Cambridge Audio CXR 200 bei Audiovision im Test: Highlight

Dieser Test bezieht sich auf folgende Produkte
AUDIOVISION: Highlight (ab 3/07)

4/2016

In der Audiovision-Ausgabe 4/2016 auf den Seiten 52 bis 55 wurde der Cambridge Audio CXR200 getestet.

 

Testauszug:

"…mit rekordverdächtigen 1.100 Watt im 7-Kanalbetrieb an 4-Ohm-Lasten beschallt der Cambridge CXR200 auch größte Heimkinos problemlos mit brachialen Pegeln, bei 5.1-Setups befeuert der Brite jede Box sogar mit knapp 200 Watt (4 Ohm) und ist damit genauso stark wie im Stereo-Modus an 6-0hm-Lautsprechern. Das können selbst doppelt so teure Vor-/Endstufen-Kombis nicht besser. Seine Muckis zeigt der Bolide dann auch im Hörtest - und womit könnte man einem britischen High-Ender besser auf den Zahn fühlen als mit dynamischer Jazz-Musik. Daher rotierte zu Beginn unserer Hör-Session Silje Nergaards Konzert "Live in Köln" im Scheibendreher, dessen 5.1-Mix den Hörer live-haftig ins Kölner Gloria-Theater versetzt. Im Hörtest zeigt der CXR200 auf Anhieb seine audiophile Spielart und meißelte Instrumente wunderbar plastisch und greifbar zwischen die Boxen, der mächtige Kontrabass drückte enorm, konturiert und kontrolliert auf den Punkt - auch ohne Subwoofer. Alles wirkte wie aus einem Guss, nichts drängte sich Effekte haschend in den Vordergrund. Während Neergards Gesang körperhaft und mit viel Schmelz in den Mitten verzückte, ließen die fein durchgezeichneten Höhen Details wie das Schlagzeug-Becken glaubhaft schimmern. Die im Anschluss durchgeführte Einmessung setzte die Pegel und Trennfrequenzen plausibel, allerdings wurde die linke Frontbox zehn Zentimeter hinter der rechten platziert, was zu einem verzogenen Klangbild ohne Phantom-Mitte führte - aber schnell korrigiert war. Die Frequenzgang-Entzerrung entfiel aufgrund des fehlenden Equalizers. Was sich bei Musik schon andeutete, fand bei Filmton seine Fortsetzung: So hievte der CXR200 die Baustellenszene in "Casino Royale" mit weiter, lückenloser Räumlichkeit in unseren Hörraum, ließ es krachen, wo es krachen sollte, und brachte zugleich viele Details dank bester Durchzeichnung zu Gehör. Spitz, angestrengt oder gar verzerrt klang es selbst bei extremen Pegeln nicht. Das schaffen nur die wenigsten. Obligatorisch rotierte als Nächstes Dolbys "Amaze"-Trailer im Player und auch ohne Atmos-Decoder setzte der CXR200 die Natur-Sounds eindrucksvoll groß, luftig und nicht zuletzt glaubhaft realistisch in Szene. Mehr kann man von einem 7.1-Receiver kaum erwarten…"

 

"…im Stereo-Betrieb begeisterte der Brite mit druckvollen und schlackenfreien Bässen, vollmundigen und voluminösen Mitten sowie fein ausgeleuchteten Höhen, die Melody Gardots hauchig-sanfter Stimme auf ihrem Jazz-Album "My one and only thrill" jede noch so kleine Nuance mit Schmelz entlockte. Analog über Cinch zugespielt musizierte der CXR200 dabei genauso rauscharm wie über HDMI oder die optischen Buchsen. Im "Direct"-Modus umgeht der Receiver für höchste Klangreinheit in das Ursprungssignal eingreifende Schaltungen wie Bass- und Höhenregelung oder die Mehrkanalnachbearbeitung (z.B. ProLogic IIx)…"

 

Bewertung:

+ hervorragender, audiophiler Klang

+ wertige Verarbeitung

+ 4K-Videoverarbeitung mit HDMI 2.0 und HDCP 2.2

+ enorme Kraftreserven in allen Betriebsmodi

- kein 3D-Ton (Dolby Atmos, DTS:X, Auro 3D)

- Bedienungskomfort nicht optimal

 

Fazit:

Der CXR200 von Cambridge Audio bietet eine für diese Preisklasse überragende Tonqualität inklusive phänomenaler Leistungswerte - ein echtes Highlight. Dass es für die Referenzklasse nicht reicht, liegt an der teils puristischen Ausstattung und dem nicht immer optimalen Bedienkomfort.