XXL-TEST: AV-Receiver Denon AVR-4306 (1/3)
Test: Carsten Rampacher, AREADVD
- update: 10.02.2006

Einführung
Denon ist immer wieder für kräftige Innovationsschübe gut: So zum Beispiel
im Jahr 2000 mit dem Denon AVC-A1SE, 2002 mit Upgrade versehen, der
als erster AV-Verstärker überhaupt die damals neue Tonnorm DTS ES Discrete
6.1 beherrschte. Oder im vergangenen Jahre 2005, als der Denon AVC-A1XV
mit revolutionärem Lautsprecher-Einmesssystem und frei konfigurierbaren
10 (!) Endstufen auf den Markt kam - immer sind Denon Modelle an vorderster
Front zu finden, wenn es um den neuesten technischen Stand bei Surroundverstärkern
und AV-Receivern geht. Dass Hochtechnologie nicht zwangsläufig mit einem
extrem hohen Einstandspreis einher gehen muss, hat Denon
bereits 2004 mit dem damals extrem hochwertig ausgestatteten Denon AVR-3805
bewiesen, und auch im Jahre 2006 gibt es wieder einen bezahlbaren Kandidaten
im Denon-Portfolio, der keinen Vergleich zu scheuen braucht: Für etwa
2.000,00€ ist der Denon AVR4306
im Programm, ein Siebenkanal-AV-Receiver mit beispielhaft kompletter
Ausstattung. Bereits die Aufzählung der wichtigsten Features des mit
7 x 170 Watt starken Endstufen ausstaffierten Modells verschlingt einiges
an Platz. So verfügt der Denon AVR-4306
ebenso wie der Denon AVR-3806
über das Highend-Einmesssystem Audyssey Mult EQ XT mit maximal 6 verschiedenen
Einmesspositionen. Das hat den Vorteil, dass der Spot, innerhalb dem
ideale Hörbedingungen herrschen, deutlich vergrößert wird. Ebenfalls
verdient die interne Videoabteilung des Denon
AVR-4306 eine besondere Erwähnung, denn ähnlich wie beim Yamaha
RX-V2600 findet sich nicht nur ein Videonormwandler, der z.B. FBAS-
auf Komponentensignale wandelt, sondern gleich auch ein interner De-Interlacer
(beim Denon AVR 4306 vom US-Spezialisten
Faroudja) und ein interner Scaler. In Verbindung mit den drei HDMI-Eingängen
und dem HDMI Monitor-Ausgang kann man den Denon hochflexibel als Videoschaltzentrale
nutzen, zumal er auch ohne Probleme analoge in digitale Videosignale
umwandelt. So ist es dann prinzipiell möglich, ein einkommendes FBAS
Signal zu digitalisieren, zu de-interlacen und hochzuskalieren, anschließend
verlässt das Signal über den HDMI-Ausgang den Denon
AVR-4306. Auch fernab der HDMI-Platinen ist die Anschlusssektion
des Denon AVR 4306 sehr innovativ
bestückt.

