TEST: Denon Stereosystem PMA-700AE/DCD-700AE/TU-1500AE/DP-300F (1/2)
Autoren: Thomas Hermsen und Carsten Rampacher, beide AREADVD
- update: 30. April 2007

Einführung
Stereo-Komponenten, die akustisch überzeugen und gleichzeitig in zivilen
preislichen Gefilden beheimatet sind, gibt es keinesfalls wie den oft
zitierten "Sand am Meer" - vielmehr gleicht eine Suche nach preis-/leistungsbezogen
überzeugendem, Performance-starkem Equipment oftmals eher der Suche nach
der Stecknadel im Heuhaufen. Denon möchte der zeit- und nervenraubenden
Produktfindungsaktion nun ein einfaches Ende setzen: Denn mit dem Vollverstärker
Denon PMA-700AE (ca.370,00€),
dem CD-Player Denon
DCD-700AE (ca. 350,00€), dem Tuner
Denon TU-1500AE (ca. 210,00€)
und dem vollautomatischen Plattenspieler
Denon DP-300F (ca. 330,00€)
wird gleich eine komplette Lösung offeriert, die sogar demjenigen Anwender
gefallen dürfte, der wieder Freude am analogen Plattenhören gefunden hat.
Mit einem Gesamtpreis von derzeit ca. 1.260,00€ bekommt man also
ein Paket geschnürt, welches keine Komponente auslässt, die der Stereo-Liebhaber
zum kompletten Musikgenuss benötigt. Grund genug für uns, die gesamte
Denon-Anlage einmal unter die Lupe zu nehmen.
Aufbau des Test-Berichts
Wir haben uns bei diesem Test für einen speziellen Aufbau des Test-Berichts
entschieden - schließlich handelt es sich um vier einzelne Komponenten,
die allesamt danach verlangen, ausführlich vorgestellt zu werden. Darum
haben wir uns jedes Gerät - Vollverstärker,
CD-Player, Tuner
und Plattenspieler - einzeln vorgenommen
und haben jeweils einen individuellen Text verfasst.

Für einen Kaufpreis von ca. 370,00€ macht der Denon
PMA-700AE einen sehr edlen Eindruck und bietet beispielsweise eine
sauber verarbeitete Alu-Front und einen sehr griffsymphatischen Lautstärkedrehregler

Der sehr attraktive Lautstärke-Drehregler sticht auf der
Gerätefront hervor

Der Denon PMA-700
verbindet eine zeitlos-elegante Formensprache mit sehr hoher Funktionalität

Regler für Bass, Höhen und Balance, hinzu kommt eine
Loudness- und eine Lautsprecher A/B-Schaltung

Die mitgelieferte Fernbedienung sieht schick aus und ist
übersichtlich, wenngleich die einzelnen Tasten teilweise ein wenig klein
geraten sind
Beginnen wir unsere Test-Eindrücke mit dem Stereo-Vollverstärker Denon
PMA-700AE. Dieser kommt auf einen Verkaufspreis von ca. 370,00€
in Anbetracht dessen erstaunt das attraktive, edle Äußere voll und ganz.
Die ausgezeichnet verarbeitete Aluminiumfrontblende ist alles andere als
selbstverständlich in dieser Preisklasse. Hier kommt in Ansätzen schon
etwas "Denon PMA-SA1-Flair" auf. Alles wirkt übersichtlich, nichts billig
gemacht oder überfrachtet. Der große Lautstärkedrehregler liegt hervorragend
in der Hand und besteht aus Aluminium. Das ist übrigens das Kennzeichen
aller auf der aufgeräumten Gerätefront untergebrachten Bedienelemente:
Die Bedienung macht einfach Freude, denn alles ist sauber eingepasst und
liegt gut in der Hand. Auch die mitgelieferte Fernbedienung enttäuscht
nicht, die RC-1022 ermöglicht zudem nicht nur die Bedienung des Verstärkers,
sondern auch die komfortable Handhabung von Tuner,
CD-Player und Kassettendeck.
Ausgestattet ist der Denon PMA-700AE
genauso, wie man es von einem Stereoverstärker bürgerlicher Preisklasse
erwartet. Es finden sich Bass- und Höhenregler, ein Balanceregler, eine
Loudness-Schaltung eine eine Source Direct-Schaltung. In Anbetracht des
oftmals enorm üppigen Ausstattungsumfangs moderner AV-Receiver kommt schon
fast ein wenig Wehmut auf: So ein Gerät wie den Denon
PMA-700AE hatte man vielleicht in seiner Jugend, lange Zeit bevor
es um automatische Lautsprechereinmess- und Equalizingsysteme, kanalselektive
manuelle Equalizer, Bassmanagement und getrennt regelbare Übernahmefrequenzen
ging. Für viele war und ist sie schön, die heile, übersichtliche HiFi-Welt,
und das beschert auch Gerätschaften wie dem Denon
PMA-700AE eine wahre Renaissance.
Lieferbar ist der 7 kg wiegende Denon
PMA-700 AE in schwarzer oder "Premium Silber" - farbener Version.
Mit Abmessungen von 434 x 121 x 337 (B x H x T in mm) nimmt der Denon
PMA700 AE nicht allzu viel Platz im Regal oder im HiFi-Möbel weg.
Die Leistungsdaten: An 4 Ohm stehen 2 x 85 Watt (1 kHz, 0,7 % Klirrfaktor)
zur Verfügung, an 8 Ohm sind es noch 2 x 50 Watt (20 Hz bis 20kHz, 0,07
% Klirrfaktor).

