Zurück zur Normalansicht von Denon DBP-4010 UD
1/2010

Testauszug:

"...sowohl im Labor als auch beim Sehtest liefert der Denon mit Bluray-Discs eine perfekte Vorstellung ab. Er gibt alle Schwarz-Weiß-Signale inklusive ultra schwarzer und -weißer Bereiche mit normgerechten Pegeln aus, Farben entsprechen exakt dem Ideal. Feinste Details erscheinen perfekt und ohne Schärfeabfall, gut gemasterte Discs kommen originalgetreu aufs Display. Die Bildregler braucht man nur, um schlecht gemasterte Scheiben zu verbessern oder um Schwächen des Displays auszugleichen, etwa mit Hilfe der Zehn-Band-Gamma-Korrektur. In herausragender Güte gelingt auch die Vollbildwandlung von HDTV-Dokumentationen mit 50 oder 60 Bewegtphasen pro Sekunde, die auf Bluray-Disc im 1080i-Format abgelegt sind. Der Denon zeigt im Progressive-Modus "Auto" alle kritischen Testsequenzen ohne gezackte oder flimmernde Bildkanten an. Bei 1080p-Ausgabe meistert er sogar unsere schwierige Testszene im Format 1080/30p perfekt: Bei der Nahaufnahme eines Mädchens in Bewegung zeigt er selbst die Wimpern absolut flimmerfrei - das können nicht viele..."

"...ein interessantes Feature für Heimkinofans der ersten Stunde ist "Reverse Telecine" für NTSC-DVDs, also die Umkehrung des 3:2-Pulldowns von Kinofilmen mit 60 Hertz zurück zur originalen Bildwechselfrequenz von 24 Hertz. Beim Test mit der US-DVD "DTS-Sampler No. 5" gelingt die Kampfszene aus "Gladiator" hervorragend: Während die Bäume bei 60-Hertz-Wiedergabe Pulldown-Ruckeln zeigen, erscheint der Kameraschwenk im Wald nun gleichmäßig. Die Vollbildwandlung für DVDs erfüllt alle Wünsche. Obwohl der Denon den Vollbildmarker nicht auswertet, beherrscht er alle schwierigen Szenen aus "Gladiator". Allerdings dauert es manchmal Sekundenbruchteile, bis der Filmmode einrastet. Wer sich daran stört, kann von "Auto" auf den für Kinofilme optimierten Modus "Video 2" wechseln. Bei TV-Produktionen oder Konzert-DVDs sollte man auf "Auto" stellen. Die Regler für "Konturenschärfe" und "Schärfe für hohe Frequenzen" wirken bei feinsten Details am stärksten, weshalb sie keine groben Saumkanten produzieren. Auf den fünf Speicherplätzen lassen sich unterschiedliche Einstellungen ablegen und direkt vergleichen: Der betagte und etwas weich produzierte Disney-Streifen "Das große Krabbeln" profitiert von einer stärkeren Anhebung durch klarer aufgelöste Muster in der Zirkus-Dekoration. In "Monster AG" genügt eine dezente Anspitzung, um Glubschis Auge noch glänzender zu machen. Dagegen braucht die gut produzierte DVD "Cars" praktisch keine Schärfeanhebung. Der Denon zeigt die drei bunten Animationsfilme mit fein abgegrenzten Farbflächen - besser qeht's nicht, jedenfalls nicht mit DVDs via HDMI mit 576p..."

"...im Hördurchgang ließen wir den Player mit dem AV-Receiver AVR-4810 aus dem gleichen Haus agieren, um alle Zuspielmöglichkeiten einschließlich Denon-Link zu testen. Dabei verantwortet vor allem der Receiver den Klang, da er für die Decodierung, die D/A-Wandlung und die Leistungsverstärkung sorgt. Trotzdem können Taktabweichungen durch Jitter den Klang digitaler Quellen trüben, was aber auch von der Qualität und Länge der Kabel abhängt. Unser Hörtest startet mit dem Holly Cole Trio und dem Titel "I Can See Clearly Now". Das Ensemble aus Kontrabass, Klavier und Gesang wird zunächst über HDMI zugespielt. Die Denon-Kombi beeindruckt dabei ebenso wie die Qualität der Aufnahme aus dem Jahr 1993 durch ihre klare Staffelung, die souveräne Dynamik und die kraftvolle Wiedergabe von Gesang und Bass. Dennoch entsteht der Eindruck, dass man via HDMI zwar mehr Obertonspektrum in den Klavieranschlägen hört, die Stimme aber leicht kehlig wirkt. Beim Vergleich mit analogem Stereoton irritierte uns zunächst, dass das Stück offenbar weniger Druck und Dynamik entfacht. Der Grund: Über den externen analogen Mehrkanal-Eingang gibt der AV-Receiver den Ton um genau ein Dezibel leiser wieder. Nach erfolgtem Pegelausgleich entwickelt die analoge Verbindung den Titel dann mit gleicher Kraft, aber eine Spur wärmer und entspannter..."

"...bleibt die Denon-link-Verbindung. Um sie zu aktivieren, muss man auch am AV-Receiver die HDMI-Steuerung einschalten und dem Eingang den Denon-Link als digitale Tonquelle zuweisen. Diese Art der Übertragung hat die Nase vorn: Per Denon-Link legt die CD an Auflösung und Dynamik zu, ohne aggressiv zu wirken. Bei SA-CD das gleiche Bild, wieder punktet Denon-Link. "Independent Woman No. 1" von Destiny's Child hat mehr Biss und wirkt im Hochtonbereich luftiger. Noch drastischer fällt der Unterschied auf der Dolby-Demo-Blu-ray "The Sound Of High Definition" aus. Der 7.1-Dolby-Digital-Plus-Ton mit Dave Matthews und Tim Reynolds liefert eine große und realistische Live-Kulisse, obwohl beim Titel "Live In Our Graves" gerade mal zwei Interpreten mit Gitarre und Gesang antreten. Die virtuos gespielten Gitarren entwickeln eine souveräne Dynamik, Daves Stimme tönt rund und niemals rau, dazu baute sich im Publikum und im weiten Rund der Halle eine unglaublich dichte, knisternde Atmosphäre auf. Der analog zugespielte Mehrkanalton wirkte im Vergleich zwar ebenfalls angenehm, aber geradezu blass. Dabei ergab die Überprüfung der Pegel diesmal absoluten Gleichstand - die bessere Dynamik und Signalqualität machte hier den Unterschied..."

"...Ton von Blu-ray überträgt der Player nicht per Denon-Link, sondern als PCM per HDMI; der hauseigene Link taktet den Ton aber neu. Leuchtet die blaue LED für "Clock Control", fungiert der Denon-Link als Taktgeber. Der Soundtrack von "Königreich der Himmel" in DTS-HD vermittelt so mehr Raumgefühl, eine schön lässige Dynamik und eine gesteigerte Auflösung. Auch in "Harry Potter und der Zauberkelch" löst der Player die einzelnen Tonelemente schön auf: Wenn Harry sich auf seinem Besen hoch über Hogwarts hinausschwingt, krachen die Dachziegel in die Tiefe, der Drache faucht erschreckend nah, und zu allem tost der Wind - ein mitreißendes Klanggemisch. Wenn man den Denon-Link im Betrieb unterbricht, geht die Klangwelt übrigens nicht gleich unter. Der Sound verliert ein Quäntchen Faszination, bleibt aber hörenswert..."

Bewertung:

+ sehr gute Verarbeitung und Ausstattung
+ fantastischer Klang, vor allem mit Denon-Receivern
+ herausragende Bildqualität bei Blu-ray
+ Top-DVD-Bild mit 576p
- langsame Navigation, lange Ladezeiten
- Farbabweichung beim DVD-Upscaling

Fazit:

Um seine Fähigkeiten auszuspielen, sollte Denons DBP-4010UD mit einem AV-Receiver aus dem gleichen Haus zusammenarbeiten. Bild und Ton sind fast perfekt, als Kritikpunkt bleibt nur das langsame Laufwerk, was den Denon Punkte kostet.