Auch seinen iPod kann der Anwender mit dem Denon
AVR-4306 komplett steuern - und den Klang mittels PLIIx sogar über
ein 7.1-Lautsprecher-Setup genießen
Denn es steht vorn und hinten ein Interface für Apples
iPod bereit (allerdings ist immer nur ein Eingang, entweder an der Front-
oder der Rückseite des Denon AVR 4306,
aktiv), verbunden mit der Möglichkeit, die Kult-MP3-Jukebox über den
Denon AVR-4306 zu steuern. Sogar
an Details dachte man bei Denon, so kann
man mittels OSD-Einstellung den Aufladevorgang des iPod-Akkus regeln
und so ein Überladen vermeiden. Das vielfältige Terminal-Angebot wird
komplettiert von einem USB-Interface, welches sich ebenso wie der vorderseitige
iPod-Anschluss unter der Gerätefrontklappe befindet. Auch bringt der
Denon AVR4306 einen Ethernet-Anschluss
mit, der eine Steuerung aller Gerätefunktionen über den PC, das Hören
aller auf dem PC gespeicherten Musikdateien und das Hören von Internet
Radio ermöglicht. Doch nicht nur durch mehr Ausstattung, sondern auch
durch eine höhere Audio-Baugruppenqualität soll sich der auf dem
Denon AVR3806 basierende Denon
AVR-4306 vom günstigeren "Bruder" abheben. Insgesamt ist der Denon
AVR-4306 ca. 3 kg schwerer als der Denon
AVR-3806, dies ist zum Teil auf die größere Dimensionierung des
Trafos zurückzuführen. Der Denon AVR4306
verfügt ferner über insgesamt vier Trafos, zum Haupttrafo kommt noch
der (verborgene) Standby-Trafo (den auch noch der Denon
AVR 3806 hat), zusätzlich jedoch gibt es beim Denon
AVR-4306 zwei kleinere Trafos, die unabhängig vom Haupttrafo die
Versorgung der zahlreichen Zusatzfunktionen übernehmen. Denon
gibt beim AVR-4306 also in allen Disziplinen Vollgas - reicht das für
neue Bestnoten in der Liga bis 2.000,00€? Unser Test-Bericht klärt
auf.
Die Aufteilung des Test-Berichtes:
-
Seite 1: Einführung und Verarbeitung,
Technik/Aufbau, Audio-Ausstattung und Video-Ausstattung
-
Seite 2: Weitere
Ausstattungsmerkmale, Anschlüsse und Bedienung und Test-Equipment,
Test-Software, Pegelfestigkeit, Mehrkanal-Filmton, Mehrkanal-Musikwiedergabe
- Seite
3: Surround-Aufpolierer/DSP, Stereo, akustische Einordnung (Konkurrenzvergleich),
Bewertung des Videoprocessings, Fazit, technische Daten
Verarbeitung:
Optisch wird dem Betrachter sofort klar, dass der Denon
AVR-4306 eng mit dem Denon AVR-3806
verwandt ist. Die neuen Modelle folgen der vom Denon AVR-3805 begründeten,
im Vergleich zu älteren Modellreihen behutsam, aber effektiv modifizierten
Denon-Designlinie. Wie üblich bei Denon AV-Receivern, kann man auch
beim Denon AVR-4306 guten Gewissens
genau hinschauen: Die exzellente Passung der Aluminium-Gerätefront ist
beispielhaft, nirgendwo tauchen zu große Spaltmaße oder Ungenauigkeiten
in der Form auf, dass die Platte nicht exakt der Linie des Gehäuses
folgt. Die Klappe auf der Gerätefront, hinter der sich weniger oft benötigte
Bedienelemente befinden, ist beim Denon
AVR-4306 massiv und solide ausgeführt. Dass man bei Denon Qualität
fürs Geld einkauft, beweist auch der sehr hochwertige Lautstärke-Drehregler
sowie das "Function"-Drehrad. Allerdings muss hinzugefügt werden, dass
man bei diesen Bedienelementen keine weitere Qualitätssteigerung gegenüber
dem AVR-3806 erwarten darf, was
aber aufgrund des hohen Levels kaum ein ernsthaftes Problem darstellen
dürfte. Lediglich, wer sich bislang ausschließlich mit hochwertigen,
teuren Boliden beschäftigte, wird feststellen, dass die Führung der
Drehregler bei sehr hochpreisigen Modellen nochmals exakter und haptisch
hochwertiger ausfällt. Pluspunkt des Denon
AVR4306 ist auch das zweizeilige Punktmatrixdisplay, welches ebenfalls
erstmals im Denon AVR-3805 zum Einsatz kam und inzwischen zum Markenzeichen
der teureren Denon AV-Receiver und der Top-AV-Verstärkerboliden des
Hauses geworden ist.

Ausgezeichnete Verarbeitung der Frontblende

Auch am verarbeitungstechnisch kritischen, optisch schicken
Knick in der Frontblende gibt es nichts zu bemängeln - vorbildlich

Von sehr guter Qualität ist auch der optisch sowie haptisch
überzeugende Lautstärke-Drehregler

Auch von oben betrachtet überzeugt das Finish des
Lautstärkedrehreglers praktisch restlos

Die gleiche hervorragende Verarbeitung bringt auch das "Function"-Drehrad
mit

Die vollmassive Metallklappe beim Denon
AVR 4306 besticht durch ihre ausgezeichnete Verarbeitung
Auch
kleine Einzelheiten vermitteln beim Denon
AVR 4306 Stimmigkeit. So sind die Gerätestandfüße standesgemäß hochwertig
ausgeführt und überzeugen durch die solide Befestigung am Geräteboden.
Die gesamte Geräteunterseite präsentiert sich beim Denon
AVR 4306 in ausgezeichneter Form und weist keine störenden Verarbeitungstoleranzen
auf - das ist keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Billige, schiefe
Bleche mit harten Kanten sind oft selbst bei teuren Modellen Gang und
Gäbe. Die sauber eingepassten Anschlüsse auf der Geräterückseite untermauern
ebenfalls den hohen gebotenen Standard, die HDMI 1.1-Terminals gefallen
auch durch korrekten Sitz. Gerade die filigranen HDMI-Interfaces (dies
sehen Gegner von HDMI als großen Vorteil
von DVI, hier ist der Stecker unanfälliger
und solider) sind oft nicht eben Quell reiner Freude und werden nicht
präzise eingepasst. Aus der Reihe tanzt nur der schräg und nicht absolut
akkurat eingepasste Denon Link-Eingang (siehe Bild links). Die Lautsprecher-Schraubverschlüsse
sind groß genug ausgeführt und leichtgängig, was das Einführen von Lautsprecherkabel
oder Bananensteckern deutlich erleichtert. Leider ist nicht das komplette
Arsenal an Cinchbuchsen auf der Rückseite des Denon
AVR 4306 vergoldet. Dies wäre ein kleines, aber feines Unterscheidungsmerkmal
zum Denon AVR-3806 gewesen. So
bleibt es bei den vergoldeten Cinchbuchsen des AV-Fronteingangs - wie
beim Denon AVR-3806.