Sehr ordentlicher innerer Aufbau beim Denon
PMA-700AE - erstaunlich für einen Vollverstärker,
der keine 400,00€ kostet
Der innere Aufbau des Denon PMA-700AE
ist ausgesprochen überzeugend ausgeführt. Denon
zeigt hier in allen Preisklassen konsequent, was möglich ist, ganz gleich,
ob Stereo oder Surround. Auch die günstigen Surroundreceiver von Denon
sind bereits ordentlich aufgebaut, wie z.B. der Denon
AVR-1707 zeigt. Nirgendwo sind unsauber verlegte Kabelstränge zu sehen
- vielmehr hat Denon die Anzahl der verwendeten
Kabel auf ein Minimum reduziert. Eine hervorragende Übersichtlichkeit
stand im Vordergrund bei der Konzeption des inneren Layouts, in dessen
Mittelpunkt die jeweils diskret aufgebauten Endstufen stehen. Denon
selektiert auch für dieses verhältnismäßig kleine Modell die verwendeten
Bauteile, was einem klaren, präzisen Klangbild zugute kommt. In geöffnetem
Zustand kann man auch am besten das für diese Preisliga sehr steife, solide
Chassis bewundern. Insgesamt ist also der innere Aufbau auf einem Level,
der für die Preisklasse ausgezeichnet ist. Dass allerdings auch in diesen
sehr günstigen Preisklassen bezüglich des Aufbaus noch mehr geht, beweist
der Harman Kardon HK 970. Dieser
allerdings kann bezüglich seiner "äußeren" Qualität mit Kunststofffront
und sehr einfachem Lautstärkedrehregler dem Denon
PMA-700AE nicht das Wasser reichen. Dafür trumpft der Harman-Kardon
HK-970 mit seinen erstklassigen Lautsprecherkabel-Anschlussterminals
auf, hier kann man sich zwar auch beim Denon
PMA-700AE nicht beklagen - das hier Gebotene ist immer noch als sehr
gut zu bezeichnen - aber der Harman-Kardon
HK970 Vollverstärker setzt hier klar Maßstäbe, was übrigens auch für
die Qualität der Cinchbuchsen auf der Geräterückseite zutrifft.

Auf der Rückseite offeriert der Denon
PMA-700AE sechs analoge Eingänge, darunter auch ein dedizierter Phono-Eingang
für Plattenfreude. Zwei analoge Cinch-REC-Ausgänge sowie ein Pre-Out für
den Anschluss einer externen Endstufe sind ebenfalls vorhanden. Gleich
drei geschaltete Netzanschlussbuchsen sorgen für reichlich Anschlussmöglichkeiten
für die komplette Peripherie aus Plattenspieler,
CD-Player und Tuner

Die Cinchbuchsen sitzen zwar recht fest, sind aber nicht
vergoldet

Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sind leichtgängig
und auch für Bananenstecker geeignet

Die Cinch-Anschlusssektion von Innen betrachtet

Genauer Blick auf die verwendete Elkos

Hochwertiger Aluminium-Kühlkörper

Der Trafo - wie sich später in den Test-Reihen zeigen
wird, liefert er Strom satt
Sehr gespannt waren wir auf die Hörtestreihen. Der Harman
Kardon HK 970 hatte schon satt vorgelegt mit kräftigem, fundiertem
und harmonischen Klang, da sollte es eigentlich für den Denon
PMA-700AE nicht allzu einfach werden. Erschwerend hinzu kommt, dass
moderne AV-Receiver einer gefälligen, gut strukturierten Stereowiedergabe
längst nicht mehr so feindlich gegenüber stehen wie noch vor einigen Jahren.
Hervorragende Beispiele dafür kommen beispielsweise aus dem Hause Onkyo.
Sogar der mit ca. 350,00€ enorm preiswerte Onkyo
TX-SR505E klingt im Stereobetrieb schon überraschend erwachsen: Ein
lebendiges, gut detailliertes Klangbild wird geboten, für uns eine faustdicke
Überraschung. Aber auch andere Anbieter schaffen schon mit günstigen AV-Receivern
prima Stereo-Hörerlebnisse: Der Marantz
SR4001 ist ein treffliches Beispiel dafür. Er klingt so fein, dass
man es kaum glauben mag, hier einen AV-Receiver
der 600,00€-Klasse vor sich zu haben. Natürlich liefern auch Denon
AV-Receiver, die im Stereoeinsatz überzeugen, dies beweist zum Beispiel
der Denon AVR-2807, der sich im
damaligen Dreier-Mastertest durchsetzen konnte. Wo genau also stellt sich
der Denon PMA-700 AE auf?

