Denon AVR-X4200W im Test bei Audiovision: Highlight

AUDIOVISION: Highlight (ab 3/07)

11/2015

In der Audiovision Ausgabe 11/2015 auf den Seiten 62 bis 66 wurde der Denon AVR-X4200W AV-Receiver getestet.

Testauszug:
„… mit 119 Watt im Fünf-Kanal-Betrieb (6 Ohm) und 219 Watt im Stereo-Betrieb (4 Ohm) zeigt sich der Denon genauso kräftig wie sein großer Bruder AVR-X5200. Im Betrieb zieht der Receiver satte 343 Watt aus der Steckdose, im zuschaltbaren Eco-Modus halbiert sich die Leistungsaufnahme auf 155 Watt – im Standby mit aktivierter HDMI-Durchschleifung sind es sogar nur 0,5 Watt.
Ließ der Denon im Hörtest seine Muskeln spielen, schallte Steely Dans „Two against Nature“ uns quicklebendig, ja leichtfüßig, ohne Härte und Schärfe sowie wunderbar räumlich entgegen. Der angenehme, verfärbungsfreie und damit im besten Sinne neutrale Klangcharakter blieb auch bei hohen Pegeln erhalten – toll, wie souverän und lässig der Denon pointierte Rhythmen aus den Boxen schüttelte. Für den zweiten Hördurchgang bemühten wir das Audyssey-Einmess-System, das bis auf eine unterschiedliche Distanzermittlung der linken und rechten Frontbox überzeugte; Lautsprechergröße, Pegel und die Übernahmefrequenzen für Bässe wurden korrekt gesetzt. Nach verrichteter Einmessung stellte Audyssey drei tonal unterschiedliche Klangkurven zur Wahl, die Minimierung von Klangunterschied der einzelnen Lautsprecher führte zu einem homogeneren Surround-Klang, Soundobjekte saßen nun plastischer im Raum. Dabei sorgte die „Reference“-Kurve im Test für eine leichte Höhenbetonung, die auch bei hohen Lautstärken nicht störte sowie dem Sound mehr Brillanz und Durchzeichnung verlieh - was uns gefiel. Die „Flat“-Kurve trimmte den Frequenzgang auf linear und hob die Höhen für unsere Ohren etwas zu sehr an. Bei „L/R Bypass“ passte Audyssey den Klang des Centers, der Rears und des Woofers dem der Frontboxen an, deren Frequenzgang unverändert bleibt.
Als Nächstes rotierte die „DTS Demo Disc 2015“ mit einem Ausschnitt aus „X-Men – Zukunft ist Vergangenheit“ im Player, den Roboterangriff auf den Rebellenbunker setzte der Denon luftig, groß, präzise sowie unangestrengt in Szene. Der minimale Bassmangel war durch das Zuschalten der Loudness-Funktion „Dynamic EQ“ schnell behoben; den Nachbarn aufschreckende Monsterbässe schob unser Nubert-Sub aber erst in den Raum, als wir den Basspegel um einige Dezibel anhoben. Apropos Nachbarn: Für ein friedvolles Zusammenleben soll Denons „LFC“-Schaltung (Low Frequency Containment) das Dröhnen in Nebenräumen verhindern und Bässe nur im eigenen Hörraum wiedergeben. Im Test reduzierte LFC die Bässe unabhängig von der Lautstärke, was tendenziell lautes Hören ermöglicht; so richtig drücken wollte der Kampf „X-Men“ dann aber nicht mehr. Als sinnvoll erwies sich das „Cinema EQ“-Filter, das Höhen leicht absenkt und so zu spitzen Filmton angenehmer macht. …“
„… auch im Stereo-Betrieb bleibt der Denon seinem locker-luftigen und gleichzeitig zupackenden Klang treu. Die Phantom-Mitte rastete aber erst ein, nachdem wir für die linke und rechte Frontbox die gleichen Distanzwerte einstellten; hier rückte die Einmess-Automatik den rechten Schallwandler einige Zentimeter zu weit nach vorn. Der musikalische Charakter blieb bei analoger wie digitaler Zuspielung erhalten; wobei via S/PDIF eingespeiste Testsignale minimal weniger rauschten als über die analogen Eingänge – was jedoch nur bei Lautstärken jenseits von Gut und Böse hörbar wird. Gleiches gilt für den „Pure Direct“-Modus, in dem der Denon zugunsten höchster Rauscharmut sowohl die Videoelektronik als auch das Receiver-Display abschaltet. …“

Bewertung:
+ lebendiger und musikalischer Klang
+ hohe Leistungsreserven
+ DTS:X per Firmware-Update
+ 4K-Videoverarbeitung mit HDMI 2.0 und HDCP 2.2
- Auro-3D-Update kostet Aufpreis
- kein 7.1.4-Boxen-Setup möglich

Fazit:
Denons AVR-X4200 verzückt mit musikalischem Klang und viel Leistung. Dank HDCP 2.2 blickt er sicher in die UHD-Zukunft. Mit Atmos, Auro und DTS:X sind zudem alle 3D-Tonformate an Bord. Ein echtes Highlight, auch wenn die 7.1.4-Wiedergabe größeren Modell vorbehalten bleibt.

Testurteil: sehr gut