Dali Rubicon 5 bei AUDIO im Test: Empfehlung

Dieser Test bezieht sich auf folgende Produkte
Dali Rubicon 5

Standlautsprecher


Zum Produkt
Audio: Empfehlung (ab 01/10)

9/2014

In der Audio Ausgabe 9/2014 auf den Seiten 24 bis 43 wurden sechs Standboxen getestet

Testauszug:

"... betont einfach aufgebaut, getreu der in Nørager stets befolgten Maxime, im Zweifelsfall lieber einen kleinen Hubbel im Frequenzgang in Kauf nehmen, als der Box durch allzu komplexe Linearisierungs-Bemühungen ihre Lebendigkeit zu nehmen. Sauber linearisiert ist dagegen der Impedanzverlauf, aber auch das weist in dieselbe Richtung: den Entwicklern ist es offenbar sehr wichtig, dass die Rubicon 5 mit möglichst vielen, auch etwas weniger stabilen Verstärkern harmoniert.

Das verführte die Röhren-affinen Tester natürlich sofort, die Dänin an einem recht potenten Glaskolben-Amp auszuprobieren. Das Ergebnis - ein Traum. Womit auch immer: Gerade aufgestellt und mit ausreichend Abstand zur Rückenwand lief die Dali zu audiophiler Hochform auf und schien vollkommen mühelos selbst allerfeinste Details akkurat, jedoch überhaupt nicht analytisch wiederzugeben. Ein stärkeres Anwinkeln provozierte einen eher höhenbetonten Klang, was aber nicht überrascht: Die Dänen stimmen ihre Lautsprecher explizit für eine parallele Aufstellung ab. Sie sind aber auch nicht sauer, wenn jemand die Boxen in einem besonders stark bedämpften Hörraum leicht eindreht, um damit eine Extraportion Frische zu bekommen. Im Mittelton-, und Präsenzbereich besaß die Dali etwas wunderbar Lockeres: Jeff Cascaros Stimme bei der urigen Soul-Nummer "Holler" (vom fabelhaften Vinyl-Sampler "The Soul Session") wirkte leichtfüssig und strotzte vor Farben und Dynamik - die Tester konnten sich mühelos vorstellen, wie Herr Cascaro mit schweißbedeckter Stirn versuchte, jedes Wort und jede Strophe mit maximalem Herzblut in das Mikrofon zu quetschen. Ebenso eindrucksvoll geriet die Raumdarstellung. Denn der Rubicon 5 gelang hier der sinngemäße Spagat zwiscen Plastizität und Genauigkeit: die Bühne baute sich in Breite, Tiefe und Höhe vor den Testern auf - Instrumente projizierte die Dänin dabei authentisch und unangestrengt in den Raum.

In den unteren Registern ging die Dali tendenziell beherzter zur Sache, als man ihr das auf den ersten Blick zugetraut hätte. Sie generierte sich nicht zu zeigen, dass sie trotz ihres begrenzten Gehäusevolumens Bässe druckvoll und tiefreichend wandeln konnte. "Ich kann auch tief, ich bin nicht klein!", schien die Rubicon 5 sagen zu wollen. Und obwohl gerade die Oberbass-Dosis schon leicht über dem lag, was im AUDIO-Hörraum als neutral gilt, legte die zierliche Box nie ihren feingeistigen Charakter ab - zu grobgeschnitzten, dümmlichen Party-Bässen ließ sie sich keinesfalls herab. Kräftig ja - aber stets sinnlich, nicht prollig. Dazu war die Rubicon 5 nämlich eine zu aufrichtige, ursymphatische und viel wichtiger - highendige Box. ..."

Bewertung:

+ ausgewogen

+ breitbandig und sehr farbenfroh

+ röhrenfreundliches Konzept

+ natürliche Abbildung

Fazit:

Es passiert nicht zum ersten Mal, dass ein Lautsprecherhersteller die Technik aus höherpreisigen Modellen irgendwann in neue günstigere einfließen lässt. Aber: Die Rubicon-Serie ist keine schnell gestrickte Epicon Light-Version, sondern eine ausgereifte, eigenständige Lautsprecher-Familie. Das sieht und hört man beispielsweise  der Rubicon 5 an: Mal von der vorbildlichen Verarbeitung des wunderhübschen Gehäuses abgesehn, klang sie lebendig-neutral und in allen Lagen offen und enorm spielfreudig. Die feingliedrige Detailauflösung verlieh dem Klang der Dänin dabei stets etwas sympatisch-lockeres.

Preis/Leistung: sehr gut