Denon AVR-X7200W bei AUDIOVISION im Test: Referenz

AUDIOVISION: Referenz

5/2015

In der audiovision Ausgabe 5/2015 auf den Seiten 20 bis 24 wurde der Denon AVR-X 7200 W getestet.

Testauszug:

"... im Messlabor musste der Denon seine inneren Werte offenbaren - und die können sich sehen lassen: Im Vergleich zum bereits überaus potenten AVR-4520 legt er im Schnitt um 20 Watt pro Kanal zu. Gegenüber dem AVR-X 5200 W liegt das Plus gar bei durchschnittlich 25 Watt pro Kanal. Mit einer Gesamtleistung von rund 800 Watt hält er selbst für XXL-Heimkinos genug Reserven bereits. Dass er schon im Leerlauf 100 Watt aus der Steckdose zieht, sei ihm gegönnt. Schließlich kann man mit einem einzigen Tastendruck den Eco-Mode zuschalten, der genug Power zum normalen Musikhören bietet und den Verbauch auf 60 Watt senkt. Lob verdient zudem die verbesserte HDMI-Durchleitung, die nicht mehr den Standby-Verbrauch erhöht, solange der Zuspieler  abgeschaltet ist: Andere Verstärker genehmigen sich hierbei um die fünf Watt, was übers Jahr gerechnet zu zusätzlichen Stromkosten von etwa 15 Euro führt. ..."

"... im Hörtest schiebt der Denon sofort Gedanken an so schnöde Dinge wie den Verbrauch beiseite. Schon bei den ersten Takten unseres Lieblingsalbums "Two Against Nature" von Steely Dan merkt man, dass hier ein High-End-Verstärker am Werk ist: Enorm spritzig, schnell und dynamisch lässt er die komplexen Pop-Arrangements erklingen. Mühelos schält er feine Details wie das Anschlaggeräusch der Snare oder Konsonanten im Gesang hervor, lässt den Bass dazu ordentlich grooven und bleibt dabei tonal neutral. Bestenfalls nochmals teurere Vor-End-Kombis dürften seinen Vortrag in puncto Souveränität und Lässigkeit toppen.

Bassgewaltige Filmszenen wie die Schlacht im Vorspann des ersten "Der Herr der Ringe"-Films sind für den 7200er kein Thema, sie hören sich so an, als ob der Dynamik nur die Lautsprecher eine Grenze setzen würden. Obwohl der Verstärker ordentlich heißläuft, wurden seine beiden Lüfter nie hörbar. Dank der im Audio-Menü einstellbaren Bass-Verzögerung harmoniert er auch mit Lautsprechersets ohne subwoofer bestens: Bei einigen Mehrkanal-Musikstücken sind die Bassanteile auf den Hauptkanälen und dem LFE-Kanal Phasenverschoben, wodurch sich der Bass spürbar abschwächt. Nach Pioneer-Vorbild kann man diesem Mastering-Makel durch eine passgenaue Verzögerung des LFE-Kanals entgegenwirken, so dass die Dolby-Tonspur der 3 Doors Down-Konzert-DVD "Away from the Sun: Live from Houston, Texas" mit satterem Bass erfreut.

Im zweiten Hördurchgang kam die Einmess-Automatik zum Zuge, die den Klang auf Basis von bis zu acht Messpositionen (32 bei der kostenpflichtigen Profi-Einmessung) optimiert. Duch den exakten Abgleich von Pegel und Distanz sowie der Entzerrung der Lautsprecher per Audyssey-EQ verbessert sich die Ortung: Ohne hörbaren Bruch wanderten nun Stimmen vom Center in die Frontbox oder nach hinten. Insgesamt geriet der Klang aber auch im sanfteren der beiden Audyssey-Modi (Reference) etwas heller, was zwar die Sprachverständlichkeit von Dialogen verbesserte, andererseits den Klang bei niedrigen Pegeln etwas dünn, bei hohen Pegeln leicht aggressiv wirken ließ.

Allerdings bietet der Denon Möglichkeiten, den Klang auch bei aktivem Audyssey-EQ anzupassen: So entschärft der Cinema-EQ durch sanftes Absenken mittlerer und hoher Frequenzen das Klangbild, während der Dynamic EQ bei niedrigen bis mittleren Pegeln für einen satteren Bass sorgt. Das Gegenteil macht die Audyssey-Kunktion LFC (Low Frequency Containment): Sie reduziert die Bässe abhänig vom Pegel, so dass man lauter hören kann, ohne den Nachbarn zu stören. ..."

"... auch als Stereo-Verstärker macht der Neun-Kanal-Bolide eine Top-Figur: Er reproduziert Carly Simons 70er-Jahre-Bond-Klassiker "Nobody Does It Better" kraftvoll und bar digitaler Kälte.

Obwohl die Einmessung bei uns leicht abweichende Distanzwerte für linke und rechte Frontbox ermittelte, steht der Gesang dank der separaten Stereo-Einstellung messerscharf in der Mitte. Zwischen HDMI, optischen, und analogem Eingang zeichnen sich besonders im "Pure Direct"-Modus, der alle digitalen Schaltkreise samt Display abschalten, durch eine erstklassige Rauscharmut aus. ..."

Bewertung:

+ hervorragender Klang bei Mehrkanal und Stereo

+ leistungsfähige Einmess-Automatik

+ umfassende Ausstattung und Upgrade-Optionen

+ Ecco-Modus senkt bei Bedarf Stromverbrauch

- teils komplexe Bedienung

Fazit:

Mit dem AVR-X 7200 W legt Denon die Messlatte für Receiver wieder ein bisschen höher - Platz 1 in unserem Testspiegel ist die Folge. Dank seiner diversen Upgrade-Möglichkeiten sind die 2.800 Euro auch eine gute Investition in die Heimkino-Zukunft.