Arcam AVR-850 bei Heimkino im Test: Highlight

Dieser Test bezieht sich auf folgende Produkte
Arcam AVR850

A/V-Receiver


Zum Produkt
HEIMKINO: Highlight (ab 3/08)

3+4/2016

In der Heimkino Ausgabe 3+4/2016 auf den Seiten 32 bis 35 wurde der Arcam AVR-850 AV-Receiver getestet.

Testauszug:
„… brandneu, für viele könnte das sogar das kaufentscheidende Kriterium sein, ist die Implementierung des Raumkorrektur-Systems „Dirac Live“ das speziell auf die Bedürfnisse von Arcam zugeschnitten wurde. Üblicherweise haben die Receiver die nötige Rechenpower an Bord, um die Raumakustik-Berechnung durchführen zu können. Der AVR850 benötigt im Gegensatz dazu einen Mac oder PC, der mit der mitgelieferten Mini-Soundkarte und dem Messmikrofon alle klangrelevanten Daten ermittelt. Hierzu zählen die Lautsprecher-Art, die Lautsprecher-Distanz, die Lautsprecher-Lautstärke und problematische Resonanzfrequenzen, die per Filter entzerrt werden sollen. Rechner und Receiver müssen im gleichen Netzwerk angeschlossen sein. Die Software kann auf der Arcam-Homepage kostenfrei heruntergeladen und anschließend ausgeführt werden. Vor der Messung wird das Messmikrofon mit der mitgelieferten Datei noch kalibriert. Dirac Live benötigt für die grundlegende Einmessung auf neun Messpunkten mit finaler Berechnung etwa 30 Minuten. Das Programm analysiert anhand verschiedener Mess-Sweeps den Raum und die Lautsprecher. Danach sind die Ergebnisse schön übersichtlich auf dem Monitor kanalgetreu abzulesen.
Dirac Live kalibriert dann alle Frequenzgänge und Impulsantworten auf die von Arcam vorgegebenen Zielkurven. Natürlich können an dieser Stelle die Werte auch manuell manipuliert werden. Sind die Berechnungen abgeschlossen, wird das Ergebnis abgespeichert und an den Arcam AVR850 geschickt.
Leider gibt es derzeit nur einen Speicherplatz für das Setup. Wer gerne experimentiert und mit verschiedenen Abstimmungen spielen möchte, hat hier leider das Nachsehen. …“
„… eine halbe Stunde muss der Anwender dem System mindestens geben, um sehr präzise Ergebnisse liefern zu können. Wer manuell eingreift, sollte ein gehöriges Wissen rund um die Akustik mitbringen. Denn sonst kann die Klangkorrektur nach hinten losgehen. Das Dirac-Live-Messverfahren bietet umfangreiche Möglichkeiten, den Klang zu beeinflussen. Wird an den falschen Reglern gespielt, kann das Ergebnis schnell negativ beeinflusst werden.
Die Arcam-Zielkurve zeigt einen vom Bass zu den Höhen hin leicht abfallenden Verlauf. In unserem akustisch optimierten Referenzheimkino zeigte das verwendete Lautsprechersystem einige Ausreißer, die das Dirac Live sehr gut in den Griff bekommen hat. Das Manuelle Nachregeln im zweiten Versuch hat nochmals eine Steigerung des klanglichen Ergebnisses gebracht. …“
„… wer in den Genuss der Raumkorrektur kommen möchte, muss Dirac Live für jeden gewählten Eingang zuerst aktivieren. Der Klangunterschied ist je nach angeschlossenen Lautsprechern zum Teil gewaltig. Doch bereits im Einsatz ohne Raumkorrektur gibt sich der Arcam AVR850 mit den angeschlossenen Canton-Lautsprechern als grandiose Klangmaschine zu erkennen. Natürlich haben wir wie immer unsere Referenzstandlautsprecher und zusätzlich noch das aktuelle Magnat-THX-System aus dieser Ausgabe angeschlossen, um die Stereo- und Mehrkanalfähigkeiten des Receivers auszuloten.
Audiosignale jeglicher Art werden vom ARV850 mit absoluter Perfektion reproduziert – hier stimmt einfach alles. Auch andere Verstärker klingen sehr gut, doch Arcam spielt ungeheuer souverän in allen Lagen und durch jedwedes Programm. Bereits im Stereo-Modus glänzt der Brite mit einer unglaublich opulenten Räumlichkeit ohne es an Präzision mangeln zu lassen. Mehrkanalig ohne Dirac-Einmessung setzt sich dieser Eindruck fort. Was hier an Feindynamik und Detailinformationen aus den Blu-rays gekitzelt wird ist schier  beeindruckend. Mit Dirac-Live-Kalibrierung geht es dann noch einmal mehrere Schritte nach vorne, was die „Echtheit“ des Klangs angeht. Überraschenderweise kalibriert das Dirac-System den Klang recht zurückhaltend ein. Der Bass ist ungemein Tief und dabei sehr präzise. Mitten und Höhen sind herausragend neutral, so dass Stimmen (Sprache und Gesang) eine wahre Wonne sind. Was vor allem beeindruckt, ist die gewonnene Selbstverständlichkeit im Umgang mit der Signalverarbeitung. Alles spielt auf den Punkt, Die räumliche Darstellung ist kaum noch zu toppen. Herausragend auch die Feindynamik und die akkurat herausgearbeiteten Details. So räumlich und strukturiert haben wir den Beginn des vierten Kapitels aus „Mad Max: Fury Road“ bisher noch nicht wahrgenommen – wirklich grandios! ...“

Bewertung:
+ herausragend guter Klang
+ Einmessung mit Dirac
+ Dolby Atmos (DTS:X per Update)

Fazit:
Den AVR850 muss man einfach mal im Einsatz erlebt haben: Dieser AV-Receiver ist ein klanglicher Überflieger, der Bei Musik und Film ein Zeichen setzt. Heimkino-Perfektionisten und Musikliebhaber werden mit dem AV-Boliden ihre wahre Freude haben. Es mag vielleicht umfangreicher ausgestattete Receiver geben, doch klanglich wird am Arcam so schnell keiner vorbeiziehen. Ein absolutes Highlight, der AVR850 von Arcam!

Referenzklasse: 1+
Gesamturteil: überragend