Denon PMA-2000 MK IV (gold) bei STEREO im Test

STEREO

10/2003

Testauszug:

"...es gibt sie noch, die Dinosaurier, deren Besitz mit der Gewissheit einhergeht, geradezu unbändige Kraft im eigenen Wohnzimmer zu beheimaten und auf Wunsch von der Kette lassen zu können. Solch ein Prachtexemplar - selbstredend modernster Bauart - ist der PMA-2000R MKIV, und dem Namen nach die vierte Generation eines liebevoll gepflegten Klassikers im Programm des als Studioausstatter berühmt gewordenen Herstellers Denon. Das veritable Schlachtschiff von einem Verstärker weist neben den Tugenden eines Schwergewichtlers auch einige audiophil angehauchten Kontrahenten völlig abgehende Ausstattungsmerkmale auf. Zudem ist er - im Gegensatz zu den Bestien der Vergangenheit - komfortabel fernbedienbar. Seine japanischen Väter haben dem PMA-2000R MKIV zudem eine diskret aufgebaute Phonostufe implementiert, die es sowohl mit MM- als auch MC-Tonabnehmern aufnimmt. Ein hochsteifer Chassis-Aufbau mit sechs separaten Blöcken sorgt im Innern für stabile mechanische Verhältnisse, auf deren Basis die beiden sorgfältig und weitgehend monaural aufgebauten Verstärkerzüge werkeln können. Die Push-Pull-Schaltung mit strompotenten UHC-MOS Transistoren, Leckstrom reduzierenden Doppeltrafos, schnellen Gleichrichtern und neu entwickelten Siebelkos sollen dabei für eine extrem breitbandige Signalverarbeitung auch für die neuesten Formate sorgen. Auch die Vorstufe ist bis hin zu den Eingängen auf große Übertragungsbereiche vorbereitet, was sich insbesondere positiv auf Phasen- und Impulsverhalten auswirken dürfte. Inklusive Phono lassen sich sechs Tonquellen und zwei Aufnahmegeräte schalten und verwalten. Als sehr vorteilhaft wird jeder Besitzer eines separaten A/V-Systems mit geregelten Pre-Outs die Auftrennbarkeit des Denon-Verstärkers in Vor- und Endstufe empfinden, denn somit lässt sich unter Beibehaltung der in aller Regel höheren Klangqualität des Denon-Spezialisten eine Brücke zum A/V-Mehrkanal-System schlagen. Die Endstufe des PMA-2000R MKIV übernimmt dann einfach die Herrschaft über die Frontkanäle. Selbst der hervorragende Denon-Receiver AVC-A1SE soll von einer solchen Entlastung klanglich profitieren. Zu diesem Zweck lässt sich ein Hochpegeleingang zum Direkteingang für die Endstufe umfunktionieren... Klanglich löst der Denon seine Versprechen mit Leichtigkeit ein. Er ist zwar kein Analytiker, der jede Kleinigkeit seziert, doch übersieht er auch nichts, mal seine Klangbilder mit kräftiger Hand und setzt so gerade im abgrundtiefen Bassbereich Akzente, wo andere Amps längst nichts mehr reißen. Die Wiedergabe ist harmonisch und frei von Härten, stabil und impulsfest, ja sogar in besonderem Maße temperamentvoll und agil. Was wir am Denon besonders schätzen, ist seine ausgeglichen souveräne Wiedergabe und die stets spürbare Kraft in der Hinterhand. Bassläufen etwa verleiht er den nötigen Nachdruck und hält sie stets fest im Griff. Leistung ist eben durch nichts zu ersetzen. Das beweist die härtere Gangart, sprich der beherzte Dreh des Lautstärkepotis nach rechts. "Let's party", dazu lädt dieser Verstärker mehr ein als jeder britische Verstärker-Aristokrat. Ein Amp, wie man ihn dem besten Freund empfiehlt!"

Fazit:

"Das ist er: ein bezahlbarer, kraftvoller und komplett ausgestatteter Vollverstärker, der zudem auch noch gut klingt. Temperament, Auflösung und Saft in harmonischer Abstimmung, samt Phonoteil, Fernbedienung und der Möglichkeit, seine Qualitäten über den Stereobetrieb hinaus auch im Heimkino zu nutzen. Ein Amp fürs Leben."

Preis/Leistung: EXZELLENT