Die Gerätestandfüße entsprechen absolut dem Standard der
Preisliga und sind solide befestigt

Vorne hui, unten pfui? Nicht bei Denon.
Hier befindet sich die Verarbeitung der Geräteunterseite auf dem identischen
hohen Level

Weiteres Qualitätsmerkmal beider AV-Receiver
sind die leichtgängigen und stabilen Lautsprecherkabel-Anschlussterminals,
die sich auch problemlos für Bananenstecker eignen
Wie sieht es mit der Qualität des mitgelieferten Zubehörs aus? Auch
hier können wir gute Noten vergeben, denn im Gegensatz zum Denon AVR-3805
kann die Fernbedienungseinheit in Bezug auf ihr Finish überzeugen. Wer
hier Vorteile des Denon AVR 4306
gegenüber dem Denon AVR3806 sieht,
liegt allerdings falsch, denn dem teureren Modell Denon
AVR 4306 liegt die identische IR-Kommandozentrale bei. Doch in Anbetracht
der gut verarbeiteten, nobel erscheinenden Fernbedienung wird sich hier
niemand ernsthaft beschweren können.

Die Fernbedienung des Denon
AVR 4306 ist mit der des Denon
AVR-3806 identisch und präsentiert sich in verarbeitungstechnisch
guter Form

Die Fernbedienung des Denon AVR-3805 wirkte billiger
gemacht
Eher schon ein Grund, wehmütig zurückzuschauen, ist das Mikrophon
zum Lautsprecher-Einmesssystem, welches zwar immer noch von den Spezialisten
von Audio Technica geliefert wird, sich aber deutlich nüchterner und
einfacher als das sehr edle Exemplar beim Denon AVR-3805 ausmacht.

Spitze: Mikrophon des Denon AVR-3805

Standard: Mikrophon des Denon
AVR 4306 und des Denon AVR-3806
Bewertung          
Bemerkung: Wie üblich für einen Denon AV-Receiver eine sehr gute Bewertung
in Bezug auf die Verarbeitungsqualität. Dass es nicht noch mehr Sterne
geworden sind, liegt daran, dass der preiswertere Denon
AVR-3806 nirgendwo schlechter abschneidet. Kleine, aber feine Differenzierungsmaßnahmen
wie z.B. komplett vergoldete Cinchbuchsen auf der Rückseite oder ein
tiefblaues anstatt dem üblich leicht türkisen DOT Matrixdisplay sowie
eine nochmals leicht massivere Frontplatte könnten den Sonderstatus
des Denon AVR 4306 nach außen
deutlicher dokumentieren. Im Vergleich zu Konkurrenten steht der Denon
AVR 4306 sehr gut dar: So wirkt der mit etwa 2..400,00€ teurere
Harman Kardon AVR-7300 aufgrund seiner Plastikfront und dem einfachen
Lautstärkedrehregler nicht so hochwertig wie der Denon
AVR-4306. Und der inzwischen nicht mehr produzierte Onkyo TX-NR801
wirkt schlichter als der auch im Detail geschliffen auftretende Denon.
Konkurrenz droht von Pioneer, der Pioneer VSX-AX5Ai-S wirkt bereits
wie ein kleiner Bolide und optisch noch imposanter als der Denon
AVR 4306 - das muss allerdings nicht als Nachteil des Denons aufgefasst
werden, denn der zurückhaltend-elegante Auftritt des Denon
AVR 4306 wird ihm bestimmt einen großen Liebhaberkreis bescheren.
Technik/Aufbau
Leider ist selbst bei teuren AV-Receivern längst nicht alles Gold,
was glänzt. Selbst Kandidaten, die von außen als respektheischende "Boliden-Schwergewichtler"
monumentale Qualität signalisieren, entpuppen sich beim Betrachten des
Innenlebens nicht selten als zahnlose Papiertiger. Genau dies jedoch
traf auf Modelle von Denon nie zu. Hier wurde selbst bei günstigen Modellen
eine hocherfreuliche Qualität in Bezug auf das innere Layout geboten.
So ist es zum Beispiel ein Kennzeichen aller Denon AV-Verstärker und
AV-Receiver, dass man auf eine komplett passive Kühlung vertraut, was
sich in der Praxis als nicht zu unterschätzender Vorteil zeigt. Denn
während andere AV-Receiver, die zusätzlich zu den passiven Kühlelementen
noch einen Ventilator einsetzen, für Unruhe beim Filmgenuss sorgen können
(wenn z.B. nach einer Serie hochpegeliger Explosionen eine ruhige Szene
einstellt, in der sich dann kurz der Ventilator zuschaltet, um den AV-Receiver
wieder auf verträgliche Temperaturen herunterzukühlen), herrscht bei
den Denon-Modellen stets absolute Ruhe. Die groß dimensionierten Alu-Profilkühlkörper
sind so üppig ausgefallen, dass Denon-Test-Kandidaten trotz des fehlenden
zusätzlichen Ventilators sich nie extrem erwärmen. Dies spricht für
ein ausgeklügeltes Temperaturmanagement - und die Wichtigkeit eines
solchen ist nicht zu unterschätzen. Aufgrund des analogen Arbeitsprinzips
der Endstufen ist eine gewisse Erwärmung zwar vollkommen normal (weil
sich ein beträchtlicher Teil der Energie in Form von Restwärme verflüchtigt),
eine große Erhitzung jedoch kann fatale und für den Anwender teure Folgen
haben: Die Kondensatoren können austrocknen, wenn es regelmäßig zu übermäßiger
Hitzeentwicklung kommt. Und genau deshalb verdient das ausgezeichnete
Temperaturmanagement, das auch Kennzeichen des Denon
AVR 4306 ist, besondere Erwähnung.

