Denon bringt mit dem Denon AVR-1611
einen sinnvoll ausgestatteten und modernen kleinen 5.1 AV-Receiver für
nur ca. EUR 400,00 auf den Markt - hier die Key Features:
Volldiskrete 5-Kanal-Endstufe mit 110 Watt (6 Ohm, DIN) pro Kanal
HDMI Video-Konvertierung erlaubt die Verbindung zum TV mit nur einem
HDMI-Kabel
Auto Setup und Auto Room EQ mit Audyssey MultEQ und Audyssey DynamicEQ
inklusive wirksamer Subwoofer-Korrektur für gleichzeitige Entzerrung
von bis zu 6 Hörpositionen
Audyssey Dynamic Volume für sofortige Pegelanpassung unterschiedlicher
Materialien oder Quellen
Dolby ProLogic IIz für ein optimales Surround-Erlebnis mit zusätzlichen
Front Height-Kanälen (zusätzlicher Verstärker erforderlich)
Dolby
TrueHD und DTS-HD
- Auto LipSync
- Unterstützung von Deep Colour (30, 36 Bit)
- Unterstützung von xvYCC
- CEC mit Audio Return Channel
Compressed Audio Restorer für optimale Klangqualität von datenreduziertem
Material
Digitale HDMI-Video-Konvertierung
Dock Control-Schnittstelle zum Anschluss einer DENON Docking-Station
der ASD-Familie für iPod und Netzwerk (mit ASD-51N/W)
Bildschirmmenü (OSD), auch über HDMI nutzbar
HDMI-Pass Through im Standby mit sehr geringer Leistungsaufnahme
Besonders geringe Leistungsaufnahme im Standby (< 0.1 W) und im
CEC-Standby (< 1 W)
Neu entwickelte Fernbedienung mit leuchtenden Tasten
Nur in Schwarz lieferbar
Der Ausstattungsumfang kann sich ohne Zweifel sehen lassen. Zwar sind
nur 5 Endstufen an Bord, dafür aber gibt es ein aufwändiges Audyssey MultEQ
XT Einmesssystem für Messungen an bis zu 6 Hörpositionen. Auch sind Decoder
für die aktuellen HD-Tonformate mit an Bord, und mittels externer zusätzlicher
Endstufe kann auch Dolby Pro Logic IIz genutzt werden. Was der Denon AVR-1611
in der Praxis kann, haben wir in vielen Test-Reihen überprüft.
Verarbeitung
Power-Button - sauber integriert und im Betrieb
mit grünem Leuchtring versehen
Navigationskreuz vorne für die Bedienung
auch vom Gerät aus
Front unten rechts - akkurate Detailverarbeitung
Gerasteter Lautstärkeregler und exakt eingepasste
Frontblende
Geräte-Rückseite - aufgeräumt und solide
verarbeitet, für die Preisklasse sehr gute LS-Anschlüsse
Geöffnetes Gehäuse - der Innenaufbau erscheint
sauber
Akkurate Kabelführung
Trafo
Passiver Kühlkörper
Beiliegende Fernbedienung
Oberfläche im Detail - hier wird geschickt
gebürstetes Alu imitiert
Oberes Drittel der FB - sehr ordentlich gelöst,
mit tollem Kontrast Tasten - Gehäuse. Nur bei den drei Quick Select Buttons
ist der Kontrast aufgrund der weißen Unterlegung nicht perfekt
Die Verarbeitung des Denon AVR-1611 ist auf Denon-typisch hohem Niveau.
So ist die Frontblende sehr passgenau mit dem Gehäuse verbunden, und unter
dem AV-Receiver befinden sich sehr gute Gerätestandfüße. Die Rückseite
erscheint aufgeräumt und alle Terminals sitzen überaus fest. Im Inneren
ist der Denon AVR-1611 ebenfalls sauber verarbeitet und beweist, dass
man für hohe Qualität nicht automatisch ein Vermögen bezahlen muss.Beweis
dafür sind auch die soliden, hochwertig erscheinenden Regler für Eingangswahl
und Lautstärke. Auch die Bedienelemente auf der AVR-Front sind sehr ordentlich
eingepasst. Die mitgelieferte Fernbedienung macht für die Preisklasse
einen außerordentlich guten Eindruck, das gut imitierte Alu-Finish auf
der Front und die gute Übersichtlichkeit (bis auf das letzte untere Drittel).
