Zurück zur Normalansicht von Yamaha A-S2000
3/2008

"In der LP-Ausgabe 3/2008 auf den Seiten 54 bis 57 wurde der Yamaha A-S2000 getestet."

Testauszug:

"...über den MM-Eingang tönt der Yamaha vom ersten Moment an wie - ja, eben wie ein gestandener und musikalischer Verstärker - er verfügt über die subtilen Qualitäten einer ausgereiften und klanglich hervorragenden Vorstufensektion ebenso wie über die kontrollierte Kraft potenter Endstufen, die jederzeit in der Lage sind, diese Musikalität auch in gehörten Klang umzusetzen. Der A-S2000 nimmt dabei jeden noch so schwierigen Lautsprecher derart an die Kandare, dass dieser gar nicht anders kann, als extrem sauber und kontrolliert aufzuspielen. Das äußert sich keineswegs - wie oftmals fälschlich angenommen - als Bassgewalt, sondern als Befreiung der tiefsten Lagen von jeglicher Trägheit. Die Mitten, in denen sich die ganze Reichhaltigkeit von Musik abspielt, werden facettenreich und farbenprächtig wiedergegeben, die Höhen erscheinen wohldosiert und fein. Recht schnell wird dem Hörer klar, dass der Yamaha in der Lage ist, sehr genau zu unterscheiden, welche Qualitäten eine Aufnahme birgt: Produktionen, die mit viel künstlichem Hall und Kompression frisiert wurden, erscheinen auch ganz klar als solche: Wuchtig, plakativ, überlebensgroß. Das macht erst einmal großen Spaß und ist sicherlich im Sinne der Tontechniker, hat aber bei längerem Hinhören nichts mit dem von Yamaha propagierten "Natural Sound" zu tun. Greift man dann zu einer Scheibe mit sorgfältig aufgenommenen Instrumenten und Sängern, dann spürt man förmlich, wie die Musik auflebt. Hier ist der A-S2000 in seinem Element, kann die Atmosphäre und den Raum einer Aufnahme einfangen und authentisch reproduzieren, staffelt die Musiker in Breite wie Tiefe exakt und mit großzügigen Dimensionen. Dieser Gesamteindruck bleibt auch nach dem Wechsel auf MC erhalten - allerdings würde ich mir für diese Betriebsart eine Anpassungsmöglichkeit für die Eingangsimpedanz wünschen, die mit fest eingestellten 50 Ohm einen recht niedrigen Wert aufweist - Standard sind heutzutage 100 Ohm bis 1 Kiloohm. Zieht man die angegebene Eingangsempfindlichkeit von 0,1 Millivolt hinzu, dann ist eines klar: Der MC-Eingang ist vor allem für niederohmige Systeme mit geringer Ausgangsspannung ausgelegt. Mit denen spielt er dann auch ganz hervorragend - erstaunlich, wie viel Musikalität dieser recht günstige Verstärker zusammmen mit einem Über-System wie dem Miyabi Standard in den Hörraum zaubert. Auch mit einem zufällig noch vorhandenen, schon lange nicht mehr gebauten Tonabnehmer aus demselben Stall, dem Yamaha MC-9, klappt die Zusammenarbeit ganz hervorrragend, während man bei höherohmigen Systemen mit "mehr Draht auf der Spule" eventuell mit leichten Einbußen in der Hochtonauflösung rechnen muss - allerdings scheren sich in der Praxis bespielsweise ein Denon DL-103 oder DL-103R kein bisschen um die Theorie und spielen ihrem Charakter entsprechend außerordentlich lebendig und ohne jegliche Einbußen in den Höhen mit der Yamaha-Phonosektion zusammen. Wer sich für das letzte Quäntchen Feinanpassung irgendwann doch eine externe Phonostufe anschaffen möchte, die er, wenn möglich, an den exquisiten symmetrischen Eingang des A-S2000 anschließt - der kommt um eigene Vergleiche mit der eingebauten RIAA-Sektion nicht herum, die sich klanglich nicht so ohne Weiteres geschlagen gibt und so - wie der komplette A-S2000 die Tradition der großen Yamaha-Verstärker würdig weiterführt..."

Fazit:

Retro, aber richtig. Yamaha verfolgt mit dem A-S2000 das Motto "Natural Sound" technisch und klanglich konsequent bis ins letzte Detail. Dass das Gerät zu einem mehr als attraktiven Preis technisch perfekt und hervorragend verarbeitet ist und zudem in allen Farbvarianten verdammt gut aussieht, macht es noch interessanter - die komplette Ausstattung inklusive des ausgezeichneten Phonozweigs ist fur den analogen Musikliebhaber dann das Tüpfelchen auf dem i.