Als Kennzeichen der Denon AV-Receiver gilt die komplett
passive Kühlung. Ein zusätzlicher Ventilator wird nicht eingebaut
Doch die Vorzüge des Denon AVR4306
erschöpfen sich nicht in der rein passiven Kühlung. Wie schon der Denon
AVR-3806 verfügt auch der Denon
AVR 4306über neue Transistoren in der Vorstufe. Diese sind nicht
unerheblich am im Vergleich zu früheren Denon-Modellen veränderten Klangbild
beteiligt. Der Sound wirkt offener, frischer und im Hochtonbereich brillanter.
Als Kurzzeit-Leistungsspeicher bringt Denon auch beim 4306 hochwertige
Elkos zum Einsatz, die bei kurzzeitig auftretenden Leistungsspitzen
(z.B. urplötzlich fliegt mit Wucht ein Auto im Actionfilm in die Luft)
genug Reserven haben, um mit einer spontanen Entladung diese Explosion
meistern zu können.

Hochwertige Transistoren in der Vorstufe sollen für
ein frisches, natürliches Klangbild sorgen

Haupt-Elkos des Denon
AVR 4306

Gutes Endstufenlayout beim Denon
AVR-3806. Als Transistoren kommen Bauteile mit interner Arbeitspunktstabilisierung
zum Einsatz. Die eingebaute Temperaturkontrolle des Schaltkreises stabilisiert
den Arbeitspunkt des Transistors, was sehr wichtig ist in Bezug auf
eine verzerrungsfreie Wiedergabe, da ein Abdriften des Arbeitspunktes
das Auftreten von Verzerrungen nach sich zieht
Eben bei der Bewertung der äußeren Verarbeitungsqualität haben wir
mit der Lupe nach Differenzen zum
Denon AVR-3806 gesucht und ein wenig Kritik geübt, dass sich praktisch
nichts finden ließ. Nun aber zeigt der optisch bescheidene Denon
AVR 4306 sein wahres Gesicht, denn er ist ca. 3 kg schwerer als
der Denon AVR-3806, dies ist zum
Teil auf die größere Dimensionierung des Trafos zurückzuführen. Dies
lässt auf eine noch stabilere Stromversorgung der im Vergleich zum Denon
AVR3806 pro Kanal um 10 Watt stärkeren Endstufen hoffen, so dass
Dauer-Hochpegeleinsätze mit dem Denon
AVR 4306 noch souveräner zu lösen sein dürften. Der Denon
AVR 4306 verfügt ferner über insgesamt vier Trafos, zum Haupttrafo
kommt noch der (verborgene) Standby-Trafo (den auch noch der Denon
AVR3806 hat), zusätzlich jedoch gibt es beim Denon
AVR4306 zwei kleinere Trafos, die unabhängig vom Haupttrafo die
Versorgung der zahlreichen Zusatzfunktionen (Videoprocessing, Networking)
übernehmen.