Das Gerätedisplay in Punktmatrixauflösung ist ebenfalls ausgezeichnet.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Video zur Verarbeitung
Denon AVR 1611 - Overview
Anschlüsse
Lautsprecher-Anschlüsse
HDMI-Slots
Weitere Anschlussmöglichkeiten
HDMI In 5x
HDMI Out 1x
Component In 1x
FBAS In 2x
FBAS Out 1x
Stereo Cinch 3x (1x iPod-Dock)
Digital Coaxial Audio In 1x
Digital Optical Audio In 1x
Pre Out Subwoofer + SB/Front High
Anschlüsse vorne:
FBAS
Stereo Cinch
Setup Mic
Denon hat aufgeräumt - was andere vielleicht kritisieren mögen, finden
wir absolut praxisgerecht: Anstatt Unsummen nie mehr verwendeter Anschlussformen
auf der Geräterückseite zu platzierten, konzentriert man sich aufs Wesentliche
und sorgt somit auch für eine tadellose Übersichtlichkeit auf der Rückseite
- so finden sich auch weniger versierte Anwender zurecht. Gesamtnote in
Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Video zur Anschluss-Sektion
Anschlüsse in der Übersicht
Konfiguration, Setup und Bedienung
Der Denon AVR1611 lässt sich einfach handhaben, daran hat auch die neue
Fernbedienung ihren Anteil. Sie ist, bis auf den unteren Teil, nicht überfrachtet
und hat eine praxisgerechte Tastengröße. Auch der AVR selber ist dank
hochwertigem Lautstärkeregler und Input-Drehrad schön zu bedienen. Das
Display weist eine gute Auflösung und einen tadellosen Kontrast auf. Die
OSDs allerdings sind bezüglich der grafischen Gestaltung von vorgestern.Wir
möchten auf verschiedene Konfigurationseigenschaften aufmerksam machen:
Wechsel zwischen Musik- und Filmtonprogramm bei Dolby PL und DTS
Neo:6: Anders als bei anderen AVRs,
bei denen man direkt durchschalten kann und z.B. DTS Neo:6 Cinema
und Music hintereinander kommen, muss man beim Denon AVR-1611 wie
auch bei anderen Denon AVRs den Modus wechseln: Die Möglichkeit dazu
findet sich im Menüpunkt "Audio Adjust". In diesem Menü wählt man
den Unterpunkt "Surround Parameter" an. Hier kann man dann die Betriebsart
wechseln. Bei PLII Music stehen alle Parameter (Panorama, Dimension,
Center Width) zur Verfügung.
Es gibt nur einen globalen Bass- und Höhenregler, der sich ebenfalls
im Audio Adjust-Menü (Tone Control) findet.
Audio Delay ist in 1ms-Schritten sehr präzise von 0 bis 200 ms einstellbar.
Wer eine zusätzliche Endstufe für die Beschallung der Front Height
Lautsprecher im PLIIz Betrieb anschließen möchte, muss diese im Menüpunkt
4-1-1 entsprechend zuweisen.
In den Bass Settings, Menüpunkt 4-1-3, kann man a) einstellen, ob
der Bass nur vom Subwoofer oder von den beiden Frontlautsprechern
plus dem Subwoofer ausgegeben werden soll, und b) den LPF für den
LFE-Kanal einstellen, anwählbar sind: 80/90/100/110/120/150/200/250
Hz
Im manuellen Lautsprechersetup, Punkt 4-1-4, Distance (Time Alignment),
kann man auf 10 cm genau einstellen. Für die Preisklasse ausreichend.
Im Test Tone-Menü (Channel Level, Menüpunkt 4-1-5) kann manuell in
0,5 dB-Schritten der Pegelangleich vorgenommen werden.
