Test: Sub/Sat-Set Tannoy Arena
Test-Team: Carsten Rampacher und
Karl-Heinz Pöppl, beide AREADVD
Redaktion: Carsten Rampacher, AREADVD
- update: 11.04.2005


Gerade von Subwoofer-/Satellitensystemen
wird heute viel verlangt. Reichte es früher noch, dass sie schick aussahen
und wenig Platz beanspruchten, so verlangen die Käufer heute zusätzlich
noch überzeugende akustische Eigenschaften. Dies hängt damit zusammen,
dass sich vieles verändert hat, Surroundsysteme werden immer beliebter,
nur möchten die Interessenten - zurecht - nicht einsehen, dass sich tadelloser
Sound ausschließlich mit gigantisch großen Lautsprechern realisieren lässt.
Dadurch, dass auch Käufer, die früher hochwertige Stereo-Standlautsprecher
einsetzten, mehr und mehr auf eine akkurate optische Integration Wert
legen, hat sich auch der Qualitätsanspruch bei den potentiellen Interessenten
für Sub-/Sat-Systeme verändert: Angebote, die zwar elegant aussehen, sich
bei näherem Ansehen aber durch eine wenig sorgfältige Materialwahl "outen",
sind höchstens noch in den unteren Klassen einigermaßen gefragt. Wer einiges
für ein Subwoofer-/Satellitensystem ausgibt, erwartet ein erstklassiges
Finish ohne jeden Kompromiss. Alle diese Faktoren waren den Lautsprecher-Entwicklern
bei Tannoy offenbar bestens bekannt, denn
mit dem neuen, "Tannoy Arena" genannten
5.1-Subwoofer-/Satellitensystem, wurde ein selten hoher Aufwand in jeder
Beziehung getrieben, um auch anspruchsvolle Ohren glücklich zu machen.

Tannoys "Dual Concentric"-Prinzip: Der Hochtöner
ist im Zentrum des Tieftöners untergebracht
Durch den Einsatz des Tannoy-eigenen "Dual Concentric"-Treibers soll
eine überdurchschnittlich gute Klangqualität erzeugt werden - extra für
das Arena-System entwickelten die Tannoy-Spezialisten eine "Miniaturausgabe"
(100 mm) des legendären Treibers, der in noch aufwändigerer Form auch
in den Profi-Produkten von Tannoy zum Einsatz
kommt. Die Dual-Concentric-Technik ist ein richtiges Differenzierungsmerkmal
- zunächst einmal mutet das Konstruktionsprinzip vielleicht seltsam an,
denn bei den Dual Concentric-Treibern ist der Hochtöner inmitten des Tieftöners
platziert. Hier werden einige Experten die Stirn runzeln - wieso sollte
man sich an eine so komplexe Konstruktion wagen? Hintergrund der Überlegungen
war, dass keine Möglichkeit besteht, zwei Lautsprecher-Treiber, die nicht
zusammen, sondern getrennt untergebracht sind, so auf oder an einem Gehäuse
anzuordnen, dass sie bei unterschiedlichen Hörpositionen im Hörraum immer
absolut gleichphasig arbeiten. Das heißt: An einer ganz bestimmten Hörposition,
also an einem sehr eng bemessenen "Spot", ist die Gleichphasigkeit gegeben.
