Canton Karat 770.2 DC (titan-hochglanz) bei AUDIO im Test

AUDIO
Canton Karat 770.2 DC (titan-hochglanz)

1/2011

"In der Audio-Ausgabe 01/2011 auf den Seiten 142 bis 147 befanden sich 2 Paar Standlautsprecher im Test."

Testauszug:

"...von der tonalen Abstimmung her gab es bei der alten Karat 770 wenig zu verbessern. Die Änderung der Frequenzweiche macht sich dennoch auch bei Stimmen bemerkbar: Peter Gabriels "Scratch My Back" tönte über die neue 770.2 wunderbar homogen und atmosphärisch, keine Zischlaute oder Bassschläge scherten aus dem musikalischen und angenehmen Klangbild aus. Die Karat servierte musikalische Details wie beim Triumphmarsch von Verdis "Aida" mit unaufgeregter Selbstverständlichkeit ohne Übertreibungen und stellte Chor wie Orchester in einen weit gespannten und natürlich anmutenden Raum. Bei aller Behaglichkeit fehlte es ihr - und in diesem Punkt unterschied sie sich von ihrer Vorgängerin - auch nicht an dynamischen Reserven: Mark Egans Grooves auf "Truth Be Told" schaufelte sie locker und mitreißend in den Hörraum, ohne die Musikanten dabei künstlich anzutreiben, denn der Rhythmus stellte sich dank ihrer erstaunlichen Basskräfte ganz von selber ein. Im Tiefton ließ sie zwar keine Musikanteile vermissen, sorgte allerdings auch nicht für so beeindruckende Sub-Wellen wie die Quadral Platinum Ultra 9, die ihren Membranflächenvorteil voll ausspielen konnte. Gönnte man der Canton aber etwas Unterstützung von einer rückwärtigen Wand, gewannen auch ihre Bassdrums an Wucht und Volumen. Feindynamisch spielten beide auf gleichen Niveau. Vom extremem Pianissimo bis zum donnernden Forte, wie im "Agnus Dei" von Dvoráks "Requiem" folgte die Canton vor allem den Schattierungen, während die Quadral in den Impulsen agiler aufspielte. Grobdynamisch musste die Karat ihrem eingeschränkten Volumen Tribut zollen und verhakte sich bei Party-Pegeln etwas im tiefen Bereich. Doch das machte sie äußerst geschickt, waren doch vor Erreichen des Limits keine Einschränkungen hörbar. Zum Abschluss empfahl sie sich nochmal als Spezialistin für eine harmonische und musikalische Wiedergabe: Den Chor in "Nowel, -Nowel" stellte sie nicht ganz so detailgenau und ziseliert dar wie die Nubert Nuvero 11, präsentierte dafür einen enorm weit in die Tiefe gezogenen Kirchenraum mit wunderbar warmen, harmonischen Stimmen..."

Bewertung:

+ sehr erwachsene, neutrale, dabei homogene und audiophil stimmige Box mit schönen Stimmen
- könnte etwas mehr Tiefbassdruck und Spritzigkeit vertragen

Preis/Leistung: überragend