DLP & LCD: Video-Projektionstechnik im Vergleich
Autor: Karsten Serck, AREADVD
- update: 05.05.2004
Wer sich mit der Anschaffung eines Videoprojektors
beschäftigt, hat nicht nur die Qual der Wahl zwischen einer großen Anzahl
von Geräten, sondern auch verschiedenen Technologien. Im Profibereich
kommen hier immer noch für die bestmögliche Qualität Röhrenprojektoren
zum Einsatz, die ähnlich wie bei einem Fernseher im Zeilensprungverfahren
mit drei Röhren in den Grundfarben Rot, Grün und Blau ihr Bild an die
Wand werfen. Doch im Consumerbereich wird der Markt heutzutage vor allem
durch Digitalprojektoren dominiert, welche nicht nach dem Zeilensprungverfahren
arbeiten, sondern das Bild pixelgenau aus Bildpunkten zusammensetzen.
Nachdem jahrelang der Consumer-Markt vor allem durch LCD-Projektoren
dominiert wurde, sind inzwischen auch DLP-Projektoren
selbst in den unteren Preisregionen erhältlich. Dieser Systemvergleich
bezieht sich auf LCD und DLP als die beiden derzeit dominanten Technologien
und soll die spezifischen Eigenarten der beiden Systeme erläutern.
Bei der Suche nach der idealen Projektionstechnik ist es hilfreich, die
Prinzipien zu verstehen, mit denen die beiden Technologien zu arbeiten.
Denn dies hilft dabei, Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen Videoprojektoren
wahrnehmen zu können und das ideale Gerät zu finden. Die nachfolgenden
Erläuterungen sollen vor allem dazu dienen, vor dem Kauf eine Beurteilung
des Geräts anhand verschiedener Kriterien zu ermöglichen.
LCD-Projektion
LCD-Projektoren
arbeiten mit Flüssigkristall-Panels. Das Prinzip ist von LCD-Quartzuhren
und -Displays bekannt: Durch das Anlegen einer Spannung werden einzelne
Bildpunkte schwarz. Auf diesem Wege lässt sich bei einer ausreichend hohen
Auflösung ein Bild darstellen. Für die drei Grundfarben Rot, Grün und
Blau sind einzelne Panel zuständig, die von einer Lichtquelle durchleuchtet
werden. Das Licht der Projektorenlampe wird durch sogenannte "dichroitische
Spiegel", die jeweils nur eine Farbe reflektieren, in die Grundfarben
zerlegt. Die drei Einzelbilder werden mit Hilfe eines Prismas wieder zusammengeführt
und sollten im Idealfall sauber übereinander liegen. Obwohl diese Optimierung
wirklich Millimeterarbeit ist, treten heutzutage bei Heimkino-LCD-Projektoren
nur relativ selten Konvergenzprobleme auf.

Das LCD-Projektionsprinzip
im schematischen Überblick
Video-Projektoren
mit LCD-Panels gibt es schon sehr lange, doch erst in den letzten Jahren
sind sie wirklich für den Einsatz im Heimkino brauchbar geworden. Lange
Zeit wurden LCD-Projektoren
in erster Linie für den Business-Einsatz konzipiert, nicht zuletzt deswegen,
weil die Geräte lange Zeit so teuer waren, dass sie für Privathaushalte
eine nur schwer finanzierbare Investition darstellten. In erster Linie
sollten die Projektoren möglichst hell sein, damit ihr Bild auch noch
bei Tageslicht zu erkennen ist. Diese Helligkeit hatte dann meist einen
Nachteil, da auch in dunklen Szenen das Bild noch zu hell war und somit
in Filmen selbst schwarze Bildbereiche mehr Grau als Schwarz aussahen.
Doch der durch die DVD ausgelöste Heimkino-Boom der letzten Jahre hat
hier für ein Umdenken gesorgt. Immer mehr Projektoren
werden gezielt als Heimkinoprojektoren konzipiert. Hier ist die Helligkeit
nicht das wichtigste Kriterium. Wesentlich entscheidender sind der Kontrast
(die möglichst große Differenz zwischen den hellsten und dunkelsten Bildern)
und der Schwarzwert. Da die LCD-Panels durchleuchtet werden und auch im
aktiven Zustand immer noch etwas Licht durchlassen, ist selbst ein dunkles
Bild selten richtig schwarz. Durch die Verbesserungen der LCD-Technologie
sind aber inzwischen selbst bei Projektoren
unter 2000 EUR die Bilder so dunkel geworden, dass ein vernünftiger LCD-Projektor
zumindest ein tiefdunkles Grau hinbekommt.
