern auch ein Höchstmaß
an Zukunftssicherheit (HD-fähigkeit und HDMI-Schnittstelle)
haben möchte, der ist mit einem der Pioneer-Plasma-TV, z.B. einem Pioneer
PDP-427XD / Pioneer
PDP-427XA (zu den Unterschieden der Modelle siehe: Übersicht
Pioneer-Plasma-TVs ) oder Pioneer
PDP-507XD / Pioneer
PDP-507XA bestens bedient. Absolutes High-End in Sachen Plasma bietet Pioneer mit dem echten "Full HD"-Plasma Pioneer PDP-5000EX - echtes "Full HD" haben Sie hier deshalb, weil der PDP-5000EX voll progressive-fähig ist, also auch 1080p darstellen kann. Und das in einer sensationell guten Qualität! Werden dann noch die DVDs von einem DVD-Player
vom Schlage eines Pioneer DV-969AVi
(eingebauter Bildprozessor mit Linedoubler und HDMI-Ausgang) zugespielt oder von einem Blu-ray-Player oder HD-DVD-Player,
dann ist das Maximum des derzeit Lieferbaren (Stand Februar 2007) bei
höchstmöglicher Zukunftssicherheit erreicht.
Wie erwartet hat Panasonic kürzlich nachgezogen
und bietet mit dem Panasonic
TH-42PV60E einen Plasma-TV an, der mit einem Schwarzwert und
einer Präzision überzeugt, die wir bisher nicht für
möglich gehalten haben.
Weiterführende Links und andere
interessante Specials
Sie befinden sich in Teil 2 der Plasma-TV Test-
und Kaufberatung. Hier kommen Sie zu Teil
1 der Plasma-TV Kaufberatung ... In unserer Plasma-Gallery
finden Sie Einrichtungsbeispiele mit Anregungen, wie Sie Ihren Plasma-TV
in Ihr Wohnzimmer integrieren können. Und hier finden sie eine
Auswahl weiterer Kaufberatungen bei HIFI-REGLER:
- Die Kaufberatung für Fernseher
hilft Ihnen, den richtigen "Röhren-Fernseher"
zu finden
- Wer vom Angebot der DVD-Player erschlagen wir, dem hilft
die DVD-Player Kaufberatung
...
- ... und hier die Kaufberatung zum Thema AV-Receiver
- Hintergrundwissen zu und Tipps zu Lautsprecher
Technik
- Test-Checklisten und Tipps für Ihr neues Heimkino
- Hintergrundwissen zu THX
- 6.1- und 7.1-Formate von Dolby
Digital
- Alle wichtigen Infos zu den Dolby
Surround "Aufpolierern"
- Was Sie über das neue Dolby
Prologic IIx wissen müssen ...
|
|
Tipp: Wollen Sie Ihr gebrauchtes
Equipment verkaufen oder Suchen Sie gebrauchte Plasma-TV Geräte?
In unserem Home-Cinema-Markt
können Sie zum besten Preis verkaufen und haben dabei stets
die volle Preiskontrolle.
Verantwortlich für den Inhalt i.S.d.P.: Detlev
Schnick, © Copyright 2007, 2008 HIFI-REGLER
|
 |