Der Denon PMA-700AE
machte durch hervorragende akustische Leistungen auf sich aufmerksam
Klare Antwort: An der Spitze. Der Denon
PMA-700AE - dieser kleine, edle Vollverstärker schlägt alle oben aufgeführten
Kontrahenten souverän, sogar den Harman-Kardon
HK 970 - in der 300,00 bis 400,00€-Klasse kann man nicht mehr
erwarten. Besonders erfreulich ist die mögliche Feinzeichnung. Bei Smetanas
"Moldau" arbeitet der Denon PMA-700
auch kleine Feinheiten sorgfältig heraus und sorgt für ein authentisches
Abklingen der Instrumente. Dabei bleibt das Klangbild stets über alle
Maßen angenehm und hörenswert. Der Denon
PMA-700AE präsentiert sich nicht als reiner Analytiker, der Details
sezierend durch die Musikwelt marschiert und über diese Sammeltätigkeit
hinaus das Schaffen einer akustischen Harmonie vergisst. Auch bei Ludwig
van Beethovens "Pastorale" merkt man diese gelungene Mischung: Die Streicher
erklingen samtig und zart, wenn es gefordert ist, die orchestralen Einsätze
beweisen dann, wie antrittsstark der Denon
PMA-700AE ist: Blitzschnell stemmen die beiden diskreten Endstufen
massiv Leistung, so dass ein raumfüllend-kräftiger, zugleich aber differenziert-strukturierter
Klangeindruck entsteht. Die unterschiedlichen Tempi und Stimmungen in
den verschiedenen Sätzen der Pastorale werden so vom Denon
PMA-700AE sehr schön herausgearbeitet: Von lieblich bis dramatisch,
die schwungvolle, lebendige Wiedergabe macht dem Auditorium pure Freude.
Sogar die NAD C 162 / NAD C 272
Vor-Endstufenkombination, die mit herausragenden Klangleistungen aufwarten
kann, muss sich anstrengen, um dem Denon
PMA-700 AE Paroli bieten zu können: Diese sensible, gleichzeitig harmonisch-klare
Darstellung, die der Denon PMA-700AE
bietet, ist schon besonders gelungen. Wer oftmals mit sehr hohem Pegel
hört und einen großen Hörraum beschallen möchte, dem sei allerdings der
Griff zum starken NAD-Duo angeraten:
So brutal, wie die NAD C 272 auch
noch bei hohem Pegel vorangeht, ist nicht nur der Denon
PMA700AE chancenlos, sondern auch Vor-/Endstufenkombis, die sehr deutlich
teurer sind als die beiden NAD-Komponenten,
die in ihrer Klasse mit Kraft, Nachdruck und Dynamik herrschen. Wer in
etwas kleineren Hörräumen mit Fokussierung auf eine stets wohl ausgewogene,
sensible, aber gleichzeitig fundiert-dynamische Wiedergabe hört, ist hingegen
mit dem Denon PMA-700AE hervorragend
bedient, zudem werden auch die finanziellen Ressourcen durch den günstigen
Kaufpreis des Denon PMA700
AE nicht zu stark beansprucht.