Durch Tricks wie die Verwendung von optischen Filtern oder einer Irisblende
lässt sich aber der Schwarzwert noch etwas verbessern und damit auch meist
der Kontrast erhöhen. Projektoren wie der Epson EMP-TW10 verwenden einen
einfachen Filter, der vor die Optik geklappt wird. Noch etwas raffinierter
ist eine Irisblende. Hierbei handelt es sich um eine Mechanik, die den
Lichtaustritt reguliert. Dadurch wird zwar auch die Gesamthelligkeit reduziert.
Die Irisblende hat den Effekt, dass sie nicht nur Licht von den LCD-Panels,
sondern auch Streulicht reduziert, welches durch Reflektionen innerhalb
des Projektors
auf die Leinwand gelangt, dort aber eigentlich nichts zu suchen hat. Da
eine Irisblende vor allem dieses Streulicht verringert, welches selbst
in dunklen Szenen vorhanden ist, ergibt sich meist ein verbesserter Kontrast.
Projektoren wie z.B. der Sanyo
PLV-Z5 bieten eine regelbare Irisblende, deren Wirkung man in Abhängigkeit
vom Bildmaterial anpassen kann. Während man bei hellen Bildern wie z.B.
von Sportübertragungen die Blende ruhig voll aufdrehen kann, da es hier
ohnehin kaum dunkle Szenen gibt, sorgt eine Irisblende bei dunklen Filmen
wie z.B. "From Hell" für einen deutlich verbesserten Schwarzwert.
LCD-Projektoren
sind gerade in den letzten zwei Jahren sehr preiswert geworden und insbesondere
die Anzahl an Geräten im 16:9-Format hat deutlich zugenommen. Auch die
Auflösungen haben sich mit rasendem Tempo erhöht: Mittlerweile gibt es
Projektoren mit HDTV-Auflösung schon zu Straßenpreisen ab 1500,00 EUR.
Für das Geld gab es vor noch kurzer Zeit gerade einmal Projektoren mit
NTSC-Auflösung. Damit ist die LCD-Projektion
zur preiswertesten Möglichkeit geworden, HDTV
in den eigenen vier Wänden zu erleben.

Irisblende beim Sanyo PLV-Z2
Obwohl Projektoren mit LCD-Technik schon seit Jahren verkauft werden, ist der
Gebrauch dieser Geräte im praktischen Einsatz nicht ganz unkompliziert:
In der Praxis fallen LCD-Projektoren
häufiger durch Pixelausfälle und Staubprobleme auf. Da solche Störungen
nur eingeschränkt von der gesetzlichen Gewährleistung umfasst werden und
z.B. ein einziger Pixelfehler auch noch nicht zum Umtausch berechtigt,
sollte man gerade LCD-Projektoren
vor dem Kauf selbst in Augenschein nehmen. Pixelfehler äußern sich meist
dadurch, dass in einer gleichmäßigen Fläche an einer Stelle ein Pixel
dunkel bleibt oder in einer Farbe blinkt. Um Pixelfehler zu erkennen,
sollte man eine Test-DVD wie z.B. die "Test-Disk" von Peter
Finzel verwenden und den Projektor sowohl mit Farbbildern in den drei
Grundfarben sowie Schwarz und Weiß überprüfen. Hundertprozentig sicher
ist man dann allerdings auch noch nicht, denn öfters treten Pixelfehler
auch erst nach ein paar Stunden Betrieb auf. Das Problem der Pixelfehler
wird in den nächsten Jahren aber an Relevanz abnehmen, denn bei Auflösungen
von 1280 x 720 Pixeln und zukünftig wohl auch 1920 x 1080 Pixeln sind
die einzelnen Bildpunkte so klein geworden, dass auftretende Pixelfehler
kaum noch zu erkennen sind.
Weitaus störender ist der Staub, der sich im Laufe der Zeit gerne auf
den LCD-Panels ablässt. Da der Projektor zur Kühlung eine Lüftung benötigt,
die Luft ansaugt, lässt sich das Eindringen von Staub trotz Filtern nicht
ganz verhindern. Staub lässt sich meist in Form von leicht erhellten Wolken
in dunklen Bildern wahrnehmen, die mit zunehmender Anzahl störend werden.