Top: Lautsprecherselektiv einstellbare Übernahmefrequenzen (4-1-6
"Crossover Frequency", zu aktiveren ist Modus "Advanced". Im normalen
Modus gibt es eine globale Übernahmefrequenz). Zu justieren für Front,
Center, Surround, Surround Back (falls externe Endstufe angeschlossen
ist). Einzustellen sind jeweils: 40/60/80/90/100/110/120/150/200/250
Hz.
Der Denon AVR-1611 verfügt über verschiedene DSP-Modi, am schnellsten
aufzurufen über die "Simulation"-Taste auf der Fernbedienung: Rock
Arena, Jazz Club, Mono Movie, Video Game, Matrix, Virtual, Multichannel
Stereo.
Audyssey Einmesssystem
Mitgeliefertes Messmikrofon
Erkennung der angeschlossenen LS-Komponenten
Eingreifen des EQ
Der Denon AVR-1611 kann manuell oder via dem automatischen Einmesssystem
Audyssey eingemessen werden. Nach Verbindung des Receivers mit dem Setup-Mikrofon
wird das Audyssey Auto Setup gestartet, alternativ kann über die Menü-Taste
der FB das OSD und das Audyssey Setup gestartet werden.Pegel, Abstand, Übernahmefrequenz werden ermittelt und der Audyssey
EQ kommt zum Einsatz. Die erkannten Werte sind ? bis auf Abstandsabweichungen
von 10cm ? korrekt. Nach einer Messzeit von etwa 2 Minuten pro Hörplatz
(maximal 6 Positionen) können jegliche ermittelten Ergebnisse eingesehen,
aber nicht manuell nachgebessert werden. Im Manual Setup hingegen kann
nach der Audyssey-Einmessung zumindest noch die Abstandseinstellung in
10cm-Schritten vorgenommen werden und die Lautsprechergröße bestimmt werden.
Ein Eingreifen des EQ kann erlaubt oder verhindert werden, eigene differenziertere
Einstellungen sind aber nicht möglich. Es werden verschiedene Kurven ermittelt,
die nach der Einmessung im Menüpunkt 1-3 "Audyssey Settings" umgeschaltet
werden können:
Audyssey
Bypass L/R
Flat
Im Audyssey Settings-Menü kann man auch Dynamic EQ an- und ausschalten.
Ist die Funktion aktiviert, kann der Referenzpegel folgendermaßen eingestellt
werden: 0/5/10/15 dB.
Audysssey Dynamic EQ ist NUR bei aktiviertem Audyssey MultEQ XT anwählbar.
Die Funktion arbeitet ähnlich, aber viel aufwändiger als die "Loudness-Taste"
älterer HiFi-Komponenten. Mit jener Funktion lieferte das Gerät mehr Bass,
um auch bei niedrigen Pegeln ein volles Klangbild zu ermöglichen, denn
schließlich nimmt das menschliche Gehör tiefe Frequenzen erst bei höheren
Lautstärken linear wahr. Die Loudness-Schaltungen erwiesen sich grundsätzlich
als sehr willkommen, waren jedoch aufgrund ihrer teilweise krassenArbeitsweiseproblembehaftet.
Mit Dynamic EQ nimmt sich Audyssey dieser Thematik an und realisiert eine
dynamische (anstatt statische) und somit exakte Anpassungan die jeweilige
Lautstärke. Die Frequenzbereiche werden somit in Echtzeit an die jeweilige
Lautstärke angepasst. Dynamic EQ arbeitet auf sämtlichen Lautsprecherkanälen,
funktioniert im jedem DSP-Modus (ausgenommen Pure Direct) und lässt sich
auch unabhängig von MultiEQ anwählen. Die Bandbreite ist sogar derart
hoch, dass es auch umgekehrt arbeitet und ebenfalls bei hohen Pegeln eine
Anpassung des Frequenzverlaufs an die menschliche Hör-Sensisivität vornimmt.
Das Ziel ist hierbei nicht nur eine tonale Optimierung, sondern zugleich
auch eine Verbesserung der Dynamik und Differenzierung. Im Test-Betrieb
mit dem Denon AVR-1611 funktionierte diese Funktion ausgezeichnet und
lieferte schon bei kleinem Pegel ein volles, gefälliges und komplett erscheinendes
Klangbild.