Mitten im Test-Einsatz
Der Denon PMA-700AE kann übrigens
nicht nur mit klassischer Musik ausgesprochen gut umgehen. Auch italienischer
Schmuse-Pop ist bestens dazu angetan, die Qualitäten des Denon
PMA-700AE herauszustellen. Bei "Musica é" von Eros Ramazzotti beeindruckt
die Fähigkeit des Denon, die Stimme des italienischen Sängers vom Lautsprecher
zu lösen und nahezu frei in den Raum zu stellen. Mit diesem Pluspunkt
ist aber auch ein aus finanzieller Sicht erkennbarer Minuspunkt verbunden:
Für den Denon PMA-700 sollte man
ausgesprochen gute Lautsprecher verwenden. Sehr empfehlenswert ist beispielsweise
die Canton Karat 709DC (Stückpreis
ca. 1.000,00€), die durch ihre differenzierte, nie vordergründig-laute,
aber stets klare und authentische Spielweise genauso ein Multitalent ist
wie der Denon PMA700AE. Wer sehr
viel Klassik und Jazz hört und auf eine brillante, mitreißende Hochtonwiedergabe
setzt, auf einen opulenten Bassbereich jedoch verzichten kann, ist mit
der Elac FS 207.2 sehr gut bedient, die bezüglich der Hochtondarstellung
auch über die Preisklasse hinaus Maßstäbe setzt. Der Denon
PMA-700 ist klanglich so erwachsen, dass er auch prächtig mit einer
Opera Seconda harmoniert. Allerdings sollte man hier nicht darauf aus
sein, sehr hohe Lautstärken hören zu wollen, dann benötigt die Seconda
doch einen leistungsstärkeren Verstärker einer höheren Preisklasse. Hier
tut sich der Audio Analogue Verstärker "Primo" für ca. 1.000,00€
auf das Angenehmste hervor: Er ist zwar sehr kompakt, liefert aber Leistung
satt. Sein über jeden Zweifel erhabener innerer Aufbau aus besten Bauteilen
beweist, dass für unter 1.000,00€ eine nahezu perfekte Kombination
aus angenehm warmen (Röhrenvorstufe, daher unbedingt ausgiebig Probe hören!),
zugleich aber trotzdem nicht schwerfälligen Klang, hervorragender Detaillierung
und kompaktem Äußeren möglich ist. Nicht umsonst ist der Audio Analogue
Primo VT Cento einer der Lieblinge der Redaktion und wird oft für Stereotestreihen
eingesetzt.
Wer für wenig Geld einen ausgezeichneten Sound realisieren
möchte, kann den Denon PMA-700AE
auch mit der Nubert nuWave 85 zusammen einsetzen. Für ihre Preisliga sticht
die nuWave 85 durch enorme Pegelfestigkeit, einen klaren, sauberen Klang
und einen kräftigen Bass hervor. Wem ein fundiertes Klangbild, verbunden
mit einer räumlich exzellenten Abbildung, besonders am Herzen liegt, auf
beides aber eigentlich aufgrund der Tatsache, dass nur Regallautsprecher
aus räumlichen Gründen gestellt werden können, bislang verzichten musste,
dem raten wir zur zwar teuren, aber überragenden Focal
Profile 908. Sie kann weitaus mehr, als man von einem Lautsprecher
dieser Größe erwarten würde, und sieht auch noch sehr attraktiv aus. Apropos
Optik: Wer eine schön und intensiv klingende, perfekt verarbeitete und
extravagant auftretende Schallwandler-Ergänzung zum Denon
PMA-700AE sucht - die Schweiz ist das Ziel der Träume: Denn daher
kommt die Piega Twen, die all diese Ansprüche optimal vereint. Die Hochtonwiedergabe
ist praktisch auf Elac-Level, zudem aber wird eine für diese schmale Box
überraschend volle Bassreproduktion erzielt. In allen Frequenzbereichen
agiert die Piega-Box sehr detailliert und dynamisch.
Nach diesem Exkurs widmen wir uns erneut dem Denon
PMA-700 AE, der sich bei der Wiedergabe bass- und effektgeladener
Techno- und House-Musik als "Meister aller Klassen" behaupten kann: Er
ermöglicht einen intensiven räumlichen Eindruck und ist bei "Blank&Jones
- Sound of Machines, Vorwerk Remix" in der Lage, alle Effekte weit in
den Hörraum zu befördern. Seine souveräne, erwachsene Kraftentfaltung
sorgt für einen üppigen, nachdrücklichen Aufbau - man mag kaum glauben,
wie preisgünstig der Denon PMA-700AE
tatsächlich ist. "Ikarus" von Flutlicht (Sunshine Live Classics) stellt
hohe Ansprüche an die Verstärkung: Treibende Bässe, vielschichtige Effekte,
eine komplex abgemischte Stimme und ein sehr prägnanter Hochtonbereich.
Der Denon meistert alles so gelassen, als wäre es eine Selbstverständlichkeit:
Kraftvoll schlagen die Bassanteile ein, kontrolliert ertönt die Stimme,
davon sauber getrennt zielen die Effekte auf die Zuhörerschaft. Daher
ist unsere Bilanz eindeutig: Der Denon
PMA-700 AE ist ein starkes Stück Technik zum Mini-Preis - Respekt.
Einzelwertungen (Bewertung in Relation zur Preisklasse zu
sehen):
Verarbeitung außen/innen: Ausgezeichnet -
hervorragend/ausgezeichnet
Bedienung/Ausstattung: Sehr gut - ausgezeichnet
Klang: Hervorragend
>>>>>hier
geht's zum 2. Teil des Test-Berichtes über das Denon Stereosystem, bestehend
aus Denon PMA700, Denon DCD700, Denon TU-1500 und Denon DP300F
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