Durch Veränderung der Fokussierung kann man diese Staubkörner meist deutlicher
erkennbar machen. Generell ist es kaum möglich, Prognosen für die Staubanfälligkeit
eines Projektors zu machen. Manch ein Projektor zeigt bereits nach weniger
als 50 Betriebsstunden Staubflecken, andere Geräte bleiben selbst nach mehreren
hundert Stunden sauber. Allgemein kann nur empfohlen werden, den Projektor
an einem möglichst staubfreiem Ort aufzustellen. Im Neuzustand sollte der
Projektor auf jeden Fall noch keine Staubwolken zeigen und darauf vor dem
Kauf kontrolliert werden.
LCD-Projektoren
präsentieren zwar meist sehr kräftige Farben, doch diese müssen nicht
immer auch wirklich neutral sein. Unter "neutralen" Farben versteht man
in der Heimkino-Projektionstechnik eine Farbtemperatur von 6500 Kelvin.
Während leichte Farbverschiebungen im Gesamtbild über oder unter diesem
Richtwert eigentlich für die Betrachtung keine große Relevanz haben, fallen
in der Praxis doch häufiger größere Unregelmäßigkeiten in Form von richtigen
Farbstichen auf. Je nach Modell und dessen Einstellmöglichkeiten kann
man die Farben meist noch auf ein weitgehend neutrales Level bringen.
Erschwert wird dies allerdings dadurch, dass manch ein Projektor dazu
neigt, diese Farbverschiebungen nicht gleichmäßig über den gesamten Helligkeitsbereich
anzuzeigen. Wie auf dem unteren Graustufen-Test-Bild zu sehen ist, produziert
das Beispiel-Gerät zwar in hellen Bildbereichen ein recht neutrales Grau,
tendiert aber bei manchen Helligkeitsstufen zur Überbetonung von Rot.
In diesem Fall ist eine exakte Justierung nur schwer möglich. Mit Hilfe
von Graustufen-Test-Bildern, wie sie auch auf der bereits erwähnten "Test
Disk" zu finden sind, kann man die Farbneutralität des Projektors erkennen.
Achten sollte man auch auf die Neutralität des tiefsten Schwarz, denn
manche Projektoren produzieren gerade hier einen leichten Farbstich, der
sich of kaum regulieren lässt.

Störender ist bei vielen LCD-Projektoren
eine Veränderung der Farbwiedergabe in der Gesamtfläche des Projektionsbildes.
Dies erkennt man am besten mit einem Grautestbild in verschiedenen Helligkeitsstufen.
Viele LCD-Projektoren
tendieren dazu, das Grau auf der einen Seite des Bildes violett und auf
der anderen Seite türkis darzustellen. Gegen dieses "Shading" kann man
mit einfachen Mitteln kaum etwas machen und seine Stärke variiert vielfach
auch in der Serienstreuung der Geräte. Erfreulicherweise gibt es aber
mit den neuen Panel-Generationen auch immer mehr Projektoren, die kaum
oder sogar fast gar kein Shading aufweisen. Häufiger sieht man indes bei
LCD-Projektoren
leichte Strukturen (Vertical Banding) im Panel, die wie leichte Kachelmuster
erscheinen. Diese Effekte lassen sich ebenfalls mit einem einfachen Grau-Testbild
nachweisen.
Zwar werden die Auflösungen von LCD-Projektoren
immer höher, doch lassen sich die Abstände zwischen den einzelnen Pixeln
nicht beliebig reduzieren, da auf den LCD-Panels auch noch Platz für die
Leiterbahnen vorhanden sein muss. Daher erkennt man bei LCD-Projektoren
beim genauen Hinsehen auch das feine Raster der LCD-Panels, an dem sich
manche Zuschauer stören. Erst bei höheren Auflösungen verringert sich
dieser sogenannte "Screendoor"-Effekt. Wer ganz penibel hinschaut, wird
ihn aber z.B. sogar noch bei einem HDTV-Projektor mit 1280 x 720 Pixeln
wahrnehmen können. Es gibt aber auch hier Gegenmittel: Bei neueren LCD-Projektoren
von Panasonic wie z.B. dem Panasonic PT-AE500 wird die "Smooth Screen"-Technologie
verwendet. Obwohl auch dieser Projektor mit 1280 x 720 Pixeln arbeitet,
sind die Abstände zwischen den einzelnen Pixeln praktisch nicht mehr zu
erkennen.