Auch Dynamic Volume (ebenfalls nur in Verbindung mit Audyssey Einmesssystem
auf "on" zu aktivieren) ist hier einzustellen. Wählbar an Programmen für
die dynamische Komprimierung sind: Midnight, Evening, Day. Wie der Name
schon vermuten lässt, fokussiert Audyssey mit der Dynamic Volume-Funktion
hauptsächlich die aktive Steuerung des Dynamikumfangs. Fast jeder Besitzer
einer Heimkinoanlage kennt die verschiedenen Szenen, wo große Pegelunterschiede
für Probleme sorgen können: im klassischenFall stört sich die Ehefrau/der
Nachbar über den spätabendlichen Filmgenuss, doch mittlerweile sorgt auch
aggressiv abgemischte TV-Werbung für große (ungewollte) Dynamiksprünge.
In beiden Fällen äußert sich das Problem auf die gleiche Weise, indem
der Zuschauer fast permanent mit der Fernbedienung auf der Lauer liegen
muss, um die Lautstärke zwischen leisen Dialogen, krachenden Explosionen
oder Tampon-Werbung zu regulieren. Für solche Fälle bietet zwar fast jeder
AV-Receiver einen klassischeDynamik-Reducer
(zB. der "Night-Mode" bei Denon), allerdings lässt deren Wirkungsweise
oft zu wünschen übrig. Die Anpassung der Lautstärke erfolgt hier teilweise
sehr sprunghaft, so dass Actionsequenzen mitunter leiser dargestellt werden,
als geflüsterte Dialoge. In vielen Fällen wird die ursprüngliche Charakteristik
des Filmmaterials auf brutalisierende Weise verändert. Außerdem arbeiten
bisherige Dynamik-Reducer fast ausschließlich mit Dolby Digital 5.1 Streams.
Beide Probleme umgeht Dynamic Volume.Im Gegensatz zum Night-Modus wird
hier nicht mit festen Operanden aus dem Dolby Track gearbeitet, sondern
einepermanente Abtastung des Audiosignals vorgenommen, um daraus eine
sinnvolle Audioanpassung zu errechnen. Auf diese Weise funktioniert Dynamic
Volume mit sämtlichen Dateneingangsformaten sowie DSP-Modi. Es dahersowohl
möglich, eine DTS HD-Master Audio Tonspur mit Dynamic Volume zu komprimieren,
wie auch das Stereosignal eines TV-Senders.In der Praxis arbeitet die
Funktion schnell und recht unauffällig - ein deutliches Plus gegenüber
den früheren "Night" und "Midnight" Programmen.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Klang
BD - Neue Tonformate, Mehrkanal
Zunächst testeten wir die Fähigkeiten des Denon AVR-1611 bei der DTS-HD
Master Audio-Tonspur (5.1) der Baraka Blu-ray. Direkt beim 1. Kapitel
fällt auch, dass dem Denon AVR1611 jedes Harsche, Aggressive fehlt. Er
legt sein Hauptaugenmerk auf einen gefälligen, runden Sound, wie man an
den Panflötenklängen merken kann. Schon bei eher subtilen musikalischen
Passagen schafft der kleine Denon eine erstaunliche Räumlichkeit - gerade
in diesem Punkt haben wir schon bei verschiedenen AV-Receiver n des Jahrgangs
2010 deutliche Fortschritte wahrnehmen können. Überzeugend ist auch die
Front-/Surroundbalance, schon beinahe traditionell eine Denon-Domäne.
Im 2. Kapitel - Lhasa/Tibet - schafft es der AVR-1611, Geräusche und Musik
prima von den Lautsprechern zu lösen. Das Anschwellen des musikalischen
Spannungsbogens macht er akustisch prima deutlich und schafft es prima,
auch kleine dynamische Veränderungen ansprechend zu verarbeiten. Die weite
Räumlichkeit im Surroundbereich sorgt für einen freien, offenen Klangeindruck.
