Denon D-F103HR bei STEREO im Test

STEREO

2/2007

Testauszug:

"...Platten-Spieler. Nein, keine Vinyl-Platte: Eine kleine Festplatte steckt in Denons neuer Minianlage D-F103. Der Player spielt Musik ä la carte, und auch mit dem PC kann er komfortabel kommunizieren..."

"...als klassische Minianlage mit Receiver und CD-Player gibt es sie schon länger - für ganze 620 Euro in-klusiv Lautsprechern. In der Version F 103 hat Denon nun in den CD-Spieler eine kleine Festplatte sowie USB- und Ethernet-Buchse eingebaut, was den Gesamtpreis glatt verdoppelt. Aber der kleine Baustein hat es in sich: Er dient nicht nur als CD-Player und Musik-Server, sondern auch als Client für Musik aus dem PC oder fürs Internetradio..."

"...mit einem simplen Tastendruck auf „CD Store" können Sie Ihre CD-Sammlung auf die Festplatte übertragen, wahlweise in unkomprimierter PCM oder im WMA-Format mit 128 oder 192 kBit/s. Mit bis zu 12fachem Tempo werden die Scheiben dann auf die Harddisk kopiert..."

"...auf ihren 40 GB bringt sie rund 1000 Songs in Original CD-Qualität unter, oder gut zehn Mal so viel in der niedrigsten Qualitätsstufe. Wenn alles im Kasten ist, können Sie über „Album", „Interpret", „Genre", „Playlist" oder auf alle Songs alphabetisch zugreifen, oder auch Zufallswiedergabe innerhalb dieser Kategorien wählen. Die Textinformation holt sich der Denon-Player entweder aus der internen Datenbank oder, wenn sie ihn via Ethernet-Buchse mit Router und DSL-Modem verbinden, direkt online aus der Gracenote-Datenbank. Das klappt sehr flott und zuverlässig - sogar die STEREO-Hörtest-CD wird erkannt..."

"...besonders angenehm bei der Auswahl der Tracks ist das großzügige Grafik-Display, das die Musiklisten wahlweise in drei großen oder sechs kleinen Zeilen darstellt. Während der Wiedergabe erscheinen aber stets Interpret oder Albumname sowie Songtitel und Spielzeit in großen Lettern im Display. Das ist noch nicht ganz der Anzeigekomfort eines iPod, aber es geht in diese Richtung. Ebenso großzügig werden die Textinformationen vom USB-Stick angezeigt, den man an der Front anstöpseln kann. Wiedergegeben werden die Fromate WAV, MP3 und WMA,..."

"...eine weitere USB-Buchse steht auf der Rückseite bereit -diesmal in der „Client"-Version zum Anschluss des PC. Über die beigepackte Software „Denon Music Manager" können Texte und Titellisten am PC bearbeitet werden, und, besonders wichtig: WAV-, WMA-und MP3-Files lassen sich vom PC auf die Denon-Festplatte importieren. Eine nützliche Hintertür vor allem für CDs mit Copy-Bit, die der Denon-Player aus dem eigenen Laufwerk nicht rippen mag. Via USB kann auch der gesamte Inhalt der Denon-Harddisk auf dem PC als Image gesichert und im Falle eines Crashes von dort zurückgespielt werden..."

"...damit nicht genug. Über die Ethernet-Verbindung, die dank DHCP vollautomatisch aufgebaut wird, kann der PC seine eigene Musik zur Denon-Anlage streamen, sogar DRM-geschützte. Dazu ist der Windows Media Player 11 oder ein vergleichbares Programm erforderlich. Und schließlich können Sie via LAN und DSL auch noch auf die unzähligen Internetradio-Stationen zugreifen, und zwar ganz ohne PC. Eine Liste dieser Sender holt sich der Denon-Player automatisch aus dem Internet, und Sie können dann nach Ländern, Genres, etc. die gewünschte Station auswählen. Deren Klangqualität ist zwar meist lausig, aber es gibt durchaus auch brauchbare Angebote. Vom UKW-Radio oder von anderen externen analogen oder digitalen Quellen auf Festplatte aufnehmen kann der Denon F-103 nicht. Und er kann auch keine CDs brennen. Recording-Fans können aber für 260 Euro ein passendes Dolby-B-Cassettendeck erwerben..."

"...standardmäßig gehören zum System D-F103 neben dem Festplatten-Spieler der Receiver DRA-F102 und die Zweiwege-Lautsprecher im schwarzen Hochglanz-Gehäuse mit verschließbarer Bassreflexöffnung. Für den Boxenanschluss stehen beidseitig Bananenbuchsen bereit, und für satten Tiefbass kann ein aktiver Subwoofer angestöpselt werden. Im Übrigen bietet der Receiver neben den üblichen Hochpegelbuchsen einen Phono-Eingang und eine Front-Miniklinke für iPod & Co sowie ein 2xl6-stelliges Display samt RDS-Anzeige und einen Rinekerntrafo..."

"...im Hörraum haben wir die F 103 zunächst mit den Beipack-Lautsprechern betrieben - freistehend und mit ungedämpfter Bassreflexöffnung. Der Receiver stand auf „Speaker Optimize", wodurch Frequenzen unterhalb 50 Hertz, die der Lautsprecher ohnehin nicht verarbeiten kann, abgeschnitten werden. In dieser Konfiguration wirkt das Klangbild luftig, wohlgeordnet und rundherum angenehm. Würde Denons Elektronik auch größere Boxen noch adäquat befeuern? Wir haben spaßeshalber mal die Alexxa von MB Quart an den Denon-Receiver gehängt, und siehe da: Die kleine Denon wächst über sich hinaus und entfaltet regelrecht audiophile Qualitäten. Jetzt kommt Glanz aufs Klangbild, und Stimmen wirken wie befreit. Übrigens klingt's ab Festplatte noch eine Spur kraftvoller, farbiger und losgelöster als bei direkter CD-Wiedergabe - die Kopie schlägt paradoxerweise das Original..."

"...diese niedlichen Minis haben also durchaus das Zeug zu Höherem. Kein Wunder: Denon hat dem Player denselben 24/192-Wandler spendiert, der auch in den großen Spielern der AE-Serie Dienst tut. Wenn Sie also keine Säle beschallen wollen: Denon-Minis kaufen ..."

Fazit:

Diese formschöne, wertig verarbeitete Minianlage ist ein Wolf im Schafspelz. Sie ist mit allen Wassern neuzeitlicher PC-Technik gewaschen, dennoch einfach zu bedienen und klanglich ein echtes HiFi-Juwel mit Ausbaupotential.

Preis/Leistung: sehr gut