Arcam AVR450 bei AUDIOVISION im Test

AUDIOVISION (ab 3/07)

4/2014

"In der Audiovision-Ausgabe 4/2014 auf den Seiten 27 bis 29 wurde der Arcam AVR 450 getestet."

Testauszug:

"...Arcam gehört zu den wenigen Herstellern, die die Ausgangsleistung pro Kanal auch bei Volllast aller Endstufen angeben. Dieser Fall fordert den Verstärker in besonderem Maße, weil die Stromversorgung Höchstleistungen erbringen muss und es zugleich die Abwärme effektiv abzutransportieren gilt. Wie das nur moderat von Stereo nach Siebenkanal abfallende Leistungsdiagramm zeigt, behält der Arcam mit Gesamtleistungen von rund 700 Watt sein volles Temperament, egal ob er fünf oder sieben Boxen befeuern muss. Im Hörtest macht sich die Power durch Souveränität und Unangestrengtheit auch bei hohen Pegeln bemerkbar. Elektronummern wie "Timecode" von Techno-Urgestein Justus Köhncke drückt der Receiver ebenso selbstverständlich in den Hörraum, wie den Tiefbassgeladenen Dolby-TrueHD-Trailer "Spheres". Einzig bei der Dolby-Bühnentonspur der Konzert-DVD "Away From The Sun" schwächelte der Bass etwas bei unserem Hörtest ohne Subwoofer, was aber eher am Bassmanagement der Scheibe als am Receiver liegen dürfte. Die Lüfter, die die Hitzeentwicklung im Zaum halten, machten löblicherweise nicht auf sich aufmerksam. Laut können viele Verstärker, dabei aber musikalisch klingen ist die hohe Kunst, wie sie der Arcam mit Astor Piazollas Tango "Oblivion" unter Beweis stellt: Die DTS-5.1-Aufnahme des Bandoneons, begleitet vom Streichquartett Musica Varia Ensemble, begeistert durch höchste Intimität, Luftigkeit und viel Dynamik. Im zweiten Hördurchgang wollten wir wissen, was die Einmess-Automatik an Klang aus unserem Setup, diesmal mit Subwoofer, kitzelt. Während der Lautstärkeabgleich präzise gelang, fanden die abweichenden Distanzwerte für linke und rechte Stereobox sowie die Bassentlastung der Standboxen, die durchaus Bass liefern, nicht unseren Beifall: Das Klangbild präsentierte sich in der Ortung aufgrund der abweichenden Distanzeinstellungen verschoben. Der Room-EQ funktionierte hingegen ordentlich, auch wenn seine Korrekturen unsichtbar bleiben. Er reicherte den Klang mit etwas mehr Präsenz und Höhen an und glich die tonal leicht abweichenden Frontboxen und den Center klanglich unauffällig an..."

"...auch bei Stereowiedergabe, egal ob die zu PCM gewandelte Tonspur einer SACD, CD oder Musik des DAB-Radios auf dem Programm steht, klingt der Arcam klasse: Er holt alle Feinheiten aus dem Signal und musiziert dabei zugleich entspannt und mit viel Wärme. Sind für linke und rechte Frontbox identische Distanzwerte eingestellt, überzeugt die klar durchhörbare Tiefenstaffelung. Beim Vergleich zwischen HDMI und optischem Eingang meinten wir einen kleinen Unterschied wahrzunehmen: Während HDMI bei "Live And Let Die" etwas mehr Drive versprühte, tönte der Lichtleiter-Eingang einen Tick runder. Bei leiser Hintergrundbeschallung empfiehlt sich der Dolby-Volume-Modus, der mit leichter Dynamikreduktion und sanfter Bassanhebung ein guter Ersatz für die fehlende Loudness-Funktion ist..."

Bewertung:

+ hohe Leistungsreserven
+ musikalischer, dynamischer und runder Sound
+ Internet, FM und DAB+ Radioempfang
- HDMI-Eingänge akzeptieren keine DSD-Streams
- kein HDMI-Pass-Through

Fazit:

Egal ob 5.1- oder klassische Stereo-Wiedergabe - der Arcam AVR 450 klingt hervorragend. Dass der Brite weniger Punkte als die günstigere Fernost-Konkurrenz holt, liegt einzig an der vergleichsweise bescheidenen Ausstattung.