Nun ist es aber in der Praxis oft so, dass man zu zweit, zu dritt oder
zu noch weitaus mehr Personen hört - aber nur eine Person wird vom gleichphasigen
Klang verwöhnt, was heißt, dass nur an exakt einer Hörposition der Klang
der getrennt untergebrachten Treibereinheiten (z.B. Hoch- und Tieftöner)
genau zur gleichen Zeit ankommt. Wie man sich vorstellen kann, ist es
zumindest der Theorie nach nicht ideal, wenn die Schallanteile zu unterschiedlichen
Zeitpunkten beim Zuhörer eintreffen, d.h. der Hochtonbereich erreicht
das Ohr des Hörers früher als die tiefen Frequenzen. Dies führt zu einem
unausgewogenen Klangbild, die Übergänge zwischen den verschiedenen Bereichen
verlaufen nicht nahtlos und unmerklich, sondern sind durch die zeitliche
Differenz akustisch feststellbar. So folgerte man dann bei Tannoy,
dass ein idealer Klang für mehrere Zuhörer nur dann realisierbar wäre,
wenn alle Frequenzen exakt am gleichen Ursprungsort entstehen. Ergo muss
sich der Hochtöner auf dem Tieftöner platzieren, was jedoch aus anderen
Erwägungen heraus nicht eine sehr einfache Lösung ist, denn schließlich
möchte der verwöhne Klangliebhaber weder bei der Leistungsfähigkeit des
Hochtöners noch bei der des Tieftöners Abstriche machen. Also mussten
den Tannoy-Ingenieure tief in die technische Trickkiste greifen, gerade
beim Miniaturtreiber des Tannoy Arena
waren die Anforderungen besonders hoch. Der Hochtöner ist in der Mitte
des Basslautsprechers fixiert. Das Chassis ist extrem stabil, verständlicherweise
versorgen unterschiedliche Magneten Hoch- und Tieftonbereich. Die Vorteile
in der Praxis: Durch die punktförmige Erzeugung aller Frequenzen ist das
Klangbild sehr homogen und gefällig, die Struktur ist stets präzise und
vielschichtig, es finden auch in den Frequenzübergängen keine Auslöschungen
oder Verwischungen statt. Extra haben wir mit mehreren Hörern gehört,
um herauszufinden, ob Tannoys Technologie mehr ist als ein bloßer Marketing-Gag
ohne praktischen Nutzwert - und wir waren beeindruckt: Die gesamte Klangverteilung
ist stimmiger, runder, kurzum harmonischer.

Kompakte Klangmeister: Bis 54 kHz geht der Tannoy
Arena Satelliten und der Tannoy
Arena Center hinauf
Doch damit sind die Fähigkeiten der Tannoy
Arena-Satelliten und des Tannoy
Arena Centers noch nicht ausgeschöpft. Mit einer oberen Grenzfrequenz
von 54 kHz ist das hochwertige Set auch für die Wiedergabe von SACD- und
DVD-Audio-Medien ausgelegt. Bei einem solchen technologischen Feuerwerk
möchte der aktive Subwoofer mit 250 mm Basschassis natürlich nicht zurückstehen.
Bereits die Leistung der Endstufe ist großzügig bemessen: 300 Watt (RMS)
stehen an, wobei man diese Zahl bezugnehmend auf die kompakten Gehäuseabmessungen
kommentieren muss, denn man muss den schlechteren Wirkungsgrad, den Subwoofergehäuse
mit geringem Volumen mitbringen, durch eine entsprechend leistungsstarke
Endstufe ausgleichen, soll der Bass spürbar und raumfüllend ausfallen.
In diesem Zusammenhang ist also das Leistungsangebot auch zu sehen. Wie
sich später in unseren Test-Reihen herausstellte, ist der Subwoofer aber
zu ganz erstaunlichen Leistungen fähig. Tannoy
verpackte aber noch mehr technische Besonderheiten in das Subwoofergehäuse:
Der Arena-Woofer ist wahlweise als nach unten abstrahlend, nach der Seite
oder nach oben abstrahlend einzusetzen - mehr Flexibilität ist kaum noch
vorstellbar.

Durchgestylt bis ins kleinste Detail: Der Tannoy Arena-Subwoofer
beeindruckt durch seine Eleganz und seine Hochwertigkeit

Von jeder Seite beste Qualität

Natürlich mit Anschluss für Kaltgerätestecker

Passend zum Gesamteindruck sind auch die
Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sehr gut verarbeitet
Doch nicht nur die Technik ist aufwändig geraten, auch die Verarbeitungsqualität
liegt weit über dem Durchschnitt. Nur beste Materialien kommen zum Einsatz,
was auch durch das immense Gewicht der einzelnen Komponenten dokumentiert
wird. Die Arena-Lautsprecher sehen nicht nur massiv aus, sondern sie
sind es tatsächlich. Selbstverständlich fallen auch die Anschlussterminals
für die Lautsprecherkabel sehr
hochwertig aus und sind zusätzlich optisch schick ausgeführt. Die mitgelieferten
Abdeckgitter für den Tannoy Arena Center
und die Tannoy Arena Satelliten
sind ebenfalls äußerst stabil und hochwertig. Die Befestigung am Lautsprecher
wird mit mitgelieferten Schrauben vorgenommen, hier gäbe es vielleicht
einfachere Alternativen. Der aktive Subwoofer aus dem Tannoy
Arena steht auf Spikes, damit man sich nicht den Bodenbelag ruiniert,
liefert Tannoy noch Gummifüßchen mit, die
auf die Spikes aufgesteckt werden können. Der Basslautsprecher selbst
begeistert auch durch sein ausgezeichnetes Finish, die Bedienelemente
sind haptisch und optisch eine Klasse für sich. Sehr flexibel sind die
möglichen Aufstellarten: Entweder kann man die kompakten Lautsprecher
mittels einer Halterung für die Wandmontage nachrüsten, die identischen
Halter sind auch für das Aufstellen der Boxen auf einem Tisch oder einem
Regal vorgesehen. Im optionalen Zubehör-Angebot des Tannoy
Arena sind auch Standhalterungen, die ebenfalls hochsolide ausgeführt
sind. Das Einfädeln der Lautsprecherkabel jedoch erfordert etwas Geduld.