Pixelstruktur Panasonic PT-AE 500 (mit "Smooth Screen")

Pixelstruktur Sanyo PLV-Z2
Pro:
- Relativ preiswert
- Sehr hohe Auflösungen zum humanen Preis
- Gute Farbsättigung
Contra:
- Staubempfindlich
- Shading
- Vertical Banding
- Screendoor
- Pixelfehler

"Digital Mirror Device" (DMD) von Texas Instruments
Während bei der LCD-Projektion
kleine Flüssigkristall-Panels durchleuchtet werden, arbeitet die noch
relative junge DLP-Technik mit Lichtreflektion. DLP steht für "Digital
Light Processing" und wurde von Texas Instruments entwickelt. Kernstück
eines DLP-Projektors
ist das "Digital Mirror Device" (DMD): Auf einer Platine befinden sich
Tausende von kleinen Spiegeln, die sich durch das Anlegen einer Spannung
einzeln ansteuern lassen. Die Anzahl der Spiegel hängt von der Auflösung
des Projektors ab. So hat ein Projektor mit einer Auflösung von 1024 x
768 beispielsweise 786432 einzelne Spiegel oder ein HDTV-Projektor
mit 1280 x 720 Pixeln insgesamt 921600 einzelne Spiegel. Jeder der Spiegel
auf dem DMD lässt sich in zwei Positionen bewegen. Die Lichtquelle des
Projektors wird auf das DMD gerichtet. Durch das Kippen der Spiegel kann
man bestimmen, ob das Licht in Richtung Leinwand reflektiert wird oder
nicht. Auf diesem Wege lässt sich mit einem solchen Spiegelchip ein Schwarz/Weiss-Bild
produzieren. Natürlich ist es damit nicht allein getan, denn auch Schwarz/Bilder
haben Helligkeitsabstufungen, um z.B. Grautöne darstellen zu können. Dies
wird dadurch erreicht, dass die Pixel sehr schnell zwischen ihren zwei
Positionen hin- und hergeschaltet werden. Dies geschieht so schnell, dass
das Auge dies praktisch nicht bemerkt. Bei Messungen des Lichtstrahls
wird man aber feststellen, dass das Licht leicht pulsiert. In dunklen
Bildbereichen kann man bei einigen DLP-Projektoren
auch ein leichtes Helligkeitsrauschen erkennen, welches wie ein feiner
Fliegenschwarm aussieht. Dieser Effekt wird durch minimale Unregelmäßigkeiten
in der Ansteuerung der einzelnen Spiegel verursacht. Je besser das DMD
und je genauer der Projektorenhersteller dieses ansteuern kann, um so
weniger fällt dieser Effekt auf.

Ein DLP-DMD unter dem Mikroskop
Mit einem einzigen DLP-Chip lässt sich noch nicht ohne weiteren Aufwand Farbe
darstellen. Hierzu würde man drei einzelne DMDs benötigen, die jeweils
eine der Grundfarben Rot, Grün oder Blau darstellen und deren Einzelbilder
anschließend mit Hilfe eines Prismas überlagert werden. Da dies recht
aufwendig ist, wird dieses Verfahren bislang nur in sehr teuren 3 Chip-DLP-Projektoren
verwendet, die ab 20.000 EUR zu erhalten sind. 3 Chip-DLP-Projektoren,
wie sie in Kinos für die Digitalprojektion verwendet werden, kosten zumeist
sogar über 100.000 EUR. In DLP-Projektoren
für den Heimgebrauch wird meist nur ein einziger DMD-Chip eingesetzt.