Tonal erscheint der Denon sehr ausgewogen, mit ganz leichter Wärme in
den oberen Mitten, die Harmonie und Gefälligkeit ins Klangbild einfließen
lassen. Als nächstes Klangbeispiel verwendeten wir die BD von Andrea Bocelli
"Vivere - Live in Tuscany" (PCM 5.1) und hörten uns den 1. Track "Melodramma"
an. Die Stimme Andreas zu Beginn der BD ist präzise zu orten und charakteristisch
ausgeprägt. Die Kirchenglocken im Hintergrund sind mit korrekter Tonalität
zu vernehmen. Als dann das Concerto anfängt, überträgt der kleine Denon
AVR1611 die Beifallsbekundungen des Publikums mit der gebotenen Dynamik.
Überrascht hat uns, wie gut der 5.1 Receiver das Klatschen von den musikalischen
Elementen trennt. Als kurz darauf Andrea zu singen beginnt, hat seine
Stimme eine samtige Strahlkraft - sonst eher Zeichen deutlich teurerer
Modelle. Auch bei deutlich gehobenem Pegel ermöglicht der Denon dem Auditorium,
die obersten klanglichen Ebenen sehr schön differenziert wahrzunehmen.
Verständlicherweise - im Hinblick auf die Preisklasse - werden hintere
musikalische Ebenen nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern etwas im
Hintergrund gehalten. Voll und rund, gleichzeitig aber präzise, ertönt
der Flügel. Auch die Anschlagdynamik als typisches Merkmal stellt der
Denon heraus. Dynamische Wechsel macht der Denon AVR-1611 tadellos mit,
sogar, dass Andrea ins Mikrophon singt, wird deutlich - leichter Hall
wie in solchen Fällen üblich wird vom Denon AVR-1611 authentisch übertragen.
Gut kommt der Denon auch mit "Batman - The Dark Knight (BD - Dolby TrueHD
5.1) zurecht. Die zerberstende Scheibe wird realistisch wiedergegeben,
ebenso die quietschenden Reifen des alten Vans. Bedrohlich und kraftvoll
erscheint der Music Score. Klar verständlich und mit stimmigem Fundament
sprechen die Gangster untereinander. Als die Ganoven die Schalterhalle
stürmen, kommen die durch die Schalterhall bellenden Schüsse mit dem richtigen
Nachdruck und gut dosiertem Volumen zum Ausdruck. Als sich der erboste
Filialleiter mittels Pumpgun ins Geschehen einmischt, drücken die massiven
Schüsse viel tieffrequente Energie in den Hörraum. Die schnelle, impulstreue
Ansteuerung des aktiven Subwoofers ist hervorragend gelungen. Aber auch
die höher frequenten MP-Schüsse setzt der Denon AVR-1611 spurtstark um.
Auch klangliche Kleinigkeiten wie das Hineinschaufeln von Geldscheinstapeln
in eine Sporttasche kommen gut zur Geltung. Als der Schulbus mit lautem
Getöse in der Schalterhalle landet, können wir uns nochmals von den grobdynamischen
Qualitäten überzeugen. Insgesamt weist der Denon AVR-1611 eine sehr gelungene
Auslegung auf. Er arbeitet die Frequenzbereiche schön heraus und sorgt
für fließende Übergänge. Er vermeidet Aggressivität schon im Ansatz, sondern
nimmt dem Hochtonbereich etwas Schärfe und Präsenz - aber so gekonnt,
dass trotzdem noch ein lebendiger, dynamischer Eindruck zurückbleibt.
Surroundaufpolierer:
Beide Surroundaufpolierer, PLII Music und Neo:6 Music, sind sauber integriert.
PLII weist den voluminöseren Bass auf, bei Neo:6 ist der Bassbereich dafür
etwas präziser. Bei Neo:6 stört dafür leichter Hall im oberen Mitteltonbereich.
Zudem ist die Surroundklangkulisse bei PLII weitläufiger. PLII erscheint
insgesamt etwas verbindlicher, weicher, während Neo:6 etwas metallischer
klingt, dabei aber gleichzeitig nicht so direkt, sondern mit etwas Distanz
zum Auditorium.
