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Denon AVR-3805 (silber)
5+6/2004
Testauszug:
„In letzter Zeit blieb es merkwürdig still um die AV-Receiver von Denon. Das ändert sich mit dem brandneuen AVR-3805 schlagartig.
Heiße Features und günstige Preise.
Mit dem flammneuen AVR-3805 bringt Denon jetzt einen echten Kracher. Da ist zuallererst das Design. Nicht mehr so hausbacken, sondern klarer, feiner und schicker kommt das neue Gerät daher. Dann die Fernbedienung: Mit Touchscreen, aber nicht LCD, sondern viel besser. Das flexible EL-Display schmiegt sich über echte Tasten, die einen fühlbaren Druckpunkt bieten. Die Beschriftung - und damit natürlich die Tastenfunktion - wechselt je nach Betriebsart. Die Schrift schimmert in hellem Blaugrün und lässt sich bestens ablesen, die Beleuchtung springt an, sobald man die Fernbedienung in die Hand nimmt. Und das Tüpfelchen auf dem i: Die wichtigsten Funktionen - Lautstärke, Navigationskreuz, Kanalwahl, Ein-Aus Schalter - gibt's als Hardbuttons. So haben wir uns eine Heimkino-Fernbedienung schon immer gewünscht.
Auch das Display am Gerät ist neu und besser ablesbar als das alte. Sehr praktisch: Auf der linken Seite zeigt es an, wie viele und welche Kanäle das aktuelle Signal enthält, auf der rechten erscheint die momentane Lautsprecher-Konfiguration.
Technik:
Das Denon-Feuerwerk geht damit aber noch lange nicht zu Ende. Die Entwickler haben ein dickes Bündel an hochwertiger Technik geschnürt, das in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht. So kann der Receiver nicht nur sämtliche angeschlossenen Lautsprecher in Sachen Pegel und Verzögerungszeit ganz von allein einmessen, sondern dank eines parametrischen Equalizers mit acht Bändern pro Lautsprecher-Kanal die Frequenzgänge automatisch auf Linie bringen. Nach der Messung bieten sich drei Modi an: Bei "Front L/R" werden alle Lautsprecher an die Frontboxen angeglichen, "normal" begradigt alle Kanäle einzeln, und zwar hauptsächlich im Bereich unter zwei Kilohertz, wo sich wegen der Raumakustik-Effekte meist die größten Unregelmäßigkeiten finden; der Modus "flat" schließlich linearisiert über den gesamten Frequenzbereich.
Als Signal für die Messung nutzt Denon ein MLS-Rauschen, wie es in allen modernen Lautsprecher-Messsystemen verwendet wird. Sein größter Vorteil liegt in der Unempfindlichkeit gegenüber Störgeräuschen, weshalb es recht leise eingespielt werden kann. Eindrucksvoll, war das beigelegte Messmikrofon, denn seine stabile Bauweise macht es unempfindlich gegenüber Vibrationen. Es lässt sich außerdem per Gewinde auf ein Fotostativ schrauben und so optimal am Hörplatz positionieren.
Über den automatischen Equalizer (EQ) hinaus bietet der Denon pro Kanal einen EQ mit acht Bändern und festen Frequenzen, so dass auch einer detaillierten manuellen Einstellung des Klangs nichts im Wege steht. Die automatische Einmessung funktionierte übrigens in der Praxis sehr verlässlich. Die Frequenzgang-Korrekturen der parametrischen Equalizer passen ebenfalls und linearisieren die Lautsprecher effektiv. Ob das dem eigenen Geschmak in Sachen Klang entspricht, muss man selbst ausprobieren.
Auch bei der Audiotechnik hat sich Denon nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht. So wirkt das AL24-Processing, das 16-Bit-Signale auf 24 Bit und bis zu 192 Kilohertz hoch rechnen kann, jetzt in allen Kanälen. Sämtliche Wandler, ob nun D/A oder A/D, arbeiten jetzt mit 24 Bit und 192 Kilohertz, als DSP kommt die neueste Sharc-Generation von Analog Devices zum Einsatz, die mit 32 Bit und Fließkomma-Betrieb arbeitet. Das ermöglichte beispielsweise einen "Lip-Sync", womit sich die Tonwiedergabe um bis zu 200 Millisekunden verzögern und aufs Bild abstimmen lässt.