Solche 1 Chip-DLPs erzeugen die Farben auf einem anderen Wege: Zwischen
Lichtquelle und Spiegelfläche wird ein Farbrad mit den drei Grundfarben
Rot, Grün und Blau installiert. Durch die Drehung des Rades wird entsprechend
abwechselnd ein rotes, ein grünes und ein blaues Bild dargestellt. Für
die Farbprojektion wird die Ansteuerung des DMD-Chips mit der Drehbewegung
des Farbrades synchronisiert. Sensoren auf dem Farbrad ermöglichen es,
Farbrad und Spiegel so anzugleichen, dass keine Falschfarben dargestellt
werden. Die Trägheit des Auges sorgt aufgrund der hohen Geschwindigkeit,
mit der sich das Farbrad dreht, dafür, dass der Zuschauer das Bild nicht
in wechselnden Farben, sondern als ein Gesamtbild wahrnimmt. Da das DMD
selbst farblos ist, treten bei DLP-Projektoren
praktisch keine Unterschiede in der Farbdarstellung über die gesamte Projektionsfläche
auf, wie sie vielfach bei LCD-Projektoren
zu erkennen sind. Allerdings kann bei DLP-Projektoren
dafür mitunter ein Effekt auftreten, der durch die doch nicht ganz so
hundertprozentige Trägheit des menschlichen Auges verursacht wird. Insbesondere
bei Bildern mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten (z.B. Schwarzer Anzug mit
weißem Hemd) erkennt man nämlich mitunter doch für einen kurzen Moment
die drei Grundfarben des Farbrades. Diese erscheinen dann wie ein leichter
senkrechter Regenbogen, weswegen dieser Effekt auch allgemein als "Regenbogeneffekt"
oder abgekürzt "RBE" bezeichnet wird. Da nicht jeder Mensch die gleichen
Augen hat, wird dieser Effekt unterschiedlich stark wahrgenommen. Verstärkt
wird der RBE auch durch Kopfbewegungen während des Betrachtens. Allerdings
ist die Wahrnehmung des RBE wirklich individuell von jedem einzelnen Betrachter
abhängig. Es gibt Personen, die diesen Effekt so irritierend finden, dass
für sie ein DLP-Projektor
nicht in Frage kommt. Viele andere Zuschauer werden diesen Effekt aber
vielleicht auch gar nicht registrieren. Zudem sorgen die Projektorenhersteller
dafür, dass durch eine Erhöhung der Farbsegmente auf dem Farbrad (z.B.
eine Farbfolge Rot, Grün, Blau, Rot, Grün, Blau) und eine Erhöhung der
Drehzahl des Rades die Wechsel zwischen den einzelnen Farben beschleunigt
werden. Hierfür ist es allerdings auch erforderlich, dass auch der DMD-Chip
in der Lage ist, die Kippbewegungen entsprechend schneller durchzuführen,
weswegen ein einfacher Wechsel des Farbrades alleine nicht ausreicht.
Solch verbesserte Farbräder findet man vor allem in teureren DLP-Modellen.

Funktionsweise der DLP-Technologie (1 Chip-DLP)
Da DLP-Projektoren
das Licht über ihre Spiegel reflektieren, ist die Lichtausbeute weitaus
höher als bei LCD-Projektoren.
Deswegen wird das Bild von DLP-Projektoren meist auch wesentlich heller
wahrgenommen als bei den meisten LCD-Projektoren.
Allerdings produzieren auch DLP-Projektoren Streulicht. Zum einen kann
Licht innerhalb des Projektors wieder auf die Leinwand reflektiert werden.
Andererseits sind auch die kleinen DLP-Spiegelchen nicht ganz perfekt.
Sie reflektieren zum Teil auch Licht, auch wenn sie nicht in Richtung
Leinwand geschaltet sind. Das liegt z.B. an dem relativ geringen Kippwinkel
des Spiegel von anfangs gerade einmal zehn Grad oder auch den Kanten der
Spiegel, die in leichtem Umfang auch Licht reflektieren. Streulicht ist
daher auch bei DLP-Projektoren
vorhanden. Teurere DLP-Projektoren verwenden daher ebenso Filter oder
Irisblenden zur Kontrastverbesserung. Zudem wurde der Kippwinkel der neueren
DMD-Chips auf 12 Grad erhöht. Selbst preiswerte DLP-Projektoren können
mit Verbesserungen schon Kontrastwerte von mehr als 1000:1 erreichen.
Top-Geräte wie z.B. der Sharp XV-Z12000 erreichen sogar einen Kontrast
von annähernd 5000:1 und einen Schwarzwert, der selbst mit Röhrengeräten
kaum noch verbessert werden kann. Bei preiswerten Geräten kann das Bild
in dunklen Bereichen aber durchaus heller als bei LCD-Projektoren
der gleichen Preisklasse sein.