Damit das formal progressive Tannoy
Arena-Ensemble in viele Wohnlandschaften passt, hat man die Auswahl
zwischen verschiedenen Farbvarianten: Silber,
weiß und schwarz
werden flankiert von der Farbversion "bronze",
die neuen Wind ins schicke Ambiente bringt.

Wiegt stattliche 4,6 kg: Der massiv ausgeführte Center

Optional sind auch Tannoy
Arena Standfüße erhältlich
Klang
Das ist wirklich herausragend - ein so harmonisch und erwachsen klingendes
kompaktes Subwoofer-/Satellitensystem ist uns im Test-Raum bislang noch
nicht untergekommen. Das Tannoy Arena
brillierte mit Leistungen, die man bislang eher bei großen Sub/Sat-Sets
(z.B. von Teufel) oder von hochwertigen Regallautsprecher/Subwoofer-Kombinationen
her kannte. Wer den aktiven Subwoofer korrekt einpegelt und aufbaut (hier
bietet der Tannoy-Subwoofer eine momentan konkurrenzlose Flexibilität
bei der Aufstellung), wird kaum seinen Ohren trauen: Die klanglichen Übergänge
zwischen den kleinen Tannoy Arena Satelliten
bzw. dem etwas größer bauenden Tannoy
Arena Center und dem aktiven Subwoofer verlaufen fast nahtlos, kaum
Frequenzanteile werden verschluckt, was sonst oft für eine leicht disharmonische
Klangkulisse sorgt. Wir haben es auch bei klassischer Musik ausprobiert,
gerade hier (Ludwig van Beethoven, Pastorale, in Dolby Digital 5.1) entfalten
das Tannoy Arena ganz erstaunliche
Qualitäten. Der erste Satz der Symphonie, lieblich gehalten, wird ausgezeichnet
zum Ausdruck gebracht, wobei, um auf die vorangehende Betrachtung zurückzukommen,
im Besonderen die sehr homogene Front-Klangkulisse beeindruckt hat. Aber
auch der angenehme, nie schrille oder aggressive Hochtonbereich zählt
zweifelsohne zu den Pluspunkten. Sehr schön werden auch Kleinigkeiten
herausmodelliert, der Tannoy Arena
Center beeindruckt zudem mit seiner Natürlichkeit und der breiten
Abstrahlcharakteristik, die mit für den stimmigen Eindruck verantwortlich
ist. Aber auch im Surroundbereich leisten die Tannoy
Arena-Satelliten Erstaunliches, denn die Präzision bei der Aufbereitung
der Rauminformationen ist hoch. Durch die aufwändige Konstruktion jedoch
schneiden die Lautsprecher des Tannoy
Arena auch in Bezug auf die gebotene Weitläufigkeit sehr gut ab, bei
kompakten Satelliten oftmals ein großes Problem, da sich der Klang nicht
von den Boxen löst und daher eine starke Konzentration in direkter Nähe
des Lautsprechers herauszuhören ist. Die beiden Tannoy
Arena-Satelliten schaffen hingegen ein richtiges Klangpanorama.