Stereo:
bei Bedrich Smetanas berühmter "Moldau" wundern wir uns, wie vollständig
und erwachsen der Denon AVR 1611 agiert: Fein, gefühlvoll, gefällig -
so gut kann ein nicht einmal 400,00 EUR kostender AV-Receiver im Stereobetrieb
klingen. Keine Spur von Oberflächlichkeit und fehlender Emotionalität
- fließend, schön eingebunden, präsentiert der kleine Denon die Streicher
und modelliert die oberen und teilweise sogar die mittleren akustischen
Ebenen gekonnt durch. Das musikalische Spiel, dem Lauf des Flusses akustisch
nachempfunden, arbeitet der Denon AVR1611 wirklich gut heraus. Vor einigen
Jahren gab es 800,00 EUR AV-Receiver, die nicht diese lebendige Finesse,
dieses abwechslungsreiche Spiel des Denon AVR-1611 haben bieten können.
Aufgrund dieser Fähigkeiten ist es auch kein Problem, den 5.1 AV-Receiver
mit einem Lautsprecherset zu betreiben, das für Front links/rechts hochwertige
Standlautsprecher aufweist. Auch Dynamiksprünge werden sehr gut gemanagt
und wirken nicht zu kraftlos und fade. Das frische, gleichzeitig aber
nie spitze Spiel ist das Geheimnis des Denon - und die verblüffend gute
Räumlichkeit, die für eine homogene Verteilung des Klangs sorgt. Sicherlich
- Stereo-Kenner werden sich nicht mit dem Gebotenen zufrieden geben. Dafür
fehlt es an Detailausprägung und Durchzeichnung im Hochtonbereich. Aber
für denjenigen, der zu einem kleinen Kaufpreis auch gut Stereo hören möchte,
ist der Denon AVR-1611 eine große Empfehlung.
Konkurrenzvergleich
Onkyo TX-SR508: Er kostet mit einem Marktpreis von ca. 310,00 EUR
aktuell weniger als der brandneue Denon AVR1611 - und bietet für diesen
kleinen Preis eine sehr gute Ausstattung. Zu dieser gehört ein Dolby
Pro Logic IIz Decoder, ein weiterer HDMI
1.4 Eingang und vor allem die sieben Endstufen, jede 130 Watt
stark. Und die Liste geht weiter: Auch eine Zone 2 Funktion für die
Beschallung einer 2. Hörzone ist Ausstattungsbestandteil des Onkyo
TX-SR508. Wer hoch belastbare Frontlautsprecher verwendet und
zudem mit einem 5.1 Setup klarkommt, freut sich über die Bi-Amping-Funktion
des TX-SR508. Für weniger versierte und komfortorientierte Anwender
ist auch das Audyssey 2EQ Einmesssystem mit Einmessung von 3 Hörpositionen
ein wichtiges Kaufkriterium - hier aber bietet der AVR-1611 mehr und
kontert den Onkyo TX-SR 508 mit einem höherwertigen Audyssey Einmesssystem
aus. Akustisch verfolgt der TX-SR 508 eine andere Linie als der Denon
AVR1611: Er besitzt Kraft, ist recht pegelfest und sonst neutral abgestimmt,
der samtige, harmonische Einschlag des Denon AVR-1611 fehlt. Bei sehr
hohem Pegel kommt ein minimal schneidener Touch beim Onkyo TX-SR 508
mit ins Klangbild - der Hochtonbereich und der obere Mitteltonbereich
werden dann etwas dominanter. Der Denon erscheint sanfter, harmonischer,
gleichzeitig aber nicht weniger lebendig. Die Auslegung des Denon
AVR-1611 ist in der Preisliga bis 400,00 EUR derzeit die am besten
gelungene. Auch im Stereobetrieb agiert der Denon AVR 1611 harmonischer
und tiefgründiger als der Onkyo TX-SR508. Schlecht bei 1611 und 508:
iPod-Liebhaber müssen für teures Geld ein optionales iPod Dock hinzukaufen.