Der Denon AVR-4306
kommt mit aufwändiger Stromversorgung mit insgesamt vier Trafos. Drei
davon sind auf dem Bild zu sehen, der große Haupttrafo ist oben im Bild
zu sehen, darunter sind zwei kleinere Trafos für die vielen Zusatzfunktionen
des Denon AVR 4306. Nicht sichtbar
ist der separate Standby-Trafo (Nummer 4).

Hier nochmals die Zusatz-Trafos im Detail

Der Hauptrafo ist mit soliden Kupferschrauben fest am
Boden verankert

Ordentliche Verkabelung im Geräteinneren
Der Denon AVR 4306 überzeugt
auch durch die hochwertige Wandlerbestückung. 24-Bit/192 kHz BurrBrown
D/A-Wandler (4 x PCM1791A) in Differentialanordnung für alle Kanäle
und 24-Bit/192 kHz BurrBrown A/D-Wandler (PCM1804) stellen ein präzise
Signalwandlungseinheit dar, ganz gleich, ob von der analogen in die
digitale oder von der digitalen in die analoge Ebene gewandelt wird.
Der Denon AVR4306 besitzt daher
die Möglichkeit zu einer vollständigen 192 kHz Signalverarbeitung und
hat Denons AL24 Plus Processing für alle Kanäle mit an Bord. Denons
AL24 Processing Plus ist eine weitere Evolutionsstufe von Denons AL24-Prozessor,
der jetzt in der Lage ist, Digitalsignale mit einer Samplingrate von
bis zu 192 kHz zu verarbeiten. Dies ist besonders bei hochauflösenden
DVD-Audio-Aufnahmen von Vorteil. Der Alpha-Prozessor unterdrückt störende
Quantisierungsverzerrungen und gibt feinste musikalische Nuancen, selbst
in extrem leisen Musikpassagen, wieder. So lassen sich beispielsweise
auch herkömmliche 16-Bit CDs in 24-Bit-Qualität genießen. In der Praxis
ist diese Funktion gerade für audiophil veranlagte Hörer ein durchaus
erwähnenswerter Vorteil. In diesem Zusammenhang von Interesse sein dürfte
die Pure Audio Funktion, die der Denon
AVR4306 ebenfalls mitbringt. Übrigens: Dolby PLIIx plus DTS kann
bei diesem Denon ebenso wie beim Denon
AVR-3806 problemlos angewählt werden. Dies hat den Vorteil, dass
man anstatt einer 6.1 Wiedergabe (bei DTS das derzeitige Maximum) auch
DTS-Quellen in echtem 7.1 genießen kann (PLIIx ist ein 7.1-System).
Ein hochauflösender 32-Bit Fließkomma-DSP (ADSP-21366, 2 GFLOPS) ist
auch Standard beim Denon AVR 4306.
Wie sieht es nun mit der Konkurrenz-Einordnung aus? Nun, zunächst muss
man festhalten, dass der AVR-4306 auf dem 600 ? günstigeren Denon
AVR-3806 basiert, und nach dessen preislicher Liga richtet sich
auch die Konsequenz beim kompletten inneren Layout. Das heißt, hier
ist eine deutliche Abweichung zum im Vergleich zum Denon
AVR 4306 wesentlich teureren Denon
AVC-A11XV sichtbar:

Dass der Denon AVC-A11XV
in Bezug auf das Innenleben der Bolidenliga angehört, verdeutlicht der
vorbildliche innere Aufbau. Besonders die symmetrischen Endstufenblöcke
links und rechts mit jeweils eigenem Kühlkörper, die großen Elkos und
der überdimensionierte Ringkerntrafo deuten an, dass der Denon
AVC-A11XV in einer anderen Liga spielt. Da kann mancher Konkurrent
- als Beispiel sei der Marantz SR-9600
genannt - trotz gleichem Kaufpreis nicht mithalten

Im direkten Vergleich merkt man, dass der Denon
AVR 4306 (im Bild) auf dem Denon
AVR-3806 (Bild unten) basiert und nicht auf einer Boliden-Plattform

Kleinerer Trafo, keine Zusatztrafos für erweiterte Funktionen,
aber sonst identischer Aufbau: Der Denon
AVR-3806 von Innen

Vom Aufbau her ist beim für seine Preisklasse exzellent aufgebaute,
aber mit gänzlich anderen Baugruppen versehene Denon
AVR-2106 sogar eine Verwandtschaft zum Denon
AVR4306 auszumachen. Natürlich - alles, was der Denon
AVR 4306 an Bord hat, ist um ein vielfaches edler und teurer, hervorragende
DSPs, hochpräzise D/A- und A/D-Wandler, Top-Videoelektronik - aber vom
prinzipiellen Aufbau her finden sich Parallelen. Der Denon
AVC-A11XV hingegen ist ganz anders und viel kompromissloser konzipiert,
sozusagen aus dem Vollen gefräst.

Den mit Abstand besten Aufbau in der Liga zwischen 1.500,00
und 2.500,00€ bietet der Harman Kardon AVR-7300. Bereits für etwa
2.400,00€ gibt es hier mit Kühlkörpern links und rechts, extrem
großem Ringkerntrafo /vorn halb verdeckt im Bild sowie überdimensionierten
Kondensatoren pure Bolidentechnik. Wer also Upperclass-Flair zum fairen
Tarif haben möchte, liegt hier richtig
Bewertung          
Bemerkung: Erneut eine sehr erfreuliche Bewertung für den Denon
AVR-4306. Er punktet mit durchweg hochwertigen Baugruppen und kann
sich damit von preiswerteren, aber auch von manchen teureren Kontrahenten
absetzen. Was man aber bei aller berechtigten Euphorie berücksichtigen
muss: Der Denon AVR4306 basiert
auf dem Denon AVR3806 und nicht
auf einer Boliden-Konstruktion. Das ist für den Kaufpreis des Denon
AVR 4306 auch alles andere als eine Schande - harte Konkurrenten
wie der Harman Kardon AVR-7300 aber bieten für einen maßvollen Aufpreis
(dieser kostet ca. 2.400,00€) einen extrem konsequenten Innenaufbau.
Ausstattung
Die Ausstattungswertung des AVR-4306 unterteilen wir in:
- Ausstattung Audio
- Ausstattung Video
- Weitere Ausstattungsmerkmale (z.B. Networking)
Ausstattung Audio
Kaum noch der Erwähnung Wert - ein AV-Receiver der 2.000,00€-Klasse
wie der Denon AVR-4306 verfügt
natürlich über alle gängigen Decoder. Dolby Digital EX, DTS-ES Discrete/Matrix
6.1, DTS 96/24, DTS Neo:6 (Cinema / Music) und Dolby Pro Logic IIx (Cinema,
Music mit Einstelloptionen, Game) sind mit an Bord. Wie beim Harman
Kardon AVR-7300 fehlt eine THX-Lizenz, wobei THX-Zertifizierungen bei
diesen beiden Herstellern generell nicht hoch im Kurs stehen. Während
bei Harman-Kardon nur der längst ausgelaufene HK AVR-8500 das inzwischen
durch THX Ultra 2 ersetzte "alte" THX Ultra-Prädikat Decode mitbrachte,
liefert Denon nur bei den Toplinern Denon
AVC-A11XV und Denon AVC-A1XV eine THX-Lizenz, dann aber in der hochwertigen
Ultra II-Form, mit. Die THX Select 2 Norm wird völlig ignoriert, während
Firmen wie Onkyo, Pioneer und Kenwood diese in ihre Geräte, bereits
in Preisklassen ab etwa 600,00€ (Kenwood
KRF-X9090D) implementieren.
Doch der vielleicht kleine Nachteil des Nicht-Vorhandenseins
eines THX-Prädikats wird deutlich aufgewogen durch die flexiblen Zuweisungsmöglichkeiten
für die Surround Back-Endstufen:
- Front Lautsprecherpaar B (z.B. separate Standboxen
für Stereo)
- Bi-Amping (jeweils zwei Endstufen mit getrennter Ansteuerung
für Hochton-/Mittelton- sowie Tieftonbereich) für Front-LS (macht
Sinn bei großvolumigen Front-Standlautsprechern)
- Zweite Hörzone (Multiroom)
Die Zuweisung erfolgt komfortabel über OSD.
Da gerade das Thema Multiroom angesprochen wurde: Ein
eigenes Volume Setup (Einschaltpegel, Gesamtlautstärke, Mutingpegel,
Spitzenpegel) ist für jede Hörzone individuell festlegbar.

Das Einmess-Mikrophon (hier im Bild die Unterseite)
kann auf einem handelsüblichen Stativ montiert werden

Zu Beginn des Auto Setups kann man mittels OSD die Surround
Back Endstufen zuweisen

Schnell und präzise ermittelt Audyssey, welche Lautsprecher
angeschlossen sind

Realistische Pegelwerte bei automatischer Ermittlung

An bis zu 6 verschiedenen Hörpositionen kann eine Einmessung
vorgenommen werden. Hier im Bild sind wir gerade bei Position 5 angelangt.
Möchte man nicht mehr mehr Positionen einmessen, kann man sich bereits
ab der 1. Position auch gleich das Ergebnis ("Calculate") berechnen
lassen.

