Arcam AVR450 bei AUDIO im Test: Empfehlung

Audio: Empfehlung (ab 01/10)

9/2013

"In der Audio-Ausgabe 9/2013 auf den Seiten 32 bis 35 wurde der Arcam AVR-450 getestet."

Testauszug:

"...es bedurfte nur weniger Takte, um sich von der Musikalität des Briten mitreißen zu lassen. Klar, so wenig wie man von der äußerlichen Gestaltung etwas anderes als Schattierungen von Grau erwartet hätte, so wenig überraschte das ausgewogene Klangempfinden. Das heißt aber nicht, dass in der neuen Generation die über Jahre gepflegten Arcam-Tugenden keine spürbare Nachschärfung erfahren hätten. Die Homogenität und der Spielfluss lagen mit CD via auf "Direct" geschalteten Analog-Eingänge auf einem derart hohen Niveau, dass man unter AV-Receivern lange nach etwas Vergleichbarem suchen muss. Der explosive Punch und die Kontrolle im Tiefbass, die Attacke in den Mitten und Höhen sowie die Transparenz lagen auf einem Niveau, das sich mit audiophilen Stereo-Amps messen kann. Nicht mal hinter betörenden Röhren-Verstärkern wie dem in dieser Ausgabe getesteten T.A.C. T-22 brauchte sich der aus dem Film-Business stammende Receiver verstecken. An der PMC Fact 12 stand ihm das Multi-(Kanal)-Talent in Spielfreude, Plastizität und Homogenität in nichts nach. Lediglich das letzte Quäntchen Schmelz müssen Heimkino-Fans bei einem Abstecher in die Musik-Welt gegenüber der Ausnahme-Röhre abschreiben - ein fairer Kompromiss..."

"...keine Kompromisse gilt es bei Surround-DVDs einzuplanen. Hier geht höchste Authentizität mit höchster Emotionalität einher. Bei diesem Receiver lassen sich Spannung und Spezialeffekte mit allen Sinnen fühlen. In vielen Filmszenen überrannte einen der Ton mit solch einer Macht dass man Gänsehaut bekam. Mit HD-Ton von der Blu-ray offenbarte sich schließlich die ganze Raffinesse, die in dem Engländer steckt. Die Streicher auf "Divertimenti" (Trondheim Solistene) erklangen selten so plastisch und feinzeichnend wie mit dem AVR 450. Wo sie sonst schon mal zur Strenge neigen und bisweilen die Säge ausgepackt wird, ließ sich jeder Bogenstrich mit der Struktur der Natursaiten seidig und beinahe lebensecht nachvollziehen. Ebenso das Ausklingen der Noten samt Nachhall. Außerdem wirkte der Raum zusammenhängender als sonst. Neben hinten und vorne gab es auch eine Mitte, man schien sogar die Decke des Saals über sich zu spüren. Um es mit George Orwell (Animal Farm) zu sagen: Alle Arcams sind gleich, aber manche sind gleicher als die anderen. Mit dem AVR 450 schufen die Briten ein magisches Universal-Tool des Home Theatres, das mit Musik und Film ein Maximum an Nervenkitzel fabriziert..."

Bewertung:

+ das Empire hat keine Kolonien mehr, aber dieser Receiver macht sich alle Boxen Untertan

Fazit:

Da kommen selbst eingefleischte Audiophile ins Grübeln, ob nicht dieser rundum ausgewogene, erschwingliche AV-Receiver eine Alternative zu etlichen separaten Stereo-Komponenten sein könnte - vom Filmspass mal ganz abgesehen. Streaming oder Bi-Amping lassen sich damit bequem abhaken, der Klang ist der Hammer.

Preis/Leistung: überragend