Dali Opticon 5 und Opticon 2 im Test bei Stereoplay: Highlight

Dieser Test bezieht sich auf folgende Produkte
Dali Opticon 5

Standlautsprecher


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Dali Opticon 2

Regallautsprecher


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STEREOPLAY: Highlight (ab 5/05)

11/2015

In der Stereoplay Ausgabe 11/2015 auf den Seiten 54 und 57 wurde Dali Opticon 5 Standbox und die Dali Opticon 2 Kompaktbox getestet.

Testauszug:
„… wie klingt die Familie? Wir hätten dramatisch danebengelegen, hätten wir einen Preistipp angeben müssen. Das klingt so frei, locker und glanzvoll – weit oberhalb der Preisklasse. Natürlich hört man den Unterschied zwischen den Brüdern, vor allem aber die Verwandtschaft. Da ist die Vorliebe für feindynamische Pracht.
Grade bei großformatiger Orchestermusik verändert sich das Bewusstsein für die Aufnahme. Wir haben die gerade erschienene Symphonie Domestica von Richard Strauss (Pentatone) gehört, dirigiert von Marek Janowski. An durchschnittlichen Lautsprechern glänzt die Kraft der Blechbläser, dazu das Schimmern des Streicherteppichs. Die beiden DALIs  formten daraus mehr, zeigten mehr: die punktuellen Einsätze der Holzbläser; die Bogenführung innerhalb der Streichergruppen. 30 Prozent mehr Feininformationen als an unserer Vergleichsbox: enorm viel. Wie machen das die Dänen nur? Wer genau hingehört hat, hätte vielleicht nicht nur an der Preisklasse, sondern sogar an der Bauweise gezweifelt. Das hatte in den besten Momenten die Leichtigkeit eines Flächenstrahlers und die Präsenz eines Horns. Großartig. …“
„… die kleinere Opticon 2  konnte naturgemäß nicht die Wucht im Tiefbass entfalten, mit der die Opticon 5 als größere Standbox beeindruckte. Genügt zudem die einzelne Gewebekalotte? Aber sicher: Mit 28 Millimetern ist sie recht raumgreifend konzipiert. Auch dahinter: Der Ferritmegnet ist stattlich, ebenso ehrenhaft die Kühlung der Schwingspule mit einem ultradünnflüssigen magnetischen Fluid. Das erhöht die Sättigungsgrenze. Zudem wird bei hohem Schalldruck die Schwingspulenbewegung aufwendig kontrolliert.
Diese kompakte Box kann auch richtig laut werden. Leonard Cohen etwa beginnt sein Studioalbum „Popular Problems“ im tiefsten Tiefbass-Beben. Da „verschlucken“ sich manche Lautsprecher regelrecht. Die Opticon 2 blieb auf Achse und Kontrolle. Sehr fein dazu die Analyse der hellen Momente, beispielsweise liegt auf der Bassfigur ein höheres, metallisches Geräusch. Das würde an Showboxen untergehen und an Analyseboxen den Kontakt zum Basskorpus verlieren. Perfekt setzte es die Opticon 5 um, die kleinere Kompaktschwester ließ vielleicht ein paar Tiefbass-Informationen fallen, fand aber ebenso plastisch zur stimmigen Kombination der Impulse. …“
„… überraschend, wie die kleine Opticon den Eindruck von Bass inszenierte. Auf unserer Titel-CD 1/15 haben wir Top-Tracks von Stockfisch Records versammelt. Darunter eine ausladende Klavieraufnahme: Gergely Boganyi spielte Frédéric Chopins Nocturne Opus 15 Nr. 1 auf einem sehr kernig klingenden Fazioli-Flügel, eingefangen mit einem großformatigen Bändchenmikrofon. Wo andere Flügel wie Steinway die Brillanz, den Stahl betonen, da dominiert im Fazioli-Flügel der Resonanzboden, das Holz. Gerade kleinere Kompaktboxen kämpfen um diesen harmonischen Eindruck, die kritischen Bass-/Mitten-Übergänge müssen stimmen.
Herausragend stimmig, wie die kleine Opticon dieses Niveau wiedergeben konnte. Erst der Vergleich zur großen Opticon 5 steckte die Grenzen der Basspräzision ab. Oder deutlicher: Die 2er beherrscht den „runden“ Bass mit perfekter Ankopplung an die Mitten, die 5er baut den gleichen Charakter in die Tiefe aus und stellt den Flügel sozusagen auf den Boden des Konzertsaals.
Die tendenzielle Helligkeit und Offenheit der Opticon schlug in unserem Testlauf nie um in Härte. Es gibt ein schmeichlerisches, elegantes Element im Zusammenspiel der Chassis. Beispielsweise Leonard Cohens Stimme: der alte, weise Mann pflegt den edelknurrigen Ton, doch das Timbre hat auch helle Anteile. Dieser Mix aus Lunge, Körper und hell flirrenden Stimmbändern ist extrem schwer darzustellen. Die Opticons konnten es – beide. Das macht sie in der Summe gefährlich für die Konkurrenten. Diese Mischung aus Analysebox und feindynamischem Fun-Faktor zum kleinen Preis ist selten. Nein, mehr noch: eigentlich nirgendwo zu finden. Was auch uns in die Enge bringt. Wir müssen eigentlich Top-Noten jenseits der erwartbaren Preis-Leistungs-Struktur unserer Bestenliste vergeben. Da bei der Bewertung primär der Klang zählt, tun wir das auch – und setzen noch ein „Highlight“ obendrauf. …“

 

Fazit Dali Opticon 5:
Feine Standbox mit extrem weiter Räumlichkeit, anspringend, hochdynamisch. Satt und präzise dazu im Bass. Hoher Fun-Faktor bei grob- sowie feindynamischer Musik. Ein Klangpanorama zum Hineingreifen schön.

Klang: Spitzenklasse
Gesamturteil: gut – sehr gut
Preis/Leistung: überragend

 

Fazit Dali Opticon 2:
Kompakt, fein, hochdynamisch. Die gleiche Ausrichtung wie die große Standbox, nur schlanker im Bass. Der ganz edle Umgang mit feindynamischen Werten. Dabei überaus problemlos in der Aufstellung. Sie kann zudem auch richtig laut.

Klang: Spitzenklasse
Gesamturteil: gut – sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut