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TEST: Denon AV-Receiver AVR-1909

Test: Carsten Rampacher, AREADVD - update: 15. Januar 2009

Einleitung

Denon kann aktuell mit einem enorm starken Produkt-Portfolio aufwarten – sowohl bei hochwertigen Komplettlösungen, als auch bei Blu-ray-Playern und AV-Receivern sowie AV-Verstärkern werden durchdachte, klang- und bildstarke, hochwertige Komponenten offeriert. Um viele Vorzüge eines leistungsstarken Denon Produkts genießen zu können, muss man beileibe keine Unsummen an Geld investieren, denn bereits der Siebenkanal-AV-Receiver Denon AVR-1909 bringt für derzeit ca. EUR 600,00 eine opulente Ausstattung mit. Die Endstufen leisten (bei 6 Ohm, DIN) 7 x 120 Watt, für eine größtmögliche Signalreinheit wurde das gesamte Schaltungslayout neu konzipiert. Hinzu kommen Decoder für alle relevanten Tonformate, also auch die neuen HD-Systeme Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS-HD High Definition Audio und DTS-HD Master Audio. Bezüglich der Qualität des verbauten Lautsprecher-Einmess- und Equalizing-Systems geht man bei Denon keine Kompromisse ein und verbaut das anerkannt gute Audyssey MultEQ inklusive Audyssey Dynamic EQ, An bis zu 6 Hörpositionen kann eingemessen werden – sehr aufwändig für diese Preisklasse. Audyssey Dynamic Volume sorgt für eine dynamische, sofortige Pegelanpassung bei verschiedenen Quellsignalen. Auch videoseitig ist der Denon AVR-1909 mit drei HDMI-Eingängen, einem HDMI Monitor Out und der Möglichkeit, analog eingehende Videosignale auf bis zu 1.080p hochzuskalieren und zu de-interlacen, voll auf der Höhe der Zeit. Was der optisch gelungene AV-Receiver im Praxisbetrieb leistet, steht im folgenden Test.

Verarbeitung

Lautstärkedrehregler

Verarbeitung der hinteren Gehäuseecken

Hochwertige Gerätefüße

Sehr saubere seitliche Einpassung der Frontblende

Das mitgelieferte Messmikrophon erscheint hochwertig

Denon AVR-1909 von Innen

Alu-Kühlkörper 

Sorgfältiges Platinenlayout

Detailansicht des Innenlebens rund um die Elkos

Der Denon AVR-1909 sieht optisch gefällig aus. Die Frontblende besteht zwar aus Kunststoff, dieser erscheint aber sehr hochwertig. Die engen, gleichbleibenden Spaltmaße bei der seitlichen Einpassung sind lobend zu erwähnen. Der Lautstärkedrehregler liegt gut in der Hand und ist feinfühlig gerastert. Allerdings könnte die Führung noch eine Idee präziser sein, so läuft der Regler minimal unrund und eiert leicht. Für die Preisklasse ist das Gebotene aber auf jeden Fall tadellos. Auch der links positionierte Drehregler für die Eingangswahl überzeugt durch ordentliche Optik und Haptik. Sehr gut gefällt uns das zweizeilige Punktmatrixdisplay. Der Front AV-Eingang ist mit einer gut sitzenden Kunststoffabdeckung verdeckt. Auf der Frontplatte besitzt der Denon AVR-1909 neben einem großen, gut ausgeformten Standby-Button auch einen richtigen Netzschalter. Die Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse entsprechen dem Standard der Preisklasse. Die mitgelieferte Fernbedienung hingegen liegt aus qualitativer Sicht darüber. Sie weist eine tadellose Materialqualität und ein klares Layout auf. Dies liegt auch daran, dass sich weitere Tasten auf der Rückseite befinden, so dass die Fernbedienung von beiden Seiten, je nach Nutzungsanspruch, verwendet werden kann – ein durchaus gelungenes Konzept. Nur die manchmal klemmende und etwas wackelige Klappe gefällt uns nicht. Betrachten wir den Denon AVR1909 von Innen, so kann das Layout überzeugen. Der Alu-Kühlkörper sorgt für eine effektive Wärmeabfuhr, das Endstufenlayout ist sorgfältig, alle einzelnen Leistungsendstufen weisen identische Arbeitsbedingungen auf. Die Verkabelung fällt übersichtlich aus. Wirr durchs Gerät verlaufende Kabelstränge sucht man vergeblich. Das mitgelieferte Messmikrophon erscheint deutlich hochwertiger als die Exemplare vieler Kontrahenten. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Anschlüsse

Rückansicht

Reichhaltige Anschlussmöglichkeiten

LS-Anschlüsse

Front AV-Eingang

Geräterückseite: Der Denon AVR-1909 weist auf der Rückseite drei HDMI 1.3a-Eingänge und einen HDMI 1.3a-Monitorausgang auf. Es gibt des Weiteren zwei koaxiale und zwei optische Digitaleingänge. Ein optischer digitaler Ausgang ist beim Denon AVR-1909 ebenfalls vorhanden. Sechs analoge Cinch-Stereoeingäng und zwei analoge Stereo-Cinch-Ausgänge plus ein Zone 2-Stereo-Cinchausgang sind vorhanden. Der obligatorische Cinch-Monoausgang für den Anschluss des aktiven Subwoofers fehlt ebenfalls nicht. Ein 7.1 Externeingang ergänzt das Sortiment an analogen Audioanschlüssen. Die analoge Video-Anschlusssektion umfasst drei Komponenteneingänge, einen Komponentenausgang, drei S-Video und drei FBAS-Eingänge und jeweils einen FBAS- und S-Video-Ausgang. Hinzu kommen FM/AM-Antennenanschlüsse. Auf der Gerätevorderseite des Denon AVR-1909 gibt es einen Front AV-Eingang mit Stereo-Cinch/FBAS-Video. Zusätzlich befindet sich dort die Buchse zum Anschluss des mitgelieferten Messmikrophons. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Technik und Ausstattung

Decoder-Übersicht:

• Dolby TrueHD, Dolby Digital Plus, DTS-HD Master Audio;
DTS-HD High Resolution, Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 5.1 EX, DTS 5.1, 
DTS-ES 6.1 Matrix/Discrete, Doby Pro Logic II / IIx inkl.
Aller Einstelloptionen, PLIIx auch auf HD-Quellen und DTS 5.1/6.1 anwendbar
DTS Neo:6 , DTS 96/24
• Zu Dolby Pro Logic IIx: Betriebsarten Cinema, Music mit Einstelloptionen, Game. auch auf DTS 5.1/6.1- sowie HD-Quellen anwendbar. 96 kHz Processing (analog/PCM)

Die eingebauten Back Surround-Endstufen können wahlweise auch für eine 2. Hörzone oder für den Front Bi-Amping-Betrieb verwendet werden. 

Auto Setup und Auto Room EQ mit Audyssey MultEQ: Die Einmessautomatik mit MultEQ ermöglicht eine präzise Anpassung an die verwendete Lautsprecher-Konfiguration und die Räumlichkeiten. Es erkennt, wie viele Lautsprecher an die Verstärker angeschlossen sind und ob es sich bei diesen Lautsprechern um Vollbereichslautsprecher, Satelliten oder Subwoofer handelt. Falls wenigstens ein Subwoofer angeschlossen ist, bestimmt Audyssey MultEQ die optimale Crossover-Frequenz zwischen den einzelnen Satelliten und dem Subwoofer. Die Polarität der einzelnen Lautsprecher wird überprüft und der Benutzer wird gewarnt, wenn irgendwelche Lautsprecher außerhalb der Phase der anderen Lautsprecher angeschlossen werden. Der Abstand zwischen jedem einzelnen Lautsprecher und der Haupt-Hörposition wird gemessen und die Verzögerungen werden so eingestellt, dass der Ton von den einzelnen Lautsprechern gleichzeitig mit den anderen Tönen an der Hörposition eintrifft. Schließlich bestimmt Audyssey MultEQ XT den Wiedergabepegel der einzelnen Lautsprecher und stellt die Lautstärke so ein, dass die Pegel überall gleich sind.

Nach einer Messung der Interaktion der einzelnen Lautsprecher wird die Raumkorrektur durchgeführt. Da jeder Raum Änderungen hinsichtlich des Frequenzgangs der einzelnen Lautsprecher erzeugt, die sich von Sitzplatz zu Sitzplatz enorm unterscheiden, ist es wichtig, jeden Lautsprecher an verschiedenen Stellen innerhalb des Hörraums zu messen. Dies sollte selbst bei nur einem Zuhörer durchgeführt werden. Die Messung an nur einer Stelle ist nicht für die akustischen Probleme innerhalb des Raumes repräsentativ und führt in den meisten Fällen zu einer Beeinträchtigung der Gesamtleistung. Bei Audyssey MultEQ  handelt es sich um eine spezielle Technologie, die eine Raumkorrektur für mehrere Zuhörer in einem großen Hörbereich liefert. Dies wird dadurch erzielt, dass die an den verschiedenen Punkten des Raumes gesammelten Daten von den einzelnen Lautsprechern kombiniert und schließlich eine Korrektur durchgeführt wird, wobei die akustischen Auswirkungen des Raumes minimiert und die Frequenzauflösung der menschlichen Wahrnehmung anpasst. Darüber hinaus wird die MultEQ -Korrektur sowohl auf die Frequenz- als auch auf die Zeitbereiche angewendet, um Artefakte bei der Korrektur zu vermeiden.

Die Vorteile von Audyssey MultEQ auf einen Blick:

1. Raumkorrektur arbeitet dank Mehrpunkt-Einmessung nicht nur auf einen Punkt, sondern entzerrt eine ganze Hörzone.

2. Verwendung von FIR-Filtern mit dynamischer Frequenzzuordnung erlaubt Entzerrung der Frequenzgänge bis hinunter zu 20 Hz.
3. Entzerrt auch den Frequenzgang des aktiven Subwoofers (beim AVC-A1XV, AVC-A1XVA, AVC-A1HD und AVP-A1HD bis zu 3 Subs).
4. Korrekturen im Frequenzbereich sind ohne negative Auswirkungen auf den Zeitbereich (parametrische und grafische EQs mit IIR-Filtern neigen zu Ringing).
5. MultEQ korrigiert im Gegensatz zu parametrischen und grafischen EQs auch Probleme im Zeitbereich (Phase, Reflektionen).

Dauer des Einmessvorgangs inklusive Berechnung und Verschieben des Stativs mit dem Mikrophon von Hörposition zu Hörposition: 15:09 Minuten – für ein komplettes Einmessen an 6 Positionen ein guter Wert. Es kam zu keinerlei Fehlermeldungen. Die ermittelten Werte erscheinen hinsichtlich der Distanz sehr präzise zu sein. Das Lautsprechersetup wurde hinsichtlich der small/large-Bestimmung absolut korrekt erkannt. Der Pegelangleich ist realistisch, der aktive Subwoofer jedoch ist etwas unterbetont. In der Praxis erzielte Audyssey MultEQ sehr gute Ergebnisse bezüglich der Homogenität des Klangbildes. Die Übergänge zwischen den einzelnen Lautsprechern erwiesen sich als sehr gelungen und kaum merklich. Verglichen zum Betrieb ohne Audyssey erscheint der Hochtonbereich nicht mehr ganz so klar, dafür ist die Anbindung des Hochtonbereichs an den Mitteltonbereich sehr flüssig. Fürs lautere Hören über längere Etappen ist Audyssey sehr gut geeignet.

Audyssey Dynamic Volume und Dynamic EQ: Hinter Audyssey Dynamic Volume verbirgt sich ein fortgeschrittener Dynamik-Reducer. Fast jeder Besitzer einer Heimkinoanlage kennt die verschiedenen Szenen, in denen große Pegelunterschiede für Probleme sorgen können: im klassischen Fall gibt es nachbarschaftliche Probleme wegen lautem, effektreichen spätabendlichen Filmgenuss, doch mittlerweile sorgt auch aggressiv abgemischte TV-Werbung für große (ungewollte) Dynamiksprünge. In beiden Fällen äußert sich das Problem auf die gleiche Weise, indem der Zuschauer fast permanent mit der Fernbedienung auf der Lauer liegen muss, um die Lautstärke zwischen leisen Dialogen, krachenden Explosionen oder Werbeeinblendungen zu regulieren. Für solche Fälle bietet zwar fast jeder AV-Receiver einen klassische Dynamik-Reducer (zB. der "Night-Mode" bei Denon), allerdings lässt deren Wirkungsweise oft zu wünschen übrig. Die Anpassung der Lautstärke erfolgt hier teilweise sehr sprunghaft, so dass Actionsequenzen mitunter leiser dargestellt werden als geflüsterte Dialoge. In vielen Fällen wird die ursprüngliche Charakteristik des Filmmaterials auf brutalisierende Weise verändert. Außerdem arbeiten bisherige Dynamik-Reducer fast ausschließlich mit Dolby Digital 5.1 Streams. Beide Probleme umgeht Dynamic Volume. Im Gegensatz zum Night-Modus wird hier nicht mit festen Operanden aus dem Dolby Track gearbeitet, sondern eine permanente Abtastung des Audiosignals vorgenommen, um daraus eine sinnvolle Audioanpassung zu errechnen. Auf diese Weise funktioniert Dynamic Volume mit sämtlichen Dateneingangsformaten sowie DSP-Modi. Es daher sowohl möglich, eine DTS HD-Master Audio Tonspur mit Dynamic Volume zu komprimieren, wie auch das Stereosignal eines TV-Senders. Im Denon AVR1909 sind drei unterschiedliche Dynamic Volume-Modi eingebaut: Midnight, Evening, Day – sie sprechen den jeweiligen Gegebenheiten entsprechend an.

Auch von Audyssey entwickelt wurde „Dynamic EQ“. Grundlage dieser Funktion ist die klassische „Loudness“-Taste. Mit dieser Funktion liefert der Receiver oder Verstärker bei geringem Pegel mehr Bass, um auch bei niedrigen Pegeln ein volles Klangbild zu ermöglichen, denn schließlich nimmt das menschliche Gehör tiefe Frequenzen erst bei höheren Lautstärken linear wahr. Die Loudness-Schaltungen erwiesen sich grundsätzlich als sehr willkommen, waren jedoch aufgrund ihrer teilweise krassen Arbeitsweise problembehaftet. Mit Dynamic EQ nimmt sich Audyssey dieser Thematik an und realisiert eine dynamische(!) exakte Anpassung an die jeweilige Lautstärke. Die Frequenzbereiche werden somit in Echtzeit an die jeweilige Lautstärke angepasst. Dynamic EQ arbeitet auf sämtlichen Lautsprecherkanälen, funktioniert im jedem DSP-Modus (ausgenommen Pure Direct) und lässt sich auch unabhängig von MultiEQ anwählen. Die Bandbreite ist sogar derart hoch, dass es auch umgekehrt arbeitet und ebenfalls bei hohen Pegeln eine Anpassung des Frequenzverlaufs an die menschliche Hör-Sensitivität vornimmt. Das Ziel ist hierbei nicht nur eine tonale Optimierung, sondern zugleich auch eine Verbesserung der Dynamik und Differenzierung.

Manuelles Lautsprecher-Setup

Time Alignment mit 0,1 Meter-Schritten

Manuelles Lautsprecher-Setup: Der Denon AVR-1909 bietet eine unabhängige Laufzeitkorrektur für jeden einzelnen Lautsprecher in einem 7.1-Setup. Die Übernahmefrequenz ist für L/R, C, SL/SR, SBL/SBR und für LFE getrennt einstellbar. Anwählbar sind 40/60/80/90/100/110/120/150/200/250 Hertz. Zudem gibt es eine von 0 bis 200 ms manuell einstellbare Audio Delay/Lip Sync-Funktion.

Compressed Audio Restorer: Der Compressed Audio Restorer kümmert sich ums akustische Aufpolieren komprimierter Dateiformate wie MP3. Eine genaue Signalanalyse mittlerer Frequenzlagen und spezielle Algorithmen versetzen den AV-Receiver in die Lage, Rest-Oberwellenanteile herkömmlicher MP3-, WMA- oder AAC-Signale auszuwerten, vermisste Bass- und Höhenanteile zurückzugewinnen und so wieder ein vollwertiges Musiksignal zu erzeugen. Die Raumabbildung und die Dynamik verbessern sich. Selbst der oftmals hohl klingende, zu schmale Tieftonbereich wird mittels des Audio Restorers kraftvoller wiedergegeben. In der Praxis lieferte der Compressed Audio Restorer überzeugende Ergebnisse und erzeugte einen klareren Hochtonbereich mit mehr Brillanz, einen saubereren, nicht mehr blechernen Mitteltonbereich und einem kraftvollen Bass.

Videosektion: Bezüglich der Videoausstattung ist der AV-Receiver gut gerüstet. Der eingebaute HDMI 1.3a-Repeater bietet, wie bereits erwähnt, 3 Eingänge und 1 Ausgang. Alle Terminals entsprechen dem HDMI-Standard 1.3a. Der Denon ist 1.080p-kompatibel (24, 50, 60 Hz) und unterstützt HDMI-CEC, Auto Lip Sync, Deep Colour (30, 36 Bit) und xvYCC. Mit an Bord ist eine digitale HDMI- und Komponenten-Video-Konvertierung, die FBAS- und S-Video-Signale hoch konvertiert. TBC (Time Base Correction) gleicht Laufzeitfehler aus. Die eingebaute Scaling- und De-Interlacing-Unit sorgt für eine 1.080p-HDMI-Ausgabe von eingehenden analogen Videosignalen. HDMI-Eingangssignale werden nicht bearbeitet. Das ist in diesen Preisklassen aber durchaus so üblich. Der De-Interlacer weist drei anwählbare Betriebsarten (Auto, Video1, Video2) auf. Video D/A- und Video A/D-Wandler arbeiten mit 10 Bit Genauigkeit.

Basisdaten/weitere Funktionen: Der Denon AVR-1909 ist in den Farben schwarz oder Premium-Silber erhältlich und bringt Abmessungen von 434x171x383 (BxHxT) mm auf. Er wiegt 11,4 kg und verfügt über ein in vier Stufen dimmbares Display. Der Standby-Stromverbrauch liegt bei unter 1 Watt. Optional sind iPod-Docks von Denon, auch mit Netzwerk-Funktionalität, lieferbar.

Fazit Technik und Ausstattung: Der Denon AVR1909 bietet eine sehr reichhaltige Ausstattung zum fairen Kaufpreis. Es wird nichts wirklich Wichtiges vermisst, so kann der Siebenkanal-Receiver Denon AVR-1909 problemlos als leistungsstarke Schaltzentrale in der AV-Anlage verwendet werden. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet – hervorragend.

Bedienung

Grafisch einfache, aber übersichtliche Menüs - hier das Audio-Setup

Basismenü

Display

Nicht überfrachtete Fernbedienung

Auf der linken Seite befindet sich der Eingangswahlschalter

Griffgünstiger Lautstärke-Drehregler

Der Denon AVR-1909 lässt sich bilanzierend einfach handhaben. Nur die etwas wackelige und manchmal leicht klemmende Klappe der „Flip“ Fernbedienung stört etwas. Ansonsten überzeugt die Fernbedienung durch die rasche Umsetzung von Befehlen und die praktische Anordnung der Bedienelemente. Die OSD Menüs bieten keinerlei optischen Schick, sind aber, ist man der englischen Sprache einigermaßen mächtig, leicht zu durchschauen und zu konfigurieren. Das Auto Setup arbeitet völlig problemlos und dürfte niemanden überfordern. Das sehr gut ablesbare Gerätedisplay kennen wir aus anderen Denon AV-Receivern, neu ist, dass schon ein preislich günstiges Gerät wie der Denon AVR-1909 ein zweizeiliges Punktmatrixdisplay aufweist. Die Bedienung direkt am Gerät selber ist durch die griffgünstigen Drehregler sehr einfach. Die drei User-Presets (Quick Select) ermöglichen einen schnellen Direktzugriff auf bevorzugte Einstellungen. Gesamtnote Bedienung: Ausgezeichnet – hervorragend.

Test-Equipment

Klang

Klang DTS-HD Master Audio, Blu-ray Hush Hour 3: Die wilde Verfolgungsjagd durch Paris wird mit sehr gutem Dynamikumfang zur Geltung gebracht – das Quietschen der Reifen, das Hupen der anderen Autos und der flotte Music Score verdichten sich zu einem sehr tief gehenden Heimkino-Erlebnis. Durch die Gegend fliegende Türen und Motorradfahrer werden trotz der Effektgeschwindigkeit exakt im virtuellen Raum platziert. Die Stimmwiedergabe ist auch bei hohem Pegel verständlich und klar umrissen. Stimmen gliedern sich mitten ins Geschehen ein und erwecken nicht den Eindruck, zu laut oder zu deutlich zurückversetzt zu sein.

Klang Dolby TrueHD, Celine Dion, A New Day: Bei dieser akustisch herausragenden Blu-ray beweist der Denon AVR-1909 erneut, dass der Ansprüche auf den Preisklassen-Thron umgehend geltend machen möchte. Lebendig und differenziert gibt der AV-Receiver den Titelsong 2A New Day“ wieder. Beeindruckend ist, wie klar und facettenreich er die Stimme in den Fokus der Zuhörerschaft bringt. Der Bühnenaufbau könnte auch von einem 1.000,00 EUR AV-Receiver stammen, so klar und stimmig definieren sich Bühnenbreite und Bühnentiefe. Kleine instrumentale Effekte im Hochtonbereich werden sensibel und mit sehr gutem Raumeindruck heraus gearbeitet. Choralstimmen im Hintergrund klingen authentisch und präzise. Das Piano ertönt dynamisch und gleichzeitig fein dosiert – eine erstklassige Leistung des Denon AVR1909.

Fazit Klang neue HD-Tonnormen: Der Denon AVR-1909 beeindruckt – denn obwohl er mit ca. 600,00 EUR ein eher preiswertes Gerät ist, kann er schon gut die Vorteile der neuen HD-Formate zur Geltung bringen. Er gibt den enormen Dynamikumfang sehr stimmig wieder und bringt im Hochtonbereich ebenfalls erstaunliche dynamische Werte zustande. Somit empfiehlt sich der leistungsstarke AV-Receiver Denon AVR-1909 für den preis-/leistungsbewussten Anwender, der trotzdem die Vorzüge der neuen HD-Tonnormen akustisch wahrnehmen möchte.

Klang DTS 5.1, Jean-Michel Jarre, Oxygene 4: Dynamisch und lebendig macht sich der Denon ans Werk und bleibt den bislang heraus gehörten Tugenden treu. Er bietet eine sehr gefällige Mischung aus Klarheit, Lebendigkeit, Homogenität und Nachdruck. Die vielfältigen akustischen Effekte arbeitet der Denon AVR-1909 fließend ein. Der Bass erstaunt durch den immensen Tiefgang und die voluminöse, aber nicht zu vordergründige Darstellung.Der Hochtonbereich löst ansprechend auf und weist gute feindynamische Qualitäten auf.

Klang Dolby Digital 5.1, Blu-ray Casino Royale: Der Denon AVR-1909 kann in der Sequenz auf Magagaskar viele Punkte sammeln. Die Anfeuerungsrufe des Publikums beim Kampf Schlange-Mungo wird sehr natürlich übertragen. Der Soundtrack erklingt nachdrücklich und kraftvoll. Stimmen arbeitet der Denon AVR1909 geschickt ins tonale Gesamtgefüge ein, sie wirken nicht aufgesetzt, sondern korrekt integriert. Effekte platziert der AV-Receiver präzise im Hörraum, so kennt man das gar nicht aus der 600,00 EUR-Liga. Die extrem präzise LFE-Ansteuerung ermöglicht einen sehr gut ausbalancierten Bass. Die Pegelfestigkeit liegt sehr hoch, hier hat Denon wieder den Anschluss an die absolute Spitze gefunden: Ein Onkyo TX-SR606 kann hier auch nicht noch mehr Pegelfreudigkeit aufbieten. Die überragende akustische Harmonie leidet selbst bei großer Lautstärke kaum. Der Denon AVR1909 erwärmt sich sehr deutlich, wird jedoch nicht glühend heiß. Fazit herkömmliche digitale Mehrkanal-Tonnormen: Der Denon AVR-1909 vermag sich auch hier an die Klassenspitze zu setzen. Seine Mischung aus angenehmem Sound, enormer Klarheit und schneller Effektverteilung sorgt für Begeisterung. 

Klang Dolby Pro Logic IIx Music, Jean-Michel Jarre, Oxygene 4, Audyssey On: Der Denon AVR-1909 ermöglicht hier einen Sound, der sich passend zum Quellmaterial als nachdrücklich und effektgeladen präsentiert. Trotz aller Fülle und Ausschmückung erscheint das akustische Ergebnis aber als glaubwürdig und präzise. Die verschiedenen Effektebenen werden gut voneinander getrennt, der Hochtonbereich erscheint klar genug, um auch hier Einzelheiten heraus zu arbeiten. Der Bass bringt einen beachtlichen Tiefgang und ein sehr gutes Volumen mit, vermeidet aber geschickt den Eindruck, künstlich aufgeblasen zu erscheinen.

Klang DTS Neo:6 Music, Jean-Michel Jarre, Oxygene 4, Audyssey On:  Im direkten Hörvergleich bringt Neo:6 einen etwas dominanteren Hochtonbereich mit, der aber mit keiner besseren Durchzeichnung als der bei PLIIx Music aufwarten kann. Der Bass wird etwas hohler zur Geltung gebracht, es fehlt unten herum minimal an Tiefgang. Schnelle Effektwechsel erscheinen etwas dynamischer als bei PLIIx Music. Gerade bidirektionale Kombinationen gelingen Neo:6 überragend. Fazit Musikwiedergabe über Surroundaufpolierer: Beide Surroundaufpolierer sind hervorragend integriert. Neo:6 ermöglicht mehr Effektdynamik, während PLIIx den angenehmeren Hochtonbereich und den tieferen, satteren Bass bietet. Auch, was die Natürlichkeit des Hallverhaltens angeht, liegt PLIIx vorn.

Klang Stereo digital über HDMI, Audyssey Off, Modus Pure Direct, Paul Potts, Nessun Dorma: Brillant, was der kleine Denon AVR1909 hier abliefert. Für die Preisklasse sind die Ergebnisse in jeder Beziehung überragend – die Stimmwiedergabe ist fundiert, klar und detailliert, kleine vokale Differenzen werden sehr schnell und treffend ermittelt. Hoch- und Mitteltonbereich erscheinen wie aus einem Guss, bei der Hochtonwiedergabe überrascht die Strahlkraft. Die Mitten sind sehr sauber aufgebaut und beeindrucken mit guter Raumwirkung. Der Bass ist klar und präzise und wirkt nicht künstlich aufgedickt, weist aber viel präsente Kraft auf. 

Klang Stereo digital über HDMI, Audyssey-Kurve On, ohne Pure Direct, Paul Potts, Nessun Dorma: Der Sound erscheint etwas fülliger, sehr harmonisch. Im Hochtonbereich geht etwas Brillanz verloren. Feindynamische Differenzen werden nicht mehr so präzise erkannt. Räumlich sehr weitläufige, aber glaubwürdige Wiedergabe. Die erwähnte Fülligkeit des Sounds sorgt für einen sehr imposanten akustischen Gesamteindruck. Fazit Stereo: Bravo, Denon – der kleine Denon AVR-1909 beweist im Stereobetrieb, dass auch durchaus finanzierbare Surroundreceiver ernst zu nehmende Stereoqualitäten ohne wirkliche Schwächen mitbringen. Die bislang beste Stereo-Leistung in der Preisliga bis 600,00 EUR.

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.

Videosektion

Das Durchschleifen von HDMI-Signalen bis hoch auf 1.080p/24 Hz gelingt dem Denon AVR-1909 erwartungsgemäß ohne Qualitätsverlust. Möchte man das OSD-Menü aufrufen, genehmigt sich der AV-Receivers bis zum Anzeigen des Menüs auf dem Bildschirm allerdings einige Gedenksekunden. Das OSD kann über ein im Hintergrund laufendes Bild eingeblendet werden.

Eine schwierige Aufgabe für den Denon AVR-1909 ist es, aus einem eingehenden analogen FBAS-Signal ein 1.080p-HDMI-Signal zu generieren. Wir haben dies mit der DVD „Jarre in China“ ausprobiert. Dass das erzeugte Bild bezüglich der Schärfe ziemlich weich und nicht sehr exakt konturiert erscheint, erstaunt in Anbetracht des Quellsignals nicht. Das Bild wirkt aber sauber und klar – störende Pixel- und Rauschmuster sind kaum vorhanden. Sehr gut hat uns gefallen, dass das Bild sehr stabil erscheint und dass Bewegungsabläufe fließend erscheinen. Es entstehen kaum Nachzieheffekte oder Unschärfen – für einen AV-Receiver dieser Preisklasse hervorragend. Farben werden überraschend präzise wiedergegeben, es kommt nur in sehr geringem Maße zu Farbversatz (typisch für ein Signal, welches ursprünglich in FBAS vorlag). 