Nachdem man 6 Hörpositionen eingemessen hat, dauert
die Berechnung einige Minuten

Alle automatisch ermittelten Parameter können vom Anwender
überprüft werden
Der Denon AVR-4306 verfügt über
Audyssey Mult EQ XT als automatisches Lautsprecher-Einmesssystem mit
Equalizing-Funktion, im Vergleich zu Denon
AVC-A11XV und AVC-A1XV ist Audyssey etwas abgespeckt worden. Anstatt
maximal 8 sind nun maximal 6 unterschiedliche Hörpositionen möglich,
was in den Preisgefilden, in denen sich der Denon
AVR 4306 bewegt, aber immer noch einzigartig ist. Auch braucht der
Denon AVR4306 (ebenso wie der
Denon AVR-3806 mit identischem
System) länger zur Datenerfassung als die großen Modelle, da ein geringerer
Speicher vorhanden ist und zwischendurch bereits angefangen werden muss,
die Datenmenge zu berechnen. Die großen Modelle hingegen nehmen erst
alle Daten im größeren Speicher auf und berechnen alles erst zum Schluss.
Insgesamt ist die Audyssey Prozedur bei den XV-Flaggschiffen und beim
Denon AVR-4306 etwa gleich lang.
Die Datenerfassung dauert länger bei kleineren Modellen, die Komplettberechnung
zum Schluss dauert dafür bei den zwei Flaggschiffen länger.
In der Praxis hat Audyssey große Vorteile. Audyssey berücksichtigt nicht
nur Frequenzgangkorrektur, sondern arbeitet auch im Zeitbereich. Daher
erfolgt die Korrektur mehrerer Hörpositionen ohne unangenehme Nebeneffekte
im Zeitbereich. Des weiteren arbeitet Audyssey bis 20 Hz und bietet
damit auch bei tiefen Frequenzen eine wirksame Korrekturmöglichkeit.
Und, nicht zu vergessen: Audyssey korrigiert auch Subwooferfrequenzen.
Auch verfügt das System über drei Referenzkurven: Audyssey/ermittelt
von den Audyssey-"Chefs" Tomlinson Holman (war maßgeblich an der THX-Norm
beteiligt) und von Chris Kyriakakis (beide "Co-Founders" sind
Professoren) nach ihren großen empirischen Erfahrungen) sowie die Kurven
"Flat" und "Front" (hier dienen die Frontlautsprecher als Referenz.
Zusätzlich hat der Anwender die Möglichkeit, die Flat Kurve in den manuellen
9-Band EQ zu kopieren und den eigenen Wünschen entsprechend zu bearbeiten.
Bei allen Optimierungskurven ist die Audyssey Mehrpunkt-Einmessung aktiv.
Alle Kurven werden auf einmal während der Einmessung ermittelt.
Keine Vorteile ohne Nachteile: Audyssey erfordert eine extrem hohe
DSP Rechenleistung, was dazu führt, dass nur entsprechend schnelle und
entsprechend teure DSPs geeignet sind, diese Rechenprozesse umzusetzen.
Denon hat es letztendlich geschafft, selbst
im günstigeren Denon AVR-3806
einen solchen hochwertigen DSP an den Start zu bringen, und somit kann
der teurere Denon AVR-4306 natürlich
auch auf die geballte Rechenpower setzen.