Außerdem wurden die Analogschaltkreise einer Renovierung unterzogen. Als erstes kam ein im Vergleich zum Vorgänger deutlich dickerer Netztrafo ins Gerät, das Netzteil wurde mit einem Doppel-Gleichrichter und optimierten Elkos aufgepeppt. Die Vorverstärker-Schaltkreise wurden verbessert, so dass sie jetzt auch bei geringen Pegeln einen hervorragenden Störabstand sicherstellen. Für Freunde hochwertiger Stereo-Wiedergabe hat Denon den Pure Direct-Modus wieder integriert, der nicht nur sämtliche unnötigen Schaltkreise aus dem Signalweg ausblendet, sondern die nicht benötigten Abteilungen des Receivers sogar komplett still legt, zum Beispiel die Video-Sektion und das Display.
In Sachen Tondecoder ist der AVR-3805 auf dem neuesten Stand. Neben den üblichen Verdächtigen mit 5.1- und 7.1-Ton bietet er das neue ProLogic 2x und kann Zweikanal- oder 5.1-Aufnahmen auf 7.1 aufpeppen.
Von der letzten Receiver-Generation beibehalten hat Denon die Anordnung der Baugruppen im Gerät: Der voluminöse Kühlkörper reicht über die gesamte Gehäusetiefe und schirmt ganz nebenbei das Netzteil und die Endstufen von Digital- und Vorverstärker-Abteilung ab. So werden etwaige Störungen aus der Hochstrom-Sektion von den empfindlichen Kleinsignalen auf der anderen Seite ferngehalten.
Die Video-Abteilung des AVR-3805 glänzt ebenfalls. Die Komponenten-Anschlüsse funktionieren bis 100 Megahertz, verarbeiten also problemlos auch HDTV-Signale. Zudem konvertiert der Receiver FBAS- und S-Video-Signale auf Komponente sowie FBAS auf S-Video.
Unter den zahlreichen Digitaleingängen findet sich ein Denon-Link-Anschluss der neuesten Generation. Er nimmt auch Stereo- und Mehrkanalsignale von der SA-CD in Empfang.
Messungen und Hörtest:
Nahe der Perfektion präsentierte sich der Denon im Messlabor.
Ebenso im Hörraum. Der Denon tönte sehr natürlich und lebendig, löste feine Details extrem genau auf. Im Vergleich zum Vorgänger fiel der realistischere Live-Charakter und der präzisere Bass auf. Um seine Fähigkeiten voll auszuloten, ließen wir ihn gegen den deutlich teureren ... antreten. Aber das erschreckte den Denon keineswegs, denn er spielte weniger angestrengt, lockerer und im Mittel-Hochtonbereich nicht so aggressiv. Im Bass tönte er teilweise etwas leiser, dafür aber präziser. Die Ortung des Klanggeschehens im Raum gelang mit ihm genauso mühelos wie mit dem ... In Bezug auf den Maximalpegel schenkten sich beide Geräte kaum etwas.
Solide: Der neue Denon bietet einen sehr robusten Aufbau.
Bedienfeld unter der Klappe: Damit lässt sich jetzt auch das gesamte Setup durchführen.
Full House: Der Denon bietet sogar Zwölf-Volt-Schaltausgänge und einen RS-232-Anschluss für Crestron & Co.
Hohe Rechenpower: Ein brandneuer Sharc-DSP kümmert sich um die Signalverarbeitung. Ein Traum: Die Fernbedienung mit echten Tasten, EL-Display und intelligenter Beleuchtung.
Alle Achtung! Mit dem AVR-3805 lässt Denon die Konkurrenz schwer schlucken. In Ausstattung und Klang definiert er neue Maßstäbe in seiner Klasse.
PRO:
+ umfassende Ausstattung samt Einmessautomatik
+ tolle Messwerte
+ fantastischer Klang
CONTRA:
keine Beanstandungen
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