Denon PMA-655R (schwarz) bei STEREOPLAY im Test

STEREOPLAY
Denon PMA-655R (schwarz)

5/2000

Testauszug:

Die Tatsache, dass so ein Verstärker wie der Denon die Eingangssignale an den Klangregelstufen vorbei dirigieren kann und die hohen Ströme über Boxenwahl-Relais direkt von den vier Sanken-Endtransistoren zu den Boxenklemmen schickt, deutet auf höhere Absichten: Die Ingenieure muten den Musikschwingungen auf dem Weg durch die Elektronik keine störinduktionsträchtigen wilden Schlenker, sondern nur einen harmlosen Rundkurs zu.

Der Einsatz zweier seltener, Kühlflügel-bewehrter Doppeldioden zur Gleichrichtung, die Verwendung namhafter Stromspeicher-Elkos (zweimal 8200 Mikrofarad von Elna) deuten weiterhin auf besonderen Ehrgeiz. Zu alledem darf sich der Besitzer des PMA-655R freuen, dass sich der CD-Spieler über kompromisslose Relaiskontakte einbringen kann.

Zu Beginn des Hörtests mussten die durchweg mit Phonoteilen für Moving-Magnet-Tonabnehmern ausgerüsteten Kandidaten beweisen, ob sie auch mit LPs klingen können, wobei der PMA-655R von Denon mit einer strahlend-anrührenden Vorführung über sich hinaus wuchs. "Bitte", schien er CD-Usern bedeuten zu wollen, "Jetzt merkt ihr mal, dass Vinyl viel mehr Feeling rüberbringen kann." Denons Phono-König ließ sich auch beim CD-Vorspiel nicht bremsen. Der PMA-655R setzte noch eins an Bassfülle und an legalem Höhenfeuer drauf, wofür er stolze 35 Punkte bekam.

Gesamtwertung:

"Klassich-ordentlich aufgebauter Vollverstärker, der bei der LP-Wiedergabe via MM-Tonabnehmer nahezu highendige Talente offenbart und sich daher besonders für LP-Fans empfiehlt."