Im Vergleich zu LCD-Projektoren sind DLP-Projektoren
weitaus besser für den Alltag gerüstet: Berichte über Ausfälle von Spiegeln
oder Staub im Geräte gibt es nur äußerst selten. DLP-Projektoren
zeichnen sich meist auch durch weitaus homogenere Farben aus. Die Intensität
der Farben ist bei LCD-Projektoren
zwar von Fall zu Fall sogar noch höher, aber es gibt bei DLPs z.B. keine
Shading-Probleme mit Farbverläufen. Auch sind die Farben im Helligkeitsverlauf
homogener, so dass man DLP-Projektoren meist etwas einfacher auf die idealen
Farbwerte bringen kann.
Die Geräuschkulisse von DLP-Projektoren kann etwas höher als bei LCD-Projektoren
sein, da in einem DLP-Projektor
sich nicht nur ein Lüfter dreht, sondern auch das Farbrad rotiert. Diese
Drehbewegung ist mitunter durch ein leichtes, sehr hochfrequentes Surren
wahrzunehmen.
Eigentlich könnte man sagen, dass die meisten Argument für die DLP-Technologie
sprechen, doch ganz so einfach ist es natürlich doch wieder nicht: Für
viele potentielle Projektoren-Käufer ist der Regenbogeneffekt immer noch
ein K.O.-Kriterium, auch wenn er durch verbesserte Farbräder eigentlich
immer weniger auffällt. Und dann wäre da noch der Preisunterschied: Während
man für HDTV-Projektoren mit 1280 x 720 Pixeln schon teilweise weniger
als 2.000,00 EUR bezahlt, bekommt man einen DLP-Projektor
in dieser Auflösung praktisch nicht unter 5000 EUR (Stand: Mai 2005).
Selbst die "Matterhorn"-Projektoren mit 1024 x 576 Pixeln sind zu Preisen
ab 3500 EUR nicht wesentlich günstiger. Günstigere DLP-Projektoren
sind zwar schon ab 1.000,00 EUR zu bekommen, sind dann aber meist auf
den Office-Einsatz optimierte Geräte mit SVGA-Auflösung (800 x 600). Immerhin
bekommt man aber sogar noch unter 2.000,00 EUR Projektoren mit XGA-Auflösung
(1024 x 768). Da erscheint der Aufpreis auf einen Matterhorn-Projektor,
der ja nur mit 576 Bildzeilen auskommen muss (was für die 16:9-Wiedergabe
durchaus reicht) doch recht hoch. Die niedrige Auflösung macht sich bei
DLP-Projektoren
allerdings lange nicht so stark bemerkbar wie bei einem LCD-Gerät, da
die Abstände zwischen den einzelnen Spiegeln weitaus geringer sind als
die Pixelabstände bei einem LCD-Projektoren
Dadurch gibt es selbst bei DLP-Projektoren
mit geringer Auflösung kaum einen Screendoor-Effekt, wodurch das Bild
auch optisch feiner aufgelöst erscheint.
Pro:
- Sehr hoher Kontrast möglich
- Sehr neutrale Farben
- Kaum Spiegel-Ausfälle oder Staubprobleme
- Pixelstruktur selbst bei niedrigen Auflösungen kaum erkennbar
Contra:
- Verhältnismäßig teuer
- Erhöhungen der Auflösung kosten überproportional viel Geld
- Regenbogeneffekt (RBE)
- DLP-Rauschen (vorwiegend bei preiswerten Geräten)
- Hohe Geräuschkulisse durch Lüftung und Farbrad
Gesamtfazit
Sowohl die LCD- als auch die DLP-Technik haben Vor- und Nachteile, die man
beim Kauf eines Geräts berücksichtigen sollte. Nicht immer handelt es
sich dabei um wirklich von jedem nachvollziehbare Eigenarten wie z.B.
der DLP-"Regenbogeneffekt" zeigt, der vollkommen unterschiedlich stark
wahrgenommen werden kann. Daher sollte man möglichst vor dem Kauf eines
Projektors das gewünschte Gerät direkt anschauen und anhand der hier aufgelisteten
Kriterien untersuchen, um das zu den eigenen Ansprüchen passende Gerät
zu finden.
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Schnick, © Copyright 2004 HIFI-REGLER, AREADVD
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