Die überzeugende Arbeit des Systems findet auch beim aktiven
Subwoofer ihre Fortsetzung. Der Basslautsprecher gefällt durch seine raumfüllenden,
fundierte Wiedergabe, die gerade bei einem klassischen Konzert eine wertvolle, unterstützende
Wirkung ausübt, nicht aber übertrieben dominant ist. Vorteil des
Tannoy-Subwoofers ist neben den kompakten Abmessungen eindeutig die flexible Art
der Aufstellung. Ob nach der Seite oder nach unten abstrahlend - hier kann man
viel experimentieren, sogar nach oben ist der Sub in der Lage, abzustrahlen. In
der Praxis jedoch darf man ruhig, zumindest, wenn man einen Hörraum ohne
akustische Besonderheiten hat, der nicht mit Möbeln zugepflastert ist, relativ
faul sein: Der formschöne, edle Basslautsprecher stellt keinesfalls erhöhte
Anforderungen an den Aufstellungsort. Sehr zu loben ist, dass er praktisch
überall gut klingt (ausprobiert: Nach der Seite und nach unten abstrahlend),
selbst, wenn er recht wandnah aufgestellt ist, "zickt" er nicht im
Downfire-Betrieb, was beweist, wie wichtig den Tannoy-Entwicklern eine
praxisgerechte Konstruktion war. Dieses Bestreben zeigt sich auch in der fast
völligen Abwesenheit störender Dröhn- und Vibrationsgeräusche. Selten ist
uns überhaupt ein so grundsolide gebauter Subwoofer untergekommen, der auch bei
hohen Pegeln vornehm zurückhaltend bleibt. Seine schicke Optik ist also nicht
nur schöner Schein, seine inneren Werte passen zur Vorstellung durchdachter
Hochwertigkeit.
Oftmals wird auch bei Subwoofer-/Satellitensystemen ein
erweiterter Hochton-Frequenzbereich mit Stolz präsentiert, um so auch
die Eignung für den DVD-Audio- und SACD-Einsatz sicherzustellen. Leider
jedoch ist das Ergebnis in der Praxis nicht selten enttäuschend, weil
die Brillanz und die Natürlichkeit, die manch sehr gute High Resolution-Aufnahme
auszeichnen, noch nicht einmal ansatzweise zum Auditorium transportiert
wird. Daher gingen wir ohne große Erwartungen in die Test-Reihen - und
waren vom Ergebnis tief beeindruckt: Eine klare, dabei zugleich gefällige
Hochtonwiedergabe, das sonst oft übliche Gefühl, ein unsichtbarer Vorhang
würde sich vor dem Lautsprecher befinden, kommt beim Tannoy
Arena erst gar nicht auf. Auch kleine Details werden präzise erfasst,
so dass bilanzierend ein kompletter Klangeindruck entsteht, der sich deutlich
von dem löst, was man landläufig von einem Subwoofer-/Satellitensystem
erwartet.
Auch im Filmtonbetrieb überzeugten uns die Leistungen des
Tannoy Arena. Als Beispiele wählten
wir bewusst actionreiche Spektakel, um der Leistungsfähigkeit und Pegelfestigkeit
aller Komponenten auf den Zahn fühlen zu können: "Die Mumie kehrt zurück",
"James Bond 007: Die Welt ist nicht genug", "DTS Demo DVD 7 & 8",
"Gladiator" - alles Filme und Filmsequenzen, in denen die Lautsprecher
richtig gefordert werden. Und besonders der aktive Subwoofer konnte begeistern,
denn auch bei hohen Pegeln neigte er weder zum Dröhnen noch zum Aufgeben,
im Gegenteil: Dynamisch und kraftvoll untermalte er die Soundkulisse wirkungsvoll,
wie sich z.B. bei der Boots-Verfolgungsjagd auf der Themse zu Beginn von
"The World is not enough" heraushören ließ. Auch die Eröffnungsschlacht
bei der "Mumie 2" ertönt mit erstaunlichem Nachdruck, das Raumgefühl ist
ebenso gut wie die Präzision bei allen Arten von Effekten. Auch bidirektionale
Effektkombinationen ertönen exakt und dynamisch.
Leichte Schwächen scheinen nur bei kurzen, trockenen Bässen
durch. Hier kann man sich zum Beispiel die Sequenz aus "Minority Report"
auf der 7. DTS Demo-DVD anhören - die dort verwendeten Waffen erzeugen
im Moment des Treffens ein sehr spezifisches, sehr schwer akkurat nachzubildendes
Geräusch, es ist ein sehr trockener Bass mit minimalem Nachhall. Und diese
Effekte klingen wenig spektakulär, nicht, dass der Arena-Subwoofer durchschlagen
oder dröhnen würde - er gibt einfach einen Teil des Effektes nicht wieder.
Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, ansonsten herrscht eitel Sonnenschein,
für dessen Strahlkraft sich auch der Tannoy
Arena Center mit verantwortlich zeichnet: Seine Stimmwiedergabe ist
von klarer Natürlichkeit geprägt, er differenziert erstaunlich gut und
schafft ein breites Klangpanorama, das auch bei Effekten, die vorn aus
der Mitte kommen, durch den gekonnten Aufbau überzeugt. Die Pegelfestigkeit
ist ohne Fehl und Tadel, auch sehr gute AV-Receiver
(wir haben sogar mit einem Harman Kardon
AVR-7300 getestet) können in Verbindung mit dem Tannoy
Arena problemlos eingesetzt werden. Unterdimensioniert oder überfordert
wirken die Komponenten in keiner Situation.
Wie sieht es in Bezug auf die Konkurrenz aus? Nun, gerade
bei hochpreisigen Subwoofer-/Satellitensystemen ist das Angebot noch nicht
überwältigend in Bezug auf die Vielfalt. Zu nennen wäre das Mirage
Omnisat das durchaus in einer Preisliga mit unserem Test-Kandidaten
liegt. Das Mirage Omnisat beeindruckt,
bedingt durch das omnipolare Konstruktionsprinzip, mit einer sehr räumlichen,
dichten Darstellung. Zweifelsohne ist es noch immer ein sehr gutes Angebot,
genauso fest steht jedoch, dass das Bessere des Guten Feind ist, und das
Bessere ist in diesem Fall klar das Tannoy
Arena, das räumlich fast ebenso gut darstellt, zusätzlich aber weitaus
präziser und noch harmonischer spielt. Der Subwoofer des Tannoy
Arena gibt sich kultivierter und ist zugleich höher belastbar. Als
weiteren Pluspunkt lässt sich für das
Tannoy Arena anführen, dass die Verarbeitung, Optik und Haptik für
eine bilanzierend noch edlere Anmutung sorgen. Von unten drängt sich das
KEF KHT-2005.2 in die Rolle des
preisgünstigen Konkurrenten - und die Chancen der KEF-Lautsprecher stehen
zunächst gar nicht schlecht, denn der aktive Subwoofer liefert viel Kraft,
auch die Pegelfestigkeit aller KEF-Komponenten ist ausgezeichnet. Dann
jedoch schlägt wiederum die Stunde des Tannoy
Arena: im Vergleich klingt das KEF-Set nicht ganz so ausgewogen, es
gibt ein deutlicher hörbares Klangloch zwischen der unteren Grenzfrequenz
der Satelliten und der oberen Grenzfrequenz des Subwoofers. Auch klingen
die Tannoy-Schallwandler im DVD-A- und SACD-Einsatz entspannter und souveräner.
Fürs Geld jedoch stellt das KEF KHT-2005.2
nach wie vor eine sehr gute Wahl dar. Auch die Direktversender Nubert
und Teufel sind mit relativ kompakten Systemen in diesen preislichen Sphären
vertreten. Bei Nubert würde sich beispielsweise ein Set aus 4 x nuWave
35 (für Front und Surround), 1 x nuWave CS-45 (Center) und 1 x nuWave
AW-75 anbieten. Klanglich hätte man damit ohne Zweifel Hervorragendes
eingekauft, der Subwoofer ist präzise und bärenstark, die Lautsprecher
sind sehr pegelfest und ausgewogen. Aber: Die Klientel, die sich für das
Tannoy Arena und das sehr progressive
Design interessiert, wird sich trotz netter Optik und langlebiger Verarbeitung
nicht das nuWave-Set in den Designerwohnraum holen. Mit dem identischen
Problem hat auch das optisch noch nüchternere Teufel System 5 zu kämpfen.
Wem es um eine actiongeladene, brillante Filmtonwiedergabe geht, der liegt
mit dem THX Select-zertifizierten System 5 goldrichtig, auch in größeren
Lokalitäten kann man mit hohen Pegeln fahren und ein beeindruckend homogenes,
spannungsgeladenes Filmerlebnis erleben. Aber - im schicken Wohnzimmer
macht sich das edle wirkende Tannoy
Arena einfach noch besser, und bei Musik spielen die kleinen Tannoy
Arena Satelliten sehr harmonisch und gleichzeitig feinfühlig auf.