Wir haben das identische Procedere anschließend mit „Star Wars Episode III“ durchgeführt und haben uns zunächst die Star-Wars-typische Schrift zu Beginn anschaut. Das Gelb wirkt sehr realistisch, zudem läuft die Schrift ziemlich ruhig, nur ab und zu sind leichte Flimmereffekte zu sehen, die aber nur in sehr geringem Maße auffallen. Der kurz darauf durchs Bild gleitende republikanische Sternzerstörer wird visuell ausgezeichnet wiedergegeben: Die Kanten sind beinahe ruhig, es kommt nicht zu Flächenflimmern, und die Bewegung verläuft fließend. Einzelheiten an den Jägern von Obi-Wan und Anakin werden sehr genau wiedergegeben – beeindruckend und das Beste, was wir bislang in dieser Preisklasse gesehen haben.

Nehmen wir nun ein eingehendes, qualitativ hochwertiges analoges Komponentensignal und betrachten die Wandlung auf HDMI 1.080p, so wird die außergewöhnliche Qualität, die der Denon AVR-1909 erzielen kann, erneut deutlich. Der Sternzerstörer wird detailliert und feinfühlig wiedergegeben, der Blick beim Abknicken der Raumjäger auf Coruscant und die verschiedenen Ebenen der Weltraumschlacht ist geprägt von der überraschend guten Bildtiefe. Die Gesichter der Protagonisten sind exakt modelliert. Wie sauber der Denon AVR-1909 de-interlact, wird in jedem Teil der geschwindigkeitsreichen Weltraumschlacht deutlich. Während Obi-Wan und Anakin mit ihren Jägern haarsträubende Manöver fliegen, im Droiden und Raketen zu entkommen, bleiben die im Hintergrund gezeigten großen Raumkreuzer stabil und scharf im Blickfeld.

Fazit Videosektion: Auch bezüglich der Videosektion setzt der Denon AVR1909 neue Maßstäbe in seiner Preisklasse. Eine saubere analog-digitale Videowandlung, ein De-Interlacing mit stabilem Bild sowie flüssiger Bewegungsdarstellung sowie ein exakt arbeitender Scaler setzen sich zu einer erstklassigen Gesamtnote zusammen – diese lautet in Relation zur Preisklasse „Hervorragend“.

Fazit

Der Denon AVR-1909 kann sich an die Spitze der Preisklasse bis 600,00 EUR setzen, denn er bietet eine eindrucksvolle audiovisuelle Leistungsfähigkeit ohne erkennbare Defizite. Der angenehme, klare, fundierte und präzise Klang findet in der enorm starken Performance der Videosektion die glanzvolle Fortsetzung. Die reichhaltige Ausstattung und die solide Verarbeitung sind weitere Pluspunkte des Denon AVR-1909 Siebenkanal-Receivers. Die Bedienung geht leicht von der Hand, das Audyssey-Einmesssystem arbeitet präzise und zuverlässig. Für die gebotene Leistung ist der Kaufpreis als ausgesprochen niedrig anzusehen.

Durchmarsch an die Spitze: Der Denon AVR1909 setzt in der Preisliga bis 600,00 EUR neue audiovisuelle Maßstäbe

Preisklassenreferenz AV-Receiver Mittelklasse
Test 15. Januar 2009
Preis-/Leistungsverhältnis

+ Herausarbeitung der feindynamischen Vorzüge der neuen HD-Tonformate
+ Räumlich authentische Darstellung
+ Sehr gute Integration von Dolby PLIIx und DTS Neo:6
+ Ausgezeichneter Stereoklang
+ Wirkungsvolles und zuverlässiges Audyssey-Einmesssystem
+ Hervorragende Videosektion
+ Tadellose Verarbeitung
+ Günstiger Kaufpreis

- Deutliche Erwärmung bei längerem Betrieb

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