Canton Reference 3 K bei STEREOPLAY im Test: Highlight

Dieser Test bezieht sich auf folgende Produkte
Canton Reference 3 K

High-End Standlautsprecher


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STEREOPLAY: Highlight (ab 5/05)

9/2015

In der stereoplay Ausgabe 9/2015 au den seiten 42 bis 46 wurde die Canton Reference 3 K getestet

Testauszug:

"... der alten Reference-Serie wurden ja schon exzellente Noten für Neutralität, Bass, Timing und Auflösung erteilt - was soll die neue da noch substanziell besser machen? Bei Richard Strauss' "Rosenkavalier-Suite" (Guschlbauer) aus der Sicht des Musik-Analytikers nicht viel. Und so bot auch die Refernce 3 K eine perfekte, weitgefächerte Klangfarbendarstellung, viel musikalischen Schwung und einen kraftvoll satten, doch rythmisch hervorragend eingebundenen Bass.

Wo genau liegen jetzt die klanglich neuen Welten, die das Wundermaterial erobern soll? Als Hörer entdeckt man sie - mit der Zeit. Je länger die schwungvollen Walzer und die Musik des Schlussterzettes erklangen, desto entspannter, homogener und räumlich tiefer wirkte das Klangbild über die Reference 3 K. Gewiss, den Vorgängermodellen 3 und Jubilee ließ sich objektiv auch kein Wiedergabefehler nachsagen, doch die gewisse Strenge bei aufnahmetechnischen Nachlässigkeiten und eine sehr auf Hörer zuspielende Vorgehensweise werden sicher nicht jedem gefallen haben.

Die 3 K baut das Klangbild hingegen mehr von hinten und aus den Raumecken auf und sorgte damit selbst bei diffizil aufgenommen Live-Scheiben (wie Tri-Band live auf Schloss Elmau) für eine entspanntere, atmosphärische Grundhaltung. Aber erst, als eine gute Position etwa 1,2 Meter von der Wand entfernt gefunden war, bei der der Bass nicht aufdickte.

Ist sie damit weniger genau und weniger Monitor als die gewohnte Reference? Ja und nein. Auflösung, Neutralität und Transparenz suchen nach wie vor ihresgleich, die hyperkomplexen des "Agnus Dei" aus Dvoraks Requiem (RCO) stellte sie in voller Pracht und Genauigkeit dar, die jeden Tonmeister zu Freudensprüngen veranlasst hätte. Auf der anderen Seite wurden die Details aber nicht mehr auf dem Silbertablett aufgedrängt, sondern eher mit Lässigkeit und Gelassenheit vorgetragen. Passend zur Interpretation des Altmeisters Mariss Jansons, der dem Werk eher seine spirituelle Seite mit ätherischen Klangfarben abringt als die sinfonische Komplexität und extreme Dynamik zu betonen. ..."

"... dass diese etwas seidigere und distanziertere Abstimmung nicht in Langsamkeit und Langweile umschlug, bewiesen zum Abschluss mehrere Live-Scheiben: "Stop Those Bells" von Sara K swingte und groovte, dass es eine Freude war, und "Millionen Legionen" vom "Unplugged"-Album der Fantastischen 4 hämmerte mit einem unbändig tiefem, raumfüllendem Rythmus in den Hörraum, der keinen im Hörraum ruhig auf dem Sofa sitzen ließ und zu spontanen Hiphop-Tanzeinlagen animierte. Selbst Madonnas nicht eben audiophilem "Material Girl" trotze die Canton noch sprühenden 1980er Charme und Spielfreude ab.

Den Namen Reference trägt die 3 K zu Recht. Stellt sie doch für moderate gut 10 Kilo Euro nicht nur Präzisionsrekorde auf, sondern könnte mit ihrer überragenden Homogenität, Entspanntheit und Räumlichkeit auch bisher Canton-skepitschen High-Endern eine Sünde wert sein. ..."

Fazit:

Herausragend transparente, tiefräumlich und entspannt spielende Box, die auch nach Stunden noch dem Ohr schmeichelt, ohne dem Hörer etwas vorzuenthalten. Etwas raumkritisch im Bass, ist sie auch bassdynamisch ein Spaßbringer.

Klang: absolute Spitzenklasse

Gesamturteil: sehr gut

Preis/Leistung: überragend