Fazit
Wer ein leistungsstarkes, universell einsetzbares, zusätzlich optisch
progressives und bestmöglich verarbeitetes Subwoofer-/Satelliten-System
sucht, sollte sich einen Namen für die Zukunft dringend merken: Tannoy
Arena. Dieses äußerst kompakte System setzte im Test-Raum neue Maßstäbe
für seine Gerätegattung: So groß kann klein sein - dies ist unsere Kurzbilanz.
Besonders gefiel uns, dass das Tannoy
Arena in jeder Disziplin punkten kann. Es gibt also nicht die oftmals
lästige "Entweder-Oder-Entscheidung", ob denn das Lautsprecher-Ensemble
eher für Cineastisches oder eher für Musik eingesetzt werden soll. Der
gleichermaßen präzise wie nachdrücklich vorgehende Subwoofer hat bis auf
eine kleine Schwäche bei der Wiedergabe sehr spezieller Basseffekte keinerlei
Nachteile, sondern glänzt mit Leistungsbereitschaft, Präzision und ganz
erstaunlichem Tiefgang. Die Tannoy
Arena Satelliten beeindrucken durch den harmonischen Klang mit sehr
stimmiger Auslegung im Hochtonbereich. Der Tannoy
Arena Center konnte mit seiner breiten Abstrahlcharakteristik und
der hoch liegenden akustischen Natürlichkeit bestechen. Grelle, schrille
oder aggressive Töne sind dem Tannoy
Arena auch bei hohen Pegeln fremd. Bei klassischen Konzerten, sonst
nicht die Domäne solcher Sets, brilliert das Tannoy
Arena durch die wirkungsvolle Darstellung von Soli und Orchestereinsätzen.
Instrumente wie Piano oder auch die Violine werden überraschend charismatisch
wiedergegeben. Zum eindrucksvollen akustischen Endergebnis kommt noch
die absolut referenzverdächtige optische und haptische Anmutung. Feinste
Materialien gehen eine perfekte Synthese mit sorgfältigster Verarbeitung
bis ins Detail ein. Allein schon das Gewicht der Satelliten und des Centers
ist imposant - hier bekommt man für den zugegebenermaßen nicht eben geringen
Kaufpreis einen herausragenden Gegenwert.
Volltreffer: Das Tannoy
Arena ist ein echtes Universaltalent, das auch anspruchsvolle Ohren
glücklich macht

Kompakte Sub/Sat-Systeme Oberklasse
Test 11. April 2005
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
- Hervorragende akustische Homogenität
- Höchst angenehmer, klarer Klang
- Subwoofer mit sehr kompakten Abmessungen, aber
ausgezeichnetem Tiefgang
- Sehr hohe Pegelfestigkeit
- Tadellose Detaildarstellung
- Verarbeitung auf Referenzniveau
Contra:
- Zeitraubende Aufstellung beim Einsatz aller optional
lieferbaren Ständer
- Empfohlene Verstärkerleistung 15 bis 100 W
- Wirkungsgrad (2.83V @ 1m) 88dB
- Impedanz 8 Ohm
- Frequenzgang ( - 6 dB) 80 Hz - 54 kHz
- Treiber: Dual Concentric-Treiber 100 mm, Hochtöner 19 mm
Titan mit Neodym-Antrieb, Basstreiber (nur Center) 100 mm
- Konstruktionsprinzip: Geschlossen
- Volumen/Satelliten: 2,0 Liter
- Volumen/Center: 2,6 Liter
- Abmessungen Satellit mit Grill (H x B x T): 187 x 133,5 x 175,5 mm
- Abmessungen Center mit Grill (H x B x T): 133 x 245 x 149 mm
- Gewicht Satellit: 2,5 kg
- Gewicht Center: 4,0 kg
Aktiver Subwoofer:
- Einzusetzen als Direktstrahler, Down- oder Upfire
- Leistung der eingebauten Endstufe 300W (RMS)
- Unterste Grenzfrequenz (-6dB) 29Hz
- 250 mm Basstreiber
- Konstruktionsprinzip: Geschlossen
- Gehäusevolumen: 20 Liter
- Abmessungen (H x B x T):
- Gewicht: 14 kg
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev Schnick, © Copyright 2005 HIFI-REGLER, AREADVD
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