Das ist inkonsequent, denn gerade in günstigen Preisklassen wäre es
sehr sinnvoll, dass man einfach das normale iPod USB-Kabel verwenden
könnte. Kaum ein Anwender hat das Geld, um rund 100,00 EUR für ein
iPod Dock auszugeben - vor allem, wenn man bedenkt, dass es für ca.
120,00 EUR schon einen nagelneuen Einstiegs-Blu-ray-Player gibt.
Pioneer VSX-520: Für ca. 100,00 EUR weniger gibt es den 5.1 AVR aus
dem Hause Pioneer. Er spielt kräftig und fundiert, aber nicht so erwachsen,
kontrolliert und harmonisch wie der Denon AVR-1611. Der Pioneer VSX520
ist ebenfalls sauber verarbeitet, das Flair der 600,00 EUR-Liga, das
der Denon AVR-1611 auch im Detail versprüht, bietet der Pioneer VSX520
aber nicht. Für Einsteiger, die sehr aufs Geld achten müssen, ist
der Pioneer VSX 520 eine
Top-Wahl.
Samsung HW-C700: Der sehr pegelfeste Samsung überzeugt mit sieben
Endstufen, die sich dank des digitalen Arbeitsprinzips kaum erwärmen,
und mit schicker Optik. Allerdings mischt sich ein leicht synthetischer
Einschlag, gerade im Hochtonbereich zu hören, ins Klangbild. Die Gschmeidigkeit,
die Gefälligkeit, die ein Denon AVR1611 bietet, kann der Samsung nicht
offerieren. Das Einmesssystem des HW-C700 ist, bedenkt man, dass Samsung
erst seit kurzem im AVR-Business ist, wirklich gut gelungen, kommt
aber nicht an die Präzision und die Flexibilität des aufwändigen Audyssey-Systems
im Denon AVR-1611 heran.
Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Fazit
Preiswerte AV-Receiver werden immer besser, dies beweist auch der Denon
AVR-1611. Mit vollem, gefälligem und kräftigen Klang macht der kleine
5.1 AV-Receiver seine Preisklassenzugehörigkeit beinahe vergessen. Er
lässt sich auch zusammen mit hochwertigen Lautsprecher-Ensembles der 2.000,00
bis 3.000,00 EUR Liga betreiben - Respekt. Exakt und impulstreu wird der
aktive Subwoofer angesteuert. Die souveräne Darstellung des Denon nimmt
auch bei deutlich gehobenem Pegel nicht ab. Praxisgerecht und nützlich
sind die Einstellmöglichkeiten. Insgesamt übersichtlich und zudem hochwertig
präsentiert sich die Fernbedienung. Übersichtlich und somit auch für Einsteiger
problemlos durchschaubar ist die Geräterückseite. Sehr gut gefällt auch
die Verarbeitung.Insgesamt ist der Denon AVR1611 ein AV-Receiver,
dem Schwächen beinahe gänzlich fehlen - nur ein modernes OSD hätte Denon
dem kleinen 5.1 AV-Receiver mitgeben sollen. Die grafisch veralteten Bildschirmmenüs
passen nicht zu einem so modernen, gelungenen AV-Receiver. Der zweite
Kritikpunkt betrifft die Tatsache, dass man im Gegensatz zu größeren Modellen
beim Denon AVR1611 ein optional zu erwerbendes iPod-Dock verwenden muss,
um den iPod ins AV-System zu integrieren. gerade bei einem günstigen AVR
wäre es die deutlich praxisgerechtere Möglichkeit, die Verwendung des
normalen iPod USB-Kabels zuzulassen.
Hervorragend klingender, praxisgerecht ausgestatteter
und sauber verarbeiteter 5.1 AV-Receiver zum fairen Kaufpreis
AV-Receiver Einsteigerklasse
Test 22. Juni 2010
+ Reifer, gefälliger und samtiger Sound
+ Sehr gute Pegelfestigkeit
+ Ausgezeichnete Stereo-Leistungsfähigkeit
+ Einfaches Handling
+ Aufwändiges Lautsprechereinmesssystem
+ Ausgezeichnete Verarbeitung
+ Audyssey Dynamic Volume und Dynamic EQ