Drei speicherbare User Modi finden sich bei beiden Modellen
Sehr praktisch sind auch die drei User Mode-Speicherplätze. Hier lassen
sich drei individuell konfigurierte Settings abspeichern und aufrufen.
Insgesamt ist die Audio-Ausstattung ansprechend, Pluspunkte
bringen das aufwändige Einmesssystem, das keine Wünsche mehr offen lässt,
und die konfigurierbaren Endstufen. Was wir vermissen, sind aufwändige
DSP-Programme sowie zumindest ein THX Select II-Zertifikat. Zwar
hat der Denon einige DSPs (Super Stadium, Rock Arena, Widescreen, Jazz
Club und Classic Concert sowie Matrix, Video Game und Mono Movie) mit
an Bord, doch fehlt hier die letzte Konsequenz bei Entwicklung und Integration.
Dies belegen auch später die Klangtestreihen.
Ausstattung Video
Zunächst einmal sind vier Merkmale, die der Denon
AVR-4306 mitbringt, sehr lobens- und daher erwähnenswert:
- Volldigitale Videokonvertierung, so z.B. von FBAS/S-Video
auf Komponente inklusive Time Base Correction für Zeitlauffehler
im Videosignal (TBC).
- Ebenfalls kann der AVR-4306 videoseitig von der analogen
auf die digitale Ebene wandeln, also z.B. von Komponente auf HDMI.
Diese Funktion hat bereits der Denon
AVR-3806, aber lange nicht jeder Konkurrent. So stellt zwar
der Yamaha RX-V2600 dieses
Merkmal zur Verfügung, ein Onkyo
TX-SR803E jedoch nicht.
- Audio Delay-Funktion für synchrones Eintreffen von
Audio- und Videosignal, 0 bis 200 ms in 10er Schritten einstellbar
- Videounterstützung für Hörzone 2 und 3, Hörzone 2
mit Video und S-Video
Darüber hinaus bringt der Denon AVR
4306 jedoch weitere, hochinteressante Merkmale mit, die bis vor
kurzem noch mehr als doppelt so teuren Boliden vorbehalten waren, sich
inzwischen, wie der Yamaha RX-V2600
zeigt, auch in deutlich humaneren Preisregionen etablieren: Einen hochwertigen
internen De-Interlacer (Faroudja mit DCDi) und einen internen Scaler,
der bis auf 720p/1.080i hochskalieren kann.
Beide Merkmale sorgen dafür, dass der Denon
AVR-4306 als voll ausgestattete Videoschaltzentrale eingesetzt werden
kann. Zusätzlich hat er, wie bereits beschrieben, noch einen HDMI 1.1-Eingang
mehr als der Denon AVR-3806 (3/2)
und auch als der Yamaha RX-V2600.
Durch das hochwertige De-Interlacing kann man auch dann, wenn man z.B.
einen älteren DVD-Player mit einem inzwischen
veralteten De-Interlacer besitzt, ein hochwertiges Vollbild erzeugen,
und dieses sogar (auch wenn der DVD-Player kein HDMI Interface hat)
dieses über HDMI an das Bildwiedergabegerät
schicken, welches über HDMI mit dem AVR-4306 verbunden ist. Dies wird
möglich, indem der Denon AVR4306
das Videosignal digitalisiert und das De-Interlacing durchführt. Die
De-Interlacing-Funktion ist auch deshalb sehr zu begrüßen, weil die
in Flachbildschirmen eingebauten
De-Interlacer oftmals höchstens ausreichend ihren Dienst verrichten.
Auflösungsverluste, Bewegungsunschärfen, Pixelbildungen und Nachzieheffekte
sind einige der Nebenwirkungen, die den Bildspaß schmälern. Nur wenige
Top-Modelle wie der Toshiba 32WL58P
(LCD-TV) oder der Pioneer PDP-436XDE
(Plasma-TV) verfügen über leistungsfähige interne De-Interlacer und
übrigend auch über sehr präzise arbeitende Scaler.
Doch das ist noch lange nicht die Regel, daher ist auch der Scaler
des Denon AVR-4306 ein wichtiges
Werkzeug, denn, wie wir immer wieder feststellen müssen, sind bei den
Scalern so mancher Flachbildschirme
keine qualitativen Höchstleistungen zu erwarten. Bildzittern, Rauschen
und Unschärfeeffekte sind die sichtbaren Folgen.
Insgesamt verfügt der Denon AVR-4306-Besitzer
durch die Kombination dieser drei Faktoren
- analog-auf HDMI-Wandlung
- Interner De-Interlacer
- Interner Scaler

Natürlich bringt der Denon
AVR-4306 drei Komponenteneingänge mit - und sogar zwei Komponentenausgänge,
was eine Seltenheit darstellt
über umfangreiche Videonachbearbeitungsoptionen. Wie inzwischen selbst
bei günstigeren Denon AV-Receivern üblich, ist natürlich auch der Denon
AVR-4306 mit umschaltbaren 100 MHz tauglichen und somit uneingeschränkt
HDTV-tauglichen Komponentenanschlüssen (jeweils drei Eingänge und ein
Ausgang) ausstaffiert. Auch besteht beim AV-Receiver die Möglichkeit,
eine Signalverarbeitung ohne Qualitätsverlust auch für 1.080p Signale
zu ermöglichen.
Die Unterschiede zwischen beiden AV-Receivern verdeutlicht
auch die Digitalplatine:

Rechts das Digitalboard des Denon
AVR4306 von oben. Gut zu erkennen sind die vier HDMI-Interfaces
(drei Eingänge, ein Ausgang). Links ist das kleinere Digitalboard des
Denon AVR-3806.

Kennzeichen des Denon
AVR 4306: Faroudja De-Interlacing-Chip (FLI2310)

Die Rückseite der Digitalboards, links Denon
AVR3806, rechts Denon AVR4306

Hier die zweite Seite des Digitalboards vom AVR-4306
im Detail. Das rechte Teil ist die Audio DSP-Platine, die austauschbar
ist

Hier das Videoboard in eingebautem Zustand. Gut zu erkennen
ist der FL2310-Chip, der hinter dem Tuner (rechtes Metallkästchen) hervorschaut
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2006 HIFI-REGLER, AREADVD
Mehr zum Thema "Denon AV-Receiver" finden Sie auch in Google,
der weltweit besten Suchmaschine.
|